Die Erfindung betrifft eine Pumpenvorrichtung, die von einer Ausgangswelle
eines Motors angetrieben ist, mit einem ersten Exzenterabschnitt, der an einem dem
Motor benachbarten Ende und einem zweiten Exzenterabschnitt, der an einem vom Motor
abgewandten Ende in die Ausgangswelle 4 integriert ist, wobei die ersten und zweiten
Exzenterabschnitte in Bezug auf ihre Exzentrizitäten zueinander phasenversetzt sind,
mit ersten und zweiten, auf die äußeren Umfänge der ersten und zweiten Exzenterabschnitte
gepaßten Lagern und mit ersten und zweiten Pumpen, die erste und zweite Kolben aufweisen,
wobei die ersten und zweiten Kolben an den äußeren Umfängen der ersten und zweiten
Lager anliegen und die ersten und zweiten Pumpen durch die ersten und zweiten Exzenterabschnitte
angetrieben sind.
Eine solche Pumpenvorrichtung findet beispielsweise bei Bremssystemen
von Motorfahrzeugen Verwendung, welche mit einer Antiblockier-Bremssteuerung und
einer Fahrstabilisiersteuerung wie eine Traktionskontrolle oder eine Gier-Raten-Feedback-Steuerung
ausgestattet sind.
Eine solche Pumpenvorrichtung ist beispielsweise aus JP-64-77767 A
oder der korrespondierenden DE 37 27 174
A1 bekannt.
Die bekannte Pumpenvorrichtung enthält exzentrische Wellenabschnitte,
die an der Motorausgangswelle angeordnet sind, und zwar derart, daß sich ein exzentrischer
Teil an der Seite des Endes der angespitzten Ausgangswelle befindet, der andere
hingegen an der Seite des Basisendes der Ausgangswelle. Auf den äußeren Peripherien
der exzentrischen Teile sind Nadellager angeordnet. Kolben sind paarweise so vorgesehen,
daß sie an den äußeren Umfängen der Lager anliegen. Dabei ist hervorzuheben, daß
eine Antiblockier-Bremssteuerung aktiviert ist, sobald bei einer durch den Fahrer
ausgeführten Bremsbetätigung ein Hauptzylinderdruck erzeugt wird.
In der Vergangenheit wurden Bremssysteme vorgeschlagen, bei denen
ein Radzylinderdruck erzeugt wird, auch wenn der Fahrer das Bremspedal nicht niederdrückt,
d.h., wenn kein Hauptzylinderdruck aufgebaut worden ist. Dieser Radzylinderdruck
wird zum Erzielen einer Bremskraft erzeugt, mit der sich eine Fahrstabilisiersteuerung
wie eine Traktionskontrolle oder eine Gierratensteuerung durchführen läßt. Der Aufbau
des Radzylinderdrucks ohne Erzeugung eines Hauptzylinderdrucks erfordert den augenblicklichen
Aufbau oder eine augenblickliche Steigerung des Drucks des Bremsfluides. Die Verwendung
einer Pumpe mit einer ausreichenden Kapazität zur momentanen Erzeugung des Bremsfluiddruckes
führt zu einem vergeudenden Energieverbrauch, da die Kapazität dann zu groß ist
für die Antiblockierbremssteuerung. Ferner ergibt sich dann eine unerwünschte Vergrößerung
des Gewichts, des notwendigen Einbauraums und eine Erhöhung der Herstellungskosten.
Zur Behebung dieser Probleme wurde bereits ein Bremssystem vorgeschlagen,
das eine Haupt- und Hilfspumpen aufweist, die zueinander parallel angeordnet sind.
Die Hauptpumpe besitzt eine Kapazität, wie sie für die Antiblockierbremssteuerung
notwendig ist. Die Hilfspumpe dient zum Zuführen von Bremsfluid zum Einlaß der Hauptpumpe
im Falle einer Fahrstabilisiersteuerung, um eine Pumpenkapazität sicherzustellen,
die ausreicht auch für die Fahrstabilisiersteuerung. Die Verwendung der zitierten
Pumpenvorrichtung für diesen Zweck ist vorteilhaft im Hinblick auf verringerten
Einbauraum, geringes Gewicht und reduzierte Herstellungskosten.
Da jedoch bei der genannten Pumpenvorrichtung die exzentrischen Teile
im wesentlichen gleiche Außendurchmesser besitzen, sind folgende Unzulänglichkeiten
in Kauf zu nehmen:
Jedes Lager ist auf den Außenumfang seines exzentrischen Teils mit einem Preßsitz
aufgebracht. Wenn das für den zweiten exzentrischen Teil an der Basisendseite der
Ausgangswelle bestimmte Lager aufzupressen ist, muß dieses Lager zuerst über den
ersten exzentrischen Teil an der angespitzten Seite der Ausgangswelle hinweggeführt
werden. Dies ist unmöglich, wenn die Motorausgangswelle einstückig mit den exzentrischen
Teile ausgebildet ist, da die exzentrischen Teile im wesentlichen den gleichen Außendurchmesser
besitzen. Deshalb ist es notwendig, einen Schaft oder ein exzentrisches Glied getrennt
von der Motorausgangswelle zu formen, an dem die exzentrischen Abschnitte angeordnet
sind. Dann wird jedes Lager auf das ihm zugeordnete exzentrische Glied vom jeweils
freien Ende her aufgepreßt. Hierzu ist es erforderlich, dann die exzentrischen Teile
und die Motorausgangswelle mittels Verbindungsgliedern zu verbinden. Daraus resultiert
ein komplizierter Aufbau, entsteht eine unnötig große Anzahl von Komponententeilen.
Die Herstellungskosten steigen.
Andererseits läßt sich eine gleichförmige oder feinfühlige Zuführung
des Bremsfluides zur Hauptpumpe nur erzielen, sofern die Hilfspumpe gerade ihren
Druckhub ausführt, wenn die Hauptpumpte gleichzeitig ihren Saughub durchläuft. Im
Falle der Verwendung dieser Pumpenvorrichtung bei einem Bremssystem mit einer Antiblockier-Bremssteuerung
und einer Fahrstabilisier-Steuerung ist es dann erforderlich, die Kolben der Haupt-
und Hilfspumpen mit einer bestimmten Phasenverschiebung anzutreiben. Bei der genannten
Pumpenvorrichtung, bei der die ersten und zweiten exzentrischen
Teile im wesentlichen den gleichen Außendurchmesser haben, ist die Ausbildung der
Formen der ersten und zweiten exzentrischen Teile mit unterschiedlichen Phasen zeitaufwendig.
Auch ist die Integration der ersten und zweiten exzentrischen Teile in die Motorausgangswelle
schwierig durchzuführen. Weiterhin ist die Montage von zwei Lagern auf der Motorausgangswelle
in derselben Richtung schwierig.
Anhand der Zeichnung wird eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
erläutert. Es zeigen:
1 einen Längsschnitt einer Ausführungsform
einer Pumpenvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung; und
2 ein Blockdiagramm zur Verdeutlichung
eines Bremssystems, in dem die Pumpenvorrichtung verwendet ist.
Unter Bezugnahme auf 1 weist eine erfindungsgemäße
Pumpenvorrichtung ein Gehäuse 1 mit einem an einer Seite eingeformten Nockenwellenhohlraum
2 auf. An dieser Seite des Gehäuses 1 ist ein Motor
3 montiert, dessen Ausgangswelle 4 sich in den Nockenwellenhohlraum
2 erstreckt.
Die Ausgangswelle 4 ist integral ausgebildet mit einem Haupt-
oder ersten Exzenter-Abschnitt 5 an der Seite ihres Basisendes, d.h., an
der Seite benachbart zum Motor 3, und mit einem Hilfs- oder zweiten Exzenter-Abschnitt
6 an der Seite ihres angespitzten Endes, d.h., an der dem Motor
3 abgewandte Seite. Der Hilfsexzenterabschnitt 6 besitzt einen
kleineren Durchmesser als der Hauptexzenterabschnitt 5. Zwischen beiden
Exzenterabschnitten 5 und 6 liegt eine Phasenversetzung von beispielsweise
180° vor. Gemäß 1 korrespondiert der Hilfsexzenterabschnitt
6 zumindest teilweise mit einer axialen gedachten Verlängerungslinie der
äußeren Peripherie des Hauptexzenterabschnittes 5.
Ein erstes Lager 7 (Nadellager) ist auf den Hauptexzenterabschnitt
5 der Ausgangswelle 4 mit einem Preßsitz aufgepreßt. Das erste
Lager 7 weist eine äußere periphere Oberfläche auf, welche einen Hauptnocken
8 formt. Auf den Hilfsexzenterabschnitt 6 ist ein zweites Lager
9 (Kugel- oder Wälzlager) in einem Preßsitz aufgepreßt, das eine äußere
periphere Fläche besitzt, die einen Hilfsnocken 10 formt. Im Hinblick auf
die Tatsache, daß der Unterschied zwischen dem äußeren Durchmesser eines inneren
Ringes und dem inneren Durchmesser eines äußeren Ringes bei einem Nadellager wie
dem ersten Lager 7 klein ist, hingegen bei einem Kugel- oder Wälzlager,
wie dem zweiten Lager 9 groß ist, sind die Lager 7,
9 so ausgebildet, daß sie im wesentlichen denselben Außendurchmesser am
Außenring besitzen.
Ein Paar Haupt- oder erste Pumpen 11, 12 mit gleicher
Ausbildung ist so angeordnet, daß die beiden Pumpen sich im Bezug auf den Hauptnocken
8 gegenüberliegen. Jede Hauptpumpe 11, 12 weist einen
Zylinder 13 auf, der in eine Bohrung des Gehäuses 1 eingepreßt
ist. Durch den Zylinder 13 ist ein Saugdurchgang 14 geformt. Im
Zylinder 13 ist ein Kolben 15 verschiebbar angeordnet. Der Kolben
15 wird durch eine Feder 16 permanent auf den Hauptnocken
8 gedrückt. Den Kolben 15 durchsetzt ein Fluidkanal
17, um eine Kommunikation zwischen dem Saugdurchgang 14 und einer
Pumpenkammer 18 herzustellen (wie später erläutert wird). Die Pumpenkammer
18 ist am Grund des Zylinders 13 angeordnet. Ferner sind Saug-
und Auslaßventile 18a, 18b zum Überwachen des Ansaugens und Ausschiebens
eines Bremsfluides in die bzw. aus der Pumpenkammer 18 vorgesehen. Eine
Auslaßkammer 19 dient zur Aufnahme des Bremsfluides, das aus der Pumpenkammer
18 ausgeschoben wird.
Ein Paar Hilfs- oder zweiter Pumpen 20, 21 mit gleichem
Aufbau ist so angeordnet, daß sich die beiden Pumpen 20, 21 bezüglich
des Hilfsnockens 10 gegenüberliegen. Die Hilfspumpen 20,
21 sind in der axialen Richtung der Ausgangswelle 4 des Motors
3 benachbart zu den Hauptpumpen 11, 12 angeordnet. Jede
Hilfspumpe 20, 21 weist einen Zylinder 22 auf, der in
eine Bohrung des Gehäuses 1 eingepreßt ist. Durch den Zylinder
22 ist ein Saugdurchgang 23 geformt. Im Zylinder 22 ist
ein Kolben 24 verschiebbar gepreßt wird. Ein durch den Kolben
24 geformter Fluiddurchgang 26 stellt eine Kommunikation zwischen
dem Saugdurchgang 23 und einer Pumpenkammer 27 her, wie dies später
erläutert werden wird. Die Pumpenkammer 27 ist am Grund des Zylinders
22 angeordnet. Ein Saugventil 27a ist vorgesehen zum Ansaugen
des Bremsfluides in die Pumpenkammer 27. Ferner ist eine Auslaßkammer
28 zum Aufnehmen des aus der Pumpenkammer 27 verdrängten Bremsfluides
vorgesehen. Die Auslaßkammer 28 kommuniziert mit dem Saugdurchgang
14 jeder Hauptpumpe 11, 12 über einen Fluidkanal
29.
Nachfolgend wird die Operation der Pumpenvorrichtung beschrieben.
Die Hauptpumpen 11, 12 und die Hilfspumpen
20, 21 sind jeweils so angeordnet, daß sie paarweise einander
zugewandt sind. Dadurch ist bei einer Drehung der Ausgangswelle 4 des Motors
3 jeweils eine Pumpe eines Paares in ihrem Saughub, während die andere
Pumpe sich im Druckhub befindet. Spezifisch führt in 1
die eine Hauptpumpe 11 in ihren Drucktakt aus, während die andere Hauptpumpe
12 gerade den Saugtakt ausführt. Die Hilfspumpe 20 ist hingegen
in ihrem Saugtakt, während die andere Hilfspumpe 21 gerade ihren Drucktakt
ausführt. Da die Phasen der Haupt- und Hilfsnocken 8, 10 zueinander
um 180° versetzt sind, führt die der Hauptpumpe 11 benachbarte Hilfspumpe
12, die mit der Hauptpumpe 11 kommuniziert, jeweils einen Gegentakt
zum Takt der Hauptpumpe 11 aus. Ähnlich führt die Hilfspumpe
21 einen Gegentakt zum jeweiligen Takt der Hauptpumpe 12 aus.
Auf diese Weise saugen die Hauptpumpen 11, 12 Bremsflüssigkeit
über den Fluidkanal 29 an, das von den Hilfspumpen 20,
21 ausgestoßen wird.
Ein Bremssystem für ein Motorfahrzeug, in welchem die vorerwähnte
Pumpenvorrichtung verwendet wird, weist gemäß 2 ein
Bremspedal BP auf. Beim Niederdrücken des Bremspedals BP wird in einem Hauptzylinder
MC ein Bremsfluiddruck erzeugt, der an die Radzylinder FL, RR eines vorderen linken
und eines hinteren rechten Rades über einen ersten Kanalkreis CH1 übertragen wird,
wie auch zu Radzylindern FR, RL eines vorderen rechten und eines hinteren linken
Rades über einen zweiten Kanalkreis CH2. Das Bremssystem ist so ausgebildet, daß
in den Kanalkreisen CH1, CH2 zwei Bremsfluiddrücke erzeugt werden, wobei diese Kanalkreise
X-förmig verbunden sind. Da die Kanalkreise CH1, CH2 den gleichen Aufbau haben,
wird nur der erste Kanalkreis CH1 beschrieben.
Es ist hervorzuheben, daß in 2 im Kanalkreis
CH1 ein in Normalstellung offenes AUS-Seitenventil 40, ein in Normalstellung
offenes EIN-Ventil 41, ein in Normalstellung geschlossenes AUS-Ventil
42, ein in Normalstellung geschlossenes EIN-Ventil 43, ein vorgesteuertes
Druckbegrenzungsventil 52, Rückschlagventile 54, 57,
59 und ein Dämpfer oder Druckspeicher 56 vorgesehen sind.
Nachfolgend wird der Betrieb des Bremssystems in Verbindung mit seinem
detaillierten Aufbau erläutert.
a) Normale Bremsbetätigung:
Bei einer normalen Bremsbetätigung sind das AUS-Ventil 40,
die EIN-Ventile 41, die Ventile 42 und die EIN-Ventile
43 nicht betätigt, so wie dies in 2 gezeigt
ist. In diesem Status wird beim Niederdrücken des Bremspedals BP erzeugter Bremsfluiddruck
des Hauptzylinders MC übertragen an die Radzylinder FL, RR und zwar durch den ersten
Kanalkreis CH1 über das AUS-Ventil 40, das EIN-Ventil 41, über
Abzweigkreise 45, 46 etc., wodurch eine Bremsung der Räder in
Übereinstimmung mit dem Niederdrücken des Bremspedals BP durchgeführt wird.
b) Antiblockier-Bremssteuerung:
Sobald die Räder blockieren oder beim Bremsen einem Blockierzustand
nahekommen, detektiert eine nicht gezeigte Steuereinheit im Übereinstimmung mit
einer Radgleitrate, ob eine Antiblockier-Bremssteuerung zum Verhindern des Blockierens
der Räder durchzuführen ist, indem die Gleitrate innerhalb eines vorbestimmten Bereiches
gehalten wird. Eine Antiblockier-Bremssteuerung ist eine Steuerung, welche eine
Abnahme, ein Halten oder eine Steigerung des Bremsfluiddruckes sicherstellt, um
das Blockieren der Räder während der Bremsung zu verhindern. Sobald die Gleitrate
eines linken vorderen und rechten hinteren Rades oder die Gleitraten dieser beiden
Räder größer sind als ein erster vorbestimmter Wert, beginnt die Steuereinheit,
den Motor 3 anzutreiben und auch Energie den Ventilen 41,
42 der Zweigkreise 45, 46 zuzuführen, die mit den Radzylindern
FL, RR verbunden sind, um die Räder abzubremsen, die einem Blockierzustand nahekommen,
und zwar um das Ventil 41 zu schließen und das Ventil 42 zu öffnen.
Das Absperren des Ventiles 41 unterbindet eine Zunahme des
Bremsfluiddruckes in den Radzylindern FL, RR aus dem Druck des Hauptzylinders MC.
Andererseits wird das Öffnen des Ventiles 42 zu einer Abnahme des Bremsfluiddruckes
in den Radzylindern FL, RR durch Ablassen von Bremsfluid zu einem Reservoir
44 durch einen Ablaßkreis 47 führen, wodurch die Bremskraft verringert
wird. Im Reservoir 44 gesammeltes Bremsfluid wird die Hauptpumpe
11 in einen Hauptsaugkreis 48 gesaugt und rezirkuliert
dann zu dem ersten Kanalkreis CH1 durch einen Hauptablaßkreis 49. Sobald
durch die Verringerung der Bremskraft die Gleitrate kleiner wird als der erste vorbestimmte
Wert, beendet die Steuereinheit die Zuführung von Energie zum Ventil 42,
so daß dieses selbsttätig seine Absperrstellung einnimmt. Dadurch werden die Bremsfluiddrücke
in den Radzylindern FL, RR aufrechtgehalten.
Falls beim Halten der Bremsfluiddrücke die Gleitrate kleiner wird
als ein zweiter vorbestimmter Wert, unterbricht die Steuereinheit die Strombeaufschlagung
des Ventiles 41. Dann wird unter hohem Druck stehendes Bremsfluid in dem
ersten Kanalkreis CH1 über das offene Ventil 41 zu den Radzylindern FL,
RR geführt, was zu einer erneuten Steigerung der Bremskraft führt.
Wenigstens eine Wiederholung der vorerwähnten Operation gestattet
es, die Gleitrate innerhalb des vorbestimmten Bereiches während des Niederdrückens
des Bremspedals BP zu halten. Dadurch wird eine Antiblockierbremssteuerung erzielt,
die zu einer maximalen Bremskraft bei Verhindern des Blockierens der Räder führt.
Bei einer Antiblockierbremssteuerung wird das EIN-Ventil 43 nicht betätigt,
so daß dieses in seiner Sperrstellung gehalten bleibt. Demzufolge kann die durch
den Motor 3 angetriebene Hilfspumpe 20 kein Bremsfluid ansaugen.
Die Hilfspumpe 20 ist also nicht in der Lage, der Hauptpumpe
11 Bremsfluid zuzuführen.
c) Fahrstabilisiersteuerung:
Beim Ausführen einer Fahrstabilisiersteuerung, z.B. zum Halten einer
höheren Gleitrate der treibenden Räder aufgrund eines raschen Losfahrens und zwecks
Beschleunigung des Fahrzeuges innerhalb eines vorbestimmten Bereiches (Traktionskontrolle),
oder zum Stabilisieren einer kritischen Fahrlage durch die Bremskraft, treibt die
Steuereinheit den Motor 3 und werden auch die Ventile 40,
43 betätigt. Dadurch wird das AUS-Ventil abgesperrt, um den ersten Kanalkreis
CH1 in dieser Position abzusperren, hingegen das EIN-Ventil 43 geöffnet,
um einen Hilfssaugkreis 50 auf Durchgang zu stellen.
Dann saugt die Hilfspumpe 20 Bremsfluid aus einem Reservoirtank
RT über den Hilfssaugkreis 50, um das angesaugte Bremsfluid zu einem Hilfsauslaßkreis
51 zu pumpen, aus dem die Hauptpumpe 11 das Bremsfluid ansaugt
und in den Hauptauslaßkreis 49 pumpt, so daß in den Radzylindern FL, RR
angehobenen Bremsfluiddrükke erzielt werden.
Die jeweilige Betätigung des EIN-Ventiles 41 und des AUS-Ventiles
42 steigert, hält oder verringert den Bremsfluiddruck in den Radzylindern
FL oder RR, um eine gewünschte Bremskraft zu erzeugen, wodurch eine reduzierte Gleitrate
oder eine stabile Fahrlage erzielt werden, letztere mittels eines in dem Fahrzeugkörper
erzeugten Giermoments. Ein Beispiel einer solchen Fahrlagenstabilisiersteuerung
betrifft auftretendes Übersteuern oder Untersteuern des Fahrzeuges. Beim Übersteurn
wird einem drehenden äußeren Vorderrad eine Bremskraft aufgezwungen, um ein Giermoment
in der Untersteuerrichtung zu erzeugen. Bei einem Untersteuern wird hingegen einem
drehenden inneren Vorderrad eine Bremskraft aufgezwungen, um ein Giermoment in der
Übersteuerrichtung zu erzeugen.
Wie vorstehend beschrieben umfaßt die Pumpenvorrichtung die Hilfspumpen
20, 21, die in Reihe auf der Saugseite der Hauptpumpen
11, 12 angeordnet sind. Beim Öffnen des jeweiligen EIN-Ventils
43 wird von den Hilfspumpen 20, 22 abgegebenes Bremsfluid
sofort durch die Hauptpumpen 11, 12 angesaugt. Auf diese Weise
kann ohne im Reservoir 44 gesammeltes Bremsfluid sofort Bremsfluiddruck
in den Kanalkreisen CH1, CH2 aufgebaut werden, was die Steuerung einer Bremskraft
ohne Erzeugung eines Hauptzylinderdruckes zuläßt.
Die Ventile 43, 40, 41, 42 sind
z.B. 2/2-Wege-Schaltventile mit elektromagnetischer Betätigung gegen eine Rückstellfeder.
Sie sind jeweils so ausgelegt, daß sie ohne elektromagnetische Betätigung entweder
in der Absperrstellung oder in der Durchgangsstellung verbleiben.
Die Pumpenvorrichtung führt zu folgenden Effekten.
Da die Haupt- und Hilfsexzenterabschnitte 5, 6 in
die Ausgangswelle 4 des Motors 3 integriert sind, werden keine
von der Ausgangswelle 4 getrennte Exzenterabschnittsglieder und auch kein
Glied zum Verbinden dieser beiden benötigt, was zu einer vereinfachten Struktur
der Vorrichtung führt, da die Anzahl der Komponententeile verringert ist. Dadurch
lassen sich auch Herstellungskosten vermindern.
Weiterhin können, da die Exzenterabschnitte 5,
6 in die Ausgangswelle 4 integriert sind, die Lager
7, 9 auf die exzentrischen Abschnitte 5, 6 wie
folgt in einem Preßsitz aufgebracht werden. Der Hauptexzenterabschnitt
5 ist am Basisende der Ausgangswelle 4 angeordnet und in seinem
Durchmesser größer als der Hilfsexzenterabschnitt 6, der am freiliegenden
oder angespitzten Ende der Ausgangswelle 4 vorgesehen ist. Der Hilfsexzenterabschnitt
6 ist innerhalb der äußeren Peripherie des Hauptexzenterabschnittes
5 vorgesehen. Deshalb kann das Nadellager 7 vom angespitzten Ende
der Ausgangswelle 4 her auf den Hauptexzenterabschnitt 5 gepaßt,
und ohne Probleme über den Hilfsexzenterabschnitt 6 hinweggeführt werden.
Die Tatsache, daß die beiden Lager 7, 9 auf die
Ausgangswelle 4 von deren angespitzten oder freien Ende her aufbringbar
sind, ermöglicht deshalb das Eingliedern der Exzenterabschnitte 5,
6 in die Ausgangswelle 4.
Da bei dem Nadellager 7 eine kleinere Differenz zwischen
dem Außendurch- E messer des inneren Ringes und dem Innendurchmesser des äußeren
Ringes gegeben ist, und dieses Lager als ein Lager dient, das auf den Hauptexzenterabschnitt
5 mit dem größeren Durchmesser gepaßt wird, während das Kugel- oder Wälzlager
9 einen größeren Unterschied zwischen dem äußeren Durchmesser des inneren
Ringes und dem inneren Durchmesser des äußeren Ringes aufweist und als ein Lager
dient, das auf den Hilfsexzenterabschnitt 6 mit kleinerem Durchmesser gepaßt
wird, läßt sich auf einfache Weise im wesentlichen derselbe Außendurchmesser für
beide Lager 7, 9 erzielen. In diesem Fall haben die beiden Kolben
15, 24 jeweils im wesentlichen den gleichen Hubweg, obwohl zwischen
den Außendurchmessern der Exzenterabschnitte 5, 6 eine Differenz
vorliegt. Dies erhöht den Freiheitsgrad bezüglich der Bestimmung des benötigten
Operationsraums der Kolben 15, 24 und der Kapazität der Pumpen
11, 12, 20, 21.
Alternativ könnte anstelle eines Anschlusses des Auslaßkreises
51 stromab des Saugventils 18a der Hauptpumpe 11 der
Auslaßkreis 51 auch stromauf des Saugventils 18a angeschlossen
werden.