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Dokumentenidentifikation DE202005005955U1 15.09.2005
Titel Wechselstollen-Hufeisen
Anmelder Klein, Hartmut, 73734 Esslingen, DE
Vertreter Rüger und Kollegen, 73728 Esslingen
DE-Aktenzeichen 202005005955
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.09.2005
Registration date 11.08.2005
Application date from patent application 14.04.2005
IPC-Hauptklasse A01L 7/06
IPC-Nebenklasse A01L 7/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Wechselstollen-Hufeisen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.

Pferde werden zunehmend mit Hufeisen beschlagen, deren Stollen auswechselbar ausgebildet sind. Das Bedürfnis nach der Wechselbarkeit der Stollen ergibt sich aus unterschiedlichen Untergründen, auf denen die Pferde laufen sollen. Während die Hufeisen am Huf des Pferdes verbleiben, werden von Fall zu Fall längere oder kürzere oder gar keine Stollen an dem Hufeisen benötigt. So werden beispielsweise beim Springreiten lange Stollen eingesetzt während das Pferd wenig später mit kurzen Stollen oder ohne Stollen laufen soll.

Aus der EP 0 930 011 B1 sind Hufeisen mit Schraubstollen bekannt. Diese sind in entsprechende Gewindebohrungen des Hufeisens eingeschraubt.

Diese Art der heute weithin angewandten Stollenbefestigung setzt voraus, dass das Schraubgewinde sauber gehalten wird. Geht ein Stollen verloren, füllt sich die Gewindebohrung mit Schmutz und kleinen Steinen. Die Entfernung solcher Fremdkörper ist schwierig. Gegebenenfalls müssen die Gewinde nachgeschnitten werden, was manchmal sogar unmöglich ist. Ein Neubeschlag des Pferdes, d.h. das Setzen eines neuen Hufeisens, ist dann häufig unumgänglich. Dies ist jedoch nicht nur aufwendig und teuer sondern auch für das Pferd eine Belästigung. Zudem können die Hufeisenwechselintervalle nicht beliebig verkürzt werden.

Das deutsche Gebrauchsmuster Nr. 297 16 499.6 offenbart einen Gewindestollen mit konischem Gewindeschaft und scharfem selbstschneidenden Gewinde. Dieser Stollen kann in eine Öffnung des Hufeisens eingedreht werden, ohne dass das Gewinde vorgeschnitten wird.

Auch hier ist jedoch mit gelegentlichem Stollenverlust zu rechnen.

Die EP 0 676 137 schlägt als Alternative u-förmige Klammern vor, die das Hufeisen umgreifen und die einen Schenkel mit Gewindebohrung zur Aufnahme eines Schraubstollens aufweisen.

Darüber hinaus ist vorgeschlagen worden, einen Stollen mittels einer Haltefeder an einem Hufeisen formschlüssig zu befestigen. Die DE 10 2004 026 191 A1 offenbart dazu Hufeisen, die zur Aufnahme eines Stollens mit einer zylindrischen Durchgangsbohrung versehen sind. Durch diese Bohrung erstreckt sich ein zylindrischer Schaft eines Stollens mit geringem Spiel. An der Oberseite des Hufeisens ist eine Ausnehmung angebracht, in die das obere mit einer Ringnut versehene Ende des Schafts ragt. Eine quer zu dem Hufeisen in die Ausnehmung eingeschobene Haltefeder fährt in diese Ringnut und nimmt zwischen zwei Rastschenkeln den Stollenschaft auf.

Dieses System gestattet eine sichere Stollenbefestigung einerseits und andererseits einen problemlosen Stollenwechsel. Der Stollen bleibt an dem Hufeisen jedoch relativ leicht drehbar und zuweilen mit etwas Spiel gehalten. Dies ist nicht in jedem Fall erwünscht.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, weitere Möglichkeiten zur sicheren Befestigung von Stollen an Hufeisen aufzuzeigen, wobei die Stollen an dem Hufeisen lösbar gehalten sein sollen. Dabei sollen Nachteile der oben genannten Befestigungsarten vermieden werden.

Diese Aufgabe wird mit dem Hufeisen nach Anspruch 1 gelöst:

Das erfindungsgemäße Hufeisen weist zumindest einen Stollen an den hinteren Enden des Hufeisens oder auch einen so genannten Griff, z.B. an dem vorderen Ende des Hufeisens auf. Während der Stollen in der Regel lediglich einen zylindrischen Schaft aufweist, kann der Griff mit zwei zueinander parallelen Schäften oder ähnlichen Verankerungsmitteln versehen und wie ein Stollen an dem Hufeisen befestigt sein.

Ein solcher nach unten von dem Hufeisen weg stehender Griff ist im Grunde lediglich ein etwas breiterer Stollen.

Der Schaft des Stollens ist mittels einer Klemmeinrichtung in einer Durchgangsbohrung des aus Stahl, Aluminium oder einem anderen Metall bestehenden Hufeisens gehalten, wobei die Klemmeinrichtung den Schaft gegen die Wandung der Durchgangsbohrung spannt. Dadurch wird ein spielfreier unverdrehbarer Sitz des Schafts in dem Hufeisen erzielt. Der Stollen sitzt dadurch fest an dem Hufeisen. Die Klemmeinrichtung bewirkt somit einen Reibschluss zwischen dem Schaft des Stollens und der Bohrungswandung.

Über den Reibschluss hinaus kann die Klemmeinrichtung formschlüssig mit dem Stollen in Eingriff stehen. Dies hat den Vorzug, dass der Stollen auch dann noch sicher an dem Hufeisen gehalten ist, wenn die Klemmeinrichtung teilweise gelöst ist.

Der Schaft des Stollens kann prinzipiell kegelförmig ausgebildet sein, beispielsweise als steilerer schlankerer Kegel. Es ist auch möglich, den Schaft abschnittsweise zylindrisch und abschnittsweise kegelförmig auszubilden. Des Weiteren kann der Schaft einen von der Kreisform abweichenden Querschnitt aufweisen. Er kann beispielsweise vierkantig ausgebildet sein, wenn die entsprechende Durchgangsbohrung in dem Schenkel des Hufeisens z.B. ebenfalls vierkantig ausgebildet ist. Eine solche Vierkantbohrung kann beispielsweise in warmem Zustand in das Hufeisen eingestanzt werden.

Unabhängig von der Querschnittsform des Schafts zeigt sich der Vorzug der erfindungsgemäßen Stollenbefestigung in der Toleranzunempfindlichkeit derselben. Durch die Wirkung der Klemmeinrichtung wird in gespanntem Zustand das zwischen dem Schaft des Stollens und der Bohrungswandung vorhandene Spiel beseitigt und der Stollen sicher gehalten. Es ist deshalb möglich, von vornherein mit einem vergrößerten Spiel zu arbeiten, was den leichten Stollenwechsel auch unter erschwerten Bedingungen ermöglicht, z.B. wenn Staub und Sand in den Spalt zwischen Schaft und Bohrungswandung vordringt.

Die Klemmeinrichtung ist vorzugsweise auf einer gemeinsamen Höhe mit einer Ausnehmung in dem Schaft angeordnet, wobei die Ausnehmung im einfachsten Fall als Ringnut ausgebildet sein kann. Andere Ausnehmungsformen sind möglich. Die Klemmeinrichtung bewirkt in der bevorzugten Ausführungsform die Ausübung einer zu dem Schaft radial gerichteten Klemmkraft. Zusätzlich kann die Klemmeinrichtung eine bezüglich des Schafts axial gerichtete Kraft erzeugen, beispielsweise um den Stollen mit seiner Ringschulter an die Unterseite des Hufeisens heranzuziehen. Dies wird beispielsweise durch einen geringen Höhenversatz zwischen einer als Klemmeinrichtung verwendeten Klemmschraube und der Ausnehmung des Schafts erzielt.

Die Gewindebohrung ist bei einer einfachen Ausführungsform quer zu der Durchgangsbohrung gerichtet und schneidet diese. Die Spitze der Gewindeschraube kann somit in eine Ausnehmung des Schafts eindringen und den Schaft festklemmen. Dabei kann die Gewindebohrung sowohl radial, d.h. die Achse der Durchgangsbohrung schneidend als auch seitlich dazu versetzt angeordnet sein. In letzterem Fall kann die Klemmwirkung noch verstärkt werden.

Es ist auch möglich, eine Klemmeinrichtung auszubilden, indem an dem Schenkel des Hufeisens ein von der Durchgangsbohrung ausgehender Schlitz ausgebildet ist. Dieser Schlitz liegt vorzugsweise in einer Ebene, die die Achse der Durchgangsbohrung enthält. Somit werden an dem Schenkel des Hufeisens, an dem die Durchgangsbohrung angebracht ist, zwei voneinander durch den Schlitz getrennte Klemmfinger freigestellt. Werden diese Klemmfinger beispielsweise mittels einer Spannschraube aufeinander zu gespannt verengt sich dadurch zugleich die Durchgangsbohrung, was zum Festklemmen eines darin angeordneten Schafts des Stollens führt. Der Schlitz kann sich sowohl lediglich von der Durchgangsbohrung ausgehend von dieser weg erstrecken oder auch quer durch diese hindurch, um die Federwirkung der von ihm getrennten Klemmfinger zu verbessern.

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen, der Zeichnung oder der Beschreibung.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:

1 ein erfindungsgemäßes Hufeisen mit wechselbaren Stollen in schematisierter Perspektivansicht,

2 einen für das Hufeisen nach 1 vorgesehenen Stollen in einem anderen Maßstab und in schematisierter Seitenansicht,

3 das Hufeisen nach 1, geschnitten im Bereich eines Stollens in schematisierter Darstellung und in einem anderen Maßstab,

4 eine abgewandelte Ausführungsform des Hufeisens mit wechselbaren Stollen in schematisierter Perspektivdarstellung,

5 eine weitere Ausführungsform eines Hufeisens mit Klemmstollen in schematisierter Perspektivdarstellung,

6 einen Stollen für ein erfindungsgemäßes Hufeisen mit Kegelansatz an seinem Stollen in Seitenansicht,

7 ein Hufeisen mit Kegelansatzstollen in schematisierter Schnittdarstellung,

8 eine weiter abgewandelte Ausführungsform eines Hufeisens mit Klemmstollen und geschlitzten Schenkelenden in schematisierter Perspektivdarstellung.

In 1 ist ein Hufeisen 1 veranschaulicht, dessen Grundkörper 2 zwei von einem Mittelabschnitt 3 ausgehende Schenkel 4, 5 aufweist. Der Mittelabschnitt 3 und die Schenkel 4, 5 sind mit Nagellöchern 6 versehen, die zur Aufnahme von Hufnägeln zur Befestigung des Hufeisens 1 an einem Huf eines Huftiers, beispielsweise eines Pferdes, dienen. An dem Mittelabschnitt 3 kann ein nach oben hoch gezogenes Teil 7 sowie ein nach unten vorstehender Vorsprung vorgesehen sein, der als Griff 8 bezeichnet wird. Der Griff 8 kann an das Hufeisen angeformt oder als auswechselbarer Stollen ausgebildet sein. Ansonsten ist das Hufeisen 1 an seiner unteren Seite 9, wie aus 3 ersichtlich, im Wesentlichen eben ausgebildet. Seine zweite obere Seite 11 ist bis auf das Teil 7 ebenfalls eben.

Das Hufeisen 1 ist mit Stollen 12, 13 aus Stahl oder Titan oder einer Alu-Legierung oder einem anderen geeigneten Material versehen, die an den Enden 14, 15 der Schenkel 4, 5 an der unteren Seite 9 des Hufeisens 1 angeordnet sind. Die aus den 1 und 3 ersichtlichen Stollen 12, 13 sind untereinander gleich ausgebildet. Sie werden nachfolgend anhand des in 2 veranschaulichten Stollens 12 beschrieben. Die Beschreibung gilt entsprechend für den Stollen 13.

Der Stollen 12 weist einen zylindrischen Schaft 16 auf, dessen Länge vorzugsweise etwas geringer ist als die Höhe des Hufeisens 1. Die Höhe des Hufeisens 1 ist als Abstand zwischen der unteren Seite 9 und der oberen Seite 11 insbesondere in dem Bereich zu messen, in dem der Stollen 12 angeordnet wird. Der Schaft 16 ragt von einer Ringschulter 17 auf, die den Schaft 16 konzentrisch umgibt und eine ebene Anlagefläche bildet. Unterhalb der Ringschulter 17 ist der eigentliche in montiertem Zustand sichtbare Teil des Stollens 12 vorgesehen. Er ist in geeigneter Weise geformt und beispielsweise als zylindrischer, prismatischer, kegelförmiger oder anderweitig geformter Körper ausgebildet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen einen oberen Zylinderabschnitt 18 und daran anschließend einen Kegelabschnitt 19 aufweisenden Zylinderstollen. In der unteren ebenen Stirnfläche 21 kann beispielsweise ein Hartmetallstift 22 eingelassen sein. Der Durchmesser des Zylinderabschnitt 18 ist deutlich größer als der Durchmesser des Schafts 16.

Der zylindrische Schaft 16 sitzt wie 3 erkennen lässt, in einer vorzugsweise ebenfalls zylindrischen Durchgangsbohrung 23, die mittig zwischen den Flanken 24, 25 des Schenkels 5 angeordnet ist. Der Schenkel weist, wie 2 erkennen lässt, einen etwa rechteckigen oder auch trapezförmigen Querschnitt auf.

Zur Befestigung des Stollens 12 an dem Hufeisen 1 ist eine Klemmeinrichtung 26 vorgesehen, die in erster Linie auf den Schaft 16 wirkt. Zu der Klemmeinrichtung gehören beispielsweise eine Gewindebohrung 27, deren Bohrungsachse die Durchgangsbohrung 23 schneidet sowie eine in die Gewindebohrung 27 eingesetzte Klemmschraube 28, beispielsweise in Form einer Madenschraube. Die Gewindebohrung 27 ist vorzugsweise etwa mittig zwischen der unteren Seite 9 und der oberen Seite 11 angeordnet und mündet, wie 3 veranschaulicht, an der Flanke 25 des Hufeisens 1. Die Klemmschraube 28 kann, wie veranschaulicht, an ihrem außen liegenden Ende eine Profilöffnung 29 mit einem unrunden Querschnittsprofil aufweisen. Die Profilöffnung 29 dient zum Ansatz eines Werkzeugs, wie beispielsweise eines Sechskantschlüssels oder eines anderen geeigneten Profils, mit dem das Drehen der Klemmschraube 28 ermöglicht wird.

Zu der Klemmeinrichtung 26 gehört vorzugsweise außerdem eine an dem Schaft 16 ausgebildete Ausnehmung 31, die vorzugs- und beispielsweise in Form einer zu dem Schaft 16 konzentrischen Ringnut 32 ausgebildet ist. Die ringsum laufende Ringnut ist dabei etwa auf gleicher Höhe angeordnet wie die Gewindebohrung 27, d.h. der Abstand zwischen der Bohrungsachse der Gewindebohrung 27 und der unteren Seite 9 ist etwa genauso groß wie der Abstand zwischen der Mitte der Ringnut 32 und der Ringschulter 17. Die Klemmschraube 28 ist vorzugsweise mit einer vorn etwas abgerundeten Spitze 33 versehen, die in montiertem Zustand, wie 3 veranschaulicht, formschlüssig in die Ringnut 32 fasst.

Das insoweit beschriebene Hufeisen 1 funktioniert wie folgt:

Wie aus 3 ersichtlich, wird der Stollen 12 durch die Klemmeinrichtung 26 an dem Hufeisen 1 gehalten. Die Klemmschraube 28 drückt den Schaft 16 quer in 3 nach rechts gegen die Wandung der Durchgangsbohrung 23. Die Spitze 33 der Klemmschraube 28 fasst dabei in die Ringnut 32, wobei sie sich vorzugsweise an dem Boden der Ringnut 32 abstützt. Der Stollen 12 ist dadurch sowohl reibschlüssig als auch formschlüssig an dem Hufeisen 1 gehalten. Selbst wenn die Klemmschraube 28 etwas gelöst wird, so dass der Schaft 16 nicht mehr an die Bohrungswandung angepresst ist, verhindert die Spitze 33 doch das Verlieren des Stollens 12. Somit ist eine gemischt reib- und formschlüssige Befestigungseinrichtung für den Stollen 12 geschaffen.

Abweichend von der vorbeschriebenen Ausführungsform kann die Ringnut 32 auch etwas gegen die Gewindebohrung 27 versetzt angeordnet sein. Der Abstand zwischen der Bohrungsachse der Gewindebohrung 27 und der unteren Seite 9 des Schenkels 5 ist dann etwas größer als der Abstand zwischen der Mitte der Ringnut 32 und der Ringschulter 17. Dadurch drückt die Spitze der Klemmschraube 28, wenn sie angezogen ist, vor allem gegen die obere Flanke der Ringnut 32 und übt dadurch eine in 3 axial nach oben gerichtete Kraft auf den Schaft 16 aus während sie diesen zugleich in 3 nach rechts gegen die Wandung der Durchgangsbohrung 23 drückt. Dadurch wird die Ringschulter 17 an die untere Seite 9 des Schenkels 5 herangezogen. In diesem Fall ergibt ein besonders sicherer Sitz des Stollens 12.

Soll der Stollen 12 ausgewechselt werden wird ein geeignetes Werkzeug an die Profilöffnung 29 der Klemmschraube 28 angesetzt und die Klemmschraube 28 wird gelöst. Sie wird dazu etwas aus der Gewindebohrung 27 heraus geschraubt bis die Spitze 33 den Schaft 16 freigibt. Der Stollen 12 kann nun abgenommen werden und es kann ein anderer Stollen an das Hufeisen 1 angesetzt werden. Sein Schaft 16 findet dabei in die Durchgangsbohrung 23 in der er mittels der Klemmeinrichtung 26 wiederum gesichert wird, indem die Klemmschraube 28 angezogen wird.

Zu dem Hufeisen 1 gehört vorzugsweise ein Satz gleichartiger oder auch unterschiedlich ausgebildeter Stollen 12, die sich in ihrer Länge, Form, im Material und so weiter, unterscheiden können. Sie haben jedoch übereinstimmende Schäfte 16, so dass sie immer jeweils in die Durchgangsbohrung 23 passen und mit der Klemmeinrichtung 26 zusammenwirken können.

Sollte wider Erwarten ein Stollen 12 verloren gehen und die sich die Durchgangsbohrung 23 mit Fremdkörpern, beispielsweise Schmutz, Sand, Kies, Steinen oder dergleichen füllen, stellt dies kein größeres Problem dar. Es ist lediglich mit einem geeigneten Werkzeug die Durchgangsbohrung 23 freizuräumen, wonach wieder ein entsprechender Schaft 16 in die Durchgangsbohrung 23 eingesetzt und somit ein Stollen an dem Hufeisen 1 befestigt werden kann.

Es ist somit ein einfaches und robustes System zum Befestigen von Stollen an Hufeisen geschaffen.

Während bei der Ausführungsform nach 1 die Klemmschrauben 28 an den Flanken 25 des Hufeisens münden, veranschaulicht 4 eine Ausführungsform, bei der die Gewindebohrungen 27 längs zu den Schenkeln 4, 5 gerichtet sind. Die entsprechenden Klemmschrauben 28 sind somit von dem hinteren Ende des Hufeisens 1 her zugänglich. Sie können wie gehabt als Madenschrauben ausgebildet oder auch mit einem Kopf 34 versehen sein, beispielsweise einem Senkkopf, der in einer entsprechenden kegelförmigen Erweiterung der Gewindebohrung sitzt.

Eine in vielen Fällen zweckmäßige Abwandlung des erfindungsgemäßen Hufeisens 1 geht aus 5 hervor. An beiden Schenkeln 4, 5 sind jeweils wiederum Stollen 12, 13 auswechselbar gehalten. Beide sind durch Klemmeinrichtungen 26 festspannbar. Die Klemmeinrichtungen arbeiten jeweils rein reibschlüssig, wie aus der nachfolgenden Beschreibung hervorgeht, die für die Klemmeinrichtung 26 beider Schenkel 4, 5 gleichermaßen gilt.

Die Stollen 12, 13 weisen ausgehend von einem unteren an der Ringschulter 17 endenden Stollenkörper einen zylindrischen Schaft 16 auf, der, anders als vorstehend beschrieben, nunmehr nicht mit einer Ausnehmung z.B. in Form der Ringnut 32 versehen sein muss. Er kann, wie dargestellt, eine durchgehend zylindrisch ausgebildete ununterbrochene Mantelfläche aufweisen. Jedoch sind auch Stollen verwendbar, deren Schaft 16 Nuten, Bohrungen, Senkungen oder dergleichen Ausnehmungen aufweist.

Die Klemmeinrichtung 26 wird ausgebildet, indem anschließend an die Durchgangsbohrung 23 ein Schlitz 35 angeordnet wird, der eine relativ geringe Breite von z.B. ein oder zwei Millimetern aufweist. Der Schlitz trennt zwei Klemmfinger 36, 37 voneinander und verläuft vorzugsweise vertikal. Er legt eine Ebene fest, die die Achse 38 der Durchgangsbohrung 23 enthält. Die Durchgangsbohrung 23 weist einen Durchmesser auf, der nur geringfügig größer ist als der Durchmesser des Schafts 16, wenn die Klemmfinger 36, 37 entspannt sind. Der Schaft 16 passt somit mit geringem Spiel relativ leichtgängig in die Durchgangsbohrung 23.

Zu der Klemmeinrichtung 26 gehört des Weiteren eine Spann- oder Klemmschraube 38. Diese sitzt in einer Bohrung die beide Klemmfinger 36, 37 durchsetzt und an der Durchgangsbohrung 23 vorbeiläuft. Die Bohrung ist in dem Klemmfinger 36 als Gewindebohrung 39 ausgebildet und in dem Klemmfinger 37 als einfache Durchgangsbohrung. Beide Bohrungsteile fluchten miteinander, so dass die Klemmschraube 38 zunächst in den Klemmfinger 37 eingesteckt und dann in den Klemmfinger 36 eingeschraubt werden kann.

Zum Befestigen eines Stollens wird zunächst darauf gesehen, dass die Klemmschraube 38 lose sitzt und dann wird der Stollen mit seinem Schaft 16 in die Durchgangsbohrung 23 eingesteckt bis die Ringschulter 17 fest an der unteren Seite 9 des Hufeisens 1 anliegt. Sodann wird die Klemmschraube 38 festgespannt, wodurch die Klemmfinger 36, 37 aufeinander zu bewegt werden. Die Durchgangsbohrung 23 verengt sich dadurch und spannt den Schaft 16 reibschlüssig fest. Der Stollen 12 ist somit fest gehalten. Entsprechendes gilt für den Stollen 13.

Soll der Stollen 12 oder 13 gewechselt werden, muss lediglich die Klemmschraube 38 gelöst werden, woraufhin der Stollen 12, 13 freigegeben wird und abgenommen werden kann.

Eine davon ausgehend abgewandelte Ausführungsform der Klemmeinrichtung 26 ist aus 8 ersichtlich. Die Klemmfinger 36, 37 sind wie vorstehend beschrieben ausgebildet. Jedoch erstreckt sich der Schlitz 35 nicht lediglich ausgehend von dem hinteren Ende des jeweiligen Schenkels 4, 5 bis zu der Durchgangsbohrung 23, sondern über diese hinaus. 8 veranschaulicht entsprechende Schlitzabschnitte 41, die in einer gesonderten Entlastungsbohrung 42 enden können. Die Entlastungsbohrung 42 ist parallel zu der Durchgangsbohrung 23 angeordnet und weist einen kleineren Durchmesser auf als diese. Der Schlitzabschnitt 41 kann dazu beitragen, die Federwirkung der Klemmfinger 36, 37 zu verbessern. Bei dieser Ausführungsform kann mit einem etwas größeren Spiel zwischen dem Schaft 16 und der Durchgangsbohrung 23 gearbeitet werden, wodurch das System besonders toleranzunempfindlich wird.

Zu allen vorstehend beschriebenen Figuren gilt, dass, soweit die Beschreibung gleiche Bezugszeichen verwendet, die Beschreibungen der einzelnen Figuren mit Ausnahme der eigens erwähnten Unterschiede füreinander entsprechend gelten. Dies gilt auch im Hinblick auf die 6 und 7, in denen eine alternative Stollenkonfiguration veranschaulicht ist. Es handelt sich dort um Stollen 12 mit nicht vollständig zylindrischem Schaft 16. Solche Stollen können bei allen vorstehend beschriebenen Ausführungsformen Anwendung finden. Ausgehend von der Ringschulter 17 erstreckt sich ein kegelstumpfförmiger Schaftabschnitt 43 nach oben, an den sich dann ein zylindrischer Schaftabschnitt 44 anschließt. Entsprechend weist die Durchgangsbohrung 23 einen kegelförmigen Bohrungsabschnitt 45 im unmittelbaren Anschluss an die untere Seite 9 auf. Diese Ausführungsform von Durchgangsbohrung 23 und Schaft 16 ist insbesondere dort sinnvoll anzuwenden, wo die Klemmeinrichtung 26 zumindest einen geringen, nach oben d.h. gegen die Seite 9 gerichteten Axialzug erzeugt. Der kegelförmige Schaftabschnitt 43 kann dazu genutzt werden, den Stollen 12 in dem Hufeisen 1 besonders gut zu lagern und festzusetzen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen miteinander kombinierbar sind. Z.B. können zum Festspannen eines Stollens 12 jeweils zwei Klemmschrauben dienen, beispielsweise eine seitlich von der Flanke 25 her und eine zweite von der endseitigen Stirnfläche des Hufeisens her. Dies entspricht einer gedanklichen Kombination der Ausführungsformen gemäß 1 und 4. Es ist des Weiteren möglich, zum Festklemmen des Schafts 16 zwei parallel zueinander ausgerichtete Gewindebohrungen 27 und entsprechende Gewindeschrauben 28 zu verwenden, wenn beide Gewindebohrungen die Durchgangsbohrung 23 auf gleicher Höhe oder auch auf unterschiedlicher Höhe schneiden. Sind beispielsweise beide Gewindebohrungen in einer gemeinsamen zu der Seite 9 parallelen Horizontalebene angeordnet, nehmen sie den Schaft 16 zwischeneinander auf und klemmen diesen mit Keilwirkung fest. Des Weiteren ist möglich, die Klemmvorrichtung 26 gemäß 5 oder 8 mit der Klemmvorrichtung 26 gemäß 3 oder 7 zu kombinieren, um den Stollen 12 nicht nur reibschlüssig sondern zusätzlich auch formschlüssig zu halten.

Des Weiteren ist es im Hinblick auf die Ausführungsformen nach 5 und 8 möglich, die Durchgangsbohrung 23 mit einem Gewinde zu versehen. In dieses kann ein gewöhnlicher Schraubstollen eingesetzt werden. Nach dem Festspannen der Klemmschraube 38 ist dieser jedoch drehfest gesichert, so dass ein versehentliches Herausschrauben des Gewindestollens aus seinem Sitz unmöglich ist. Zum Lösen d.h. Herausschrauben des Gewindestollens muss dann zunächst die Klemmschraube 38 gelöst werden, woraufhin sich die dann als Gewindebohrung ausgebildete Durchgangsbohrung 23 etwas weitet und der Schraubstollen leicht heraus gedreht werden kann. Auch diese Ausführungsform bietet gegenüber herkömmlichem Stand der Technik den wesentlichen Vorzug, dass ein versehentliches Verlieren des Stollens 12 oder 13 weit weniger wahrscheinlich ist als bisher und entsprechend auch kaum Probleme mit teilweise verdorbenen oder zugesetzten Gewinden auftreten.

Alternativ können bei den Ausführungsformen nach 5 und 8 die Durchgangsbohrungen in Bezug auf den Schaft 16 mit Untermaß gefertigt sein. An die Stelle der Klemmschraube 38 tritt dann eine Einrichtung zum Spreizen der Klemmfinger 36, 37, z.B. ein Keil, der in den Schlitz zu treiben ist, oder eine Spreizschraube. Das Hufeisen ist dann selbstklemmend.


Anspruch[de]
  1. Hufeisen (1), insbesondere für Pferde,

    mit einem u-förmig gebogenen Grundkörper (2), der zwei von einem gemeinsamen Mittelabschnitt (3) ausgehende Schenkel (4, 5) aufweist,

    mit wenigstens einer an einem Ende (15) eines der Schenkel (5) angeordneten Durchgangsbohrung (23),

    mit wenigstens einem Stollen (12), der einen durch die Durchgangsbohrung (23) führenden Schaft (16) aufweist,

    mit einem Befestigungsmittel, durch das der Stollen (12) lösbar mit dem Schenkel (4, 5) verbunden ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    dass das Befestigungsmittel eine Klemmeinrichtung (26) umfasst mittels derer der Schaft (16) gegen die Wandung der Durchgangsbohrung (23) spannbar ist.
  2. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (16) zylindrisch ausgebildet ist.
  3. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (16) mit einer Ausnehmung (31) versehen ist.
  4. Hufeisen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (31) eine ringförmige Nut (32) ist.
  5. Hufeisen nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Nut (31) auf einer gemeinsamen Höhe mit der Klemmeinrichtung (26) angeordnet ist.
  6. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu der Klemmeinrichtung (26) eine Klemmschraube (28) und eine Gewindebohrung (27) gehören, wobei die Gewindebohrung (27) die Durchgangsbohrung (23) schneidet und die Gewindeschraube (28) in die Gewindebohrung (27) eingeschraubt ist.
  7. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebohrung (27) mit der Ausnehmung (31) fluchtet.
  8. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindebohrung (27) zu der Durchgangsbohrung (23) radial angeordnet ist.
  9. Hufeisen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmschraube (28) eine in die Ausnehmung (31) greifende Spitze (33) aufweist.
  10. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von der Durchgangsbohrung (23) ein Schlitz (35) ausgeht.
  11. Hufeisen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlitz (35) an einem Ende des Schenkels (4, 5) mündet.
  12. Hufeisen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass zu der Klemmeinrichtung (26) eine Klemmschraube (38) gehört und dass die Klemmschraube (38) den Schlitz (35) durchgreift, um diesen zusammenzuziehen, wenn sie angezogen wird.
  13. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsbohrung (23) einen Bohrungsdurchmesser aufweist, der mit dem Schaftdurchmesser des Schafts (16) im Wesentlichen übereinstimmt.
  14. Hufeisen nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Bohrungsdurchmesser und der Schaftdurchmesser zueinander eine Spielpassung festlegen, deren Spiel bei gelöster Klemmeinrichtung (26) ein leichtes Einschieben und Ausziehen des Schafts (16) in die und aus der Durchgangsbohrung (23) ermöglicht, ohne ein fühlbares seitliches Radialspiel zu liefern.
  15. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft (16) und die Durchgangsbohrung (23) wenigstens einen konischen Abschnitt aufweisen.
  16. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Schafts (16) geringer ist als die Dicke des Schenkels (5), die durch den Abstand der ersten Seite (9) von der zweiten Seite (11) bestimmt ist.
  17. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsbohrung (23) mit einem Innengewinde und der Schaft (16) mit einem zu diesem passenden Außengewinde versehen ist.
  18. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) aus Stahl oder einer Stahllegierung besteht.
  19. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung besteht.
  20. Stollen (12) und zugehörige Klemmschrauben (27) zum Anbau an ein Hufeisen (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
Es folgen 6 Blatt Zeichnungen






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