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Dokumentenidentifikation DE60105395T2 22.09.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001253834
Titel GREIFELEMENT FÜR GOLFSCHUHE
Anmelder Japana Co., Ltd., Nagoya, Aichi, JP
Erfinder TERASHIMA, Yasuyuki, Nagoya-shi, Aichi 450-0002, JP
Vertreter v. Füner Ebbinghaus Finck Hano, 81541 München
DE-Aktenzeichen 60105395
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 04.01.2001
EP-Aktenzeichen 019002567
WO-Anmeldetag 04.01.2001
PCT-Aktenzeichen PCT/JP01/00013
WO-Veröffentlichungsnummer 0001054528
WO-Veröffentlichungsdatum 02.08.2001
EP-Offenlegungsdatum 06.11.2002
EP date of grant 08.09.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.09.2005
IPC-Hauptklasse A43C 15/16
IPC-Nebenklasse B29D 31/515   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Bereich der Erfindung:

Diese Erfindung bezieht sich insgesamt auf einen Stollen. Insbesondere bezieht sich diese Erfindung auf einen Stollen für die Verwendung an Golfschuhen, der einen ausgezeichneten Griff und Halt auf Gras oder Rasen bietet, ohne das Gras oder den Rasen zu beschädigen. Diese Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur wirtschaftlichen Herstellung von Kunststoffstollen.

Stand der Technik:

An Golfschuhen werden in herkömmlicher Weise scharfe metallische Dorne in Reißnagelbauweise verwendet. Metalldorne geben einen zufrieden stellenden Griff und Halt auf Gras oder Rasen, sie beschädigen jedoch das Gras an den Wurzeln. Scharfe Metalldorne sind ziemlich unbequem zu tragen, insbesondere auf harten Oberflächen, wie Asphaltstraßen. Sie beschädigen die Fußböden von Clubhäusern.

Um die Probleme mit den Metalldornen zu mildern, hat man Kunststoffstollen entwickelt. Die herkömmlichen Kunststoffstollen geben jedoch keinen zufrieden stellenden Griff und Halt auf Gras, da sie sich nicht wirksam mit den Blättern und Stängeln des Grases verschlingen.

JP Patentoffenlegungsschrift No. 11-262401 offenbart einen abnehmbaren Kunststoffstollen 30, wie er in 12 der beiliegenden Zeichnungen gezeigt ist, der einen Gewindeschaft 31 und eine Vielzahl von flexiblen Schenkeln 32 hat.

Obwohl dieser Kunststoffstollen 30 das Gras oder die Böden des Clubhauses nicht beschädigt, kann er aufgrund seiner strukturellen Flexibilität der Schenkel 32 nicht ausreichend Gewicht tragen. Die Schenkel 32 öffnen sich oder werden vollständig nach außen verformt und verlieren ihre Greifkraft auf dem Gras. Der Stollen 30 gibt dem Träger ein unbehagliches und instabiles Gefühl auf harten Oberflächen. Dieser Stollen 30 bietet strukturell keinen guten Abriebwiderstand und verschleißt schnell. Es kann möglich sein, die Steifigkeit der Schenkel 32 zu erhöhen. In diesem Fall beschädigt der Stollen 30 jedoch die Grüns.

Deshalb ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung, einen Stollen bereitzustellen, der einen ausreichenden Griff und Halt auf Gras oder Rasen bietet, indem er sich wirksam mit den Grasblättern und Stängeln verschlingt.

Ein weiteres Ziel der vorliegenden Erfindung besteht in der Bereitstellung eines Stollens, der Gras oder Rasen oder Clubhausfußböden nicht beschädigt.

Weitere Ziele der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung ersichtlich.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Die Erfindung wird durch die Verwendung der Merkmale, die in den beiliegenden Ansprüchen beansprucht sind, zusammen mit den der Beschreibung beiliegenden Zeichnungen zusammengefasst, die das Verständnis der vorliegenden Erfindung seitens der Leser erleichtern.

Ein Aspekt der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass ein Stollen der Erfindung insgesamt eine Vielzahl von langen Schenkeln und eine Vielzahl von kurzen Schenkeln hat, die längs des Umfangs eines Stollenkörpers angeordnet sind. Die Anzahl der langen Schenkel und die der kurzen Schenkel sind insgesamt die gleichen und die langen Schenkel und die kurzen Schenkel sind an einem Stollen im Allgemeinen abwechselnd vorgesehen.

Natürlich braucht die Anzahl der langen Schenkel und die Anzahl der kurzen Schenkel nicht die gleiche zu sein, wobei mehr lange Schenkel an einem Stollen als kurze Schenkel oder mehr kurze Schenkel an einem Stollen als lange Schenkel verwendet werden können. Es liegt innerhalb des Rahmens der Erfindung, unterschiedliche Anzahlen von langen Schenkeln und kurzen Schenkeln längs des Umfangs eines Stollens „abwechselnd" anzuordnen, wobei mehr als ein langer Schenkel zwischen zwei benachbarten kurzen Schenkeln oder mehr als ein kurzer Schenkel zwischen zwei benachbarten langen Schenkeln „abwechselnd" angeordnet werden können. Obwohl natürlich auch das Vorsehen von langen Schenkeln und kurzen Schenkeln längs des Umfangs eines Stollens oder Stollenkörpers bevorzugt wird, kann auch bevorzugt werden, lange Schenkel und kurze Schenkel außerhalb des Umfangs in Fällen einer bestimmten Musteranordnung vorzusehen, beispielsweise werden einige kurze Schenkel näher zu der Mitte eines Stollens hin angeordnet.

Ein Stollen 10 nach einem Anspruch hat einen Stollenkörper 3 und eine Vielzahl von langen Schenkeln 1 sowie eine Vielzahl von kurzen Schenkeln 2, die abwechselnd an dem Stollenkörper 3 vorgesehen sind. Die langen Schenkel 1 können in das Gras oder den Rasen eindringen und sich mit den Grasblättern und den Stängeln verschlingen. Die langen Schenkel 1 sind mit einem Winkel von 70±15° zu einer Schuhsohle (wenn der Stollen 10 daran angebracht ist) vorgesehen, der sich allmählich von dem Stollenkörper nach außen öffnet. Die kurzen Schenkel 2 drücken das Gras hart nach unten und tragen hauptsächlich das Gewicht. Die langen Schenkel 1 und die kurzen Schenkel 2 sind längs des Umfangs des Stollens 10 vorgesehen.

Der Winkel zwischen einer imaginären Ebene, die senkrecht zur Achse des Stollens 10 und den langen Schenkel 1 ist, beträgt vorzugsweise 57 bis 77° (67±10), besonders bevorzugt 65 bis 75° (70±5) und ganz besonders bevorzugt 62 bis 72° (67±5).

Die Schenkel 1 und 2 sind an dem Stollenkörper 3 insgesamt ein Stück damit bildend vorgesehen. Der Stollen 10 oder der Stollenkörper 3 ist an der Schuhsohle ein Stück mit ihr bildend oder lösbar durch Befestigungseinrichtungen festgelegt. Der Stollenkörper 3 kann praktisch jede Form haben, beispielsweise die eines Kreises, eines Ovals, eines Dreiecks oder eines Quadrats oder irgendeine polygonale Form.

Der Stollenkörper 3 kann zusätzlich mit einem zentralen Vorsprung 5 versehen sein. Der zentrale Vorsprung 5 unterstützt die langen Schenkel 1 und die kurzen Schenkel 2 beim Tragen des Gewichts, das auf dem Stollen 10 ruht. Bevorzugt wird, dass der zentrale Vorsprung 5 so groß wie die kurzen Schenkel 2 gemessen vom Stollenkörper 3 aus ist.

Der Stollen 10 kann aus irgendeinem geeigneten Kunststoff-Werkstoff, wie synthetischer Kautschuk, ABS, Polykarbonat oder Nylon hergestellt werden. Bevorzugte Werkstoffe sind Polyurethanwerkstoffe.

Es ist auch möglich, lange Schenkel 1 und die kurzen Schenkel 2 aus unterschiedlichem Kunststoff auszubilden, nämlich ein flexibles Material für die langen Schenkel 1 und ein starres und abriebsfestes Material für die kurzen Schenkel 2. Selektiv können vollständig oder ganz metallische oder keramische Werkstoffe der weichen Art verwendet oder eingeschlossen werden.

Obwohl die Verwendung eines Kunststoffs bevorzugt wird und in vieler Hinsicht vorteilhaft ist, kann auch stattdessen ein metallischer Werkstoff oder keramischer Werkstoff möglich sein. Es kann eine Vielzahl dieser Werkstoffe zur Ausbildung eines Stollens 10 in der vorliegenden Erfindung in Verbundbausweise verwendet werden.

Der Stollen 10 dieses Anspruchs gibt einen guten Griff und Halt auf Gras oder Rasen, da eine Differenz der Länge zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 vorgesehen ist, wodurch große Hohlräume unter dem Stollenkörper 3 gebildet werden. Die langen Schenkel 1 dringen in das Gras ein und die kurzen Schenkel 2 drücken hart auf das Gras von oben. Die langen und die kurzen Schenkel 1 und 2 verschlingen sich wirksam mit Grasblättern und Stängeln. Zu erwähnen ist, dass die langen Schenkel 1 nicht so lange sind, dass sie in den Boden unter dem Gras oder dem Rasen eindringen. Deshalb rauen die langen Schenkel 1 die Grüns nicht auf.

Ein Stollen 10 nach einem anderen Anspruch hat ebenfalls einen Stollenkörper 3 und eine Vielzahl von langen Schenkeln 1 und eine Vielzahl von kurzen Schenkeln 2. Die langen Schenkel 1 biegen sich bei ihrer Verwendung auf dem Gras nicht, dringen aber durch das Gras, während die kurzen Schenkel 2 hart von oben auf das Gras drücken und das Gras darunter unterstützt durch die Reibung zwischen dem Gras und den kurzen Schenkeln 2 festhalten.

Die langen Schenkel 1 können vorzugsweise so ausgebildet werden, dass sie sich nach außen auf einer harten Fläche biegen oder öffnen, um wirksam physikalische Stöße von der harten Fläche zu absorbieren, und so physikalische Stöße mildern, die sonst zum Knie oder zur Hüfte eines Trägers übertragbar wären.

Der Stollen 10 dieses Anspruchs ist ebenfalls in der Lage, einen guten Griff und Halt auf Gras zu geben. Die langen Schenkel 1 dringen durch das Gras und die kurzen Schenkel 2 drücken von oben hart auf das Gras.

Der Stollen 10 nach einem anderen Anspruch ist speziell mit großen Hohlräumen zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 versehen.

In die großen Hohlräume, die zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 erzeugt werden, gelangen Grasblätter und Stängel und werden fest zwischen den Schenkeln 1 und den Schenkeln 2 gepackt und ergeben einen ausgezeichneten Halt. Die Hohlräume zwischen den Schenkeln 1 und 2 können wie in 10 oder wie in 1 und 8 ausgebildet sein, wobei Grasblätter und Stängel in der unteren Mitte des Stollenkörpers 3 konvergieren, wodurch sich eine hervorragende Verschlingung der Grasblätter und Stängel mit den Schenkeln 1 und 2 ergibt. Die Hohlräume sind groß genug, um ein Ausfüllen mit Schmutz zu verhindern.

Ein Stollen 10 nach einem weiteren Anspruch hat lange Schenkel 1 und kurze Schenkel 2, die beide starr genug sind, sich bei ihrer Verwendung auf Gras nicht zu biegen. Die langen Schenkel 1 dringen durch das Gras hindurch und die kurzen Schenkel 2 drücken von oben hart auf das Gras. Grasblätter und Stängel treten in die Hohlräume ein, die zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 gebildet werden und verschlingen sich mit den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 und geben so einen guten Griff und Halt auf Gras.

Die langen Schenkel 1 haben einen Winkel von 70±15° mit der Schuhsohle, an der der Stollen 1 angebracht ist, und sind somit in der Lage, ausreichend Griff und Halt auch auf geneigten Grasflächen zu geben.

Ein Stollen 10 eines weiteren Anspruchs ist austauschbar vorgesehen. Der Stollen 10 ist weiterhin mit Befestigungseinrichtungen 4 versehen, die Eingriffseinrichtungen 7 aufweisen, so dass der Stollen 10 lösbar an einer Golfschuhsohle angebracht ist. Die Befestigungseinrichtungen 4 können einfach ein Gewindeschaft sein, der in einige Gewindehülseneinrichtung geschraubt ist. Die Befestigungseinrichtungen 4 können durch einen Metallstift verstärkt sein. Bei einem solchen Stollen 10 ist es möglich, einen verschlissenen Stollen 10 durch einen neuen auszutauschen.

Ein Stollen 10 eines weiteren Anspruchs ist ebenfalls von der Schuhsohle lösbar ausgebildet und hat lange Schenkel 1 und kurze Schenkel 2. Entweder der lange Schenkel 1 oder der kurze Schenkel 2 oder beide werden an ihren freien Enden mit Nuten 6 versehen, die einen weiteren Griff und Halt auf Gras geben. Diese Nuten 6 bilden auch eine Anzeige für einen Austausch oder Verschleiß und zeigen, wann der Stollen 10 durch einen neuen auszutauschen ist.

Teilweise ist ein zentraler Vorsprung 5 vorgesehen. Die Höhe des zentralen Vorsprungs 5 ist so vorgesehen, dass sie praktisch der Höhe des tiefsten Punktes der Nut 6 entspricht. Der zentrale Vorsprung 5 beginnt mit dem Berühren einer Oberfläche, wenn der Verschleiß der Schenkel 1 und 2 fortschreitet und trägt Gewicht. Der zentrale Vorsprung 5 kann den Fortschritt des Verschleißes der Schenkel 1 und 2 wirksam verlangsamen. Die Nuten 6 unterstützen auch die Herstellung eines Stollens 10 durch eine „Zwangsextraktionsausformung", die später im Einzelnen beschrieben wird.

Der Stollen 10 eines weiteren Anspruchs hat lange Schenkel 1, die sich im Einsatz auf einer harten Fläche so nach außen biegen, dass ihre axiale Höhe der der kurzen Schenkel 2 entspricht, wodurch physikalische Stöße von der harten Oberfläche effektiv absorbiert werden. Das auf dem Stollen 10 ruhende Gewicht wird sowohl von den gebogenen langen Schenkeln 1 als auch von den kurzen Schenkeln 2 aufgenommen. Ein Verschleiß der langen Schenkel 1 auf harten Oberflächen wird wirksam verlangsamt.

Bei einem Stollen 10 bei einem weiteren Anspruch sind die Anzahlen der langen Schenkel 1 und der kurzen Schenkel 2 auf drei bis fünf begrenzt. Die Anzahl der langen Schenkel 1 und der kurzen Schenkel 2 braucht nicht die gleiche zu sein und kann unterschiedlich sein.

Abhängig von der Auslegung der Schenkel 1 und 2 einschließlich der Steifigkeit der verwendeten Werkstoffe, ihrer Dicke und der Länge kann die Anzahl der langen Schenkel 1 in der Praxis von zwei bis acht und die Anzahl der kurzen Schenkel 2 in der Praxis von zwei bis acht ausgewählt werden.

Die langen Schenkel 1 brauchen nicht in gleichen Abständen längs des Umfangs des Stollenkörpers vorgesehen zu werden und die kurzen Schenkel 2 brauchen ebenfalls nicht in gleichen Abständen längs des Umfangs des Stollenkörpers 3 vorgesehen zu werden.

Die Greifkraft des Stollens 10 kann, wie in 5 gezeigt, direktional vorgesehen werden, indem die Greifkraft in den Richtungen A größer und in den Richtungen B vergleichsweise schwächer ist.

In einer Schuhsohle wird eine sorgfältig berechnete Anzahl von Stollen 10 berechneterweise angebracht, wozu ihre Ausrichtungen gehören, so dass sie den besten und gewünschten Griff und Halt auf Gras geben. Ein zusätzliches Vorsehen von herkömmlichen Vorsprüngen und/oder Einkerbungen an der Schuhsohle geben einen zusätzlichen Griff und Halt.

Ein Anspruch definiert ein Verfahren zur Herstellung von Stollen 10 nach der vorliegenden Erfindung durch „Zwangsextraktionsausformung". Die „Zwangsextraktionsausformung", die hier verwendet wird, ist ein Kunststoffformverfahren, bei welchem ein Kunststoff in einer Form zwangsweise aus der Form durch eine „schmalere" Extraktionsöffnung der Form herausgedrückt wird, bevor der Kunststoff vollständig in der Form aushärtet, was unter Bedingungen ausgeführt wird, zu denen gehört, dass der zwangsweise herausgedrückte Kunststoff in seine Auslegungsform zurückfedern und zurückkehren kann und allmählich außerhalb der Form vollständig ausgehärtet wird.

Die zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 vorgesehenen Hohlräume unterstützen die Zwangsextraktionsausformung. Die radialen Nuten 6 an den langen Schenkeln 1 oder den kurzen Schenkeln 2 unterstützen bis zu einem bestimmten Ausmaß die Zwangsextraktionsausformung ebenfalls.

Zur Erleichterung der Zwangsextraktionsausformung betragen die Winkel zwischen den langen Schenkeln 1 und der Schuhsohle, an der der Stollen 10 angebracht wird, vorteilhafterweise etwa 67° (genau 66,9°), wobei jedoch auch andere Winkel zwischen 45 und 90° gleichermaßen verwendbar sind.

Ein geeigneter Kunststoff, beispielsweise ein Polyurethanwerkstoff, wird in eine Stollenform gespritzt, die eine „schmale Extraktionsöffnung" hat. Diese schmale Extraktionsöffnung ist schmaler als der breiteste Teil des auszuformenden Stollens 10. Wenn das Material in der Form halb ausgehärtet ist, wird es zwangsweise aus der Form mit Stifteinrichtungen durch die schmale Extraktionsöffnung der Form herausgedrückt. Das etwas „geschrumpfte" oder „verformte" Material springt und kehrt allmählich in seine Auslegungsform zurück, wenn die Schrumpfung oder Verformung nicht „übermäßig" ist.

Die „Zwangsextraktionsausformung" verringert die Herstellungskosten beträchtlich, da die Herstellungskosten für „einfache Formen" für eine Zwangsextraktionsausformung sehr gering sind und die Herstellungsprozesse sehr einfach sind.

Gemäß der von der Anmelderin ausgeführten Versuche ergaben die Stollen 10 nach der vorliegenden Erfindung einen Griff und Halt, der mit denen von Metalldornen vergleichbar ist.

Die Versuche wurden wie folgt ausgeführt. An schweren Metallplatten wurden jeweils eine Vielzahl von Stollen 10 nach der vorliegenden Erfindung und eine Vielzahl von herkömmlichen Metalldornen befestigt. Die Metallplatten wurden auf einem Kunstrasen gezogen. Die Kräfte, die zur Bewegung der Platten erforderlich waren, wurden gemessen und verglichen.

Außerdem wurde eine Verschleißprüfung ausgeführt. Die Stollen 10 nach der vorliegenden Erfindung und herkömmliche Kunststoffstollen wurden jeweils mit einem Gewicht (1 kg) belastet und auf Sandpapier mit einer Form der Zahl „8" gezogen und das Abriebsausmaß festgestellt und verglichen.

Verschleißversuche zeigten, dass die Stollen 10 der vorliegenden Erfindung einen ausgezeichneten Widerstand gegen Verschleiß verglichen mit den herkömmlichen Kunststoffstollen haben.

Stollen 10 der vorliegenden Erfindung beschädigen Rasen oder Clubhausböden nicht, geben einen guten Griff und Halt auf Gras und absorbieren physikalische Stöße auf harten Oberflächen in wirksamer Weise.

KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

1 ist eine perspektivische Ansicht eines Stollens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

2 ist eine Seitenansicht des Stollens von 1, die seine Befestigungseinrichtungen zeigt.

3 ist eine Seitenansicht des Stollens einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit ein Gewinde aufweisenden Befestigungseinrichtungen.

4 ist eine Seitenansicht des Stollens von 2 in dem Zustand, in welchem die langen Schenkel nach außen verformt sind.

5 ist eine Unteransicht des Stollens von 1.

6 zeigt ein Beispiel eines tatsächlichen Einsatzes des Stollens 10 von 1 an Golfschuhen.

7 zeigt Schritte der „Zwangsextraktionsausformung" der vorliegenden Erfindung.

8 ist eine perspektivische Ansicht eines Stollens gemäß einer weiteren Ausgestaltung (Nr. 2) der vorliegenden Erfindung.

9 ist eine perspektivische Ansicht eines Stollens einer weiteren Ausführungsform (Nr. 3) der vorliegenden Erfindung.

10 ist eine perspektivische Ansicht eines Stollens einer weiteren Ausführungsform (Nr. 4) der vorliegenden Erfindung.

11 ist eine perspektivische Ansicht eines Stollens 10 gemäß einer weiteren Ausführungsform (Nr. 5) der vorliegenden Erfindung.

12 ist eine perspektivische Ansicht eines herkömmlichen Kunststoffstollens.

BESCHREIBUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

1 zeigt einen Stollen 10 gemäß einer Ausführungsform (Nr. 1) der vorliegenden Erfindung mit einem Stollenkörper 3 und Befestigungseinrichtungen 4. Von dem Stollenkörper 3 erstrecken sich vier lange Schenkel 1 und vier kurze Schenkel 2 nach unten. Die langen Schenkel 1 und die kurzen Schenkel 2 sind abwechselnd längs des Umfangs des Stollenkörpers 3 vorgesehen. Unter dem Stollenkörper 3 ist fernen ein zentraler Vorsprung 5 vorgesehen. Dieser Stollen 10 ist in einem Stück durch die „Zwangsextraktionsausformung" der vorliegenden Erfindung hergestellt.

Die Befestigungseinrichtung 4 ist mit einem Eingriffsvorsprung 7 versehen, der mit Eingriffsnuten (nicht gezeigt) in einer Hülse (nicht gezeigt) versehen ist, die in einer Schuhsohle (nicht gezeigt) vorgesehen ist. Unter dem Stollenkörper 3 sind zwei Eingriffsvertiefungen für den Eingriff seitens einer Handhabungseinrichtung (nicht gezeigt) vorgesehen, durch deren Drehung der Eingriff zwischen den Eingriffsvorsprüngen 7 und den Eingriffsnuten zustande kommt. In die Befestigungseinrichtungen 4 ist ein Metallstift (nicht gezeigt) zur Verstärkung des Eingriffsteils eingeschlossen.

Die langen Schenkel 1 haben eine solche Dicke und Steifigkeit, dass sie sich im Einsatz auf Gras nicht, jedoch auf einer harten Oberfläche biegen und axial so groß wie die kurzen Schenkel 2 werden, wenn die kurzen Schenkel 2 eine solche Dicke und Steifigkeit haben, dass sie sich weder auf Gras noch auf einer harten Fläche biegen. Wenn sich die langen Schenkel 1, wie beschrieben, auf einer harten Fläche biegen, werden sie axial praktisch so groß wie die kurzen Schenkel 2 und tragen zusammen das auf dem Stollen 1 ruhende Gewicht.

Bei dieser Ausführungsform ist jeder starre Schenkel 2 an seinem freien Ende mit einer Nut 6 versehen. Die Nuten 6 bilden eine Verschleißanzeige für den Austausch durch einen neuen Stollen 10.

Der zentrale Vorsprung 5 ist so groß wie die tiefste Stelle der Nut 6. Der zentrale Vorsprung 5 trägt das Gewicht, das die langen und kurzen Schenkel 1 und 2 nicht tragen.

Die langen Schenkel 1, die in einem Winkel von etwa 67° zu einer imaginären Ebene senkrecht zur zentralen Achse des Stollens 10 vorgesehen sind, dringen durch das Gras, während die kurzen Schenkel 2 auf das Gras hart von oben drücken. Die Hohlräume des Stollens 10, die zwischen den langen Schenkeln 1 und den kurzen Schenkeln 2 geschaffen werden, treten Grasstücke oder Blätter oder Stängel ein und verschlingen sich mit den Schenkeln 1 und 2, was einen guten Griff und Halt ergibt. Schäden an dem Gras sowie an Teppichen von Clubhäusern können auf einem Minimum gehalten werden.

Die Hohlräume zwischen den Schenkeln 1 und 2 sind groß genug, um ein Verstopfen mit Schmutz oder Grasstücken zu verhindern. Deshalb ergibt sich ein störungsfreier Griff durch den Stollen 10. Physikalische Stöße von einer harten Oberfläche werden durch Biegen der langen Schenkel 1 wirksam absorbiert. Ferner gibt der Stollen 10 Sicherheit auf einer harten Fläche teilweise aufgrund einer großen Anzahl von Kontaktpunkten mit der harten Fläche.

8 zeigt einen Stollen 10 gemäß einer weiteren Ausgestaltung (Nr. 2) der vorliegenden Erfindung mit einem Stollenkörper 3, Befestigungseinrichtungen 4 (nicht gezeigt), drei gleichmäßig verteilten langen Schenkeln 1 und drei gleichmäßig verteilten kurzen Schenkeln 2 sowie einem zentralen Vorsprung 5. Der Stollen 10 hat weiterhin einen zentralen Vorsprung 5. Dieser Stollen 10 wird ebenfalls durch „Zwangsextraktionsausformung" hergestellt.

Bei dieser Ausführungsform sind die Befestigungseinrichtungen 4 mit drei gleichförmig verteilten Eingriffsvorsprüngen 7 (nicht gezeigt) versehen. Handhabungseinrichtungen (nicht gezeigt) greifen in zwei Eingriffsvertiefungen 8 an der Unterseite des Stollenkörpers 3 und werden gedreht, um die Eingriffsvorsprünge 7 in Eingriff mit Eingriffsnuten (nicht gezeigt) zu bringen, die in einer Hülse (nicht gezeigt) in einer Schuhsohle (nicht gezeigt) vorbereitet sind. Die Befestigungseinrichtungen 4 sind mit einem Metallstift (nicht gezeigt) verstärkt.

Die langen Schenkel 1, die in einem Winkel von etwa 67° zu einer imaginären Ebene senkrecht zur zentralen Achse des Stollens 10 vorgesehen sind, sind starr genug, um durch das Gras hindurch zu dringen, jedoch flexibel genug, um sich auf einer harten Fläche nach außen zu biegen und axial so groß wie die kurzen Schenkel 2 zu werden.

Die kurzen Schenkel 2 sind kürzer und dicker als die langen Schenkel 1 und starr genug, um ihre Formen auf einer harten Oberfläche beizubehalten und das auf dem Stollen 10 ruhende Gewicht zusammen mit den gebogenen langen Schenkeln 1 zu tragen. Jeder starre Schenkel 1 ist an seinem freien Ende mit einer Nut 6 versehen.

Der zentrale Vorsprung 5 ist axial so groß wie der tiefste Punkt der Nut 6 an den kurzen Schenkeln 2.

Der Stollen 10 verhindert in stärkerem Ausmaß ein Zusetzen der Hohlräume zwischen den Schenkeln 1 und 2 gegenüber dem Stollen der vorhergehenden Ausführungsform, da die Hohlräume zwischen den Schenkeln 1 und 2 dieser Ausführungsform weiter sind. Aus dem gleichen Grund ist es leichter, diesen Stollen 10 zwangsweise aus der Form (nicht gezeigt) heraus zu ziehen, als den Stollen 10 der vorherigen Ausführung, weil die Schenkel 1 und 2 einen größeren Freiraum haben, um sich zur Mitte des Stollenkörpers 3 zusammen zu drücken, wenn der Stollen aus einer schmalen Extraktionsöffnung der Form herausgedrückt wird.

9 zeigt einen Stollen 10 gemäß einer weiteren Ausführungsform (Nr. 3) der vorliegenden Erfindung. Anstelle der kurzen Schenkel 2 sind bei dieser Ausführungsform die langen Schenkel 1 jeweils mit zwei radialen Nuten 6 versehen.

Die vier langen Schenkel 1 sind starr genug, um sich auf Gras nicht zu biegen, jedoch flexibel genug, um sich auf einer harten Fläche zu biegen, während die vier kurzen Schenkel 2 starr genug sind, sich auch auf einer harten Fläche nicht zu biegen. Die Nuten 6 an den langen Schenkeln 1 geben einen weiteren Halt auf Gras. Der zentrale Vorsprung 5 ist axial so groß vorgesehen wie die tiefste Stelle der Nuten 6.

10 zeigt einen Stollen 10 gemäß einer weiteren Ausführungsform (Nr. 4) der vorliegenden Erfindung. Dieser Stollen 10 ist mit drei langen Schenkeln 1 und drei kurzen Schenkeln 2 versehen. An den kurzen Schenkeln 2 sind Nuten 6 vorgesehen. An der Unterseite des Stollenkörpers 3 sind weiterhin Rippen R ausgebildet, die sich jeweils von den langen und kurzen Schenkeln 1 und 2 zu dem zentralen Vorsprung 5, wie gezeigt, erstrecken. Diese Rippen R geben einen zusätzlichen Griff und Halt auf Gras.

In 11 ist ein Stollen 10 einer weiteren Ausführungsform (Nr. 5) der vorliegenden Erfindung gezeigt. Es gibt keinen zentralen Vorsprung 5. Die Rippen R sind jeweils so vorgesehen, dass sie zwei lange Schenkel 1 verbinden. Diese Rippen R geben zusätzlichen Griff und Halt auf Gras sowie dem Stollen 10 eine zusätzliche Festigkeit oder Steifigkeit.

Obwohl die Erfindung unter Verwendung verschiedener Ausführungsformen beschrieben worden ist, können vielseitige Änderungen und Modifizierungen an diesen Ausführungsformen innerhalb des Rahmens der vorliegenden Erfindung vorgenommen werden, wie er durch die beiliegenden Ansprüche definiert ist.

Der Stollen 10 der vorliegenden Erfindung kann aus einem nicht plastischen Material, beispielsweise einem metallischen oder keramischen Material, oder aus einem sehr starren Kunststoff hergestellt werden, so dass das Biegen der langen Schenkel 1 auf harten Flächen nicht eintreten kann. Da der wesentlichste Aspekt dieser Erfindung innerhalb der Form des eigentlichen Stollens liegt, ist der Herstellungswerkstoff nicht so bedeutend.

Bei den Ausführungsformen, die einen zentralen Vorsprung 5 haben, können die zentralen Vorsprünge 5 weggelassen werden. Diese Stollen 10 ergeben einen hervorragenden Griff und Halt auf Gras oder Rasen, ohne das Gras oder den Rasen zu beschädigen.


Anspruch[de]
  1. Stollen (10) für einen Golfschuh mit einem Stollenkörper (3), mit einer Vielzahl von langen Schenkeln (1) und mit einer Vielzahl von kurzen Schenkeln (2), wobei

    – die langen Schenkel und die kurzen Schenkel abwechselnd an dem Stollenkörper vorgesehen sind,

    – die von dem Stollenkörper (3) nach außen vorstehenden langen Schenkel (1) einen Winkel im Bereich von 70±15 Grad bezogen auf eine zur zentralen Achse des Stollens senkrechte imaginäre Ebene haben und

    – die langen Schenkel (1) starr genug ausgeführt sind, um das Gras zu durchdringen, während die kurzen Schenkel (2) das Gras von oben pressen.
  2. Stollen nach Anspruch 1 für einen Golfschuh, bei welchem sowohl die langen Schenkel (1) als auch die kurzen Schenkel (2) derart starr sind, dass sie ihre Formen im Einsatz auf dem Gras beibehalten können.
  3. Stollen nach Anspruch 1 für einen Golfschuh, bei welchem zwischen den langen Schenkeln (1) und den kurzen Schenkeln (2) Lücken für die Aufnahme von Grashalmen oder Grasstängeln vorgesehen sind.
  4. Stollen nach Anspruch 1 für einen Golfschuh, bei welchem die langen Schenkel (1) und die kurzen Schenkel (2) derart starr sind, dass sie ihre Formen im Einsatz auf dem Gras beibehalten können, wobei zwischen den langen Schenkeln und den kurzen Schenkeln Lücken für die Aufnahme von Grashalmen oder Grasstängeln vorgesehen sind.
  5. Stollen nach Anspruch 1 für ein lösbares Anbringen an einem Golfschuh, wobei der Stollen einen Stollenkörper (3) und Befestigungseinrichtungen (4) aufweist, die an dem Stollenkörper vorgesehen sind, die langen Schenkel (1) und die kurzen Schenkel (2) derart starr sind, dass sie ihre Formen im Einsatz auf Gras beibehalten können, und zwischen den langen Schenkeln und den kurzen Schenkeln Lücken für die Aufnahme von Grashalmen oder Grasstängeln vorgesehen sind.
  6. Stollen nach Anspruch 1 für ein lösbares Anbringen an einem Golfschuh, wobei der Stollen einen Stollenkörper (3) und Befestigungseinrichtungen (4) aufweist, die an dem Stollenkörper vorgesehen sind, die langen Schenkel (1) oder die kurzen Schenkel (2) jeweils mit wenigstens einer Nut an ihren freien Endabschnitten versehen sind und zwischen den langen Schenkeln und den kurzen Schenkeln Lücken für die Aufnahme von Grashalmen oder Grasstängeln vorgesehen sind.
  7. Stollen nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 5 bis 7, bei welchem die langen Schenkel flexibel genug sind, um sich im Einsatz auf einer harten Oberfläche nach außen zu biegen, um axial so hoch wie die kurzen Schenkel zu werden.
  8. Stollen nach einem der Ansprüche 1 bis 3 and 5 bis 7, bei welchem die Anzahl der langen Schenkel 3 bis 5 und die Anzahl der kurzen Schenkel 3 bis 5 beträgt.
  9. Verfahren zur Herstellung eines Stollens nach Anspruch 1 für ein lösbares Anbringen an einem Golfschuh, wobei der Stollen einen Stollenkörper (3) und Befestigungseinrichtungen (4) aufweist, die an dem Stollenkörper vorgesehen sind, und bei dem Verfahren

    – eine Form hergestellt wird, die eine Herausziehöffnung hat, die schmaler ist als der breiteste Teil des Stollens, wobei der Winkel der langen Schenkel weiter verengt wird, um in die Grenze zu kommen, die ein Zurückfedern und Rückkehren des Stollens in seine Auslegungsform nach dem zwangsweisen Herausziehen des Stollens aus der Form durch die schmale Herausziehöffnung vorsieht,

    – Kunststoff in die Form eingespritzt und der Kunststoff in der Form belassen wird, um in ihr halb auszuhärten,

    – der halb ausgehärtete Kunststoff aus der Form durch die schmale Herausziehöffnung zwangsweise herausgezogen wird und

    – der herausgezogene Kunststoff belassen wird, um in die Auslegungsform des Stollens zurückzufedern und zurückzukehren, wenn das Material außerhalb der Form vollständig aushärtet.
Es folgen 12 Blatt Zeichnungen






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