Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Borstenherstellung,
insbesondere ein Verfahren, wobei ein spezielles Schneideverfahren zum Schneiden
der Bürstenfasen angewendet wird, sowie eine Vorrichtung zum Schneiden der dabei
verwendeten Bürstenfasern.
Die Erfindung ist besonders für die Anwendung zur Herstellung von
Zahnbürsten bestimmt, aber es ist nicht ausgeschlossen, sie auch für die Herstellung
anderer Arten von Bürsten zu verwenden.
Es ist allgemein bekannt, dass Bürsten durch Bilden von Bürstenkörpern
hergestellt werden, indem man diese Bürstenkörper mit Bürstenfasern versieht und
die eingesetzten Bürstenfasern an ihren freien Enden in einer gleichmäßigen Höhe,
profiliert oder nicht, abschneidet, eventuell kombiniert mit anderen Verfahrensschritten.
Außerdem ist es üblich, ein rotierendes Schneidemesser und ein mit
diesem zusammenarbeitendes festes Schneidemesser zum Abschneiden der Bürstenfasern
zu verwenden, wobei diese Messer profiliert oder unprofiliert sein können.
Die Erfindung zielt auf ein Verfahren zur Bürstenherstellung sowie
eine Vorrichtung zum Schneiden der dabei verwendeten Bürstenfasern ab, wobei ein
spezielles Schneideverfahren angewendet wird, so dass mehrere Vorteile in Bezug
auf den Stand der Technik erzielt werden bzw. mehrere Nachteile der bekannten Ausführungsform
mit einem festen Gegenmesser ausgeschlossen werden können.
Zu diesem Zweck betrifft die Erfindung in erster Linie ein Verfahren
zur Bürstenherstellung, wobei Borstenkörper mit Bürstenfasern versehen werden. Danach
werden diese Bürstenfasern mittels einer Vorrichtung abgeschnitten, die mindestens
ein rotierendes Schneidemesser und ein Gegenmesser enthält, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bürstenfasern dadurch abgeschnitten werden, dass das Schneidemesser sowie
das Gegenmesser eine Rotationsbewegung hauptsächlich entlang ein und derselben Rotationsachse
ausführen.
Da beide Messer eine Rotationsbewegung ausführen, erhält man einen
saubereren Schnitt sowie einen systematischeren Schneideeffekt. Außerdem schafft
die Verwendung eines rotierenden Gegenmessers, gemäß verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen,
neue Schneidemöglichkeiten, die mit einem festen Gegenmesser nur schwer zu verwirklichen
sind.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden das rotierende Schneidemesser
und Gegenmesser mindestens während eines Teils des Schneidezyklus in entgegengesetzter
Rotationsrichtung angetrieben. Auf diese Weise wird selbst bei einer sehr niedrigen
Rotationsgeschwindigkeit des Schneidemessers und des Gegenmessers eine relativ große
gegenseitige Verschiebung zwischen den Schneidkanten beider Messer erzielt, was
in einer höheren Schneidegeschwindigkeit durch das Fasermaterial resultiert, was
wiederum einen feineren Schnitt liefert.
Gemäß einer Möglichkeit wird das rotierende Schneidemesser in einer
Richtung angetrieben, während es kontinuierlich rotiert wird, während das Gegenmesser
in entgegengesetzter Richtung angetrieben wird, während es kontinuierlich rotiert
wird. Diese Möglichkeit bietet den Vorteil, dass die Antriebe relativ einfach ausgeführt
sein können.
Gemäß einer anderen Möglichkeit werden beide Messer in derselben Rotationsrichtung
aber mit einer unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeit angetrieben.
Gemäß einer anderen Möglichkeit wird mindestens eines der beiden Messer,
entweder das Schneidemesser oder das Gegenmesser, mit einer schwingenden Bewegung
angetrieben und rotiert also vor und zurück, während das andere Messer vorzugsweise
in einer kontinuierlich rotierenden Weise angetrieben wird. Insbesondere wird das
Schneidemesser angetrieben, während das Gegenmesser in einer schwingenden Weise
bewegt wird. Diese Möglichkeit lässt es beispielsweise zu, das Gegenmesser in dem
Bereich, in dem sich die Fasern befinden, ausschließlich vor und zurück zu bewegen
so dass dieses Gegenmesser keine unnötige vollständige Rotation ausführen muss.
Gemäß der am meisten bevorzugten Ausführungsform werden das rotierende
Schneidemesser und das Gegenmesser so in Bezug zueinander angetrieben, dass die
nacheinander gebildeten Schnittpunkte bzw. nacheinander gebildeten Schnittlinien
sich gemäß einer rotierenden Bahn bewegen.
Durch Sicherstellen, dass diese Schnittpunkte schnell genug bewegt
werden, wird erreicht, dass praktisch überall auf dem theoretischen zylindrischen
Mantel um das rotierende Schneidemesser herum ein Schneideeffekt erzielt wird, infolgedessen
mehrere Vorteile, die typisch für die Verwendung eines festen Gegenmessers sind,
ausgeschlossen werden können. Einer dieser Vorteile besteht beispielsweise darin,
dass mit einem festen Gegenmesser und folglich mit einer ortsfesten Schnittlinie
die Schneidkanten des rotierenden Schneidemessers zuerst über einen bestimmten Abstand
durch die Bürstenfasern bewegt werden müssen, bevor ein Schnitt ausgeführt wird,
wobei die Bürstenfasern während dieser Bewegung beschädigt werden können.
Gemäß einer praktischen Ausführungsform wird vorzugsweise ein Schneidemesser
mit mehreren Schneidekanten benutzt und/oder werden mehrere Gegenmesser benutzt,
die mit ein und demselben Schneidemesser zusammenarbeiten. So ist es möglich, eine
große Anzahl von Schnitten pro Zeiteinheit auszuführen ohne die Rotationsgeschwindigkeiten
der Messer erhöhen zu müssen.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform des oben beschriebenen Verfahrens
werden die Bürstenfasern mit einem Profil versehen, indem der Abstand zwischen dem
rotierenden Schneidemesser und dem Bürstenkörper der zu schneidenden Bürsten verändert
wird, so dass das Schneidemesser tiefer bzw. weniger tief in das Faserbündel eindringt,
mit oder ohne Kombination mit anderen gegenseitigen Bewegungen. So kann ein Profilmuster
verwirklicht werden, ohne dass dazu unbedingt profilierte Messer notwendig sind,
was jedoch aus praktischen Gründen erforderlich ist, wenn ein festes Gegenmesser
verwendet wird.
Das Vorhergehende schließt jedoch nicht aus, dass auch profilierte
Messer bei Verwendung eines rotierenden Gegenmessers benutzt werden können. Die
kombinierte Verwendung eines rotierenden Gegenmessers, das außerdem noch profiliert
ist, bietet zusätzliche neue Möglichkeiten, wie z. B. die Verwirklichung dreidimensionaler
Profile.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zum Schneiden von
Bürstenfasern des Typs, die mindestens aus einem rotierenden Schneidemesser und
mindestens einem Gegenmesser besteht, wobei das Messer und das Gegenmesser Schneidekanten
haben, die einander abwechselnd passieren, dadurch gekennzeichnet, dass das Gegenmesser
ebenfalls bewegt werden kann und das Gegenmesser angepasst ist, um um dieselbe Rotationsachse
zu rotieren wie das Schneidemesser.
Andere bevorzugte Merkmale des Verfahrens und der Vorrichtung gemäß
der Erfindung sind in der folgenden ausführlichen Beschreibung und in den dazugehörigen
Ansprüchen beschrieben.
Um die Merkmale der Erfindung besser zu veranschaulichen, werden folgende
bevorzugte Ausführungsformen als Beispiel und ohne irgendeinen einschränkenden Charakter
beschrieben, wobei auf die Begleitzeichnungen verwiesen wird, in denen:
1 schematisch eine bekannte Ausführungsform
einer Vorrichtung zum Schneiden von Bürstenfasern mit einem festen Gegenmesser darstellt;
2 und 3
schematisch zwei weitere bekannte Ausführungsformen darstellen;
4 schematisch eine Vorrichtung gemäß
der Erfindung darstellt;
5 eine Variante einer Vorrichtung gemäß
der Erfindung darstellt;
6 die Vorrichtung aus 5
in einer Perspektivansicht darstellt;
7 und 8
schematisch zwei Anwendungen einer Vorrichtung gemäß der Erfindung darstellen;
9 schematisch eine andere Variante darstellt;
10 und 11
Ansichten einer Zahnbürste darstellen, deren Bürstenfasern mittels der Vorrichtung
aus 9 abgeschnitten wurden;
12 und 13
schematisch zwei weitere Anwendungen der Erfindung darstellen.
1 stellt eine bekannte Ausführungsform
einer Vorrichtung 1 zum Schneiden von Bürstenfasern 2 von Bürsten
3 dar, bestehend aus einem Schneidemesser 4, das um eine Achse
rotieren kann, und einem festen Gegenmesser 5. Das Schneidemesser
4 hat mehrere Schneidkanten 6, die abwechselnd mit einer auf dem
Gegenmesser 5 gebildeten Schneidkante 7 zusammenarbeiten.
Es ist klar, dass das Gegenmesser 5 aufgestellt sein muss,
so dass es den Drehkreis der Schneidkanten 6 berührt, während zudem das
Gegenmesser 5 mit der Schneidkante 7 vorzugsweise exzentrisch
in einem Abstand D1 und somit auch in einem Abstand D2 unter dem höchsten Punkt
H positioniert ist. Im Fall eines festen Gegenmessers 5 ist dies notwendig,
um sicherzustellen, dass die abgeschnittenen Bürstenfasern während der Bewegung
der Bürste 3 an der Vorrichtung 1 entlang nicht durch das Gegenmesser
5 behindert werden.
Ein Nachteil dieser bekannten Aufrichtung besteht außerdem darin,
dass die Schneidkanten 6 bis zu einer Tiefe D2 durch die Bürstenfasern
2 rotieren und sozusagen an diesen hacken, so dass die Bürstenfasern
2 beschädigt werden können.
Eine solche Vorrichtung 1 mit einem festen Gegenmesser
5 ist außerdem dadurch nachteilig, dass es fast unmöglich ist, eine profilierte
Form mit einem geraden Gegenmesser 5 zu erhalten. Auch ist dies in der
Praxis nur unter Verwendung eines profilierten Schneidemessers 4 und Gegenmessers
5 möglich, wie es beispielsweise schematisch in 2 und
3 dargestellt ist. Solche profilierten Messer
haben jedoch den Nachteil, dass sie schwierig herzustellen, zu regulieren und zu
schärfen sind. Außerdem ist es schwierig, einen klaren Schnitt zu erhalten, mit
anderen Worten, einen Schnitt, bei dem an den äußeren Enden der geschnittenen Fasern
keine Grate bleiben, die wiederum die Rundung der Faserenden behindern.
Wie oben beschrieben zielt die Erfindung auf eine Vorrichtung
8 ab, die neue Möglichkeiten bietet, wobei unabhängig von der Anwendung
und Ausführungsform die oben beschriebenen Nachteile ausgeschlossen werden können.
Wie schematisch in 4 dargestellt, enthält
eine solche Vorrichtung 8 nicht nur ein rotierendes Schneidemesser
9 sondern auch ein Gegenmesser 10, das bewegt, insbesondere rotiert,
werden kann, wobei das Schneidemesser 9 und das Gegenmesser 10 um dieselbe
Rotationsachse 11 rotieren können.
Das rotierende Schneidemesser 9 kann in einer herkömmlichen
Weise mit mehreren Schneidkanten 12 gebildet sein, in diesem Fall insgesamt
vier, die mit der Schneidkante 13 des festen Gegenmessers 10 zusammenarbeiten.
Es ist jedoch klar, dass Schneidemesser 9 mit einer anderen Anzahl von
Schneidkanten 12 angewendet werden können und dass dieses Schneidemesser
9 im Prinzip auch nur eine Schneidkante 12 haben kann.
In der Ausführungsform in 4 ist nur ein
Gegenmesser 10 bereit gestellt, aber es ist klar, dass gemäß einer Variante
mehrere Gegenmesser 10 verwendet werden können, die mit demselben rotierenden
Schneidemesser 9 zusammenarbeiten, beispielsweise wie in der Ausführungsform
in 5 und 6 dargestellt.
Das Schneidemesser 9 und das Gegenmesser 10 bzw.
die Gegenmesser 10 können auf verschiedene Weisen angetrieben werden, aber
natürlich stets in einer solchen Weise, dass eine gegenseitige Verschiebung zwischen
den Schneidkanten 12 und der Schneidkante 13 bzw. den Schneidkanten
13 stattfindet.
Die Messer 9 und 10 können in einer entgegengesetzten
Rotationsrichtung angetrieben werden, zum Beispiel R1 und R2, wie in 4
und 5 angegeben. Gemäß einer Variante können
sie auch in derselben Rotationsrichtung aber mit einer unterschiedlichen Rotationsgeschwindigkeit
angetrieben werden.
Statt jedes Messer – Schneidemesser 9 bzw. Gegenmesser
10 – stets in derselben Rotationsrichtung anzutreiben, entgegengesetzt
zueinander oder nicht, ist es auch möglich, eines der beiden Messer in einer schwingenden
Bewegung in einer wechselnden Rotationsrichtung anzutreiben. In diesem Fall schwingt
vorzugsweise das Gegenmesser 10, während das Schneidemesser kontinuierlich
rotiert. Dies impliziert, dass, beispielsweise in 4,
das Gegenmesser 10 in einem Winkel A vor und zurück gedreht wird, während
das Schneidemesser 9 stets in derselben Richtung rotiert.
Es ist klar, dass die Rotationsbewegungen durch eine beliebige Art
von Antriebsmitteln erhalten werden können. 6 stellt
schematisch zwei getrennte Antriebselemente 14 und 15 für das
Schneidemesser 9 bzw. das Gegenmesser 10 dar.
Es ist jedoch klar, dass auch ein gemeinsames Antriebselement angewendet
werden kann, wobei das Schneidemesser 9 und das Gegenmesser 10
dann über ein geeignetes Getriebe an dieses Antriebselement gekoppelt sind.
Die Arbeitsweise der Vorrichtung 8 und das daraus sich ergebende
Verfahren zum Abschneiden der Bürstenfasern 2 können leicht aus diesen
Figuren hergeleitet werden. Es ist klar, dass durch Verschieben der Vorrichtung
8 und einer Bürste 3 zueinander und aneinander entlang die Bürstenfasern
2 an den Stellen abgeschnitten werden, wo die Schneidkanten 12
und 13 miteinander zusammenarbeiten. Selbstverständlich wird in der Realität
die gegenseitige Verschiebung automatisch ausgeführt.
7 zeigt, wie ein ebener Schnitt mittels
einer parallelen gegenseitigen Verschiebung zwischen einer Bürste 3 und
der betreffenden Vorrichtung 8 ausgeführt werden kann. In dem angegebenen
Beispiel liegt die Vorrichtung 8 mit ihrer axialen Achse, d. h., der Rotationsachse
11, quer über der Längsrichtung des Faserbündels, bestehend aus zu schneidenden
Bürstenfasern 2. Es ist jedoch klar, dass andere Aufrichtungen möglich
sind.
8 zeigt, dass durch die Verwendung der
vorliegenden Erfindung es auch sehr leicht ist, ein Profil mit einem geraden Gegenmesser
10 oder zumindest einem Gegenmesser 10 zu erhalten, dessen Schneidkante
13 sich auf einem zylindrischen Mantel befindet, d. h., ohne dass ein profiliertes
Gegenmesser erforderlich ist. Das Profil, das in diesem Fall aus einer Vertiefung
16 besteht, wird dabei durch Verschieben der Vorrichtung 8 zur
Bürste 3 hin erhalten, so dass das Schneidemesser 9 bis zu einer
bestimmten Tiefe in das Faserbündel eindringt.
Das Vorhergehende schließt jedoch nicht aus, dass auch in der Vorrichtung
8 der Erfindung ein profiliertes Schneidemesser 9 und ein profiliertes
Gegenmesser 10 verwendet werden können. 9
zeigt ein solches Beispiel, während 10 und
11 eine Bürste 3 darstellen, die
mittels des profilierten Schneidemessers 9 und des profilierten
Gegenmessers 10 von 9 hergestellt ist.
Es ist klar, dass dank der Kombination der oben beschriebenen Bewegungen
und der Verwendung einer Vorrichtung 8 mit profilierten Messern viel mehr
Möglichkeiten zur Ausführung komplizierter Profile in einer zügigen Weise geschaffen
werden.
Um eine profilierte Form auszuführen, ist es auch möglich, das rotierende
Schneidemesser 9 auf einer geraden Bahn entlang der Bürste 3 entweder
in einem Winkel oder bis zu einer bestimmten Stelle zu bewegen. Letztere ist schematisch
in 12 dargestellt, wobei das Schneidemesser
9 einen Radius 5 hat und folglich der Schnittkreis S über eine
gerade Bahn B1 bis zu einer bestimmten Stelle P bewegt wird, um anschließen von
der Bürste 3 weg bewegt zu werden.
Es ist auch möglich, das Schneidemesser 9 auf einer gesteuerten
Bahn, insbesondere einer ungeraden Bahn oder einer unterbrochenen Bahn, an der Bürste
3 entlang zu verschieben, wie es beispielsweise schematisch durch Bahn
B2 in 13 dargestellt ist.
Es ist klar, dass mit allen oben beschriebenen Verschiebungen gegenseitige
Verschiebungen gemeint sind. So können die Bürste 3 wie auch die Vorrichtung
8 oder beide bewegt werden, um die erforderliche gegenseitige Verschiebung
auszuführen. Die Mittel für die Ausführung dieser Verschiebung können von verschiedener
Art sein, aber sie bestehen im Wesentlichen aus angetriebenen Bewegungsmechanismen,
um entweder das Schneidemesser, die Bürsten oder beide zu verschieben.
Die vorliegende Erfindung ist keinesfalls auf die zuvor beschriebenen
und in den Figuren dargestellten Ausführungsformen beschränkt, ganz im Gegenteil,
kann ein solches Verfahren zur Herstellung von Bürsten und die dabei verwendete
Vorrichtung zum Schneiden von Bürstenfasern in den verschiedensten Varianten ausgeführt
sein ohne den Rahmen der Erfindung zu überschreiten.