| Dokumentenidentifikation |
DE202005008292U1 25.08.2005 |
| Titel |
Spiralgeformter Häkelgalon |
| Anmelder |
Hennig, Anke, 06114 Halle, DE |
| DE-Aktenzeichen |
202005008292 |
| Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) |
25.08.2005 |
| Registration date |
21.07.2005 |
| Application date from patent application |
23.05.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
D04D 7/04
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| Beschreibung[de] |
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Die erfinderische Leistung definiert sich durch einen spiralgeformten
Häkelgalon gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und der entsprechenden Vorrichtung
zur Herstellung des Häkelgalons auf einer Häkelgalon- oder Raschelmaschine.
Häkelgalons, auch Borten, Tressen, Litzen genannt, dienen gewöhnlich
als Schmuck- bzw. Zierbänder und sind in das Fertigungsgebiet der Posamenterie einzuordnen.
U.a. werden jene Bänder in der Konfektionsindustrie und im Bereich der Heim- und
Haustextilien als textile Besatzartikel weiterverarbeitet, z.B. an Kleidungsstücken
als Abschlussborte aufgenäht. Im traditionellen Sinne werden sie hergestellt um
Trachten, Uniformen, Tischdecken, Gardinen, Sofakissen usw. zu verzieren.
Allgemeingültig gelten Häkelgalons als zweidimensionale, reich ornamentierte
Flechtwaren mit Querlaufeffekten. Ein Häkelgalon entsteht an einer Häkelgalon- oder
Raschelmaschine, indem in längsverlaufende Häkelmaschen querverlaufende Schussfäden
musterabhängig eingeflochten werden. Das heißt, die durch das erste Fadensystem,
den Schussfaden, gelegten Figuren werden durch das zweite Fadensystem, den Häkelmaschen,
gebunden. Je nach Art des Musters kann der Schussfaden z.B. in Schnecken-, Ringelform
oder in andere Ornamentformen quer gelegt werden. Dabei bewirken maschinell, teilweise
zusätzlich einzurichtende Flecht-, Schleifen- und Schlingenlegereien das dekorative
Erscheinungsbild eines klassischen Häkelgalons.
Im Gegensatz zu dem traditionellen Häkelgalon definiert sich die Erfindung
durch eine einfachere, zeitgemäße, gestaltungstechnische Lösung an der Häkelgalon-
oder Raschelmaschine. Ausgehend von dem geschilderten Stand der Technik zielt die
Neuerung darauf ab, den Häkelgalon erstens mit weniger Zeitaufwand zum Einrichten
der Maschine herzustellen und zweitens seiner Gestalt ohne verzierende Musterung
eine veränderte Ausdruckskraft sowie eine erweiterte, neuartige, eigenständige Anwendbarkeit
zu verleihen.
Genutzt wird den der Technologie zugrundeliegender andauender Vorgang
der Wiederholung als Prinzip der maschinellen Herstellbarkeit und das auf ganz eigene
und schöpferische Weise.
Die Erfindung wird im folgenden weiter anhand der Zeichnungen beschrieben.
Die Darstellungen dienen lediglich zur Erläuterung der Erfindung und sollen im einzelnen,
ebenso wie die Zusammenfassung der Merkmale in den Unteransprüchen, nicht zur Einschränkung
der Erfindung herangezogen werden.
Die Zeichnungen zeigen:
1 die schematische Zeichnung eines erfindungsgemäßen
Häkelgalons (vor seiner spiralförmigen Endverformung)
2 die schematische Zeichnung einer weiteren
möglichen Herstellungsvariante des erfindungsgemäßen Häkelgalons (vor seiner spiralförmigen
Endverformung)
3 eine schematische Ansicht einzelner
Häkelmaschen, insgesamt zu einen Maschenstab geformt
4 eine schematische Abbildung (Querschnitt)
der entsprechenden Vorrichtung der Häkelgalon – oder Raschelmaschine
Die spezifische Gestaltungstechnik für die Vorrichtung und Herstellung
eines spiralgeformten Häkelgalons gemäß dem Anspruch 2 ist dadurch gekennzeichnet,
dass zur technischen Vorrichtung der entsprechenden Maschine mindestens zwei Häkelnadeln,
mindestens zwei Lochnadeln, mindestens drei Fadenführer mit entsprechend mindestens
drei Legeschienen an der funktionsfähigen Häkelgalon- oder Raschelmaschine eingerichtet
werden. (4)
Monofile und beliebige Fäden gemäß dem Anspruch 6 werden auf eine
immergleiche Weise als Schussfäden durch den ersten und dritten Fadenführer, welche
sich regelmäßig von einer Bandseite auf die andere Bandseite bewegen, gelegt und
jeweils von Häkelmaschen fixiert (1). Die notwendigen
zwei Häkelmaschenstäbchen werden durch mindestens zwei Lochnadeln, die jeweils den
entsprechenden Häkelfaden für die Masche zuführen und durch zwei Häkelnadeln, die
jeweils eine Masche an die andere entstehen lassen, gebildet. Sie bilden die äußeren
Kanten des erfindungsgemäßen Häkelgalons. (1) Dabei
ist eine optimale Schussdichte (Häkelmaschen je 10 Zentimeter) von Bedeutung, um
die Schussfäden schiebefest zu verflechten. In der Bandmitte wird währenddessen
ein geeigneter Zugfaden durch den zweiten Fadenführer, welche unbeweglich auf der
zweiten Legeschiene eingestellt ist, mitgeführt. Uneingebunden wird der entsprechende
Zugfaden von den Monofilen und den beliebigen Schussfäden gemäß Anspruch 2 und 4
allseitig umschlossen und so im Bandinneren lose eingeflochten (1).
Dieser eingeführte Zugfaden dient letztlich zum maschinellen auffädeln sowie zum
manuellen raffen und spiralförmigen verdrehen des erzeugten Häkelgalons. Als Zugfaden
können beliebig geeignete Zugfäden verwendet werden, beispielsweise PES Monofile,
Folienbänder, Gummibänder, usw..
Ausgehend von der geschilderten Durchführung erhält der zunächst zweidimensional
hergestellte Häkelgalon durch die verflochtenen Fäden gemäß Anspruch
6 der Erfindung eine neuartige, eigene Formstabilität. Dadurch beginnt sich der
erfindungsgemäße Häkelgalon beim manuellen Raffen um und über sich selbst zu einer
Spirale zu winden. Die veränderte Ausdruckskraft des erfindungsgemäßen Häkelgalons
entsteht durch die erzeugte dreidimensionale Form, welche eindeutig von der Überlieferung
eines herkömmlichen Häkelgalons abweicht. Auf diese Art entstehen beliebige, spiralgeformte
Häkelgalons, da elastische und unelastische Monofile für die Häkelmaschen als auch
für die Schussfäden eingesetzt werden und zusätzlich je nach Bedarf mit Fäden jeglicher
Art entsprechend dem Anspruch 7 kombiniert werden, z.b. Nylon-, Leinen-, Polyester-,
Seiden-, Baumwoll-, Woll-, Edelstahldraht-, Gold-, Kupfer- oder Folienfäden. Die
einfach zu handhabende Gestaltungsart des spiralgeformten Häkelgalons an der entsprechenden
Maschine ermöglicht individuelle, verstellbare Längen (wie 60 cm lang oder 3,20
m lang) und Breiten des spiralförmigen Häkelgalons, beispielsweise 0,6 cm breit,
1,7 cm breit oder 5,5 cm breit. Diese unterschiedlichen Längen- und Breitengrößen
entsprechend dem Anspruch 12 bewirken weitere Variationsmöglichkeiten der plastischen
Gestalt des spiralgeformten Häkelgalons. Mit der variierbaren, spezifischen Erscheinungsform
geht eine erweiterte, eigenständige Gebrauchsmöglichkeit des spiralgeformten Häkelgalons
einher. Damit erfährt der spiralgeformte Häkelgalon schützenswerte Gebrauchszusammenhänge
im Bereich Schmuck, Mode und Textil. Durch entsprechende Weiterverarbeitung ergibt
sich die beliebige Handhabung als Ring, Kette, Anhänger, Ohrschmuck, Halsschmuck
und beliebig geeignetes Accessoires usw.. Im Gegensatz zur herkömmlichen, textilen
Nutzung eines klassischen Häkelgalons ist der Häkelgalon hierbei ein dreidimensionales,
modisches Schmuckstück mit vielfältiger, eigenständiger Anwendung am Körper. Dabei
ist es kein bildhaftes Schmuckobjekt bzw. Einzelstück, sondern Teil einer Kollektion,
modern in Materialästhetik, Formensprache und Farbigkeit entsprechend der Schutzansprüche
1 bis 13. Der Anspruch zur Weiterverarbeitung bzw. Anwendung des spiralgeformten
Häkelgalons nach einem der Ansprüche 1 bis 13, ist dadurch gekennzeichnet, dass
der dreidimensionale Häkelgalon zum Gebrauch als beliebiges Accessoires bzw. Schmuckstück
jeglicher Art dient.
FIG.1
A-1- Häkelfaden
B-2- Häkelfaden
C-1- Schussfaden
D-2- Schussfaden
E- Zugfaden
FIG.2
A1-1- Häkelfaden
A2-2- Häkelfaden
B-3- Häkelfaden
C-1- Schussfaden
D-2- Schussfaden
E- Zugfaden
FIG.3 Darstellung eines Maschenstabs
FIG.4
1- Legeschiene
2- Fadenführerkopf
3- Legeschienenlager
4- Schaft
5- Röhrchen
6- Schussfaden
7- Häkelfaden
8- Fadenführer
9- Öhr
10- Schaft
11- Bügel
12- Lochnadel
13- Lochnadelstange
14- Einschließschiene
15- Fuß
16- Schaft
17- Zunge
18- Haken
19- Häkelnadel
20- Abschlagkante
21- Nadelführungsschiene
22- Nadelbarre
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| Anspruch[de] |
- Ein spiral geformter Häkelgalon, dadurch gekennzeichnet, dass
durch das Einführen eines beliebig, geeigneten Zugfadens, das erfindungsgemäße (Häkelgalon-)
Band in eine dreidimensionale Spiralform gebracht wird.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Fäden als Maschenstäbchen (1, A,
B) und mindestens zwei Fäden als quer verlaufende, entgegengesetze Schussfäden (1,
C, D) in Form eines Bandes verlegt sind.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
dass die entsprechenden Maschenstäbchen die äußeren Kanten des Häkelgalons bilden.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, dass die quer verlaufenden Schussfäden, jeweils entgegengesetzt,
über die gesamte Breite des Bandes verlaufen.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Schussfäden in die Maschenstäbchen fest eingebunden sind.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass die Fäden elastische als auch unelastische Monofile sind und
mit Fäden jeglicher Art kombiniert werden.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die entsprechenden Fäden eine Materialstärke von 0,08 mm bis 0,4 mm besitzen
und unterschiedliche Farben (eingeschlossen weiß und schwarz) haben.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass mindestens ein beliebig geeigneter Zugfaden in der Bandmitte
(1, E), zwischen den beiden Maschenstäbchen (1
A, B), durch den vorderen und den hinteren Schussfaden (1
C, D) gehalten, lose eingebunden ist.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, dass der beliebig geeignete Zugfaden in der Mitte des Häkelgalons
zum maschinellen auffädeln, zum manuellen raffen und verdrehen des Häkelgalons,
d.h. zur Herstellung der Endform eines spiralgeformten Häkelgalons, dient.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass der beliebig geeignete Zugfaden auch an einer der beiden äußeren
Kanten des Häkelgalons, durch ein drittes Maschenstäbchen entsprechend positioniert
ist. (2)
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass vom Schuss- und Häkelmaschenmaterial entsprechend dem
Anspruch 6, durch einen minimalen Abstand zwischen den einzelnen Maschen des Häkelmaschenstabs
(3), eine optimale, notwendige Schussdichte als auch
Formstabilität des Häkelgalons hergestellt ist.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach Anspruch 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
dass die Fertigungsbreite und Fertigungslänge des Häkelgalons beliebig einstellbar
ist.
- Ein spiralgeformter Häkelgalon nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, dass er auf Häkelgalonmaschinen oder Raschelmaschinen hergestellt
ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen
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