Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Bestimmung mindestens
einer Verbrennungsgröße eines Verbrennungsvorgangs im Brennraum eines Verbrennungsmotors
bei dynamischem Motorbetrieb, bei dem ein während des Verbrennungsvorgangs im Brennraum
infolge einer Prüfspannung erzeugtes lonisationssignal ausgewertet wird. Sie bezieht
sich weiter auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Mittels eines beispielsweise aus der DE 196 14 388 C1 bekannten Verfahrens
zur Regelung des Verbrennungsvorgangs eines Luft-Kraftstoff-Gemisches in einem Verbrennungsmotor,
insbesondere in einem Ottomotor, anhand eines während einer Verbrennungsphase oder
eines Verbrennungsvorgangs erfassten lonisationssignals sind Aussagen über charakteristische
Verbrennungsgrößen möglich. Hierzu gehören insbesondere das Verhältnis von
Luft zu Brenn- oder Kraftstoff A/F bzw. die Luftzahl λ, das Motorklopfen
und die so genannte Abgasrezirkulationsrate AGR. Bei dieser wird durch eine Überschneidung
der Ein- und Auslassventile des Verbrennungsmotors eine interne oder mittels eines
Ventils eine externe Abgasrezirkulation realisiert.
Bei diesem Verfahren wird während des Verbrennungsvorgangs zeitlich
versetzt zu dem die Verbrennung einleitenden Zündimpuls eine elektrische Prüfspannung
in Form eines Spannungsimpulses an die Zündkerze des jeweiligen Brennraumes des
Verbrennungsmotors gelegt. Während der Dauer des Prüfimpulses wird dessen Beeinflussung
durch das jeweilige Luft-Kraftstoff-Gemisch des entsprechenden Verbrennungsraumes
als elektrische Messgröße erfasst und ein daraus abgeleitetes Ionisationssignal
ausgewertet. Der Verlauf des Ionisationssignals in Abhängigkeit von der Zeit oder
dem Kurbelwinkel kann mathematisch, beispielsweise durch Ermittlung des Kurvenintegrals,
des Maximums oder bestimmter Kurvenanstiege, ausgewertet werden.
Erkanntermaßen wirken sich jedoch auf das Ionisationssignal
auch andere betriebsbedingte Parameter oder so genannte Querempfindlichkeiten des
Motorbetriebs aus, insbesondere die jeweilige Drehzahl und der jeweilige Zündwinkel
sowie dynamische Geometrieänderungen. Beispielsweise sinkt das Integral der lonisationsspannung
und damit des Ionisationssignals auch bei gleichem Luft-Brennstoff-Gemisch und damit
gleich bleibender Luftzahl der Verbrennung mit zunehmender Drehzahl und steigt bei
größer werdendem Zündwinkel.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, bei dem bei der Bestimmung zumindest einer Verbrennungsgröße
eines Verbrennungsvorgangs im Brennraum eines Verbrennungsmotors auch Querempfindlichkeiten
infolge sich verändernder Betriebszustände, insbesondere infolge des dynamischen
Motorbetriebs entstehende Geometrieeinflüsse, berücksichtigt werden. Des Weiteren
soll eine zur Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung angegeben
werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß
gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu wird ein Ionisationssignal, das
aus einer während des Verbrennungsvorgangs im Brennraum durchgeführten lonisationsmessung
erzeugt oder abgeleitet wird, mittels eines die dynamische Änderung der Brennraumgeometrie
berücksichtigenden Werteverlaufes korrigiert.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand der auf
den Anspruch 1 rückbezogenen Unteransprüche. So ist der Werteverlauf zweckmäßigerweise
die inverse Funktion eines in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel für unterschiedliche
Flächenelemente des Brennraums bestimmten Gesamtleitwertes des sich über die Zeit
im Brennraum verteilenden oder ausbreitenden ionisierten Brenngases bei als konstant
angenommenem spezifischem Leitwert der Verbrennungsgase.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass die Ionisationsmessung
auch bei gleich bleibendem Luft-Brennstoff-Verhältnis und damit auch bei gleich
bleibender Luftzahl durch die betriebsbedingte dynamische Änderung der Brennraumgeometrie
beeinflusst wird. So ist erkanntermaßen der messbare lonisationsstrom von
der beispielsweise durch die Mittelelektrode der Zündkerze des Brennraums gebildeten
Anode zur durch die Massefläche des Brennraums gebildeten Kathode nicht nur vom
Leitwert der ionisierten Brenngase abhängig. Vielmehr besteht auch eine Abhängigkeit
vom Abstand der einzelnen Flächensegmente oder -elemente zwischen der Anode und
der Kathode sowie von der Größe dieser Flächen. Zur die Massefläche des Brennraums
bildenden Kathode gehört bei einem Verbrennungsmotor auch der Kolben, dessen Abstand
zur Anode sich während des Motorbetriebs zyklisch verändert. Die Kolbenbewegung
beeinflusst weiterhin die Größe der als Kathode zur Verfügung stehenden Zylinderwand.
Die als Kathode zur Verfügung stehende Massefläche des Brennraums
lässt sich dabei unterteilen in ortsfeste und ortsveränderliche Flächenelemente.
Ortsfeste und hinsichtlich deren Größe unveränderliche Flächenelemente sind
die durch die Mittelelektrode der Zündkerze gebildete Anode und der Zylinderdeckel
des Brennraums. Die ortsveränderlichen Flächenelemente lassen sich wiederum unterteilen
in hinsichtlich deren Größe unveränderliche Flächenelemente, wie der Kolbenboden,
und in Flächenelemente mit veränderlicher Größe, wie die Zylinderwand.
Durch Ermittlung des funktionalen Zusammenhangs des Leitwertes des
ionisierten Brenngases im Brennraum in Zeitabhängigkeit vom sich ändernden Kurbelwinkel
- bezogen auf die einzelnen Flächenelemente - lässt sich der mit der dynamischen
Änderung der Brennraumgeometrie verändernde Gesamtleitwert als Funktion des Kurbelwinkels
bestimmen. Diese brennraumspezifische Funktion spiegelt somit für diesen speziellen
Brennraum dessen charakteristische dynamische Geometrieänderung wider. Durch Invertieren
dieser vorzugsweise normierten Funktion ist dann ein Werteverlauf mit dem jeweiligen
Kurbelwinkel zugeordneten Korrekturwerten gegeben. Wird nun dieser Werteverlauf
mit dem spezifischen Leitwert des ionisierten Brenngases im Brennraum gewichtet,
insbesondere multipliziert oder verrechnet, so wird der Einfluss der dynamischen
Geometrieänderungen des Brennraums im Motorbetrieb auf das aktuell gemessene Ionisationssignal
eliminiert oder zumindest erheblich reduziert.
Bezüglich der Vorrichtung wird die genannte Aufgabe erfindunggemäß
gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 8. Zweckmäßige Ausgestaltungen sind
Gegenstand der hierauf rückbezogenen Unteransprüche.
Der den funktionalen oder invers funktionalen Zusammenhang zwischen
Leitwert und Kurbelwinkel und damit die Brennraumgeometrie berücksichtigende Werteverlauf
wird zweckmäßigerweise nach Art einer Korrekturfunktionsmatrix in einem vorzugsweise
mehrschichtigen Register hinterlegt. Dabei spiegelt jeder Werteverlauf dieser Matrix
eine spezifische Brennraumgeometrie wider. Ein anhand des während einer Ionisationsmessung
gleichzeitig erfassten Kurbelwinkels aus dem Register abgerufenes oder ausgelesenes
Korrektorsignal in Form des brennraumspezifischen Werteverlaufs wird mit dem bei
der Ionisationsmessung generierten Ionisationssignal verrechnet. Das somit hinsichtlich
der Einflüsse der Änderung der Brennraumgeometrie korrigierte Ionisationssignal
wird zur Auswertung der gewünschten Verbrennungsgrößen herangezogen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch
eine Korrektur des während einer Ionisationsmessung im Brennraum eines Verbrennungsmotors
ermittelten Ionisationssignals mit einer die dynamische Änderung der Brennraumgeometrie
berücksichtigenden Werteverlauf einer brennraumspezifischen Korrekturfunktion unerwünschte
Querempfindlichkeiten bei der Bestimmung von charakteristischen Verbrennungsgrößen
zumindest erheblich reduziert werden. Dadurch ist insgesamt eine die aktuellen Gegebenheiten
zuverlässig angebende Regel- oder Steuergröße bereitgestellt, die ihrerseits
für die Generierung zuverlässiger Stellgrößen einer Verbrennungsregelung herangezogen
werden kann.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- ein Schaltbild zur Erzeugung und Auswertung eines lonisationssignals in schematischer
Darstellung,
- Fig. 2
- einen Verlauf des Ionisationssignals infolge eines Prüf- oder Spannungsimpulses
während eines den Arbeitstakt eines Verbrennungsmotors charakterisierenden Verbrennungsvorgangs
in einem Spannungs-Zeit-Diagramm,
- Fig. 3a,3b
- schematisch unterschiedliche Brennraumgeometrieen eines Kolbenzylinders am oberen
bzw. unteren Totpunkt,
- Fig. 4a,4b
- in einem Leitwert-Winkel-Diagramm Funktionsverläufe des flächenspezifischer
Leitwerte bzw. ein zum normierten Gesamtverlauf inverser Funktionsverlauf, und
- Fig. 5
- schematisch ein Signalflußverlauf mit Funktionsbausteinen zur Bestimmung
aktueller Verbrennungsregelgrößen anhand eines korrigierten Ionisationssignals.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
Gemäß Fig. 1 weist ein Verbrennungsmotor 1 mindestens einen
nachfolgend als Brennraum 2 bezeichneten Zylinder mit darin beweglichem Kolben 3
und mit einer Zündkerze 4 auf. Eine Zündspuleneinheit 5 mit einer Primärwicklung
5a und einer Sekundärwicklung 5b wird primärseitig von einem Unterbrecherkontakt
6 geschaltet. Während einer nachfolgend als Verbrennungsvorgang bezeichneten Verbrennungsphase
wird an der Zündkerze 4 zunächst von der Zündspuleneinheit 5 ein Zündimpuls Z und
diesem gegenüber zeitverzögert von einem Impulsgenerator 7 ein Prüf- oder Spannungsimpuls
P erzeugt.
Fig. 2 zeigt in einem Spannungs-Zeit-Diagramm den Zündimpuls Z und
den zeitlich diesem nachfolgenden, vorzugsweise rechteckförmigen, strichliniert
dargestellte elektrische Prüfspannung P. Diese kann eine impulsartige Spannung in
Form eines Spannungsimpulses oder ein zeitlich vergleichsweise lange andauerndes
Spannungssignal. Während die Zündspannung des Zündimpulses Z zum Zeitpunkt t0
etwa 15kV beträgt, liegt die Amplitude U0 der rechteckförmigen Prüfspannung
P zwischen 100V und 1000V. Diese Spannung oder Spannungsamplitude U0
wird mittels des Impulsgenerators 7 vor einem Messwiderstand Rm während
einer Impulsdauer t2-t1 = Δt auf einem konstanten Wert
von vorzugsweise U0 = 600 V gehalten.
Der dem Impulsgenerator 7 nachgeschaltete Messwiderstand Rm
ist über eine Messleitung 8 an eine Kontaktstelle 9 mit einer zur Zündkerze 4 führenden
Zündleitung 10 geführt. Infolge der während der Verbrennung der Brenngase im Brennraum
2 auftretenden Ionisation fließt über den Messwiderstand Rm ein
lonisationsstrom Im, der nach dem Ohm'schen Gesetz Um = Rm.
Im zu einem entsprechenden Spannungsabfall am Messwiderstand Rm führt.
Die in Stromflussrichtung hinter dem Messwiderstand Rm abgreifbare Messspannung
Um, deren in Fig. 2 gezeigter Verlauf nachfolgend als lonisationssignal
Is bezeichnet wird, ist proportional zum Ionisationsstrom Im. Der sich
abhängig von der jeweiligen Zusammensetzung des Luft-Brennstoff-Gemisches A/F im
Brennraum 2 über die Dauer der Prüfspannung oder des Prüfspannungsimpulses P im
Zeitintervall Δt ergebende zeitabhängige Verlauf der Messspannung Um
wird über den Messwiderstand Rm in einer Auswerteschaltung 11 erfasst.
Gleichzeitig ist die zwischen dem Impulsgenerator 7 und dem Messwiderstand Rm
abgegriffene rechteckförmige Prüfspannungs P ebenfalls an die Auswerteschaltung
11 geführt.
Zur Erfassung des Zündzeitpunkts t0 ist der Impulsgenerator
7 über eine Signalleitung 12 an den Unterbrecherkontakt 6 oder an die Zündspuleneinheit
5 geführt. Zur Entkopplung der Sekundärwicklung 5b der Zündspuleneinheit 5 vom Spannungsimpuls
P sind in die die Sekundärwicklung 5b mit der Zündkerze 4 verbindende Zündleitung
10 im Ausführungsbeispiel zwei spannungsabhängige Widerstände Rs geschaltet.
Dadurch ist gewährleistet, dass einerseits der Zündimpuls Z an die Zündkerze 4 und
andererseits der Prüfimpuls bzw. die Prüfspannung P zeitlich nach dem Zündimpuls
Z zur Zündkerze 4 gelangt. Die Auswerteschaltung 11 erhält zudem einen elektrischen
Sollwert SL. Dieser entspricht einem für den Motorbetrieb gewünschten
Lambda-Sollwert mit λ = 0,8 bis λ = 1,3, beispielsweise λ =
1.
Die Spannungshöhe oder -amplitude U0 der Prüfspannung P
ist an den strichliniert angedeuteten elektrischen Widerstand RI der
innerhalb des Brennraums 2 gebildeten Ionisationsstrecke angepasst. Dabei ist die
Spannungsamplitude U0 der Prüfspannung P derart gewählt, dass in allen
Motor- oder Betriebszuständen eine Messung des Ionisationsstroms Im bzw.
der Ionisationsspannung Um und damit des Ionisationssignals Is
im linearen Bereich des sich aus der Strom-Spannungs-Abhängigkeit ergebenden Funktionsverlaufs
erfolgt.
Der sich durch diese Ionisationsmessung ergebende zeitliche Verlauf
des lonisationssignals Is ist in Fig. 2 für einen Lambda-Wert von λ
≅ 1 gezeigt. Der zugehörige Ionisationsstrom Im ergibt sich dann
gemäß der Beziehung Im = Um · L, wobei L der dem reziproken
elektrischen Widerstand R, entsprechende Leitwert L = R1-1
des ionisierten Brenngases ist.
Bei einer aktuellen Ionisationsmessung während des Zeitintervalls
At ergibt sich dieser funktionale Zusammenhang aus dem von der Auswerteschaltung
11 erfassten zeitlichen Verlauf des am Messwiderstand Rm bewirkten Spannungsabfall
infolge des über die Ionisationsstrecke fließenden Ionisationsstroms Im.
Die Ionisationsstrecke ist dabei durch die Reihenschaltung aus dem Messwiderstand
Rm und der Zündkerze 4 sowie dem elektrischen Widerstand RI
des im Brennraum 2 ionisierten Brennstoffs gebildet. An diese Ionisationsstrecke
ist die Prüfspannung P gelegt.
Die Auswerteschaltung 11 vergleicht den jeweiligen Ist-Wert des lonisationsssignals
Is mit dem voreingestellten elektrischen Sollwert SL und berechnet
für den folgenden Zündvorgang eine Anzahl von Stellgrößen S1...n.
Beispielsweise wird eine Stellgröße S1 für eine die Zufuhr von
Luft A in den Brennraum 2 einstellende Drosselklappe 13, eine Stellgröße S2
für ein die Zufuhr von Brennstoff F in den Brennraum 2 einstellendes Einspritzsystem
14 und/oder eine weitere Stellgröße S3 ermittelt, die über eine
Signalleitung 15 zur Verstellung des Zündzeitpunkts an den Unterbrecherkontakt 6
geführt ist. Mittels eines Zündverteilers 16 werden die Zündimpulse Z und die Prüfspannung
P zeitlich nacheinander an weitere vorhandene Brennräume 2 des Verbrennungsmotors
1 gelegt.
Um bei der Auswertung des Ionisationssignals Is die dessen
Verlauf beeinflussende dynamische Änderung der Brennraumgeometrie zu berücksichtigen,
erfolgt eine Korrektur des aktuell erfassten lonsisationssignals Is.
Hierzu wird zunächst ein für den vorliegenden Brennraum 2 charakteristischer Werteverlauf
ermittelt. Dieser charakterisiert oder beschreibt die für diesen Brennraum 2 spezifische
Brennraumgeometrie und deren dynamische Änderung während des Motorbetriebs. Hierzu
werden die erkanntermaßen bestehenden physikalischen Abhängigkeiten zur Auswertung
der Luftzahl λ einer Verbrennung mittels der vorbeschriebenen Ionisationsmessung
genutzt.
So ergibt sich aus dem Mischungsverhältnis von Verbrennungsluft A
zu Kraft- oder Brennstoff F und somit aus dem Luft-Brennstoff Verhältnis A/F die
Luftzahl λ der Verbrennung. Aus dieser wiederum ergibt sich die zugehörige
Verbrennungstemperatur, deren Proportionalität zur Ionisation des Gemischen A/F
durch die Richardson-Gleichung mathematisch beschreibbar ist. Die Ionisation wiederum
bestimmt den Leitwert L = RI-1 des Verbrennungsplasmas. Dieser
Leitwert L lässt sich aus über die aktuelle Messspannung Um aus dem Ionisationsstrom
Im und damit aus dem lonisationssignal Is nach der oben genannten
Beziehung mathematischen bestimmten. Somit ist durch die Ionisationsmessung jeder
der vorgenannten Verbrennungsgrößen, insbesondere auch die Luftzahl λ,
bestimmbar. Diese wiederum repräsentiert in Richtung zu niedrigeren Lambda-Werten
ein überstöchiometrisches und in Richtung zu größeren Lambda-Werten ein unterstöchiometrisches
Gemischverhältnis, je nach Abweichung vom Wert λ = 1.
Einfluss hierauf hat jedoch auch die geometrische Anordnung der Elektroden
für die Erzeugung des Zündimpulses Z im Brennraum 2. Bei deren Spannungsbeaufschlagung
mit der Prüfspannung P und die zeitfolgerichtige Messung des lonisationsationsstroms
Im kann der Leitwert L des Plasmas und damit die Ionisation quantifiziert werden.
Zur Berücksichtung dieser geometrischen Anordnung der Elektroden und deren dynamische
Änderung infolge der sich betriebsbedingt ändernden Brennraumgeometrie wird zur
Bestimmung des Leitwertes L der ionisierten Verbrennungswolke im Brennraum 2 zusätzlich
zur Messung des lonisationsstroms Im aus der Messung des Spannungsverlaufs
der über den Messwiderstand Rm erfassten Messspannung UM auch
die Geometrie des Brennraums 2 zu jedem Zeitpunkt innerhalb des Zeitintervalls Δt
= t2 - t1 einbezogen.
Mit Bezug auf die Fig. 3a und 3b kann hierzu als Anode beim Verbrennungsmotor
1 die Mittelelektrode ZA der Zündkerze 4 verwendet werden. Als Kathode
ist dann die gesamte Massefläche des Brennraums 2 anzusehen. Hierzu gehört auch
der Kolben 3, dessen Abstand zur Anode ZA sich zyklisch verändert. Dabei
beeinflusst die Kolbenbewegung die Größe der als Kathode zur Verfügung stehenden
Zylinder- oder Brennraumwand des Brennraums 2. Diese betriebsbedingte Änderung der
Brennraumgeometrie und die sich daraus ergebenden Unterschiede für die Ionisationsmessung
sind in den Fig. 3a und 3b verdeutlicht durch den oberen Totpunkt bzw. den unteren
Totpunkt des Kolbens 3 innerhalb des Zylinders oder Brennraums 2.
Unter Berücksichtigung der Annahme, dass sich die ionisierten Gase
im Brennraum 2 nach erfolgter Zündung gleichmäßig verteilen, ist der Stromfluss
von der Anode ZA zur durch die gesamte Massefläche des Brennraums 2 gebildeten
Kathode sowohl vom Leitwert L der ionisierten Gase als auch vom Abstand der einzelnen
von der Anode ZA und der Kathode gebildeten Flächensegmente oder - elemente
sowie von derer Größe dieser Flächenelemente abhängig. Zur Berechnung des
Gesamtstromflusses können die Stromflüsse zu den einzelnen Flächenelementen überlagert
werden. Diese wiederum können in ortsfeste und ortsveränderliche unterteilt werden.
So sind die Anode ZA und der Zylinderdeckel ZD ortsfeste und
sich im dynamischen Motorbetrieb in deren Größe nicht verändernde Flächenelemente.
Demgegenüber ist der Kolbenboden ZB ein ortsveränderliches Flächenelement,
das sich jedoch in dessen Größe nicht verändert. Demgegenüber bilden die Zylinderwände
Zw sowohl ortsveränderliche als auch in deren Größe veränderliche
Flächenelemente.
Die Fig. 4a zeigt die Abhängigkeit der Leitwerte L dieser einzelnen
Flächenelemente Fz, mit Z = ZB, ZD oder Zw,
vom Kurbelwinkel Kw der den Kolben 3 innerhalb des Zylinders oder Brennraums
2 zwischen dem oberen und dem unteren Totpunkt bewegenden Pleuel 17, wie in den
Figuren 3a und 3b angedeutet. In der unteren Hälfte des Diagramms nach Fig. 4a dargestellt
ist der Verlauf des Leitwertes L(ZD) des Zylinderdeckel-Flächenelements
ZD vom Kurbelwinkel Kw. Dieser Verlauf ist konstant und spiegelt
die Ortsfestigkeit sowie das in deren Größe unveränderte Zylinderdeckel-Flächenelement
ZD wider. Eine erhebliche periodische Abhängigkeit des Leitwertes L(ZB)
des durch den Kolbenboden repräsentierten, sowohl ortsveränderlichen als auch in
der Größe veränderlichen Flächenelementes ZB vom Kurbelwinkel Kw
zeigt der mittlere Kurvenverlauf in der unteren Diagrammhälfte 4a. Demgegenüber
ist die Abhängigkeit des Leitwertes L(Zw) des die Zylinderwand repräsentierenden
ortsveränderlichen, aber in dessen Größe nicht veränderlichen Flächenelementes
Zw vom Kurbelwellenwinkel Kw vergleichsweise gering. Dabei
ist ein periodisch mit dem Kolbenwinkel Kw zu- und abnehmender Zylinderwand-Leitwert
L(ZW) erkennbar, während der Leitwert L(ZB) des Kolbenboden-Flächenelementes
ZB periodisch mit zunehmendem Kolbenwinkel Kw zunächst abnimmt,
um dann ab einem bestimmten Kolbenwinkel Kw wieder zuzunehmen.
Durch Summation dieser Kurvenverläufe ergibt sich der in der oberen
Hälfte des Diagramms nach Fig. 4a dargestellte Gesamtleitwert LG in Abhängigkeit
vom Kurbelwinkel Kw. Der als Summe der Einzelleitwerte L(Fz)
dargestellte und bei der Ionisationsmessung erfasste Gesamtleitwert LG
= L(KW) · Lspez - mit dem spezifischen Leitwert Lspez
des ionisierten Brenngases - weist eine Abhängigkeit F(KW) vom Kurbelwellenwinkel
Kw auf und bildet somit nicht ausschließlich den von der Luftzahl
λ abhängigen spezifischen Leitwert Lspez der Verbrennungsgase
ab.
Diese Abhängigkeit L(Kw) des Gesamtleitwertes LG
vom Kurbelwellenwinkel Kw, und damit der sich zeitabhängig mit der dynamischen
Änderung der Brennraumgeometrie verändernde Gesamtleitwert LG, ist in
Fig. 4b auf den Wert λ = 1 normiert. Der zu diesem Funktionsverlauf des Gesamtleitwertes
LG inverse Funktionsverlauf bildet den zum für den spezifischen Brennraum
2 erfassten Werteverlauf LG inversen Werteverlauf L'G. Dieser
wird zur Korrektur des aktuell erfassten Ionisationssignals Is herangezogen,
um den Einfluss der dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie zu reduzieren oder
vollständig zu eliminieren. Der Werteverlauf LG und/oder der hierzu inverse
Werteverlauf L'G wird in einem Korrekturregister KR der Auswerteschaltung
11 hinterlegt, wie in Fig. 5 dargestellt.
Das Korrekturregister KR der Auswerteschaltung 11 gemäß
Fig. 5 enthält nach Art einer Funktionsmatrix eine Vielzahl von brennraumspezifischen
Werteverläufen LGn' L'Gn'. Diese charakterisieren die unterschiedlichen
Brennraumgeometrien Fz der verschiedenen Brennräume 2. Die Bestimmung
der oder jeder Verbrennungsgröße des in den einzelnen Brennräumen 2 stattfindenden
Verbrennungsvorgangs erfolgt dann nah dem in Fig. 5 dargestellten Signalfluss.
Durch Anlegen der Prüfspannung P an die Zündkerze 4 fließt nach
erfolgter Zündung, d.h. zeitlich versetzt zum Zündimpuls Z der das lonisationssignal
Is charakterisierende Ionisationsstrom Im zwischen der Anode
ZA und der anhand der Fig. 3a und 3b beschriebenen Brennraummasse. In
einem Funktionsbaustein IO wird das zum Ionisationsstrom Im proportionale
elektrische lonisationssignal Is generiert. Parallel hierzu wird der
Kurbelwinkel Kw erfasst und davon abhängig ein im Korrekturregister KR
als Korrekturfunktion hinterlegter Werteverlauf L'Gn zur Berücksichtigung
der dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie abgerufen.
In einem Funktions- oder Verrechnungsbaustein VG wird das aktuelle
lonisationssignal Is zeit- oder winkelsynchronen mit dem Korrektursignal
oder Werteverlauf L'Gn verrechnet und somit das aktuelle lonisationssignal
Is korrigiert. Im Verrechnungsbaustein VG erfolgt die Berechnung des
korrigierten Ionisationssignals I's gemäß der Beziehung I's
= Is · L'Gn' wobei n = 1,....,m und m die Anzahl der Brennräume
2 des Verbrennungsmotors 1 ist.
Das bezüglich der Einflüsse der Veränderung der Brennraumgeometrie
korrigierte lonisationssignal I's wird anschließend im Hinblick
auf die gewünschten Verbrennungsgrößen in einem Funktions- oder Auswertebaustein
AW ausgewertet. Dieser liefert die für die Verbrennungsregelung erforderlichen Stellgrößen
Sn.
Bezugszeichenliste
- 1
- Verbrennungsmotor
- 2
- Brennraum/Zylinder
- 3
- Kolben
- 4
- Zündkerze
- 5
- Zündspuleneinheit
- 5a
- Primärwicklung
- 5b
- Sekundärwicklung
- 6
- Unterbrecherkontakt
- 7
- Impulsgenerator
- 8
- Messleitung
- 9
- Kontaktstelle
- 10
- Zündleitung
- 11
- Auswerteschaltung
- 12
- Signalleitung
- 13
- Drosselklappe
- 14
- Einspritzsystem
- 15
- Signalleitung
- 16
- Zündverteiler
- 17
- Pleuel
- AW
- Auswertebaustein
- IO
- Funktionsbaustein
- Is
- Ionisationssignal
- KR
- Korrekturregister
- Kw
- Kurbelwinkel
- L
- Leitwert
- LG
- Gesamtleitwert / Werteverlauf
- L'G
- inverser Werteverlauf
- P
- Prüfspannung / Spannungsimpuls
- Sn
- Stellgröße
- VG
- Verrechnungsbaustein
- Z
- Zündimpuls
- ZA
- Anode/Mittelelektrode
- ZB
- Kolbenboden
- ZD
- Zylinderdeckel
- Zw
- Zylinderwand
- t0
- Zeitpunkt des max. Zündimpulses/Zündzeitpunkt
- U0
- Amplitude der Prüfspannung P
- Rm
- Messwiderstand
- Δt
- Impulsdauer
- Im
- Ionisationsstrom
- Rs
- spannungsabhängiger Widerstand
- SL
- elektrischer Sollwert
- R,
- elektrischer Widerstand der innerhalb des Brennraums 2
- Um
- Ionisationsspannung
- A
- Luft / Verbrennungsluft
- F
- Brennstoff
- Fz
- Flächenelemente mit Z = ZB, ZD oder Zw / Brennraumgeometrien
- I's
- korrigiertes Ionisationssignal