Die Erfindung betrifft hochviskosen Emulsionssprengstoff und ein Verfahren
zu dessen Herstellung sowie ein Verfahren zum Verbringen dieses hochviskosen Emulsionssprengstoffes
in Hohlräume, insbesondere Bohrlöcher. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Laden von Bohrlöchern mit dem erfindungsgemäßen hochviskosen Emulsionssprengstoff
über Tage und unter Tage sowie zur losen Verwendung in einem Dichtebereich von 0,5
bis 1,3 kg/l.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, die Nachteile des
Standes der Technik zu überwinden und insbesondere einen Emulsionssprengstoff hoher
Viskosität bereit zu stellen, der auch die Anforderungen für die Verwendung unter
Tage hinsichtlich kritischem Durchmesser, Zünd- bzw. Kapselempfindlichkeit und Konsistenz
erfüllt. Weitere Aufgabe der Erfindung war es, ein Verfahren zum Verbringen dieses
Sprengstoffes in Bohrlöcher, insbesondere schräg nach oben verlaufenden Bohrlöchern,
bereit zu stellen. Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin,
eine Vorrichtung bereit zu stellen, mit der dieser erfindungsgemäße
Emulsionssprengstoff hergestellt und/oder in Bohrlöcher verbracht werden kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird gelöst durch ein Verfahren
zur handhabungssicheren Herstellung von hochviskosem Emulsionssprengstoff (1)
mittels des Gassingverfahrens, umfassend die Schritte: Herstellen einer Emulsionsmatrix
hoher Viskosität (10) Fördern der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10)
durch ein Fördersystem (30) unter Verwendung eines Lubrifikationsmediums
(15), wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen Gassingagenten
(16) aufweist; Vermischen der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10)
mit dem Lubrifikationsmedium (15) am Ende des Fördersystems (30)
bzw. Ladeschlauches; Nachemulgieren der ausgeförderten Mischung von Emulsionsmatrix
hoher Viskosität (10) und Lubrifikationsmedium (15) zum hochviskosen
Emulsionssprengstoff (1).
Mittels des Gassingverfahrens hergestellte Emulsionssprengstoffe werden
erfindungsgemäß aus einer Emulsionsmatrix hoher Viskosität, und der Vermischung
mit einem Gassing Agenten hergestellt. Durch die Vermischung der Emulsionsmatrix
mit dem Gassing Agenten werden die erforderlichen Gasbläschen in die Emulsionsmatrix
eingebracht, mit der diese dann sensibilisiert wird.
Die erfindungsgemäße Emulsionsmatrix hoher Viskosität ist bevorzugt
aus einem Emulgator, einer Ölphase und einer Oxidizerphase hergestellt. Der Emulgator
wird dabei bevorzugt so gewählt, dass die fertige Emulsionsmatrix bei geringer Scherbeanspruchung
zunächst eine geringe Neigung zur Nachemulgierung aufweist und bei höherer Scherbeanspruchung
nachemulgiert.
Bevorzugt liegen bei der Emulsionsmatrix hoher Viskosität sämtliche
sauerstofffreisetzenden Salze in der restlichen Lösung vor. Typischer Weise liegt
die in den Zusammensetzungen verwendete Wassermenge zwischen 1 und 30 Gewichtsprozent.
Vorzugsweise liegt die verwendete Menge zwischen 10 und 25 Gewichtsprozent, besonders
bevorzugt zwischen 10 und 15 Gewichtsprozent bezogen auf die Emulsionsphase. Die
kontinuierlich mit Wasser unvermischbare organische Phase (Ölphase) der Wasser-in-Öl-Emulsion
enthält zwischen 2 und 15 Gewichtsprozent, bevorzugt zwischen 4 und 8 Gewichtsprozent
bezogen auf die Emulsionsphase.
Die Emulgatorkomponente der Zusammensetzung der Emulsionsmatrix hoher
Viskosität enthält bevorzugt zwischen 0,5 und 5 Gewichtsprozent der Emulsionsphase.
Die Emulgatorkomponente besteht bevorzugt aus einem Emulgator vom PIBSA-Typ und
aus einem Sorbitanester in jedem beliebigen Mischungsverhältnis. Es kann auch ein
reiner PIBSA-Emulgator eingesetzt werden. Der Massenanteil des Emulgators wird bevorzugt
so gewählt, dass einerseits eine möglichst hohe Stabilitätsreserve erreicht wird
und andererseits die Nachemulgierung, die mit einer Viskositätserhöhung der Emulsion
einhergeht, zielgerichtet beeinflusst werden kann. Als Emulgator kann auch ein Gemisch
(Blend) bestehend aus reinem Emulgator (Aktive Phase) und Öl eingesetzt werden.
Besonders bevorzugt liegt in der Emulsionsmatrix hoher Viskosität
bei Verwendung eines Emulgators aus zwei Emulgatorkomponenten bereits eine erste,
in der Emulsionsmatrix hoher Viskosität bereits aktivierte Phase des Emulgators
vor und ein weiterer Überschuss an noch nicht aktivierten Emulgatoren, die erst
im Schritt des Nachemulgierens der ausgeförderten Mischung von Emulsionsmatrix hoher
Viskosität und Lubrifikationsmedium zum hochviskosen Emulsionssprengstoff nachemulgiert.
Die Oxidizerphase wird bevorzugt so gewählt, dass die Sauerstoffbilanz
des hochviskosen Emulsionssprengstoffes bei 0 bis + 2,5 %, bevorzugt bei + 0,5 bis
1,5 % liegt. Der durch die anorganische Phase bedingte Sauerstoffüberschuss des
Produkts ermöglicht die Zugabe von weiteren energiereichen Komponenten, wie Metallpulver,
vorzugsweise Al, Mg, Grafit, Ruß, Kohle, etc. oder eine Mischung dieser Komponenten,
in Konzentrationen von bevorzugt bis zu 2 %. Hierdurch können der Energiegehalt
und weitere thermodynamische Daten des hochviskosen Emulsionssprengstoffes für unterschiedliche
Einsatzfälle optimiert werden.
Durch die Verwendung eines Lubrifikationsmediums bei der Förderung
der Emulsionsmatrix hoher Viskosität durch das Fördersystem wird eine besonders
schonende Förderung der noch nicht sensibilisierten Emulsionsmatrix hoher Viskosität
durch das Fördersystem ermöglicht. Aufgrund des eingestellten, laminaren Strömungsprofiles
innerhalb des Fördersystemes und der speziellen Zuführung des Lubrifikationsmediums
mit dem darin enthaltenen Gassing Agent bevorzugt in Form eines konzentrischen,
die Emulsion umgebenden Gleitfilmes, findet keine Vorab-Vermischung von Emulsionsmatrix
hoher Viskosität und Lubrifikationsmediums bzw. Gassing Agent statt, so dass eine
Sensibilisierung der Emulsionsmatrix hoher Viskosität innerhalb des technischen
(Förder-)Systems ausgeschlossen ist. Die im System vorliegenden Komponenten Emulsionsmatrix
und umgebender Lubrifikationsfilm bilden für sich genommen keinen sensibilisierten
Sprengstoff, der detonationsfähig wäre. Diese Neuerung in der verfahrensgemäßen
Sicherheitskonzeption, die Bildung von Sprengstoff in allen Teilbereichen des technischen
(Förder-)Systems zu vermeiden, war bei den bisherigen Emulsionssprengstoffen des
Standes der Technik deshalb nicht möglich, da die Emulsionsmatrix sich bereits innerhalb
des Fördersystems mit dem Gassing Agent vermischt hat und es damit zu einer (teilweisen)
und allmählichen Sensibilisierung der Matrix bzw. zur Ausbildung einer detonationsfähigen
Sprengstoffes beim Pumpen bzw. Transport durch den Ladeschlauch gekommen war. Überraschend
ist in der vorliegenden Erfindung gefunden worden, dass bei der Verwendung einer
Emulsionsmatrix hoher Viskosität und einer entsprechenden Förderung eine Vermischung
nicht im Fördersystem stattfindet, obwohl das Lubrifikationsmedium bereits den Gassing
Agenten umfasst ist.
Erst am Ende des Fördersystems wird nun die Emulsionsmatrix hoher
Viskosität mit dem sie umgebenden Lubrifikationsmedium und damit mit dem Gassing
Agenten vermischt. Damit wird erst am Ende des Fördersystems, d. h. am Austritt
des Sprengstoffes aus dem Schlauchsystem die Emulsionsmatrix sensibilisiert und
damit detonationsfähiger Sprengstoff hergestellt.
Nach der Vermischung der Emulsionsmatrix mit dem Lubrifikationsmedium
bzw. dem Gassing Agenten, bevorzugt in einem Statikmischer, kommt es zu einer Nachemulgierung
der ausgeförderten Mischung von Emulsionsmatrix und Lubrifikationsmedium und damit
zur Herstellung des hochviskosen Emulsionssprengstoff gemäß der vorliegenden Erfindung.
Dadurch findet nochmals eine entscheidende Erhöhung der Viskosität des Emulsionssprengstoffes
bei bzw. nach der Sensibilisierung statt.
Auf diese Weise wurde ein Emulsionssprengstoff bzw. ein Verfahren
zu dessen Herstellung bereitgestellt, der aufgrund der hochviskosen Eigenschaft
nun gegen die Schwerkraft auch in ein Bohrloch ladbar ist, das schräg oder sogar
senkrecht nach oben gebohrt wurde. Aufgrund der hohen Viskosität des auf die beschriebene
Weise hergestellten Sprengstoffes fließt dieser nicht mehr aus dem Bohrloch sondern
verbleibt dort gegen die Schwerkraft.
In einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
wird beim Fördern der Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) zwischen dieser
und dem Lubrifikationsmedium (15) keine turbulente, sondern eine weitgehend
laminare Strömung aufrechterhalten, insbesondere eine laminare Strömung mit einer
Reynoldszahl von weniger als 2300, bevorzugt von weniger als 2000, besonders bevorzugt
von weniger als 1500.
Durch die Wahl der Emulsionsmatrix hoher Viskosität kann nun innerhalb
des Fördersystems zwischen dieser und dem Lubrifikationsmedium eine laminare Strömung
aufrecht erhalten werden. Eine laminare Strömung in diesem Sinne bedeutet, dass
insbesondere keine Scherkräfte zwischen dem Lubrifikationsmedium und der Emulsionsmatrix
auftreten und damit auch keine Vermischungen. Es treten somit keine Verwirbelungen
oder Vermischungen auf. Auf diese Weise ist es möglich, den Gassing Agent bis zur
Vermischung der Emulsionsmatrix am Ende des Fördersystems zu transportieren, ohne
dass vorher schon eine Vermischung bzw. eine Reaktion des Gassing Agenten mit der
Emulsionsmatrix stattfinden kann. Da der Gassing Agent im Schmiermittel bzw. Lubrifikationsmedium
erst am Schlauchende mit der Matrix vermischt wird, entsteht die endgültige Zusammensetzung,
insbesondere die gewünschte endgültige Viskosität, des Sprengstoffes erst hinter
dem Statikmischer, d. h. nachdem die Komponenten aus dem Schlauch ausgetreten sind.
Bei dem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
weist die Emulsionsmatrix (10) eine Viskosität von mehr als 60.000 mPas,
bevorzugt mehr als 80.000 mPas, besonders bevorzugt mehr als 100.000 mPas auf.
Die Viskosität einer herkömmlichen Emulsionsmatrix beträgt bis zu
50.000 mPas (gemessen nach dem Verfahren Brookfield, Spindel 7, 10 rpm, 20 °C).
Die erfindungsgemäße Emulsionsmatrix weist nun eine viel höhere Viskosität auf.
Dies war im Stand der Technik bisher deshalb vermieden worden, weil dadurch eine
Vermischung mit dem Gassing Agent nicht mehr effektiv dargestellt werden konnte.
Überraschend wurde erfindungsgemäß gefunden, dass auch bei einer Emulsionsmatrix
mit einer weit höheren Viskosität, besonders bevorzugt von über 100.000 mPas eine
Vermischung mit dem Gassing Agenten sehr wohl zur erforderlichen Vermischung und
Nachemulgierung bzw. Sensibilisierung des Endprodukts führen kann. Aus diesem Grund
wurde entgegen den Vorurteilen aus dem Stand der Technik erfindungsgemäß eine Emulsionsmatrix
hoher Viskosität gewählt.
Durch die hohe Viskosität der Emulsionsmatrix kann damit bei der Förderung
der Emulsionsmatrix zusammen mit dem Gassing Agenten enthaltenden Lubrifikationsmedium
innerhalb des Fördersystems die laminare Strömung sehr gut aufrecht erhalten werden.
In einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
besteht der Emulgator aus mindestens zwei Emulgatorkomponenten, die bei unterschiedlicher
Scherbeanspruchung emulgieren. Der in der Emulsionsmatrix hoher Viskosität vorliegende
Emulgator ist zur Herstellung dieser Matrix bereits aktiviert worden, d. h. zur
Herstellung der Matrix teilweise emulgiert. Dadurch wird der Emulsionsmatrix diese
Viskosität erst verliehen. Bevorzugt liegt in dieser vorgemischten Emulsionsmatrix
hoher Viskosität eine zweite Phase an Emulgator (ein Emulgatorüberschuss) vor, der
erst nach Ausbringen der Emulsionsmatrix durch eine Vermischung am Ende nachemulgiert
und so die Emulsionsmatrix hoher Dichte durch Aktivierung dieser zweiten Phase im
Emulgator eine nochmals entscheidend höhere Viskosität verleiht. Der endgültig erhaltene
Sprengstoff weist dann eine Viskosität über 200.000 mPas auf, bevorzugt 250.000
bis 350.000 mPas und höher. Die Emulsionsmatrix hoher Viskosität weist eine Viskosität
von mehr als 60.000 mPas, bevorzugt mehr als 80.000 mPas, besonders bevorzugt mehr
als 100.000 mPas auf. Durch den Einsatz eines Emulgators aus mindestens zwei Komponenten
ist es damit möglich, die Emulsionsmatrix selbst in einem hohen Viskositätsbereich
herzustellen, und diese dann bei Vermischung zum endgültigen Emulsionssprengsstoff
nochmals entscheidend in ihrer Viskosität zu erhöhen.
Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
umfasst das Lubrifikationsmedium (15) eine Mischung von Wasser und Gassingagent
(16).
Dadurch, dass das Lubrifikationsmedium neben dem Gassing Agent auch
noch Wasser enthält, können die Lubrifikationseigenschaften des Lubrifikationsmediums
verbessert werden.
Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
wird ein hochviskoser Emulsionssprengstoff erhalten, der eine Dichte von mindestens
0,5 kg/l bis 1,2 kg/l, bevorzugt 0,9 kg/l aufweist.
Durch das beschriebene Herstellungsverfahren ist es möglich, die Dichte
des erhaltenen Emulsionssprengstoffes durch die Wahl von verschiedenen Parametern
einzustellen. Neben der Zusammensetzung der Emulsionsmatrix kann insbesondere die
Art und Weise der Vermischung am Ende zu einer Änderung der Dichte beitragen. Durch
eine besonders intensive Vermischung ist es damit möglich, niedrige Dichten zu erzeugen.
Besonders bevorzugt werden Dichten von 0,6 bis 1,5 kg/l besonders bevorzugt von
0,8 bis 1,15 kg/l eingestellt.
Während die Viskosität des erhaltenen Emulsionsprengstoffes vor allen
Dingen durch die Scherkräfte, die herrschende Temperatur und den anhaltenden Druck
bestimmt wird, wird die Dichte durch die Zusammensetzung der Emulsionsmatrix (Anteil
von SN (Natriumnitrat) in der Lösung), Temperatur und Druck sowie den Umfang der
Gasbläschenbildung bestimmt.
Bei einem besonders bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
umfasst das Fördersystem (30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10)
als Fördermittel (32) eine Exzenterschneckenpumpe.
Um so schonender die Förderung der Emulsionsmatrix in dem Fördersystem
unter Einsatz des Lubrifikationsmediums erfolgen kann, um so zuverlässiger kann
die laminare Strömung zwischen Matrix und Lubrifikationsmittel aufrechterhalten
werden. Besonders vorteilhaft wird die laminare Strömung auch durch die hohe Viskosität
der Emulsionsmatrix verbunden mit moderaten Strömungsgeschwindigkeiten sichergestellt.
Diese Parameter führen zu kleinster Reynoldszahl und somit zur Bildung laminarer
Strömung. Die (mechanisch) schonende Förderung wird dadurch im Wesentlichen durch
die Pumpen- und Injektortechnik, aber auch die statischen Mischelemente im Vergleich
zu theoretisch denkbaren dynamischen Mischern gefördert. Bevorzugt wurde gemäß der
Erfindung gefunden, dass ein besonders schonender Fördervorgang unter Einsatz von
Exzenterschneckenpumpen durchgeführt werden kann. Eine Exzenterschneckenpumpe ist
dabei insbesondere eine Verdrängerpumpe einfacher Bauart. Sie arbeitet ohne Ventile
und besitzt nur zwei Förderelemente, die rotierende Exzenterschnecke und den statischen
Gehäuseeinsatz. Der metallische Rotor dreht sich exzentrisch in einem Stator aus
elastischem Material. Dabei wird das Medium kontinuierlich, d. h. annähernd pulsationsfrei,
in axialer Richtung gefördert. Der Förderstrom ist in etwa proportional zur Drehzahl.
Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung
umfasst das Fördersystem (30) zum Fördern der Emulsionsmatrix (10)
eine Förderleitung (34) mit einem Innendurchmesser von weniger als 25 mm,
bevorzugt von weniger als 22 mm, besonders bevorzugt von weniger als 19 mm.
Durch die Wahl des Innendurchmessers von weniger als 25 mm wird nochmals
die Sicherheit des Herstellungsverfahrens erhöht, da durch eine entsprechend geringe
Wahl des Innendurchmessers der Durchmesser unterschritten wird, bei dem selbst der
fertig sensibilisierte Sprengstoff durchdetonieren könnte. Wird nun ein entsprechend
geringer Innendurchmesser in dem Fördersystem verwendet, so kann nicht einmal theoretisch
ein sensibilisierter Sprengstoff in diesen Abmessungen zur Detonation kommen.
Beim weiteren bevorzugten Verfahren der vorliegenden Erfindung werden
die Emulsionsmatrix (10) und das Lubrifikationsmedium (15) mittels
eines statischen Mischers (35) zum hochviskosen Emulsionssprengstoff (1)
vermischt.
Durch die Verwendung eines statischen Mischers, besonders bevorzugt
durch eine Reihe von bevorzugt verschiedenen statischen Mischern werden die Emulsionsmatrix
und das Lubrifikationsmedium miteinander vermischt, so dass es zur optimalen Gassingbildung
als auch bevorzugt zur Nachemulgierung des Sprengstoffes kommt. Bisher war im Stand
der Technik davon ausgegangen worden, dass die Verwendung eines statischen Mischers
nicht ausreichen würde, um eine entsprechende ausreichende Vermischung zwischen
dem Gassing Agenten und der Emulsionsmatrix herzustellen. Es ist besonders bevorzugt,
mehrere statische Mischer je nach Einsatzgebiet hintereinander einzusetzen.
Besonders bevorzugt ist der statische Mischer (35) im Mundstück
am Ende einer Förderleitung (34.4) des Fördersystems (32) vorgesehen.
Bei der Ausbildung des statischen Mischers im Mundstück am Ende der
Förderleitung ist es möglich, verschiedene Mundstücke wechselweise einzusetzen,
um eine Anpassung insbesondere der Viskosität des Emulsionssprengstoffes an dem
jeweiligen Anwendungsfall vorzunehmen. Bevorzugt können die freien Querschnitte
bzw. die Länge der integrierten Mischstrecke variiert werden, um Strömungsgeschwindigkeit,
Mischgüte und Endviskosität der Emulsion zu beeinflussen. Bevorzugt wird auch die
Geometrie des Mundstückes variiert, um einen Richtungsstrahl, einen Seitenstrahl,
etc. einzustellen und stets eine optimale Füllung der Bohrlöcher zu gewährleisten.
Gleichzeitig sind unterschiedliche Aufnahmesysteme für Zünder oder Booster verschiedenster
Art innerhalb des Mundstücks realisierbar, so dass zusammen mit dem Emulsionssprengstoff
gleich passende Zündmittel zur Initiierung sicher in das Bohrlochtiefste eingebracht
werden können. Bevorzugt sind die Mundstücke so konzipiert, dass mittels eines Schnellwechselsystems
ein Austausch innerhalb kürzester Zeit möglich ist.
Die Aufgabe der Erfindung wird außerdem gelöst durch ein Verfahren
zum Verbringen eines hochviskosen Emulsionssprengstoffes (1) in einen Hohlraum
(5), insbesondere ein Bohrloch, umfassend die Schritte Fördern einer nicht
sensibilisierten Emulsionsmatrix hoher Viskosität (10) durch ein Leitungssystem
(33), Injizieren eines Lubrifikationsmediums (15) in das Leitungssystem,
wobei das Lubrifikationsmedium (15) einen Gassingagenten (16)
enthält und zwischen der Emulsionsmatrix und der Innenwand des Leitungssystems einen
Schmierfilm bildet, Durchmischen der Emulsionsmatrix (10) mit dem Gassingagenten
(16) am Übergang vom Leitungssystem in den zu befüllenden Hohlraum (5).
Durch dieses erfindungsgemäße Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen
Emulsionssprengstoffes ist es möglich, den Emulsionssprengstoff in einen Hohlraum,
insbesondere ein Bohrloch zu verbringen, ohne dass vor Austritt des Sprengstoffes
in das Bohrloch fertig gemischter Sprengstoff vorliegt. Der hochviskose Emulsionssprengstoffes
wird erst nach dem Austritt aus dem Fördersystem, d. h. am Schlauchende gebildet.
Besonders bevorzugt wird das Leitungssystem, insbesondere ein Schlauch, in das Bohrloch
eingeführt und während des Befüllvorgangs entsprechend dem Füllstand des Bohrloches
langsam wieder herausgezogen bzw. durch den Rückstoss herausgedrückt. Auf diese
Weise kann das Bohrloch optimal mit hochviskosem Emulsionssprengstoff befüllt werden,
auch wenn das Bohrloch schräg nach oben ausgerichtet ist.
Bei einem weiteren bevorzugten Verfahren zum Verbringen eines hochviskosen
Emulsionssprengstoffes laut der vorliegenden Erfindung wird der Schmierfilm bzw.
Lubrifikationsfilm derart ausgebildet, dass es nicht zu einer Vermischung des den
Gassingagenten (16) enthaltenden Lubrifikationsmediums (15) und
der Emulsionsmatrix (10) innerhalb des Leitungssystems (33) kommt.
Die Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch einen Emulsionssprengstoff,
der nach einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist.
Der so erhaltene Emulsionssprengstoff zeichnet sich insbesondere dadurch
aus, dass er eine Viskosität von mehr als 200.000 mPas, bevorzugt mehr als 250.000
mPas, besonders bevorzugt mehr als 300.000 mPas aufweist und damit eine extrem hohe
Viskosität hat. Diese hohe Viskosität ermöglicht es dem Sprengstoff, in die Hohlräume
einmal verpumpt dort auch haften zu bleiben und nicht wie der herkömmliche verpumpte
Sprengstoff gegen die Schwerkraft wieder abzufließen. Da die erreichte hohe Viskosität
erfindungsgemäß bevorzugt auch mit einer entsprechend niedrigen Dichte kombiniert
werden kann, ist der so erhaltene Sprengstoff ideal geeignet, um
unter Tage bzw. im Tunnelbau zum Einsatz zu kommen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird ebenfalls gelöst durch
ein Fördersystem (30) für hochviskose, emulsionsbasierte Sprengstoffe (1)
umfassend ein Leitungssystem (33) mit einer Emulsionsmatrixzuführung und
einer Lubrifikationsmediumszuführung, wobei die Lubrifikationsmediumszuführung über
einen Injektor (36) mit der Emulsionsmatrixzuführung verbunden ist, und
am oder nahe am Ende des Fördersystems (30) ein statischer Mischer (35)
vorgesehen ist.
Besonders bevorzugt ist bei dem erfindungsgemäßen Fördersystem eine
Zuführung für Gasing Agent über den Injektor verbunden. Auf diese Weise kann der
Gasing Agent in das Leitungssystem eingebracht werden und um die zu fördernde Emulsionsmatrix
herum zusammen mit dem Lubrifikationsmedium einen Gleitfilm bilden.
Besonders bevorzugt ist die Zuführung für das Lubrifikationsmedium
und die Zuführung für den Gasing Agent zumindestens teilweise identisch, ganz besonders
bevorzugt identisch.
Die Erfindung soll anhand der folgenden Figuren beispielhaft erläutert
werden. Hierbei wird in den Figuren gezeigt:
1 zeigt eine schematische Darstellung
eines Fördersystems bzw. Mischgeräts gemäß der vorliegenden Erfindung und
2 zeigt eine schematische Darstellung
des Ausschnitts des Fördersystems im Bereich des Endes der Förderleitung.
In 1 wird schematisch ein Fördersystem
bzw. Mischgerät 30 gemäß der vorliegenden Erfindung dargestellt. Das Fördersystem
30 besteht aus Behältern zur Aufnahme von Mischladekomponenten nämlich
der Emulsionsmatrix EM10, den Lubrifikationsmedium LM15 sowie optional einer Komponente
zum Einstellen des pH-Wertes. Der Vorratsbehälter der Emulsionsmatrix EM10 ist über
eine erste Förderleitung 34.1 mit dem Fördermittel bzw. der Pumpe
32 verbunden. Optional kann ein Mittel zum Einstellen des pH-Wertes innerhalb
der Emulsionsmatrix EM10 über eine Förderleitung 34.1' ebenfalls mit der
Pumpe 32 verbunden sein (gestrichelt dargestellt). Über eine Förderleitung
34.2 ist die Pumpe 32 dann mit einem Injektor 39 verbunden.
Auf diesen Injektor 39 wird auch das bevorratete Lubrifikationsmedium LM15
über eine Förderleitung 34.3 verbunden. Der Injektor 39 ist dann
über eine Förderleitung 34.4, insbesondere einen Schlauch 34.4
mit einem statischen Mischer 35 verbunden.
Es wird nun Emulsionsmatrix 10 über die Förderleitung
34.1 der Pumpe 32 zugeführt. Bei der Pumpe 32 handelt
es sich bevorzugt um einen Exzenterschneckenpumpe. Optional kann hier – wenn
nicht bereits vorher geschehen – der pH-Wert der Emulsionsmatrix
10 eingestellt werden. Dies geschieht durch Zugabe einer pH-regulierenden
Komponente wie beispielsweise Essig- oder Zitronensäure oder einer anderen Säure,
die sich zur pH-Wert Absenkung der Emulsionsmatrix eignet. Die so modifizierte Emulsionsmatrix
EM10 wird durch die Pumpe 32 über die Förderleitung 34.2 zum Injektor
39 gefördert. In diesem Augenblick liegt eine unsensibilisierte Emulsionsmatrix
EM10 mit eingestellten pH-Wert vor. Über den Injektor 39 wird nun aus dem
Vorratsbehälter LM15 Lubrifikationsmedium über die Zuführleitung 34.3 in
den Förderstrom der Emulsionsmatrix EM10 injiziert. Das Lubrifikationsmedium LM15
umfasst den für die Sensibilisierung des Sprengstoffs erforderlichen Gassing Agenten.
Durch das Injizieren des Lubrifikationsmediums über den Injektor 39 wird
ein konzentrischer, die Emulsionsmatrix umgebender Gleitfilm bestehend aus dem Lubrifikationsmedium
LM15 gebildet, der dann in der Zuführleitung 34.4 die Emulsionsmatrix umgibt,
ohne dass eine Vermischung von Emulsionsmatrix hoher Viskosität 10 und
Lubrifikationsmedium bzw. Gassing Agent 15 stattfindet. Auf diese Weise
wird eine Sensibilisierung des Sprengstoffs in der Förderleitung 34.4 unterbunden.
Im Mischer 35 wird dann der bis dahin als ringförmiger Begleitfilm vorliegende
Anteil an Lubrifikationsmedium mit dem Gassing Agenten mit der Emulsionsmatrix EM10
vermischt, so dass hinter dem Mischer 35 hochviskoser Emulsionssprengstoff
ES1 austritt. Durch die Verwendung des Mischers 35 wird eine Nachemulgierung
des als Überschuss in der Emulsionsmatrix noch vorhandenen Emulgators bewirkt, so
dass die Viskosität des Emulgators nochmals bis zu 100 und mehr erhöht wird. Der
dann vorliegende Emulsionssprengstoff ES1 ist hochviskos bei geringer Dichte, die
durch die Art der Vermischung und die Sensibilisierung durch das Gassingmittel bei
gewählter Temperatur und Druck einstellbar ist.
Durch diese Anordnung eines Mischgeräts ist ein Fördersystem
30 bereitgestellt worden, das bis zum Austritt der Mischung aus dem statischen
Mischer 35 keinen sensibilisierten Sprengstoff umfasst. Auch bei Abschalten
des Fördersystems bildet sich selbst in der Zuführleitung 34.4 kein sensibilisierter
Sprengstoff. Auf diese Weise ist ein besonders sicheres Mischgerät bzw. Fördersystem
30 bereitgestellt worden.
In 2 ist nochmals im Detail ein Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung für die Strecke hinter dem Injektor 39 (nicht
abgebildet) dargestellt. In der Zuführleitung 34.4 wird die Emulsionsmatrix
10 von Lubrifikationsmedium 15, das den Gassing Agenten beinhaltet,
ringförmig umschlossen. In der Querschnittsdarstellung in der 2
ist dies durch die schwarze Farbe im Randbereich der Zuführleitung 34.4
dargestellt. Der beispielhaft dargestellte statische Mischer 35 besteht
aus zwei Abschnitten 35.1 und 35.2. Während im Abschnitt
35.1 eine leichte Vormischung durch eine entsprechende Geometrie im Randbereich
des Schlauches vorgesehen ist, wird im Abschnitt 35.2 durch entsprechende
Kanalsysteme eine Vermischung der Emulsionsmatrix 10 mit dem Lubrifikationsmedium
15 ermöglicht.
Die vom Lubrifikationsmedium 15 umgebenden Emulsionsmatrix
10 wird über die Zuführleitung 34.4 in den statischen Mischerabschnitt
35.1 gefördert, wo es zu einer Vorvermischung des Lubrifikationsmediums
15 mit der Emulsionsmatrix 10 kommt. Im Mischerabschnitt
35.2 kommt es dann zum Auftreten von Scherkräften auf dieses Vorgemisch,
wodurch eine intensive Durchmischung der beiden Komponenten bewirkt wird. Auf diese
Art und Weise kommt es einerseits zur Sensibilisierung des Sprengstoffes durch Vermischung
der Emulsionsmatrix mit dem Gasing Agenten und gleichzeitig zu einer Nachemulgierung
der Emulsionsmatrix unter Aktivierung der zweiten Phase des Emulgators, der noch
unverbraucht, d. h. nicht aktiviert, in der Emulsionsmatrix vorliegt. Durch die
Verwendung dieses Emulgatorüberschusses in der Emulsionsmatrix kann auf diese Weise
eine Nachemulgierung durchgeführt werden, die zu einer erhöhten Viskosität des im
Ende erzeugten Emulsionssprengstoffs 1 führt. Dieser wird auch erst nach
Austritt aus dem Mischabschnitt 35.2 endgültig sensibilisiert und damit
detonationsfähig.
Auf diese Weise ist ein neuartiges Mischgerät aufgefunden worden,
das einen noch sichereren Umgang bei Verpumpung und Förderung von Emulsionssprengstoff
zulässt und zu einem deutlich höherviskosen Sprengstoff führt. Dieser ist gleichzeitig
bei entsprechend geringer Dichte sprengkapselempfindlich und damit nach dem Erreichen
der Enddichte besonders gut detonationsfähig.