Die Erfindung betrifft eine Schießanlage mit mindestens einer, an
einer Halterung auswechselbar befestigten Zielscheibe.
Derartige Zielscheiben müssen aus unterschiedlichen Gründen häufig
ausgewechselt werden. So werden die Zielscheiben durch den häufigen Beschuß beschädigt
und müssen nach einiger Zeit ersetzt werden. Für den Beschuß mit Geschossen unterschiedlichen
Kalibers, d.h. unterschiedlicher Masse und/oder unterschiedlicher Geschwindigkeit
müssen leichtere oder schwerere Zielscheiben eingesetzt werden. Schließlich werden
auch Zielscheiben mit unterschiedlicher Kontour verwendet.
Infolge der starken Beanspruchung durch die auftreffenden Geschosse
müssen die Zielscheiben sehr sicher in ihrer Halterung befestigt sein. Es ist daher
bekannt, sie anzuschrauben, wobei zum Verhindern eines Wegschwenkens bei seitlich
auftreffendem Beschuß mindestens zwei Schrauben erforderlich sind. Das Auswechseln
insbesondere mehrerer Zielscheiben macht daher Arbeit erfordert erhebliche Zeit.
Der Erfindung war die Aufgabe gestellt, hierfür eine einfachere Art
des Befestigens anzugeben. Sie löst diese Aufgabe durch die im Kennzeichen des Hauptanspruches
angegebenen Merkmale.
Hierdurch wird der Vorteil erzielt, daß eine Zielscheibe ohne Werkzug
mit einer raschen Druck- und Schwenk- oder Drehbewegung in ihre Halterung eingesetzt
bzw. aus ihr entnommen werden kann. Das Auswechseln einer Zielscheibe erfordert
dabei weniger als 10 Sekunden. Das Einrasten des Rastgliedes in die Rast verhindert
sicher ein unvollständiges Befestigen oder ein selbsttätiges, unbeabsichtigtes Lösen
der Befestigung.
Resonders vorteilhaft sind Rastglied und Rast gemäß Anspruch 2 als
sogenannter Bajonettverschluß ausgebildet, bei dem das Verbinden durch eine zweiphasige
Einrenkbewegung mit einer Schubbewegung und einer Drehbewegung bewirkt wird.
Eine bevorzugte Ausführungsform ist im Anspruch 3 wiedergegeben. Sie
bietet den Vorteil, daß ihre Funktionsweise ohne weiteres erkennbar ist und auch
von einem technisch weniger versierten Bediener nicht fehlerhaft gehandhabt werden
kann.
Um die Funktionsteile der Verbindungseinrichtung vor Beschädigung
durch Beschuß zu schützen, wird gemäß Anspruch 4 vorgeschlagen, sie im Schußschatten,
also ganz auf der dem Beschuß abgekehrten Seite eines die Einrichtung tragenden
Balkens anzuordnen.
In den Figuren der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung
schematisch dargestellt. Es zeigen
1 die Ansicht des Endbereiches der Schießanlage
von hinten, d.h. in Ansicht auf die Rückseite des Tragbalkens;
2 eine einzelne Verbindungseinrichtnng,
teilweise im Schnitt;
3 eine Einzelheit der 2
in Ansicht;
4 bis 11
vier weitere Ausführungsformen jeweils in zwei um 90' gedrehten Ansichten,
teilweise geschnitten oder gebrochen;
12 eine weitere Ausführungsform;
13 und 14
eine Einzelheit der Ausführungsform der 12 in zwei
unterschiedlichen Stellungen.
Wie aus 1. erkennbar, ist an einem horizontalen
Tragbalken 1 mittels Haltern 2 eine Schwenkachse 3 befestigt,
auf der eine Mehrzahl von U-förmigen Halterungen 4 gelagert sind. Die Zeichnung
zeigt nur den Endbereich des Tragbalkens 1 und der Schwenkachse
3, eine Schießanlage kann eine Vielzahl von Schießstellen aufweisen, wobei
die Schwenkachse mehrfach mittels Haltern 2 befestigt ist. Die Halterungen
4 sind durch Büchsen 5 auf Distanz gehalten. An den Halterungen
4 sind mittels Haltestangen 6 Zielscheiben 7 befestigt.
die Zielscheiben 7 liegen in Beschußlage etwas gegen die Beschußrich tung
geneigt am Tragbalken 1 oder an einem mit ihm verbundenen Anschlag an und
werden durch den Impuls eines auf sie auf treffenden Geschosses über ihren oberen
Totpunkt hinaus zurückgeschlagen und kippen dann in eine untere
Ruhelage ab, in der die Linke Zielscheibe gezeichnet ist.
Zum lösbaren befestigen einer Zielscheibe 7 weist die bevor
zugte Ausführungsform der 1 bis 3
in der halterung 4 eine Federbüchse 8 auf, in der eine Feder
9 angeordnet ist, die sich am Boden der Federbüchse abstützt und eine Scheibe
10 belastet, die sich an einer Schulter 11 der Federbüchse abstützen
kann. Oberhalb dieser Schulter 11 ist die Federbüchse 8 als Führungsbuchse
12 für den Endzapfen 6' der Haltestange 6 einer Zielscheibe
7 ausgebildet.
Eine Halterung 4 weist ferner zwei hakenförmige Rasten
13 auf, die die Federbüchse 8 überragen und deren Rastöffnungen
14 – wie insbesondere aus 3 erkennbar
– entgegengesetzt gerichtet sind. In diese Rasten 13 können die seitlich
abstehenden Arme eines Rastgliedes 15 an der Haltestange 6 einer
Zielscheibe 7 eingreifen. Rast 13 und Rastglied 15 bilden
so eine bajonettartige Kupplung zum Verbinden der Haltestange 6 einer Zielscheibe
7 mit der Halterung 4.
Um die Feder 9 in die Federbüchse 8 einsetzen zu
können, ist diese geteilt ausgebildet: ein unterer Teil 8' der Federbüchse
8 ist an der Halterung 4 befestigt, bspw. angeschweißt, der obere
Teil 8'' ist an einer Tragplatte 16 befestigt, bspw. ebenfalls
angeschweißt, an der auch die beiden Rasten 13 angeordnet sein können.
Die Tragplatte 16 ist mittels zweier Schrauben 17 an die Halterung
4 anschraubbar.
In der in 2 und 3
gezeichneten Haltestellung drückt die Feder 9 über die Scheibe
10 auf die untere Stirnfläche der in der Führungsbuchse 12 steckenden
Haltestange 6 und presst dadurch deren Rastglied 15 in die Rastöffnungen
14 der Rasten 13. Dadurch ist die Zielscheibe 7 sicher
und unverdrehbar in der Halterung 4 befestigt.
Zum Entnehmen einer Zielscheibe 7 wird diese entgegen der
Kraft der Feder 9 nach unten gedrückt, bis das Rastglied 15 unter
Drehen der Zielscheibe und deren Haltestange 6 aus den Rastöffnungen
14 herausgeschwenkt werden kann. Dann kann die Haltestange 6 aus
der Führungsbuchse 12 gezogen und entnommen werden. Dabei verhindert das
Anliegen der Scheibe 10 an der Schulter 11 ein Herausfallen der
Feder 9 aus der Federbüchse 8. Das Einsetzen einer Zielscheibe
7 erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.
In der Ausführungsform der 4 und
5 ist an der Halterung 4 ein Führungsrohr
18 angeordnet, in dem der verstärkte Endzapfen 6' der Haltestange
6 geführt ist. Das Führungsrohr 18 enthält die die Haltestange
6 belastende Feder 9. Am Endzapfen 6' der Haltestange
6 ist ein als Rastelement dienender, in seiner Funktion dem Rastglied
15 der Ausführungsform der 1 bis
3 entsprechendes Rastglied 15' mit
Haltezapfen angeordnet, die in Rastschlitze 14' eingreifen, die in ihrer
Funktion den Rastöffnungen 14 der Ausführungsform der 1
bis 3 entsprechend und einen geraden, achsparallelen
Einführungs-Abschnitt 14a und einen hinterschnittenen, quer verlaufenden
Rast-Abschnitt 14b aufweisen.
Zum Entnehmen der Zielscheibe 7 wird auch hier die Haltestange
6 gegen die Kraft der Feder 9 nach unten gedrückt und dabei gedreht,
so dass die Haltezapfen des Rastgliedes 15' aus den Rast-Abschnitten
14b der Rastschlitze 14' austreten und aus den Einführungs-Abschnitten
14a gezogen werden können. Das Einsetzen einer Zielscheibe erfolgt in entsprechend
umgekehrter Weise.
Die Ausführungsform der 6 und
7 stellt die kinematische Umkehr der Ausführungsform
der 4 und 5
dar: Hier ist auf der Halterung 4 ein Führungsbolzen 19 mit einem
Rastglied 15'' angeordnet, während die Haltestange 6 in einer
Büchse 20 ausläuft, in der die Führungsschlitze 14'' der Rasten
angeordnet sind. Die Feder 9 ist hier auf der Außenseite des Führungsbolzens
19 angeordnet und belastet die Büchse 20.
Die 8 und 9
stellen eine Ausführungsform vor, bei der die Führungsstange 6 zwei beabstandete
Rastglieder 15 aufweist, von denen das obere unter Wirkung der Feder
9 von unten in Rasten 13' zu beiden Seiten der Führungsstange
6 gedrückt wird, während das untere in einer Nut 21 geführt ist.
Die Rasten 13' und die Nut 21 sind in einem Tragglied
22 ausgeformt.
Zum Entnehmen einer Zielscheibe 7 wird hier die Haltestange
6 gegen die Kraft der Feder 9 nach unten gedrückt, bis das obere
Rastglied 15 aus den Rasten 13' treten kann, dann wird die Haltestange
in Bezug auf die 8 nach vorn, in Bezug auf die
9 nach rechts gekippt und durch Nach-oben-Wegziehen
das untere Rastglied aus der Nut 21 geführt. Das Einsetzen erfolgt in umgekehrter
Weise.
Die Ausführungsform der 10 und
11 stellt die kinematische Umkehr derjenigen
der 8 und 9
dar: Hier sind zwei Federn 9 zwischen den beiden Rastgliedern
15 an der Haltestange 6 angeordnet, die sich an dem Tragglied
22 abstützen und auf das untere Rastglied drücken. Dadurch wird das obere
Rastglied 15 von oben in Rasten 13'' gedrückt. Diese Ausführungsform
erfordert durch Anordnung der Federn 9 zwischen den Rastgliedern
15 geringere Bauhöhe. Es versteht sich, dass die Anordnung auch so getroffen
sein kann, dass die Feder 9 das untere Rastglied 15 von unten
in eine Rast drückt, während das obere in einer Nut geführt ist.
Die Ausführungsformen der 8 bis
11 unterscheiden sich von den vorhergehend
beschriebenen auch dadurch, dass die Haltestange beim Entnehmen oder Einsetzen einer
Zielscheibe nicht gedreht, sondern gekippt wird.
Ohne eine Drehung der Haltestange kommt auch die Ausführungsform der
12 aus: Ähnlich der Ausführungsform der 4
und 5 ist auf der Halterung 4 ein
Führungsrohr 18 angeordnet, in dem der Endzapfen 6' der Haltestange
6 geführt ist. Dieses Führungsrohr 18 weist achsparallele Führungsschlitze
23 für das Rastglied 15' auf. An einer Schulter 24 des
Führungsrohres 18 stützt sich ein drehbarer Überwurfring 25 ab,
der Rasten 13'' mit Rastschlitzen 14'' mit achsparallelen Einführungs-Abschnitten
14a und quer verlaufenden, hinterschnittnen Rast-Abschnitten
14b für das Rastglied 15' ähnlich denjenigen in den
4 bis 7 aufweist.
Zum Einsetzen einer Zielscheibe 7 wird der Überwurfring
25 in die in 13 gezeigte Stellung gedreht,
in der sich die Einführungs-Abschnitte 14a seiner Rastschlitze mit den
Führungsschlitzen 23 im Führungsrohr 18 decken. In dieser Stellung
kann das Rastglied 15' – gegen die Kraft der Feder 9 –
in die in 13 gezeigte Lage geführt werden. Dann wird
der Überwurfring 25 in Richtung des Pfeils P gedreht, so dass das Rastglied
15' durch die Kraft der Feder 9 in die in 14
gezeigte, durch die Führungsschlitze 23 im Führungsrohr 18 und
durch die Rast-Abschnitte 14b des Überwurfringes 25 gesicherte
Lage kommen.