PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004031855A1 06.10.2005
Titel Vorrichtung zum Beurteilen von Personen
Anmelder Straden, Gisbert, 53129 Bonn, DE
Erfinder Straden, Gisbert, 53129 Bonn, DE
Vertreter Bauer-Vorberg-Kayser, 50968 Köln
DE-Anmeldedatum 30.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004031855
Offenlegungstag 06.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.10.2005
IPC-Hauptklasse G06C 3/00
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen. Diese weist zwei beschreibbare flächige Bauteile (10, 12) auf, wobei eines der Bauteile (12) durchsichtig ist und auf den Bauteilen (10, 12) jeweils mindestens ein grafisches Element vorgesehen ist, anhand dessen ein Benutzer ein Ergebnis einer Beurteilung durch Einzeichnen dokumentieren kann. Die Bauteile (10, 12) sind derartig aufeinander anordbar, dass der Benutzer durch das zweite durchsichtige Bauteil (12) hindurch auch das grafische Element und die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse auf dem ersten Bauteil (10) sehen kann (Fig. 3).

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Beurteilung von Personen und für einen Vergleich von Beurteilungsergebnissen.

Die Beurteilung von Personen ist z.B. für eine gute und zielführende Mitarbeiterführung äußerst relevant. In vielen Unternehmen ist es üblich, dass sich Vorgesetzte mit ihren Mitarbeitern austauschen, ob diese den Erwartungen gerecht wurden bzw. ob beispielsweise weiterer Schulungsbedarf für einen bestimmten Bereich besteht.

Auch ist es im Rahmen einer Ausbildung oder im Rahmen eines so genannten Coachings notwendig, die zu trainierende oder auszubildende Person zu beurteilen und mit ihr das Ergebnis zu besprechen.

Vielfach ist es üblich, dass beide Personen, also die beurteilende und die zu beurteilende Person, vor einem Beurteilungsgespräch zunächst jeweils getrennt Bewertungen bezüglich bestimmter Eigenschaften durchführen. Dies erfolgt beispielsweise anhand eines Fragenkataloges, der eine Vielzahl an Fragen enthält, die jeweils beispielsweise in Form von Punkten beantwortet werden müssen. So werden z.B. abgefragt, ob die zu beurteilende Person einsatzfreudig, sorgfältig, pünktlich, zielorientiert usw. Von beiden Personen werden jeweils Noten zwischen 1 und 6 vergeben, die dann in dem anschließenden Gespräch miteinander verglichen werden. Ziel einer solchen Gesprächsvorbereitung soll sein, dass das Gespräch strukturiert und zielorientiert durchgeführt werden kann.

Entsprechende Beurteilungsgespräche bzw. Gesprächsvorbereitungen werden auch durchgeführt, wenn beispielsweise Gesprächsführungs- oder Verkaufsqualitäten einer bestimmten Person beurteilt werden sollen. Ein Coach beobachtet dabei ein Gespräch mit einem Dritten, anschließend erfolgt ein Beurteilungsgespräch mit der auszubildenden Person.

Grundsätzlich ist ein solches Vorgehen, also die Vorbereitung von Beurteilungsgesprächen anhand von Fragebögen, sinnvoll und führt zu strukturierten und verbesserten Beurteilungsgesprächen. Allerdings hat sich gezeigt, dass aufgrund der Verwendung getrennter Fragebögen die Gespräche oftmals abschweifen bzw. Unterschiede in den Auffassungen oder Meinungen der Personen nicht unmittelbar deutlich werden. Auch fällt ein Vergleich mit bereits geführten früheren Gesprächen nicht leicht.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung zu schaffen, die eine Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen erleichtert bzw. verbessert. Die Vorrichtung soll helfen, dass Beurteilungsgespräch zielführend und strukturiert durchführen zu können. Auch soll es möglich sein, mit Hilfe der Vorrichtung Entwicklungen von Personen über einen längeren Zeitraum, in dem diese Person mehrmals beurteilt wird, zu dokumentieren und zu beurteilen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zur Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen mit

  • a) einem ersten beschreibbaren flächigen Bauteil,
  • b) einem zweiten beschreibbaren, durchsichtigen flächigen Bauteil,
wobei
  • – auf den Bauteilen mindestens jeweils ein grafisches Element vorgesehen ist, anhand dessen ein Benutzer ein Ergebnis einer Beurteilung durch Einzeichnen dokumentieren kann,
  • – die Bauteile derart aufeinander anordbar sind, dass der Benutzer durch das zweite durchsichtige Bauteil hindurch auch das grafisches Element und die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse auf dem ersten Bauteil sehen kann,
  • – die grafischen Bauteile derart angeordnet sind, dass im aufeinander gelegten Zustand der beiden flächigen Bauteile die eingezeichneten Bewertungsergebnisse unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

Erfindungsgemäß besteht die Vorrichtung also aus zwei flächigen Bauteilen, auf denen beispielsweise grafischer Bauteile zu beantwortenden Fragen aufgetragen sind. Beide Personen bekommen vor dem Beurteilungsgespräch eines der beiden flächigen Bauteile und tragen auf dieses ihre Ergebnisse zu den jeweiligen Beurteilungsfragen ein. Beispielsweise können also die abzufragenden Eigenschaften oder Bereiche durch Stichworte angegeben sein, wobei dann neben diesen Stichworten Linien mit Feldern für eine Beurteilung von 1 bis 6 angeordnet sind. Werden die beiden flächigen Bauteile aufeinander gelegt, befinden sich die Linien mit den Beurteilungsfeldern in Deckung, so dass auf den ersten Blick erkennbar ist, wo Einstimmigkeit gegeben ist und wo die beiden Personen unterschiedlicher Meinung sind. Entscheidend ist dabei, dass eines der beiden flächigen Bauteile durchsichtig ist, so dass durch dieses hindurch auch das andere nicht durchsichtige flächige Bauteil und die darauf eingetragenen Beurteilungsergebnisse sichtbar sind.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsvariante ist auf den flächigen Bauteilen ein Spinnendiagramm aufgetragen. Bei diesem erstrecken sich ausgehend von einem Mittelpunkt Linien in allen Richtungen nach außen, wobei auf den Linien Beurteilungsfelder beispielsweise von 1 bis 8 aufgetragen sind. Das Beurteilungsfeld 1 ist nahe dem Mittelpunkt angeordnet, wohingegen das Beurteilungsfeld 8 am äußeren Ende der Linie positioniert ist. An den freien Enden der Linien sind Stichworte aufgetragen, die den Benutzern vermitteln, welche Eigenschaft oder welche Frage zu beantworten bzw. zu beurteilen ist.

Ein solches Spinnendiagramm hat den Vorteil, dass zum einen eine Vielzahl von Fragen sinnvoll auf einen Bauteil anzuordnen ist, zum anderen die eingetragenen Ergebnisse (weist in Form von Kreuzen) miteinander verbindbar sind. Somit ergibt sich eine um den Mittelpunkt herum verlaufende geschlossene Linie, die eine Fläche einschließt. Werden nun die beiden flächigen Bauteile aufeinander gelegt, ergeben sich aufgrund der beiden geschlossenen umlaufenden Linien Flächen, die unterschiedlich oder gleich sein können. Dies wiederum führt dazu, dass das Erkennen von unterschiedlichen Ergebnissen deutlich erleichtert wird. Ist beispielsweise vorgesehen, dass negative Ergebnisse nahe dem Mittelpunkt und maximal positive Ergebnisse an den freien Enden der Linien eingezeichnet werden, ist es beispielsweise positiv, wenn die Fläche des Beurteilenden oder Trainers größer ist als die Fläche der zu beurteilenden Person. Im Idealfall sind die sich durch Verbinden der Beurteilungspunkte ergebenden Flächen maximal groß und deckungsgleich.

Die beiden flächiger Bauteile können aus allen geeigneten Materialien hergestellt sein, insbesondere bietet sich an, das zweite durchsichtige flächige Bauteil aus einem durchsichtigem Papier, z.B. Pergamentpapier, und das erste flächige Bauteil aus einem nicht durchsichtigem Papier oder einer Pappe herzustellen. Geeignet sind aber auch wieder abwaschbare Kunststoffe, die mehrmals verwendet werden können.

Auch kann es sinnwoll sein, wenn die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse gerade nicht löschbar oder abwaschbar sind, damit diese zu einem späteren Zeitpunkt nochmals herangezogen werden können. Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich nämlich insbesondere auch für eine Beurteilung über einen längeren Zeitraum. Es werden dann nicht die flächigen Bauteile zweier unterschiedlicher Personen übereinander gelegt, sondern flächige Bauteile mit Ergebnissen unterschiedlicher Bearbeitungsgespräche.

Die Vorrichtung kann beispielsweise aus kreisförmigen flächigen Bauteilen gebildet sein, es sind jedoch auch alle anderen Formen denkbar.

Das beschriebene Spinnendiagramm kann eine beliebige Anzahl von Linien oder Skalen aufweisen, es hat sich aber gezeigt, dass insbesondere 12 Skalen sinnvoll sind, da sich diese nach Art einer Uhr aufteilen lassen. Dabei sind sieben Beurteilungspunkte je Skala vorgesehen, wobei dem Mittelpunkt am nächsten der Punkt 1 und am freien Ende der Skala der Beurteilungspunkt 7 angeordnet ist. Sieben bedeutet dabei, dass die Erwartungen zu 100 % erfüllt wurden, 1 bedeutet, dass die Erwartungen gar nicht erfüllt wurden.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nun folgenden Figurenbeschreibung und aus den Ansprüchen.

Es zeigen:

1: ein schematisch dargestelltes erstes beschreibbares flächiges Bauteil,

2: ein schematisch dargestelltes zweites beschreibbares und durchsichtiges flächiges Bauteil,

3: zwei übereinander liegende flächige Bauteile mit eingezeichneten Ergebnissen.

Wie sich aus den beiden Figuren ergibt, besteht die Vorrichtung aus einem ersten flächigen Bauteil 10 und einem zweiten durchsichtigen flächigem Bauteil 12. Auf diesen sind jeweils Spinnendiagramme 14 aufgetragen, die aus sich von einem Mittelpunkt 16 nach außen erstreckenden Skalen 18 gebildet sind. Auf den Skalen 18 befinden sich Beurteilungspunkte 20, deren Wertigkeit von 1 bis 7 ausgehend vom Mittelpunkt 16 nach außen hin zunimmt. Im Bereich der freien Enden der Skalen 18 sind stichwortartig die zu beurteilenden Eigenschaften oder Fähigkeiten aufgetragen, auf die sich die jeweils zugeordnete Skala bezieht.

Nachdem zwei Personen, also beispielsweise ein Coach und eine zu beurteilende Person jeweils ihr Spinnendiagramm 14 ausgefüllt haben, können die angekreuzten Beurteilungspunkte 20 vorteilhafterweise innerhalb der jeweiligen Spinnendiagramme 14 miteinander verbunden werden, so dass sich um den Mittelpunkt 16 erstreckende Linien 22 bzw. Flächenbegrenzungen ergeben.

3 zeigt die beiden flächigen Bauteile 10, 12 im aufeinander liegenden-Zustand, wobei die sich unterscheidenden Flächen jeweils schraffiert dargestellt sind. Es wird deutlich, dass mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine Beurteilung visualisiert und damit deutlich erleichtert wird.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen mit

    – einem ersten beschreibbaren flächigen Bauteil (10),

    – einem zweiten beschreibbaren, durchsichtigen flächigen Bauteil (12),

    wobei

    – auf den Bauteilen (10, 12) jeweils mindestens ein grafisches Element (10) vorgesehen ist, anhand dessen ein Benutzer ein Ergebnis einer Beurteilung durch Einzeichnen dokumentieren kann,

    – die Bauteile (10, 12) derart aufeinander anordbar sind, dass der Benutzer durch das zweite durchsichtige Bauteil (12) hindurch auch das grafisches Element und die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse auf dem ersten Bauteil (10) sehen kann,

    – auf den Bauteilen (10, 12) mindestens jeweils ein grafisches Element vorgesehen ist, anhand dessen ein Benutzer ein Ergebnis einer Beurteilung durch Einzeichnen dokumentieren kann,

    – die Bauteile (10, 12) derart aufeinander anordbar sind, dass der Benutzer durch das zweite durchsichtige Bauteil (12) hindurch auch das grafische Element und die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse auf dem ersten Bauteil (10) sehen kann,

    – die flächigen Bauteile (10, 12) derart angeordnet sind, dass im aufeinander gelegten Zustand der beiden flächigen Bauteile (10, 12) die eingezeichneten Beurteilungsergebnisse unmittelbar miteinander vergleichbar sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden flächigen Bauteile (10, 12) kreisförmig ausgeführt sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf den flächigen Bauteilen (10, 12) Spinnendiagramme (14) dargestellt sind, die sich aus Skalen (18) ergeben, die von einem Mittelpunkt (16) nach außen verlaufen und auf denen Beurteilungspunkte (20) aufgetragen sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinnendiagramme (14) aus zwölf Skalen (18) gebildet sind.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die flächigen Bauteile (10, 12) aus abwaschbarem Kunststoff gebildet sind.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die flächigen Bauteile (10, 12) aus Papier oder Pappe gebildet sind.
  7. Vorrichtung zur Vorbereitung und Durchführung von Beurteilungsgesprächen mit einem Rechner, einem Eingabegerät und einem Monitor, wobei der Rechner

    – in einem ersten Schritt eine Eingabemaske auf dem Monitor darstellt, in die ein Benutzer Ergebnisse einer Beurteilung einer Person eingeben kann,

    – oder ein anderer Rechner in einem zweiten Schritt die gleiche Eingabemaske nochmals darstellt, wobei in diese dann ein anderer Benutzer seine Beurteilungsergebnisse eingibt,

    – in einem nächsten Schritt die zuvor eingegebenen Ergebnisse in einem Diagramm darstellt,

    – die Ergebnisse derart übereinander liegend darstellt, dass gleichartige Ergebnisse derart innerhalb der Diagramme angeordnet sind, dass diese unmittelbar miteinander vergleichbar sind.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rechner die Ergebnisse mit Hilfe eines Spinnendiagramms (14) darstellt, die sich aus Skalen (18) ergeben, die von einem Mittelpunkt (16) nach außen verlaufen und auf denen Beurteilungspunkte (20) aufgetragen sind.
  9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Rechner die Ergebnisse derart darstellt, dass die Skalen (18) und die Beurteilungspunkte (20) der beiden Spinnendiagramme (14) übereinander liegen.
  10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in die beiden Spinnendiagramme (14) jeweils eine Linie eingezeichnet ist, die die Beurteilungspunkt miteinander verbindet.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche


Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com