Technisches Gebiet
Tiermedizin / Medizintechnik
Problemstellung
Operative Eingriffe an Katzen und kleinen Haustieren (Hamster, Meerschweinchen,
Kaninchen) erfordern oft kleinere OP-Flächen als auf üblichen OP-Tischen vorhanden.
Auf diesen kommt man an kleine Tiere schlecht heran (weit von der Tischkante entfernt),
häufig muß man sie an Ecken rücken, was wiederum den Operateur stark einschränkt
(kein Wechsel seiner OP-Position möglich, evtl. Probleme mit Tischbeinen, andere
Geräte wie Narkosegeräte oder Instrumententische stehen oft in diesen Bereichen).
Oft sind auch Arbeitshöhe oder Neigungswinkel für bestimmte Eingriffe nicht ausreichend
einstellbar. Dies führt häufig zu orthopädisch ungesunden, verkrümmten Arbeitshaltungen
und Ärger.
Stand der Technik
Für viele verschiedene Einzelbereiche wurden viele spezielle Lösungen
entwickelt, die aber meist nur für eine spezielle Verrichtung nützlich sind. Dies
führt entweder zu einer Anhäufung vieler verschiedener (teurer) Gerätschaften, die
dann irgendwo herumstehen oder zu Fehlhaltungen durch den Versuch, mit dem vorhandenen
Equipment auszukommen.
Quellen der Recherche: aktuelle Kataloge des tiermedizinischen Großhandels
für Praxis-Ausstattungen: Eickemeyer, Heiland, WDT
Lösung
Das Kleintier-OP-System nach Breuer vereint vielerlei Funktionen in
einem Gerät, das dazu noch platzsparend eingeklappt werden kann und nicht ständig
irgendwo verräumt werden muß.
Hier können verschieden große Mitarbeiter je nach persönlichen Vorlieben
verschiedenste Eingriffe ohne Versenkungen vornehmen.
Möchte der 1,85 m große Tierarzt eine Katze im Stehen kastrieren kann
er dies ebenso wie die 1,60 m große Assistentin wenig später den gleichen Eingriff
im Sitzen – der Umbau kann in wenigen Sekunden vollzogen werden.
Hat der eine Tierarzt gelernt, diesen Eingriff bei flacher Neigung
des OP-Feldes vorzunehmen, so bevorzugt der andere ein starkes Kippen, auch hier
kann das OP-System binnen weniger Sekunden angepaßt werden.
Selbst während einer Operation kann die Tischplatten-Neigung bei Bedarf
von einer Hilfskraft verstellt werden, ohne daß der sterile Bereich oder das Tier
berührt werden muß.
Zahnbehandlungen bei kleinen Haustieren (Meerschweinchen, Kaninchen)
erfordern einen waagerechten Tisch mit einer Höhe von ca. 1,30m. So kann man sitzend
in Augenhöhe arbeiten. Kein höhenverstellbarer OP-Tisch kann so weit verstellt werden,
da es für alle anderen Eingriffe keinen Grund für diese Arbeitshöhe gibt –
dieser Tisch schon, und das in wenigen Sekunden durch Einhängen in eine andere Rastung
der Wandplatte.
Tumor-Operationen bei kleinen Haustieren erfolgen bei „normalen"
Arbeitshöhen von ca. 90 cm, durch fehlende Abstützung am Boden und die kompakte
OP-Platte kann der Operateur hier nahe ans „Objekt" und dies von 3 Seiten,
da das Tier nie weiter als 10 cm von der Kante entfernt liegt und bei sitzender
Tätigkeit keine Tischbeine oder ähnliches die freie Beweglichkeit einschränken.
Dies ist bei normalen Tischen oft nicht möglich, da das Tier entweder
am Rand platziert von einer Seite gut zugänglich ist, dann aber von der anderen
Seite wegen der Tischbreite (40 cm oder mehr) oft schlecht erreichbar ist oder mittig
platziert von allen Seiten Ecken und Kanten stören.
Werden Zahnsanierungen und Operationen in verschiedenen Räumen durchgeführt,
so kann durch die Montage von 2 preisgünstigen Wandplatten das gesamte System kurzfristig
bei vollem Erhalt aller Funktionen umgehängt werden.
Durch die Unabhängigkeit von bestehenden Tischen bleiben diese überdies
für andere Aufgaben frei.
Bei Nichtgebrauch steht das System in eingeklapptem Zustand nur ca.
6 cm von der Wand ab. Fazit: Das Kleintier-OP-System nach Breuer spart viel Geld,
Zeit und Platz bei unübertroffener Flexibilität und eliminiert darüberhinaus die
unter Tierärzten weit verbreiteten ungesunden Arbeitshaltungen bei der OP-Tätigkeit
an kleinen Haustieren.
Technische Beschreibung
Das Kleintier-OP-System nach Breuer besteht aus Edelstahl. Die OP-Platte
(b) von ca. 20 cm Breite und 55 cm Länge ist auf einem U-förmigen Tragrahmen (a)
aus Rundrohren von ca. 2 cm Durchmesser befestigt. Der Tragrahmen besitzt an seinen
Schenkeln 2 innenliegende Bohrungen zur Aufnahme der oberen Querstange eines runden,
I-förmigen Metallstabes, der sogenannten Abstützspindel (c).
Die OP-Platte selbst ist wannenförmig gebogen, um ein seitliches Herunterfallen
des zu operierenden Tieres zu verhindern und dessen stabile Lagerung zu unterstützen.
Sie beginnt ca. 15 cm entfernt vom Aufhängeteil des Tragrahmens. Die
genannten Komponenten sind in den 1 (1.1 Unterseite,
1.2 Oberseite) und 2 (2.1 Frontansicht bei horizontaler OP-Platte, 2.2 Seitenansicht
bei eingeklappter OP-Platte) dargestellt.
Das Einhängeblech (d) dient einerseits der Befestigung des Tragrahmens
mittels Haltescharnier (e) und der Aufnahme der Abstützspindel mittels einer Zahnleiste
(g) im unteren Bereich, durch die später die Neigung des OP-Tisches eingestellt
werden kann, andererseits dem Einhängen in die Zahnung (i) der Wandplatte (h) mittels
eines Querträgers (f). 3 zeigt diese Komponenten genauer
(3.1 Frontansicht, 3.2 Sicht von oben, 3.3 Seitenansicht).
Das Einhängeblech selbst ist ca. 9 cm breit und 65 cm lang. Der Querträger
ist an seinem oberen Ende angebracht, ca. 25 cm breit und 2 cm hoch und trägt weit
außen beidseitig einen Metallhaken zur Fixierung des zu operierenden Tieres (Fixierhaken).
Am unteren Ende des Einhängebleches sitzt ein rechteckiger Gummipuffer
(j), um Klappern zu unterbinden.
Die Wandplatte des OP-Systems ist ca. 15 cm breit und 130 cm lang.
Sie besitzt verschieden hohe Einhängehaken (i) auf den oberen 60 cm zur Höhenverstellung
des OP-Systems. Diese dienen der Aufnahme des Querträgers des Einhängebleches. Die
unteren 70 cm sind ohne Haken (flaches Blech) und dienen lediglich als Schutz der
Wand vor Verschmutzung durch die Abstützung des Gummipuffers. 4
zeigt die Wandplatte in ihrem oberen, gezahnten Teil.
Die Gesamtkomponenten (ohne Wandplatte) des OP-Systems in ihrem Zusammenwirken
zeigt 5 als Seitenansicht bei waagerechter (5.1) sowie
maximal geneigter OP-Platte (5.2).
Die Wandplatte mit eingehängtem OP-System (Frontansicht in eingeklapptem
Zustand) ist in 6 dargestellt.
a- Tragrahmen
b- OP-Platte
c- Abstützspindel
d- Einhängeblech
e- Haltescharnier
f- Querträger mit Fixierhaken
g- Zahnleiste
h- Wandplatte
i- Einhängehaken
j- Gummipuffer