Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vorwärmung eines Gases
vor dessen Expansion in einer Gasdruckregel- und Messanlage mit den Merkmalen des
Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Erdgas für die öffentliche Gasversorgung wird unter hohem Druck zwischen
ca. 40 und 80 bar über große Entfernungen zu regionalen oder kommunalen Verteilungsnetzen
geleitet. Unter hohem Druck wird Gas auch in Speichern regionaler oder kommunaler
Verteilungsnetze zwischengelagert. Bevor es zum Endabnehmer gelangt, muss das Gas
in Gasdruckregel- und Messanlage auf den niedrigeren Versorgungsdruck von ca. 20
– 50 bar in den regionalen oder kommunalen Verteilungsnetzen, auf 3 –
12 bar in Hauptverteilungsschienen und auf 20 – 1000 mbar bis zum Endverbraucher
reduziert oder entspannt werden. Diese Entspannung führt zum Joule-Thomson-Effekt,
nämlich zur Abkühlung des Gases. Treten dabei in den Gasdruckregel- und Messanlagen
Temperaturen auf, bei denen damit zu rechnen ist, dass entweder die im Gas enthaltenen
Gashydrate im Innern der Bauteile der Gasdruckregel- und Messanlage gefrieren oder
dass Anlagenteile, Apparate oder Geräte durch Kondensate an der äußeren Seite einfrieren,
ist mit Störungen oder Ausfällen von Anlagenteilen oder der gesamten Gasdruckregel-
und Messanlage zu rechnen. Um eine unzulässige Unterkühlung des Gases bei hohen
Druckdifferenzen zu vermeiden, ist es bekannt, das Gas vor der Entspannung zu erwärmen.
Unzulässige Temperaturen können besonders dann auftreten, wenn Störungen in der
Wärmeversorgung der Wärmetauscher auftreten.
Aus der WO 94/11626 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt
zum Expandieren von in einer Leitung unter hohem Druck stehenden Gas, bei dem als
Druckreduziervorrichtung ein Turbogenerator benutzt wird, dem ein Wärmetauscher
vorgeschaltet ist. Die Wärmeversorgung des Wärmetauschers erfolgt durch mindestens
ein Blockheizkraftwerk (BHKW), das einen Gas-Verbrennungsmotor und einen Generator
enthält. Das BHKW wird mit dem Gas nach dem Turbogenerator betrieben. Der Wärmetauscher
wärmt das Gas vor, bevor es dem Turbogenerator zur Expansion zugeführt wird. Sowohl
das BHKW als auch der Turbogenerator erzeugen elektrische Energie, die einem Stromnetz
zugeführt wird.
Die Versorgung des Gasvorwärmers mit thermischer Energie erfolgt dabei
mit konventionellen Heizungsanlagen, d. h. mit brenngasbefeuerten Kesseln, wie sie
auch – je nach Leistungsanforderung – im industriellen, gewerblichen
oder privaten Bereich Verwendung finden. Die WO 94/11626 A1 gibt keinen Hinweis
für die Versorgung von Gasdruckregel- und Messanlagen mit elektrischer Energie.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Vorwärmung
eines Gases vor dessen Expansion in einer Gasdruckregel- und Messanlage vorzuschlagen,
mit der die Energieversorgung der Anlage verbessert wird.
Die Lösung erfolgt mit einer Vorrichtung zur Vorwärmung eines Gases
vor dessen Expansion in einer Gasdruckregel- und Messanlage mit den Merkmalen des
Anspruchs 1.
Gemäß der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Erwärmung eines in einer
Leitung zu einer Gasdruckregel- und Messanlage unter hohem Druck stehenden Gas mit
einem Wärmetauscher, einer anschließenden Druckreduziervorrichtung zu einer weiterführenden
Leitung und einer vom Gas aus der Leitung betriebenen Heizvorrichtung für den Wärmetauscher
versehen. Die Heizvorrichtung ist als gasbetriebene Brennstoffzelle ausgebildet,
deren zusätzlich zur thermischen Energie bereitgestellte elektrische Energie besonders
vorteilhaft angepasst ist an den Bedarf von Gasdruckregel- und Messanlagen und macht
diese insbesondere unabhängig von anderen elektrischen Versorgungseinrichtungen.
Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung lässt sich im Vergleich zu konventionellen
Heizungsanlagen ohne Stromerzeugung vorteilhaft Primärenergie sparen. Dies führt
zu einer Verringerung der Emission von CO2. Ein solches Ergebnis ist
besonders dann erreichbar, wenn bei wärmegeführtem, modulierendem Betrieb abwechselnd
hohe und niedrige Gasmengen durch die Gasdruckregel- und Messanlage fließen, für
die variable thermische Energiezufuhr benötigt wird, um das Gas, welches beim Expansionsvorgang
eine Temperaturerniedrigung durch den sogenannten Joule-Thomson-Effekt, d. h. Temperaturerniedrigung
bei Expansion, erfährt, auf höheres Temperaturniveau anzuheben, so dass die Gastemperatur
hinter nach Möglichkeit der vor der Druckreduziervorrichtung entspricht.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind geschlossene
Rohrsysteme vorgesehen für die thermische Energiezufuhr von der Brennstoffzelle
an den Wärmetauscher. Die Wärme der Brennstoffzelle wird über ein geschlossenes
Rohrsystem einem Wärmekreislauf zugeführt, der einen Gasvorwärmer mit thermischer
Energie versorgt. Das leitungsgebundene Wärmeträgerrohrnetz besteht aus Rohren,
Armaturen, Formstücken und weiteren Komponenten, wie sie auch in der konventionellen
Heiztechnik Verwendung finden. Weitere thermische Komponenten sind u. a. Regelungs-
und Steuerungseinrichtungen und Eigenschutzsicherungen. Eventuell überschüssige
thermische Energie kann anderweitig genutzt werden und beispielsweise in
ein Fernwärmesystem eingespeist werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
die Brennstoffzelle so ausgelegt, dass sie den Wärmetauscher mindestens vollständig
mit Wärme versorgt, so dass mindestens der Bedarf der Gasdruckregel- und Messanlage
an thermischer Energie vollständig gedeckt ist. Die wärmeseitige Vorrichtung nach
der Brennstoffzelle versorgt über einen Primärwärmetauscher, welcher auch als Heat-Pipe-Wärmetauscher
ausgeführt sein kann, den Wärmekreislauf des Gasvorwärmers exakt mit der Wärme,
welche zum Ausgleich der Entspannungstemperaturerniedrigung nötig ist. Statt oder
zusätzlich zum Heat-Pipe-Wärmetauscher ist auch eine Nachverstromung der Abwärme
möglich, wozu sich Stirling-Motoren oder Dampfmotoren, -maschinen und -turbinen
eignen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
die Brennstoffzelle so ausgelegt, dass die von ihr erzeugte elektrische Energie
zur Eigenversorgung, zum Betrieb der Gasdruckregel- und Messanlage nutzbar und in
ein insbesondere öffentliches Stromnetz einspeisbar ist. Unterschiedliche Mengen
der von der Brennstoffzelle zur Verfügung gestellten elektrischen Energie beruhen
darauf, dass die Brennstoffzelle im wärmegeführten Betrieb läuft. Die von der Brennstoffzelle
zur Verfügung gestellte thermische Energie variiert mit dem Gasdurchsatz durch die
Gasdruckregel- und Messanlage. Mit der von der Brennstoffzelle abgegebenen thermischen
Energie korreliert die von der Brennstoffzelle zur Verfügung gestellte elektrische
Energie. Der Strombedarf der Brennstoffzelle, sowie der Gasdruckregel- und Messanlage
sind aber zumeist nahezu konstant. Aus der Brennstoffzelle gewonnene elektrische
Energie wird erfindungsgemäß zunächst eingesetzt, um den Bedarf der Brennstoffzelle
an elektrischer Energie zu befriedigen. Erfindungsgemäß kann die Brennstoffzelle,
die eine im Vergleich zur thermischen Energie gleich große oder größere Menge elektrischer
Energie erzeugt neben dem Wärmebedarf zusätzlich den Strombedarf einer Gasdruckregel-
und Messanlage decken und überschüssige elektrische Energie dem Markt anbieten.
Die dazu vorgesehenen elektrischen Komponenten sind beispielsweise Gleichstromkreise,
-sicherungen und -schalter, Wechselrichter mit Sicherungen, Wechselstromkreise mit
Transformator und Netzanschluss. Die stromseitige Vorrichtung nach der Brennstoffzelle
speist einen Gleichstromkreis, welcher mit Gleichstromverbrauchern und dem Wechselrichter
verbunden ist.
Über den Wechselrichter, der auch bidirektional ausgeführt sein kann,
erfolgt die Verbindung zum ggf. nötigen Transformator und zum Netzanschluss.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
eine Steuervorrichtung für die Brennstoffzelle vorgesehen. Wärmegeführter Betrieb
bedeutet, dass aufgrund der Druckverhältnisse eine voraussichtliche Temperaturerniedrigung
über die Zeit aufgrund der Gasentspannung abgeleitet wird. Die Brennstoffzelle ist
entsprechend steuerbar, um dem vorhergesehenen Verlauf der Temperaturerniedrigung
die Wärmemenge zur Verfügung zu stellen und die Temperaturerniedrigung nach Möglichkeit
auszugleichen. Sollte die Temperaturerniedrigung aufgrund der Druckverhältnisse
so schnell vonstatten gehen, dass eine exakte Kompensation aufgrund der thermischen
Trägheit nicht möglich ist, ist es Ziel der Regelung, die Temperatur möglichst schnell
wieder auf das alte Niveau zu bringen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
der Wärmetauscher als Heat-Pipe für besonders effiziente Wärmeübertragung ausgeführt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
Gas zum Betrieb der Brennstoffzelle der Leitung vor der Odorierung entnehmbar. Die
brennstoffseitige Vorrichtung vor der Brennstoffzelle entnimmt entweder auf der
Hochdruck- oder Niederdruckseite der Leitung das Gas vor der Odorierung. Dadurch
vereinfacht sich der Gasreinigungsschritt vor der Brennstoffzelle erheblich. Erfolgte
die Brennstoffentnahme nach der Odorierung, wäre eine aufwändigere Gasaufbereitung
notwendig.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
das Gas zum Betrieb der Brennstoffzelle entweder vor oder nach der Druckreduziervorrichtung
entnehmbar.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind
in der Gasdruckregel- und Messanlage gleichzeitig ein Gleichstrom- und ein Wechselstromnetz
vorgesehen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
die Brennstoffzelle als Nieder-, Mittel- oder Hochtemperatur Brennstoffzelle ausgebildet.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
dargestellt. Es zeigen:
1: eine Vorrichtung zur Vorwärmung eines
Gases in einer Gasdruckregel- und Messanlage gemäß einem Stand der Technik, und
2: eine Vorrichtung zur Vorwärmung eines
Gases in einer Gasdruckregel- und Messanlage gemäß der Erfindung.
1: Eine Vorrichtung des Standes der Technik
weist zur Erwärmung eines in einer Leitung einer Gasdruckregel- und Messanlage unter
hohem Druck stehenden Gas 1 einen Wärmetauscher 2 auf, an den
eine Druckreduziervorrichtung 3 anschließt zu einer weiterführenden Leitung
4. Das Gas wird aus Sicherheitsgründen nach der Druckreduziervorrichtung
3 in der weiterführenden Leitung zu 4 odoriert. Nach der Odorierung
zweigt eine Nebenleitung 7 ab, die Gas aus der weiterführenden Leitung
zu 4 in die Heizvorrichtung 5 für den Wärmetauscher
2 speist. Die Heizvorrichtung 5 erzeugt keine elektrische Energie.
2: Entsprechende Merkmale sind mit den
Bezugszeichen aus 1 bezeichnet. Eine Vorrichtung weist
zur Erwärmung eines in einer Leitung einer Gasdruckregel- und Messanlage unter hohem
Druck stehenden Gas 1 einen Wärmetauscher 2 auf, an den eine Druckreduziervorrichtung
3 anschließt zu einer weiterführenden Leitung 4. Das Gas wird
aus Sicherheitsgründen nach der Druckreduziervorrichtung 3 in der weiterführenden
Leitung zu 4 odoriert. Vor der Odorierung zweigt eine Nebenleitung
7 ab, die Gas aus der weiterführenden Leitung 4 in eine als gasgetriebene
Brennstoffzelle 5 ausgebildete Heizvorrichtung 5 für den Wärmetauscher
2 speist. Die Brennstoffzelle 5 erzeugt elektrische Energie und
gibt gegebenenfalls elektrische Energie in ein Stromnetz 6 ab.