Die vorliegende Erfindung richtet sich auf ein Verfahren und das Produkt
des Verfahrens, worin eine Maßnahme zum Abschrecken zum Einsatz gelangt, die kontrollierbar
variabel ist und eine Metalllegierung mit erhöhter Festigkeit liefert, die der Legierung
während des Fertiglegierens bei der Legierungsherstellung vermittelt wird. Die Maßnahme
zum Abschrecken erfolgt durch die Verwendung einer Flüssigkeit, nachdem die Legierung
geknetet und/oder wärmebehandelt worden ist, gefolgt von einer Luftabschreckung.
Dem Fachmann auf dem Gebiet der Metalllegierung ist gut bekannt, dass
das Kneten und/oder Erhitzen einer Legierung und dementsprechend dem, was nach der
gekneteten und/oder erhitzten Legierung mit einer Abschreckstufe folgt, verbesserte
Eigenschaften vermitteln kann. Ein Problem in der Herstellung dünnerer Blechlegierung
besteht darin, dass das Abschrecken einer dünnen Blechlegierung multidirektionale
thermische Verwerfung in dem Endprodukt hervorrufen kann. Was vorher ein ebenes,
ungewelltes Produkt war, wird zu einem verbogenen, ungleichförmigen und/oder mechanisch
verworfenen Legierungsblech. Obgleich dieses Problem auf dem Gebiet dünner Blechlegierungen
besonders kompliziert ist, besteht dieses Problem auch auf dem Gebiet von Knetlegierungen
und Gusslegierungen.
Wärmebehandelbare Legierungen enthalten lösliche Legierungsbestandteile
in Mengen, die deren Löslichkeitsgrenzen bei Raumtemperatur überschreiten. Der Prozess
der Lösungsglühbehandlung umfasst das Erhitzen der Legierung bis zu einer ausreichenden
Temperatur, um zu ermöglichen, dass die gewünschten Bestandteile in feste Lösung
gehen. Die resultierende übersättigte feste Lösung kann bei Raumtemperatur dann
aufrecht erhalten werden, wenn sie rasch genug abgeschreckt oder gekühlt wird, um
eine Ausfällung zu vermeiden. Bestandteile in einem Legierungssystem bedeuten solche
geringeren Metallkomponenten in der Legierung, die einen entscheidenden Einfluss
auf die Eigenschaften haben, sofern sie in der Legierung an der richtigen Stelle
und in der richtigen Menge vorliegen. Die mechanischen und physikalischen Eigenschaften
bei Raumtemperatur können von dem Umfang abhängen, in dem die Legierungsbestandteile
in fester Lösung bleiben.
Das Abschrecken bei erhöhter Temperatur kann außerdem zu unerwünschten
physikalischen Verzerrungen des Metallstrangs in Folge einer Wärmekontraktion der
Legierung führen. Ein Strang kann ein Blech, eine Bramme, Extrusionsstück oder eine
andere geknetete und/oder wärmebehandelte Metalllegierung auf Basis eines Eisen-,
Magnesium-, Titan- und/oder Aluminiumsystems und vorzugsweise eine Aluminiumlegierung
sein. In einem kontinuierlichen oder halbkontinuierlichen Prozess ist die Größe
der Verzerrung proportional zu der Geschwindigkeit, mit der der Strang gekühlt wird.
Das Erreichen von angestrebten mechanischen Eigenschaften durch Lösungsglühbehandlung,
gefolgt von einem Schritt des Abschreckens umfasst konkurrierende Interessen zwischen
verbesserten mechanischen Eigenschaften und thermisch hervorgerufener physikalischer
Verzerrung.
Die vorliegende Erfindung ist auf die Hochgeschwindigkeitsfertigung
von Metalllegierungen mit höheren Festigkeitswerten gerichtet. Diese Legierungen
können anschließend verwendet werden, um Markenartikel herzustellen.
Ein Verfahren für die Herstellung von Metalllegierungen, worin eine
kontrollierbare variable Maßnahme zum Abschrecken mit Flüssigkeit zur Anwendung
gelangt, um die Metalllegierung bei oder oberhalb der Leidenfrost'schen Temperatur
vor oder in Kombination mit einer Maßnahme zum Luftabschrecken und Veränderung der
Glühbehandlung rasch zu kühlen, wodurch die Metalllegierung ohne Verzerrung der
Metalllegierung abgeschreckt wird, gewährt eine Metalllegierung mit überlegenen
Eigenschaften der Zugfestigkeit. Das Verfahren umfasst das Fertiglegieren einer
Metalllegierung auf einem Horizontalbett, das Umsetzen dieser Metalllegierung der
Reihe nach durch einen Lösungsglühofen, eine Flüssigabschreckkammer mit einer einzigen
und/oder einer Vielzahl von kontrollierbar variablen Sprühdüsen, gefolgt von einer
Gasabschreckkammer. Die Sprühdüsen erzeugen einen Sprühnebel oder Nebel, um die
Metalllegierung zu benetzen. Obgleich sich vorzugsweise das Bett zum Fertiglegieren
auf einer horizontalen Umsetzung befindet, ist die zugrunde liegende Erfindung nicht
planar abhängig von der horizontalen Richtung und umfasst alle richtungsbedingten
Umsetzungen, wie beispielsweise vertikal. Die vorliegende Erfindung richtet sich
speziell auf die wirksame Länge der Flüssigabschreckkammer, deren Ermöglichung in
der Verwendung mehrfacher Zonen des Flüssigkeitsdurchflusses durch Düsen besteht.
Unter Zonen wird ein Bereich innerhalb der Flüssigabschreckkammer verstanden, wodurch
eine Vielzahl separater Düsen individuell innerhalb der Flüssigabschreckkammer kontrolliert
werden kann. Die Zahl der Zonen und/oder die in einer Zone für eine Aluminiumlegierung
zu verbringende Zeit, lässt sich unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der
Legierung, die verarbeitet werden soll, der Größe des Stranges, der Geschwindigkeit
der Umsetzung und der Flüssigbehandlung oder der zur Anwendung gebrachten Betriebsparameter
kontrollieren, wie beispielsweise Düsentyp, Druck, physikalische Eigenschaften der
Flüssigkeit und Durchflussgeschwindigkeit. Bei dem Gas handelt es sich vorzugsweise
um Luft, wobei jedoch ein inertes Gas oder ein umweltfreundliches
Gas zum Kühlen des Stranges verwendet werden können.
Die gewünschte Kühlgeschwindigkeit ist auch von der Kinetik der Ausfällung
abhängig. Die kinetische Geschwindigkeit ist abhängig von Temperatur und gelöstem
Stoff. Die kinetische Geschwindigkeitskonstante ist temperaturabhängig. Die Geschwindigkeitskonstante
ist nahezu null bei hohen und niedrigen Temperaturen. Bei diesen hohen und niedrigen
Temperaturen nähert sich dementsprechend der Verlust an Festigkeit im Zusammenhang
mit einem Verlust an gelöstem Stoff aus der Lösung null. Bei Temperaturen in einem
bestimmten Regime nahe dem, was als die kritische Temperatur bezeichnet wird, ist
die kinetische Konstante ausreichend groß, um Verluste an gelöstem Stoff aus der
Lösung zu bewirken und zu einem verminderten Festigkeitspotential in der Legierung
zu führen. Die Bedeutung der Abschreckung besteht darin, den Verlust an gelöstem
Stoff aus der Lösung auf ein Minimum herabzusetzen. Daher liefert ein Verständnis
der Kühlgeschwindigkeit und insbesondere im Bereich der kritischen Temperatur eine
Einsicht darin, wie die Kühlgeschwindigkeit auf ein Maximum gebracht werden kann.
Um zu ermitteln, wie die kontrollierbare oder abstimmbare Abschreckung zu variieren
ist, kommt es darauf an, das Temperaturregime nahe der kritischen Temperatur zu
kennen. Das schnelle Kühlen von Metallen führt zu unerwünschten Restspannungen und
Verzerrung in der Metalllegierung. Erhöhte Kühlgeschwindigkeiten sind begleitet
von Zunahmen in thermisch induzierten Spannungen. Wenn diese Spannungen bei erhöhten
Strangtemperaturen auftreten, können sie zu dauerhaften plastischen Verformungen
in der Legierung werden. Thermisch induzierte Restspannungen und physikalische Verformung
können auf ein Minimum gebracht werden, indem die Kühlgeschwindigkeiten des Produktes
herabgesetzt werden. Verformung wird auch über die Dicke der Metalllegierung beeinflusst,
die im Bereich von 0,25 bis 20,0 mm (0,01 bis 8 inch) liegen kann. Die dickeren
oder Metalllegierungsbrammen werden gegenüber der Verformung weniger empfindlich
sein als die dünneren Stränge oder Brammen.
Die Herausforderung besteht darin, Kühlgeschwindigkeiten zu gewähren,
die ausreichend hoch sind, um den gelösten Stoff in fester Lösung zu halten, jedoch
nicht übermäßig hoch wie solche, die zu einer dauerhaften plastischen Verformung
führen. Das besondere der vorliegenden Erfindung ist der Vorteil, der aus dem Sprühen
von Flüssigkeit, bevorzugt Wasser, auf die Oberflächen der Metalllegierung bei erhöhten
Temperaturen gewonnen wird. Andere Flüssigkeiten, wie beispielsweise Wasser/Glykol-Kombinationen
oder andere organische Flüssigkeiten, wie beispielsweise Alkohole, können dann verwendet
werden, wenn sie über eine geeignete Spritzfähigkeit und Viskosität verfügen, um
aus den Düsen auszutreten und den Strang abzuschrecken. Darüber hinaus lassen sich
aufgelöste Gase, wie beispielsweise CO2, in dem flüssigen Kühlmittel
verwenden. Die Flüssigkeitsabschreckung kühlt das Metall durch die kritische Temperatur
bei einer Geschwindigkeit, die kontrollierbar von jeder Metalllegierungszusammensetzung
variiert werden kann und das Festigkeitspotential der Legierung ohne physikalische
Verformung erhöhen oder mindestens aufrecht erhalten kann. Bisher wurde davon ausgegangen,
dass die Luftabschreckung die höchsten Festigkeitseigenschaften mit minimaler Verformung
der Metalllegierung gewährt.
Zum Kühlen der kontinuierlichen oder halbkontinuierlichen Stränge
oder Metalllegierung macht die vorliegende Erfindung Gebrauch von einem Bereich
von in Zonen aufgeteilten Sprühdüsen mit Wasserdurchsatz, um die Dauer zu kontrollieren,
die die Stränge oberhalb der kritischen Temperatur bleiben. Obgleich die Erfinder
der vorliegenden Erfindung nicht gewillt sind, sich an irgendeine spezielle Theorie
der Funktionsfähigkeit der vorliegenden Erfindung zu binden, kann Theorie in einem
gewissen Maß das Verständnis dieser Lehren für die Fachwelt unterstützen. Der Wärmestrom
eines wärmebehandelten Stranges kann in der Größenordnung rasch zunehmen, wenn die
Legierung unterhalb der Temperatur TL gekühlt wird, die als die Leidenfrost'sche
Temperatur bekannt ist und die in Abhängigkeit von der Metalllegierung zwischen
etwa 175° und 370°C (350° bis 700°F) liegen kann. Oberhalb der TL
ist die Legierung durch einen Dampffilm geschützt, der den Wärmeabgang begrenzt.
Wenn die Temperatur unterhalb von TL abfällt, bricht der Dampffilm auf,
die Oberfläche wird durch die Wassertröpfchen benetzt und der Wärmestrom kann sich
dramatisch erhöhen. TL ist funktionell und operativ abhängig von der
spezifischen Sprühdüse, vom Durchsatz, von den physikalischen und chemischen Eigenschaften
der Flüssigkeit und vom Druck, der zum Auftragen der Flüssigkeit verwendet wird,
wobei die Flüssigkeit bevorzugt Wasser ist. TL ist auch auf die Bewegungsenergie
der Tröpfchen, die mit der Strangobertläche in Kontakt gelangen. Die Bewegungsenergie
der Tröpfchen kann durch Vergrößerung der Tröpfchengröße oder Erhöhung der Auftreffgeschwindigkeit
erhöht werden. Tröpfchen mit hoher Bewegungsenergie durchdringen den Dampffilm leichter,
wodurch TL erhöht wird. Bei einer vorgegebenen Flüssigkeit, Sprühdüse
oder Düsenkonfiguration, Durchsatz und Druck ist TL konstant.
Für die Funktionsfähigkeit der vorliegenden Erfindung von Bedeutung
ist die Funktion des Mechanismus der Wasserkühlung, um die Zeitdauer auf ein Maximum
zu bringen, die der Strang oberhalb TL bleibt. Das Aufrechterhalten der
Temperatur oberhalb von TL verzögert die rasche Zunahme der Kühlgeschwindigkeit,
bis der Strang ausreichend starr ist, um einer plastischen Verformung
zu widerstehen. In den Schutzumfang der vorliegenden Erfindung als mit einbezogen
gilt, dass bei bestimmten Legierungen und/oder Stranggrößen, die angestrebten mechanischen
Eigenschaften dadurch erzielt werden können, dass die Wasserkühlung ausschließlich
oberhalb von TL betrieben wird. Bei bestimmten Legierungen und Stranggrößen
ist keine Flüssigkühlung erforderlich und es lassen sich ausreichende Festigkeiten
mit Hilfe einer Gaskühlung erzielen.
Besonders vorteilhaft für die Anwendung der Flüssigabschreckung gefolgt
von einer Gasabschreckung vorzugsweise mit Luft sind von den Aluminiumlegierungen
speziell solche, bei denen es sich um wärmebehandlungsfähige Legierungen handelt
wie 6XXX , 2XXX- und 7XXX-Reihen, die auch bekannt sind als die Reihen der Aluminiumlegierungen
6000, 2000 und 7000 und vorzugsweise die bei der Aluminum Association eingetragenen
Legierungen 2008, 6022 und 6111.
1 ist eine Seitenansicht des allgemeinen
Apparates und der Stationen, die in der vorliegenden Erfindung zur Anwendung gelangen;
2 ist eine graphische Darstellung der
Geschwindigkeitskonstante in Abhängigkeit von der Temperatur, die Tcrit
als das Maximum zeigt;
3 ist eine graphische Darstellung der
Zeit/Temperatur-Abhängigkeit der Daten bei einer Metalllegierung, wo die Kurve bei
TL einen starken Abfall zeigt;
4 ist eine graphische Darstellung des
Wärmestroms in Abhängigkeit von der Temperatur und zeigt TL, wenn der
Wärmestrom dramatisch zunimmt;
5a und 5b
zeigen einen Bereich von Sprühdüsen mit mehrfachen Zonen und graphische Darstellungen
von Strangtemperatur und Zugfestigkeit in Abhängigkeit vom Abstand von dem Ofen;
6a und 6b
zeigen die Abschreckstation und graphische Darstellungen von Bandtemperatur und
Zugfestigkeit in Abhängigkeit vom Ofenaustritt für die Verwendung unterschiedlich
positionierter Sprühdüsen.
Bezugnehmend auf 1 umfasst der Apparat
1 eine Wärmebehandlungskammer 4, eine Flüssigabschreckkammer
10 und eine Gasabschreckkammer 15. Der Strang 2 bewegt
sich horizontal in den Eintritt 3 der Wärmebehandlungskammer und in die
Wärmebehandlungskammer 4, wo die Legierung über die Temperatur der Lösungsglühbehandlung
der davon abhängigen Legierung erhitzt wird, normalerweise bei Aluminiumlegierungen
zwischen 315° und 650°C (600° und 1.200°F). Der jetzt erhitzte Strang
verläßt die Wärmebehandlungskammer am Austritt 5 und tritt in die Flüssigabschreckkammer
10. Eine Vielzahl von Flüssigkeit kontrollierenden Zonen 6 sind
zur Flüssigabschreckung des Stranges in der Flüssigabschreckkammer 10,
dem Abschreckbereich 7 kontrollierbar variiert. Jede Zone kann einzelne
oder eine Vielzahl von Sprühdüsen 8 aufweisen und jede Zone kann einzeln
aktiviert werden, als eine Vielzahl, der Reihe nach und gemeinsam in Abstimmung
nach Erfordernis, um die Aufenthaltsdauer des Stranges auf ein Maximum zu bringen,
wenn sich der Strang in der Flüssigabschreckkammer 10 T1 nähert.
Operativ können die Düsen im Inneren der jeweiligen oder einer Vielzahl von Zonen
eine variable Größe haben. Eine einzelne oder eine Vielzahl von Düsen
8 ist im inneren Abschnitt der Zone 6 so positioniert, dass der
Flüssigkeitsstrahl so angeordnet ist, in das Innere des Abschreckbereichs
7 zu spritzen. Anders als mit der Flüssigabschreckung und vorzugsweise
mit Wasser kann der Strang mit Gas in der Gasabschreckkammer 15 abgeschreckt
werden. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Gas um Luft. Der Strang tritt sodann
an der Austrittseite 16 aus dem Apparat 1 aus.
In der Praxis der vorliegenden Erfindung kommt es darauf an, einige
der Eigenschaften des Stranges oder der Legierung zu verstehen, die wärmebehandelt
oder abgeschreckt werden soll. Beispielsweise bringt man vorzugsweise die Zeitdauer,
die der Strang oberhalb der Temperatur TL verbringt auf ein Maximum.
Die Verweilzeit oberhalb von TL verzögert die rasche Erhöhung der Kühlgeschwindigkeit,
bis der Strang ausreichend fest ist, um einer plastischen Verformung zu widerstehen.
Im Rahmen des Schutzumfanges und der Grenzen der vorliegenden Erfindung gilt es
als selbstverständlich, dass das Kühlen teilweise oberhalb von TL und
teilweise unterhalb von TL einen Vorteil mit Hilfe des Schrittes der
Flüssigabschreckung gewährt.
Die TL oder die Leidenfrost'sche Temperatur lässt sich
experimentell ermitteln. Zeit- und Temperaturkurven lassen sich erzeugen, wie in
3 gezeigt wird. Die TL-Temperatur ist als
ein scharfer Abfall der Zeit/Temperaturkurve definiert. Eine graphische Darstellung
des Wärmestroms in Abhängigkeit von Temperatur, wie sie in 4
gezeigt ist, zeigt auch die TL-Temperatur. In dem Maße, wie sich der
Strang abkühlt, zeigt 4 TL als die Temperatur,
wo der Wärmestrom dramatisch zunimmt. Diese graphische Darstellung ist von rechts
nach links mit der Temperaturabnahme während der Flüssigabschreckung zu lesen. Sobald
TL ermittelt ist, ist der Betrieb der abstimmbaren Abschreckkammer möglich,
da die Verweilzeit und/oder Zahl der arbeitsfähigen Düsen, die zum Abschrecken oberhalb
der TL-Temperatur erforderlich ist, zur Verfügung stehen kann. Es muss
bemerkt werden, dass, sobald ein Strang aus der Flüssigkühlvorrichtung
bei oder oberhalb der Leidenfrost'schen Temperatur ausgetreten ist, der Strang weitgehend
frei ist von durch Flüssigkeit erzeugter Verfärbung. Dieses ist auf dem für dieses
Produkt vorgesehenen Markt von Bedeutung.
Ebenfalls von Bedeutung ist die Tcrit oder die kritische
Temperatur. Der Einfluss der Ausscheidung auf die Festigkeit lässt sich in der Gleichung
wie folgt ausdrücken:
d&sgr;/dt = –K(T){&sgr; – &sgr;min(T)},
worin &sgr; das Festigkeitspotential ist, &sgr;min(T) ist das Minimum
des Festigkeitspotentials, t ist die Zeit und K(T) ist eine temperaturabhängige
kinetische Geschwindigkeitskonstante. 2 ist eine graphische
Darstellung der Geschwindigkeitskonstanten K(T) in Abhängigkeit von der Temperatur.
Die Maxima dieser Kurve werden als die kritische Temperatur Tcrit bestimmt.
Bei hohen und niedrigen Temperaturen nähert sich die Geschwindigkeitskonstante null.
Der Verlust an Festigkeitspotential im Zusammenhang mit einem Verlust an gelöstem
Stoff aus der Lösung nähert sich ebenfalls bei hohen und niedrigen Temperaturen
null. Bei diesen Temperaturen, in oder etwa Tcrit, ist die Geschwindigkeitskonstante
von entscheidender Größe, um Verluste an gelöstem Stoff aus der Lösung zu bewirken
und damit schließlich zu einer herabgesetzten Festigkeit zu führen. Da das Ziel
des Abschreckens darin besteht, den Verlust an gelöstem Stoff aus der Lösung auf
ein Minimum herabzusetzen, folgt, dass Spülgeschwindigkeiten und insbesondere durch
den Bereich der Temperaturen um Tcrit auf ein Maximum gebracht werden
sollten.
Um die erforderlichen Daten zur Bestimmung sowohl von TL
als auch Tcrit zu erhalten, wurden Versuche ausgeführt, indem bei erhöhter
Temperatur eine Abschreckung auf einer dünnen Probe vorgenommen wurde, die mit einem
Thermoelement versehen war und indem eine Sprühdüse mit gleichförmig verteiltem
Tröpfchentyp verwendet wurde. 3 zeigt eine typische
Temperaturmessung eines Thermoelementes, die während der Wasserabschreckung aufgenommen
wurde. Wie vorstehend bereits ausgeführt, kennzeichnet der scharfe Abfall TL.
4 sind ebenfalls Daten aus dem gleichen
Versuch, wo der Wärmestrom an der Probenoberfläche eine rasche Zunahme der Größenordnung
zeigt, wenn die Probe unterhalb der Temperatur TL gekühlt wurde. Oberhalb
von TL wurde die Probe mit Hilfe eines Dampffilms geschützt, der den
Wärmeabtausch begrenzt. Wenn die Temperatur unterhalb von TL fällt, reißt
der Dampffilm auf, die Oberfläche des Stranges wird durch die Wassertröpfchen benetzt
und der Wärmestrom erhöht sich dramatisch.
Um kontinuierlich und/oder halbkontinuierliche Stränge zu kühlen,
wird in der vorliegenden Erfindung ein Bereich von in Zonen aufgeteilten Wassersprühdüsen
eingesetzt, um die Zeit, in der der Strang oberhalb der kritischen Benetzungstemperatur
T1 bleibt, kontrollierbar variiert wird. 5a
zeigt einen in mehrfachen Zonen aufgeteilten Sprühdüsenbereich und eine dazugehörige
Veranschaulichung der Strangtemperatur in Reaktion auf die aufeinanderfolgenden
Wasserzonen 21, 22, 23 und 24, die aktiviert
sind und den entsprechenden gegenüberliegenden Düsen 21a, 22a,
23a und 24a auf der Oberseite der Abschreckkammer entsprechen.
"20" ist die Luftabschreckkurve ohne jegliche Flüssigabschreckung. Die Glieder des
in mehrfachen Zonen aufgeteilten Bereichs der Sprühdüsen entsprechen den Kurven
21b, 22b, 23b, 24b, bei denen es sich um eine
graphische Darstellung der Bandtemperatur in Abhängigkeit vom Abstand von dem Ofenaustritt
handelt. Es ist bemerkenswert, dass der scharfe Abfall in der Kurve 24b
bei näherungsweise 500°F zeigt, dass die Metallverwerfung aufgrund der Schnelligkeit
dieses Kühlens beginnen kann. Dieses zeigt, dass es eine Grenze für den Betrag des
Kühlens oder für die Zahl der Düsen gibt, die in der Flüssigabschreckkammer verwendet
werden können, bevor die Verwerfung des Metalls ein Problem wird.
5b enthält 21c, 22c,
23c und 24c, bei denen es sich um die entsprechenden Kurven handelt,
die das Zugfestigkeitspotential in Abhängigkeit von dem Abstand vom Ofenaustritt
zeigen. Kurve 20c ist die Luftabschreckkurve und Kurve 21c ist
eine Kurve der Luftabschreckung für eine der Düsen. Dieses zeigt, dass, wenn überhaupt,
ein nur geringer Nutzen mit nur einer Sprühdüse realisiert werden kann. Kurve
22c zeigt jedoch, dass eine Erhöhung des Festigkeitspotential durch Hinzufügung
weiterer Sprühdüsen realisiert werden kann. Kurven 23c und 24c
zeigen, dass eine Hinzufügung von nur einer Sprühdüse das Festigkeitspotential wiederum
erhöht, dass das Hinzufügen einer zusätzlichen Sprühdüse jedoch unter dem Strich
wenig zusätzlichen Nutzen bringt. Es könnte natürlich eine Zahl von "n" Zonen unter
der Annahme geben, dass bei der n-ten Zone ein gewisser Nutzen gewonnen wird. In
diesem Fall können in dem Abschrecken unter Aufrechterhaltung der Strangtemperatur
oberhalb von TL bis zu 3 Zonen verwendet werden. Bei einem vorgegebenen
Flüssigabschrecksystem und vorgegebenen Betriebsbedingungen hängt die Zahl aktivierter
Zonen von der Geschwindigkeit der Strangumsetzung und der geometrischen Abmessungen
des Stranges ab. Die Länge der Flüssigabschreckkammer läßt sich in Übereinstimmung
mit den angestrebten Verweilzeiten unter Flüssigabschrekkung variieren.
Es wird festgestellt, dass ohne Verwendung von Wasser und mit einer
Luftabschreckung der Metalllegierung das Festigkeitspotential der Metalllegierung
von 139.000 bis 136.000 kPa (20.100 psi bis 19.650 psi) innerhalb von etwa 16 ft.
von dem Ofenaustritt abfällt. Bei einer einzigen Sprühdüse erfolgt der Verlust des
Festigkeitspotentials rascher, erreicht jedoch näherungsweise das gleiche Festigkeitspotential
wie ohne Flüssigabschreckung. Überraschenderweise fällt bei Zunahme der zweiten
Sprühdüse das Festigkeitspotential der Legierung ein wenig rascher ab, jedoch beträgt
der Abfall des Festigkeitspotentials etwa 137.000 kPa (19.900 psi). Dieses ist eine
Verbesserung von etwa 56% geringerer Festigkeitspotentialverlust gegenüber der einzigen
Sprühdüse und der Luftabschreckung. Eine dritte Sprühdüse verbessert die Zunahme
des Festigkeitspotential um weitere 40% gegenüber 2 Sprühdüsen und 78% gegenüber
einer einzigen Sprühdüse und Luftabschreckung. Diese Verbesserung erfolgt ohne eine
physikalische Verwertung des Bandes der Metalllegierung, die es zu vermeiden gilt.
Das Band war in diesem Fall eine Aluminiumlegierung der Reihe 6111 entsprechend
dem Kennzeichensystem der Aluminum Association und war 1 mm (0,04 inch) dick bei
einer horizontalen Umsetzung von 100 fpm. Die Temperatur der Wärmebehandlung betrug
näherungsweise 570°C (1.060°F).
Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung wurden die Versuchsdaten
unter Erzeugung der Kurven in 6a und 6b
umgerechnet. Die Kurve 30 zeigt den Temperaturabfall des Bandes, wenn die
Sprühdüsen in der Flüssigabschreckkammer 10 weiter weg von dem Ofen austritt
angeordnet werden und entsprechen der Anordnung 21, 22,
21a und 22a. Die Kurve 31 zeigt den Temperaturabfall
des Streifens, wenn die Sprühzonen dichter an dem Ofenaustritt angeordnet wurden
und entsprechen einer Sprühzonenanordnung bei 23, 24,
23a und 24a. 6b zeigt Kurven
32 und 33. Kurve 32 entspricht der Bandtemperatur-Kurve
30 und Kurve 33 entspricht der Bandtemperatur-Kurve
31. Kurve 32 zeigt, dass das Festigkeitspotential einfach dadurch
erhöht werden kann, dass die Sprühzonen von dem Ofenaustritt weiter entfernt werden.
Bei dem gleichen Temperaturabfall und der gleichen Zahl von Sprühzonen gewährt eine
Versetzung der Sprühdüsen eine Zunahme des Festigkeitspotentials von 1.035 kPa (150
psi).
Es wird festgestellt, dass Abschreckgeschwindigkeiten durch mehrere
verschiedene Variablen beeinflusst werden können, die sich verwenden lassen, um
einen anderen Apparat 1 zu konstruieren und auf andere kalt verarbeitete
und/oder erhitzte Legierung angewendet werden. Beispielsweise lässt sich die Verweilzeit
dadurch variieren, dass die Länge des Durchlaufes und/oder die Zeitdauer des Durchlaufes
geändert werden. Anstelle von 30 m/min (100 fpm) bei einer Abschreckkammer von 1,2
m (4 ft.) könnte die Länge des Durchlaufes beispielsweise variiert werden auf 2,4
m (8 ft.) der Abschreckkammer bei einer Durchlaufgeschwindigkeit von 15 m/min (50
fpm). Es ist absolut vorstellbar im Rahmen der Praxis der vorliegenden Erfindung,
dass die Flüssigabschreckung in einer stationären Betriebsweise für ein geschmiedetes
oder gegossenes Produkt ausgeführt wird. Diese Abhängigkeit lässt sich auch über
die Zahl der Düsen variieren, obgleich eine vierte Düse in der vorstehend ausgeführten
Veranschaulichung in 6 die Festigkeit nicht erhöht hatte. Der Einfluss
auf die Festigkeit variiert von Legierung zu Legierung und hängt von Tcrit
und TL ab. Der letztbestimmende Einfluss auf die Länge des Durchlaufes
und/oder die Verweilzeit in der Abschreckkammer ist die verabreichte Wärmebehandlung.