Die vorliegende Erfindung betrifft eine Polar-Loop-Sendeschaltung.
Der GSM(Global System for Mobile Communications)-Standard ist der
weltweit bei weitem erfolgreichste Mobilfunkstandard. Als Vielfachzugriffsverfahren,
mit dem mehrere Teilnehmer zeitgleich mit einer Basisstation kommunizieren können,
wird ein Zeitvielfachzugriffsverfahren, Time Division Multiple Access TDMA, eingesetzt.
Als Modulationsverfahren auf dem Funkkanal wird bei GSM das sogenannte GMSK, Gauß'sches
Minimum Shift Keying, verwendet, welches zur Familie der kontinuierlichen Phasenmodulationsverfahren
gezählt wird. GMSK ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, daß seine modulierten
Signale eine konstante Einhüllende aufweisen, so daß sendeseitig einfache, nichtlineare
Verstärker verwendbar sind.
Um den beispielsweise durch Internet-Anwendungen gestiegenen Bandbreite-Bedarf
im Mobilfunk Rechnung zu tragen, soll neben der bei GSM verwendeten Phasenmodulation
zusätzlich eine Amplitudenmodulation im Funkkanal eingesetzt werden. Zu übertragende
Information wird dann nicht nur in der Signalphase, sondern auch in der Signalamplitude
codiert. Die Einhüllende des Modulationssignals ist dann nicht mehr konstant. Zu
einer derartigen, phasen- und amplitudengetreuen Signalübertragung sind lineare
Senderkonzepte erforderlich.
Neben Kostenaspekten ist bei Mobilfunk-Schaltungen ein geringer Energiebedarf
beziehungsweise ein hoher Wirkungsgrad der Schaltungskomponenten wichtig, um lange
Laufzeiten der Geräte bei kleinen und leichten Batterien oder Akkumulatoren zu
erreichen.
Eine Möglichkeit, eine lineare Senderarchitektur zu erhalten, ist
gekennzeichnet durch den Einsatz eines linearen Leistungsverstärkers (PA, Power
Amplifier), an den über einen Isolator eine Sendeantenne anschließbar ist. Lineare
Leistungsverstärker haben jedoch einen geringeren Wirkungsgrad von ca. 25% bis
35% gegenüber den beim herkömmlichen GSM-Standard verwendbaren nichtlinearen Leistungsverstärkern,
welche einen Wirkungsgrad von ca. 50% erreichen. Der Wirkungsgrad ist dabei als
Quotient aus gesendeter Hochfrequenzleistung und eingesetzter Gleichstromleistung
angegeben. Neben einem erhöhten Energiebedarf ist der erforderliche Isolator am
Antennenausgang sowie die bei diesem Konzept erforderliche, aufwendige Leistungsregelung
mit Einbeziehung des Basisbands nachteilig. Denn auch während des Betriebs, sogar
während eines Sende-Zeitschlitzes (Burst), können sich aufgrund von Temperaturschwankungen,
Versorgungsspannungsschwankungen etc. die Verstärkungseigenschaften der Leistungs-Endstufe
ändern. Zudem können Meß-Bursts beim Einmessen des Senders zu Spezifikationsverletzungen
der zugelassenen Sendeleistung führen.
In dem Dokument US 4,481,672 ist ein Polar-Loop-Sender angegeben.
Dabei wird ein zu sendendes Eingangssignal, welches von einem SSB-Generator bereitgestellt
wird, sowie ein rückgekoppeltes Ausgangssignal, welches mit einem Attenuator gedämpft
und mit einem Mischer in eine tiefere Frequenzebene konvertiert ist, jeweils in
seine Polar-Komponenten, das heißt in Amplitude und Phase, zerlegt. Hierfür ist
ein "Polar Resolver" vorgesehen, der zwei Limiter zur Gewinnung der Phaseninformation
umfaßt. Ein Oszillator wird mit einem Phasendetektor angesteuert, dem die Phasenlagen
beider Signale zugeführt sind. Weiterhin ist ein Differenzverstärker vorgesehen,
der die Amplituden der beiden Signale vergleicht und die Einhüllende eines vom
Oszillator erzeugten Hochfrequenzsignals moduliert. Das Hochfrequenzsignal wird
anschließend mit einem Power Amplifier verstärkt und gefiltert, so daß ein Sendesignal
bereitsteht. Zur Vermeidung negativer Spikes ist zusätzlich eine Spitzenwertabtastung
vorgesehen. Der Polar-Loop-Sender mit Rückkopplungszweig kann auch als Phasenregelschleife
(PLL, Phase Locked Loop) interpretiert werden. Dem Dokument sind keine Hinweise
auf Vielfachzugriffsverfahren entnehmbar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Polar-Loop-Sendeschaltung
anzugeben, welche für Mobilfunksysteme mit Phasen- und Amplitudenmodulation und
zum Senden in Zeitschlitzen geeignet ist und zusätzlich einen geringen Energiebedarf
hat.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mit einer Polar-Loop-Sendeschaltung
gelöst mit
- einem Generator, der ein Eingangssignal bereitstellt,
- einem Oszillator zur Erzeugung eines Hochfrequenz-Signals an seinem Ausgang
in Abhängigkeit von einem Phasenvergleichssignal,
- einem Amplitudenmodulator, der an den Ausgang des Oszillators angeschlossen
ist und an seinem Ausgang in Abhängigkeit von einem Amplitudenmodulationssignal
ein vom Hochfrequenz-Signal abgeleitetes Ausgangssignal bereitstellt,
- einem Rückkopplungspfad mit einem ersten Mischer, der an seinem Ausgang ein
vom Ausgangssignal abgeleitetes Zwischenfrequenz-Signal bereitstellt,
- einem Mittel zum Bereitstellen des Amplitudenmodulationssignals durch Amplitudenvergleich
von Eingangssignal und Zwischenfrequenz-Signal,
- einem Mittel zum Bereitstellen des Phasenvergleichssignals durch Phasenvergleich
von Eingangssignal und Zwischenfrequenz-Signal und
- einem Verstärker, der eingangsseitig mit dem Ausgang des Amplitudenmodulators
und ausgangsseitig mit einem Eingang des ersten Mischers verbunden ist und der
einen Steueranschluß zur Zuführung eines Steuersignals hat.
Bei vorliegender Sendeschaltung kann die als Amplitudenmodulator
bezeichnete Leistungs-Endstufe als nichtlinearer Verstärker ausgeführt sein, welcher
in Sättigung betrieben werden kann. Damit kann ein Verstärker mit großem Wirkungsgrad
von beispielsweise 50% eingesetzt werden.
Die beschriebene Polar-Loop-Architektur mit ihrer Zerlegung von Sendesignal
und Rückkopplungssignal jeweils in Amplitude und Phase zeigt insgesamt lineare
Übertragungseigenschaften. Demnach können Eingangssignale über einen Funkkanal
übertragen werden, welche neben einer Phasenmodulation eine zusätzliche Amplitudenmodulation
haben.
Im Rückkopplungspfad ist ein Verstärker vorgesehen, dem eingangsseitig
das Ausgangssignal der Sendeschaltung zuführbar ist und der ausgangsseitig mit
einem als Abwärtsmischer ausgeführten ersten Mischer verbunden ist. Dieser Verstärker
ist als linearer Verstärker ausgeführt und ist vorzugsweise zur Dämpfung des Ausgangssignals
geeignet ausgelegt. Dieser lineare Verstärker ermöglicht eine kontrollierte Leistungspegeleinstellung
des Ausgangssignals. Weiterhin ermöglicht der Verstärker im Rückkopplungspfad
die Erfüllung von TDMA-Spezifikationen, insbesondere bezüglich der Sende-Zeitschlitze
(Bursts) beispielsweise beim Modulationsverfahren 8PSK, Phase Shift Keying oder
anderen Quadraturamplitudenmodulationen (QAM).
Der hohe, insbesondere mit einem nichtlinearen Amplitudenmodulator
erzielbare Gesamtwirkungsgrad der beschriebenen Sendeschaltung ermöglicht lange
Sprechzeiten beziehungsweise lange Betriebszeiten der Schaltung sowie die Verwendung
kleiner Batterien oder Akkumulatoren bei mobilen Anwendungen. Insbesondere im
Mobilfunk ist dies besonders vorteilhaft.
Die Leistungspegel-Einstellbarkeit mit dem Verstärker im Rückkopplungspfad
vermindert den Aufwand des Leistungspegelabgleiches bei der Fertigung. Durch Anordnung
des linearen Verstärkers zu Beginn des Rückkopplungspfades können die im Rückkopplungspfad
nachgeschalteten Bauteile für geringere Dynamik ausgelegt sein und einen einfachen
Aufbau haben. Die Sendeschaltung zeigt geringe Empfindlichkeit gegenüber Temperatur-
und Betriebsspannungsschwankungen und Rückwirkungen einer am Ausgang anschließbaren
Antenne, so daß ein Isolator am Ausgang des Amplitudenmodulators entfallen kann.
Um eine Abwärtskompatibilität mit den im bisherigen GSM-System eingesetzten
GMSK-Modulationsverfahren zu gewährleisten, kann es wünschenswert sein, sogenannte
Dual-Mode Mobilfunkgeräte aufzubauen. Dabei ist mit dem beschriebenen Prinzip
lediglich ein nichtlinearer Leistungsverstärker im Sender erforderlich, nicht jedoch
ein nichtlinearer für GMSK sowie ein linearer, beispielsweise für 8PSK. Bei Dual-Band-Geräten
können sogar zwei Leistungsverstärker entfallen, da lediglich zwei nichtlineare
Leistungsverstärker anstelle zweier nichtlinearer und zweier linearer Endstufen
notwendig sind. Dualband-Mobilfunkgeräte sind dabei beispielsweise für den GSM-Standard
im 900 MHz-Band und im 1800 MHz-Band geeignet.
Insgesamt ist die beschriebene Polar-Loop-Sendeschaltung mit geringer
Chipfläche, geringem Kostenaufwand und einer einfachen Anbindung an einen Basisband-Baustein
aufbaubar. Die Polar-Loop-Architektur kann eine Linearisierung einer nichtlinearen
Endstufe oder eines nichtlinearen Amplitudenmodulators bezüglich der Sendedaten
bewirken, dabei werden die Sendedaten phasen- und amplitudentreu verstärkt.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist der Amplitudenmodulator ein nichtlinearer, regelbarer Verstärker.
Nichtlineare Verstärker, beispielsweise Klasse C-Verstärker, haben gegenüber linearen
Verstärkern einen deutlich höheren Wirkungsgrad und damit einen geringeren Stromverbrauch.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist
der Verstärker im Rückkopplungspfad ein programmierbarer Verstärker (PGC, Programmable
Gain Control), der das Ausgangssignal dämpft. Dabei ist die Dämpfung des Verstärkers
um so höher, je größer der Signalpegel am Ausgangssignal ist. Der programmierbare
Verstärker stellt dabei an seinem Ausgang einen, abgesehen von durch die Amplitudenmodulation
bedingten Schwankungen, konstanten Signalpegel bereit. Der Verstärker ist bezüglich
seines Eingangssignals, das heißt bezüglich des Ausgangssignals der Sendeschaltung,
ein linearer Verstärker, der ein an seinem Eingang anliegendes Signal linear dämpft.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform ist dem Steueranschluß
des Verstärkers im Rückkopplungszweig ein Steuersignal zuführbar. Mit diesem Steuersignal
ist der Ausgangs-Leistungspegel der gesamten Anordnung regelbar. Das Steuersignal
ist demnach ein Soll-Verstärkungssignal. Da der Verstärker im Zweig einer negativen
Rückkopplung angeordnet ist, ist der Ausgangspegel am Ausgang des Amplitudenmodulators
um so größer, je geringer die Verstärkung des programmierbaren Verstärkers ist.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfaßt
das Mittel zum Bereitstellen des Phasenvergleichssignals einen Phasen- und Frequenzdetektor
mit nachgeschaltetem Tiefpaß-Filter sowie einen ersten Limiter, dem das Zwischenfrequenz-Signal
zuführbar ist und einen zweiten Limiter, dem das Eingangssignal zuführbar ist,
wobei die Limiter ausgangsseitig an je einen Eingang des Phasen- und Frequenzdetektors
anschließbar sind. Der Eingang des ersten Limiters kann mit dem Ausgang des ersten
Mischers gekoppelt sein. Der Eingang des zweiten Limiters kann mit dem Generator
verbunden sein. Der Generator kann als Single-Sideband-Generator, aber auch allgemein
als Modulationsgenerator ausgeführt sein. Der Ausgang des ersten Limiters kann,
beispielsweise über einen Schalter, an einen Eingang des Phasen- und Frequenzdetektors
angeschlossen sein. Der Ausgang des zweiten Limiters kann mit einem weiteren Eingang
des Phasen- und Frequenzdetektors verbunden sein. Der Ausgang des Phasen- und Frequenzdetektors
kann mit dem Eingang eines Tiefpaß-Filters verbunden sein. Der Ausgang des Tiefpaß-Filters
kann an einen Eingang des Oszillators angeschlossen sein. Der Oszillator kann ein
spannungsgesteuerter Oszillator sein.
Der Phasen- und Frequenzdetektor kann zur Bildung einer Differenz
einer Soll- und einer Ist-Phase ausgelegt sein, das heißt zur Differenzbildung
der Phasenlagen von Eingangssignal und Zwischenfrequenz-Signal.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist ein Bypass-Zweig vorgesehen, der einen zweiten Mischer umfaßt, der an den Ausgang
des Oszillators angeschlossen ist und der an seinem Ausgang ein weiteres Zwischenfrequenz-Signal
bereit stellt, welches dem Phasen- und Frequenzdetektor an einem Eingang als Soll-Signal
zuführbar ist. Die beschriebene Sendeschaltung ist für das Senden in Zeitschlitzen
(Bursts) geeignet. Bis zum Beginn eines Sende-Zeitschlitzes steht jedoch kein verwertbares
Ausgangssignal zur Verfügung, so daß auch kein Rückkopplungssignal im Phasen-
und Frequenzdetektor zum Einschwingen der Regelschleife herangezogen werden kann.
Hierfür ist der Bypass-Zweig geeignet, der vor Beginn eines Sende-Zeitschlitzes
aktiv ist und ein am Oszillator VCO ableitbares Signal mit dem zweiten Mischer
in ein Zwischenfrequenz-Signal konvertiert, welches, beispielsweise über einen
Schalter, dem Phasen- und Frequenzdetektor an einem Eingang zuführbar ist. Der
zweite Mischer kann dabei an den gleichen Lokaloszillator angeschlossen sein,
an dem auch der erste Mischer angeschlossen sein kann.
Dadurch, daß mit dem Bypass-Zweig schon vor Sendebeginn eine Regelschleife
geschlossen ist, kann bereits vor Sendebeginn ein Einrasten der Gesamtanordnung,
welche als PLL (Phasenregelschleife) interpretierbar ist, erfolgen.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist
ein Schalter vorgesehen, der abhängig von seiner Schalterstellung entweder den
Ausgang des ersten Limiters mit einem Eingang des Phasen- und Frequenzdetektors
verbindet oder den Ausgang des zweiten Mischers mit einem Eingang des Phasen-
und Frequenzdetektors verbindet.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
umfaßt das Mittel zum Bereitstellen des Amplitudenmodulationssignals einen Differenzverstärker
mit einem Plus-Eingang und einem Minus-Eingang und mit nachgeschaltetem Tiefpaß-Filter,
wobei den Plus-Eingang das gleichgerichtete Eingangssignal und dem Minus-Eingang
das gleichgerichtete Zwischenfrequenz-Signal zuführbar ist.
Zum Gleichrichten von Eingangs- und Zwischenfrequenz-Signal kann
je ein Gleichrichter vorgesehen sein, von denen ein erster Gleichrichter eingangsseitig
am Generator und ausgangsseitig mit einem Eingang des Differenzverstärkers, und
ein zweiter eingangsseitig mit dem Rückkopplungspfad und ausgangsseitig mit einem
weiteren Eingang des Differenzverstärkers verbunden sein kann. An einem Ausgang
des Differenzverstärkers kann ein Tiefpaß-Filter angeschlossen sein, welches an
seinem Ausgang mit dem Steuereingang des Amplitudenmodulators verbunden sein kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zur Gleichrichtung
von Eingangssignal und Zwischenfrequenz-Signal je ein Diodengleichrichter vorgesehen.
Diodengleichrichter sind besonders einfach implementierbar.
In einer weiteren, vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung kann zur Gleichrichtung von Eingangs- und Zwischenfrequenz-Signal je
ein Synchrongleichrichter vorgesehen sein. Die Synchrongleichrichter können dabei
zur Gewinnung der Signal-Einhüllenden zusätzlich über Hilfseingänge mit dem jeweilig
zugehörigen limitierten Signal, beispielsweise mit den Ausgängen der Limiter, verbunden
sein.
In einer weiteren, bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
ist im Rückkopplungspfad ein Ramping-Verstärker vorgesehen, der als linearer, regelbarer
Verstärker ausgeführt ist. Dieser dient zum Einregeln der Leistung des Ausgangssignals
zu Beginn und am Ende von Sende-Zeitschlitzen. Der Ramping-Verstärker ist dabei
bevorzugt mit seinem Eingang an den Ausgang des ersten Mischers angeschlossen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Nachfolgend wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel anhand
der Figur näher erläutert.
Es zeigt:
Die Figur ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand eines Blockschaltbilds.
Die Figur zeigt eine Polar-Loop-Sendeschaltung mit einem Generator
SSB, der an seinem Ausgang ein als Einzelseitenband(Single Side Band)-Signal ausgeführtes
Signal bereitstellt. Der Ausgang des Generators ist zur Zerlegung des Eingangssignals
in Polarkoordinaten an je einen Eingang eines Limiters LIM2 und eines Diodengleichrichters
SG1 angeschlossen. Der Limiter LIM2 stellt an seinem Ausgang eine Phaseninformation
des Eingangssignals bereit, während am Ausgang des Diodengleichrichters SG1 die
Amplitude oder Einhüllende des Eingangssignals ableitbar ist. In einem Phasen-
und Frequenzdetektor PFD wird die vom Limiter LIM2 bereitgestellte Soll-Phaseninformation
mit einer von einem Limiter LIM1 bereit gestellten Ist-Phaseninformation durch
Differenzbildung der Phasenlagen verglichen. Folgerichtig stellt der Phasen- und
Frequenzdetektor PFD an seinem Ausgang ein Phasenvergleichssignal PS bereit. Der
Eingang des Limiters LIM1 ist dabei an einen Rückkopplungspfad RK angeschlossen.
An den Ausgang des Phasen- und Frequenzdetektors PFD ist ein Tiefpaß-Filter TP
angeschlossen, an dessen Ausgang wiederum ein spannungsgesteuerter Oszillator
VCO angeschlossen ist. Ein als Leistungsverstärker ausgeführter Amplitudenmodulator
AM, der ein nichtlinearer, in Sättigung betriebener Verstärker ist, ist mit seinem
Eingang an den Ausgang des spannungsgesteuerten Oszillators VCO angeschlossen.
Der Amplitudenmodulator AM weist einen Steuereingang auf, dem ein Amplitudenmodulationssignal
AS zuführbar ist. Dieses Amplitudenmodulationssignal AS wird von einem Differenzverstärkers
DV bereitgestellt, an dessen Ausgang ein Tiefpaß-Filter angeschlossen ist, wobei
der Ausgang des Tiefpaß-Filters TP mit dem Steuereingang des Amplitudenmodulators
AM verbunden ist. Der Differenzverstärker DV weist einen nicht-invertierenden Eingang
auf, an dem ein erster Diodengleichrichter SG1 angeschlossen ist und einen invertierenden
Eingang, an dem ein zweiter Diodengleichrichter SG2 angeschlossen ist. Der Eingang
des ersten Diodengleichrichters SG1 ist mit dem Generator SSB verbunden, der erste
Diodengleichrichter SG1 stellt demnach an seinem Ausgang die Amplitudeninformation
des Eingangssignals als Soll-Wert bereit. Der Eingang des zweiten Diodengleichrichters
SG2 ist an den Rückkopplungspfad RK angeschlossen und stellt an seinem Ausgang
die Amplitudeninformation beziehungsweise die Einhüllende eines vom Ausgangssignal
abgeleiteten Signals als Ist-Wert bereit. Der Rückkopplungspfad RK beginnt am
Ausgang des Amplitudenmodulators AM, der mit einem Eingang eines programmierbaren
Verstärkers PV verbunden ist. Der programmierbare Verstärker PV weist einen Steueranschluß
S auf. Der Ausgang des programmierbaren Verstärkers PV ist an einen ersten Eingang
eines ersten Mischers M1 angeschlossen. An einen weiteren Eingang des ersten Mischers
M1 ist ein Lokaloszillator LO angeschlossen. Der erste Mischer M1 stellt an seinem
Ausgang ein Zwischenfrequenz-Signal ZF bereit, welches eine Trägerfrequenz aufweist,
die sich durch Subtraktion der Trägerfrequenz von Hochfrequenz-Signal HF und Lokaloszillatorsignal
ergeben kann.
An den Ausgang des ersten Mischers M1 ist mit seinem Eingang ein
Ramping-Verstärker PR angeschlossen, dessen Ausgang zum einen mit dem Eingang des
Limiters LIM1 und zum anderen mit dem Eingang des Diodengleichrichters SG2 verbunden
ist. Der Ramping-Verstärker PR weist einen Anschluß zur Zuführung eines Ramping-Signals
RS auf.
Der Lokaloszillator LO ist weiterhin mit einem Eingang eines zweiten
Mischers M2 verbunden, der das Ausgangssignal des spannungsgesteuerten Oszillators
VCO in ein weiteres Zwischenfrequenzsignal heruntersetzt. Hierfür ist ein weiterer
Eingang des zweiten Mischers M2 an den Ausgang des spannungsgesteuerten Oszillators
VCO angeschlossen. Der zweite Mischer M2 ist mit seinem Ausgang an einen Schalter
SW angeschlossen, der das Ausgangssignal des zweiten Mischers M2 auf einen Eingang
des Phasen- und Frequenzdetektors PFD durchschalten kann.
Am Hochfrequenzausgang OUT ist beispielsweise eine Sendeantenne anschließbar.
Das am Hochfrequenzausgang OUT bereit gestellte Ausgangssignal ist dabei das phasen-
und amplitudentreu verstärkte Eingangssignal, welches am Ausgang des Generators
SSB bereitgestellt ist.
Das am Hochfrequenzausgang OUT der Sendeschaltung bereit gestellte
Ausgangssignal wird mit dem programmierbaren Verstärker PV in dem Rückkopplungspfad
gedämpft. An dessen Ausgang steht somit ein Hochfrequenz-Signal HF mit definiertem
Leistungspegel an, welcher, abgesehen von durch die Amplitudenmodulation hervorgerufenen
Schwankungen, konstant ist. Am Steueranschluß S kann mit einem Steuersignal der
Leistungspegel am Ausgang OUT geregelt werden. Dabei ist der programmierbare Verstärker
PV ein linearer Verstärker, der das an seinem Eingang zuführbare Signal linear
dämpft. Die Spannung des an seinem Ausgang bereitgestellten Hochfrequenz-Signals
HF hingegen hängt nichtlinear von einem an Steueranschluß S zuführbaren Stellsignal
ab und beträgt im vorliegenden Beispiel 2dB pro Least-Significant-Bit-Änderung
des Stellsignals. Mittels eines vom Lokaloszillator LO erzeugbaren Lokaloszillator-Signals
setzt der erste Mischer M1 das Hochfrequenz-Signal HF in ein Zwischenfrequenz-Signal
ZF herunter. Der Power-Ramping-Verstärker PR, dem an seinem Eingang das Zwischenfrequenz-Signal
ZF zuführbar ist, bewirkt zu Beginn eines Sende-Zeitschlitzes (Burst) ein kontrolliertes
Hochregeln der Leistung des Ausgangssignals am Ausgang OUT, sowie entsprechend
zu Ende von Sende-Zeitschlitzen ein kontrolliertes Herunterregeln der Ausgangsleistung
am Ausgang OUT. Hierzu weist der Ramping-Verstärker PR einen Steuereingang auf,
dem ein Ramping-Signal RS zuführbar ist, welches einen Verstärkungs- oder Dämpfungsfaktor
des Ramping-Verstärkers PR steuert.
Durch Aktivieren des Bypass-Pfades BP mit dem Schalter SW wird bereits
vor Beginn des Sende-Zeitschlitzes ein Einrasten der Phasenregelschleife bewirkt,
so daß zu Beginn des Sende-Zeitschlitzes der Schalter SW umgeschaltet wird derart,
daß der Ausgang des Limiters LIM1 mit einem Eingang des Phasen- und Frequenzdetektors
PFD verbunden ist, erst dann setzt das rampenförmige Hochregeln der Ausgangsleistung
der Sendeschaltung ein.
Da der Leistungsverstärker, hier als Amplitudenmodulator AM ausgeführt,
in Sättigung betrieben wird, die notwendige Linearität der Gesamtanordnung jedoch
mittels des Rückkopplungspfades RK in einer Polar-Loop-Sendearchitektur erreicht
wird, ist der Betrieb der Schaltung mit geringem Energiebedarf möglich.
Die Schaltungsmerkmale mit Ramping-Verstärker PR und Bypass-Pfad
BP erlauben eine kontrollierte Leistungspegel-Einstellung am Ausgang OUT und erlauben
somit die Einhaltung von Spezifikations-Grenzwerten, welche üblicherweise bei TDMA-Systemen
vorgesehen sind.
Da der Amplitudenmodulator AM als nichtlinearer, regelbarer Leistungsverstärker
ausgeführt ist, weist er einen hohen Wirkungsgrad auf, das heißt der Quotient aus
Ausgangsleistung und eingesetzter Gleichstromleistung ist verhältnismäßig groß
und liegt im beschriebenen Beispiel bei 50%.
Bei vorliegender Sendeschaltung ist am Ausgang OUT kein Isolator
erforderlich.
Der Generator SSB kann auch als Generator ausgeführt sein, der an
seinem Ausgang ein moduliertes Signal bereitstellt.
Durch die Anordnung des programmierbaren Verstärkers PV zu Beginn
des Rückkopplungspfades RK können die folgenden Stufen im Rückkopplungspfad für
geringe Dynamik ausgelegt sein, sollten jedoch hohen Linearitätsanforderungen genügen.
Das beschriebene Regelkonzept führt zu einer weitgehenden Kompensation
von Temperaturschwankungen und Betriebsspannungsschwankungen. Zudem kann der üblicherweise
bei der Gerätefertigung anfallende, aufwendige Leistungspegelabgleich und der
damit verbundene, zu treibende Aufwand deutlich verringert werden.
Der beschriebene Amplitudenmodulator, der als nichtlinearer Verstärker
ausgeführt ist und der gelegentlich auch als Power-Amplifier, Leistungsverstärker
bezeichnet wird, kann zugleich in einem herkömmlichen GMSK-Modulationsverfahren,
welches beim etablierten GSM-Standard eingesetzt ist, als Leistungsverstärker
dienen, so daß bei zukünftigen Dual-Mode-Geräten nicht zwei Leistungsverstärker,
nämlich ein nichtlinearer und ein linearer, sondern lediglich ein Leistungsverstärker,
nämlich ein nichtlinearer, erforderlich ist. Dies führt zu geringerem Aufwand,
beträchtlicher Kostenersparnis und Chipflächen- beziehungsweise Leiterplattenplatz-Ersparnis.
Die beschriebene Sendearchitektur eignet sich besonders zur Anwendung
bei zukünftigen Mobilfunksystemen, welche auf Modulationsverfahren beruhen, die
neben einer Phasenmodulation zusätzlich eine Amplitudenmodulation aufweisen.