Stand der Technik
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zur Bestromung wenigstens
einer Zündendstufe mittels eines Zündstroms aus einer Energiereserve nach der Gattung
des unabhängigen Patentanspruchs.
Aus DE 100 57 917 A1
ist es bereits bekannt, Zündendstufen im Auslösefall mit einem Zündstrom aus einer
Energiereserve zu bestromen. Damit können dann die Zündelemente mittels dieses Zündstroms
gezündet werden. Die Energiereserve ist üblicherweise ein oder mehrere Kondensatoren,
vorzugsweise Elektrolytkondensatoren.
Vorteile der Erfindung
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bestromung wenigstens einer Zündendstufe
mittels eines Zündstroms aus einer Energiereserve mit den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, dass nunmehr zwischen der Energiereserve
und der Zündendstufe ein Spannungsregler vorgesehen ist, der die Spannung an der
Zündendstufe auf einen vorgegebenen Wert einstellt. Um die Verlustleistung zu minimieren,
wird der Spannungsregler diesen Wert auf einen minimal möglichen Wert einstellen.
In einem Autarkiebetrieb also bei einem Abriss der Batteriespannung verbraucht das
Steuergerät selbst Strom aus der Energiereserve, der einen Spannungsabfall an der
Energiereserve hervorruft. Zusätzlich damit ein Steuergerät in einem Autarkiefall
während einer Zündung der Zündendstufe fehlerfrei weiter arbeitet, wird zur Kompensation
des Spannungsabfalls am Innenwiderstand des Energiereservenkondensators eine wesentlich
höhere Energiereservespannung aufgebaut als notwendig wäre. Diese höhere Spannung
hat jedoch zur Folge, dass auch die Zündendstufen für eine höhere Verlustleistung
dimensioniert werden müssten. Durch Einfügen des erfindungsgemäßen Spannungsreglers
zwischen der Energiereserve und der Zündendstufe wird die Spannung an der Zündendstufe
immer auf den niedrigst benötigten Wert gehalten. Im Autarkiefall ohne Zündung ist
der Spannungsregler hochohmiger, da nur sehr wenig Strom vom Steuergerät aufgenommen
wird. Kommt es zur Zündung und der Freigabe der Zündendstufen und damit zu einem
Stromfluss des Zündstroms wird der Innenwiderstand geringer, so dass der benötigte
Zündstrom zur Verfügung steht. Folglich ist es möglich, dass die Zündendstufen für
eine geringere Verlustleistung als bisher möglich dimensioniert werden können. Damit
werden die Zündendstufen kleiner also günstiger in der Herstellung.
Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen und
Weiterbildungen sind vorteilhafte Verbesserungen der im unabhängigen Patentanspruch
angegeben Vorrichtung zur Bestromung wenigstens eines einer Zündendstufe mittels
eines Zündstroms und einer Energiereserve möglich.
Besonders vorteilhaft ist, dass ein abschaltbarer Spannungsregler
auch die Funktion eines Sicherheitshalbleiters darstellt, wobei der Sicherheitshalbleiter
die Bestromung der wenigstens einen Zündendstufe ermöglicht (Sicherheitshalbleiter
ein) oder nicht (Sicherheitshalbleiter aus). Der Sicherheitshalbleiter ist ein separates
Bauelement unabhängig von den Zündendstufen, um bei einer Fehlfunktion (inklusive
einer Zerstörung) der Zündendstufen und damit einer möglichen Fehlauslösung dieser
erfolgreich entgegenzuwirken. Der Sicherheitshalbleiter ist wie seine Bezeichnung
bereits aussagt elektronisch realisiert.
Zusätzlich kann auch eine Diagnose für den Sicherheitshalbleiter vorgesehen
sein. Die Diagnose könnte beispielsweise eine einschaltbarere Widerstandslast nach
Masse sein, wobei der Widerstand eine Zündung simuliert. Bei durchgeschaltetem Diagnosewiderstand
hängt die Spannung an der Zündendstufe vom Sicherheitshalbleiter Zustand ab: Ist
der Sicherheitshalbleiter durchgegeschaltet wird die Spannung an der Zündendstufe
hoch, ist der Sicherheitshalbleiter aus wird die Spannung niedrig.
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, dass der Sicherheitshalbleiter
wenigstens einen Leistungstransistor, vorzugsweise einen MOSFET-Transistor aufweist.
Falls ein N-Kanal MOSFET-Transistor verwendet ist, kann eine zusätzliche
gate Versorgung mit Diode und Kondensator vorteilhaft sein. Dieser Eingang stellt
eine gedämpfte Energiereserve Spannung dar, so dass während eines Energiereserve
Spannungsabfalls eine höhere Spannung für die gate Ansteuerung des Leistungstransistors
zur Verfügung steht. Damit kann bei einem Abfall der Energiereserve bis zu einer
Spannung kleiner als die geregelte Spannung (Durchschalten des Leistungstransistor)
einen geringerer Innenwiderstand (RDS(ON)) des Transistors erreicht werden.
Weiterhin kann es vorteilhaft sein, dass dem Spannungsregler wenigstens
eine Stromquelle beispielsweise zur Diagnose der wenigstens einen Zündendstufe zugeordnet
ist. Diese Stromquelle verursacht eine Diagnose der Zündendstufe, indem die Stromquelle
einen Strom bereitstellt, der geringer ist, als ein Strom der zur Auslösung der
Zündelemente notwendig ist, aber dennoch in dem Diagnosekondensator (Kondensator
zwischen Sicherheitshalbleiter und Zündendstufe) genügend Energie für die Endstufendiagnose
hervorrufen wird. Insbesondere können damit Alterungsprozesse erkannt
werden. Die Stromquelle könnte beispielsweise in Form eines regulierten Transistors,
der den Spannungsregler überbrückt, oder einer umschaltbaren Stromregelung direkt
am Spannungsregler realisiert werden.
Es kann auch von Vorteil sein, dass zwischen der Energiereserve und
dem Spannungsregler eine Verpolschutzdiode vorgesehen ist, die die Aufgabe hat,
bei einem falschen Anschluss der Energiereserve also mit dem falschen Pol einen
Schutz vor der Spannung der Energiereserve bietet, in dem sich diesen falsch angeordneten
Kondensator dann abblockt. Die Verpolschutzdiode, die Stromquelle der Sicherheitshalbleiter
und der Spannungsregler können alle in einem ASIC lokalisiert sein. Es ist jedoch
auch möglich, diese Funktionen in zwei oder drei Halbleiterprozesse aufzuteilen.
Beispielsweise könnten in einem ersten ASIC der Sicherheitshalbleiter mit dem Spannungsregler
und die Verpolschutzdiode lokalisiert sein und in einem zweiten ASIC die Stromquelle
zur Diagnose die Diagnosefunktion für den Sicherheitshalbleiter und einer Ansteuerung
für den Sicherheitshalbleiter angeordnet sein. Weitere Aufteilungen sind möglich.
Zeichnung
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen
Vorrichtung.
Beschreibung
Zündelemente für Airbags werden üblicherweise ausschließlich aus einem
Energiereservekondensator bestromt, um gezündet zu werden. Die Spannung des Energiereservekondensators
muss dabei so dimensioniert werden, dass eine vorgegebene Selbstversorgungszeit
des Steuergeräts nach der Trennung vom Bordnetz eingehalten wird und dass der durch
den Innenwiderstand des Energiereservekondensators verursachte Spannungseinbruch
während der Zündung das Steuergerät in seiner Funktion nicht beeinflusst. Im Stand
der Technik ist es bekannt, dass zur Kompensation des Spannungsabfalls an Innenwiderstand
des Energiereservekondensators eine wesentlich höhere Energiereservespannung aufgebaut
wird, als sie für den Betrieb notwendig wäre.
Erfindungsgemäß wird daher vorgeschlagen, einen Spannungsregler zwischen
der Energiereserve und der Zündendstufe vorzusehen, um die Spannung an der Zündendstufe
immer auf den niedrigst möglichen Wert einzustellen, um die Verlustleistung, die
durch diese Spannung an den Zündendstufen hervorgerufen wird, zu minimieren.
1 zeigt in einem Blockschaltbild die erfindungsgemäße
Vorrichtung.
Eine Energiereserve ER ist auf einer Seite gegen Masse geschaltet
und auf der anderen Seite mit einem Baustein 100 verbunden. Dieser Baustein
100 ist auch mit einem Mirkocontroller 105 mit Masse und schließlich
mit einem Diagnosekondensator 106 und einer Zündkreisansteuerung
107 verbunden. Der Diagnosekondensator 106 stellt die für die
Zündendstufentests benötigte Energie zur Verfügung. Die Zündkreisansteuerung
107 weist die Zündendstufen für die einzelnen Zündelemente 108
auf. Dabei ist zwischen Masse und den Zündelementen 108 jeweils eine Minusendstufe
geschaltet und zwischen dem Baustein 100 und dem Zündelement
108 eine oder mehrere Plusendstufen. Diese Endstufen werden im Auslösefall
über eine Leitung üblicherweise eine SPI-Leitung vom Mikrocontroller 105
durchgeschaltet, so dass der Zündstrom durch die Zündendstufen schließen kann. Der
Zündstrom kommt von der Energiereserve ER. Der Zündstrom muss jedoch zunächst über
eine Verpolschutzdiode 109 und den Sicherheitshalbleiter 102 fließen,
um zu den Zündendstufen in der Zündkreisansteuerung 107 zu gelangen. Der
Sicherheitshalbleiter 102 wird durch ein Kontrollbaustein 103,
der sich auch auf den ASIC 100 befindet, angesteuert. Der Baustein
103 steuert typischerweise das gate des Leistungstransistors an, um die
zwei Hauptfunktionen (Sicherheitshalbleiter, Spannungsregler) des Bausteins
100 zu gewährleisten. Dazu ist der Baustein 103 mit dem Mikrocontroller
105, der den Sicherheitshalbleiter Zustand (ein oder aus) kontrolliert,
verbunden und auch aus elektrischen Gründen mit Masse. Auf den Baustein
100 ist auch ein Diagnosebaustein 104, der beispielsweise eine
einschaltbarere Widerstandslast nach Masse sein könnte, vorgesehen. Dafür ist der
Diagnosebaustein 104 ebenfalls mit dem Mikrocontroller 105 verbunden.
Parallel zum Sicherheitshalbleiter 102 in dem sich auch der Spannungsregler
befindet, ist eine Stromquelle 101 vorgesehen, die über den Diagnosekondensator
106 die Diagnoseenergie für die Zündendstufe 107 bereitstellt.
Der Baustein 100 ist, wie oben dargestellt über einen Ausgang mit einem
Diagnosekondensator 106 verbunden und die Zündkreisansteuerung
107 die beide jeweils gegen Masse geschaltet sind. Der Diagnosekondensator
106 stellt die für die Endstufediagnose benötigte Energie bereit. Die Zündkreisansteuerung
107 ist mit Zündelementen 108 beschaltet, die über Zündendstufen
mit dem Zündstrom aus der Energiereserve ER bestromt werden. Die optionale gate
Versorgung mit Diode 110 und Kondensator 111 stellt eine gedämpfte
Energiereserve Spannung dar, so dass während eines Energiereserve Spannungsabfalls
eine höhere Spannung für die gate Ansteuerung des Transistors zur Verfügung steht.
Damit kann bei einem Abfall der Energiereserve bis zu einer Spannung
kleiner als die geregelte Spannung (Durchschalten des Leistungstransistors) ein
geringerer Innenwiderstand (RDS(ON)) des Transistors erreicht werden.