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Dokumentenidentifikation DE19832701B4 15.09.2005
Titel Verfahren zur Erzeugung von Stahl
Anmelder Hanke, Klaus Jürgen, Dipl.-Ing., 47057 Duisburg, DE
Erfinder Hanke, Klaus-J., Dipl.-Ing., 47057 Duisburg, DE
DE-Anmeldedatum 15.07.1998
DE-Aktenzeichen 19832701
Offenlegungstag 20.01.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.09.2005
IPC-Hauptklasse C21C 5/32
IPC-Nebenklasse C21C 5/30   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Stahl aus Roheisen, Schrott sowie Zuschlägen in einem Konverter gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Bei der Erzeugung von Stahl im Konverter ist die Ermittlung der optimalen Solltemperatur für den Abstich des Stahles in die Gießpfanne von entscheidender Bedeutung für die nachgeschalteten Prozeßstufen wie Sekundärmetallurgie und Strangguß. Bei einer zu hoch kalkulierten Solltemperatur muß zur Einstellung der für den Gießprozeß geforderten Gießtemperatur Kühlschrott in die Schmelze eingespült werden. War die Solltemperatur zu niedrig kalkuliert, führt dies dazu, daß die in der Sekundärmetallurgie durchzuführenden metallurgischen Arbeiten nicht oder nur in ungenügendem Maße durchgeführt werden können, und/oder die Badtemperatur für den Abguß der Schmelze im Strangguß nicht ausreicht und somit als flüssiger Schrott in die Vorstufe (Konverter oder Mischer) zurückgeführt werden muß. Beides ist mit erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen verbunden.

Neben der Temperaturführung ist die Desoxidation des Stahles für die nachfolgenden Prozeßschritte von entscheidender Bedeutung. Ziel ist hier, möglichst frühzeitig den sogenannten „beruhigten Zustand" einzustellen, d. h. den gelösten Sauerstoff abzubinden, und die damit verbundene frühzeitige Reduktion der mit den Desoxidationsmitteln reduzierbaren oxidischen Bestandteile der Schlacke. Folge einer frühzeitigen, beschleunigt ablaufenden Desoxidation wäre eine damit verbundene frühzeitige und beschleunigt ablaufende Entschwefelung. Der Prozeß der Entstickung unter Vakuum kann ebenfalls erst ablaufen, wenn eine ausreichende Desoxidation und Reduktion der Schlacke erfolgt ist.

Die Vorteile, die bei einer frühzeitigen Einstellung des "beruhigten Zustandes" zu erzielen sind, Gegen zum einen in einer Verkürzung und Beschleunigung des Desoxidationsprozesses selbst und zum anderen in einer Verkürzung und Beschleunigung der Entschwefelung und Spülbehandlung.

Die frühzeitige Einstellung des „beruhigten Zustandes" der Schmelze und die ausreichende Reduzierung der Schlacke, ohne die Obergrenzen des gütespezifischen Aluminium- bzw. Silizium zu überschreiten, gelingt nur durch eine hinreichend genaue Kalkulation der Desoxidationsmittelmenge, die zur Abbindung des gelösten und des in der Schlacke an Eisen, Mangan und Phosphor gebundenen Sauerstoffs erforderlich ist. Da dies auch mit einer Messung des Sauerstoffgehaltes nach Blasende mittels einer EMK-Sonde bislang nicht in ausreichendem Maß gelingt, muß die Desoxidation in mehreren zeitaufwendigen Einzelschritten durchgeführt werden.

In der DE-Z "Stahl und Eisen", 117 (1997) Nr. 2, S. 97-102 ist für die Prozessautomation im LD-Stahlwerk bei Tisco ein Korrektur- und ein Abstich-Legierungsmodell zur Steuerung des Frischens offenbart.

Beim Korrekturmodell wird zunächst der Stahlbadzustand mit den tatsächlich chargierten Fluss- und Kühlmitteln ermittelt. Die Korrekturfunktion berechnet danach die benötigten Mengen an Zuschlägen und Sauerstoff, um die Sollanalyse und die Solltemperatur zu erreichen.

Nach dem Abstich-Legierungsmodell wird mit der aktuellen oder berechneten Sollanalyse bei Blasende und der Sollanalyse nach Abstich die Menge der benötigten Legierungselemente während des Abstichs ermittelt. Dabei wird das Desoxidationspotential der Legierungselemente berücksichtigt und zusätzlich die durch den Legierungsprozess verursachte Stahlbadtemperaturänderung berechnet.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben, das es ermöglicht, zum einen die Menge der benötigten Desoxidationsmittel und zum anderen die für den Konverterprozeß nachgeschalteten Prozeßstufen ausreichende und optimal angepaßte Soll-Abstichtemperatur zu kalkulieren.

Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspnrches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Bestandteil von Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß wird der Desoxidationsmittelabbrand und somit die erforderliche Desoxidationsmittelmenge und/oder ein aus dem Abbrand des Desoxidationsmittels resultierender Temperaturzuschlag für die Soll-Konverterabstichtemperatur aus Prozeßparametern der Konverterstufe ermittelt und so eine dem nachfolgenden Prozeßgeschehen in der Sekundärmetallurgie angepaßte Desoxidationsmittelmenge in die Gießpfanne zugegeben und/oder Soll-Konverterabstichtemperatur kalkuliert. Die Prozeßparameter sind zum einen die ab einem Referenzzeitpunkt kurz vor Blasende noch einzublasende Sauerstoffmenge und zum anderen die Liegezeit der Schmelze. Dabei ist die Liegezeit die Zeit von Blasende bis Abstichbeginn. Der Referenzzeitpunkt wird vorzugsweise durch einen definierten CO-Gehalt im Abgas festgelegt. Die genannten Prozeßparameter beeinflussen den Sauerstoffgehalt von Stahl und Schlacke maßgeblich. So nimmt dieser mit zunehmender Zusatzsauerstoffmenge stark zu und mit zunehmender Liegezeit als Folge der Konverterbodenspülung stark ab. Insbesondere der Einfluß der Liegezeit auf den Sauerstoffgehalt war bisher nicht bekannt.

Darüber hinaus überrascht den Fachmann das Ausmaß des Einflusses beider Prozeßparameter auf den Desoxidationsmittelabbrand und somit auf den daraus resultierenden und bislang nicht in Anrechnung gebrachten Temperaturgewinn bei der Desoxidation der Charge in der Sekundärmetallurgie. So liegt beispielsweise der Abbrand von Aluminium bei geringen Zusatzsauerstoffmengen und langer Liegezeit im Bereich von 1,5 kg/tStahl und weniger, und bei hohen Zusatzsauerstoffmengen und kurzer Liegezeit im Bereich von 3,2 kg/tStahl und mehr. Durch eine statistische Analyse von Betriebsdaten können die den jeweiligen betrieblichen Bedingungen optimal angepaßten Abbrandwerte ermittelt werden.

Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis der vorstehend erläuterten technologischen Zusammenhänge und beinhaltet das Konzept, den Desoxidationsmittelabbrand und/oder den daraus resultierenden Temperaturgewinn auf Basis der genannten, den gelösten und gebundenen Sauerstoff stark beeinflussenden Prozeßparameter zu kalkulieren und bei der Sollwertvorgabe für die Desoxidationsmittelmenge und/oder Konverterabstichtemperatur in Anrechnung zu bringen.

Der Zuschlag für die Abstichtemperatur wird so gewählt, daß er dem vom zusätzlich eingebrachten Sauerstoff abhängigen Abbrand des Desoxidationsmittels entspricht. Dabei ist der niedrigsten Zusatzsauerstoffmenge der höchste Temperaturzuschlag und der höchsten Zusatzsauerstoffmenge der kleinste Temperaturzuschlag zugeordnet. Die erforderliche Desoxidationsmittelmenge wird als ein auf das Schmelzgewicht bezogener Mengenwert in Kg/t ermittelt und direkt der zu verblasende Sauerstoff der Kalkulation zu Grunde gelegt.

Bei einer Desoxidation mit einer Mischung aus verschiedenen Desoxidationsmitteln vorzugsweise Al, Si, C wird mittels einer über jedes eingesetzte Desoxidationsmittel gesteuert durchzuführenden Wärmebilanzierung der sich ergebene Temperaturgewinn ermittelt.

Die Reaktion des Desoxidationsmittels mit dem an verschiedene Elemente, insbesondere an Eisen aus mitgeführter Konverterschlacke, gebundenen Sauerstoff wird bei der Kalkulation des Abbrandes berücksichtigt. Ebenso muß der mit zunehmender Liegezeit abnehmende Abbrand von Desoxidationsmitteln bei der Kalkulation des Temperaturzuschlages berücksichtigt werden. Dabei ist die Liegezeit die Zeit von Blasende bis zum Abstichbeginn.

Anhand zweier Beispiele wird das erfindungsgemäße Verfahren näher erläutert.

Beispiel A Kalkulation der vorläufigen Soll-Konverterabstichtemperatur

(Die Schmelze ist noch nicht erzeugt und die Einsatzstoffe wie Roheisen und Schrott sind noch nicht ermittelt. Auf Basis der ab einem Referenzpunkt vorgesehenen, für das Erreichen der Zielanalyse der zu erzeugenden Güte abhängigen Zusatzsauerstoffmenge, wird im Vorfeld der daraus resultierende Temperaturgewinn ermittelt, und bei der Kalkulation der vorläufigen Soll-Konverterabstichtemperatur berücksichtigt.)

Für die ausgewählte Stahlgüte wird aus entsprechenden Tabellen eine Liquidustemperatur von 1491°C abgelesen. Mittels der bekannten Temperaturzuschläge wird nach herkömmlicher Verfahrensweise eine Soll-Konverterabstichtemperatur von 1669°C nach Prozeßende ermittelt.

bisherige Herleitung der Solltemperatur:

Für das Rechenbeispiel (siehe unten) wurde als vergleichsweise niedriger Sauerstoffmengenwert für das Endpunktblasen 250Nm3 (z. B. für Stahlgüten mit hoher Phosphorobergrenze) und als vergleichsweise hoher Sauerstoffmengenwert 1250 Nm3 (z.B. für Stahlgüten mit niedriger Phosphorbergrenze) gewählt, was bei einem Schmelzgewicht von 250t im ersten Fall 1Nm3/tStahl und im zweiten Fall 5Nm3/tStahl entspricht. Die Differenz zwischen den beiden Fällen beträgt 1000Nm3 bzw. 4Nm3/t. Dieser Differenz wird im Fall von 1250Nm3 Sauerstoff (= 5Nm3/t) gegenüber dem 250Nm3- Fall (= 1Nm3/t) ein Temperaturminderbedarf von 30°C zugeordnet (= 0,03°C/Nm3). Dies entspricht einem zusätzlichen Aluminiumabbrand von ca. 250kg/250tStahl = 1 kg Aluminium/tStahl.

Gegenüber der konventionellen Ableitung, die zu einer Soll-Konverterabstichtemperatur von 1669°C führt, wird bei dem erfindungsgemäßen Verfahren differenziert im ersten Fall einer mit 1250Nm3 Sauerstoff schon stark heruntergefrischten Schmelze eine gegenüber der alten um 30°C/2 = 15°C niedrigere Abstichtemperatur von 1654°C und im fünften Fall (siehe Beispiel Fall 5) bei lediglich 250Nm3, bei dem es noch nicht zu einer übermäßigen Eisenverschlackung gekommen ist und somit geringere Gehalte an gelöstem Sauerstoff vorliegen, eine um 30°C/2 = 15°C höhere Abstichtemperatur von 1684°C ermittelt.

Beispielhafte Herleitungen der Soll-Konverterabstichtemperatur, die den oben ausgeführten Zusammenhängen, nämlich dem mit zunehmendem Endpunktblassauerstoff zunehmenden Energiegewinn bzw. Temperaturgewinn bei der Desoxidation und Schlackenreduktion Rechnung tragen:

  • 1. Fall: 1250Nm3/250t = 5Nm3/t Sauerstoff (+0°C)
  • 2. Fall: 1150Nm3/250t = 4,6Nm3/t Sauerstoff (30°C·100Nm3/1000Nm3 = 3°C)
  • 3. Fall: 1050Nm3/250t = 4,2Nm3/t Sauerstoff (30°C·200Nm3/1000Nm3 = 6°C)
  • 4. Fall: 950Nm3/250t = 3,8Nm3/t Sauerstoff (30°C·300Nm3/1000Nm3 = 9°C)
  • 5. Fall: 250Nm3/250t = 1Nm3/t Sauerstoff (30°C·1000Nm3/1000Nm3 = 30°C)

Um die Beispielrechnungen möglichst einfach und überschaubar zu halten, wurde ein mit zunehmendem Blassauerstoff linear zunehmender Aluminiumabbrand angenommen.

Vorteilhaft ist eine rechnerische Feinkorrektur des jeweiligen Abstichtemperaturwertes in zwei bis drei Iterationsschritten.

Beispiel B

Kalkulation der endgültigen Soll-Konverterabstichtemperatur (Der Zeitpunkt und Ausgangswert für diese Rechnung ist die eintreffende In-Blow-Messung)

Für die ausgewählte Stahlgüte wird aus entsprechenden Tabellen eine Liquidustemperatur von 1491°C abgelesen. Mittels der bekannten Temperaturzuschläge wird eine Soll-Konverterabstichtemperatur von 1700°C ermittelt. (In diesem Beispiel ist der Temperaturzuschlag für Abstich und Reserve z. B. auf Grund aufwendigerer sekundärmetallurgischer Behandlung der Schmelze um 31°C höher als beim ersten Rechenbeispiel.

Für das Einstellen der Zielanalyse wird für die ausgewählte Stahlgüte aus Tabellen eine Zusatzsauerstoffmenge von 400 Nm3/250tStahl abgelesen. Auf Grund von Untersuchungen ist es bekannt, daß, bezogen auf ein Schmelzgewicht von 250t, 1000 m3 verblasene Sauerstoffmenge beim Endpunktblasen einem Temperaturanstieg von 65°C entspricht. Somit ergibt 400 Nm3 × 0,065°C/Nm3 = 26°C. Zieht man diesen Temperaturanstieg von der ermittelten Soll-Konverterabstichtemperatur ab, so wird bei der In-Blow-Messung eine Temperatur 1700°C – 26°C = 1674°C erwartet. Bei dieser Ausgangssituation müssen nachfolgend drei Fälle unterschieden werden.

  • a) Die In-Blow-Messung ergibt eine Temperatur um 1674°C. In diesem Fall ist nichts zu veranlassen. Die Schmelze wird mit den zur Einstellung der Zielanalyse nötigen 400 Nm3 Sauerstoff planmäßig auf die ursprünglich kalkulierte Abstichtemperatur von 1700°C zu Ende gefrischt.
  • b) Die In-Blow-Messung ergibt eine Temperatur oberhalb von 1674°C. Dann muß die Schmelze heruntergekühlt werden, üblicherweise durch Zugabe von Kühlmitteln wie z.B. Erz, Sinter, Schlacke, Schrott oder dergleichen.
  • c) Die In-Blow-Messung ergibt eine Temperatur unterhalb von 1674°C, beispielsweise 1640°C. Dies bedeutet, daß diese 34°C unterhalb des Erwartungswertes von 1674°C liegt. Es müssen daher 34°C/0,065°C/Nm3 = 523 Nm3 Sauerstoff zusätzlich zu den zur Einstellung der Zielanalyse nötigen 400 Nm3 Sauerstoff eingeblasen werden. Dabei geht zusätzlich Sauerstoff in Lösung bzw. wird an Eisen gebunden, was bei der späteren Desoxidation in der Gießpfanne zu einem zusätzlichen, nicht geplanten Temperaturgewinn durch Abbrand von Desoxidationsmitteln führt. 1000 Nm3/250 tStahl, zusätzlicher Blassauerstoff verursachen einen zusätzlichen Aluminiumabbrand von ca. 250 kg, der zu einem Temperaturanstieg der Schmelze von ca. 30°C führt. 523 Nm3 zusätzlicher Blassauerstoff ergeben so einen Temperaturanstieg von 0,03°C/Nm3 × 523 Nm3 = 16°C. Erfindungsgemäß werden die 16°C, die bei einer korrekten Wärmebilanz, also einer In-Blow-Messung von 1674°C nicht als späterer Temperaturgewinn bei der Desoxidation auftreten würden, von der ursprünglichen Soll-Konvertertemperatur von 1700°C abgezogen. Die neue Soll-Konvertertemperatur beträgt nun 1700°C – 16°C = 1684°C. Vorteilhaft ist eine rechnerische Feinkorrektur dieses Wertes in zwei bis drei Iterationsschritten.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Erzeugung von Stahl aus Roheisen, Schrott sowie Zuschlägen in einem Konverter, bei dem über eine Lanze Sauerstoff in das Roheisen geblasen wird und nach Einstellung von Zielanalyse und Zieltemperatur der Stahl in eine Gießpfanne abgestochen wird und bei dem zur Ermittlung der Solltemperatur für den Abstich des Stahles in die Gießpfanne ausgehend von der Liquidustemperatur der zu erzeugenden Stahlgüte fest vorgegebene oder ermittelte Temperaturzuschläge für die Soll-Verteilertemperatur, die Soll-Gießpfannentemperatut unter Berücksichtigung eines zu ermittelnden Temperaturzuschlages für den Legierungswärmeverlust und für den Abstich addiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Desoxidationsmittelabbrand und somit die erforderliche Des oxidationsmittel Menge und/oder der aus dem Des oxidationsmittel Abbrand resultierende Temperaturgewinn in der Sekundärmetallurgie ermittelt wird in Abhängigkeit von der, ab einem Referenzzeitpunkt kurz vor Blasende, zur Erreichung der Zielanalyse und/oder Zieltemperatur noch zusätzlich einzublasenden Sauerstoff menge, und/oder in Abhängigkeit von der Liegezeit, wobei die Liegezeit die Zeit vom Blasende bis Abstichbeginn ist, und der aus dem Desoxidationsmittelabbrand resultierende Temperaturgewinn in der Sekundärmetallurgie bei der Ermittlung der Soll-Konverterabstichtemperatur in Anrechnung gebracht wird, wobei der Kalkulation der Desoxidationsmittelmenge der ermittelte Desoxidationsmittelabbrand in Anrechnung gebracht wird und der Referenzzeitpunkt für die zusätzlich noch einzublasende Sauerstoffmenge durch einen definierten CO-Gehalt im Abgas festgelegt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuschlag für die Abstichtemperatur so gewählt wird, dass er dem zwischen dem niedrigsten für hohe Sauerstoffmengen und dem höchsten für niedrige Sauerstoffmengen geltenden Zuschlag vom eingebrachten Sauerstoff abhängigen Abbrand des Desoxidationsmittels entspricht.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erforderliche Desoxidationsmittelmenge als ein auf das Schmelzgewicht bezogener Mengenwert in Kg/t ermittelt wird und direkt der verblasene Sauerstoff der Kalkulation zugrunde gelegt wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Desoxidation mit einer Mischung aus verschiedenen Desoxidationsmitteln vorzugsweise Al, Si, C über eine für jedes eingesetzte Desoxidationsmittel gesteuert durchzuführende Wärmebilanzierung der sich ergebende Temperaturgewinn ermittelt wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktion des Desoxidationsmittels mit dem an verschiedene Elemente, insbesondere Eisen, gebundenen Sauerstoff aus mitlaufender Konverterschlacke bei der ermittlung des Abbrandes berücksichtigt wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei verlängerter Liegezeit ein dieser angemessenes Nachblasen erfolgt.
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