Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trocknen von Zuckerwürfeln
gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1. Eine solche Vorrichtung ist aus der
DE-C-924 860 bekannt.
Bei der Herstellung von Zuckerwürfeln wird eine Mischung aus Zucker
und Wasser in einer Presse zu der gewünschten Form, der gewünschten Größe und dem
gewünschten Gewicht gepresst. Üblicherweise beträgt der Wassergehalt ungefähr 1,2%,
wobei dies durch Trocknen in einer Trocknungsvorrichtung auf ungefähr 0,4% reduziert
wird. Während des Trocknens erreichen die Würfel nicht nur den gewünschten End-Feuchtigkeitsgehalt,
sondern auch die gewünschte Härte, so dass sie in Kartons verpackt werden können.
Bekannte Trocknungsvorrichtungen sind Heißluft- oder Infrarot-Trocknungsvorrichtungen.
Solche Vorrichtungen haben oft einen hohen Energieverbrauch und große Abmessungen;
Trocknungsbahnen von 40 Metern sind keine Ausnahme. Wenn bei einer solchen bekannten
Trocknungsvorrichtung ein Ausfall auftritt, kühlt sie nur langsam ab, nachdem die
Trocknungsvorrichtung deaktiviert wurde. Das führt nicht nur zu Problemen wie der
Karamelisierung oder Verfärbung der Zuckerwürfel, sondern auch dazu, dass es länger
dauert, bevor die Störung behoben werden kann.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Trocknen von
Zuckerwürfeln mit niedrigerem Energieverbrauch zur Verfügung zu stellen, wobei die
Vorrichtung auch kompakter ist und wobei außerdem nach der Deaktivierung ein rascheres
Abkühlen der Vorrichtung durchgeführt werden kann.
Zu diesem Zweck stellt die Erfindung eine Vorrichtung zum Trocknen
von Zuckerwürfeln zur Verfügung, die eine Heizvorrichtung zum Erwärmen und Entfeuchten
der Zuckerwürfel, eine Konditionierungsvorrichtung zum Abkühlen und eventuell zum
weiteren Entfeuchten der Zuckerwürfel sowie eine Fördervorrichtung zum Fördern der
Zuckerwürfel durch die Heizvorrichtung und die Konditionierungsvorrichtung aufweist,
wobei die Heizvorrichtung einen Mehrmoden-Mikrowellenhohlraum und mehrere Mikrowellenköpfe
umfasst, die durch ihren eigenen Wellenleiter mit dem Mikrowellenhohlraum verbunden
sind. Da das Trocknen der Zuckerwürfel durch Mikrowellenenergie erfolgt, die von
den Mikrowellenköpfen erzeugt wird, findet im Vergleich zu den bekannten Trocknungsvorrichtungen
ein gleichmäßiges Erwärmen des gesamten Zuckerwürfels statt, wobei die meiste Feuchtigkeit
aus dem Zuckerwürfel freigesetzt wird, was zwischen 30% und 50% Energie einspart.
Zusätzlich kann die Länge des Trocknungswegs auf ungefähr 15% im Vergleich zu Heißluft-
und Infrarottrocknung verkürzt werden. Insbesondere deshalb, weil der Mikrowellenhohlraum
ein Mehrmoden-Mikrowellenhohlraum ist, d. h., dass eine Vielzahl von Mikrowellenköpfen
vorgesehen ist, z. B. bis zu 30 oder mehr, ist es möglich, die erzeugte Energie
optimal auf die Zuckerwürfel in dem Mikrowellenhohlraum einzustellen. Ein weiterer
Vorteil des Mehrmoden-Mikrowellenhohlraums besteht darin, dass die Verteilung der
Feldstärke über die Breite und Länge des Hohlraums sehr gleichmäßig sein kann, so
dass daher alle Würfel dieselbe Menge an Energie erhalten, was dazu führt, dass
alle Würfel am Ende des Mikrowellenhohlraums die gleiche Temperatur und den gleichen
Feuchtigkeitsgehalt haben.
Wenn jeder Wellenleiter an dem Ort des Mikrowellenhohlraums mit Nuten
zum Koppeln von Mikrowellenenergie in dem Mikrowellenhohlraum versehen ist, kann
aufgrund der Größe, des Winkels der Schrägen und der Position der Nuten zueinander
die Feldstärke in dem Mikrowellenhohlraum optimal verteilt werden.
Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung hat jeder
Mikrowellenkopf eine bestimmte Kapazität, so dass die Feldstärke in dem Mikrowellenhohlraum
entsprechend variiert werden kann.
Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung umfasst
einen Sensor zum Erfassen der Zahl der Reihen von Zuckerwürfeln, die von der Fördervorrichtung
in den Mikrowellenhohlraum gefördert werden, einen Feldstärkenmesser zum Messen
der Feldstärke in dem Mikrowellenhohlraum und einen Geschwindigkeitsmesser zum Messen
der Fördergeschwindigkeit der Zuckerwürfel, wodurch eine genaue Einstellung und
Steuerung des Trocknungsprozesses erzielt wird: Ein in dem Mikrowellenhohlraum angeordneter
Feuchtigkeitssensor kann diese Steuerung weiter verbessern.
Einige Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Vorrichtung werden
besipielartig auf der Grundlage der Zeichnungen beschrieben, in denen:
1 eine schematische Seitenansicht einer
Vorrichtung zum Herstellen und Trocknen von Zuckerwürfeln zeigt;
2 eine schematische Seitenansicht der
erfindungsgemäßen Heizvorrichtung zeigt, und
3 eine schematische Draufsicht der in
2 gezeigten Heizvorrichtung zeigt.
In 1 ist eine Vorrichtung zum Herstellen
und Trocknen von Zuckerwürfeln schematisch in Seitenansicht gezeigt, wobei diese
Vorrichtung einen üblichen Bahnaufbau aufweist. Zucker und Wasser werden auf die
übliche Art einer Presse 1 zugeführt, in der der Zucker und das Wasser
gemischt werden und in der die Zuckerwürfel zu der richtigen Form,
der richtigen Größe und dem richtigen Gewicht gepresst werden. Aus der Presse werden
die Zuckerwürfel durch eine Fördervorrichtung 2 zu der Heizvorrichtung
3 gefördert.
Die Heizvorrichtung 3 umfasst einen Mehrmoden-Mikrowellenhohlraum
19 (2) und eine Vielzahl von Mikrowellenköpfen
10 (3). Die Fördervorrichtung 2 fördert
die feuchten Zuckerwürfel 13 durch den Mikrowellenhohlraum 19,
wo die Zuckerwürfel 13 durch Mikrowellenenergie auf eine Temperatur von
ungefähr 75°C erwärmt werden und der größte Teil der Feuchtigkeit aus den Zuckerwürfeln
13 freigesetzt wird. Dadurch erhalten die Zuckerwürfel 13 genug
latente Energie, um in einer Konditionierungsvorrichtung 4 (1)
den gewünschten End-Feuchtigkeitsgehalt zu erhalten. Nachdem die Zuckerwürfel durch
die Konditionierungsvorrichtung 4 gefördert wurden, werden sie durch die
Fördervorrichtung 2 zu einer üblichen Verpackungsvorrichtung
5 gefördert, wo die Zuckerwürfel in Kartons o.Ä. verpackt werden. Die Presse
1, die Fördervorrichtung 2 und die Verpackungsvorrichtung
5 werden auf bekannte Art elektrisch angetrieben, wobei die Antriebe aneinander
angepasst sind.
Damit so wenig Mikrowellenenergie wie möglich in dem Mikrowellenhohlraum
verloren geht, ist die Fördervorrichtung 2 vorzugsweise ein Förderband,
das aus synthetischem Material hergestellt ist, dessen dielektrische Eigenschaften
so sind, dass das Förderband so wenig Energie verbraucht wie möglich.
Die Heizvorrichtung 3 umfasst eine Vielzahl von Mikrowellenköpfen
10, die durch ihren eigenen Wellenleiter 17 mit dem Mikrowellenhohlraum
verbunden sind (3). Bei der in den Zeichnungen dargestellten
Ausführungsform sind die Wellenleiter horizontal und quer zu der Förderrichtung
angeordnet, wobei die Mikrowellenköpfe an den Enden der Wellenleiter angeordnet
sind. Alternativ können die Mikrowellenköpfe direkt unter dem Strom der Zuckerwürfel
platziert sein, wobei die Mikrowellenköpfe durch vertikale Wellenleiter mit dem
Mikrowellenhohlraum verbunden sind. Diese letztgenannte alternative Ausführungsform
bietet eine kompaktere Konstruktionsform und eine gute Erwärmung der Zuckerwürfel,
die fast unabhängig von der Höhe der Zuckerwürfel ist. Außerdem ist bei der in den
Zeichnungen dargestellten beispielartigen Ausführungsform die Anzahl der Mikrowellenköpfe
fünf, obwohl in der Praxis bis zu dreißig oder mehr Köpfe verwendet werden können.
Die Mikrowellenköpfe sind beispielsweise Industrie-Standard-Köpfe mit einer Kapazität
von z. B. 1,2 kW.
Jeder Wellenleiter 17 ist an dem Ort des Mikrowellenhohlraums
mit Nuten 18 versehen, um die Mikrowellenenergie in dem Mikrowellenhohlraum
zu koppeln. Die Größe der Nuten 18, ihre Position und Positionierung zueinander
kann so gewählt werden, dass eine gewünschte Feldstärkenverteilung in dem Mikrowellenhohlraum
erzielt wird. Außerdem hat jeder Mikrowellenkopf eine bestimmte Kapazität oder eine
unabhängige Kapazitätseinstellung, um die Feldstärke weiter zu verteilen, wie gewünscht.
Da die Mikrowellenköpfe unabhängig einstellbar sind, wird die Wirkung
der erfindungsgemäßen Trocknungsvorrichtung im Vergleich zu den bekannten Vorrichtungen
verbessert, insbesondere in Start- und Stoppsituationen. Wenn die erfindungsgemäße
Vorrichtung gestartet wird, wird der Mikrowellenhohlraum langsam mit Zuckerwürfeln
gefüllt. Um einen gleichmäßigen Trocknungsvorgang zu erzielen, werden dementsprechend
mehrere Mikrowellenköpfe beim Starten eingeschaltet, oder mehr Kapazität wird von
den Mikrowellenköpfen erzeugt. Eine Einstellung dieser Art kann von dem Sensor
12 bei einer bekannten Fördergeschwindigkeit gesteuert werden. Bei einer
Stoppsituation, z. B. wenn ein Ausfall auftritt, kann die Energiezufuhr zu den Mikrowellenköpfen
sofort abgeschaltet werden, was dazu fährt, dass auch keine Erwärmung stattfindet.
Der Mikrowellenhohlraum kühlt dann sofort ab. Probleme wie Karamelisierung oder
Verfärbung treten daher nicht auf, und Reparaturen können rasch ausgeführt werden.
In dem Mikrowellenhohlraum 19 sind Mittel vorgesehen, z.
B. ein oder mehrere Ventilatoren 14, um Luft aus dem Mikrowellenhohlraum
abzuziehen, die Feuchtigkeit aufweist, die bereits aus den Zuckerwürfeln
13 ausgetreten ist. Um die Luftzirkulation zu verbessern, ist das Förderband
mit Luftdurchlassöffnungen versehen.
Ein Sensor 12 erfasst die Zahl der Reihen von Zuckerwürfeln,
die von dem Förderband 2 in den Mikrowellenhohlraum gefördert werden, ein
Feldstärkenmesser 16 misst die Feldstärke in dem Mikrowellenhohlraum
19, und zusammen mit der Geschwindigkeit des Förderbands 2, die
von dem Geschwindigkeitsmesser gemessen wird, werden die Mikrowellenköpfe ein- oder
ausgeschaltet, um eine Feldstärkenverteilung zu erreichen, die unter den erfassten
Umständen wünschenswert ist. Der Vorteil eines Mehrmoden-Mikrowellenhohlraums, der
eine solche Einstellung aufweist, im Vergleich zur Verwendung einer großen Mikrowellenquelle
liegt darin, dass eine genaue Steuerung des Trocknungsvorgangs erzielt wird. Eine
weitere Verbesserung der Steuerung des Trocknungsvorgangs kann erzielt werden, indem
der Mikrowellenhohlraum einen Feuchtigkeitssensor aufweist.
Ein weiterer Vorteil eines Mehrmoden-Mikrowellenhohlraums liegt darin,
dass eine gleichmäßige Verteilung der Feldstärke über die Breite
und Länge des Mikrowellenhohlraums stattfindet, was dazu führt, dass allen Zuckerwürfeln
die gleiche Menge an Energie zugeführt wird, so dass am Ende des Mikrowellenhohlraums
alle Zuckerwürfel die gleiche Temperatur und den gleichen Feuchtigkeitsgehalt haben.
Das führt dazu, dass alle Zuckerwürfel schließlich den gleichen Restfeuchtigkeitsgehalt
und die gleiche Härte haben, was wichtig für das Verpacken und weitere Lagern der
Zuckerwürfel ist.
Um ein Entweichen von unerwünschter Mikrowellenergie aus der Heizvorrichtung
3 zu verhindern, ist diese mit Schutzvorrichtungen 15 versehen.
Nachdem die Zuckerwürfel den Mikrowellenhohlraum durchlaufen haben,
werden sie von dem Förderband zu der und durch die Konditionierungsvorrichtung gefördert,
wo die Zuckerwürfel durch Kühlmittel zum Erzeugen einer Luftzirkulation gekühlt
werden. Außerdem sichert diese Luft das Abführen der Feuchtigkeit, die aus den Zuckerwürfeln
austreten kann. So erhalten die Zuckerwürfel den gewünschten End-Feuchtigkeitsgehalt
und die gewünschte Härte.
Wenn die Mikrowellenköpfe durch Luft gekühlt werden, wird diese Luft
erwärmt. Diese erwärmte Luft kann durch Röhren in den Mikrowellenhohlraum der Heizvorrichtung
geleitet werden. Die Wärmeenergie dieser Luft wird anschließend für ein zusätzliches
Erwärmen der Zuckerwürfel verwendet, wobei diese erwärmte Luft auch Feuchtigkeit
abführt, die in dem Mikrowellenhohlraum freigesetzt wird, und eine Kondensation
in dem Mikrowellenhohlraum verhindert.
Mit der erfindungsgemäßen Trocknungsvorrichtung wird ein Trocknungsvorgang
erzielt, der 85% schneller im Vergleich zu bekannten Trocknungsvorrichtungen ist,
bei einer Energieeinsparung von 30 bis 50%. Außerdem wird die Bodenfläche, die die
Vorrichtung benötigt, deutlich reduziert.