| Dokumentenidentifikation |
DE102004008765A1 08.09.2005 |
| Titel |
Kalorienreduzierter Malztrunk |
| Anmelder |
Flensburger Brauerei Emil Petersen GmbH & Co. KG, 24937 Flensburg, DE |
| Erfinder |
Sauer, Werner, 24937 Flensburg, DE |
| DE-Anmeldedatum |
23.02.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004008765 |
| Offenlegungstag |
08.09.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
08.09.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
C12G 3/02
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| Zusammenfassung |
Die Erfindung betrifft einen Malztrunk mit einem Akoholgehalt von unter 0,2 Vol.-%, der 10 bis 20 l endvergorenes Bier mit einem Alkoholgehalt im Bereich von 2, 6 bis 3,2 Vol.-%, 1,3 bis 1,5 kg Röstmalzextrakt, 0,8 bis 1,0 kg Süßungsmittel, 580 bis 620 g gelöstes Kohlendioxid und als Rest Wasser auf einen Hektoliter Fertiggetränk enthält, sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft einen kalorienreduzierten Malztrunk, der auch
für Diabetiker geeignet ist.
Malzgetränke (früher auch Malzbiere oder Karamelbiere genannt) sind
als wohlschmeckende und alkoholfreie Getränke allgemein sehr beliebt. Für Sportler
und Jugendliche stellen sie außerdem wegen des hohen Gehaltes an Nährstoffen, Vitaminen
und Mineralien eine gesunde Energiequelle dar. Malzgetränke gehören zur Gattung
der Vollbiere, und der Brauprozeß ist in Bezug auf Wasser, Hopfen und Malz der gleiche
wie bei anderen Bieren. Die typische Farbe entsteht durch die Verwendung von dunklem
Röstmalzextrakt. Die Hefe wird bei sehr niedriger Temperatur zugesetzt, wodurch
der Malzzucker nicht vergärt und kein Alkohol gebildet wird. Der süße Geschmack
entsteht durch die Zugabe von Brauzucker und Zucker-Kulör (www.bierundwir.de/sorten/malz.htm).
Malzgetränke enthalten zwar weniger Kalorien als zum Beispiel Fruchtsäfte,
sind aber noch nicht als kalorienarm oder gar als für Diabetiker geeignet zu bezeichnen.
Aufgabe der Erfindung ist daher die Bereitstellung eines kalorienarmen
und für Diabetiker geeigneten Malztrunkes ohne Geschmackseinbußen.
Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch einen Malztrunk gemäß
Anspruch 1 mit einem Alkoholgehalt von unter 0,2 Vol-%, der 10 bis 20 l, z.B. etwa
15 l, endvergorenes Bier mit einem Alkoholgehalt im Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-%,
1,3 bis 1,5 kg Röstmalzextrakt, 0,8 bis 1,0 kg Süßungsmittel, 580 bis 620 g gelöstes
Kohlendioxid und als Rest (vorzugsweise entgastes) Wasser auf einen Hektoliter Fertiggetränk
enthält.
Der erfindungsgemäße Malztrunk ist wohlschmeckend und enthält nur
etwa 5 kcal pro 100 ml und ist somit nicht nur kalorienarm, sondern sogar für Diabetiker
geeignet.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Malztrunkes wie in Anspruch 3 definiert.
Vorteilhafte und/oder bevorzugte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Malztrunkes bzw. des Verfahrens zu seiner Herstellung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Im folgenden wird die Erfindung lediglich zur Veranschaulichung detaillierter
erläutert.
Der erfindungsgemäße Malztrunk enthält 10 bis 20 l, z.B. etwa 15 l,
endvergorenes Bier mit einem Alkoholgehalt im Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-%. Es
ist klar, das der angegebene Bereich für den Alkoholgehalt des verwendeten endvergorenen
Bieres nicht kritisch ist und je nach den verwendeten Ausgangsmaterialien und der
Führung des Brauprozesses auch höher oder niedriger sein kann. Es kommt nur darauf
an, das der Alkoholgehalt des Fertiggetränkes unter 0,2 Vol.-% liegt, da es sich
sonst nicht um ein alkoholfreies Getränk handelt. Gegebenenfalls kann mehr Wasser
zugesetzt werden, um den Alkoholgehalt unter die angegebene Grenze zu bringen. Beispielsweise
kann der Alkoholgehalt des verwendeten endvergorenen Bieres etwa 2,9 Vol.-% betragen.
Auch die angegebenen Bereiche für den Gehalt an Röstmalzextrakt, Süßungsmittel
und gelöstem Kohlendioxid sind nicht kritisch.
Soll die Farbe des Fertiggetränkes dunkler sein, wird mehr Röstmalzextrakt
verwendet, soll sie heller sein dagegen weniger (ein früher verwendeter Begriff
für Röstmalzextrakt ist daher >>Farbbier<<). Beispielsweise kann der Gehalt an Röstmalzextrakt
etwa 1,4 kg/hl betragen.
Analoges gilt für den Gehalt an Süßungsmittel, d.h. je nach gewünschter
Süße wird mehr oder weniger zugesetzt. So können auch Schwankungen aufgrund der
Eigensüße der anderen Bestandteile ausgeglichen werden. Beispielsweise eignen sich
etwa 0,9 kg/hl Süßungsmittel. Bei den Süßungsmitteln kann es sich um Zuckeraustauschstoffe
wie beispielsweise Sorbit, Mannit, Xylit oder Isomalt oder um Süßstoffe wie beispielsweise
Acesulfam, Aspartam bzw. Nutrasweet, Cyclamat oder Sachcharin handeln. Der unterschiedlichen
Süßkraft der verwendeten Süßungsmittel wird ebenfalls durch erhöhte oder geringere
Zugabe Rechnung getragen. Der Süßstoff Fructsweet® kann beispielsweise
in einer Menge von etwa 0,9 kg/hl verwendet werden. Geeignete Zugabemengen für andere
Süßstoffe bestimmt der Fachmann durch wenige einfache Versuche. Natürlich können
auch Süßungsmittel-Mischungen verwendet werden.
Der Gehalt an gelöstem Kohlendioxid kann beispielsweise 600 g/hl betragen.
Soll der prickelnde Geschmack oder die Schaumbildung verstärkt werden, kann mehr
Kohledioxid gelöst werden. Geeignete Mengen bestimmt der Fachmann durch wenige einfache
Versuche.
Es ist natürlich möglich, neben den angegebenen Bestandteilen auch
noch brauereiübliche Hilfsstoffe, Aromastoffe oder Schaumregulatoren,
wie Schaumbildner oder Schaumstabilisatoren, zu verwenden.
Die Erfindung stellt ferner ein Verfahren zur Herstellung eines oben
definierten Malztrunkes mit einem Alkoholgehalt von unter 0,2 Vol-% bereit, bei
dem man
- a) eine Würze mit einem Stammwürzegehalt von 7 bis 8 Gew.-% mit Hefe untergärig
bis zur Endvergärung vergärt und zu endvergorenem Bier mit einem Alkoholgehalt im
Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-% weiterverarbeitet und
- b) anschließend 10 bis 20 l, z.B. etwa 15 l, des endvergorenen Biers mit einem
Alkoholgehalt im Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-% mit 1,3 bis 1,5 kg Röstmalzextrakt,
0,8 bis 1,0 kg Süßungsmittel und (vorzugsweise entgastem) Wasser als Rest auf einen
Hektoliter Fertiggetränk vermischt und mit 580 bis 620 g Kohlendioxid carbonisiert.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird nicht, wie oben in der Einleitung
geschildert, durch Unterdrückung der Vergärung des Malzzuckers die Alkoholbildung
vermieden, sondern der Malzzucker wird vollständig vergärt (sog. Endvergärung),
um den Kaloriengehalt zu reduzieren. Die Verringerung des Alkoholgehaltes auf unter
0,2 Vol.-% erfolgt dann durch entsprechende Verdünnung mit den übrigen Bestandteilen,
in erster Linie durch zugesetztes Wasser. Da zur Süßung außerdem kein Brauzucker
zugesetzt wird, sondern nur Fructose und/oder Süßungsmittel, ist das spätere Fertiggetränk
kalorienarm und sogar für Diabetiker geeignet.
Malz- und Würzebereitung, Hopfung und Gärung mit Hefe sowie deren
spätere Abtrennung durch beispielsweise Filtration erfolgen nach bekannten Verfahren
und unterliegen an sich keinen besonderen Beschränkungen.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Beispiels ohne Beschränkung
weiter erläutert.
Schüttung für 380 hl: 4.200 kg Malz
Hauptguß: 10 hl Vorlage + 180 hl = 190 hl Hauptguß (Gesamtmaische ca. 414 hl)
Zusammensetzung des Malzes (= Mischung Weyermann, Malzfabrik Weyermann
GmbH & Co. KG, Bamberg):
210 kg CARAFA-SPEZIAL III (1300 EBC)
3.570 kg Münchener Malz Typ II
420 kg Cara Münch (140 EBC)
EBC bedeutet >>European Brewing Convention<<. Die Angabe 1300 EBS
bzw. 140 EBC ist eine dem Fachmann bekannte Farbspezifikation.
Würzebereitung:
- Einmaischen bei 54 °C
- Rast: 10 min
- Aufheizen auf 63 °C
- Rast bei 63 °C: 10 min
- Aufheizen auf 72 °C
- Rast bei 72 °C: 40 min
- Aufheizen auf 78 °C und abmaischen
- Gewünschte Stammwürze nach Kochung: 7,0 – 8 %, z.B. etwa 7,5 %
- Kochung: 30 min
- Hopfengabe: 2.800 g Alpha-Bitterstoffhopfen bei Beginn (Rohstoffnummer 20006,
55 % Alpha-Bittersäure) (Alpha-Bittersäuren sind Humulon, Cohumulon und Adhumulon).
- Whirlpoolrast, z.B. etwa 20 min, und Kühlung, z.B. bei etwa 10 °C.
- Sauergutgabe (natürliche Milchsäure) normal wie bei Dunkelbier, pH-Wert z.B.
etwa 4,95.
Gärung:
- Anstelltemperatur: 10 °C (12 Millionen Hefezellen/ml) untergärig. Es sind
alle brauereiüblichen Hefen geeignet, z.B. Saccaromyces cerevisiae, Saccharomyces
carlsbergensis.
- Gärung bis zur Endvergärung
- Anschließend wird heruntergekühlt, z.B. auf etwa -2 °C, die Hefe abgetrennt
und dann zweimal kieselgurfiltriert.
- Der Alkoholgehalt des erhaltenen endvergoren Bieres (auch Stammbier genannt)
liegt bei ca. 2,9 Vol.-%, d.h. im Bereich 2,6 bis 3,2 vol.-%
- Anschließend wird auf unter 0,2 Vol.-% Alkoholgehalt rückverdünnt, beispielsweise
auf 0,15 Vol.-%, und wie folgt ausgemischt.
Folgende Mengen werden für 1 Hektoliter Malztrunk-Fertiggetränk vermischt:
1,4 kg Aspera A/B® (Röstmalzextrakt, sog. Farbbier oder Röstmalzbier)
0,90 kg Fructsweet (Süßungsmittel)
15 l endvergorenes Bier (sog. Stammbier) mit 2,9 Vol.-% Alkoholgehalt
83 l (vorzugsweise entgastes) Wasser (bzw. zum Auffüllen auf 1 hl)
Es ist klar, dass die angegebenen Mengen abhängig vom Alkoholgehalt
des endvergorenen Bieres sind. Die obigen Ausmischmengen müssen gegebenenfalls korrigiert
werden, um einen Alkoholgehalt von unter 0,2 Vol.-% zu erhalten.
Der Röstmalzextrakt und Fructsweet werden zunächst im Sterilisator
gemischt, dann wird das Stammbier zugefügt und anschließend mit der entsprechenden
Wassermenge versetzt. Nach der Kühlung auf etwa 0 °C wird der Malztrunk mit
600 g Kohlendioxid pro Hektoliter carbonisiert und dann mit 60 Pasteureinheiten
(PF) abgefüllt.
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| Anspruch[de] |
- Malztrunk mit einem Alkoholgehalt von unter 0,2 Vol-%, der 10 bis 20
l endvergorenes Bier mit einem Alkoholgehalt im Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-%, 1,3
bis 1,5 kg Röstmalzextrakt, 0,8 bis 1,0 kg Süßungsmittel, 580 bis 620 g gelöstes
Kohlendioxid und als Rest Wasser auf einen Hektoliter Fertiggetränk enthält.
- Malztrunk nach Anspruch 1, wobei das Süßungsmittel unter Zuckeraustauschstoffen
und Süßstoffen ausgewählt ist.
- Verfahren zur Herstellung eines Malztrunkes mit einem Alkoholgehalt
von unter 0,2 Vol-% nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei dem man
a) eine Würze mit einem Stammwürzegehalt von 7 bis 8 Gew.-% mit Hefe untergärig
bis zur Endvergärung vergärt und zu endvergorenem Bier mit einem Alkoholgehalt im
Bereich von 2,6 bis 3,2 Vol-% weiterverarbeitet und
b) anschließend 10 bis 20 l des endvergorenen Biers mit einem Alkoholgehalt im Bereich
von 2,6 bis 3,2 Vol-% mit 1,3 bis 1,5 kg Röstmalzextrakt, 0,8 bis 1,0 kg Süßungsmittel
und Wasser als Rest auf einen Hektoliter Fertiggetränk vermischt und mit 580 bis
620 g Kohlendioxid carbonisiert.
- Verfahren nach Anspruch 3, wobei das Süssungsmittel unter Zuckeraustauschstoffen
und Süßstoffen ausgewählt wird.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen
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