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Dokumentenidentifikation DE19641673B4 01.09.2005
Titel Axialgleitlager
Anmelder ABB Turbo Systems AG, Baden, CH
Erfinder Loos, Markus, Baden, CH;
Werro, Jean-Yves, Spreitenbach, CH;
Wohlrab, Raimund, Dr., Baden, CH
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Anmeldedatum 11.10.1996
DE-Aktenzeichen 19641673
Offenlegungstag 16.04.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.09.2005
IPC-Hauptklasse F16C 17/04
IPC-Nebenklasse F04D 29/04   F02C 6/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Axialgleitlager gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. eine Schwimmscheibe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.

Zur Lagerung von Turboladern werden häufig hydrodynamische Gleitlager eingesetzt. Als Axialgleitlager kommen üblicherweise Festsegmentlager zum Einsatz. Diese bestehen aus einem fest mit dem Lagergehäuse verbundenen Lagerkörper mit einer profilierten Kreisringfläche und einer mit der Welle rotierenden, ebenen Gleitfläche des sogenannten Lagerkamms. Die profilierte Seite weist mehrere radiale Schmiernuten sowie entsprechende Keil- und Rastflächen auf (s. DE 32 44 893 A1). Sie kann ebenso am Lagerkamm angeordnet sein.

Beim Betrieb des Turboladers baut sich aufgrund der Scherströmung des Schmieröls zwischen der ebenen und der profilierten Fläche ein tragfähiger, hydrodynamischer Schmierfilm auf. Die Schmierfilmdicke hängt unter anderem von der Belastung des Lagers ab und kann bei hohen Druckverhältnissen mit ca. 20 &mgr;m sehr klein werden.

In der Regel wird die Schmierung eines solchen Axialgleitlagers vom Schmiersystem der mit dem Turbolader verbundenen Brennkraftmaschine übernommen. Dabei wird deren relativ grosser Schmierölstrom nur grob gefiltert, d.h. mit einer Maschenweite von etwa 35 bis 50 &mgr;m. Aufgrund seiner hohen Drehzahlen und der engen Schmierspalte benötigt der Turbolader jedoch Schmieröl feinerer Konsistenz. Eine separate Filtrierung für den Turbolader ist meist nicht möglich bzw. zu aufwendig und deshalb relativ teuer (s. DE 44 11 617 A1).

Bei hohen Druckverhältnissen kann die minimale Schmierfilmdicke insbesondere am Axialgleitlager kleiner werden als die grössten Schmutzpartikel, welche das Motorfilter passieren. Dies kann einen frühzeitigen Verschleiss der Lagerflächen, speziell der Keilflächen verursachen. Wenn jedoch die minimal erforderliche Keilfläche des Lagers unterschritten wird, ist dieses nicht mehr betriebssicher. In diesem Fall muss mit einem baldigen Ausfall des Lagers gerechnet werden. Demnach ist das Axialgleitlager von Turboladern ein verschleissgefährdetes Bauteil.

Aus dem DE 78 19 938 U1 ist ein Axialgleitlager für Abgasturbolader bekannt, bei dem eine zwischen dem feststehenden Lagerkörper und dem drehenden Lagerkamm angeordnete Schwimmscheibe auf der Turboladerwelle geführt wird. Die Schwimmscheibe weist eine Mehrflächengeometrie mit beidseitig angeordneten, spiralförmigen Ölnuten auf, welche bis hin zu einem Berührungsbereich mit dem Lagerkörper bzw. dem Lagerkamm auslaufen. Mit Hilfe dieser Nuten wird zwischen dem Lagerkörper und der Schwimmscheibe einerseits sowie zwischen der Schwimmscheibe und dem Lagerkamm andererseits, jeweils ein Schmierfilm aufgebaut.

Bei einer solchen Lösung mit Schwimmscheibe wird sowohl die Verlustleistung des Turboladers verringert als auch, aufgrund des doppelten Schmierspaltes, das Schiefstellungskompensationsvermögen seines Schublagers erhöht. Zusätzlich wird die relative Geschwindigkeit durch die Scheibendrehung auf etwa die halbe Läuferdrehzahl reduziert und damit das Verschleissverhalten des Schublagers deutlich verbessert. Allerdings kann bei einer solchen Schwimmscheibe die minimale Schmierfilmdicke ebenfalls kleiner sein als die grössten Schmutzpartikel des Schmieröls, so dass auch mit ihrem Einsatz die oben beschriebenen Nachteile nicht beseitigt werden können.

Aus der DD 49 087 ist ein gattungsgemäßes Axialgleitlager bekannt, welche mehrere radiale Schmierölnuten und daran anschließende Keilflächen aufweist. Am radialen Ende der Schmierölnuten sind Spülbohrungen vorgesehen, um einen ausreichenden Öldurchfluss zur Kühlung des Lagers zu erreichen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein einfaches und kostengünstiges Axialgleitlager zu schaffen, bei dem der Verschleiss durch Schmutzpartikel im Schmieröl verringert und die Lebensdauer verbessert wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Axialgleitlager gemäß Anspruch 1 bzw. durch eine Schwimmscheibe gemäß Anspruch 9 gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Die zum Druckaufbau im Schmierfilm erforderliche profilierte Kreisringfläche des Schmierspaltes ist um die oder mit der Welle rotierend ausgebildet. Sie weist mehrere radial angeordnete Schmierölnuten sowie jeweils eine an diese in Umfangsrichtung anschliessende Keilfläche auf. Zwischen jeder Keilfläche sowie der ihr benachbarten Schmierölnut ist eine Rastfläche ausgebildet. Die Schmierölnuten werden nach radial aussen von einem Dichtsteg begrenzt.

Der Dichtsteg ist im Bereich der Schmierölnuten mit zu diesen und ebenfalls nach radial aussen offenen Schmutznuten ausgestattet. Aufgrund dieser Ausbildung rotieren die Schmierölnuten und mit ihnen die radial aussen angeordneten Schmutznuten, so dass die im grob gereinigten Schmieröl enthaltenen grösseren Schmutzpartikel vor Erreichen des Schmierspaltes, genauer im Bereich der Schmierölnuten, auszentrifugiert werden. Dabei wird wegen der in den radialen Schmierölnuten auf das Gemisch von Schmieröl und Schmutzpartikeln wirkenden Fliehkraft eine Separierung erreicht. Die Schmutzpartikel werden aufgrund ihrer grösseren Dichte nach aussen gedrängt und mit dem Schmierölstrom durch die Schmutznuten nach aussen abgeschleudert. Damit wirken die Schmutznuten gewissermassen als Bypass für den zwischen den Rastflächen der profilierten Kreisringfläche und der ebenen Gleitfläche des Lagerkörpers am engsten ausgebildeten Schmierspalt.

In einer ersten Ausgestaltungsform der Erfindung sind die profilierte Kreisringfläche am Lagerkamm und die ebene Gleitfläche am Lagerkörper angeordnet. Demnach rotiert das Schmieröl in den Schmierölnuten mit der Welle und die Schmutzpartikel werden über die Schmutznuten auszentrifugiert. Aufgrund des somit verringerten Verschleisses der Keilflächen des Schmierspaltes kann die Standzeit eines Kammlagers vorteilhaft erhöht werden.

Bei einer zweiten Ausgestaltungsform der Erfindung ist zwischen dem Lagerkamm und dem Lagerkörper eine Schwimmscheibe angeordnet. Diese weist beidseitig eine profilierte Kreisringfläche auf. Sowohl der Lagerkamm als auch der Lagerkörper sind mit einer ebenen Gleitfläche ausgebildet. Dabei rotiert das Schmieröl in den beiden Schmierölnuten der Schwimmscheibe um die Welle und die Schmutzpartikel werden ebenfalls über die Schmutznuten auszentrifugiert. Eine Kombination dieser an sich bekannten Schwimmscheibe mit den Schmutznuten verbessert das Verschleissverhalten des Lagers nachhaltig.

Besonders vorteilhaft besitzen jede Keilfläche eine Eintrittskeiltiefe und jede Schmutznut eine Tiefe, wobei letztere dem 0,5- bis 3-fachen der Eintrittskeiltiefe entspricht. In diesem Grössenbereich sind die Schmutznuten so dimensioniert, dass einerseits die groben Schmutzpartikel die Öffnung der entsprechenden Schmutznut leicht passieren können und andererseits der Schmierölstrom durch diese Schmutznuten nicht zu gross wird.

Das im Schmierölkreislauf der Brennkraftmaschine angeordnete Filter hat eine solche Maschenweite, mit deren Hilfe das Schmieröl dem Bedarf der Brennkraftmaschine entsprechend grob gefiltert wird. Die Tiefe jeder Schmutznut entspricht zumindest dem 2-fachen dieser Maschenweite des Filters. Eine solche Tiefe verhindert vorteilhaft Verstopfungen der Schmutznuten.

Es ist besonders zweckmässig, wenn die Tiefe jeder Schmutznut geringer als die 2-fache Eintrittskeiltiefe der entsprechenden Keilfläche ausgebildet ist. Damit kann die zum Ableiten der Schmutzpartikel benötigte Ölmenge, respektive der Ölverbrauch verringert werden.

In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Lagerung eines mit einer Brennkraftmaschine verbundenen Abgasturboladers dargestellt. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung des gemeinsamen Schmierölkreislaufs der Brennkraftmaschine und des Abgasturboladers;

2 einen Teillängsschnitt durch den Abgasturbolader, im Bereich seines Axialgleitlagers;

3 eine Ansicht der profilierten Kreisringfläche des Lagerkammes entlang der Linie 111-111 in 2;

4 einen Schnitt durch den Lagerkamm entlang der Linie IV-IV in 3;

5 einen vergrösserten Ausschnitt der 3, im Bereich der Verbindung von Schmierölnut und Schmutznut;

6 einen vergrösserten Ausschnitt der 4, im Bereich der Schmutznut;

7 eine Darstellung analog der 2, jedoch mit der zwischen Lagerkörper und Lagerkamm angeordneten Schwimmscheibe;

8 einen Schnitt durch die Schwimmscheibe entlang der Linie VIII-VIII in 7;

9 einen Schnitt durch die Schwimmscheibe entlang der Linie IX-IX in 8.

Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigt. Nicht dargestellt ist von der Anlage beispielsweise der Abgasweg von der Brennkraftmaschine zum Abgasturbolader, einschliesslich der Aufladung der Brennkraftmaschine. Die Strömungsrichtung des Schmieröls und die Drehrichtung der profilierten Kreisringfläche sind mit Pfeilen bezeichnet.

Der Schmierölkreislauf 1 besteht aus einer Ölwanne 2, einer Schmieröl 3 aus der Ölwanne 2 in eine Ölleitung 4 liefernden Ölpumpe 5, einem Filter 6, einer Verzweigung 7 der Ölleitung 4 zu einer als Dieselmotor ausgebildeten Brennkraftmaschine 8 bzw. zu einem Abgasturbolader 9 und aus jeweils einer Rückführleitung 10, 11 zur Ölwanne 2. Der nur schematisch dargestellte Abgasturbolader 9 besitzt eine Verdichterseite 12 und eine Turbinenseite 13, die über eine Welle 14 miteinander verbunden sind. Sowohl verdichter- als auch turbinenseitig ist zur Lagerung der Welle 14 jeweils ein Radialgleitlager 15 angeordnet. Zwischen den Radialgleitlagern 15 ist zur Aufnahme der Axialkräfte des Abgasturboladers 9 ein Axialgleitlager 16 ausgebildet. (1).

Das Axialgleitlager 16 besteht aus einem Lagergehäuse 17 und einem mit einem Lagerzapfen 18 der Welle 14 fest verbundenen, drehenden Lagerkamm 19, der mit einem feststehenden Lagerkörper 20 zusammenwirkt. Im Lagerkörper 20 ist eine als radialer Ölkanal ausgebildete Ölzuführung 21 angeordnet, die an ihrem äusseren Ende mit dem gemeinsamen Schmierölkreislauf 1 der Brennkraftmaschine 8 und des Abgasturboladers 9 verbunden ist. Der radiale Ölkanal 21 weist an seinem inneren Ende einen Ringkanal 22 auf (2).

An seiner dem Lagerkamm 19 zugewandten Seite besitzt der Lagerkörper 20 eine ebene Gleitfläche 23, während die dem Lagerkörper 20 zugewandte Seite des Lagerkammes 19 mit einer profilierten Kreisringfläche 24 ausgestattet ist (2, 3). Zwischen der profilierten Kreisringfläche 24 und der ebenen Gleitfläche 23 ist ein die Tragfähigkeit des Axialgleitlagers 16 bestimmender Schmierspalt 25 ausgebildet.

Die profilierte Kreisringfläche 24 besteht aus mehreren an jeweils eine radiale Schmierölnut 26 in Umfangsrichtung anschliessenden Keilflächen 27. Im Bereich zwischen jeder Keilfläche 27 und der ihr benachbarten Schmierölnut 26 ist jeweils eine ebene Rastfläche 28 angeordnet. Sowohl die Schmierölnuten 26 als auch die Keilflächen 27 werden nach radial aussen von einem Dichtsteg 29 begrenzt. Letzterer weist im Bereich der Schmierölnuten 26 zu diesen offene, radial ausgerichtete Schmutznuten 30 auf. Nach radial aussen, d.h. in Richtung des Lagergehäuses 17 sind die Schmutznuten 30 ebenfalls offen ausgebildet (3 bis 6). Am Lagerkamm 19, genauer an der Basis seiner profilierten Kreisringfläche 24 ist eine Ringnut 31 ausgebildet, welche die Schmierölnuten 26 miteinander und mit dem Ringkanal 22 des Lagerkörpers verbindet.

Der Schmierspalt 25 ist zwischen den Rastflächen 28 der profilierten Kreisringfläche 24 und der ebenen Gleitfläche 23 des Lagerkörpers 20 am engsten ausgebildet. Die Keilflächen 27 weisen eine Eintrittskeiltiefe 32 und die Schmutznuten 30 eine Tiefe 33 auf, wobei letztere das 1,5-fache der Eintrittskeiltiefe 32 beträgt (6). Das in der 1 nur schematisch gezeigte Filter 6 hat eine nicht dargestellte Maschenweite, bezüglich dieser die Tiefe 33 der Schmutznuten 30 auf etwa das 3fache vergrössert ist. Dabei besitzen die Schmutznuten 30 eine Nutweite 34, welche etwa um die Breite des Schmierspaltes 25 gegenüber ihrer Tiefe 33 vergrössert ist. Ausschliesslich zum Zweck der Darstellung der Schmutznuten 30 in der 2 wurde ihre Nutweite 34 gegenüber den anderen Bauteilen überdimensioniert.

Beim Betrieb des Dieselmotors 8 wird das benötigte Schmieröl 3 mittels der Ölpumpe 5 aus der Ölwanne 2 gefördert und im Filter 6 grob gereinigt. Von dort aus gelangt das Schmieröl 3 über eine Verzweigung 7 in der Ölleitung 4 zu den nicht dargestellten Lagerstellen des Dieselmotors 8 bzw. zu den beiden Radialgleitlagern 15 und dem Axialgleitlager 16 des Abgasturboladers 9 (1).

Im Axialgleitlager 16 wird das Schmieröl 3 durch den radialen Ölkanal 21 des feststehenden Lagerkörpers 20, dessen Ringkanal 22 und die Ringnut 31 des Lagerkammes 19 zu den Schmierölnuten 26 gefördert (2). Aufgrund der somit permanenten Beaufschlagung der Schmierölnuten 26 aus dem Schmierölkreislauf 1, der Rotation der profilierten Kreisringfläche 24 des Lagerkammes 19 und des aussen angeordneten Dichtstegs 29 gelangt das Schmieröl 3 ausgehend von den Schmierölnuten 26 jeweils über die Keilflächen 27 in den sich verengenden Schmierspalt 25 (3). Von dort aus wird es durch die Scherströmung in Richtung der Rastflächen 28 gezogen und zum grössten Teil seitlich über den Dichtsteg 29 hinweg ausgepresst, wobei sich zwischen diesem und der ebenen Gleitfläche 23 des Lagerkörpers 20 der engste Schmierspalt 25 ausbildet. Gleichzeitig wird das in den radialen Schmierölnuten 26 mit der Welle 14 rotierende Schmieröl 3 durch die Fliehkraftwirkung separiert. Dabei werden die Schmutzpartikel aufgrund ihrer grösseren Dichte nach aussen gedrängt und mit einem Teilstrom des Schmieröls 3 durch die Schmutznuten 30 nach aussen abgeschleudert (5).

Letztlich fliesst sowohl der durch den Schmierspalt 25 geleitete Hauptstrom als auch der durch die Schmutznuten 30 geführte Teilstrom des Schmieröls 3, einschliesslich der Schmutzpartikel, durch einen im Lagergehäuse 17 ausgebildeten Ölablauf 35 ab und wird über die Rückführleitung 11 in die Ölwanne 2 des Dieselmotors 8 abgeleitet (1, 2).

In einem zweiten Ausführungsbeispiel ist zwischen dem feststehenden Lagerkörper 20 und dem drehenden Lagerkamm 19 eine Schwimmscheibe 36 angeordnet (7). Diese besitzt beidseitig eine profilierte Kreisringfläche 24', welche analog der Kreisringfläche 24 des Lagerkammes 19 im ersten Ausführungsbeispiel ausgebildet ist. Demnach besteht jede Kreisringfläche 24' aus mehreren radialen Schmierölnuten 26' mit an diese in Umfangsrichtung anschliessenden Keilflächen 27' und ebenen Rastflächen 28'. Die Schmierölnuten 26' und die Keilflächen 27' werden nach radial aussen von einem Dichtsteg 29' begrenzt, wobei dieser analog dem ersten Ausführungsbeispiel ausgebildete Schmutznuten 30' aufweist. Die Schmierölnuten 26' der beiden Kreisringflächen 24' sind untereinander über schräge Ausnehmungen 37 im Inneren der Schwimmscheibe 36 verbunden (8, 9). Sowohl der Lagerkamm 19 als auch der Lagerkörper 20 sind auf ihrer der Schwimmscheibe 36 zugewandten Seite mit einer ebenen Gleitfläche 23' ausgestattet (7). Der weitere Aufbau des Axialgleitlagers 16' stimmt im wesentlichen mit dem des ersten Ausführungsbeispiels überein.

Bei dieser Ausbildung des Axialgleitlagers 16' wird auf beiden Seiten der Schwimmscheibe 36 jeweils ein Schmierspalt 25' ausgebildet. Der erste Schmierspalt 25' ist zwischen der ebenen Gleitfläche 23' des Lagerkörpers 20 und der dieser zugewandten, profilierten Kreisringfläche 24' der Schwimmscheibe 36 und der zweite zwischen der ebenen Gleitfläche 23' des Lagerkammes 19 und der dieser zugewandten, profilierten Kreisringfläche 24' der Schwimmscheibe 36 angeordnet. Hierbei erfolgt das Separieren und Herausschleudern der Schmutzpartikel des Schmieröls 3 im wesentlichen wie beim ersten Ausführungsbeispiel. Im Unterschied dazu rotieren die profilierten Kreisringflächen 24' der Schwimmscheibe 36 nicht mit der, sondern um die Welle 14, was die Reinigungswirkung der Schmutznuten 30' jedoch nicht beeinträchtigt. Da die relative Geschwindigkeit in den Schmierspalten 25' durch die Drehung der Schwimmscheibe 36 auf etwa die halbe Drehzahl der Welle 14 reduziert wird, kann das Verschleissverhalten des Axialgleitlagers 16' und insbesondere seiner Keil- 27' und Rastflächen 28' deutlich verbessert werden.

1Schmierölkreislauf 2Ölwanne 3Schmieröl 4Ölleitung 5Ölpumpe 6Filter 7Verzweigung 8Brennkraftmaschine, Dieselmotor 9Abgasturbolader 10Rückführleitung, von 8 11Rückführleitung, von 9 12Verdichterseite 13Turbinenseite 14Welle 15Radialgleitlager 16Axialgleitlager 17Lagergehäuse 18Lagerzapfen 19Lagerkamm 20Lagerkörper 21Ölzuführung, radialer Ölkanal 22Ringkanal 23Gleitfläche, eben 24Kreisringfläche, profiliert 25Schmierspalt 26Schmierölnut, radial 27Keilfläche 28Rastfläche 29Dichtsteg 30Schmutznut 31Ringnut 32Eintrittskeiltiefe 33Tiefe, von 30 34Nutweite 35Ölablauf 36Schwimmscheibe 37Ausnehmung 16'Axialgleitlager 23'Gleitfläche, von 19 und 20 24'Kreisringfläche, von 36 25'Schmierspalt 26'Schmierölnut, radial 27'Keilfläche 28'Rastfläche 29'Dichtsteg 30'Schmutznut

Anspruch[de]
  1. Axialgleitlager zur Lagerung der Welle (14) eines mit einer Brennkraftmaschine (8) verbundenen und über deren Schmierölkreislauf (1) mit in einem Filter (6) grob gereinigtem Schmieröl (3) versorgten Abgasturboladers (9), bestehend aus

    a) einem fest mit einem Lagergehäuse (17) verbundenen Lagerkörper (20),

    b) einem mit der Welle (14) rotierenden Lagerkamm (19), und

    c) zumindestens einem zwischen Lagerkörper (20) und Lagerkamm (19) ausgebildeten Schmierspalt (25, 25'), welcher von einer profilierten Kreisringfläche (24, 24') und einer ebenen Gleitfläche (23, 23') gebildet wird und mit einer Schmierölzuführung verbunden ist,

    d) wobei die profilierte Kreisringfläche (24, 24')

    – um die oder mit der Welle rotierend ausgebildet ist,

    – mehrere radial angeordnete Schmierölnuten (26, 26')

    – und jeweils eine mit diesen in Umfangsrichtung verbundene Keilfläche (27, 27') aufweist,

    e) wobei die Schmierölnuten (26, 26') nach radial aussen von einem Dichtsteg (29, 29') begrenzt werden,

    dadurch gekennzeichnet,

    f) dass der Dichtsteg (29, 29') im Bereich der Schmierölnuten (26, 26') zu diesen und nach aussen offene Schmutznuten (30, 30') aufweist,

    g) und dass zwischen jeder Keilfläche (27, 27') und der ihr benachbarten Schmierölnut (26, 26') eine Rastfläche (28, 28') ausgebildet ist.
  2. Axialgleitlager gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die profilierte Kreisringfläche (24) am Lagerkamm (19) und die ebene Gleitfläche (23) am Lagerkörper (20) angeordnet sind.
  3. Axialgleitlager gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Lagerkamm (19) und dem Lagerkörper (20) eine Schwimmscheibe (36) mit beidseitig einer profilierten Kreisringfläche (24') angeordnet ist und sowohl der Lagerkamm (19) als auch der Lagerkörper (20) mit einer ebenen Gleitfläche (23') ausgebildet sind.
  4. Axialgleitlager gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Keilfläche (27, 27') eine Eintrittskeiltiefe (32) und jede Schmutznut (30, 30') eine Tiefe (33) besitzen und letztere dem 0,5- bis 3-fachen der Eintrittskeiltiefe (32) entspricht.
  5. Axialgleitlager gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Schmierölkreislauf ein Filter (6) mit einer Maschenweite vorgesehen ist, und dass die Tiefe (33) der Schmutznuten (30, 30') zumindest dem 2-fachen der Maschenweite entspricht.
  6. Axialgleitlager gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe (33) der Schmutznuten (30, 30') geringer ist als die 2-fache Eintrittskeiltiefe (32) ausgebildet ist.
  7. Axialgleitlager gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmutznuten jeweils eine Nutweite (34) aufweisen, die etwa um die Breite des Schmierspaltes (25) gegenüber ihrer Tiefe vergrößert ist.
  8. Abgasturbolader, dadurch gekennzeichnet, dass ein Axialgleitlager gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 vorgesehen ist.
  9. Schwimmscheibe für ein Axialgleitlager zur Lagerung der Welle (14) eines mit einer Brennkraftmaschine (8) verbundenen und über deren Schmierölkreislauf (1) mit in einem Filter (6) grob gereinigtem Schmieröl (3) versorgten Abgasturboladers (9), die zwischen einem fest mit einem Lagergehäuse (17) verbundenen Lagerkörper (20) und einem mit einer Welle (14) rotierenden Lagerkamm (19) vorgesehen ist,

    a) wobei die Schwimmscheibe (36) beidseitig eine profilierte Kreisringfläche (24') aufweist, die

    – mehrere radial angeordnete Schmierölnuten (26, 26')

    – und jeweils eine mit diesen in Umfangsrichtung verbundene Keilfläche (27, 27') aufweist,

    b) wobei die Schmierölnuten (26, 26') nach radial aussen von einem Dicht-steg (29, 29') begrenzt werden,

    dadurch gekennzeichnet,

    c) dass der Dichtsteg (29, 29') im Bereich der Schmierölnuten (26, 26') zu diesen und nach aussen offene Schmutznuten (30, 30') aufweist,

    d) und dass zwischen jeder Keilfläche (27, 27') und der ihr benachbarten Schmierölnut (26, 26') eine Rastfläche (28, 28') ausgebildet ist.
  10. Schwimmscheibe gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jede Keilfläche (27, 27') eine Eintrittskeiltiefe (32) und jede Schmutznut (30, 30') eine Tiefe (33) besitzen und letztere dem 0,5- bis 3-fachen der Eintrittskeiltiefe (32) entspricht.
  11. Schwimmscheibe gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe (33) der Schmutznuten (30, 30') geringer ist als die 2-fache Eintrittskeiltiefe (32) ausgebildet ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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