| Dokumentenidentifikation |
DE69917793T2 18.08.2005 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001117845 |
| Titel |
VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG EINER METALLMASSE, METALLURGISCHES PRODUKT UND DESSEN VERWENDUNG |
| Anmelder |
Uddeholm Technology AB, Hagfors, SE |
| Erfinder |
GÖRNERUP, M rten, S-114 24 Stockholm, SE |
| Vertreter |
Müller Schupfner, 80336 München |
| DE-Aktenzeichen |
69917793 |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE |
| Sprache des Dokument |
EN |
| EP-Anmeldetag |
19.07.1999 |
| EP-Aktenzeichen |
999419328 |
| WO-Anmeldetag |
19.07.1999 |
| PCT-Aktenzeichen |
PCT/SE99/01290 |
| WO-Veröffentlichungsnummer |
0000014287 |
| WO-Veröffentlichungsdatum |
16.03.2000 |
| EP-Offenlegungsdatum |
25.07.2001 |
| EP date of grant |
02.06.2004 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
18.08.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C21C 5/52
|
| IPC-Nebenklasse |
C21C 5/54
|
| Beschreibung[de] |
|
Technisches Gebiet
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung
einer Metallschmelzenmasse, vorzugsweise einer Stahlschmelze in einem Elektroofen,
welche die Bildung einer obenauf schwimmenden schäumenden Schlacke bei einer Temperatur
von 1400–1800°C und die Zuführung von Sauerstoff in Form von gasförmigem
Sauerstoff und/oder anderen Sauerstoffträgern, z.B. Metalloxiden, zu der Metallschmelze
umfasst, um zur Wärmeerzeugung das in der Schmelze vorhandene Silizium zumindest
zum Teil zu oxidieren und den in der Schmelze vorhandenen Kohlenstoff zur Wärmeerzeugung
zumindest zum Teil zu oxidieren und um Gas in Form von CO und/oder CO2
zu erzeugen, das zum Aufschäumen der Schlacke beiträgt, wodurch die Zufuhr von Sauerstoff
zur Schmelze auch die Oxidierung von anderen metallischen Elementen außer Silizium
in der Schmelze herbeiführt, die in dieser Beschreibung ganz allgemein als Edelmetallelemente
bezeichnet werden, die in die Schlacke eingehen und durch Zusatz von Reduziermitteln
zu der obenauf schwimmenden Schlacke darin reduziert werden, so dass diese Elemente
in einem beträchtlichen Umfang wieder in die Schmelze rückgewonnen werden.
Die Erfindung bezieht sich ebenso auf ein hüttentechnisches Produkt,
das als Dotiermittel bei der Herstellung einer Metallschmelze, vorzugsweise einer
Stahlschmelze, in einem Elektroofen verwendbar ist, um günstige Bedingungen für
die Reduzierung oxidierter Edelmetallelemente zu schaffen, die sich in der obenauf
schwimmenden Ofenschlacke angesammelt haben, wobei das hüttentechnische Produkt
selbst an dem Reduziervorgang beteiligt ist und dabei zur Aufschäumung der obenauf
schwimmenden Schlacke beiträgt und/oder diese aufrechterhält und auch einen Metallüberschuss
in die Schmelze einbringt. Die Erfindung bezieht sich außerdem auf die Verwendung
eines solchen metallischen Produkts.
Stand der Technik
Bei den meisten Elektroöfen handelt es sich um ausgesprochene Schmelzanlagen,
und es wird immer noch nach neuen Mitteln gesucht, um eine höhere Energiezufuhr
zu erzielen, um so die Zeiträume zwischen zwei Abstichen zu verkürzen. Die Wärmebelastung
der Ofenwandungen und des Ofengewölbes während der Raffinierzeit setzt jedoch Grenzen
bei der größtmöglichen Wirkung, die während dieser Phase aufgebracht werden kann.
Durch Verwendung einer Aufschäum-Schlacke kann die von den Lichtbögen ausgehende
Strahlung abgeschirmt werden, was eine verringerte Wärmebelastung der Umgebung herbeiführt.
Weitere günstige Auswirkungen sind stabilere Lichtbögen und eine bessere Wärmeübertragung
in die Schmelze. Zur Praxis bei schaumiger Schlacke gehört entsprechend den bekannten
Arbeitstechniken die Einspritzung von Sauerstoff sowie Kohlenstoff und/oder Kohlenstoffträgern.
Sauerstoff wird in den Stahl zur Bildung von Oxiden eingespritzt, die dann in die
Schlacke übertragen werden, wo sie durch den in die Schlacke eingebrachten Kohlenstoff
reduziert werden sollen. CO/CO2 (g) bildet sich während der Reduzierphase
in der Schlacke und die Emulsion aus Gas und Schlacke bildet einen Schaum.
Die Aufschäumung von Schlacke ganz allgemein und insbesondere in Elektroöfen
wurde sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Anwendung untersucht und
war viele Jahre lang in der modernen Stahlherstellung in Elektroöfen eine gut eingeführte
Arbeitstechnik. Hier können die folgenden Literaturquellen genannt werden:
- Cooper, C.F. und Kitchener, J.A.; The foaming of molten silicates, J. Iron and
Steel Inst., Jahrg. 193, S. 48–55, 1959.
- Hara, S., Ikuta, M., Kitamura, M. und Ogino, M.: Foaming of molten slags containing
iron oxide, Tetsu-to-Hagane, Jahrg. 69, S. 1152–1159, 1983.
- Ito, K. und Fruehan, R.J.; Slag foaming in electric furnace steelmaking, Trans.
Of the ISS (I&SM), Aug., S. 55–60, 1989.
- Jian, R. und Fruehan, R. J.; Slag foaming in bath smelting, Met. Trans. B.,
Band 22B, S. 481–489, 1991.
- Zamalloa, M., Warczok, A. und Utigård, T.; Slag foaming during gas injection,
Electric Arc Furnace Proc., Jahrg. 49, Toronto, Kanada, S. 197–204, 1991.
- Masucci, P.; Process for using foamed slag in stainless steel production, US-Patentschrift
Nr. 5,395,420, 1995.
Auch wenn die Verschäumung der Schlacke zu einer gut eingeführten
Arbeitstechnik wurde und in großem Umfang bei der Stahlherstellung im Elektroofen
eingesetzt wird, so ist sie zumindest bei Berücksichtigung der Herstellung von hochlegierten
Stählen wie Edelstählen immer noch mit einer Reihe von Problemen verknüpft, die
bisher noch nicht in zufrieden stellender Weise gelöst wurden. Eines dieser Probleme
hat mit der tatsächlichen Bildung und Aufrechterhaltung einer aktiven Schaummenge
zu tun, wofür die Zufuhr von Kohlenstoff in großen Mengen vorausgesetzt wird, wobei
allerdings große Teile des Kohlenstoffs überhaupt nicht an den Aufschäumungs- oder
Reduktionsprozessen beteiligt sind, sondern vielmehr mit der Schlacke und den Abgasen
wieder verschwinden. Ein weiteres Problem bezieht sich auf die Reaktionen zur Reduktion
bei der sich verschäumenden Schlacke, die im Allgemeinen langsam ablaufen, da die
Stellen für die Zellbildung nur in geringer Zahl vorhanden sind. Mit Sicherheit
spritzt die Metallschmelze zu einem gewissen Grad in die Schlacke
hinauf, doch genügt dies nicht für die Bildung von Stellen für die Schaumbildung
in dem Maße, in dem dies erforderlich ist, um die gewünschte Reduktionsrate zu erzielen.
Um unannehmbar lange Zeiten zwischen den einzelnen Abstichen zu vermeiden, ist es
deshalb üblich, dass die Schmelze schon abgestochen wird, noch ehe Edelmetalle imgewünschten
Maß zurückreduziert wurde, was einen Verlust an Edelmetallen impliziert und Probleme
beim Umgang mit der zurückbleibenden Schlacke beinhaltet. Um den Reduktionsvorgang
zu beschleunigen, wurde deshalb angeregt, die Schlacke mit feinkörnigen Eisenträgern
wie zum Beispiel Filterstaub oder einem anderen hüttentechnischen Staub, mit Erzkonzentrat,
Eisenkarbid, Walzzunder, getrocknetem hüttentechnischem Schlamm, Eisenpulver und
Splittern von Masseleisen mit niedrigem Phosphorgehalt oder auch NiO zu versetzen,
wie dies in den nachfolgenden Vorveröffentlichungen beschrieben wird:
- Fudala, B: Process for recycling the Filter dust in an electric arc furnace
for producing steel, US-Patentschrift Nr. 5,493,580, 1996.
- Frits et al.: Process for producing an iron melt, US-Patentschrift Nr. 5,611,838,
1997.
- Görnerup, M.: Studies of Slag Metallurgy in Stainless Steelmaking, Promotionsarbeit,
Abt. Metallurgische Prozesse, Fakultät für Metallurgie, KTH, S-10044 Stockholm,
Schweden, 1997.
In den vorstehend genannten Vorveröffentlichungen wurde berichtet,
dass die Geschwindigkeit, mit der die Reduktion in der Schlacke abläuft, durch den
Zusatz von Materialien der vorstehend genannten Art deutlich erhöht wird. Doch bleiben
immer noch gewisse Probleme bestehen. Eines davon hat mit den physikalischen Eigenschaften
der zugesetzten Reduktions- und/oder Dotiermittel zu tun, welche die Ursache dafür
sein können, dass ein großer Teil dieser Mittel verschwindet, noch ehe sie mit den
Oxiden in der Schlacke umgesetzt wurden. Dies impliziert Kosten für das verlorene
Material, doch noch problematischer ist der Aspekt, dass sich eine gute Reproduzierbarkeit
der Ergebnisse bei diesem Prozess nur mit Schwierigkeiten erreichen lässt. Der Zusatz
von elementarem Kohlenstoff in Pulverform stellt immer noch ein Problem dar, da
ein großer Teil des Materials beim Zusetzen verloren geht, wodurch die Reproduzierbarkeit
des Prozesses geringer wird. Masseleisen in Form von Splittern, das ebenfalls vorgeschlagen
wurde und das als Restprodukt aus Spritzern, Graten, etc. und bei der Bearbeitung
von Masseleisen gebildet werden kann, ist normalerweise verunreinigt und eignet
sich aus diesem Grund nicht als Dotiermittel. Außerdem ist es vom physikalischen
Standpunkt aus nicht angemessen, beispielsweise Walzzunder und ähnliche Produktformen
zu verwenden, bei denen die Teilchen ein hohes Verhältnis zwischen Fläche und Volumen
aufweisen.
Beschreibung der Erfindung
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den vorstehend
dargestellten Problemkomplex anzugreifen und das Verfahren zur Herstellung einer
Schmelze in einem Elektroofen zu verbessern, das eingangs in dieser Patentanmeldung
beschrieben wurde. Ein kennzeichnendes Merkmal der Erfindung besteht darin, dass
zumindest während einer Phase des Herstellungsprozesses ein Dotiermittel in Form
eines teilchenförmigen granulierten Produkts der obenauf schwimmenden Schlacke mit
dem Ziel zugesetzt wird, die Bedingungen für die Reduktion der oxidierten Edelmetallelemente
zu verbessern, die in der Schlacke vorhanden sind und auch an dem Reduktionsprozess
beteiligt sind, zur Aufschäumung der Schlacke beitragen und/oder diese aufrechterhalten,
sowie auch einen Metallzusatz zu der Schmelze darstellen, wobei das Dotiermittel
die nachfolgenden Voraussetzungen erfüllt, und zwar:
- a) dass es eine chemische Zusammensetzung aufweist, die 0–5 % Si, 2–7
% C, 0–3 % Mn enthält, während den Rest im Wesentlichen nur Eisen und Verunreinigungen
bilden, die normalerweise in Masseleisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder einem anderen Reduktionsprozess hergestellt wird;
- b) dass es einen Schmelzpunkt von unter 1350°C aufweist, und
- c) dass es aus im Wesentlichen homogenen Teilchen mit im Wesentlichen runder
oder ovaler Form besteht, die man durch Granulieren einer Schmelze mit der vorgenannten
Zusammensetzung erhalten kann, wozu auch die Auftrennung eines Stroms der Schmelze
in Tröpfchen gehört, die dann zur Bildung eines Granulats in einem Wasserbad gekühlt
werden.
Zur Herstellung des Granulats kann ein spezielles Verfahren herangezogen
werden, dessen allgemeine Grundsätze in der US-Patentschrift 3,888,956 beschrieben
werden. Nach diesem bekannten Verfahren kann ein Granulat aus Roheisen hergestellt
werden, bei dem mindestens 90 Gew.-% des Granulats aus Teilchen bestehen, deren
Formen sich von im Wesentlichen runden oder ovalen Scheibchen bis zu Tropfen und
Kügelchen variieren können, während die Größen im Bereich von 1 mm bis zu 25 mm
variieren, gemessen über die größte Dimension der Körnchen. Das Granulat kann in
dieser Form als das vorstehend genannte erfindungsgemäße Dotiermittel verwendet
werden. Die größten Teilchen sinken jedoch recht rasch durch die Schlacke ab und
gehen in die Schmelze ein, ehe sie die Möglichkeit hatten, sich in erheblichem Ausmaß
an den Reduktionsvorgängen zu beteiligen. Dies kann in vielen Fällen hingenommen
werden, da das Granulat auch einen großen Anteil von Teilchen enthält, die nach
ihrer Form und Größe zur Verwendung als Dotiermittel gemäß der Erfindung geeignet
sind. Da diese größeren Teilchen die Schmelze erreichen, ehe sie
in erheblichem Umfang mit der Schlacke reagieren, werden sie in die Schmelze aufgenommen
und machen sich dort durch ihren Eisengehalt und auch deswegen nützlich, weil Kohlenstoff
und Silizium mit dem zugeführten Sauerstoff reagieren, um Kohlenoxid und/oder Kohlendioxid
bzw. Siliziumdioxid in einer exothermen Reaktion zu bilden.
Mit dem Dotiermittel, das in Form eines Granulats verwendet wird,
sind jedoch Nachteile verbunden, da das Granulat neben den Teilchen mit einer für
ein Dotiermittel wünschenswerten Größe sogar größere Granulatteilchen als jene enthalten,
die bei der Aufgabe eines Dotiermittels in dem Granulat erwünscht ist. Diese größeren
Teilchen können anscheinend die Bildung eines Schaums behindern, die aufschäumende
Schlacke kühlen und auch die Schmelze mit Eisen verdünnen, was in manchen Fällen
unerwünscht ist, zum Beispiel bei der Produktion von hochlegierten Edelstählen.
Deshalb kann es zumindest in bestimmen Fällen günstig sein, ein granuliertes Produkt
der Schlacke als Dotiermittel zu verwenden, das zu mindestens 80 Gew.-% aus Teilchen
besteht, deren Größe zwischen 0,5 und 8 mm variiert, gemessen über die größte Abmessung
der Teilchen. Je runder die Teilchen sind, desto günstiger sind sie hinsichtlich
ihrer Fähigkeit, in die Schlacke einzudringen und sich mit Hilfe der Gasbildung
in der Schlacke im schwebenden Zustand zu halten, wobei sich das Gas über eine beträchtliche
Zeitdauer an die Teilchen anheftet. Das Granulat bleibt über eine ausreichend lange
Zeit in der Schlacke, so dass es nicht nur schmelzt, was vergleichsweise rasch geschieht,
sondern dass auch der Kohlenstoff- und Siliziumgehalt in dem Granulat mit den Oxiden
der Edelmetallelemente in der Schlacke reagieren können und sich allmählich zu größeren
Agglomeraten aus Metallschmelze aneinander anlagern, die dann durch die Schlacke
hindurch nach unten sinken und in die Schmelze aufgenommen werden. Dagegen besitzen
unregelmäßig geformte Flocken, Walzzunder, Feinpulver etc. nur eine sehr schlechte
Eignung zum Eindringen.
Es gibt mehrere unterschiedliche Wege, ein Agglomerat zu erzielen,
das aus homogenen Teilchen mit der genannten Form und der genannten Chemie besteht
und bei dem mindestens 80 Gew.-% aus Teilchen bestehen, deren Teilchengröße zwischen
0,5 und 8 mm variiert, gemessen über die größte Abmessung der Teilchen, und deren
Größe vorzugsweise zwischen 1 und 5,5 mm variiert. Beispielsweise werden die Größe
und die Form des Granulats, das nach dem in der US-Patentschrift 3,888,956 beschriebenen
Verfahren hergestellt wird, durch eine Veränderung der Fallhöhe des Schmelzenstroms
geregelt, ehe dieser in Tropfen aufgelöst wird, und/oder durch Veränderung der Fallhöhe
der Tropfen, ehe sie auf die Wasseroberfläche im Kühlbad auftreffen. Ergänzend und/oder
alternativ kann das so erhaltene Granulat gesiebt werden, damit man die gewünschte
Größenfraktion erhält.
Das Dotiermittel kann in den Fällen, in denen eine Lanze durch die
Schlackentür, die Ofenwandung oder das Ofengewölbe eingesetzt werden kann, auch
über die Lanze mit einem Gasträger zugesetzt werden, oder durch mechanische Zuführung
von einer Position aus, die über der Schlacke, in der Ofenwandung oder dem Ofengewölbe
vorgesehen ist. Die zugesetzten Dotierteilchen schmelzen in der heißen Schlacke
rasch und bilden kleine Tropfen mit einer großen Grenzschichtfläche zwischen der
flüssigen Metallphase und der Schlacke, was kinetisch die Reduktion von Metalloxiden
begünstigt. Das Dotiermittel enthält aktive Bestandteile aus aufgelöstem Kohlenstoff
und Silizium, die als geschmolzene Tropfen an den Reduktionsreaktionen beteiligt
sind. Gelöster Kohlenstoff bildet CO/CO2-Gas, das seinerseits die aufschäumende
Schlacke erzeugt und/oder aufrecht erhält und dazu beiträgt, die kleinen Metalltropfen
in der Schlacke in Suspension zu halten. Die erzielte Reduktion mit Aufschäumung
beinhaltet eine Reihe von Vorteilen in dem Prozess, was in bestimmten Fällen von
ausschlaggebender Bedeutung für die Herbeiführung eines wirtschaftlich vertretbaren
Hochofenbetriebs sein kann. Somit erfüllt der Kohlenstoff, der in dem Dotiermittel
gelöst ist, mehrere Aufgaben: er trägt zur Bildung der aufschäumenden Schlacke bei
und/oder hält diese aufrecht, er trägt dazu bei, die kleinen geschmolzen Metalltropfen
in der Schlacke in Suspension zu halten, wodurch die Aufschäumung aufrecht erhalten
wird, und er ist an dem Reduktionsprozess beteiligt.
Das Silizium, das in dem Dotiermittel gelöst ist, erfüllt ebenfalls
mehrere Aufgaben. Silizium trägt zur Reduktion oxidierter Edelmetall-Elemente bei,
wodurch sich höchstwahrscheinlich die Spannung an der Grenzschicht zwischen der
Schlacke und dem Dotiermittel verringert und damit die Reaktion zur Reduktion beschleunigt.
Außerdem entwickelt sich durch die Oxidation des gelösten Kohlenstoffs und Siliziums
Wärme. Schließlich trägt das Dotiermittel zu einem beträchtlichen Zusatz von Eisen
zur Schmelze bei, wenn der größte Teil der Reduktionsmittel – C und Si –
im Dotiermittel mit der Schlacke umgesetzt wurde und sich eine Reihe kleinerer Tropfen
zu größeren Tropfen zusammengeschlossen haben, die dann durch die Schlackenschicht
in das Metallbad nach unten sinken.
Das Ausgangsmaterial für das Granulat, welches das erfindungsgemäße
Dotiermittel bildet bzw. aus dem man das Dotiermittel durch Sieben oder andere Verfahren
erhalten kann, kann aus einer Schmelze von Masseleisen aus einem Hochofenprozess
oder einem anderen Reduktionsprozess gewonnen werden, unter Umständen nach einer
gewissen Raffinierung, z.B. mit Herauslösen von Schwefel. Der Gehalt
an Kohlenstoff und Silizium, der die wesentlichen Elemente in dem erfindungsgemäßen
Dotiermittel umfasst, variiert jedoch beträchtlich von einem Hochofen zum anderen.
Damit das Dotiermittel als hochwertiges kommerzielles Produkt einsetzbar ist, damit
die obenauf schwimmende Schlacke im Elektroofen dotiert werden kann, um von einem
Wärmezyklus zum nächsten das gewünschte Ergebnis zu erhalten, ist es wünschenswert,
dass der Gehalt an Kohlenstoff und Silizium in dem Dotiermittel innerhalb vergleichsweise
enger Grenzen im Rahmen der angegebenen Außengrenzen gehalten wird. Somit sollte
der Gehalt an Kohlenstoff und Silizium nicht um mehr als +/– 0,5 %, vorzugsweise
nicht um mehr als +/– 0,3 %, vom spezifizierten Sollwert innerhalb der Außengrenzen
abweichen. Der Kohlenstoffgehalt in dem Dotiermittel sollte somit bis zu (Cx
+/– 0,5) % betragen, wobei Cx eine Zahl zwischen 3 und 4,5 ist.
Der Kohlenstoffgehalt sollte dabei (Cx +/– 0,3) % beitragen. Der
Siliziumgehalt sollte in entsprechender Weise (Six +/– 0,5) %,
vorzugsweise (Six +/– 0,3) %, betragen, wobei Six eine Zahl zwischen
1 und 2,5 ist. Den gewünschten Gehalt an Kohlenstoff und Silizium kann man dadurch
erhalten, dass man nach möglicher Entschwefelung oder einer anderen Behandlung des
Roheisens das Masseleisen mit Kohlenstoff und Silizium legiert.
Die Menge an zugesetztem Dotiermittel lässt sich je nach Zusammensetzung
der Schmelze, der Zusammensetzung des Dotiermittels und anderer Faktoren innerhalb
weit gesteckter Grenzen variieren. Im Normalfall kann die Menge des Dotiermittels,
das gemäß der Erfindung der Schlacke zugesetzt wird, bis zu einem Wert zwischen
5 und 80 kg des Dotiermittels pro Tonne hergestellten Stahls ausmachen, wobei das
Dotiermittel der Schlacke durch Einspritzen in die Schlacke oder auf andere Weise
zugesetzt wird, um die Aufschäumung der Schlacke und die Reduzierung aufrecht zu
erhalten. Gleichzeitig wird der Sauerstoff in einer ausgewogenen Menge dem Stahl
zugesetzt, um hauptsächlich Si und C in dem Stahl zu oxidieren, damit man Wärme
und Gas für die Aufschäumung der Schlacke erhält. Außerdem werden andere metallische
Elemente in dem Stahl, zum Beispiel Fe und Cr, in einem bestimmten Ausmaß oxidiert
und dann wieder reduziert, wenn sie die Schlacke erreichen. Weitere Reduziermittel
wie zum Beispiel C oder Si können neben dem erfindungsgemäßen Dotiermittel ebenfalls
der Schlacke zugesetzt werden, um so die Reduktion zusammen mit dem erfindungsgemäßen
Dotiermittel sicherzustellen.
Die Erfindung ist bei allen hüttentechnischen Schmelzvorgängen einsetzbar,
bei denen es zur Reduzierung von Metalloxiden mit einem Schmelzpunkt über der Prozesstemperatur
kommen soll, auch bei der Produktion von unlegierten Stählen, doch ist sie besonders
zur Produktion von Stahl geeignet, der mehr als 2 % Cr enthält, insbesondere von
Edelstählen, deren Cr-Gehalt mindestens 17 % beträgt, da mit der Erfindung die Probleme
gelöst werden, die insbesondere mit der Reduzierung und Wiedergewinnung von Chrom
aus der obenauf schwimmenden Schlacke in Elektroöfen zusammenhängen.
|
| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Herstellung einer Masse aus geschmolzenem Metall, vorzugsweise
einer Stahlschmelze, in einem Lichtbogenofen, welches die Bildung einer aufgeblähten
oben schwimmenden Schlacke mit einer Temperatur von 1400–1800°C und die
Zufuhr von Sauerstoff in Form von Sauerstoffgas und/oder anderer Sauerstoffträger,
beispielsweise von Metalloxiden, zur Schmelze umfasst, um mindestens einen Teil
des Siliziums, welches in der Schmelze zur Wärmebildung vorhanden ist, und um mindestens
einen Teil des Kohlenstoffs zu oxidieren, der in der Schmelze zur Wärmebildung vorhanden
ist, und um Gas in Form von CO und/oder CO2 als Beitrag zur Schlackenbildung
zu erzeugen, wobei die Zufuhr von Sauerstoff zu der Schmelze auch die Oxidation
anderer metallischer Elemente außer Silizium in der Schmelze herbeiführt, die nachstehend
als Edelmetall-Elemente bezeichnet werden, welche in die Schlacke eintreten und
dort durch Zusatz von Reduktionsmitteln zu der oben schwimmenden Schlacke reduziert
werden, damit sie in erheblichem Umfang wieder in die Schmelze zurück gewonnen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass während mindestens einer Phase des Herstellungsprozesses
ein Dotierungsmittel in Form eines zu Teilchen geformten und granulierten Produkts
der oben schwimmenden Schlacke zugesetzt wird mit dem Ziel, verbesserte Bedingungen
für die Reduktion der oxidierten Edelmetall-Elemente in der oben schwimmenden Schlacke
zu schaffen, eine Beteiligung derselben an dem Reduktionsprozess selbst herbeizuführen,
zur Schlackenbildung beizutragen und/oder diese aufrechtzuerhalten sowie der Schmelze
Metall zuzusetzen, wobei die Dotierungsmittel die nachstehenden Bedingungen erfüllen,
und zwar:
a) dass das Mittel eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0–5
% Si, 2–7 % C, 0–3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird,
b) dass das Mittel einen Schmelzpunkt von < 1350°C besitzt und
c) dass das Mittel aus im Wesentlichen homogenen Teilchen von im Wesentlichen runder
oder ovaler Form besteht, welche durch Granulieren einer Schmelze mit der vorgenannten
Zusammensetzung erhalten werden können, wobei die Granulierung die Auflösung eines
Stroms dieser Schmelze in Tropfen umfasst, die zur Bildung eines
Granulats in einem Wasserbad gekühlt werden.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dotierungsmittel
eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0,2–3 % Si, 2–5
% C, 0,1–3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird.
- Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
80 Gew.-% der Teilchen aus Partikeln mit einer Teilchengröße bestehen, die zwischen
0,5 und 8 mm schwankt, gemessen über die größte Abmessung der Teilchen.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Teilchen eine Fülldichte von 3,0 bis 5,5 kg/l, vorzugsweise von 3,5 bis
5 kg/l, aufweisen.
- Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
80 Gew.-% der Teilchen eine Größe zwischen 1 und 5,5 mm aufweisen, gemessen über
die größte Abmessung der Teilchen.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dotierungsmittel
einen Kohlenstoffgehalt von 2,5 bis 4,5 % aufweist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Dotierungsmittel
einen Siliziumgehalt von 1 bis 3 % aufweist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze
eine Stahlschmelze mit einem Mindestgehalt an Cr von 2 % darstellt.
- Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze
eine Edelstahlschmelze darstellt, die mindestens 13 %, vorzugsweise mindestens 17
%, Cr enthält.
- Metallurgisches Produkt, einsetzbar als Dotierungsmittel bei der Herstellung
von Schmelzen, vorzugsweise Stahlschmelzen, in Lichtbogenöfen zur Schaffung günstiger
Bedingungen für die Reduktion oxidierter Edelmetall-Elemente, die sich in der oben
schwimmenden Ofenschlacke angereichert haben, damit diese selbst am Reduktionsprozess
beteiligt sind, um zum Aufblähen der oben schwimmenden Schlacke beizutragen und/oder
diesen Zustand aufrechtzuerhalten und um der Schmelze Metall zuzusetzen, dadurch
gekennzeichnet, dass es
a) eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0–5 % Si, 2–7
% C, 0–3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird,
b) einen Schmelzpunkt von < 1350°C besitzt und
c) aus im Wesentlichen homogenen Teilchen von im Wesentlichen runder oder ovaler
Form besteht, welche durch Granulieren einer Schmelze mit der vorgenannten Zusammensetzung
erhalten werden können, wobei die Granulierung die Auflösung eines Stroms dieser
Schmelze in Tropfen umfasst, die zur Bildung eines Granulats in einem Wasserbad
gekühlt werden.
- Metallurgisches Produkt nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass es eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0,2–3 % Si, 2–5
% C, 0,1–3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird.
- Metallurgisches Produkt nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens 80 Gew.-% der Teilchen aus Partikeln mit einer Teilchengröße bestehen,
die zwischen 0,5 und 8 mm schwankt, gemessen über die größte Abmessung der Teilchen.
- Metallurgisches Produkt nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens 80 Gew.-% der Teilchen eine Größe zwischen 1 und 5,5 mm aufweisen,
gemessen über die größte Abmessung der Teilchen.
- Metallurgisches Produkt nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, dass es einen Kohlenstoffgehalt von 2,5 bis 4,5 % aufweist.
- Metallurgisches Produkt nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, dass es einen Siliziumgehalt von 1 bis 3 % aufweist.
- Verwendung eines metallurgisches Produkts mit den folgenden Eigenschaften,
und zwar
a) dass es eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0–5 % Si,
2–7 % C, 0–3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird,
b) dass es einen Schmelzpunkt von < 1350°C besitzt und
c) dass es aus im Wesentlichen homogenen Teilchen von im Wesentlichen runder oder
ovaler Form besteht, welche durch Granulieren einer Schmelze mit der vorgenannten
Zusammensetzung erhalten werden können, wobei die Granulierung die Auflösung eines
Stroms dieser Schmelze in Tropfen umfasst, die zur Bildung eines Granulats in einem
Wasserbad gekühlt werden.
als Dotierungsmittel bei der Herstellung einer Schmelze im Lichtbogenofen zur Beteiligung
an der Aufblähung der oben schwimmenden Ofenschlacke dadurch, dass es der oben schwimmenden
Schlacke zugesetzt wird, sowie zur Beteiligung an der Reduktion oxidierter Edelmetall-Elemente,
die sich in Oxidform angereichert haben, und zur Rückgewinnung dieser Edelmetall-Elemente
in die Schmelze sowie zur eigenen Beteiligung als Zusatz von Metall zu der Schmelze.
- Verwendung nach Anspruch 16, bei welcher das metallurgische Produkt
eine chemische Zusammensetzung aufweist, bei welcher 0,2–3 % Si, 2–5
% C, 0,1 –3 % Mn enthalten sind, während der Rest Eisen und Verunreinigungen
sind, die im Normalfall in Roheisen vorhanden sein können, das in einem Hochofenprozess
oder bei einem anderen Reduktionsprozess gebildet wird.
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