Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Größenklassierung von Ammoniumsulfatkristallen
unter Verwendung eine Siebes, wobei das Verfahren das Zuführen einer Ausgangssuspension
zu dem Sieb, wobei die Ausgangssuspension die Ammoniumsulfatkristalle in einer Ammoniumsulfatlösung
umfaßt, und das Größenklassieren der Ammoniumsulfatkristalle umfaßt.
Verfahren zur Größenklassierung von Ammoniumsulfatkristallen werden
in JP-A-3150217 und in JP-A-426512 beschrieben. In den bekannten Verfahren wird
eine Suspension, die aus einem Kristallisator stammt und die Ammoniumsulfatlösung
und Ammoniumsulfatkristalle umfaßt, zu einem Sieb geführt. Unter Verwendung des
Siebes wird die Suspension in eine grobe Kristallfraktion und in eine feine Kristallfraktion
getrennt. Die feine Kristallfraktion wird zu dem Kristallisator rückgeführt, die
grobe Kristallfraktion wird getrocknet, um als Produkt Ammoniumsulfatkristalle zu
erhalten.
Die bekannten Verfahren haben den Nachteil, daß die Öffnungen des
Siebes durch die Ammoniumsulfatkristalle verstopft werden, was zu einer weniger
effektiven Trennung führt.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren bereitzustellen, in
dem das Verstopfen der Öffnungen verhindert wird, oder zumindest um ein erhebliches
Ausmaß verringert wird.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß beide Seiten
des Siebes während der Größenklassierung in Flüssigkeit eingetaucht gehalten werden.
Gemäß der Erfindung wird eine Ausgangssuspension, welche die größenzuklassierenden
Ammoniumsulfatkristalle umfaßt, zu dem Sieb geführt. Die erfindungsgemäße Größenklassierung
führt zu einer Permeatsuspension und einer Produktsuspension, die aus dem Sieb entfernt
werden können. Die Permeatsuspension umfaßt Ammoniumsulfatkristalle, die durch die
Öffnungen des Siebes befördert worden sind, und eine Ammoniumsulfatlösung, die durch
die Öffnungen des Siebes befördert worden ist. Die Produktsuspension umfaßt Ammoniumsulfatkristalle,
die nicht durch die Öffnungen des Siebes befördert worden sind, und eine Ammoniumsulfatlösung,
die nicht durch die Öffnungen des Siebes befördert worden ist.
Gemäß der Erfindung werden beide Seiten des Siebes in Flüssigkeit
eingetaucht gehalten. Wie hierin verwendet, soll das Eingetauchthalten beider Seiten
des Siebes in Flüssigkeit bedeuten, daß die Seite des Siebes, an der die Ausgangssuspension
zugeführt wird, ebenso wie die Seite des Siebes, aus der die Permeatsuspension entfernt
wird, in Flüssigkeit eingetaucht gehalten wird. Als Ergebnis des Eingetauchthaltens
wird der Kontakt des Siebes mit Luft, und insbesondere der Öffnungen des Siebes
mit Luft, verhindert. Ohne an irgendeine wissenschaftliche Theorie gebunden zu sein,
wird angenommen, daß dies das Auftreten der Kristallisation von Ammoniumsulfat aus
der Ammoniumsulfatlösung verhindert oder zumindest verringert, und im Ergebnis das
Verstopfen der Öffnungen des Siebes verringert. Die Flüssigkeit in der beide Seiten
des Siebes eingetaucht gehalten werden, ist bevorzugt eine Ammoniumsulfatlösung
und/oder eine Suspension, die Ammoniumsulfatkristalle in einer Ammoniumsulfatlösung
umfaßt.
Beide Seiten des Siebes können durch irgendein geeignetes Verfahren
in Flüssigkeit eingetaucht gehalten werden, bevorzugt durch die Auswahl und/oder
die Kontrolle der Flußrate der Ausgangssuspension, der Flußrate der Permeatsuspension
und/oder der Flußrate der Produktsuspension relativ zueinander, so daß beide Seiten
des Siebes in Flüssigkeit eingetaucht gehalten werden. Dies kann durch irgendein
geeignetes Verfahren herbeigeführt werden, zum Beispiel durch die Verwendung von
Einlässen und Auslässen mit den geeigneten Ausmaßen, durch Verwendung von Überläufen
oder durch die Verwendung von einem oder mehreren einstellbaren Ventilen.
Vorzugsweise wird von einer Siebvorrichtung Gebrauch gemacht, die
eine erste Kammer, eine zweite Kammer und das Sieb umfaßt, wobei das Sieb eine Trennung
zwischen der ersten Kammer und der zweiten Kammer bildet, wobei das Verfahren die
Zuführung der Ausgangssuspension in die erste Kammer, die Entfernung der Permeatsuspension
aus der zweiten Kammer und die Entfernung der Produktsuspension aus der ersten Kammer
umfaßt. Wird eine solche Siebvorrichtung verwendet, können beide Seiten des Siebes
auf wirksame Art und Weise in Flüssigkeit eingetaucht werden. Das Sieb kann die
erste Kammer und die zweite Kammer auf irgendeine geeignete Art und Weise trennen.
Die Siebvorrichtung kann eine Hülle umfassen, wobei das Sieb die Hülle in die erste
Kammer und die zweite Kammer teilt. Die Vorrichtung kann ebenso ein inneres Gefäß,
zum Beispiel ein Rohr, wobei die Wand des inneren Gefäßes das Sieb enthält, und
ein äußeres Gefäß umfassen, worin der Teil der Wand des inneren Gefäßes, der das
Sieb umfaßt, von dem äußeren Gefäß umgeben ist. Bevorzugt erstreckt
sich ein Ende des inneren Gefäßes, insbesondere ein Ende des Rohrs, durch eine Wand
des äußeren Gefäßes.
Bevorzugt umfaßt die Ausgangssuspension, die in das Sieb geführt wird,
weniger als 50 Vol.-%, stärker bevorzugt weniger als 40 Vol.-%, insbesondere weniger
als 30 Vol.-%, genauer gesagt weniger als 25 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle, bezogen
auf das Volumen der Ausgangssuspension. Wird die zuvor genannte Siebvorrichtung
verwendet, umfaßt die Ausgangssuspension, die in die erste Kammer geführt wird,
weniger als 50 Vol.-%, stärker bevorzugt weniger als 40 Vol.-%, insbesondere weniger
als 30 Vol.-%, genauer gesagt weniger als 25 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle, bezogen
auf das Volumen der Ausgangssuspension. Die Verringerung des Prozentsatzes der Kristalle
in der Ausgangssuspension hat den Vorteil, daß die Beförderung erleichtert wird,
und daß ein höherer Prozentsatz an feinen Kristallen abgetrennt werden kann, ohne
daß das Sieb trocken läuft. Es gibt keine spezielle untere Grenze für den Prozentsatz
der Kristalle in der Ausgangssuspension. Im allgemeinen ist der Prozentsatz an Kristallen
in der Ausgangssuspension größer als 0,1 Vol.-%, bevorzugt größer als 0,5 Vol.-%,
stärker bevorzugt größer als 1 Vol.-%, insbesondere größer als 2 Vol.-%, bezogen
auf das Volumen der Ausgangssuspension.
Bevorzugt umfaßt die Produktsuspension, die aus dem Sieb entfernt
wird, weniger als 70 Vol.-%, stärker bevorzugt weniger als 60 Vol.-%, insbesondere
weniger als 50 Vol.-%, genauer gesagt weniger als 40 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle,
bezogen auf das Volumen der Produktsuspension. Wird die zuvor genannte Siebvorrichtung
verwendet, umfaßt die Produktsuspension, die aus der zweiten Kammer entfernt wird,
weniger als 70 Vol.-%, stärker bevorzugt weniger als 60 Vol.-%, insbesondere weniger
als 50 Vol.-%, genauer gesagt weniger als 40 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle, bezogen
auf das Volumen der Produktsuspension. Die Verringerung des Prozentsatzes der Kristalle
in der Produktsuspension hat den Vorteil, daß die Beförderung der Produktsuspension
erleichtert wird.
Die Ammoniumsulfatkonzentration in der wässerigen Ammoniumsulfatlösung
ist nicht auf einen spezifischen Wert eingeschränkt. Im allgemeinen enthält die
Ammoniumsulfatlösung zumindest 1 Gew.-% an gelöstem Ammoniumsulfat, bevorzugt zumindest
5 Gew.-%, stärker bevorzugt zumindest 10 Gew.-%, insbesondere zumindest 20 Gew.-%,
genauer gesagt zumindest 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der Ammoniumsulfatlösung.
Im allgemeinen ist die Ammoniumsulfatkonzentration kleiner als 60 Gew.-%, bevorzugt
kleiner als 50 Gew.-%, stärker bevorzugt kleiner als 45 Gew.-%, bezogen auf das
Gewicht der Ammoniumsulfatlösung.
Bevorzugt findet die Beförderung der Suspension an der Seite des Siebes,
an der die Ausgangssuspension zugeführt wird, in einer im wesentlichen parallelen
Richtung zu dem Sieb statt. Wird die zuvor genannte Siebvorrichtung verwendet, findet
die Beförderung der Suspension in der ersten Kammer bevorzugt in einer im wesentlichen
parallelen Richtung zu dem Sieb statt. Das hat den Vorteil, daß die Blockierung
der Öffnungen durch Ammoniumsulfatkristalle weiter verringert wird. Bevorzugt findet
die Beförderung der Suspension an der Seite des Siebes, an der die Ausgangssuspension
zugeführt wird (wenn die zuvor genannte Siebvorrichtung verwendet wird, in der ersten
Kammer), bei einer Rate von zumindest 0,01 m/s in paralleler Richtung zum Sieb,
stärker bevorzugt zumindest 0,05 m/s, insbesondere zumindest 0,1 m/s, genauer gesagt
zumindest 0,25 m/s, statt. Die Erhöhung der Flußraten erleichtert die Entfernung
der Ammoniumsulfatkristalle aus dem Sieb.
Bevorzugt umfaßt das Verfahren das Abwischen von Ammoniumsulfatkristallen
aus dem Sieb mit mechanischen Mitteln, bevorzugt an der Seite des Siebes, an der
die Ausgangssuspension zugeführt wird. Dies erleichtert weiter die Entfernung der
Ammoniumsulfatkristalle aus dem Sieb. Beispiele geeigneter mechanischer Mittel umfassen
Schabemittel, einen Rührer, eine Rotationsschraube. Wird die zuvor genannte Siebvorrichtung
verwendet, befinden sich die mechanischen Mittel bevorzugt im Inneren der ersten
Kammer. In einer bevorzugten Ausführungsform bildet mindestens ein Teil der Wand
der ersten Kammer einen Zylinder, wobei der zylinderförmige Teil mindestens einen
Teil des Siebes beinhaltet, wobei die mechanischen Mittel im Inneren der ersten
Kammer vorliegen und wobei die mechanischen Mittel (zum Beispiel Schabemittel, Rührer,
Schraube) um eine Achse parallel zu der Längsachse des Zylinders rotiert werden
können. Vorteilhafterweise kann ein Russel Eco Self Cleaning Filter®
verwendet werden.
Die Größenklassierung umfaßt die Beförderung von Ammoniumsulfatkristallen,
die eine ausreichend kleine Größe aufweisen, durch die Öffnungen des Siebes. Ammoniumsulfatkristalle,
für die die Öffnungen des Siebes durchlässig sind, d. h. Ammoniumsulfatkristalle
mit einer ausreichend kleinen Größe, damit sie durch die Öffnungen des Siebes durchpassen,
können als feine Kristalle und/oder als Kristalle unter einer vorbestimmten Größe
bezeichnet werden. Ammoniumsulfatkristalle, für die die Öffnungen des Siebes nicht
durchlässig sind, d. h. Ammoniumsulfatkristalle mit einer solchen Größe, daß sie
nicht durch die Öffnungen des Siebes durchpassen, können als grobe Kristalle und/oder
als Kristalle über einer vorbestimmten Größe bezeichnet werden.
Wird eine Ausgangssuspension, die feine Kristalle und grobe Kristalle umfaßt, zu
dem Sieb geführt, wird als ein Ergebnis der Größenklassierung zumindest ein Teil
der feinen Kristalle von den groben Kristallen getrennt.
Die Ausmaße der Öffnungen des Siebes sind nicht auf einen speziellen
Wert oder auf irgendeine Form beschränkt. Bevorzugt haben die Öffnungen des Siebes
solche Ausmaße, daß sie für Kristalle mit einem Durchmesser von 0,05 mm, stärker
bevorzugt zumindest 0,1 mm, insbesondere zumindest 0,2 mm, und genauer gesagt zumindest
0,5 mm, durchlässig sind. Bevorzugt beträgt der Durchmesser der Öffnungen des Siebes
mindestens 0,05 mm, stärker bevorzugt mindestens 0,1 mm, insbesondere 0,2 mm, und
genauer gesagt 0,5 mm. Bevorzugt haben die Öffnungen des Siebes solche Ausmaße,
daß sie für Kristalle mit einem Durchmesser von 10 mm, stärker bevorzugt 5 mm, am
stärksten bevorzugt 2 mm nicht durchlässig sind.
Bevorzugt stammt die Ausgangssuspension aus einem Kristallisator.
Bevorzugt wird mindestens ein Teil der Permeatsuspension in den Kristallisator
eingeführt.
Gegebenenfalls wird die Ammoniumsulfatlösung, die aus der Permeatsuspension
und/oder der Produktsuspension stammt, zum Beispiel durch Filtration getrennt, in
die Ausgangssuspension eingeführt, und/oder in die erste Kammer eingeführt, bevorzugt
über die Ausgangssuspension. Das hat den Vorteil, daß die Konzentration an Ammoniumsulfatkristallen
in der Ausgangssuspension verringert wird.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
1 ist eine schematische Darstellung einer
bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsform
In dieser bevorzugten Ausführungsform wird von einer Vorrichtung Gebrauch
gemacht, die (siehe 1) ein inneres Rohr 1
(die erste Kammer) und ein äußeres Rohr 2 (zweite Kammer) umfaßt. In dem
äußeren Rohr 2 befindet sich ein Auslaß 5. Das Sieb
3 befindet sich in der Wand des inneren Rohres 1. Eine Verengung
4 befindet sich am unteren Ende der Vorrichtung. Der Verbindungspunkt des
inneren Rohres 1 und des äußeren Rohres 2 wird mittels einer flüssigkeitsdichten
Versiegelung verschlossen. Die Ausgangssuspension 6 tritt in das innere
Rohr 1 von oben ein. Die Suspension 7 fließt dann entlang des
Siebes 3. Feine Ammoniumsulfatkristalle und die Ammoniumsulfatlösung
8 wandern durch die Öffnungen in das äußere Rohr 2 und verlassen
das äußere Rohr 2 durch den Auslaß 5. Der Strom, der den Auslaß
5 verläßt, ist die Permeatsuspension. Die Produktsuspension 9
verläßt das innere Rohr 1 durch das untere Ende. Die Vorrichtung kann in
vertikaler Position angeordnet werden, dies ist jedoch nicht notwendig.
Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele veranschaulicht,
ohne daß sie hierauf beschränkt ist.
Beispiel I
Eine Ausgangssuspension aus 19 Gew.-% Ammoniumsulfatkristallen in
einer wässerigen Ammoniumsulfatlösung (43 Gew.-% Ammoniumsulfat gelöst in Wasser)
als die kontinuierliche Phase wurde unter Verwendung der in 1
gezeigten Vorrichtung klassiert. Das innere Rohr 1 war ein Metallrohr mit
einem Innendurchmesser von 25 mm. In der Wand dieses Rohrs befanden sich über eine
Länge von 20 cm vier Reihen mit Schlitzen, die 1,4 mm breit und 5 cm lang waren.
Die Schlitze waren 1 mm voneinander getrennt. Die Längsrichtung der Schlitze war
parallel zur Längsrichtung des inneren Rohrs. Ein einstellbares Ventil wurde für
die Verengung am unteren Ende des inneren Rohres verwendet. Das äußere Rohr
2 hatte einen Innendurchmesser von etwa 30 cm. Die Ausgangssuspension wurde
von oben bei einer Flußrate von 3 m3 pro Stunde in das innere Rohr eingespeist.
Die Ströme wurden so kontrolliert, daß die Flußrate der Produktsuspension gleich
der Flußrate der Permeatsuspension war. Es wurden Proben sowohl von der Ausgangssuspension
als auch von der Produktsuspension genommen. Die Proben wurden wie folgt analysiert.
1. Die Probe wurde mit Hilfe eines „Büchner-Trichters" filtriert.
2. Die erhaltenen Kristalle wurden mit einer Waschflüssigkeit, die aus 36,2
Gew.-% Methanol, 54,5 Gew.-% Wasser mit 9,3 Gew.-% darin gelöstem Ammoniumsulfat
besteht, gewaschen.
3. Die Kristalle wurden zweimal mit Methanol gewaschen.
4. Die Kristalle wurden mit Diethylether gewaschen.
5. Die Kristalle wurden bei einer Temperatur von 40°C getrocknet.
Tabelle 1 zeigt die Teilchengrößenverteilung der Ammoniumsulfatkristalle
in der Ausgangssuspension und die Teilchengrößenverteilung der Ammoniumsulfatkristalle
in der Produktsuspension. Die Menge an Kristallen mit einem Durchmesser von < 1,25
mm ist durch das Verfahren der Erfindung um 37% verringert worden.
Beispiel II
Das in Beispiel I beschriebene Verfahren wurde wiederholt. In diesem
Beispiel enthielt die Ausgangssuspension 4 Gew.-% Ammoniumsulfatkristalle.
Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 gezeigt.
Die Menge der Kristalle mit einem Durchmesser von < 1,25 mm ist um
52% verringert worden.
Beispiel III
Das in Beispiel I beschriebene Verfahren wurde wiederholt. Die zu
klassierende Ammoniumsulfatsuspension enthielt 8,5 Gew.-% Ammoniumsulfatkristalle.
Bei der Befreiung von Feststoffen durch Filtration wurde die Permeatsuspension zu
der Ammoniumsulfatsuspension zugegeben, so daß eine Ausgangssuspension, die 4,3
Gew.-% Ammoniumsulfatkristalle enthält, erhalten wurde. Die Flußrate der Ausgangssuspension
betrug 1,9 m3/h. Die Ströme wurden so kontrolliert, daß die Flußrate
der Produktsuspension gleich der Flußrate der Permeatsuspension war.
Die Ergebnisse werden in Tabelle 1 gezeigt. Die Menge an Teilchen
mit einem Durchmesser von < 1,25 mm wurde um 50% verringert.
Die Beispiele I bis III können ohne oder nur mit eingeschränktem Auftreten
von Verstopfung der Öffnungen des Siebes fortgesetzt werden. Werden die Beispiele
I bis III mit dem Unterschied wiederholt, daß beide Seiten des Siebes nicht in Flüssigkeit
eingetaucht werden (als Vergleichsexperiment), muß das Verfahren aufgrund des Auftretens
von Verstopfung und Kristallisation auf dem Sieb unterbrochen werden.
Beispiel IV
Eine Ausgangssuspension aus 6,5 Gew.-% Ammoniumsulfatkristallen in
einer Ammoniumsulfatlösung mit 43 Gew.-% gelöstem Ammoniumsulfat als die kontinuierliche
Phase wurde unter Verwendung der in 1 gezeigten Vorrichtung
klassiert, die in diesem Fall jedoch mit einem Rührer, der eine Schraube ist, ausgestattet
war. Das innere Rohr 1 war ein Metallrohr mit einem Innendurchmesser von
107 mm. In der Wand dieses Rohrs befanden sich über eine Gesamtlänge von 37,2 cm
Schlitze mit einer Breite von 1,4 mm. Die Schlitze waren 1 mm voneinander getrennt.
Das äußere Rohr 2 hatte einen Innendurchmesser von etwa 17 cm. Die Ausgangssuspension
wurde von oben bei einer Flußrate von 23 m3 pro Stunde in das innere
Rohr eingespeist. Die Ströme wurden so kontrolliert, daß die Flußrate der Produktsuspension
gleich der Flußrate der Permeatsuspension war. Es wurden Proben sowohl von der Permeatsuspension
als auch von der Produktsuspension genommen. Die Proben wurden wie folgt analysiert.
1. Die Probe wurde mit Hilfe eines „Büchner-Trichters" filtriert.
2. Die erhaltenen Kristalle wurden mit einer Waschflüssigkeit, die aus 36,2
Gew.-% Methanol, 54,5 Gew.-% Wasser mit 9,3 Gew.-% darin gelöstem Ammoniumsulfat
besteht, gewaschen.
3. Die Kristalle wurden zweimal mit Methanol gewaschen.
4. Die Kristalle wurden bei einer Temperatur von 40°C getrocknet.
5. Die Teilchengrößenverteilung der Kristalle wurde durch Siebanalyse bestimmt.
Tabelle 2 zeigt die Teilchengrößenverteilung der Ammoniumsulfatkristalle
in der Permeatsuspension und die Teilchengrößenverteilung der Ammoniumsulfatkristalle
in der Produktsuspension. Tabelle 3 zeigt die Gesamtkonzentration der Kristalle
in der Ausgangs- und der Produktsuspension und den Massefluß von Feinteilchen, die
mit jedem Strom mitkommen. Die Menge an Kristallen mit einem Durchmesser von < 1,4
mm ist durch das Verfahren der Erfindung um 49% verringert worden.
Beispiel V
Das in Beispiel IV beschriebene Verfahren wurde wiederholt. In diesem
Beispiel enthielt die Ausgangssuspension 5,4 Gew.-% Ammoniumsulfatkristalle, während
die Öffnung der Schlitze 0,5 mm betrug. Der Einspeisungsfluß betrug 21 m3/h.
Die Ströme wurden so kontrolliert, daß die Flußrate der Produktsuspension gleich
der Flußrate der Permeatsuspension war.
Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 und Tabelle 3 gezeigt. Die Menge
der Kristalle mit einem Durchmesser von < 0,5 mm ist um 60% verringert worden.
Beispiel VI
Das in Beispiel IV beschriebene Verfahren wurde wiederholt. Die zu
klassierende Ammoniumsulfatsuspension enthielt 26 Gew.-% Ammoniumsulfatkristalle.
Die Flußrate der Ausgangssuspension betrug 14 m3/h und die Schlitzöffnung
betrug 0,5 mm. Die Ströme wurden so kontrolliert, daß die Flußrate der Produktsuspension
das 1,5fache der Flußrate der Permeatsuspension betrug.
Die Ergebnisse werden in Tabelle 2 und Tabelle 3 gezeigt. Die Menge
der Teilchen mit einem Durchmesser von < 0,5 mm ist um 39% verringert worden.
Tabelle 1Tabelle 2Tabelle 3
Anspruch[de]
Verfahren zur Größenklassierung von Ammoniumsulfatkristallen unter
Verwendung eines Siebes, wobei das Verfahren
das Zuführen einer Ausgangssuspension zu dem Sieb, wobei die Ausgangssuspension
die Ammoniumsulfatkristalle in einer Ammoniumsulfatlösung umfaßt,
das Größenklassieren der Ammoniumsulfatkristalle und
das Eingetauchthalten beider Seiten des Siebes in Flüssigkeit während der Größenklassierung
umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Verfahren
das Entfernen einer Permeatsuspension von dem Sieb, wobei die Permeatsuspension
Ammoniumsulfatkristalle und Ammoniumsulfatlösung umfaßt, welche durch die Öffnungen
des Siebes befördert worden sind, und
das Entfernen einer Produktsuspension von dem Sieb, wobei die Produktsuspension
Ammoniumsulfatkristalle und Ammoniumsulfatlösung umfaßt, welche nicht durch die
Öffnungen des Siebes befördert worden sind,
umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 2, wobei eine Siebvorrichtung verwendet wird,
wobei die Siebvorrichtung eine erste Kammer, eine zweite Kammer und das Sieb umfaßt,
wobei das Sieb einen Trenneinsatz zwischen der ersten Kammer und der zweiten Kammer
bildet und wobei das Verfahren
das Einleiten der Ausgangssuspension in die erste Kammer,
das Entfernen der Permeatsuspension aus der zweiten Kammer und
das Entfernen der Produktsuspension aus der ersten Kammer
umfaßt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Verfahren das Kontrollieren der Flußrate der in die erste Kammer eintretenden
Ausgangssuspension, der Flußrate der die zweite Kammer verlassenden Permeatsuspension
und/oder der Flußrate der die erste Kammer verlassenden Produktsuspension derart,
daß beide Seiten des Siebes in Flüssigkeit eingetaucht bleiben,
umfaßt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Ausgangssuspension,
welche dem Sieb zugeführt wird, weniger als 25 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle umfaßt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, wobei die Produktsuspension,
welche von dem Sieb entfernt wird, weniger als 50 Vol.-% Ammoniumsulfatkristalle
umfaßt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei eine Beförderung
der Suspension auf der Seite des Siebes, zu welcher die Ausgangssuspension zugeführt
wird, in einer Richtung stattfindet, welche im wesentlichen parallel zu dem Sieb
ist.
Verfahren nach Anspruch 7, wobei eine Beförderung der Suspension auf
der Seite des Siebes, zu welcher die Ausgangssuspension zugeführt wird, mit einer
Rate von mindestens 0,01 m/s in einer Richtung stattfindet, welche parallel zu dem
Sieb ist.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Verfahren
das Abstreifen von Ammoniumsulfatkristallen von dem Sieb mit mechanischen Mitteln
umfaßt.
Verfahren nach Anspruch 9, wobei die in Anspruch 3 definierte Siebvorrichtung
verwendet wird und wobei die mechanischen Mittel im Inneren der ersten Kammer vorliegen.
Verfahren nach Anspruch 10, wobei mindestens ein Teil der Wand der
ersten Kammer einen Zylinder bildet, wobei der zylinderförmige Teil der Wand mindestens
einen Teil des Siebes beinhaltet, wobei die mechanischen Mittel im Inneren der ersten
Kammer vorliegen und wobei die mechanischen Mittel um eine Achse parallel zu der
Längsachse des Zylinders rotiert werden können.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die Ausgangssuspension
feine Kristalle, für welche die Öffnungen des Siebs durchlässig sind, und grobe
Kristalle, für welche die Öffnungen des Siebs undurchlässig sind, umfaßt, und wobei
das Verfahren das mindestens teilweise Abtrennen der feinen Kristalle von den groben
Kristallen umfaßt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei ein Kontakt der
Öffnungen des Siebes mit Luft verhindert wird.