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Dokumentenidentifikation DE102004011396A1 29.09.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung zur beschleunigten Dekantierung von Wein
Anmelder Viöl, Wolfgang, Prof. Dr., 37139 Adelebsen, DE
Erfinder Viöl, Wolfgang, Prof. Dr., 37139 Adelebsen, DE
DE-Anmeldedatum 05.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004011396
Offenlegungstag 29.09.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.09.2005
IPC-Hauptklasse C12H 1/14
IPC-Nebenklasse C12G 1/00   
Zusammenfassung Zur beschleunigten Dekantierung von Wein wird ein Sauerstoff enthaltendes Gas durch eine Gasentladung geströmt und schließlich in Wein eingeleitet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs 6.

Es ist bekannt, dass Wein traditionell dekantiert wird, indem der Wein aus einer Flasche in ein Dekantierungsgefäß gegossen wird. Typischerweise wird das Dekantierungsgefäß auf einen Tisch gestellt und der Wein wird aus einem Abstand von 10 bis 20 cm oberhalb der Öffnung des Dekantierers eingegossen, um den Wein auf seinem Weg vom Flaschenausgang zur Einlassöffnung des Dekantierungsgefäßes zu oxidieren. Dabei ist die Gefahr insbesondere für Ungeübte sehr groß, dass Wein daneben spritzt.

WO 00/56620 zeigt einen Dekantierungsausgießer, der die Spritzgefahr mindert. Er ist wie das Venturi-Rohr aufgebaut, das vom italienischen Physiker G. B. Venturi erfunden wurde. Eine sanduhrförmige Verengung erhöht die Geschwindigkeit des Weines und erzeugt einen Unterdruck. Luft, die in das Rohr eingezogen wird, reichert den Wein auf dem Wege durch den Dekantierungsausgießer so mit Sauerstoff an. Insbesondere wird der Wein im Ausgießer in kleine Strahlen aufgefächert.

Mit Hilfe der hier vorgestellten Erfindung ist es jedoch möglich, den Wein schneller und effektiver zu dekantieren, um so innerhalb von kurzer Zeit (weniger als 5 Minuten) eine erhebliche Geschmacksverbesserung am Wein zu realisieren.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 6 gelöst.

Mit Hilfe einer Gasentladung in einem Gasgemisch mit Sauerstoff (speziell reiner Sauerstoff oder Luft) werden atomarer Sauerstoff, OH-Radikale und je nach Entladungsart (z. B. in einer dielektrisch behinderten Entladung) auch Ozon erzeugt. Dabei kann die Gasentladung z. B. mit einer batterie- bzw. akkubetriebenen Hochspannungsquelle versorgt werden. Das Gas aus der Gasentladung wird in den Wein eingeleitet. Dabei kann dieses Entladungsgas über einen Ventilator oder eine Pumpe in den Wein gesprudelt werden oder das Entladungsgas wird durch einen Dekantierungsausgießer angesaugt (wie beim Prinzip einer Wasserstrahlpumpe).

Die O- und OH-Radikale, aber auch O- und O2-Ionen sowie Ozon oxidieren den Wein schneller und effektiver als normaler Luftsauerstoff. So kommt der Weingenießer schneller zu seinem geschmackvollen edlen Tropfen und braucht die Flasche nicht schon mehrere Stunden vorher zu öffnen und in Dekantierungsgefäße zu schütten. Durch die Behandlungszeit lasst sich der gewünschte Geschmack einstellen. Insbesondere in der Gastronomie kann der Gast innerhalb weniger Minuten mit einem dekantierten Wein bedient werden. Auch sind bisher nicht erreichbare geschmackliche Varianten möglich.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben:

1: Dekantierung von Wein in einem Gefäß durch Zufuhr von Gas aus einer Gasentladung

2: Dekantierung von Wein in einem Gefäß durch Zufuhr von Gas aus einer dielektrisch behinderten Gasentladung

3: Dekantierung von Wein durch Einsaugen von Gas aus einer Gasentladung in einem Dekantierungsausgießer

4: Dekantierung von Wein durch Einsaugen von Gas aus einer dielektrisch behinderten Gasentladung in einem Dekantierungsausgießer

In 1 ist die beschleunigte Dekantierung von Wein durch Zufuhr von Gas aus einer Gasentladung 5 dargestellt. Ein Ventilator oder eine Gaspumpe 4 saugt ein Gas, das Sauerstoff enthält, vorzugsweise Luft aus der Umgebung, an und leitet dieses Gas durch eine Gasentladung. Wird das Gas aus einem Druckbehälter bereitgestellt, öffnet das Gasventil 4 den Gasstrom. Das Gas sollte möglichst zum großen Teil durch eine zwischen den Elektroden 6 gezündete Gasentladung geleitet werden. Es ist vorteilhaft, Ventilator, Gaspumpe bzw. Gasventil 4 in Strömungsrichtung vor die Gasentladung anzuordnen, um diese Bauteile vor atomarem Sauerstoff, Ozon oder anderen Radikalen zu schützen. Die Gasentladungskammer mit in Strömungsrichtung nachfolgender Gasleitung sollte aus ozonbeständigen Materialien bestehen. Die Gasleitung kann in ein mit Wein gefülltes Gefäß 2 (Glas, Dekantierungsgefäß, Weinflasche usw.) eingeführt werden. Dabei ist es z. B. sinnvoll, das Gas aus mehreren Löchern in den Wein hineinzublasen und zu verwirbeln, um eine effektive Dekantierung des Weines zu gewährleisten.

2 stellt eine Variante der 1 dar, in der als Gasentladung eine dielektrisch behinderte Gasentladung benutzt wird. Eine dielektrisch behinderte Gasentladung (auch als stille Entladung bezeichnet) zeichnet sich dadurch aus, dass sich mindestens ein Dielektrikum 7 (elektrischer Isolator) zwischen den beiden Hochspannungselektroden befindet. Diese Entladungsform erzeugt insbesondere bei der dielektrischen Isolierung beider Elektroden eine nahezu homogene gleichmäßige Gasentladung zwischen den Elektroden, so dass sehr effektiv atomarer Sauerstoff in einem großen Volumen (ca. 1 cm3) erzeugt werden kann.

Aufgrund der niedrigen Gastemperaturen von typisch weniger als 50°C in der dielektrisch behinderten Gasentladung wird auch Ozon produziert, ohne dass dieses thermisch zerstört wird. Ozon ist ein starker Oxidant und kann stabil bis zum Wein mit Hilfe einer Gasleitung transportiert werden.

In 3 ist eine Variante der 1 dargestellt, bei der das Gas (z. B. Luft) durch einen Dekantierungsausgießer 8 wie beim Prinzip der Wasserstrahlpumpe angesaugt wird. In diesem Fall kann die Gasentladung 5 an der Lufteinlassöffnung 9 gezündet werden.

4 stellt eine Variante der 3 dar, in der als Gasentladung eine dielektrisch behinderte Gasentladung benutzt wird.

Die Gasentladung 5 in 1 und 3 kann sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselhochspannung versorgt werden, die Gasentladung 5 in 2 und 4 benötigt eine Wechselhochspannung. Typische Spannungen liegen im Bereich von wenigen kV bei Elektrodenabständen von wenigen mm.

1.Wein 2.Gefäß (Glas, Weinflasche, Dekantierungsgefäß usw.) 3.Weinflasche 4.Ventilator oder Gaspumpe oder Gasventil 5.Gasentladung 6.Elektroden 7.Dielektrikum 8.Dekantierungsausgießer 9.Belüftungsloch

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur beschleunigten Dekantierung von Wein (1), dadurch gekennzeichnet, dass ein Sauerstoff enthaltendes Gas durch eine Gasentladung (5) geströmt wird und schließlich in Wein eingeleitet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den Elektroden (6) mindestens ein Dielektrikum (7) befindet.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sauerstoff enthaltende Gas über einem Dekantierungsgießer nach dem Prinzip einer Wasserstrahlpumpe angesaugt wird.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sauerstoff enthaltende Gas Luft ist.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasentladung (5) bei Atmosphärendruck gezündet wird.
  6. Vorrichtung zur beschleunigten Dekantierung von Wein (1), dadurch gekennzeichnet, dass ein Sauerstoff enthaltendes Gas durch eine Gasentladung (5) geströmt wird und schließlich in Wein eingeleitet wird.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen den Elektroden (6) mindestens ein Dielektrikum (7) befindet.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Sauerstoff enthaltende Gas über einem Dekantierungsgießer nach dem Prinzip einer Wasserstrahlpumpe angesaugt wird.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasentladung direkt an der Gaseinlassöffnung des Dekantierungsgießers gezündet wird.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Sauerstoff enthaltende Gas Luft ist.
  11. Vorrichtung nach Anspruch 6, 7, 8, 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Gasentladung (5) bei Atmosphärendruck gezündet wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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