Diese Erfindung betrifft ein Zündmittelgemisch für einen Aufschlagzünder.
Genauer enthält das im wesentlichen bleifreie Zündmittelgemisch Calciumsilicid und
Dinol. Das Zündmittelgemisch hat ausreichende Empfindlichkeit zur Verwendung sowohl
in Boxer- als auch in Berdan-Zündsystemen.
Näherungsweise die letzten fünfzig Jahre lang war der in Handfeuerwaffen-Zündmittelzusammensetzungen
verwendete Zündsprengstoff Bleistyphnat. Das Bleistyphnat wird mit Oxidationsmitteln
und Reduktionsmitteln, Sensibilisierungsmitteln und anderen Brennstoffen vereinigt.
Zu typischen Zusätzen zu Bleistyphnat gehören Tetracen, Aluminium, Antimonsulfid,
Calciumsilikat, Bleiperoxid, Bor, pyrophore Metalle und Bariumnitrat. Veränderungen
bei den Inhaltsstoffen und ihren relativen Mengen führen zu chemischen Systemen,
die auf spezielle Anforderungen zugeschnittene Empfindlichkeitseigenschaften und
Treibmittel-Zündeigenschaften besitzen. Diese Zündsätze sind, und in größtem Umfang,
in Handfeuerwaffen-Zündern noch in gängigem Gebrauch.
Erwägungen bezüglich Umweltgefahren und den möglichen Auswirkungen
auf die Gesundheit von Personen, hauptsächlich in Hallenschießständen, haben jedoch
zu Bedenken mit dem Zündergas geführt. Die Zünder auf der Basis von Bleistyphnat
stoßen toxische Oxide von Blei und typischerweise auch Barium- und Antimonoxide
aus. Es wurde eingehende Forschung durchgeführt, um einen Ersatzzünder zu finden,
der (1) keine toxischen Abgasprodukte erzeugt; (2) einen gleichmäßigen Zünddruck
und eine gleichmäßige Zündgeschwindigkeit hat; (3) und eine ausreichende Empfindlichkeit
zur Verwendung sowohl in Boxer- als auch in Berdan-Zündsystemen hat.
EP-A-0 334 725 offenbart ein Zündmittelgemisch, das Dinol, einen stoßempfindlichen
Zündsprengstoff, Kupfer (II)-oxid, ein Reduktionsmittel, ein inertes Schleifpulver
und, gewünschtenfalls, ein Bindemittel enthält. Es ist offenbart, dass Calciumsilicid
als ein Reduktionsmittel und als ein Schleifpulver wirksam ist. Diese Schrift erfordert
jedoch die Einbeziehung von Kupfer (II)-oxid und lehrt nicht den Vorteil der Kombination
von Dinol und Calciumsilicid.
US-A-5 216 199 offenbart eine Treibmittel-Zusammensetzung, die Dinol,
zerkleinertes Glas und Strontiumnitrat enthält. Es gibt keine Lehre bezüglich Calciumsilicid,
und insbesondere fehlt die Erkenntnis, dass Calciumsilicid in Anwesenheit von Dinol
ein wirkungsvoller Brennstoff ist.
US-A-3 420 137 offenbart die Herstellung vieler verschiedener Zündmittel-Zusammensetzungen
mittels eines Flüssigkeits-Verdampfungsprozesses. Die Zusammensetzungen enthalten
immer ein organisches Bindemittel, was in einem Zündmittelgemisch nachteilig ist.
US-A-4 608 102 offenbart eine Zündmittel-Zusammensetzung, die Dinol,
Mangandioxid als ein Oxidationsmittel und, gewünschtenfalls, Siliciumdioxid als
ein Sensibilisierungsmittel enthält. Nichts in dieser Schrift lehrt eine Zündmittel-Zusammensetzung,
die Dinol und Calciumsilicid enthält, oder legt sie nahe.
Nicht-toxische Zündmittel-Zusammensetzungen sind in dem US-Patent
Nr. 4 963 201 von Bjerke et al. und in dem US-Patent Nr. 5 167 736 von Mei und Pickett
offenbart.
Das Patent von Bjerke et al. offenbart ein nicht-toxisches Zündmittel-Gemisch,
das Dinol, Tetracen, einen Nitratester-Brennstoff und Strontiumnitrat enthält. Das
Abgasprodukt aus der Zündung dieses Gemisches enthält keine Oxide von Blei, Barium
oder Antimon. Das Abgasprodukt enthält keine Strontiumoxid-Schlacke. Die Empfindlichkeit
ist geringer als diejenige eines Zünders auf der Basis von Bleistyphnat. Die Empfindlichkeit
ist zwar zur Verwendung in Berdan-Zündern geeignet, aber für Boxer-Zünder an der
Grenze.
Die Boxer-Zünder haben einen integrierten Amboss, der es erlaubt,
dass der Zünder als eine Komponente verkauft wird, und der Pistolen-Verwender kann
die Hülsen erneut beladen. Die Fähigkeit, Hülsen wiederzuverwenden, macht Zündgemische,
die ausreichende Empfindlichkeit zur Verwendung in Boxer-Zündern haben, sowohl bei
militärischen als auch bei kommerziellen Anwendungen wünschenswert.
Das Patent von Mei und Pickett offenbart ein nicht-toxisches Zündmittel-Gemisch
zur Verwendung sowohl in Boxer- als auch in Berdan-Aufschlagzündern. Das Gemisch
enthält Dinol und Bor. Von Calciumsilicid wird offenbart, dass es als ein schleifendes
Sensibilisierungsmittel und als ein Reduktionsmittel brauchbar ist.
Diese nicht-toxischen Zündgemische sind zwar brauchbar, aber es besteht
ein Bedarf an anderen nicht-toxischen Zündgemischen, die ausreichende
Empfindlichkeit für Boxer-Zündsysteme haben.
Dementsprechend ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein Zündgemisch
bereitzustellen, das bei Zündung keine toxischen Oxide erzeugt und ausreichende
Empfindlichkeit zur Verwendung sowohl in Berdan- als auch in Boxer-Zündern hat.
Es ist ein Merkmal der Erfindung, dass dieses Zündgemisch vorgegebene Mengen an
Dinol, Calciumsilicid, Tetracen, einem Treibmittel und einem Oxidationsmittel, bevorzugt
Kaliumnitrat, enthält. Noch ein anderes Merkmal der Erfindung ist, dass die Empfindlichkeit
des Zündgemisches sowohl in 9 mm-Hülsen als auch in 38er Spezialhülsen gut innerhalb
der SAAMI-Vorschriften war. SAAMI bezeichnet das Sporting Arms and Ammunition Manufacturers
Institute (Gesellschaft der Sportwaffen- und Munitionshersteller).
Es ist ein Vorteil der Erfindung, dass die Zündung des nicht-toxischen
Zündgemisches keine toxischen Oxide erzeugt. Zusätzlich hat das Zündgemisch ausreichende
Empfindlichkeit zur Verwendung in Zündern sowohl vom Boxer-Typ als auch vom Berdan-Typ.
Erfindungsgemäß wird ein Zündmittelgemisch bereitgestellt, das im
Wesentlichen aus einem mit einem pyrotechnischen Pulver gemischten Sprengpulver
besteht. Das pyrotechnische Pulver weist Calciumsilicid und ein Oxidationsmittel
auf. Das Zündmittelgemisch hat die in Anspruch 1 beanspruchte Zusammensetzung.
Erfindungsgemäß werden auch Aufschlagzünder, wie sie in den Ansprüchen
7 und 8 beansprucht sind, bereitgestellt.
Ein bevorzugtes Zündmittelgemisch der Erfindung besteht aus von 20
Gew.-% bis 50 Gew.-% Dinol, von 2 Gew.-% bis 10 Gew.-% Tetracen, von 5 Gew.-% bis
30 Gew.-% eines Treibmittels, von 2 Gew.-% bis 20 Gew.-% Calciumsilicid und von
20 Gew.-% bis 50 Gew.-% Kaliumnitrat.
Die oben angegebenen Aufgaben, Merkmale und Vorteile werden aus der
Beschreibung und den Zeichnungen, die folgen, deutlicher werden.
1 zeigt in Schnittdarstellung eine Handfeuerwaffen-Patrone,
die einen Boxer-Zünder verwendet.
2 zeigt in planarer Draufsicht den Boxer-Zünder
von 1.
3 zeigt in Schnittdarstellung eine Handfeuerwaffen-Patrone,
die einen Berdan-Zünder verwendet.
Das Zündmittelgemisch der Anmelder enthält ein pyrotechnisches Gemisch,
das mit einem Sprengmittelgemisch vereinigt ist. Das pyrotechnische Gemisch enthält
Calciumsilicid als einen Brennstoff und ein Oxidationsmittel. Die bevorzugten Oxidationsmittel
sind eine oder mehrere Alkalinitrat- und Erdalkalinitrat-Verbindungen. Kaliumnitrat
ist ein bevorzugtes Oxidationsmittel.
Ein geeignetes Sprengstoffgemisch enthält ein Gemisch aus einem Initialsprengstoff,
einem Sensibilisierungsmittel und einem Treibmittel. Der Initialsprengstoff ist
Diazodinitrophenol (Dinol), und das Sensibilisierungsmittel ist Tetracen. Das Treibmittel
ist irgendein geeigneter Nitratester wie Pentaerythritoltetranitrat (PETN), Nitroglycerin
und Nitrocellulose. Gemischte Treibmittel-Feinstoffe wie 60% Nitrocellulose und
40% Nitroglycerin, wie auch andere Verhältnisse, sind zufrieden stellend. Diese
im Handel erhältlichen Treibmittel sind in kleiner Teilchengröße (wie von etwa 0,25
mm bis etwa 0,50 mm (0,010 bis 0,020 inch) im Druchmesser) erhältlich.
Zu anderen geeigneten Treibmitteln gehören Dinitrotoluol, Pikrinsäure
und Nitroguanidin. Das Treibmittel kann auch ein Gemisch der vorgegebenen Treibmittel
sein.
Ein bevorzugtes Treibmittel weist Treibmittelschnipsel auf und wird
von Hercules Incorporated (Camden, NJ) als das Treibmittel der Serie 1500 angeboten.
Das Treibmittel besteht aus Schnipseln einer Größe, die durch ein Sieb der Sieb-Nr.
30 hindurch gehen und die die Zusammensetzung 30% Nitroglycerin und 70% Nitrocellulose
haben. Die Schnipsel können mit Graphit beschichtet sein, um die Fließfähigkeit
während des Mischens und Ladens des Zünders zu verbessern.
Das Zündmittelgemisch der Anmelder besteht aus:
von 10 Gew.-% bis 50 Gew.-% Dinol; von 2 Gew.-% bis 10 Gew.-% Tetracen;
von 3 Gew.-% bis 30 Gew.-% eines Treibmittels;
von 2% bis 20% Calciumsilicid; und
von 20 Gew.-% bis 50 Gew.-% eines Oxidationsmittels.
Unter Verwendung der bevorzugten Zünder-Bestandteile besteht das Zündmittelgemisch
im wesentlichen aus:
von 10 Gew.-% bis 50 Gew.-% Dinol;
von 2 Gew.-% bis 10 Gew.-% Tetracen;
von 3 Gew.-% bis 30 Gew.-% eines Treibmittels;
von 2% bis 20% Calciumsilicid; und
von 20 Gew.-% bis 50 Gew.-% Kaliumnitrat.
Wenn die Menge an Initialsprengstoff, d. h. Dinol, weniger als 10%
beträgt, hat das Zündmittel-Gemisch eine zu geringe Brisanz. Die Zündung des Zünders
ist eher eine Verpuffung als eine energiereiche Explosion. Wenn der Gehalt über
50% beträgt, ist die Brisanz zu hoch, und die Initialexplosion ist zu heftig.
Der Gehalt des Sensibilisierungsmittels, d. h. Tetracen, beträgt 2
Gew.-% bis 10 Gew.-%. Unterhalb 2% ist die Empfindlichkeit zu niedrig, und die Häufigkeit
von "nicht-Zündung"-Zünderfehlschlägen erhöht sich. Eine Erhöhung der Menge an Sensibilisierungsmittel
auf über 10% trägt nicht zu irgendeiner zusätzlichen Erhöhung der Empfindlichkeit
bei.
Die Menge an Treibmittel beträgt von 3% bis 30%. Einem Treibmittel-Gehalt
von weniger als etwa 3% fehlt ausreichende Brisanz, um die Hauptladung zu zünden.
Oberhalb 30% ist die Brisanz zu hoch und der Zünder ist zu energiereich.
Der pyrotechnische Bestandteil des Zündmittel-Gemisches ist Calciumsilicid
und ein Oxidationsmittel. Das Calciumsilicid liefert die Wärme zur Zündung des Sprengstoffgemisches.
Wenn der Calciumsilicid-Gehalt weniger als 2 Gew.-% beträgt, wird unzureichend Wärme
erzeugt, um die Zündung des Sprengstoff-Gemisches sicherzustellen. Wenn der Calciumsilicid-Gehalt
über 20% ist, wird die Brennstoff-Energie in erster Linie als ein Aufblitzen anstatt
als Wärme entladen, was zu einer schlechten Verbrennung und zu einem hohen Teilchengehalt
in dem Zündungsprodukt führt.
Eine ausreichende Menge an Oxidationsmittel ist vorhanden, um für
eine hohe Temperatur, gleichmäßigen Brand des Calciumsilicids zu sorgen. Dieser
Gehalt ist bevorzugt von 20% bis 50%.
In bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung ist der Dinol-Gehalt
von 20 Gew.-% bis 45 Gew.-%, und bevorzugter von 25 Gew.-% bis 40 Gew.-%. Der Tetracen-Gehalt
ist bevorzugt von 3 Gew.-% bis 8 Gew.-%, und der Treibmittel-Gehalt ist bevorzugt
von 5 Gew.-% bis 25 Gew.-%. Das Calciumsilicid ist bevorzugt in einer Menge von
5% bis 15%, und am meisten bevorzugt in einer Menge von 8% bis 12%, vorhanden. Das
Oxidationsmittel ist bevorzugt in einer Menge von 25% bis 40% vorhanden.
Ein bevorzugtes Zündmittel-Gemisch besteht im wesentlichen aus:
von 20 Gew.-% bis 45 Gew.-% Dinol;
von 3 Gew.-% bis 8 Gew.-% Tetracen;
von 5 Gew.-% bis 25 Gew.-% eines Treibmittels;
von 5% bis 15 Gew.-% Calciumsilicid; und
von 25 Gew.-% bis 40 Gew.-% Nitrat.
Das Zündmittelgemisch wird in einem Zünderbecher untergebracht, wobei
entweder das Boxer- oder das Berdan-System verwendet wird. 1
zeigt in Schnittdarstellung eine Handfeuerwaffen-Patrone 10 mit einem Boxer-Aufschlagzünder
12. Das Zündmittelgemisch 22 wird gezündet, wenn ein Schlagbolzen
den Zünderhalter 14 trifft. Der Zünderhalter 14 hat eine im wesentlichen
becherförmige Gestalt mit einem geschlossenen Ende und einem offenen Ende. Ein metallischer
Amboss 16 erstreckt sich über das offene Ende des Zünderhalters
14. Der metallische Amboss hat einen mittig abgesenkten Bereich
18 und mindestens eine Öffnung. 2 veranschaulicht
in planarer Draufsicht die Positionierung des metallischen Ambosses 16
und der in dem mittig abgesenkten Bereich 18 gelegenen Öffnung
20.
Es wird zu 1 zurückgekehrt. Das Zündmittel-Gemisch
22 ist in dem Zündmittelhalter 14 enthalten. Das Zündmittel-Gemisch
22 berührt sowohl das geschlossene Ende des Zündmittelhalters
14 als auch den mittig abgesenkten Bereich 18
des metallischen Ambosses 16.
Wenn das geschlossene Ende des Zündmittelhalters 14 von einem
Schlagbolzen getroffen wird, wird der mittig abgesenkte Bereich 18 energiereich
in das Zündmittelgemisch 22 getrieben, wobei eine Stoßwelle erzeugt wird,
die das Zündmittelgemisch 22 zündet. Die Wärme und die Flamme, die durch
die Zündung erzeugt werden, wandern durch die mittige Bohrung, wobei sie den Zündsprengstoff
26 zünden, der eine Kugel oder ein anderes Geschoss (nicht gezeigt) abfeuert.
3 zeigt in Schnittdarstellung eine Handfeuerwaffen-Patrone
30 mit einem Berdan-Zünder 32. Der Zündmittelhalter
14 hat im wesentlichen dieselbe Gestalt wie der Zündmittelhalter von
1, der eine im wesentlichen becherförmige Gestalt mit
einem geschlossenen Ende und einem offenen Ende hat. Das Zündmittelgemisch
22 ist in dem Zündmittelhalter 14 enthalten und berührt sowohl
das geschlossene Ende des Zündmittelhalters als auch einen Vorsprung 34,
der sich vom Boden der Patronenummantelung 36 erstreckt.
Das Zündmittelgemisch 22 berührt sowohl das geschlossene
Ende des Zündmittelhalters 14 als auch den Vorsprung 34. Wenn
das geschlossene Ende des Zündmittelhalters 14 von einem Schlagbolzen getroffen
wird, wird der Vorsprung 34 in das Zündmittelgemisch 22 getrieben,
was eine Schockwelle erzeugt, die das Zündmittelgemisch 22 zündet. Die
Zündung des Zündmittelgemisches 22 erzeugt eine Flamme, die durch Doppelbohrungen
38 wandert, um den Zündsprengstoff 26, der die Kugel oder ein
anderes Geschoss (nicht gezeigt) abfeuert, zu zünden.
Die folgenden Beispiele, die beispielhaft und nicht beschränkend sein
sollen, zeigen die Vorteile des erfindungsgemäßen Zündmittelgemisches.
BEISPIELE
Ein Zündmittelgemisch mit der folgenden Zusammensetzung wurde für
alle Beispiele verwendet:
40 Gew.-% Dinol;
6 Gew.-% Tetracen;
8 Gew.-% Treibmittel-Feinstoffe (30% Nitroglycerin, 70% Nitrocellulose);
10% Calciumsilicid; und
36% Kaliumnitrat.
Das Zündmittelgemisch wurde in einen standardmäßigen Boxer-Zündmittelbecher
für Kleinpistolen geladen und zusammengebaut. Der Zünder wurde dann gemäß der SAAMI-Vorschrift
für Kleinpistolen-Zünderempfindlichkeit getestet. Die Erfordernisse sind, dass keine
Proben zünden, wenn ein Testgewicht (1,94 Unzen) aus einer Höhe von 55 g 25,4 mm
(1 inch) in das Zündmittelgemisch fallen gelassen wird. Alle Proben müssen zünden,
wenn das Gewicht aus einer Höhe von 280 mm (11 inch) fallen gelassen wird. Als das
Zündmittelgemisch in einer 38er Spezialhülse getestet wurde, wurden die Ergebnisse
von Tabelle 1 erhalten.
TABELLE 1
Die Ergebnisse von Tabelle 1 ergeben einen H-Balken (die Höhe, bei
der 50% der Testzünder zünden) von 100 mm (3,94 inch) und einen H-Balken plus 4
Sigma (vorhergesagte Höhe, bei der alle zünden) von 165 mm (6,49 inch).
Tabelle 2 gibt die Ergebnisse beim Test in einer 9 mm Gehäusehülse
an.
TABELLE 2
Die Ergebnisse von Tabelle 2 ergeben einen H-Balken von 117 mm (4,62
inch), und der H-Balken plus 4 Sigma war 195 mm (7,68 inch).
Wie in Tabelle 3 veranschaulicht ist, ist sowohl für 9 mm als auch
für 38er Spezialpatronen die Geschwindigkeit und der Druck des Zündmittelgemisches
der Erfindung etwa gleich oder besser als derjenige eines konventionellen Gemisches
auf Bleibasis. Das Verhalten des Zündmittelgemisches ist über einen breiten Temperaturbereich
gleichmäßig. In jedem Fall ist die Zeit bis zur Einstellung des Gleichgewichts 4
h. Die Anzahl getesteter Proben ist 10 bei 21,1°C (70°F) und bei 60°C
(140°F). 25 Proben wurden bei –40°C (–40°F) getestet.
Die relativ geringen Standardabweichungen der Zündmittelgemische der
Erfindung zeigen an, dass von Hülse zu Hülse gleichmäßige Ergebnisse erwartet werden
konnten.
TABELLE 3 9 mm (9 mm Luger) und 38 S (38er Spezial) bezeichnen den Patronen-Typ,
I (erfindungsgemäß) und C (Konventionell auf der Basis von Bleistyphnat) bezeichnen
den Zünder-Typ.
Die Zündungsprodukte des Zündmittelgemisches sollten nicht-toxisch
und vorwiegend gasförmig sein. Das Zündungsprodukt (bei der Kammer) des für die
Beispiele verwendeten Zündmittelgemisches hat die theoretisch berechnete Zusammensetzung,
die in Tabelle 4 veranschaulicht ist. An der Mündung würde eine weitere Oxidation
der Zündungsprodukte stattfinden.
TABELLE 4 Diese Bestandteile sind feste Zündungsprodukte, die übrigen sind gasförmig.
Der Gewichtsprozentsatz an Feststoffen ist etwa 26,75%. Die verbleibenden 0,3% bestehen
aus verschiedenen gasförmigen Zündungsprodukten, die in einer Menge von weniger
als 0,2 Gew.-% vorhanden sind.
Es ist offensichtlich, dass gemäß der vorliegenden Erfindung ein nicht-toxisches
Zündmittelgemisch, das die hierin oben dargelegten Aufgaben, Mittel und Vorteile
völlig erfüllt, bereitgestellt wurde.
Anspruch[de]
Zündmittelgemisch (22), das sowohl für Boxerzünder als auch
für Berdan-Zünder geeignet ist, das bei Zündung keine toxischen Oxide erzeugt, wobei
das Zündmittelgemisch besteht aus:
von 10 bis 50 Gew.-% Dinol;
von 2 bis 10 Gew.-% Tetracen;
von 3 bis 30 Gew.-% eines Treibmittels;
von 2 bis 20 Gew.-% Calciumsilicid; und
von 20 bis 50 Gew.-% eines Oxidationsmittels.
Zündmittelgemisch (22) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Treibmittel ausgewählt ist aus der Gruppe, die besteht aus Nitratestern,
Dinitrotoluol, Pikrinsäure und Nitroguanidin und Gemischen davon.
Zündmittelgemisch (22) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
dass das Treibmittel ein Nitratester ist, der ausgewählt ist aus der Gruppe, die
besteht aus PETN, Nitroglycerin, Nitrocellulose und Gemischen davon.
Zündmittelgemisch (22) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
dass das Treibmittel ein Gemisch kleiner Schnipsel von Nitroglycerin und Nitrocellulose
ist.
Zündmittelgemisch (22) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass das Oxidationsmittel aus einer oder mehreren Verbindungen besteht, die ausgewählt
ist (sind) aus der Gruppe, die besteht aus Alkalinitraten und Erdalkalinitraten.
Zündmittelgemisch (22) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass das Oxidationsmittel Kaliumnitrat ist.
Aufschlagzünder (12), gekennzeichnet durch:
einen Zündmittelhalter (14) mit einer im wesentlichen becherförmigen Gestalt
mit einem geschlossenen Ende und einem offenen Ende;
einen metallischen Amboss (16), der sich über das offene Ende erstreckt,
wobei der Amboss (16) einen mittig abgesenkten Bereich (18) hat,
der mindestens eine Öffnung (20) enthält; und
ein Zündmittelgemisch (22), das in dem Zündmittelhalter (14) enthalten
ist und sowohl das geschlossene Ende (14) des Zündmittelhalters als auch
den mittig abgesenkten Bereich (18) des Ambosses (16) berührt,
wobei das Zündmittelgemisch (22) eine Zusammensetzung
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 hat.
Aufschlagzünder (32), gekennzeichnet durch:
einen Zündmittelhalter mit einer im wesentlichen becherförmigen Gestalt mit einem
geschlossenen Ende und einem offenen Ende; und
ein Zündmittelgemisch (22), das in dem Zündmittelhalter enthalten ist und
eine Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 hat.