Die Erfindung betrifft ein Wechselstollen-Hufeisen mit den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Pferde werden zunehmend mit Hufeisen beschlagen, deren Stollen auswechselbar
ausgebildet sind. Das Bedürfnis nach der Wechselbarkeit der Stollen ergibt sich
aus unterschiedlichen Untergründen, auf denen die Pferde laufen sollen. Während
die Hufeisen am Huf des Pferdes verbleiben, werden von Fall zu Fall längere oder
kürzere oder gar keine Stollen an dem Hufeisen benötigt. So werden beispielsweise
beim Springreiten lange Stollen eingesetzt während das Pferd wenig später mit kurzen
Stollen oder ohne Stollen laufen soll.
Aus der EP 0 930 011 B1
sind Hufeisen mit Schraubstollen bekannt. Diese sind in entsprechende Gewindebohrungen
des Hufeisens eingeschraubt.
Diese Art der heute weithin angewandten Stollenbefestigung setzt voraus,
dass das Schraubgewinde sauber gehalten wird. Geht ein Stollen verloren, füllt sich
die Gewindebohrung mit Schmutz und kleinen Steinen. Die Entfernung solcher Fremdkörper
ist schwierig. Gegebenenfalls müssen die Gewinde nachgeschnitten werden, was manchmal
sogar unmöglich ist. Ein Neubeschlag des Pferdes, d.h. das Setzen eines neuen Hufeisens,
ist dann häufig unumgänglich. Dies ist jedoch nicht nur aufwendig und teuer sondern
auch für das Pferd eine Belästigung. Zudem können die Hufeisenwechselintervalle
nicht beliebig verkürzt werden.
Das deutsche Gebrauchsmuster Nr. 297 16 499.6 offenbart einen Gewindestollen
mit konischem Gewindeschaft und scharfem selbstschneidenden Gewinde. Dieser Stollen
kann in eine Öffnung des Hufeisens eingedreht werden, ohne dass das Gewinde vorgeschnitten
wird.
Auch hier ist jedoch mit gelegentlichem Stollenverlust zu rechnen.
Die EP 0 676 137 schlägt als
Alternative u-förmige Klammern vor, die das Hufeisen umgreifen und die einen Schenkel
mit Gewindebohrung zur Aufnahme eines Schraubstollens aufweisen.
Darüber hinaus ist vorgeschlagen worden, einen Stollen mittels einer
Haltefeder an einem Hufeisen formschlüssig zu befestigen. Die DE
10 2004 026 191 A1 offenbart dazu Hufeisen, die zur Aufnahme eines Stollens
mit einer zylindrischen Durchgangsbohrung versehen sind. Durch diese Bohrung erstreckt
sich ein zylindrischer Schaft eines Stollens mit geringem Spiel. An der Oberseite
des Hufeisens ist eine Ausnehmung angebracht, in die das obere mit einer Ringnut
versehene Ende des Schafts ragt. Eine quer zu dem Hufeisen in die Ausnehmung eingeschobene
Haltefeder fährt in diese Ringnut und nimmt zwischen zwei Rastschenkeln den Stollenschaft
auf.
Dieses System gestattet eine sichere Stollenbefestigung einerseits
und andererseits einen problemlosen Stollenwechsel. Der Stollen bleibt an dem Hufeisen
jedoch relativ leicht drehbar und zuweilen mit etwas Spiel gehalten. Dies ist nicht
in jedem Fall erwünscht.
Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, weitere Möglichkeiten
zur sicheren Befestigung von Stollen an Hufeisen aufzuzeigen, wobei die Stollen
an dem Hufeisen lösbar gehalten sein sollen. Dabei sollen Nachteile der oben genannten
Befestigungsarten vermieden werden.
Diese Aufgabe wird mit dem Hufeisen nach Anspruch 1 gelöst:
Das erfindungsgemäße Hufeisen weist zumindest einen Stollen an den
hinteren Enden des Hufeisens oder auch einen so genannten Griff, z.B. an dem vorderen
Ende des Hufeisens auf. Während der Stollen in der Regel lediglich einen zylindrischen
Schaft aufweist, kann der Griff mit zwei zueinander parallelen Schäften oder ähnlichen
Verankerungsmitteln versehen und wie ein Stollen an dem Hufeisen befestigt sein.
Ein solcher nach unten von dem Hufeisen weg stehender Griff ist im
Grunde lediglich ein etwas breiterer Stollen.
Der Schaft des Stollens ist mittels einer Klemmeinrichtung in einer
Durchgangsbohrung des aus Stahl, Aluminium oder einem anderen Metall bestehenden
Hufeisens gehalten, wobei die Klemmeinrichtung den Schaft gegen die Wandung der
Durchgangsbohrung spannt. Dadurch wird ein spielfreier unverdrehbarer Sitz des Schafts
in dem Hufeisen erzielt. Der Stollen sitzt dadurch fest an dem Hufeisen. Die Klemmeinrichtung
bewirkt somit einen Reibschluss zwischen dem Schaft des Stollens und der Bohrungswandung.
Über den Reibschluss hinaus kann die Klemmeinrichtung formschlüssig
mit dem Stollen in Eingriff stehen. Dies hat den Vorzug, dass der Stollen auch dann
noch sicher an dem Hufeisen gehalten ist, wenn die Klemmeinrichtung teilweise gelöst
ist.
Der Schaft des Stollens kann prinzipiell kegelförmig ausgebildet sein,
beispielsweise als steilerer schlankerer Kegel. Es ist auch möglich, den Schaft
abschnittsweise zylindrisch und abschnittsweise kegelförmig auszubilden.
Des Weiteren kann der Schaft einen von der Kreisform abweichenden Querschnitt aufweisen.
Er kann beispielsweise vierkantig ausgebildet sein, wenn die entsprechende Durchgangsbohrung
in dem Schenkel des Hufeisens z.B. ebenfalls vierkantig ausgebildet ist. Eine solche
Vierkantbohrung kann beispielsweise in warmem Zustand in das Hufeisen eingestanzt
werden.
Unabhängig von der Querschnittsform des Schafts zeigt sich der Vorzug
der erfindungsgemäßen Stollenbefestigung in der Toleranzunempfindlichkeit derselben.
Durch die Wirkung der Klemmeinrichtung wird in gespanntem Zustand das zwischen dem
Schaft des Stollens und der Bohrungswandung vorhandene Spiel beseitigt und der Stollen
sicher gehalten. Es ist deshalb möglich, von vornherein mit einem vergrößerten Spiel
zu arbeiten, was den leichten Stollenwechsel auch unter erschwerten Bedingungen
ermöglicht, z.B. wenn Staub und Sand in den Spalt zwischen Schaft und Bohrungswandung
vordringt.
Die Klemmeinrichtung ist vorzugsweise auf einer gemeinsamen Höhe mit
einer Ausnehmung in dem Schaft angeordnet, wobei die Ausnehmung im einfachsten Fall
als Ringnut ausgebildet sein kann. Andere Ausnehmungsformen sind möglich. Die Klemmeinrichtung
bewirkt in der bevorzugten Ausführungsform die Ausübung einer zu dem Schaft radial
gerichteten Klemmkraft. Zusätzlich kann die Klemmeinrichtung eine bezüglich des
Schafts axial gerichtete Kraft erzeugen, beispielsweise um den Stollen mit seiner
Ringschulter an die Unterseite des Hufeisens heranzuziehen. Dies wird beispielsweise
durch einen geringen Höhenversatz zwischen einer als Klemmeinrichtung verwendeten
Klemmschraube und der Ausnehmung des Schafts erzielt.
Die Gewindebohrung ist bei einer einfachen Ausführungsform quer zu
der Durchgangsbohrung gerichtet und schneidet diese. Die Spitze der Gewindeschraube
kann somit in eine Ausnehmung des Schafts eindringen und den Schaft festklemmen.
Dabei kann die Gewindebohrung sowohl radial, d.h. die Achse der Durchgangsbohrung
schneidend als auch seitlich dazu versetzt angeordnet sein. In letzterem Fall kann
die Klemmwirkung noch verstärkt werden.
Es ist auch möglich, eine Klemmeinrichtung auszubilden, indem an dem
Schenkel des Hufeisens ein von der Durchgangsbohrung ausgehender Schlitz ausgebildet
ist. Dieser Schlitz liegt vorzugsweise in einer Ebene, die die Achse der Durchgangsbohrung
enthält. Somit werden an dem Schenkel des Hufeisens, an dem die Durchgangsbohrung
angebracht ist, zwei voneinander durch den Schlitz getrennte Klemmfinger freigestellt.
Werden diese Klemmfinger beispielsweise mittels einer Spannschraube aufeinander
zu gespannt verengt sich dadurch zugleich die Durchgangsbohrung, was zum Festklemmen
eines darin angeordneten Schafts des Stollens führt. Der Schlitz kann sich sowohl
lediglich von der Durchgangsbohrung ausgehend von dieser weg erstrecken oder auch
quer durch diese hindurch, um die Federwirkung der von ihm getrennten Klemmfinger
zu verbessern.
Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung
sind Gegenstand von Unteransprüchen, der Zeichnung oder der Beschreibung.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht.
Es zeigen:
1 ein erfindungsgemäßes Hufeisen mit
wechselbaren Stollen in schematisierter Perspektivansicht,
2 einen für das Hufeisen nach
1 vorgesehenen Stollen in einem anderen Maßstab und
in schematisierter Seitenansicht,
3 das Hufeisen nach 1,
geschnitten im Bereich eines Stollens in schematisierter Darstellung und in einem
anderen Maßstab,
4 eine abgewandelte Ausführungsform des
Hufeisens mit wechselbaren Stollen in schematisierter Perspektivdarstellung,
5 eine weitere Ausführungsform eines
Hufeisens mit Klemmstollen in schematisierter Perspektivdarstellung,
6 einen Stollen für ein erfindungsgemäßes
Hufeisen mit Kegelansatz an seinem Stollen in Seitenansicht,
7 ein Hufeisen mit Kegelansatzstollen
in schematisierter Schnittdarstellung,
8 eine weiter abgewandelte Ausführungsform
eines Hufeisens mit Klemmstollen und geschlitzten Schenkelenden in schematisierter
Perspektivdarstellung.
In 1 ist ein Hufeisen 1 veranschaulicht,
dessen Grundkörper 2 zwei von einem Mittelabschnitt 3 ausgehende
Schenkel 4, 5 aufweist. Der Mittelabschnitt 3 und die
Schenkel 4, 5 sind mit Nagellöchern 6 versehen, die zur
Aufnahme von Hufnägeln zur Befestigung des Hufeisens 1 an einem Huf eines
Huftiers, beispielsweise eines Pferdes, dienen. An dem Mittelabschnitt
3 kann ein nach oben hoch gezogenes Teil 7 sowie ein nach unten
vorstehender Vorsprung vorgesehen sein, der als Griff 8 bezeichnet wird.
Der Griff 8 kann an das Hufeisen angeformt oder als auswechselbarer Stollen
ausgebildet sein. Ansonsten ist das Hufeisen 1 an seiner
unteren Seite 9, wie aus 3 ersichtlich, im
Wesentlichen eben ausgebildet. Seine zweite obere Seite 11 ist bis auf
das Teil 7 ebenfalls eben.
Das Hufeisen 1 ist mit Stollen 12, 13 aus
Stahl oder Titan oder einer Alu-Legierung oder einem anderen geeigneten Material
versehen, die an den Enden 14, 15 der Schenkel 4,
5 an der unteren Seite 9 des Hufeisens 1 angeordnet sind.
Die aus den 1 und 3
ersichtlichen Stollen 12, 13 sind untereinander gleich ausgebildet.
Sie werden nachfolgend anhand des in 2 veranschaulichten
Stollens 12 beschrieben. Die Beschreibung gilt entsprechend für den Stollen
13.
Der Stollen 12 weist einen zylindrischen Schaft
16 auf, dessen Länge vorzugsweise etwas geringer ist als die Höhe des Hufeisens
1. Die Höhe des Hufeisens 1 ist als Abstand zwischen der unteren
Seite 9 und der oberen Seite 11 insbesondere in dem Bereich zu
messen, in dem der Stollen 12 angeordnet wird. Der Schaft 16 ragt
von einer Ringschulter 17 auf, die den Schaft 16 konzentrisch
umgibt und eine ebene Anlagefläche bildet. Unterhalb der Ringschulter
17 ist der eigentliche in montiertem Zustand sichtbare Teil des Stollens
12 vorgesehen. Er ist in geeigneter Weise geformt und beispielsweise als
zylindrischer, prismatischer, kegelförmiger oder anderweitig geformter Körper ausgebildet.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen einen oberen Zylinderabschnitt
18 und daran anschließend einen Kegelabschnitt 19 aufweisenden
Zylinderstollen. In der unteren ebenen Stirnfläche 21 kann beispielsweise
ein Hartmetallstift 22 eingelassen sein. Der Durchmesser des Zylinderabschnitt
18 ist deutlich größer als der Durchmesser des Schafts 16.
Der zylindrische Schaft 16 sitzt wie 3
erkennen lässt, in einer vorzugsweise ebenfalls zylindrischen Durchgangsbohrung
23, die mittig zwischen den Flanken 24, 25 des Schenkels
5 angeordnet ist. Der Schenkel weist, wie 2
erkennen lässt, einen etwa rechteckigen oder auch trapezförmigen Querschnitt auf.
Zur Befestigung des Stollens 12 an dem Hufeisen
1 ist eine Klemmeinrichtung 26 vorgesehen, die in erster Linie
auf den Schaft 16 wirkt. Zu der Klemmeinrichtung gehören beispielsweise
eine Gewindebohrung 27, deren Bohrungsachse die Durchgangsbohrung
23 schneidet sowie eine in die Gewindebohrung 27 eingesetzte Klemmschraube
28, beispielsweise in Form einer Madenschraube. Die Gewindebohrung
27 ist vorzugsweise etwa mittig zwischen der unteren Seite 9 und
der oberen Seite 11 angeordnet und mündet, wie 3
veranschaulicht, an der Flanke 25 des Hufeisens 1. Die Klemmschraube
28 kann, wie veranschaulicht, an ihrem außen liegenden Ende eine Profilöffnung
29 mit einem unrunden Querschnittsprofil aufweisen. Die Profilöffnung
29 dient zum Ansatz eines Werkzeugs, wie beispielsweise eines Sechskantschlüssels
oder eines anderen geeigneten Profils, mit dem das Drehen der Klemmschraube
28 ermöglicht wird.
Zu der Klemmeinrichtung 26 gehört vorzugsweise außerdem eine
an dem Schaft 16 ausgebildete Ausnehmung 31, die vorzugs- und
beispielsweise in Form einer zu dem Schaft 16 konzentrischen Ringnut
32 ausgebildet ist. Die ringsum laufende Ringnut ist dabei etwa auf gleicher
Höhe angeordnet wie die Gewindebohrung 27, d.h. der Abstand zwischen der
Bohrungsachse der Gewindebohrung 27 und der unteren Seite 9 ist
etwa genauso groß wie der Abstand zwischen der Mitte der Ringnut 32 und
der Ringschulter 17. Die Klemmschraube 28 ist vorzugsweise mit
einer vorn etwas abgerundeten Spitze 33 versehen, die in montiertem Zustand,
wie 3 veranschaulicht, formschlüssig in die Ringnut
32 fasst.
Das insoweit beschriebene Hufeisen 1 funktioniert wie folgt:
Wie aus 3 ersichtlich, wird der Stollen
12 durch die Klemmeinrichtung 26 an dem Hufeisen 1 gehalten.
Die Klemmschraube 28 drückt den Schaft 16 quer in 3
nach rechts gegen die Wandung der Durchgangsbohrung 23. Die Spitze
33 der Klemmschraube 28 fasst dabei in die Ringnut 32,
wobei sie sich vorzugsweise an dem Boden der Ringnut 32 abstützt. Der Stollen
12 ist dadurch sowohl reibschlüssig als auch formschlüssig an dem Hufeisen
1 gehalten. Selbst wenn die Klemmschraube 28 etwas gelöst wird,
so dass der Schaft 16 nicht mehr an die Bohrungswandung angepresst ist,
verhindert die Spitze 33 doch das Verlieren des Stollens 12. Somit
ist eine gemischt reib- und formschlüssige Befestigungseinrichtung für den Stollen
12 geschaffen.
Abweichend von der vorbeschriebenen Ausführungsform kann die Ringnut
32 auch etwas gegen die Gewindebohrung 27 versetzt angeordnet
sein. Der Abstand zwischen der Bohrungsachse der Gewindebohrung 27 und
der unteren Seite 9 des Schenkels 5 ist dann etwas größer als
der Abstand zwischen der Mitte der Ringnut 32 und der Ringschulter
17. Dadurch drückt die Spitze der Klemmschraube 28, wenn sie angezogen
ist, vor allem gegen die obere Flanke der Ringnut 32 und übt dadurch eine
in 3 axial nach oben gerichtete Kraft auf den Schaft
16 aus während sie diesen zugleich in 3 nach
rechts gegen die Wandung der Durchgangsbohrung 23 drückt. Dadurch wird
die Ringschulter 17 an die untere Seite 9 des Schenkels
5 herangezogen. In diesem Fall ergibt ein besonders sicherer Sitz des Stollens
12.
Soll der Stollen 12 ausgewechselt werden wird ein geeignetes
Werkzeug an die Profilöffnung 29 der Klemmschraube
28 angesetzt und die Klemmschraube 28 wird gelöst. Sie wird dazu
etwas aus der Gewindebohrung 27 heraus geschraubt bis die Spitze
33 den Schaft 16 freigibt. Der Stollen 12 kann nun abgenommen
werden und es kann ein anderer Stollen an das Hufeisen 1 angesetzt werden.
Sein Schaft 16 findet dabei in die Durchgangsbohrung 23 in der
er mittels der Klemmeinrichtung 26 wiederum gesichert wird, indem die Klemmschraube
28 angezogen wird.
Zu dem Hufeisen 1 gehört vorzugsweise ein Satz gleichartiger
oder auch unterschiedlich ausgebildeter Stollen 12, die sich in ihrer Länge,
Form, im Material und so weiter, unterscheiden können. Sie haben jedoch übereinstimmende
Schäfte 16, so dass sie immer jeweils in die Durchgangsbohrung
23 passen und mit der Klemmeinrichtung 26 zusammenwirken können.
Sollte wider Erwarten ein Stollen 12 verloren gehen und die
sich die Durchgangsbohrung 23 mit Fremdkörpern, beispielsweise Schmutz,
Sand, Kies, Steinen oder dergleichen füllen, stellt dies kein größeres Problem dar.
Es ist lediglich mit einem geeigneten Werkzeug die Durchgangsbohrung 23
freizuräumen, wonach wieder ein entsprechender Schaft 16 in die Durchgangsbohrung
23 eingesetzt und somit ein Stollen an dem Hufeisen 1 befestigt
werden kann.
Es ist somit ein einfaches und robustes System zum Befestigen von
Stollen an Hufeisen geschaffen.
Während bei der Ausführungsform nach 1
die Klemmschrauben 28 an den Flanken 25 des Hufeisens münden,
veranschaulicht 4 eine Ausführungsform, bei der die
Gewindebohrungen 27 längs zu den Schenkeln 4, 5 gerichtet
sind. Die entsprechenden Klemmschrauben 28 sind somit von dem hinteren
Ende des Hufeisens 1 her zugänglich. Sie können wie gehabt als Madenschrauben
ausgebildet oder auch mit einem Kopf 34 versehen sein, beispielsweise einem
Senkkopf, der in einer entsprechenden kegelförmigen Erweiterung der Gewindebohrung
sitzt.
Eine in vielen Fällen zweckmäßige Abwandlung des erfindungsgemäßen
Hufeisens 1 geht aus 5 hervor. An beiden Schenkeln
4, 5 sind jeweils wiederum Stollen 12, 13 auswechselbar
gehalten. Beide sind durch Klemmeinrichtungen 26 festspannbar. Die Klemmeinrichtungen
arbeiten jeweils rein reibschlüssig, wie aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgeht,
die für die Klemmeinrichtung 26 beider Schenkel 4, 5
gleichermaßen gilt.
Die Stollen 12, 13 weisen ausgehend von einem unteren
an der Ringschulter 17 endenden Stollenkörper einen zylindrischen Schaft
16 auf, der, anders als vorstehend beschrieben, nunmehr nicht mit einer
Ausnehmung z.B. in Form der Ringnut 32 versehen sein muss. Er kann, wie
dargestellt, eine durchgehend zylindrisch ausgebildete ununterbrochene Mantelfläche
aufweisen. Jedoch sind auch Stollen verwendbar, deren Schaft 16 Nuten,
Bohrungen, Senkungen oder dergleichen Ausnehmungen aufweist.
Die Klemmeinrichtung 26 wird ausgebildet, indem anschließend
an die Durchgangsbohrung 23 ein Schlitz 35 angeordnet wird, der
eine relativ geringe Breite von z.B. ein oder zwei Millimetern aufweist. Der Schlitz
trennt zwei Klemmfinger 36, 37 voneinander und verläuft vorzugsweise
vertikal. Er legt eine Ebene fest, die die Achse 38 der Durchgangsbohrung
23 enthält. Die Durchgangsbohrung 23 weist einen Durchmesser auf,
der nur geringfügig größer ist als der Durchmesser des Schafts 16, wenn
die Klemmfinger 36, 37 entspannt sind. Der Schaft 16
passt somit mit geringem Spiel relativ leichtgängig in die Durchgangsbohrung
23.
Zu der Klemmeinrichtung 26 gehört des Weiteren eine Spann-
oder Klemmschraube 38. Diese sitzt in einer Bohrung die beide Klemmfinger
36, 37 durchsetzt und an der Durchgangsbohrung 23 vorbeiläuft.
Die Bohrung ist in dem Klemmfinger 36 als Gewindebohrung 39 ausgebildet
und in dem Klemmfinger 37 als einfache Durchgangsbohrung. Beide Bohrungsteile
fluchten miteinander, so dass die Klemmschraube 38 zunächst in den Klemmfinger
37 eingesteckt und dann in den Klemmfinger 36 eingeschraubt werden
kann.
Zum Befestigen eines Stollens wird zunächst darauf gesehen, dass die
Klemmschraube 38 lose sitzt und dann wird der Stollen mit seinem Schaft
16 in die Durchgangsbohrung 23 eingesteckt bis die Ringschulter
17 fest an der unteren Seite 9 des Hufeisens 1 anliegt.
Sodann wird die Klemmschraube 38 festgespannt, wodurch die Klemmfinger
36, 37 aufeinander zu bewegt werden. Die Durchgangsbohrung
23 verengt sich dadurch und spannt den Schaft 16 reibschlüssig
fest. Der Stollen 12 ist somit fest gehalten. Entsprechendes gilt für den
Stollen 13.
Soll der Stollen 12 oder 13 gewechselt werden, muss
lediglich die Klemmschraube 38 gelöst werden, woraufhin der Stollen
12, 13 freigegeben wird und abgenommen werden kann.
Eine davon ausgehend abgewandelte Ausführungsform der Klemmeinrichtung
26 ist aus 8 ersichtlich. Die Klemmfinger
36, 37 sind wie vorstehend beschrieben ausgebildet. Jedoch erstreckt
sich der Schlitz 35 nicht lediglich ausgehend von dem hinteren Ende des
jeweiligen Schenkels 4, 5 bis zu der Durchgangsbohrung
23, sondern über diese hinaus. 8
veranschaulicht entsprechende Schlitzabschnitte 41, die in einer gesonderten
Entlastungsbohrung 42 enden können. Die Entlastungsbohrung 42
ist parallel zu der Durchgangsbohrung 23 angeordnet und weist einen kleineren
Durchmesser auf als diese. Der Schlitzabschnitt 41 kann dazu beitragen,
die Federwirkung der Klemmfinger 36, 37 zu verbessern. Bei dieser
Ausführungsform kann mit einem etwas größeren Spiel zwischen dem Schaft
16 und der Durchgangsbohrung 23 gearbeitet werden, wodurch das
System besonders toleranzunempfindlich wird.
Zu allen vorstehend beschriebenen Figuren gilt, dass, soweit die Beschreibung
gleiche Bezugszeichen verwendet, die Beschreibungen der einzelnen Figuren mit Ausnahme
der eigens erwähnten Unterschiede füreinander entsprechend gelten. Dies gilt auch
im Hinblick auf die 6 und 7,
in denen eine alternative Stollenkonfiguration veranschaulicht ist. Es handelt sich
dort um Stollen 12 mit nicht vollständig zylindrischem Schaft
16. Solche Stollen können bei allen vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
Anwendung finden. Ausgehend von der Ringschulter 17 erstreckt sich ein
kegelstumpfförmiger Schaftabschnitt 43 nach oben, an den sich dann ein
zylindrischer Schaftabschnitt 44 anschließt. Entsprechend weist die Durchgangsbohrung
23 einen kegelförmigen Bohrungsabschnitt 45 im unmittelbaren Anschluss
an die untere Seite 9 auf. Diese Ausführungsform von Durchgangsbohrung
23 und Schaft 16 ist insbesondere dort sinnvoll anzuwenden, wo
die Klemmeinrichtung 26 zumindest einen geringen, nach oben d.h. gegen
die Seite 9 gerichteten Axialzug erzeugt. Der kegelförmige Schaftabschnitt
43 kann dazu genutzt werden, den Stollen 12 in dem Hufeisen
1 besonders gut zu lagern und festzusetzen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
miteinander kombinierbar sind. Z.B. können zum Festspannen eines Stollens
12 jeweils zwei Klemmschrauben dienen, beispielsweise eine seitlich von
der Flanke 25 her und eine zweite von der endseitigen Stirnfläche des Hufeisens
her. Dies entspricht einer gedanklichen Kombination der Ausführungsformen gemäß
1 und 4. Es ist des Weiteren
möglich, zum Festklemmen des Schafts 16 zwei parallel zueinander ausgerichtete
Gewindebohrungen 27 und entsprechende Gewindeschrauben 28 zu verwenden,
wenn beide Gewindebohrungen die Durchgangsbohrung 23 auf gleicher Höhe
oder auch auf unterschiedlicher Höhe schneiden. Sind beispielsweise beide Gewindebohrungen
in einer gemeinsamen zu der Seite 9 parallelen Horizontalebene angeordnet,
nehmen sie den Schaft 16 zwischeneinander auf und klemmen diesen mit Keilwirkung
fest. Des Weiteren ist möglich, die Klemmvorrichtung 26 gemäß
5 oder 8 mit der Klemmvorrichtung
26 gemäß 3 oder 7
zu kombinieren, um den Stollen 12 nicht nur reibschlüssig sondern zusätzlich
auch formschlüssig zu halten.
Des Weiteren ist es im Hinblick auf die Ausführungsformen nach
5 und 8 möglich,
die Durchgangsbohrung 23 mit einem Gewinde zu versehen. In dieses kann
ein gewöhnlicher Schraubstollen eingesetzt werden. Nach dem Festspannen der Klemmschraube
38 ist dieser jedoch drehfest gesichert, so dass ein versehentliches Herausschrauben
des Gewindestollens aus seinem Sitz unmöglich ist. Zum Lösen d.h. Herausschrauben
des Gewindestollens muss dann zunächst die Klemmschraube 38 gelöst werden,
woraufhin sich die dann als Gewindebohrung ausgebildete Durchgangsbohrung
23 etwas weitet und der Schraubstollen leicht heraus gedreht werden kann.
Auch diese Ausführungsform bietet gegenüber herkömmlichem Stand der Technik den
wesentlichen Vorzug, dass ein versehentliches Verlieren des Stollens 12
oder 13 weit weniger wahrscheinlich ist als bisher und entsprechend auch
kaum Probleme mit teilweise verdorbenen oder zugesetzten Gewinden auftreten.
Alternativ können bei den Ausführungsformen nach 5
und 8 die Durchgangsbohrungen in Bezug auf
den Schaft 16 mit Untermaß gefertigt sein. An die Stelle der Klemmschraube
38 tritt dann eine Einrichtung zum Spreizen der Klemmfinger 36,
37, z.B. ein Keil, der in den Schlitz zu treiben ist, oder eine Spreizschraube.
Das Hufeisen ist dann selbstklemmend.