Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Sojapulver aufweisende Fettmasse sowie auf ein Verfahren zur Herstellung derselben. Erfindungsgemäß beträgt der Anteil des Sojapulvers 10 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 18 bis 25 Gew.-%, wobei das Sojapulver vorzugsweise Vollfett-Sojamehl ist. Als Sojapulver kann mikronisiertes Sojamehl verwendet werden, bei dem 95% der Teilchen des Sojapulvers kleiner als 100 µm sind und/oder mindestens 50% der Teilchen des Sojapulvers kleiner als 50 µm, vorzugsweise kleiner als 15 µm sind. Vorzugsweise weist die Fettmasse mindestens eine der Zutaten Kakaomasse/Kakaopulver, Zucker, Kakaobutter, Milchfett (in Form von Milchpulver oder Butterreinfett) und Lezithin auf.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Sojapulver aufweisende
Fettmasse sowie auf ein Verfahren zur Herstellung derselben.
Erfindungsgemäss beträgt der Anteil des Sojapulvers 10 bis 30 Gew.%,
vorzugsweise 18 bis 25 Gew.%, wobei das Sojapulver vorzugsweise Vollfett-Sojamehl
ist.
Als Sojapulver kann mikronisiertes Sojamehl verwendet werden, bei
dem 95% der Teilchen des Sojapulvers kleiner als 100 &mgr;m sind und/oder mindestens
50% der Teilchen des Sojapulvers kleiner als 50 &mgr;m, vorzugsweise kleiner als
15 &mgr;m sind.
Vorzugsweise weist die Fettmasse mindestens eine der Zutaten Kakaomasse,
Kakaopulver, Zucker, Kakaobutter, Milchfett (in Form von Milchpulver oder Butterreinfett),
Lezithin, insbesondere Soja-Lezithin, auf. Bei derartigen Bitterschokoladen oder
Milchschokoladen lassen sich aufgrund der zusätzlichen Soja-Komponente interessante
Geschmacksrichtungen erzielen, da der traditionelle Beitrag der Kakaomasse, die
einen geringen Anteil Kakaoschalen (in der Kakaomasse enthalten und vermahlen auf
die gleiche Feinheit der Kakaomasse) und Kakaofett (Kakaobutter) enthält, durch
den Beitrag des Sojapulvers, das Sojaschalen und Sojafett enthält, ergänzt wird.
Vorzugsweise sind einerseits 95% der Teilchen der Kakaomasse kleiner
als 50 &mgr;m, vorzugsweise kleiner als 20 &mgr;m. Der Zucker wird als Kristallzucker
in den Mischer gegeben und in zwei Stufen fein vermahlen (gewalzt).
Bei dem Sojapulver ist das Sojabohnen-Enzymsystem zumindest teilweise
thermisch deaktiviert und der Schalengehalt kleiner als 0,5 Gew.%, vorzugsweise
kleiner als 0,2 Gew.%.
Vorzugsweise liegt die maximale Grösse der Sojapulver-Teilchen im
Bereich von 0,05 &mgr;m bis 150 &mgr;m, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 50 &mgr;m.
Gemäss einer ersten Ausführung liegt die erfindungsgemässe Fettmasse
unterhalb der Erweichungstemperatur als homogenes schüttgutartiges Gemisch aus Fettmasseteilchen
und Sojapulver vor.
Gemäss einer weiteren Ausführung liegt die erfindungsgemässe Fettmasse
in Form eines Gemisches vor, bei dem die Fettmasse eine kontinuierliche Phase und
das Sojapulver eine diskontinuierliche Phase bildet.
Bei dem erfindungsgemässen Verfahren zum Herstellen der erfindungsgemässen
Fettmasse wird eine Fettmasse mit einem Sojapulver vermischt, wobei vorzugsweise
als Fettmasse mindestens Kakaobutter, Milchfett, Pflanzenfett oder Sojafett verwendet
wird.
Zur Herstellung der ersten Ausführung der erfindungsgemässen Sojapulver-Fettmasse
wird die Fettmasse in einem Temperaturbereich unterhalb ihrer Erweichungstemperatur
im festen Zustand als schüttgutartiges Mahlgut mit dem Sojapulver vermischt.
Zur Herstellung der weiteren Ausführung der erfindungsgemässen Fettmasse
wird die Fettmasse in einem Temperaturbereich oberhalb ihrer Erweichungstemperatur
im flüssigen Zustand mit dem Sojapulver vermischt und anschliessend bis auf eine
Temperatur unterhalb der Fettmassen-Erweichungstemperatur abgekühlt wird.
Hierfür kann die Fettmasse in einem Temperaturbereich unterhalb ihrer
Erweichungstemperatur im festen Zustand als schüttgutartiges Mahlgut mit dem Sojapulver
zunächst vermischt werden, woraufhin das so erhaltene homogene schüttgutartige Gemisch
aus Fettmasseteilchen und Sojapulver zu einer zusammenhängenden Masse verpresst
wird, wobei das Abkühlen bzw. das Verpressen des Gemisches in einem Formwerkzeug,
insbesondere in einer Giessform bzw. in einer Pressform, erfolgt.
Das Sojapulver wird der Fettmasse während eines an sich bekannten
Verfahrens zur Herstellung von Schokolade, insbesondere von Milchschokolade, beigemischt.
Vorzugsweise wird das Sojapulver in der Mischstufe des Schokolade-Herstellungsverfahrens
beigemischt. Dadurch kann das Sojapulver zusammen mit eventuell ebenfalls enthaltenen
Kakaomasse / Kakaopulver und Kristallzucker in zwei Stufen in einem
Schokoladen- Vorwalzwerk / Feinwalzwerk feinvermahlen werden.
Das Sojapulver kann auch in der Veredelungsstufe bzw. der Conchierungsstufe
des Schokolade-Herstellungsverfahrens beigemischt werden.
Bei der erfindungsgemässen Sojapulver-Fettmasse lassen sich besonders
gute organoleptische Eigenschaften wie z.B. Mundgefühl und Geschmack erzielen, wenn
das verwendete Sojapulver aus Sojabohnen gewonnen wird, wobei die Sojabohnen zunächst
bis zu einem Schälgrad von mehr als 95% geschält werden, anschliessend die Grösse
der geschälten Sojabohnen zu einer Teilchengrössen-Verteilung, bei der 90% der Sojabohnenteilchen
im Bereich von 100 &mgr;m bis 1 mm liegen, verkleinert und vereinheitlicht wird,
indem man die geschälten Sojabohnen Schlagkräften aussetzt, wonach das Enzymsystem
der zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen deaktiviert
wird, und schliesslich die zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen
bis auf eine Teilchengrössen-Verteilung bei der 95% der Teilchen kleiner als 100
&mgr;m sind, feinzerkleinert werden, indem man die deaktivierten, zerkleinerten
und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen Scherkräften aussetzt.
Vorzugsweise erfolgt das Schälen der Sojabohnen unter Verwendung einer
Schlagschälmaschine, wobei die Temperatur der Sojabohnen während des Schälens bei
etwa 80 – 85°C gehalten wird, vorzugsweise, indem man sie Lufttemperaturen
von etwa 115 – 120°C aussetzt.
Das erwähnte Zerkleinern und Vereinheitlichen der Grösse der Sojabohnenteilchen
wird vorzugsweise in einer Atmosphäre durchgeführt, die weniger als 10 Vol.% Sauerstoff,
vorzugsweise in einem Gemisch aus Luft und Stickstoff, enthält, und wobei die Zerkleinerung
und Vereinheitlichung der Grösse vorzugsweise unter Verwendung einer Hammermühle
erfolgt.
Die geschälten Sojabohnen werden zu einer Teilchengrössen-Verteilung,
bei der 80% der Sojabohnenteilchen im Bereich 100 &mgr;m bis 500 &mgr;m liegen,
zerkleinert und in ihrer Grösse vereinheitlicht. Dabei werden die zerkleinerten
und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen bei Temperaturen von 90
bis 100°C und vorzugsweise bei relativen Feuchtigkeiten von 95 – 100%
deaktiviert.
Vorzugsweise wird die Deaktivierung der Sojateilchen in einer Zeitdauer
von weniger als 5 Minuten durchgeführt.
Die Feinzerkleinerung kann unter Verwendung eines Reibwalzwerks durchgeführt
werden.
Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung
ergeben sich aus dem folgenden, nicht einschränkend aufzufassenden Rezept-Beispiel.
Rezept einer erfindungsgemässen Sojapulver-Fettmasse ("Soja-Milchschokolade"):
Dieses Rezept wurde unter Verwendung eines Mischers, eines Zweiwalzwerks,
eines Fünfwalzwerks und einer Conche hergestellt. Im Zweiwalzwerk wurde eine Feinheit
von 120 &mgr;m erzeugt, während im anschliessenden Fünfwalzwerk eine Feinheit von
20 &mgr;m erzeugt wurde.
Als Aromastoff wurden Milch-Aroma ("Milk Flavour"), Sahne-Aroma ("Cream
Flavour"), oder Vanillin-Aroma ("Vanillin Flavour") beigemischt.
Anspruch[de]
Fettmasse, welche Sojapulver aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anteil des Sojapulvers 10 bis 30 Gew.%, vorzugsweise 18 bis 25 Gew.% beträgt.
Fettmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sojapulver
Vollfett-Sojamehl ist.
Fettmasse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Sojapulver mikronisiertes Sojamehl ist, bei dem 95% der Teilchen des Sojapulvers
kleiner als 100 &mgr;m sind.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens 50% der Teilchen des Sojapulvers kleiner als 50 &mgr;m, vorzugsweise
kleiner als 15 &mgr;m sind.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Fettmasse mindestens eine der folgenden Zutaten aufweist:
– Kakaomasse / Kakaopulver, Zucker, Kakaobutter, Milchfett (in Form von Milchpulver
oder Butterreinfett), Lezithin, insbesondere Soja-Lezithin.
Fettmasse nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass 95% der Teilchen
der Kakaomasse kleiner als 50 &mgr;m, vorzugsweise kleiner als 20 &mgr;m sind.
Fettmasse nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der
Zucker als Kristallzucker in den Mischer gegeben und in zwei Stufen fein vermahlen
(gewalzt) wird.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass bei dem Sojapulver das Sojabohnen-Enzymsystem zumindest teilweise thermisch
deaktiviert und der Schalengehalt kleiner als 0,5 Gew.%, vorzugsweise kleiner als
0,2 Gew.% ist.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die maximale Grösse der Sojapulver-Teilchen im Bereich von 0 05 &mgr;m bis
150 &mgr;m, vorzugsweise im Bereich von 10 bis 50 &mgr;m liegt.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass sie unterhalb der Erweichungstemperatur als homogenes schüttgutartiges Gemisch
aus Fettmasseteilchen und Sojapulver vorliegt.
Fettmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass sie in Form eines Gemisches vorliegt, bei dem die Fettmasse eine kontinuierliche
Phase und das Sojapulver eine diskontinuierliche Phase bildet.
Verfahren zum Herstellen einer Sojapulver aufweisenden Fettmasse,
insbesondere einer Fettmasse gemäss einem der Ansprüche 1 bis 9, bei welchem eine
Fettmasse mit einem Sojapulver vermischt wird.
Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als Fettmasse
mindestens Kakaobutter, Milchfett, Pflanzenfett oder Sojafett verwendet wird.
Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, insbesondere zur Herstellung einer
Fettmasse gemäss Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Fettmasse in einem
Temperaturbereich unterhalb ihrer Erweichungstemperatur im festen Zustand als schüttgutartiges
Mahlgut mit dem Sojapulver vermischt wird.
Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, insbesondere zur Herstellung einer
Fettmasse gemäss Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fettmasse in einem
Temperaturbereich oberhalb ihrer Erweichungstemperatur im flüssigen Zustand mit
dem Sojapulver vermischt und anschliessend bis auf eine Temperatur unterhalb der
Fettmassen-Erweichungstemperatur abgekühlt wird.
Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, insbesondere zur Herstellung einer
Fettmasse gemäss Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fettmasse in einem
Temperaturbereich unterhalb ihrer Erweichungstemperatur im festen Zustand als schüttgutartiges
Mahlgut mit dem Sojapulver zunächst vermischt wird und das so erhaltene homogene
schüttgutartige Gemisch aus Fettmasseteilchen und Sojapulver zu einer zusammenhängenden
Masse verpresst wird.
Verfahren nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass das
Abkühlen bzw. das Verpressen des Gemisches in einem Formwerkzeug, insbesondere in
einer Giessform bzw. in einer Pressform, erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Sojapulver
der Fettmasse während eines an sich bekannten Verfahrens zur Herstellung von Schokolade,
insbesondere von Milchschokolade, beigemischt wird.
Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Sojapulver
in der Mischstufe des Schokolade-Herstellungsverfahrens beigemischt wird.
Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Sojapulver
in der Veredelungsstufe (Conchierungsstufe) des Schokolade-Herstellungsverfahrens
beigemischt wird.
Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
dass das verwendete Sojapulver aus Sojabohnen gewonnen wird, wobei die Sojabohnen
zunächst bis zu einem Schälgrad von mehr als 95% geschält werden, anschliessend
die Grösse der geschälten Sojabohnen zu einer Teilchengrössen-Verteilung, bei der
90% der Sojabohnenteilchen im Bereich von 100 &mgr;m bis 1 mm liegen, verkleinert
und vereinheitlicht wird, indem man die geschälten Sojabohnen Schlagkräften aussetzt,
wonach das Enzymsystem der zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen
deaktiviert wird, und schliesslich die zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten
Sojabohnenteilchen bis auf eine Teilchengrössen-Verteilung bei der 95% der Teilchen
kleiner als 100 &mgr;m sind, feinzerkleinert werden, indem man die deaktivierten,
zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen Scherkräften
aussetzt.
Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass das Schälen
der Sojabohnen unter Verwendung einer Schlagschälmaschine erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, dass die
Temperatur der Sojabohnen während des Schälens bei etwa 80 – 85°C gehalten
wird, vorzugsweise, indem man sie Lufttemperaturen von etwa 115 – 120°C
aussetzt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet,
dass das Zerkleinern und Vereinheitlichen der Grösse in einer Atmosphäre durchgeführt
wird, die weniger als 10 Vol.% Sauerstoff, vorzugsweise in einem Gemisch aus Luft
und Stickstoff, enthält.
Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 24, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zerkleinerung und Vereinheitlichung der Grösse unter Verwendung einer Hammermühle
erfolgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet,
dass, die geschälten Sojabohnen zu einer Teilchengrössen-Verteilung, bei der 80%
der Sojabohnenteilchen im Bereich 100 &mgr;m bis 500 &mgr;m liegen, zerkleinert
und ihrer Grösse vereinheitlicht werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet,
dass die zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen
bei Temperaturen von 90 bis 100°C deaktiviert werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet,
dass die zerkleinerten und in ihrer Grösse vereinheitlichten Sojabohnenteilchen
bei relativen Feuchtigkeiten von 95 – 100% deaktiviert werden.
Verfahren nach Anspruch 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet, dass die
Deaktivierung in einer Zeitdauer von weniger als 5 Minuten durchgeführt wird.
Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 21 bis 29, dadurch
gekennzeichnet, dass die Feinzerkleinerung unter Verwendung eines Reibwalzwerks
durchgeführt wird.