Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug mit einem Adsorptionskühler.
Aus der DE 34 25 419 A1
ist eine tragbare Heiz- und Kühlvorrichtung bekannt, die nach dem Adsorptionsprinzip
mit dem Adsorptionspaar Zeolith-Wasser arbeitet. Die Vorrichtung besteht aus zwei
über ein Absperrventil voneinander getrennten, evakuierten Behältern. In dem einen
Behälter befindet sich Zeolith als Adsorptionsmittel, in dem anderen Behälter Wasser
als Arbeitsmittel. Wenn das Absperrventil geöffnet wird, strömt Wasserdampf in die
Zeolithfüllung und wird unter rascher Wärmefreisetzung adsorbiert. Von der Wasserfüllung
verdampft weiteres Wasser unter Abkühlung der verbliebenen Wasserfüllung. Ohne Wärmeaustausch
mit der Umgebung entstehen also gleichzeitig Kälte in dem einen Behälter und Wärme
in dem anderen Behälter. Zur Reaktivierung wird die Zeolithfüllung über eine Heizeinrichtung
auf etwa 250°C erhitzt. Dabei entweicht der adsorbierte Wasserdampf aus der
Zeolithfüllung und strömt zum Druckausgleich durch das geöffnete Absperrventil in
den Behälter mit der Wasserfüllung zurück.
Ferner ist aus der DE 35 21
484 A1 ein Adsorptionskühler mit dem Stoffpaar Zeolith – Wasser bekannt.
Aufgrund der lage- und erschütterungsunabhängigen Adsorption kann der Adsorptionskühler
in Kraftfahrzeugen eingebaut werden. Er kann dort beispielsweise zur Klimatisierung
dienen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anwendung eines Adsorptionskühlers
in einem Fahrzeug zu schaffen, die zu einer Steigerung des Klimakomforts für Fahrzeuginsassen
beiträgt.
Diese Aufgabe wird mit einem Fahrzeugsitz mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst.
Erfindungsgemäß weist ein Fahrzeugsitz einen Adsorptionskühler zur
Kühlung von zumindest einem Abschnitt der Oberfläche des Fahrzeugsitzes auf. Der
Adsorptionskühler besteht aus einem evakuierten zumindest teilweise mit einem flüssigen
Arbeitsmittel gefüllten Behälter und einem weiteren evakuierten Behälter, der mit
einem Adsorptionsmittel gefüllt ist. Die beiden Behälter sind über ein Absperrventil
miteinander verbunden. Der Behälter mit dem Arbeitsmittel befindet sich unterhalb
eines Sitzbezugs des Fahrzeugsitzes.
Wenn das Absperrventil geöffnet wird, verdampft das Arbeitsmittel
und strömt aus dem einen Behälter als Gas in das Adsorptionsmittel im anderen Behälter.
Dabei kühlt der Behälter mit dem Arbeitsmittel aufgrund der Verdunstungskälte ab,
die beim Verdampfen des Arbeitsmittels entsteht. Der Behälter mit dem Adsorptionsmittel
dagegen erwärmt sich aufgrund der Kondensationswärme, die beim Adsorbieren des gasförmigen
Arbeitsmittels im Adsorptionsmittel entsteht. Der Behälter mit dem Arbeitsmittel
befindet sich unterhalb des Sitzbezuges und kühlt so die Oberfläche des Sitzes.
Die gewünschte Temperatur der Sitzoberfläche kann dabei über die Öffnungsdauer und
den Öffnungsgrad des Absperrventils geregelt werden. Die beiden Behälter sind evakuiert,
sodass der Prozess nicht von anderen Stoffen beeinträchtigt wird.
Je nach Größe, Form und Anordnung des Behälters mit dem Arbeitsmittel
kann so ein Teil der Oberfläche des Fahrzeugsitzes oder aber auch das gesamte Sitzkissen
und/oder die gesamte Rückenlehne gekühlt werden. Besonders geeignet als Behälter
für das Arbeitsmittel sind Behälter aus leicht verformbaren Plastikfolien oder aus
dünnen flexiblen Rohren oder Schläuchen, da so der Behälter den Komfort des Fahrzeugsitzes
anders als ein fester Behälter praktisch nicht beeinflusst. Um größere Oberflächen
eines Fahrzeugsitzes kühlen zu können, haben sich Behälter für das Arbeitsmittel
als besonders günstig erwiesen, die aus einem meanderartig gewundenen oder kammartig
geformten Hohlraum unterhalb des Sitzbezuges bestehen. Auch Behälter aus einem oder
mehreren flächig unterhalb des Sitzbezuges angeordneten Hohlräumen, die miteinander
verbunden sind, eignen sich gut.
Die Kühlleistung des Adsorptionskühlers wird maßgeblich beeinflusst
von den hygroskopischen Eigenschaften des Adsorptionsmittels, dem Dampfdruck des
Arbeitsmittels und der freien Oberfläche des Arbeitsmittels. Um diese freie Oberfläche
zu erhöhen, ist bevorzugt der Behälter mit dem Arbeitsmittel innen mit einem Flies
versehen, das das Arbeitsmittel speichern kann und eine große Oberfläche aufweist.
So kann die Kühlleistung des Adsorptionskühlers noch erhöht werden.
Günstigerweise ist der zweite Behälter mit dem Adsorptionsmittel ebenfalls
am oder im Fahrzeugsitz angebracht. Dazu geeignet ist beispielsweise das Gestell
des Fahrzeugsitzes. Dadurch ist keine aufwendige flexible Verbindung zwischen den
beiden Behältern erforderlich, die eine Verstellbewegung des Sitzes relativ zur
Karosserie ausgleicht.
Der bisher beschriebene Adsorptionskühler ist nur zur einmaligen Anwendung
geeignet. Nachdem das Adsorptionsmittel seine Sättigungsgrenze erreicht hat, kann
es kein weiteres Arbeitsmittel aufnehmen, sodass der Adsorptionskühler seine kühlende
Funktion verliert. Idealerweise kann der Adsorptionskühler periodisch arbeiten,
sodass er immer wieder eingesetzt werden kann. Dazu ist der Behälter mit dem Adsorptionsmittel
bevorzugt von einer Heizvorrichtung umgeben. Diese Heizvorrichtung kann beispielsweise
ein Heizdraht oder eine Vorrichtung zur Erzeugung von Mikrowellen sein.
Wenn das Adsorptionsmittel durch die Heizvorrichtung erwärmt wird,
dampft das im Adsorptionsmittel gebundene Arbeitsmittel aus und strömt bei geöffnetem
Absperrventil in den Behälter mit dem Arbeitsmittel, in dem es wieder kondensiert.
Anschließend wird das Absperrventil wieder geschlossen, sodass nach der Desorption
und dem Abkühlen des Adsorptionsmittel der Adsorptionskühler wieder einsatzbereit
ist.
Als besonders geeignet herausgestellt haben sich Zeolithe als Adsorptionsmittel
und Wasser als Arbeitsmittel. Zeolithe lassen sich preiswert synthetisieren. Der
Adsorptionsvorgang ist lage- und erschütterungsunempfindlich. Die Zeolithtypen Na-A,
Mg-A, Ca-A, Na-X, Na-Y und H-Y zeigen auch bei oftmaliger Reaktivierung keine Zersetzung.
Das Wasser kann mit Salz versetzt sein, um die Temperatur abzusenken, bei der das
Wasser gefriert.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
anhand dessen die Erfindung im folgenden näher beschrieben wird. Die einzige Figur
zeigt in schematischer Darstellungsweise eine perspektivische Ansicht eines Vordersitzes
eines Kraftfahrzeugs.
In den Vordersitz 1 ist zur Kühlung des Sitzkissens
2 ein Adsorptionskühler eingebaut. Der Adsorptionskühler besteht aus einem
ersten evakuierten Behälter 3, der mit Zeolith gefüllt ist, und einem zweiten
evakuierten Behälter 4, der mit Salzwasser gefüllt ist, die über ein Absperrventil
5 miteinander verbunden sind. Der Behälter 3 ist in der Rückenlehne
6 des Vordersitzes 1 eingebaut. Der Behälter 4 besteht
aus einem mit dem Salzwasser gefüllten Schlauch, der meanderförmig unterhalb eines
Bezugs des Sitzkissens 2 verläuft. Die beiden Enden des Schlauches sind
in der Rückenlehne 6 verlegt, und münden beide in einen Hohlraum
7, der zu dem Behälter 4 gehört, und der mit dem Absperrventil
5 verbunden ist. Zusätzlich ist eine Pumpe in dem Behälter 4 vorgesehen,
damit das Salzwasser in dem Behälter 4 durch den Schlauch zirkulieren kann.
Wenn das Sitzkissen 2 gekühlt werden soll, muss nur das Absperrventil
5 geöffnet werden. Dann kann im mit Salzwasser gefüllten Hohlraum
7 des zweiten Behälters 4 Wasser verdampfen. Dieser Wasserdampf
strömt in die Zeolithfüllung im ersten Behälter 3 und wird unter rascher
Wärmefreisetzung adsorbiert. Durch das Verdampfen des Wassers im Hohlraum
7 des zweiten Behälters 4 entsteht Verdunstungskälte, die das
in dem Hohlraum 7 verbliebene Salzwasser abkühlt. Das Salz in dem Wasser
verhindert dabei, dass das Wasser bereits ab 0°C in dem Hohlraum 7
gefriert. Da das Salzwasser in dem zweiten Behälter 4 zirkuliert, verteilt
sich das im Hohlraum 7 durch die Verdunstung abgekühlte Salzwasser in dem
gesamten Schlauch. So wird durch das unter dem Bezug des Sitzkissens 2
zirkulierende, abgekühlte Salzwasser das Sitzkissen 2 abgekühlt. Dies steigert
insbesondere bei hohen Temperaturen im Fahrzeug das Wohlbefinden des Passagiers
auf dem Vordersitz 1.
Allerdings kann der Adsorptionskühler nur solange betrieben werden,
bis das Zeolith seine Sättigungsgrenze erreicht hat, und keinen weiteren Wasserdampf
aufnehmen kann. Danach muss der Adsorptionskühler erst wieder regeneriert werden.
Dazu ist um den ersten, mit Zeolith gefüllten Behälter 3 herum ein Heizdraht
angeordnet. Wenn nun das gesättigte Zeolith durch den Heizdraht erwärmt wird, dampft
der aufgenommene Wasserdampf wieder aus dem Zeolith aus und strömt bei geöffnetem
Absperrventil 5 wieder in den zweiten Behälter 4 zurück. Dieser
Behälter 4 wird durch den Heizdraht nicht gewärmt, sodass der Wasserdampf
dort wieder kondensiert. Anschließend wird das Absperrventil 5 wieder geschlossen.
Nachdem das Zeolith wieder abgekühlt ist, ist der Adsorptionskühler wieder einsatzbereit.