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Dokumentenidentifikation DE202004009686U1 01.09.2005
Titel Ein- oder mehrfarbig bedruckte Textilbahn
Anmelder CCS digital-fabric GmbH, 40239 Düsseldorf, DE
Vertreter Vomberg, F., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 42653 Solingen
DE-Aktenzeichen 202004009686
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.09.2005
Registration date 28.07.2005
Application date from patent application 18.06.2004
IPC-Hauptklasse D03D 1/00
IPC-Nebenklasse D03D 15/00   

Beschreibung[de]

In der plakativen Werbung sind zunächst bedruckte Papierbahnen auf Litfasssäulen oder Wänden aufgeklebt worden, was zwei Nachteil hatte: Zum einen müssen zumindest von Zeit zu Zeit die aufgeklebten Papierbahnen entfernt werden, zum anderen wird eine solche plakative Werbung nur tagsüber oder bei Dunkelheit dann beachtet, wenn die Werbung angestrahlt wird. Zum Teil verhindern jedoch unterschiedliche Reflektionen sowie Absorptionen der Oberfläche die gewünschte Wirkung. In Großgebäuden, insbesondere Flughäfen und Bahnhöfen ist man daher dazu übergegangen, die Werbemittel, zumeist teillichttransparente Papierbahnen oder Kunststofffolien, von hinten zu beleuchten, so dass eine gleichmäßig hinterleuchtete Werbefläche entsteht. Im einfachsten Fall werden hierzu zwischen zwei planparallelen Glasplatten entsprechende Papier- oder Folienbahnen eingelegt. Papierbahnen haben den Nachteil, nicht knitterfrei zu sein, bereits eine Knickfalte ist bei einer von hinten beleuchteten Papierbahn als dunkele Linie sichtbar. Aus diesem Grund ist es erforderlich, betreffende Papierbahnen oder Kunststofffolien aufzurollen und vor Ort zu der Aufspannweite abzurollen. Bei großflächigen Werbungen führt dies zum Teil zu nicht unerheblichen Transportproblemen.

Die Verbesserung der Drucktechnik ermöglicht inzwischen auch das Bedrucken von Textilgewebe, die den Vorteil haben, faltbar, spannbar, knitterfrei, waschbar und in gewissen Maßen dehnbar zu sein. Durch entsprechende Materialwahl kann auch das Erfordernis einen Flammenhemmung erfüllt werden. Textilstoffe bestehen aus einem netzartigen Gewebematerial, das aus Kettfäden ausgebildet ist, die von Schussfäden gekreuzt werden. Zwischen den sich kreuzenden Reihen und Spalten von Kett- und Schussfäden besitzt das Gewebe offene Poren, was bei einer Hinterleuchtung einer bedruckten Textilbahn dazu führt, dass durch die Poren die die Textilbahn rückseitig anstrahlende Lichtquelle deutlich sichtbar ist. Aber selbst wenn es gelingt, die Dichte einer bedruckten Textilbahn derart zu erhöhen, dass die Poren schließlich einen kaum mit dem Auge noch wahrnehmbaren Durchmesser besitzen, zeichnen sich die Konturen der Lichtquellen, z.B verwendeter Leuchtstoffröhren für den Betrachter der rückseitig beleuchteten Textilbahn ab.

Grundsätzlich ist es zwar möglich, bedruckte Textilbahnen zwischen zwei planparallelen Glasplatten einzuspannen, von denen die hintere aus einem Milchglas (Opalglas) besteht, jedoch erfordert dies einen relativ hohen Arbeitsaufwand.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine ein- oder mehrfarbig bedruckte Textilbahn zu schaffen, die bei rückseitiger Bestrahlung porenfrei erscheint und eine gleichmäßige Lichtverteilung gewährleistet, bei der die Konturen der Leuchtquelle für den Betrachter nicht, zumindest kaum wahrnehmbar sind.

Diese Aufgabe wird durch die ein- oder mehrfarbig bedruckte Textilbahn nach Anspruch 1 gelöst, die dadurch gekennzeichnet ist, dass auf der einen Seite der Farbdruck und auf der gegenüberliegenden Seite der Textilbahn eine homogene Beschichtung aufgetragen ist, die lichtdurchlässig, lichtstreuend und flexibel ist. Eine solche Beschichtung hat somit die optische Wirkung, die „Poren zu schließen", ohne dass die Vorteile einer Textilbahn, insbesondere deren Faltbarkeit, Spannbarkeit und Waschbarkeit verloren gehen. Die lichtstreuende Wirkung der Beschichtung führt dazu, dass das von hinten auf die Beschichtung auftreffende Licht derart diffus gestreut wird, dass die Textilbahn homogen ausgeleuchtet erscheint.

Prinzipiell können alle für Textilbahnen nach dem Stand der Technik bekannten Druckverfahren verwendet werden, vorzugsweise wird jedoch ein Thermosublimations-Farbdruck verwendet. Hierunter wird ein Druckverfahren verstanden, bei dem die Farbpigmente unmittelbar vom festen in den gasförmigen Zustand überführt werden. Beispielsweise lassen sich Graphiken mit Transferpressen mittels Hitze und Druck auf Polyester oder polyesterbeschichtete Stoffe transferieren. Bei einem anderen Verfahren wird ein Farbband verwendet, das aus mehreren hintereinander folgenden Trägerfolien mit den Farben Cyan, Magenta und Gelb, gegebenenfalls auch Schwarz besteht, die jeweils die gleiche Breite wie die zu bedruckende Stoffbahn haben. Der Druck wird vorgenommen, indem ein Thermodruckkopf mit winzigen Heizelementen, mit denen die Stoffbahn erhitzt wird, die Farbe in die Stoffbahn eindampft, wobei über die Temperatur der verwendeten Heizelemente im Thermodruckkopf die Menge der eingebrachten Farbe und deren Tonwert einstellbar ist. Das Thermosublimations-Farbdruckverfahren (auch als dye-Sublimation bezeichnet) arbeitet geruchsneutral und erzeugt UV-stabile Drucke, die weißbruchfrei sind, d.h. nicht abblättern.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung besteht die Beschichtung aus einem elastischen Kunststoff, vorzugsweise aus Polyurethan oder Silikon. Solche Kunststoffe haben vorteilhafter Weise technische Eigenschaften, die gut auf die verwendeten Textilbahnen abgestimmt sind, insbesondere sind sie in gewünschter Weise dehnbar und elastisch, so dass die beschichteten Textilbahnen gut aufspannbar sind. Die Beschichtung ist vorzugsweise 10 &mgr;m bis 30 &mgr;m dick. Diese Dicke reicht aus, um die gewünschte Lichtstreuung erzeugen zu können und wirkt sich im Hinblick auf die Gesamtdicke der Textilbahn praktisch nicht aus.

Weiterhin vorzugsweise ist die Beschichtung (ebenso wie die Textilbahn) bis 250°C temperaturstabil. Je nach gewähltem Druckverfahren, insbesondere Thermodruckverfahren, ist es in den Fällen, in denen zunächst die Beschichtung und dann der Farbdruck aufgetragen werden, ohnehin erforderlich, dass die Beschichtung bei den Thermodruck-Temperaturen stabil ist. Darüber hinaus kann bei der geforderten Temperaturstabilität eine unerwünschte Verformung oder Farbänderung der Beschichtung, auch unter extremen Bedingungen, wie Sonneneinstrahlungen, sicher vermieden werden. Im Übrigen ist es selbstverständlich wünschenswert bei den für die Werbung verwendeten textilen beschichteten Stoffbahnen die gegebenen Normen in Bezug auf die Flammenhemmung zu erfüllen.

Nach einer weiteren Ausgestaltung ist es möglich die Beschichtung als Verbundwerkstoff mit lichtstreuenden faser- oder kugelförmigen Einlagerungen zu versehen und/oder Weißpigmente in gleichmäßiger Verteilung einzubringen. Durch diese Maßnahmen kann die Lichtstreuung noch verstärkt werden, so dass eine von hinten beleuchtete Textilbahn dem Betrachter durch die „dotierte" Beschichtung als selbstleuchtender Körper erscheint.

Als Grundgewebestoff (Textil) wird vorzugsweise Polyester verwendet, was insbesondere die Brandschutzbestimmungen leicht erfüllen lässt.

Wie bereits erwähnt und im übrigen nach dem Stand der Technik bekannt, besitzen die Textilbahnen randseitig angeordnete Spannmittel wie Leisten, elastische Bänder oder ähnliches, die es erlauben, die Folien auf einem Trägerrahmen anzuordnen und straff und damit faltenfrei zu spannen.

Weitere Details der vorliegenden Erfindung werden anhand der Zeichnungen erörtert. Es zeigen:

1 eine Schnittansicht eines Teils einer bedruckten Textilbahn nach der vorliegenden Erfindung, und

2 eine auf einen quaderförmigen Rahmen aufgespannte Textilbahn.

Wie 1 zu entnehmen ist, ist die Textilbahn 10 rückseitig mit einer Beschichtung 11 aus Polyurethan oder Silikon versehen. Während Silikon eine sehr hochwertige elastische und langlebige Beschichtung darstellt, die insbesondere eine hohe Reißfestigkeit als auch UV-Stabilität besitzt, ist Polyurethan hochwertig, flexibel und besitzt eine hohe Dichte, die zur Lichtstreuung optimal ausgenutzt werden kann. Die Beschichtung 11 ist fest haftend über die gesamte Rückseite des Polyester-Gewebestoffes aufgetragen. Die Textilbahn 10 ist an ihrer Vorderseite 12 (nach rückseitiger Beschichtung) mittels eines Thermosublimations-Druckverfahrens mehrfarbig bedruckt worden. Die beschichtete Stoffbahn kann randseitig mit elastischen Bändern, Klettverschlüssen, Spannleisten oder ähnlichen Spannmitteln versehen sein, wie dies grundsätzlich nach dem Stand der Technik bekannt ist. Vorteilhafter Weise kann die beschichtete und bedruckte Textilbahn gefaltet transportiert werden, da sie sich nach Entfaltung knitterfrei aufspannen lässt. Die gewählten Beschichtungsmaterialien sind elastisch, dehnbar, temperaturstabil, lichtdurchlässig und lichtstreuend, insbesondere gut haftend und nicht brüchig.

Eine Anwendungsform zeigt 2, bei der auf einem (nicht sichtbaren) quaderförmigen Holzgestell allseitig eine Textilbahn aufgespannt ist, die durch mehrere Lichtquellen im Inneren des quaderförmigen Gehäuses beleuchtet wird. Eine solche aufgespannte Textilbahn lässt sich als verschiebbarer Werbeträger oder Raumteiler benutzen.

Hauptanwendungsgebiet sind jedoch wandbefestigte Leuchttafeln, über deren Peripherie bedruckte Textilbahnen gespannt werden können. Diese Leuchttafeln lassen den Austausch von bedruckten Textilbahnen als Werbeträger zu, die nach der Abnahme und dem Zusammenfalten jederzeit knitterfrei wieder aufspannbar sind.


Anspruch[de]
  1. Ein- oder mehrfarbig bedruckte Textilbahn (10), dadurch gekennzeichnet, dass auf einer Seite (12) der Farbdruck und auf der gegenüberliegenden Seite der Textilbahn (10) eine homogene Beschichtung (11) aufgetragen ist, die lichtdurchlässig, lichtstreuend und flexibel ist.
  2. Textilbahn nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen Thermosublimations-Farbdruck.
  3. Textilbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (11) aus einem elastischen Kunststoff (vorzugsweise aus Polyurethan oder Silikon) besteht.
  4. Textilbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung 10 &mgr;m bis 30 &mgr;m dick ist.
  5. Textilbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung bis 250°C temperaturstabil ist.
  6. Textilbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (11) ein Verbundwerkstoff mit lichtstreuenden faser- oder kugelförmigen Einlagerungen ist und/oder Weißpigmente in gleichmäßiger Verteilung enthält.
  7. Textilbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch einen bedruckten und beschichteten Gewebestoff aus Polyester.
  8. Textilbahn nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch randseitig angeordnete Spannmittel.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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