Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Deponieren von Sendungen
durch einen Zusteller in einer elektronischen Schließfachanlage mit mehreren verschließbaren
Fächern nach der deutschen Patentanmeldung DE 103 01 137.4–23.
Die Erfindung betrifft ferner eine elektronische Schließfachanlage
zur Durchführung des Verfahrens zum Deponieren von Sendungen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Deponieren von
Sendungen in einer elektronischen Schließfachanlage bereitzustellen, bei dem die
von einem Zusteller benötigte Zeit zur Beladung mehrerer Fächer gegenüber bekannten
Verfahren reduziert wird.
Aufgabe der Erfindung ist es ferner, eine Schließfachanlage zur Durchführung
eines solchen Verfahrens bereitzustellen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass bei einem
Verfahren zum Deponieren von Sendungen in einer elektronischen Schließfachanlage
mit mehreren verschließbaren Fächern Steuermittel der Schließfachanlage veranlassen,
dass sich zum Deponieren von Sendungen ein oder mehrere Fächer öffnen, und sich
automatisch mindestens ein neues Fach öffnet, sobald ein Fach geschlossen wird und
Erfassungsmittel der Schließfachanlage zuvor Informationen erfasst haben, wobei
die Informationen einer Sendung zugeordnet sind, wonach erfasst wird, wie viel Zeit
seit dem Schließen des Fachs und/oder einer sonstigen Bedienung der Schließfachanlage
verstrichen ist und dass bei Überschreiten eines vorgebbaren Zeitintervalls der
Beladungsvorgang beendet wird.
Das vorgebbare Zeitintervall ist frei wählbar und beträgt vorzugsweise
zwischen 15 Sekunden und 2 Minuten, wobei Werte zwischen 30 und 90 Sekunden besonders
bevorzugt sind.
Eine besonders zweckmäßige Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor,
die Schließfachanlage so auszugestalten, dass nach Verstreichen des Zeitintervalls
keine weiteren Fächer geöffnet und/oder geschlossen werden können.
Durch diese Maßnahme wird verhindert, dass missbräuchliche Gegenstände
in die Paketfachanlage gebracht werden können. Außerdem lässt sich hierdurch die
automatische Beendigung des Beladungsvorgangs auf eine besonders einfache und zweckmäßige
Weise realisieren.
Die Anzahl der Fächer, die sich am Anfang des Beladungsvorgangs öffnen,
kann in den Steuermitteln gespeichert werden. Beispielsweise kann sich nur ein leeres
Fach oder leere Fächer verschiedener Größen öffnen. Eine Schließfachanlage weist
typischerweise Fächer mit unterschiedlichen Abmessungen zur Aufnahme verschiedener
Größen von Sendungen auf. Die Auswahl der am Anfang zu öffnenden
Fachgrößen kann ebenfalls in den Steuermitteln gespeichert sein.
In einer weiteren möglichen Ausführungsform der Erfindung kann der
Zusteller die Anzahl und Größen der zu öffnenden Fächer beispielsweise zu Beginn
des Beladungsvorgangs wählen.
Die Erfindung sieht ferner vor, dass sich automatisch ein neues Fach
öffnet, sobald der Zusteller ein Fach schließt und Erfassungsmittel zuvor einer
Sendung zugeordnete Informationen erfasst haben. Bei diesen Informationen handelt
es sich beispielsweise um einen oder mehrere Identcodes oder sonstige Zeichenfolgen.
Unter den Begriff Erfassungsmittel fallen dabei jegliche zur Erfassung von Informationen
geeignete Mittel, wie beispielsweise Scanner zum Einlesen von Codes, Tastaturen
zum Eingeben von Zeichenfolgen oder Touchscreens.
Schließt ein Zusteller ein Fach, bevor einer Sendung zugehörige Informationen
erfasst wurden, hat es sich als zweckmäßig erwiesen, dass sich das Fach nicht schließen
lässt, sondern sich automatisch wieder öffnet. So kann beispielsweise verhindert
werden, dass eine Sendung durch den Schließ- und gleichzeitigen Bestätigungsvorgang
in einem Fach als gelagert abgespeichert wird, obwohl gar keine Sendung eingebracht
wurde. Schließt der Zusteller dagegen ein Fach, nachdem die zu der deponierten Sendung
gehörigen Informationen ordnungsgemäß erfasst wurden, wird das Schließen des Faches
als Bestätigung gewertet und das Fach als belegt verbucht. Der Zusteller muss den
Vorgang an den Eingabemitteln nicht nochmals bestätigen und den Beginn der Beladung
des nächsten Faches initiieren, sondern dies geschieht erfindungsgemäß automatisch.
In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung kann
der Zusteller den gesamten Beladungsvorgang nur beenden und dazu alle geöffneten
Fächer nacheinander schließen, wenn er zuvor an den Eingabemitteln eine entsprechende
Funktion ausgewählt hat. Nur in dem Fall wird das Schließen eines Faches nicht als
Bestätigung und Buchung eines Faches verbucht. Hat er zuvor einer Sendung zugeordnete
Informationen erfasst, ist ihm dies nicht möglich, da davon ausgegangen werden kann,
dass eine Sendung deponiert wurde und dies nicht ohne Bestätigung und Verbuchung
bleiben darf.
Die Erfindung umfasst ferner eine elektronische Schließfachanlage
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Deponieren von Sendungen durch
einen Zusteller mit Eingabemitteln und Anzeigemitteln zur Durchführung eines Dialogs
mit dem Zusteller, wobei die Eingabemittel in Verbindung mit Steuermitteln stehen,
und die Schließfachanlage mehrere verschließbare Fächer mit Verriegelungsmitteln
aufweist, wobei die Verriegelungsmittel von den Steuermitteln aufgrund von gespeicherten
Anweisungen und über die Eingabemittel eingegebenen Informationen ansteuerbar sind.
Bei den gespeicherten Anweisungen handelt es sich beispielsweise um
Anzahl und Größe der zu öffnenden Fächer am Anfang des Beladungsvorgangs. Bei den
über die Eingabemittel eingegebenen Informationen kann es sich um manuell durch
den Zusteller gewählte Anzahlen und/oder die Auswahl eines Beladungsmodus handeln.
Die Erfindung umfasst ferner eine elektronische Schließfachanlage
zur Durchführung eines Verfahrens zum Deponieren von Sendungen durch einen Zusteller.
Die Schließfachanlage weist Eingabemittel und Anzeigemittel zur Durchführung eines
Dialogs mit dem Zusteller auf, wobei die Eingabe- und Anzeigemittel in Verbindung
mit Steuermitteln stehen. Die Anlage weist außerdem mehrere verschließbare Fächer
mit Verriegelungsmitteln auf, wobei die Verriegelungsmittel von den Steuermitteln
aufgrund von gespeicherten Anweisungen und über die Eingabemittel eingegebenen Informationen
ansteuerbar sind.
Weitere Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der
Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung.
In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung identifiziert
sich ein Zusteller an einer elektronischen Schließfachanlage und loggt sich damit
zu Beginn des Beladungsvorgangs in die Steuerung der Schließfachanlage ein. Die
Identifizierung kann durch verschiedene bekannte Identifizierungsverfahren erfolgen.
Beispielsweise kommt das Eingeben eines Codes oder das Einlesen einer Karte in Betracht.
Elektronische Schließfachanlagen umfassen typischerweise Mittel zur
Steuerung der Anlage in verschiedenen Modi. Zu diesen Steuerungsmitteln zählen beispielsweise
Computermittel und mechanische und/oder elektronische Schaltungen, durch welche
die Schließfachanlage betrieben wird. Insbesondere werden durch die Steuermittel
Verriegelungsmittel der Fachtüren angesteuert und so Fächer geöffnet und geschlossen.
Ferner stehen die Steuermittel in Verbindung mit Eingabe- und Anzeigemitteln wie
Monitoren, Tastaturen und/oder Touchsreens. Mit diesen Eingabe- und Anzeigemitteln
führt der Zusteller einen Dialog mit der Schließfachanlage.
Zum Deponieren von Sendungen wählt er beispielsweise
den Modus „Pakete zustellen" aus. In den Steuermitteln können Informationen
darüber gespeichert werden, wie viele Fächer sich am Anfang dieses gewählten Modus
öffnen sollen. Es hat sich beispielsweise als zweckmäßig erwiesen, dass sich dem
Zusteller jeweils ein Fach einer vorhandenen Größe öffnet. So hat er zu Beginn für
alle möglichen Sendungsgrößen ein geeignetes Fach zur Verfügung. Weist die Schließfachanlage
beispielsweise drei verschiedene Fachgrößen auf, würde sich für jede Größe jeweils
ein Fach öffnen.
Es kann jedoch auch vorteilhaft sein, dass die Auswahl der Fachanzahl
und – größe individuell durch den Zusteller erfolgt. Weiß der Zusteller beispielsweise,
dass er für den folgenden Beladungsvorgang nur bestimmte Fachgrößen benötigt, kann
er diese auswählen. In diesem Fall würde der Zusteller die gewünschten Fächer über
die Eingabemittel an die Steuermittel der Schließfachanlage übermitteln, welche
die Information umsetzen und die gewünschte Anzahl bzw. Fachgrößen öffnet.
In beiden Fällen öffnen sich nun ein oder mehrere leere Fächer zum
Deponieren von Sendungen.
Bei den zu deponierenden Sendungen kann es sich beispielsweise um
verschiedene Arten mit damit verbundenen Verfahrensschritten handeln. In typischen
Logistiksystemen, beispielsweise im postalischen Bereich, sind Paketen oder Päckchen
Identifizierungsmittel wie Codes zugeordnet, um den Weg einer betreffenden Sendung
möglichst effektiv steuern und verfolgen zu können. Herkömmlicherweise muss ein
derartiger Code von Erfassungsmitteln einer Schließfachanlage erfasst werden, wenn
eine Sendung deponiert wird. Beispielsweise wird eine Postnummer in Form eines eingescannten
Codes oder einer über eine Tastatur eingegebenen Zeichenfolge erfasst.
Während die Erfassung einer die Sendung identifizierenden Postnummer
zweckmäßigerweise für jede Sendung vorgesehen ist, können auch Sendungen auftreten,
welche zusätzlich mit einem speziellen Identcode versehen sind, der vor der Einbringung
ebenfalls eingescannt werden muss. Ferner kann es sich um Nachnahmesendungen mit
einzugebenden Nachnahmebeträgen oder jegliche weitere Spezialsendungen mit zusätzlichen
Schritten handeln.
Am Ende jedes Beladungsvorgangs schließt der Zusteller das Fach, was
als Bestätigung des Vorgangs gilt. Die Bestätigung gilt in einer besonders bevorzugten
Ausführung zur Verbuchung des Faches als belegt. Es sind somit keine weiteren manuellen
Bestätigungen durch den Zusteller erforderlich, was den Zeitbedarf für die Beladung
pro Fach senkt. Außerdem geht erfindungsgemäß nach dem Schließen eines Faches automatisch
ein neues Fach auf, so dass auch das Öffnen eines neuen Faches nicht vom Zusteller
durch weitere manuelle Eingaben initiiert werden muss. Dies bringt eine weitere
Zeitersparnis mit sich.
Zusätzlich zur Zeitreduzierung bringt das automatische Bestätigen
und Öffnen den Vorteil mit sich, dass sich die durchzuführenden Schritte für den
Zusteller vereinfachen und reduzieren, und er dadurch entlastet wird. Dies erhöht
wiederum seine Konzentration, so dass beim Beladen weniger Fehler passieren. In
der Praxis hat sich gezeigt, dass Zusteller mit den Arbeitsabläufen an einer Schließfachanlage
so vertraut sind, dass die zugehörigen Eingabe- und Anzeigemittel oftmals langsamer
arbeiten, als der Zusteller für den nächsten Schritt bereit ist. Dies kann zu Ungeduld
und damit zu Unkonzentriertheit beim Zusteller führen. Besonders beim Beladen einer
Schließfachanlage mit einer großen Anzahl von Sendungen sind es sich immer wiederholende
Vorgänge, die einzeln initiiert und bestätigt werden müssen, durch die Belastung
und der Zeitaufwand steigen.
Die erfindungsgemäße Reduzierung der Verfahrens- und Arbeitsschritte
führt demnach zu einer Beschleunigung des Beladungsvorgangs, zur Entlastung des
Zustellers und zur Reduzierung von Fehlerpotentialen. Um das aufeinander folgende
Beladen von bereits geöffneten Fächern zu kontrollieren und Fehler zu vermeiden,
können in Ausführungsformen der Erfindung zweckmäßige Weiterbildungen vorgesehen
werden.
Es ist beispielsweise vorteilhaft, dass das neue Fach, welches nach
dem Schließen eines Faches geöffnet wird, die gleichen Abmessungen hat wie das zuvor
geschlossene. Dabei wird davon ausgegangen, dass eine Schließfachanlage typischerweise
verschiedene Größen von Fächern aufweist, so dass Sendungen mit verschiedenen Abmessungen
aufgenommen werden können, wobei der verfügbare Raum bestmöglich ausgenutzt wird.
Kleine Sendungen werden daher vorzugsweise in kleine Fächer eingebracht, so dass
kein Raum in größeren Fächern verschwendet wird. Werden die Steuermittel so programmiert,
dass sie am Anfang eine bestimmte Auswahl an Größen öffnen, ist es zweckmäßig, dem
Zusteller für jedes geschlossene Fach ein Fach der gleichen Größe anzubieten, so
dass er immer die gleiche Auswahl an Größen zur Verfügung hat. Für den Fall, dass
kein Fach der Größe verfügbar ist, kommt das Öffnen eines nächst größeren Faches
in Frage. Es kann ferner vorgesehen sein, dass der Zusteller beispielsweise über
ein Display darüber informiert wird und das weitere Vorgehen wählen kann.
Da das Schließen eines Faches als Bestätigung des Beladungsvorgangs
gewertet wird, besteht die Gefahr, dass ein Zusteller ein Fach
irrtümlicherweise schließt, obwohl beispielsweise gar keine Sendung von ihm eingebracht
wurde oder erforderliche Informationen noch nicht erfasst wurden. Es ist daher vorteilhaft,
dass das Schließen eines Faches nur dann als Bestätigung gewertet wird, wenn zuvor
alle erforderlichen Informationen erfasst wurden. Dazu zählt in diesem besonders
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Postnummer, die für jede Sendung
eingescannt oder eingegeben wird. Ist dies noch nicht erfolgt, ist es vorteilhaft,
dass das Fach automatisch wieder aufspringt und sich somit nicht schließen lässt.
So wird kein nicht vorhandenes Paket als „gelagert" verbucht und für eingebrachte
Sendungen können keine wichtigen Informationen vergessen werden.
Um den gesamten Beladungsvorgang zu beenden und alle noch geöffneten
Fächer schließen zu können, muss der Zusteller dies an die Steuermittel der Schließfachanlage
übermitteln, da sich die Fächer sonst nicht schließen lassen. Er kann dazu an den
Eingabemitteln eine entsprechende Funktion, beispielsweise "Beladung beenden", auswählen.
Nun lassen sich die Fächer schließen, ohne dass der Vorgang als Bestätigung für
die Einlagerung einer Sendung gewertet wird. Dies setzt jedoch voraus, dass zuvor
keine Informationen einer Sendung erfasst wurden, da dies bedeuten würde, dass es
sich doch um eine Bestätigung einer Beladung handelt.
Ist trotz allem ein Fehler beim Beladen der Fächer aufgetreten, kann
dazu eine weitere Funktion, beispielsweise „Storno", vorgesehen sein, welche
es dem Zusteller erlaubt, ein inkorrekt beladenes Fach zu öffnen und die Belegung
zu korrigieren. Der erfolgte Vorgang wird dadurch rückgängig gemacht und das betreffende
Fach springt automatisch auf.