Die Erfindung betrifft einen Flammenzünder mit Gleitfunkenentladung.
Bei dem bekannten Flammenzünder findet eine Hochleistungsgleitfunkenzündung
mit der Funkenstrecke auf der Außenfläche des Flammenzünders zwischen den zwei Elektroden
statt, wobei der Funke über den herausragenden äußeren Teil der Oberfläche des Isolators
gleitet, dabei das den Flammenzünder umströmende Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch zündet,
in welchem Zündgas, im folgenden Brenngas genannt, enthalten ist um eine zuverlässige
Zündung zu erreichen. Die Funkenentladung dieses Hochleistungstyps wird durch ein
Zündsystem bewirkt, welches eine Spannungskapazität aufweist, die ausreichend ist
den Zündfunken zu bewirken.
Einer der Nachteile eines solchen Flammenzünders ist die Erosion an
der Elektrode als ein Ergebnis der erforderlichen Spannung, um den Zündfunken zu
bewirken, so dass dieser im Laufe des Betriebs des Flammenzünders größer und größer
werden muss. Diese Flammenzünder haben deshalb eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer.
Ein weiterer Nachteil ist der verhältnismäßig große Durchmesser derartiger Flammenzünder,
insbesondere wenn sie als Industriegaszünder mit hoher Leistung verwendet werden,
wobei zudem je nach unterschiedlichen Verbrennungs-Luft-Gas-Gemischen verschiedene
Zünder erforderlich sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde einen Flammenzünder zu entwickeln
mit einer sicheren Zündung, einer langen Lebensdauer, mit verhältnismäßig kleinem
Durchmesser und der für verschiedene Verbrennungs-Luft-Gas-Mischungen verwendbar
ist.
Um dieses zu erreichen weist die Erfindung einen Flammenzünder auf,
der die Merkmale des Anspruchs 1 aufweist. Die Erfindung beruht auf der Einsicht,
dass die bei Flammenzündern bekannten Probleme mit äußerer Gleitfunkenentladung
im wesentlichen dadurch verursacht sind, dass die gleitende Funkenzündung die am
Zünder vorbeiströmende Verbrennungs-Gas-Luft-Mischung zünden muss. Durch das erfindungsgemäße
Anordnen eines Durchgangs durch den Flammenzünder kann das Brenngas, um gezündet
zu werden, teilweise oder vollständig durch diesen Durchgang und zu der Funkenstrecke
geführt werden. Dieser Brenngasanteil kann offensichtlich sicher in einfacher Art
bei geringer Leistung der Gleitfunkenentladung gezündet werden, dadurch die Primärflamme
bildend. Wegen der verhältnismäßig geringen Leistung ist die Erosion an der Elektrode
ebenfalls verhältnismäßig gering, wodurch die Lebensdauer des Flammenzünders verlängert
wird. Die Primärflamme ist gemischt mit Luft aus der Verbrennungs-Luft-Gas-Mischung,
welche am Flammenzünder entlang fließt, so dass eine stabile Verbrennung entsteht.
Der äußere Gleitfunken kann die Primärflamme sicher zünden unter extremen Wechseln
der Gas-Luft-Bedingungen, wie sie bei Gleitfunkenzündung in dem Grenzbereich zwischen
dem Brenngas und dem Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch stattfindet. Außerdem ist es
bei dem erfindungsgemäßen Flammenzünder mit äußerer Gleitfunkenentladung nicht notwendig,
das Brenngas und das Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch zu mischen bevor es zum oder
über den Flammenzünder geleitet wird.
EP-A-0 093 642 weist einen Flammenzünder mit einer äußeren Elektrode
auf, die vollständig einen Isolator und eine zentrale innere Elektrode umgibt.
Bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Flammenzünders mit äußerer
Gleitfunkenzündung ist der Durchgang in dem Metallgehäuse angeordnet. Alternativ
ist der Durchgang in einer durchgehenden zentralen Längsbohrung in der ersten Elektrode
angeordnet, in welcher das stromaufseitige Ende dieser ersten Elektrode mit der
Brenngasquelle verbindbar ist. Diese erfindungsgemäßen Flammenzünder können eingesetzt
werden mit anderen Zündgegenständen und Pilotbrennern und Industrie-Gas-Zündern
für geringe Leistung, geringer als 50 kW. Für eine größere Leistung bis zu 500 kW
ist es vorteilhaft, wenn der erfindungsgemäße Flammenzünder mit äußerer Gleitfunkenzündung
so gestaltet ist, dass die erste Elektrode mit einer zentralen Durchgangslängsbohrung
versehen ist und dass das Stromabende der ersten Elektrode mit mindestens einer
durchgehenden Radialhilfsbohrung ausgestattet ist, welche einerseits in die zentrale
Bohrung und andererseits nahe der Funkenstrecke mündet, wobei das Stromaufende dieser
ersten Elektrode mit der Brenngasquelle verbindbar ist. Hierdurch wird ein Teil
des Brenngases, das in die Zentralbohrung gelangt, über die radiale Hilfsbohrung
zu der Funkenstrecke geleitet. Dieser Brenngasanteil kann in einfacher Art wiederholt
gezündet werden bei einer relativ geringen Leistung der äußeren Gleitfunkenentladung,
dabei die Primärflamme bildend. Die Primärflamme ist mit Luft gemischt, die aus
dem Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch stammt, welches an dem Flammenzünder entlang strömt,
mit dem Ergebnis, dass eine stabile Verbrennung erreicht wird mit einer sicheren
wiederholten Zündung des von der zentralen Bohrung herauskommenden Hauptbrenngasstroms.
Die notwendige Verbrennungsluft wird hereingezogen durch den Hauptbrenngasstrom,
welcher einen Unterdruck auf Grund der hohen Ausgangsgeschwindigkeit bewirkt. Weil
der Hauptbrenngasstrom die Verbrennungsluft hereinzieht, kann die Düse als selbstwirkend
bezeichnet werden.
In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Flammenzünders
ist der durch die Hilfsbohrung strömende Brenngasanteil gesteuert, in dem am Stromabende
der zentralen Bohrung ein Innengewinde vorgesehen ist, welches sich vom Stromabende
bis oberhalb der Mündung der Hilfsbohrung erstreckt und dass eine Düse in dieses
Stromabende der zentralen Bohrung geschraubt ist. Je nach dem wie weit die Düse
hereingeschraubt ist, desto mehr oder weniger groß verbleibt der Eingang zu der
Hilfsbohrung an der zentralen Bohrung, so dass das Brenngas, das in die Hilfsbohrung
strömt, durch das Gewinde eine größere oder kleinere Menge ist, wodurch die Menge
des Brenngases, das durch die Hilfsbohrung strömt, wunschgemäß steuerbar ist.
Manche Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Flammenzünders mit äußerer
Gleitfunkenentladung werden im folgenden beispielhaft anhand der Zeichnung beschrieben,
in der ein erfindungsgemäßer Flammenzünder im Längsschnitt dargestellt ist.
In der Zeichnung ist im Längsschnitt ein Flammenzünder mit Außengleitfunkenentladung
zur Zündung eines an einer Außenoberfläche des Flammenzünders zu einem Außengleitfunken
strömenden Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisches dargestellt, der in einem Gehäuserohr
15 angeordnet ist. Der Flammenzünder weist eine erste zentrale Elektrode
1 mit einem Stromabende 4 auf, welches eine äußere Oberfläche
hat, die Teil der äußeren Oberfläche des Flammenzünders ist. Ein Isolator
3 oder eine Anordnung von Isolatoren, welcher, bzw. welche koaxial die
zentrale Elektrode 1 umgibt, hat eine freie äußere Fläche 31,
die ein Teil der äußeren Oberfläche des Flammenzünders ist. Ein Metallgehäuse
6 umgibt koaxial den Isolator 3, bzw. die Anordnung von Isolatoren,
wobei das Gehäuse 6 auf der Stromabseite eine Außenfläche aufweist, welche
eine zweite Elektrode 2 bildet und Teil der Außenfläche des Flammenzünders
ist. Diese zweite Elektrode 2 ist mit Abstand von dem Stromabende
4 der ersten Elektrode 1 angeordnet um eine Funkenstrecke zu bestimmen,
dort wo die Oberfläche des Isolators 3 angeordnet ist.
In diesem Flammenzünder findet eine äußere Funkenentladung hoher Leistung
statt, und zwar in der Funkenstrecke 5, zwischen den zwei Elektroden
1 und 2 und über die Oberfläche des Isolators 3, als
sogenannte Gleitfunkenentladung.
Die zentrale Elektrode 1 ist beispielsweise mit einer durchgehenden
Längsbohrung 7 ausgestattet. Das Stromabende 4 der ersten Elektrode
1 ist vorzugsweise mit mindestens einer durchgehenden radialen Hilfsbohrung
8 ausgestattet. Diese Hilfsbohrung 8 mündet einerseits in die
Zentralbohrung 7 und andererseits nahe der Funkenstrecke 5. Ein
Stromaufende 9 der ersten Elektrode 1 ist verbindbar mit einer
Brenngasquelle, so dass das Brenngas 12 durch die Zentralbohrung
7 und die Hilfsbohrung 8 durch den Flammenzünder strömen kann.
Der durch die Hilfsbohrung 8 in die Nähe der Funkenstrecke 5 strömende
Brenngasanteil wird durch die Gleitfunkenentladung entzündet und bildet damit eine
Primärflamme nahe dem Bereich 13. Eine Verbrennungsluft 11 (die
möglicherweise, aber nicht notwendigerweise eine Gasmischung ist, welche abweicht
von dem Brenngas) wird durch das Gehäuserohr 15, in welchem der Flammenzünder
angeordnet ist, am Flammenzünder vorbei und um ihn herum geleitet, wobei die Primärflamme
mit Luft gemischt wird. Die Verbrennungsluft wird angesaugt durch den Hauptbrenngasstrom,
der mit hoher Geschwindigkeit aus dem Stromabende 10 austritt, dabei einen
Unterdruck bewirkend. Hierdurch wird eine stabile Verbrennung bei der Primärflamme
erreicht, welche wiederholt den Hauptflammengasteil zündet, der durch die Ausgangsöffnung
10 aus der zentralen Bohrung 7 ausströmt, während sich eine Hauptflamme
etwa in dem Bereich 14 bildet.
Wie erkennbar, ist die Zündung der Primärflamme leicht wiederholbar
und erfordert lediglich einen geringen Aufwand um die Hauptflamme sicher zu zünden.
Mit seinem kleinen Durchmesser erreicht der erfindungsgemäße Flammenzünder eine
verhältnismäßig große Zündleistung und kann in verschiedenen Konzentrationen, unterschiedlichen
Drücken und verschiedenen Verbrennungsluft-Gas-Mischungen und Arten von Brenngas
verwendet werden, ohne dass sein Aufbau dem angepasst werden müsste.
Die Anzahl der Hilfsbohrungen 8, deren Durchmesser und der
Durchmesser der Zentralbohrung 7 kann bestimmt und zueinander justiert
werden, mit Hilfe von einfachen Versuchen, so dass eine bestimmte Brenngasmenge
durch die Hilfsbohrungen 8 strömt und an der Ausgangsöffnung
10 ankommt, um damit den Flammenzünder mit einer vorgegebenen Leistung
oder mit einer besonderen Zündcharakteristik auszustatten.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Flammenzünders ist der Brenngasteil, der durch die Hilfsbohrung 8 strömt,
einstellbar indem die Stromaböffnung 10 der zentralen Bohrung
7 mit einem Gewinde oder einer inneren Verzahnung versehen ist, welche
oberhalb des Ausgangs der Hilfsbohrung 8 endet. Bei mehr oder weniger tiefem
Verdrehen einer Düse in dieser Stromaböffnung 10 der Zentralbohrung
7 neben der Mündung der Hilfsbohrung 8 kann der Querschnitt, welchen
das Brenngas hat um in die Hilfsbohrung 8 zu gelangen, justiert werden,
wodurch erreicht wird, dass die Menge des Brenngases, die durch die Hilfsbohrung
8 strömt, gesteuert wird. Weil der Hauptbrenngasstrom in
das Luft-Gas-Gemisch dringt, kann die Düse als Selbstzünder bezeichnet werden.
Im Gegensatz zu den bekannten Flammenzündern mit äußerer Gleitfunkenentladung
ist beim erfindungsgemäßen Flammenzünder mit äußerer Gleitfunkenentladung die Brenngasversorgung
in den Flammenzünder integriert, wodurch eine wiederholbare Zündung gebildet wird.
Es ist deshalb nicht notwendig, das Brenngas mit dem Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch
zu vermischen bevor es an dem Flammenzünder entlanggeleitet wird. Im Unterschied
zur Erfindung wird dort Verbrennungs-Luft-Gas-Gemisch zuerst mit dem Brenngas im
Flammenzünder mit innerer Funkenentladung gemischt, wonach die Mixtur dem inneren
Funkenentlader zugeführt wird. Diese Vorhervermischung erfordert einen erheblichen
Mehraufwand des Aufbaus des Flammenzünders.
Der erfindungsgemäße Zünder kann neben anderen Dingen in Pilotbrennern
und Industrie-Gas-Zündern, mit einer Kapazität von 5 bis 500 kW, eingesetzt werden.
Sollte eine größere Leistung gewünscht sein, kann ein zusätzliches Gas direkt in
die Hauptflamme eingeführt werden. Bei kleineren Kapazitäten, kleiner als 50 kW,
kann der Hauptbrenngasstrom und der Primärgasstrom kombiniert werden, wobei es möglich
ist einen Kanal zur Entlastung in der Nähe der Funkenstrecke in dem Metallgehäuse
vorzusehen oder in der ersten Elektrode, wobei dieser Kanal verbindbar ist mit der
Gasquelle. Andere Ausgestaltungen, in welchen das Brenngas auf andere Weise in den
Flammenzünder aufgenommen ist, haben die selben Vorteile, so lange mindestens ein
Teil des Brenngases entlang der Gleitfunkenstrecke geleitet wird.
1- erste zentrale Elektrode
2- zweite Elektrode
3- Isolator
4- Stromabende von 1
5- Funkenstrecke
6- Metallgehäuse
7- Zentralbohrung
8- radiale Hilfsbohrung
9- Stromaufende
10- Stromaböffnung
11- Verbrennungsluft
12- Brenngas
13- Bereich
14- Bereich
15- Gehäuserohr
31- Außenfläche