Die Erfindung betrifft einen Vibrator zum Beaufschlagen eines Gegenstandes
in einer vorbestimmten Richtung und eine Vorrichtung zum Herstellen von Betonsteinen
durch rüttelnde Beaufschlagung eines Formwerkzeugs.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen
dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
1 zeigt hälftig, schematisiert und teilweise
aufgeschnitten in Seitenansicht eine Ausführungsform eines Vibrators.
2 zeigt hälftig und teilweise im Schnitt
eine Stirnansicht des Vibrators von 1.
3 zeigt schematisch in Seitenansicht
eine Befülleinrichtung für eine Betonsteinmaschine.
4 und 5
zeigen schematisch in Vorderansicht bzw. in Draufsicht eine Verdichtungsstation
für eine Betonsteinmaschine.
Die in den 1 und 2
dargestellte Ausführungsform eines Vibrators umfaßt ein im wesentlichen kastenförmiges
Gehäuse 1 aus nicht magnetischem bzw. nicht magnetisierbarem Material wie
einer Aluminiumlegierung mit Seitenwandungen 2, die über Wandungen
3 zu einem länglichen Kasten miteinander verbunden sind. An den Innenseiten
der Seitenwandungen 2 befinden sich spiegelsymmetrisch zueinander angeordnet
als Primärteile eines Linearmotors Linearmotorspulen 4, die synchron in
Längsrichtung ihrer Anordnung über eine entsprechende Ansteuerung 5 und
elektrische Zuleitungen 6 angesteuert und dementsprechend elektrisch beaufschlagt
werden können, um einen zwischen den Linearmotorspulen 4 angeordneten,
als Sekundärteil des Linearmotors dienenden Anker 7 hin und her schwingen
zu lassen.
Der Anker 7 umfaßt einen Träger 8 aus einem nicht
magnetischen bzw. magnetisierbaren Material wie beispielsweise eine Aluminiumlegierung,
der auf beiden Seiten jeweils eine sich im wesentlichen über die Fläche der Linearmotorspulen
4 erstreckende, am Träger 8 befestigte permanentmagnetische Platte
9 aufweist, die aus einem Permanentmagneten bestehen oder aus einer Vielzahl
von Permanentmagneten zusammengesetzt sein kann. Außerdem ist der Träger
8 an seinen gegenüberliegenden Längsseiten endseitig jeweils mit einem
Befestigungsflansch 10 versehen.
Zwischen dem Anker 7 und den Linearmotorspulen
4 befindet sich ein schmaler Luftspalt von beispielsweise 0,5 mm. Um diesen
aufrechtzuerhalten, d.h. den Anker 7 zentriert zwischen den Linearmotorspulen
4 während des Hin- und Herschwingens des Ankers 7 zu halten, wird
beim dargestellten Ausführungsbeispiel der Anker 7 über mehrere Drähte
11 (insbesondere aus Federstahldraht) gehalten, die sich durch eine entsprechende
Bohrungen im Anker 7 und in den Seitenwandungen 2 des Gehäuses
1 erstrecken und an der Außenseite der Seitenwandungen 2 in Klemmhülsen
12 unter Zwischenschaltung von Tellerfederpaketen 13 eingespannt
sind. Diese Art der Aufhängung eignet sich insbesondere für kleine Hübe des Ankers
7 im Bereich weniger mm, bei denen eine Lagerung über Wälzkörper wegen
der mangelnden Schmierung unvorteilhaft ist, und außerdem für relativ hohe Frequenzen
von beispielsweise 30 bis 50 Hz für den Ankerhub. Eine Lagerung des Ankers
7 über Wälzkörper zum Führen des Ankers 7 gegenüber den Linearmotorspulen
4 wird erst zweckmäßig, wenn die Hübe des Ankers 7 mindestens
etwa eine Wälzkörperumdrehung erreichen.
Am Anker 7 ist ferner zweckmäßigerweise beidseitig je eine
sich in Bewegungsrichtung des Ankers 7 erstreckende, als Blattfeder ausgebildete
Arbeitsfeder 14 befestigt, die in Form eines Bügels ausgebildet ist, der
einen Mittelschenkel 14a und zwei hierzu parallele Schenkel 14b
aufweist. Letztere sind an dem Träger 8 mittels Schrauben 15 befestigt
und ferner mittels einer Klemmplatte 18 am Träger 8 benachbart
zu dem gekrümmten Verbindungsabschnitt 17 zwischen dem Mittelschenkel
14a und dem jeweiligen Schenkel 14b eingeklemmt, wobei die Klemmplatte
16 mittels Schrauben 18 an dem Befestigungsflansch 10
befestigt ist. Auf diese Weise gehören die Schenkel 14b zum schwingenden
Teil, während der Verbindungsabschnitt 17 und der Mittelschenkel
14a, der mittels Schrauben 19 und Klemmplatten 20 am
Gehäuse 1 befestigt ist, zwei federnde Abschnitte bilden, die beim Hin-
und Herschwingen des Ankers 7 jeweils entsprechend gespannt bzw. entspannt
werden.
Dabei sind die Arbeitsfedern 14 zweckmäßigerweise derart
abgestimmt, daß sie im Masse/Feder-System, das in Bewegungsrichtung des Ankers wirksam
ist, bei Erreichen der gewünschten Hubamplitude alleine weiter schwingt und praktisch
nur noch die Verlustenergie infolge Federverformung nachgeführt, dagegen nicht die
ganze Beschleunigungsenergie über die Linearmotorspulen 4 erbracht werden
muß.
Um den Energieaufwand und damit auch die Baugrößen der Bauteile der
Linearmotoren klein zu halten, erfolgt beim Einschalten des Vibrators ein Aufschaukeln
der Hubamplitude des Ankers 7, indem seitens der Linearmotorspulen
4 immer soviel Energie aufgebracht wird, daß bei jedem Hub zusätzlich zum
Spannen der Arbeitsfedern 14 ein kleiner zusätzlicher Hub des Ankers
7 erfolgt, bis die gewünschte Hubamplitude erreicht ist.
Vibratoren der vorstehend beschriebenen Art sind vorteilhaft in einer
Betonsteinmaschine einsetzbar.
Letztere kann eine Befülleinrichtung aufweisen, wie sie in
3 dargestellt ist. Diese umfaßt einen Silo
51 mit einem trichterförmigem Auslauf und einer am Silo 51 angelenkten
Klappe 52 (oder mit mehreren trichterförmigen, jeweils mit einer Klappe
verschlossenen Ausläufen), die zwischen einer geöffneten und einer geschlossenen
Position mittels eines ein an der Klappe 52 angreifendes Gestänge umfassenden
Antriebs 53 beweglich ist. Unterhalb des Silos 51 befindet sich
ein oben und unten offener Füllwagen 54, der über ein Tischblech
55 zwischen einer Stellung unter der Klappe 52 und einer Stellung
über einem auf einer Fertigungsunterlage 56 befindlichen Formwerkzeug
57 für Betonsteine mittels eines Linearantriebs 58, beispielsweise
bestehend aus einem am Füllwagen 54 angeordneten Elektromotor
58a und einem hiervon getriebenen Ritzel 58b, das mit einer zum
Tischblech 55 parallelen Zahnstange 58c in Eingriff steht, oder
aus einem Kolben/Zylinder-Antrieb oder einem Kurbeltrieb, verfahrbar ist. Der Füllwagen
54 wird dabei von einer vorzugsweise beidseitig des Füllwagens
54 angeordneten Horizontalführung 59 geführt.
Die Fertigungsunterlage 56 befindet sich über einem in vertikale
Schwingungen versetzbaren Rütteltisch 60, der innerhalb eines Gestells
61 auf Dämpfungselemente 62 gelagert ist, so daß die vom Rütteltisch
60 ausgehenden Vibrationen praktisch nicht auf das Gestell 61
und die Fundamente übertragen werden. Während des Rüttelns schlägt der Rütteltisch
60 von unten vorzugsweise über Klopfleisten 60a gegen die Fertigungsunterlage
56, so daß diese auf- und unter Schwerkrafteinwirkung abbewegt wird.
Im Gestell 61 ist ein vertikal verfahrbarer Stempel
63 angeordnet, mit dem im Formwerkzeug 57 befindlicher Betonmörtel
64 verdichtet werden kann. Der Stempel 63 ist mittels wenigstens
zweier, synchronisierter Motoren 65 (im dargestellten Ausführungsbeispiel
vier derartiger Motoren 65) verfahrbar. Dies kann, wie beispielhaft dargestellt,
über Ritzel 66 und Zahnstangen 67 erfolgen, die in jeder Richtung
beweglich etwa über ein Kugelgelenk mit einer Auflast 68 verbunden sind,
an deren Unterseite sich der Stempel 63 befindet.
Da sich eine unregelmäßige Befüllung hauptsächlich in Verfahrrichtung
des Füllwagens 54 ergibt, sind, wenn nur zwei Motoren 65 verwendet
werden, diese zweckmäßigerweise in Verfahrrichtung des Füllwagens 54 hintereinander
anzuordnen. Dies beinhaltet aber auch, daß sie zur Verfahrrichtung versetzt sein
können, etwa im wesentlichen auf die diagonal gegenüberliegenden Ecken des Formwerkzeugs
57 einwirken. Bei vier Motoren 65 entsprechend dem dargestellten
Ausführungsbeispiel sind diese paarweise in Verfahrrichtung des Füllwagens
54 hintereinander angeordnet. Es lassen sich aber auch drei Motoren
65 verwenden, beispielsweise ein Motor 65, der auf die zuerst
beim Befüllen vom Füllwagen 54 erreichte Seite des Formwerkzeugs
57 einwirkt, während die beiden anderen quer zur Verfahrrichtung benachbart
angeordnet sind und im Bereich der zuletzt vom Füllwagen 54 erreichten
Seite des Formwerkzeugs 57 einwirken.
Die Motoren 65 können elektrische oder hydraulische Motoren
sein. Sie sind jeweils mit einem Drehmomentaufnehmer 69 gekoppelt, der
zweckmäßigerweise im Falle einen elektrischen Motors 65 ein Stromaufnehmer
und im Falle eines hydraulischen Motors 65 ein Druckaufnehmer ist. Die
Drehmomentaufnehmer 69 sind mit einer Regelung 70 für den Antrieb
des Füllwagens 54 gekoppelt. Hierdurch kann während der
Produktion entsprechend der Differenz der Meßwerte der Drehmomentaufnehmer
69 zu einem vorbestimmten, die gewünschte Kraftaufnahme repräsentierenden
Sollwert, der im allgemeinen für alle Motoren 65 gleich ist, die Befüllung
durch Änderung der Verfahrgeschwindigkeit bzw. des Verfahrgeschwindigkeitsprofils
des Füllwagens 54 während seiner Hin- und/oder Rückfahrt und/oder Änderung
seines Verfahrweges (d.h. wieweit der Füllwagen 54 über das Formwerkzeug
57 bzw. über dieses hinweg fährt) derart verändert werden, daß sich immer
eine im wesentlichen gleichmäßige Befüllung und damit eine praktisch gleichbleibende
Produktqualität ergibt.
Dementsprechend kann, da bei jedem Befüll- und Verdichtungstakt gemessen
wird, bei unterschiedlichen Drehmomenten (hervorgerufen durch unterschiedliche,
auf den Stempel 63 einwirkende Kräfte F1, F2, F3,
F4, vgl. 4) sofort eine Korrektur der Betonsteinhöhe
vorgenommen werden.
An dem Formwerkzeug 57 greifen, wie in 5
dargestellt, gegebenenfalls auch ohne Verwendung des Rütteltischs 60 mindestens
zwei erfindungsgemäße Vibratoren 71 paarweise kraftschlüssig an, um die
Verdichtung des im Formwerkzeug 57 befindlichen erdfeuchten Betonmörtels
durch seitliches Rütteln etwa mit einer Frequenz im Bereich von 30 bis 50 Hz und
einer Amplitude von wenigen mm vorzunehmen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind acht Vibratoren 71 am Umfang des Formwerkzeugs 57 verteilt
(hier jeweils zwei in einem jeweiligen Eckbereich über Eck angeordnet) vorgesehen.
Die Verwendung der erfindungsgemäßen Vibratoren 71 ermöglicht
nicht nur eine gute Verdichtung, sondern auch einen schnellen Wechsel des Formwerkzeugs
57, da die Vibratoren 71 infolge des kraftschlüssigen Angreifens
in ihrer neutralen Ausgangsstellung oder gegebenenfalls auch in ihrer vom Formwerkzeug
57 zurückgezogenen Stellung Luft zum Formwerkzeug 57 lassen, so
daß dieses in diesem Zustand ohne weiteres schnell entnommen und ausgewechselt werden
kann.
Ferner erfolgt beim Verdichten mittels Vibration durch den Rütteltisch
und/oder die Vibratoren 71 ein Elastizitätsausgleich der mechanischen Einrichtung,
aber auch der zu formenden Betonsteine, indem der Antrieb durch denjenigen Motor
65, der der größeren Kraft bzw. dem größeren Drehmoment zugeordnet ist,
synchron mit dem oder den anderen Motoren 65 läuft. Hierdurch wird vermieden,
daß die Auflastseite des Stempels 63 im schlechter befüllten Bereich gegenüber
dem gut befüllten Bereich durchsackt. Die Synchronisation der Motoren
65 erfolgt elektronisch etwa über eine entsprechende Wegmessung.
Die Vibratoren 71 können auch als Füllhilfe verwendet werden,
indem sie während des Füllens des Formwerkzeugs 57 betrieben werden. Als
Horizontalrüttler betrieben führen dabei die Vibratoren 71 dazu, daß die
Formwandung des Formwerkzeugs 57 gegen den eingefüllten Betonmörtel
64 schlägt, wodurch die Seiten der hergestellten Betonsteine verbessert
werden. Gleichzeitig kann durch Steuerung der von den Vibratoren 71 ausgeübten
Kraft, deren Vibrationsamplitude und -frequenz die Befüllung verbessert und vergleichmäßigt
werden.