Die vorliegende Erfindung betrifft einen Rohrwandschutz für eine Kesselrohrwand
aus einer Vielzahl von im Wesentlichen parallel verlaufenden Rohren, die durch parallel
zu den Rohren verlaufende Stege miteinander verbunden sind, mit wenigstens einem
Wandelement aus feuerfestem Material, wobei das Wandelement einseitig an der Kesselrohrwand
angebracht ist.
Aus der DE 40 07 662 C1
ist bereits ein Rohrwandschutz für eine Kesselrohrwand bekannt. An den Stege zwischen
den einzelnen Rohren der Kesselrohrwand sind Halter vorgesehen, die senkrecht von
der Kesselrohrwand abstehen. Auf diesen Haltern werden die Wandelemente angeordnet,
so dass die Wandelemente durch eine zusätzliche Einrichtung mechanisch gehalten
werden. Nachteilig an einer derartigen Vorrichtung ist, dass die Halter an sich
für die Befestigung der Wandelemente notwendig sind. Außerdem müssen die Halter
in Form und Position an die Wandelemente angepasst sein.
Aus der US 4 482 568 ist ein
Rohrwandschutz für ein einzelnes Rohr bekannt. Dieser weist zwei Halbschalen auf,
die über Laschen ineinandergreifen und das Rohr vollständig umgeben. Zwischen den
Halbschalen und dem Rohr wird Mörtel eingebracht, der auch dazu dient, die beiden
Wandelemente zu halten. Allerdings ist auch hier ein mechanisches Hilfsmittel (Laschen)
notwendig, um die Wandelemente gegen ein Loslösen von dem Rohr zu sichern.
Ausgehend vom Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die
Aufgabe zugrunde, einen Rohrwandschutz der eingangs beschriebenen Art bereitzustellen,
der ohne mechanische Hilfsmittel an der Kesselrohrwand auskommt und an einer Seite
der Rohrwand befestigt werden kann.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zwischen dem Wandelement und
den Rohren der Kesselrohrwand eine Schicht aus einem Kleber zum alleinigen Halten
des Wandelements vorgesehen ist.
Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass durch die Verwendung eines
geeigneten Klebers ein Wegfall der mechanischen Befestigungsvorrichtungen erreicht
werden kann. Der Kleber kann entweder eine hohe oder eine geringe Wärmeleitfähigkeit
aufweisen. Eine hohe Wärmeleitfähigkeit ergibt sich dann, wenn der Kleber Siliziumcarbid
enthält, während sich eine geringe Wärmeleitfähigkeit bei Verwendung von Aluminiumoxid
als Bestandteil des Klebers ergibt. Der Kleber ist ferner temperaturbeständig sowie
gasdicht gegenüber korrosiven Gasen, die die Rohrwand selber beschädigen können.
Außerdem weist der Kleber eine hinreichend hohe Adhäsion auch bei hohen Temperaturen
auf, so dass auch beim Betrieb des Kessels die Wandelemente sicher an der Kesselrohrwand
haften.
Durch den Wegfall der Halter, die an der Kesselrohrwand vorsehen sein
müssten und selber vor hohen Temperaturen geschützt werden müssten, ist es nunmehr
möglich, die Wandelemente dünner auszubilden. Dies führt zu einer Materialeinsparung
und damit auch zu einer Gewichtseinsparung. Außerdem lässt sich der erfindungsgemäße
Rohrwandschutz leicht montieren und gegebenenfalls reparieren.
Geeignete Kleber sind insbesondere hitzebeständige Kleber. In einer
bevorzugten Ausführungsform handelt es sich bei dem Kleber um einen anorganischen
Kleber, insbesondere um einen keramisch-monolithischen Werkstoff. Dieser weist die
für diese spezielle Anwendung notwendigen Eigenschaften auf. Geeignete keramischmonolithische
Werkstoff sind insbesondere chemisch abbindende Kitte bzw. Kitte mit chemischer
und hydraulischer Bindung. Diese sind gegenüber rein hydraulisch abbindenden Kitten
bevorzugt. Geeignete Kitte sind ferner Kitte auf Basis von Al2O3,
SiO2 und/oder Fe2O3.
Weitere geeignete hitzebeständige Kleber sind anorganische Klebstoffe,
beispielsweise Klebstoffe auf Wasserglasbasis. Dabei handelt es sich um bei hoher
Temperatur und hohem Druck in Wasser gelöste Silikate. Aufgrund ihrer Feuerfesteigenschaften
weisen diese hervorragende Klebeigenschaften auch im Hochtemperaturbereich auf.
Weitere geeignete hitzebeständige Kleber sind Klebstoffe auf Silikonkautschukbasis,
insbesondere kaltvulkanisierende Einkomponenten-Silikonkautschuke.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Schicht senkrecht
zur Kesselrohrwand gemessen eine im Wesentlichen konstante Dicke auf, was dazu führt,
dass über die gesamte Schicht gesehen ein gleichmäßiger Wärmefluss erfolgt. Weist
das Wandelement ebenfalls eine konstante Dicke auf, so gilt dies für den Rohrwandschutz
als Ganzes. Insgesamt ergibt sich dann eine gleichmäßige thermische Belastung des
Rohrwandschutzes.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Wandelement
Distanzhalter auf, die die Montage des Wandelements auf einen vorbestimmten Abstand
zur Kesselrohrwand erleichtern. Sind an einem Wandelement wenigstens zwei Distanzhalter
vorgesehen, so ist die relative Position zur Kesselrohrwand festgelegt.
Bevorzugterweise sind die Distanzhalter mit einem halbkreisförmigen
Querschnitt versehen, was eine einfache Herstellung ermöglicht.
Vorzugsweise sind an den Wandelementen Halbschalen
ausgebildet, die an die Form der Rohre der Kesselrohrwand angepasst sind. Somit
lässt sich in einfacher Weise realisieren, dass die Schichten aus Kleber und feuerfestem
Material über die gesamte Rohrwand gesehen gleichmäßig stark sind. In einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform weisen die Wandelemente mehrere Halbschalen auf, so
dass ein Wandelement mehrere Rohre abdeckt.
Die Wandelemente können nebeneinander sowie in Erstreckungsrichtung
der Rohre übereinander an der Kesselrohrwand angeordnet werden. So kann auf einfache
Weise die gesamte Fläche der Kesselrohrwand zusammenhängend geschützt werden.
Eine Fuge zwischen zwei nebeneinander angeordneten Wandelementen stellt
sicher, dass auch bei einer thermischen Ausdehnung in Folge von Erwärmung keine
Spannungen zwischen Rohrwandschutz und Kesselrohrwand hervorgerufen werden können.
Durch einen Vorsprung am ersten Ende des Wandelements und einer Aussparung
am zweiten Ende kann sichergestellt werden, dass die Wandelemente in Erstreckungsrichtung
der Rohre bündig zueinander angeordnet sind.
In Abhängigkeit von ihrer Breite decken die Wandelemente ein oder
mehrere Rohre ab. Besonders bevorzugt werden Wandelemente, welche jeweils lediglich
ein Rohr abdecken, so dass die Zahl der nebeneinander angeordneten Wandelemente
der Anzahl der Rohre entspricht. Der besondere Vorteil schmaler, jeweils nur ein
Rohr abdeckender Wandelemente liegt darin, dass diese besonders sicher an der Rohrwand
befestigt werden können, was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass aufgrund der entsprechend
großen Anzahl der zwischen den Wandelementen gebildeten Fugen die Wandelemente eine
besonders große, für das Verkleben nutzbare Oberfläche aufweisen.
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand einer lediglich
ein bevorzugtes Ausbildungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. In
der Zeichnung zeigen
1 einen erfindungsgemäßen Rohrwandschutz
im Querschnitt,
2 eine Fuge zwischen zwei Wandelementen
eines erfindungsgemäßen Rohrwandschutzes und
3 den Stoß in Erstreckungsrichtung der
Rohre der Kesselrohrwand zwischen zwei Wandelementen eines erfindungsgemäßen Rohrwandschutzes.
1 zeigt eine Kesselrohrwand
1, die eine Vielzahl von parallel zueinander verlaufenden Rohren
2 aufweist, wobei die Rohre 2 über parallel zu den Rohren
2 verlaufende Stege 3 miteinander verbunden sind. Sowohl die Rohre
2 als auch die Stege 3 sind aus Stahl. An einer Seite der Kesselrohrwand
1 sind Wandelemente 4 in der Weise angebracht, dass ein Wandelement
4 keines der Rohre 2 umgibt. Zur vollständigen Abschirmung der
Kesselrohrwand 1 können auf beiden Seiten der Kesselrohrwand
1 Wandelemente 4 angebracht werden. Die Wandelemente
4 sind aus einem feuerfesten Material wie beispielsweise einer feuerfesten
Keramik.
Jedes Wandelement 4 weist jeweils senkrecht zur Kesselrohrwand
1 gemessen eine in etwa konstante Dicke auf. Des Weiteren weisen die Wandelemente
4 drei halbschalenförmige Bereiche 5 auf, die an die Form der
Rohre 2 angepasst sind und den gleichen Abstand zueinander aufweisen wie
die Rohre 2. Außerdem sind die Wandelemente 4 innerhalb der halbschalenförmigen
Bereiche 5 mit Distanzhaltern 6 versehen. Die Distanzhalter
6 sind als Rippen ausgebildet, die sich parallel zu den Rohren
2 entlang der halbschalenförmigen Bereiche 5 erstrecken. Die Distanzhalter
6 haben vorzugsweise einen halbkreisförmigen Querschnitt und jeweils zwei
Distanzhalter 6 liegen an einem Rohr 2 an. Die Distanzhalter
6 sorgen für einen vorgegebenen Abstand zwischen Wandelementen
4 und Rohren 2.
Zwischen der Kesselrohrwand 1 und den Wandelementen
4 ist eine Schicht 7 aus einem Kleber vorgesehen, die dazu dient,
die Wandelemente 4 an der Kesselrohrwand 1 zu halten. Bei dem
Kleber kann es sich um einen anorganischen Kleber, insbesondere um einen keramischmonolithischen
Werkstoff handeln. Dabei weist die Schicht 7 eine senkrecht zur Kesselrohrwand
1 gemessene im Wesentlichen konstante Dicke auf. Dadurch, dass die Wandelemente
4 und die Schicht 7 eine im Wesentlichen konstante Dicke aufweisen,
wird ein gleichmäßiger Wärmefluss über die gesamte Oberfläche der Kesselrohrwand
1 bzw. den Rohrwandschutz erreicht.
Außerdem weist die Schicht 7 aus dem Kleber eine Adhäsionskraft
auf, die auch bei hohen Temperaturen noch hoch genug ist, die Wandelemente
4 an der Kesselrohrwand 1 zu halten. Der Kleber ist außerdem ähnlich
temperaturbeständig wie das feuerfeste Material der Wandelemente 4. Aufgrund
dieser Eigenschaften ist die Schicht 7 aus dem Kleber in der Lage, die
Wandelemente 4 permanent an der Kesselrohrwand 1 zu befestigen,
wodurch auf zusätzliche mechanische Befestigungsvorrichtungen verzichtet werden
kann. Daneben ist die Schicht 7 aus dem Kleber hinreichend gasdicht, so
dass keine korrosiven Gase aus der Kesselatmosphäre an die Rohre 2 und
Stege 3 gelangen können.
Wie aus 1 hervorgeht, sind mehrere Wandelemente
4 in Erstreckungsrichtung der Rohre 2 gesehen nebeneinander angeordnet.
Zwischen zwei nebeneinander angeordneten Wandelementen 4 ist eine Fuge
8 ausgebildet. Durch die Fuge 8 wird verhindert, dass zwei nebeneinander
angeordnete Wandelemente 4 direkt miteinander in Kontakt stehen. Somit
können sich zwischen dem Rohrwandschutz und der Kesselrohrwand 1 infolge
unterschiedlicher thermischer Ausdehnungen von Kesselrohrwand 1 und Wandelementen
4 keine Spannungen ausbilden. Die Fuge 8 ist dabei mit dem Kleber
gefüllt, der aufgrund seiner Eigenschaften auch direkt der Kesselatmosphäre ausgesetzt
sein kann.
Wie 3 zu entnehmen ist, weisen die Wandelemente
4 in Erstreckungsrichtung der Rohre 2 gesehen ein erstes Ende
9 und ein zweites Ende 10 auf. Das erste Ende 9 weist
einen Vorsprung 11 auf, während das zweite Ende 10 eine Aussparung
12 umfasst. Sind die Wandelemente 4 in Erstreckungsrichtung der
Rohre 2 hintereinander angeordnet, liegt der Vorsprung 11 in der
Aussparung 12, was zur Folge hat, dass benachbarte Wandelemente
4 bündig zueinander angeordnet sind. In Erstreckungsrichtung der Rohre
2 können die Wandelemente 4 in direktem Kontakt miteinander stehen,
ohne dass die Gefahr von Spannungen zwischen den Wandelementen 4 und der
Kesselrohrwand 1 besteht. Denn in dieser Richtung sind keine Strukturen
vorhanden, die ein „Verschieben" eines Wandelements 4 gegen die
Kesselrohrwand 1 behindern.
In der Zeichnung nicht dargestellt sind Wandelemente, welche jeweils
lediglich ein Rohr abdecken, so dass die Zahl der nebeneinander angeordneten Wandelemente
der Anzahl der Rohre der Rohrwand entspricht. Diese erweisen sich als besonders
vorteilhaft hinsichtlich einer dauerhaft sicheren Befestigung an der Rohrwand, da
sie aufgrund der entsprechend großen Anzahl der zwischen den Wandelementen gebildeten
Fugen eine besonders große, für das Verkleben nutzbare Oberfläche aufweisen.