HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Erfindung bezieht sich auf eine Drossel nach dem Oberbegriff des
unabhängigen Schutzanspruchs.
Eine Ausgangsdrossel eines Frequenzumrichters begrenzt eine Ableitung
du/dt einer Ausgangsspannung eines Umformers und schützt somit Wicklungen eines
vom Frequenzumrichter speisenden Motors vor Teilentladungen. Außerdem begrenzt die
Ausgangsdrossel Lagerströme, die durch eine von einer impulsförmigen Dreiphasen-Ausgangsspannung
des Umformers gebildete Gleichtaktspannung im Motor verursacht werden. Es ist für
die Funktion der Ausgangsdrossel vorteilhaft, dass ihre Induktivität bei großen
Frequenzen möglichst groß und bei Ausgangsfrequenzen des Umformers möglichst klein
ist, damit kein unnötiger Spannungsrückgang entsteht. Darüber hinaus ist es vorteilhaft,
wenn die Drossel Schwingungen eines Gleichtaktstroms dämpfende Verluste aufweist.
Es ist bekannt, als Ausgangsdrossel des Frequenzumrichters eine mit
einem Eisenkern versehene Ausgangsdrossel ohne Joch zu verwenden. Ein Problem einer
derartigen Ausgangsdrossel ist die Suffizienz der Induktivität in einem Frequenzbereich,
der sich von Dutzenden Kilohertz auf mehrere Megaherz erstreckt. Bei Frequenzen
von der oben erwähnten Größe entsprechen die Eigenschaften einer Drossel mit einem
Eisenkern im Großen und Ganzen den Eigenschaften einer Drossel mit einem Luftkern.
KURZE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drossel bereitzustellen,
mit der das oben erwähnte Problem gelöst werden kann. Die Aufgabe der Erfindung
wird mit einer Drossel gelöst, die im unabhängigen Schutzanspruch beschrieben ist.
Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Schutzansprüche.
Die Erfindung beruht darauf, dass ein in einer Wicklung befindlicher
innerer Kernteil neben einem Eisenkernteil einen Hochfrequenzteil aufweist, der
ein Hochfrequenzmaterial aufweist, dessen Permeabilität bei großen Frequenzen wesentlich
größer als die Permeabilität des Materials des Eisenkernteils ist.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Drossel liegt darin, dass die Drossel
sowohl eine relativ große Induktivität bei großen Frequenzen als auch die Fähigkeit,
ungünstige Schwingungen eines Gleichtaktstroms zu dämpfen, aufweist.
Die erfindungsgemäße Drossel eignet sich zum Beispiel als Ausgangsdrossel
eines Frequenzumrichters und insbesondere als Ausgangsdrossel eines einen Elektromotor
speisenden Frequenzumrichters.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
Die Erfindung wird jetzt im Zusammenhang mit den vorteilhaften Ausführungsformen
unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigen:
1 eine Prinzipzeichnung eines Querschnitts
einer Drossel nach einer Ausführungsform der Erfindung in axialer Richtung gesehen
und
2 die angeschnittene Drossel der
1 von der Seite her gesehen.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
In 1 wird ein in axialer Richtung gesehener
Querschnitt einer Drossel gezeigt, die eine Wicklung 2, ein Kernelement
4 und ein Kühlelement 10 aufweist. Die Wicklung 2 weist
mehrere Windungen auf, die in die Wicklung 2 einen wesentlich rohrförmigen
Gang 6 bestimmen, der sich in axialer Richtung erstreckt. Das Kernelement
4 weist einen sich im erwähnten Gang 6 erstreckenden inneren Kernteil
5 und einen in radialer Richtung außerhalb der Wicklung 2 angebrachten
äußeren Kernteil 7 auf.
Die Drossel der 1 ist eine Einschenkeldrossel.
Mit ihrer axialer Richtung wird hier eine Richtung gemeint, die zu einem im inneren
Kernteil der Drossel in der Praxis entstehenden Magnetfluss im wesentlichen parallel
ist. Mit der radialen Richtung der Drossel wird eine gegen die erwähnte axiale Richtung
senkrechte Richtung gemeint.
Der innere Kernteil 5 weist einen Eisenkernteil
14 und einen Hochfrequenzteil 15 auf. Der Eisenkernteil
14 enthält einen aus einem Transformatorenblech hergestellten Blechkern,
das zwei von Transformatorenblechstreifen aufgestapelte Stapel aufweist, deren Querschnitt
in axialer Richtung gesehen die Form eines rechteckigen Parallelogramms hat. Der
Hochfrequenzteil 15 enthält ein Hochfrequenzmaterial, dessen Permeabilität
bei großen Frequenzen wesentlich größer als die Permeabilität des Materials des
Eisenkernteils 14 ist. Das Hochfrequenzmaterial ist pulverförmig und es
ist in zwei sich in axialer Richtung der Drossel erstreckenden Pulverkanälen
18 angeordnet. Das Hochfrequenzmaterial kann zum Beispiel pulverförmiges
Ferrit oder pulverförmiges Magnesit sein.
Der Eisenkernteil 14 und der Hochfrequenzteil 15
des inneren Kernteils 5 sind so bemessen, dass bei kleinen
Frequenzen, d.h. zum Beispiel im Frequenzbereich von 50 Hz bis 300 Hz, der größte
Teil des in der Wicklung 2 verlaufenden Magnetflusses im Eisenkernteil
14 verläuft, und bei großen Frequenzen, d.h. wenigstens auf Frequenzen
mit Dutzenden Kilohertz, der größte Teil des in der Wicklung 2 verlaufenden
Magnetflusses im Hochfrequenzteil 15 verläuft.
Die Schnittfläche des Hochfrequenzteils 15 ist in der Ausführungsform
der 1 kleiner als die Schnittfläche des Eisenkernteils
14.
Der äußere Kernteil 7 umgibt die Wicklung 2 in radialer
Richtung und weist dasselbe pulverförmige Hochfrequenzmaterial wie der Hochfrequenzteil
15 des inneren Kernteils 5 auf. Ein Gehäuse 16 umgibt
das Hochfrequenzmaterial des äußeren Kernteils 7 und es ist angeordnet,
das pulverförmige Hochfrequenzmaterial um die Wicklung 2 zu halten.
Die magnetischen Eigenschaften des äußeren Kernteils 7 können
durch das im Gehäuse 16 befindliche Pulver bewirkt werden. Das Gehäuse
16 kann also außer aus ferromagnetischem Werkstoff auch aus dia- oder paramagnetischem
Werkstoff bestehen.
Der äußere Kernteil 7 wird vorzugsweise derart angeordnet,
dass der größte Teil des Magnetflusses der Drossel darüber verläuft, wenn die Drossel
verwendet wird.
Der äußere Kernteil reduziert das Übertragen von Störungen auf in
der Nähe liegende Komponenten, wie auf andere Drosseln.
Das in dem in der Wicklung 2 befindlichen, wesentlich rohrförmigen
Gang 6 angebrachte Kühlelement 10 ist angeordnet, die Drossel
zu kühlen. Das Kühlelement 10 erstreckt sich zwischen dem Transformatorenblechstapel
des Eisenkernteils 14 und es umgibt jeden Transformatorenblechstapel in
radialer Richtung von drei Seiten. Das Kühlelement 10 weist auch einen
sich axial erstreckenden Kühlkanal 12 auf, der angeordnet ist, flüssiges
Kühlmittel aufzunehmen. Neben dem Kühlkanal 12 gehen auch die Pulverkanäle
18 axial durch das Kühlelement 10.
Das Kühlelement 10 besteht vorzugsweise aus gut wärmeleitendem
Werkstoff. Außerdem besteht das Kühlelement 10 vorzugsweise aus dia- oder
paramagnetischem Werkstoff, wobei darin nur wenige magnetische Verluste entstehen.
Das Kühlelement 10 kann zum Beispiel aus Aluminium bestehen.
Das flüssige Kühlmittel kann zum Beispiel Wasser sein. Das Kühlsystem
der Drossel kann eine Pumpe aufweisen, mit der man das Kühlmittel in den Kühlkanälen
des Kühlelements zirkulieren lässt.
Im pulverförmigen Hochfrequenzmaterial des inneren Kernteils
5 und des äußeren Kernteils 7 entstehen keine bedeutenden Hysterese-
oder Wirbelstromverluste. Wenn das Kühlelement 10 und das Gehäuse
16 der Drossel der 1 aus irgendeinem anderen
Werkstoff als aus ferromagnetischem Werkstoff bestehen, entstehen bei der Verwendung
der Drossel wärmeerzeugende Verluste vor allem im Eisenkernteil 14 und
in der Wicklung 2.
Weil im pulverförmigen Hochfrequenzmaterial weder Hysterese- noch
Wirbelstromverluste entstehen, kann das Pulver hinsichtlich der Kühlung frei angebracht
werden. Andererseits, weil keine Verluste bestehen, hat das Pulver auch keine die
nachteiligen Schwingungen dämpfende Eigenschaft, die das Eisen wiederum in dem Frequenzbereich
hat, in dem das Eisen noch wirksam ist. Hinsichtlich der Dämpfung der nachteiligen
Schwingungen ist es somit vorteilhaft, dass der innere Kernteil eine gewisse Menge
Eisen und nicht nur pulverförmiges Hochfrequenzmaterial enthält.
Bei der Beurteilung des Kühlbedarfs der Drossel der 1
sollen auch die im Gehäuse 16 entstehenden Verluste beachtet werden. Vorzugsweise
wird das Gehäuse 16 derart geplant, dass darin keine großen Verluste entstehen.
Mit einem passend gewählten Hochfrequenzmaterial kann ein wesentlicher
Teil der Induktivität der Drossel außer bei großen Frequenzen auch bei kleinen Frequenzen,
d. h. Frequenzen, bei denen die Permeabilität von Eisen noch im verwendbaren Bereich
ist, bewirkt werden. Durch das Hochfrequenzmaterial kann also ein gewisser Teil
von Eisen ersetzt werden, wobei die bei der Verwendung der Drossel entstehenden
Verlustwärme abnimmt. Die geringere Verlustwärme verringert die für die Drossel
erforderliche Kühlleistung. Die kleineren Wärmeverluste ermöglichen auch die Verwendung
der Drossel bei größeren Frequenzen als bisher.
Aus dem Schnitt gemäß 2 ist ersichtlich,
dass das Kernelement 4 zwei Endteile 20 aufweist, von denen jeder
sich neben einem entsprechenden axialen Ende der Wicklung 2 so befindet,
dass die Endteile 20 die Wicklung in axialer Richtung umgeben. Die Endteile
20 weisen dasselbe Hochfrequenzmaterial wie der innere Kernteil
5 und der äußere Kernteil 7 auf.
Gemäß 2 schaffen die Endteile
20 eine magnetische Verbindung zwischen dem inneren Kernteil
5 und dem äußeren Kernteil 7 so, dass der Magnetfluss der Wicklung
2 in der Lage ist, sich durch das Hochfrequenzmaterial zu schließen. Das
Hochfrequenzmaterial wird so gewählt und seine Menge wird vorzugsweise so bemessen,
dass sich das Hochfrequenzmaterial nicht sättigt, wenn die Drossel
verwendet wird. Der Kühlkanal 12 geht an seinen beiden axialen Enden durch
das Gehäuse 16 und den Endteil 20. Auf diese Weise wird die Zirkulation
des im Kühlkanal 12 befindlichen Kühlmittels über eine mit der Drossel
verbundene (nicht dargestellte) Kühlanlage ermöglicht.
In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung erstreckt sich
der Eisenkernteil 14 an seinen beiden Enden in axialer Richtung ebenso
weit wie das entsprechende Endteil 20, wobei die Endteile 20 also
den Eisenkernteil 14 nicht in axialer Richtung umgeben.
Oben ist eine einphasige Ausführungsform der Drossel nach der vorliegenden
Erfindung dargestellt. Es ist jedoch klar, dass die erfindungsgemäße Drossel auch
mehrphasig verwirklicht werden kann. Es ist auch klar, dass die erfindungsgemäße
Drossel zum Beispiel eine oder mehrere Joche enthalten kann.
Es ist für einen Fachmann offenbar, dass die Grundidee der Erfindung
auf viele verschiedene Weisen verwirklicht werden kann. Die Erfindung und ihre Ausführungsformen
beschränken sich somit nicht auf die oben beschriebenen Beispiele, sondern sie können
im Rahmen der Schutzansprüche variieren.