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Dokumentenidentifikation DE19831228B4 15.09.2005
Titel Gerät zum Herstellen einer engen Endschlaufe an einem Schnur- oder Seilende
Anmelder Engelhart, Siegfried, 86150 Augsburg, DE
Erfinder Engelhart, Siegfried, 86150 Augsburg, DE
Vertreter Fleuchaus & Gallo, 86152 Augsburg
DE-Anmeldedatum 11.07.1998
DE-Aktenzeichen 19831228
Offenlegungstag 13.01.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.09.2005
IPC-Hauptklasse D07B 9/00
IPC-Nebenklasse B21D 53/58   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gerät zur Herstellung einer engen Endschlaufe an einem Ende einer Schnur oder eines Seils. Unter "Endschlaufe" ist dabei ein Gebilde der in 1 dargestellten Art zu verstehen, also eines zu einer engen Schlaufe zurückgebogenen und mit dem übrigen Schur- bzw. Seilendbereich fest verbundenes Schnur- bzw. Seilende.

Eine solche Seilendschlaufe kann zum Einhängen des Seilendes an einem Haken oder einem sonstigen Halteorgan oder zum Hindurchziehen des anderen Seilendes zur Bildung einer großen Seilschlaufe dienen.

Ein beispielsweises Anwendungsgebiet von mit einer solchen Endschlaufe versehenen Schnüren bzw. Seilen ist das Versetzen vorgefertigter Kamine im Hochbau. Es ist heute üblich, Kamine aus Mantelsteinen, Schamotterohreinsatz und dazwischenliegender Isolierung zu mindestens geschoßhohen Einheiten vorzufertigen und mit einem Kran zu versetzen. Dabei haltert man den Schamotterohreinsatz gesondert mittels einer Schnurschlaufe, da dieser bei der Montage etwas nach unten überstehen muß, um beim Versetzen auf den Schamotterohranschluß exakt aufgesetzt werden zu können, wonach dann die Mantelsteineinheit durch vollständiges Absenken ebenfalls aufgesetzt werden kann. Man behilft sich dabei bisher mit Seilschlaufen, die durch Verknotungen hergestellt sind. Die bei einer üblichen Seildicke von etwa 8 mm sich ergebenden dicken Seilknoten führen aber, weil im Zuge der Montage ja eine gegenseitige Längsverschiebung von Schamotterohreinsatz und Mantelsteineinheit mit Isolierzwischenlage erfolgt, zu einer Beschädigung der Isolierung, die nicht wünschenswert ist. Deshalb ist es wünschenswert, die notwendige Seilschlaufe, die den Schamotterohreinsatz umfassen soll, dadurch herzustellen, daß an einem Seilende eine sehr enge Endschlaufe gebildet wird.

Aus solchen und ähnlichen Anwendungsfällen resultiert das Bedürfnis, ein Gerät zu schaffen, mit welchem derartige enge Endschlaufen an Schnüren oder Seilen einschließlich Drahtseilen hergestellt werden können.

Aus der GB-Patentschrift 1 514 688 ist ein Gerät zum Herstellen enger Drahtseilschlaufen bekannt. Dieses weist ein Joch mit zueinander hin einschwenkbaren Jocharmen und eine mittig mit dem Joch verbundene Schiene mit einem darauf zum Joch hin verschiebbar geführten Seilhaken auf. Das in diese Anordnung eingelegte, anfänglich nur schwach gekrümmte Endtrumm wird sodann zuerst durch Heranziehen des Seilhakens mit dem ergriffenen Seil bis ganz an das Joch und dann durch Einschwenken der Jocharme zu einer engen Schlaufe gebogen, die sodann durch eine Hülse fixiert werden kann.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, ein neues und besonders zweckmäßiges Gerät zum Erzeugen einer engen Seilschlaufe zu schaffen.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch das im Patentanspruch 1 angegebenen und in den Unteransprüchen weiter vorteilhaft ausgestaltete Gerät gelöst.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der anliegenden schematischen Zeichnungen mehr im einzelnen beschrieben, in welchen zeigt:

1 eine Schnur- bzw. Seilendschlaufe, wie sie mit dem erfindungsgemäßen Gerät hergestellt werden soll, und

die 2 bis 4 jeweils in stark schematisierter Darstellung das erfindungsgemäße Gerät während dreier verschiedener Arbeitsphasen bei der Herstellung einer Endschlaufe.

1 zeigt eine an einem Schnur- oder Seilende hergestellte Endschlaufe, wie man sie mittels des erfindungsgemäßen Geräts erhält. Das Ende 1a eines Seils 1 ist unter Bildung einer kleinen Schlaufe 1b zurückgelegt und mittels einer darübergezogenen und verpressten engen Öse 2 sehr fest mit dem übrigen Endbereich 1c des Seils verbunden.

Das Gerät zur Herstellung dieser Endschlaufe ist in den 2 bis 4 sehr schematisch dargestellt, um die wesentlichen Komponenten des Geräts und dessen Arbeitsweise zu verdeutlichen, ohne auf dem Fachmann ohne weiteres einsichtige Einzelheiten näher einzugehen.

Die drei in den 2 bis 4 dargestellten Arbeitsphasen des Geräts sind das Einführen des Seilendes in das Gerät (2), das Erfassen des Seilenden und dessen Durchziehen durch eine Öse zur Bildung der Endschlaufe (3), und das Verpressen der Öse zur Fixierung der Endschlaufe (4).

In den 2 bis 4 ist das Gehäuse 3 des Geräts nur schematisch durch eine strichpunktierte Umrißlinie angedeutet. Das Gehäuse 3 weist eine Seileinführungsöffnung 4 auf, durch welche das Ende eines Seils 1 einführbar ist. Im Gehäuse können weiter Führungsmittel (nicht dargestellt) angeordnet sein, die das Seil, wenn es keine genügende Eigensteifigkeit besitzt, zumindest streckenweise führen, und es ist ein Anschlag 5 vorgesehen, an welchem das eingeführte Seilende anstößt, wenn es vollständig eingeführt worden ist. Dadurch ist die in das Gehäuse einzuführende richtige Länge des Seilendabschnitts definiert, die zur Herstellung der Endschlaufe benötigt wird.

Der Anschlag 5 ist vorzugsweise mit einem Endschalter oder einem Sensor verbunden oder es ist ein Sensor vorgesehen, der auf das Seilende bei Erreichen des Anschlags 5 in irgendeiner Weise anspricht, um den nachfolgenden Arbeitsablauf des Geräts automatisch auszulösen. Es versteht sich von selbst, daß, obwohl das Einführen des Seilendes manuell erfolgen kann, statt dessen auch eine automatische Seilzuführvorrichtung (nicht dargestellt) vorgesehen sein kann.

Weiter ist in dem Gehäuse eine geteilte Matrizenplatte 6 angeordnet, bestehend aus zwei in der Plattenebene relativ zueinander beweglichen Halbplatten 6a und 6b, wobei die Plattenebene etwa parallel zur Einführrichtung des Seilendes orientiert ist. Die beiden Halbplatten 6a und 6b bilden in ihrer Ruhestellung einen gewissen Spalt 6c und sind in den einander zugewandten Kantenbereichen jeweils mit einer Aussparung 6d versehen, wobei die beiden Aussparungen 6d zusammen eine Aufnahmeöffnung zum Einlegen der Öse 2 bilden.

In dem Gehäuse kann ein automatischen Einlegemechanismus (nicht dargestellt) angeordnet sein, beispielsweise mit einem Schwenkarm, der jeweils vor dem Einführen eines Seilendes automatisch in die von der Matrizenplatte gebildete Aufnahmeöffnung einlegt. In 2 ist das Gerät bei eingelegter Öse 2 und bis zum Anschlag eingeführtem Seilende dargestellt.

Weiter ist in dem Gehäuse ein an einem Betätigungskolben 7 angeordneter Durchzugshaken 8 angeordnet. Dessen Orientierung und Bewegungsrichtung verläuft etwa senkrecht zur Matrizenplatte 6.

In der Ruhestellung befindet sich der Durchzugshaken, von dem in das Gehäuse eingeführten Seilende aus gesehen, hinterhalb der Matrizenplatte 6. Wenn bei in die Aufnahmeöffnung der Matritzenplatte eingelegter Öse 2, nach vollständigem Einführen eines Seilendes der weitere Arbeitszyklus des Geräts ausgelöst wird, fährt der Kolben 7 in Richtung zur Matrizenplatte hin aus und schiebt den Durchzugshaken durch die Öse 2 hindurch am Seilende vorbei und zieht anschließend in einem Rückwärtshub den Durchzugshaken wieder zurück. Dabei ergreift der Durchzugshaken mit seinem Hakenelement 8a das Seilende, knickt dieses in Richtung zur Matritzenplatte 6 hin ein und zieht dann den ergriffenen Seilendbereich durch die Öse 2 hindurch. Dadurch wird die Seilendschlaufe gebildet.

Das Hindurchziehen des Seilendes durch die Öse 2 mittels des Zughakens 8 erfolgt mit erheblicher Kraft, da ja beim Hindurchziehen das Seil doppelt liegt, die Öse jedoch sehr eng ist und nur eine Lichtweite hat, die beträchtlich weniger als das Doppelte des Seildurchmessers beträgt. Beispielsweise beträgt der Lichtdurchmesser der Öse bei einem Sisalseil oder dergleichen mit 8 mm Außendurchmesser nur 10 mm (bei einem Drahtseil müßte der Lichtdurchmesser etwas größer sein), so daß beim Hindurchziehen des doppelt liegenden Seils dieses ganz erheblich zusammengedrückt und dabei in seiner Querschnittsform in Anpassung an die Ösenöffnung verformt wird. Man sieht leicht ein, daß ein solches Hindurchziehen manuell nicht zu bewerkstelligen wäre.

Nachdem die Seilendschlaufe auf diese Weise gebildet worden ist, erfolgt als letzter Arbeitsschritt ein Preßvorgang zum festen Verpressen der Öse 2 mit dem umgriffenen Seil. Dazu dient ein Preßstempel 9, der die eine 6a der beiden Halbplatten der Matritzenplatte 6 unter Verengung des dazwischen befindlichen Spalts 6c so gegen die feststehende andere Hubplatte 6b preßt, daß die Öse 2 unter plastischer Verformung weiter verengt wird und fest um das umgriffene Seil herumgequetscht wird. Dadurch ergibt sich eine außerordentlich feste Fixierung der Seilendschlaufe durch die Öse 2, die sicherstellt, daß sehr erhebliche Zugkräfte über die Seilendschlaufe auf das Seil übertragen werden können, ohne daß ein Aufreißen der Seilendschlaufe zu befürchten wäre. Dieser Verpreßschritt ist in 4 dargestellt.

Gegebenenfalls kann bei dem Gerät auch noch ein automatisches Ablängen des anderen Seilendes erfolgen.

Es kann nunmehr die fertige, an dem Schnur- bzw. Seilende gebildete Endschlaufe aus dem Gerät entnommen bzw. automatisch ausgeworfen werden.


Anspruch[de]
  1. Gerät zum Herstellen einer engen Endschlaufe an einem Schnur- oder Seilende, mit einer Öffnung (4) zum Einführen des Schnur- oder Seilendes (1), einer Matrize (6), in welcher eine mit ihrer Achse etwa senkrecht zum eingeführten Schnur- oder Seilende (1) orientierte Aufnahmeöffnung (6d) zur Aufnahme einer Öse (2) gebildet ist, weiter mit einem Pressstempel (9) zum Zusammendrücken der Öse (2) , weiter mit einem entlang der Achse der Aufnahmeöffnung (6d) verschiebbaren Durchzugshaken (8) mit einem zugehörigen Betätigungskolben (7), der auf der mit Bezug auf das eingeführte Schnur- oder Seilende (1) anderen Seite der Matrize (6) angeordnet und mittels seines Betätigungskolbens (7) vorwärts durch die Aufnahmeöffnung (6d) der Matrize (6) hindurch vorschiebbar und unter Ergreifen des Schnur- oder Seilendes zurückziehbar ist, um das ergriffene Schnur- oder Seilende durch die in die Aufnahmeöffnung (6d) eingelegte Öse (2) unter Bildung einer Endschlaufe hindurchzuziehen.
  2. Gerät nach Anspruch 1, wobei die Matrize (6) aus zwei zum Verpressen der in die Aufnahmeöffnung eingelegten Öse (2) um eine geringe Distanz relativ zueinander beweglichen Plattenteilen (6a, 6b) besteht, die jeweils eine zusammen die Aufnahmeöffnung (6d) ergebende Aussparung aufweisen.
  3. Gerät nach Anspruch 2, wobei mindestens einem Plattenteil (6a) der Pressstempel (9) zugeordnet ist, um das eine Plattenteil (6a) gegen das andere Plattenteil (6b) zu pressen.
  4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einem Anschlag (5) für das eingeführte Schnur- oder Seilende.
  5. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit einer automatisch arbeitenden Einrichtung zum Einlegen jeweils einer Öse (2) in die Aufnahmeöffnung (6d) der Matrize (6) vor dem Einführen eines Schnur- oder Seilendes.
  6. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, mit einer Einrichtung zum automatischen Auslösen des Betätigungskolbens (7) des Durchzugshakens (8), sobald das Schnur- oder Seilende (1) eingeführt ist.
  7. Gerät nach Anspruch 6, wobei die Einrichtung zum Auslösen der Durchzugshakenfunktion ein vom Schnur- oder Seilende zu betätigender Endschalter ist, die das Erreichen einer bestimmten Stelle innerhalb des Geräts durch das eingeführte Schnur- oder Seilende erkennt.
  8. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, mit einer Einrichtung zum automatischen Auslösen des Pressstempels (9) zum Zusammendrücken der Öse (2) nach Ausführung des Rückhubs durch den Durchzugshaken (8).
  9. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit einer Einrichtung zum automatischen Zuführen des Schnur- oder Seilendes in das Gerät und zum Ablängen der betreffenden Schnur oder des betreffenden Seils.
  10. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Einrichtung zum Einstellen der Hubweglänge des Durchzugshakens (8) zwecks Einstellung der Endschlaufengröße.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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