| Dokumentenidentifikation |
DE102005010632A1 06.10.2005 |
| Titel |
Richtrotorlager |
| Anmelder |
EVG Entwicklungs- u. Verwertungs- Gesellschaft m.b.H., Raaba, AT |
| Erfinder |
Ritter, Klaus, Graz, AT |
| Vertreter |
Mitscherlich & Partner, Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München |
| DE-Anmeldedatum |
08.03.2005 |
| DE-Aktenzeichen |
102005010632 |
| Offenlegungstag |
06.10.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
06.10.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
B21F 1/02
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| Zusammenfassung |
Vorrichtung zum Richten eines von einem Materialvorrat kontinuierlich abgezogenen, langgestreckten Materialstranges, mit einem Maschinengestell, in dem ein um seine Längsachse mit hoher Drehzahl rotierend angetriebener Richtrotor (3) gelagert ist, der mit mehreren, mit Abstand hintereinander geschalteten, gegen die Längsachse radial versetzten und radial verstellbaren Richtbacken versehen ist, mit je einer einlaufseitigen und je einer auslaufseitigen Längerung (6, 7) für den Richtrotor, von denen jede ein in einem Lagergehäuse angeordnetes Lager aufweist, das von zumindest einer Lagerkammer umgeben ist, mit einem Antrieb für den Richtrotor, mit einer Vorschubeinrichtung zum kontinuierlichen Fördern des Materialstranges in die Richtvorrichtung und mit einer Einrichtung zum Herausziehen des Materialstranges aus der Richtvorrichtung, wobei der Richtrotor an seinen beiden Enden Aufnahmen (4, 5) für die Lagerungen aufweist, wobei ferner die jeweiligen Lagergehäuse (27) der Lagerungen ein- und auslaufseitig mit zumindest je einer berührungslosen Dichtung (31, 31') gegen die Aufnahmen des Richtrotors abgedichtet sind und außerhalb der Dichtungen (31, 31') an der dem Lager (26) abgewandten Seite jeweils ein- und auslaufseitig eine mit Luftzufuhrkanälen (40, 40') verbundene Luftkammer (39, 39') angeordnet ist, wobei Luft einerseits aus Luftspalten und andererseits in den Dichtungen (31, 31') in Richtung der Lagerkammern förderbar ist.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Richten eines von einem
Materialvorrat kontinuierlich abgezogenen, langgestreckten Materialstranges, mit
einem Maschinengestell, in dem ein um seine Längsachse mit hoher Drehzahl rotierend
angetriebener Richtrotor gelagert ist, der mit mehreren, mit Abstand hintereinandergeschalteten,
gegen die Längsachse radial versetzten und radial verstellbaren Richtbacken versehen
ist, mit je einer einlaufseitigen und je einer auslaufseitigen Lagerung für den
Richtrotor, wobei jede Lagerung ein in einem Lagergehäuse angeordnetes Lager aufweist,
das von zumindest einer Lagerkammer umgeben ist, mit einem Antrieb für den Richtrotor,
mit einer Vorschubeinrichtung zum kontinuierlichen Fördern des Materialstranges
in die Richtvorrichtung, und mit einer Einrichtung zum Herausziehen des Materialstranges
aus der Richtvorrichtung.
Aus der EP-A1-0620058 ist eine Vorrichtung zum Richten von Drähten
dieser Gattung bekannt. Mit Hilfe eines Keilriemenantriebes wird ein Rotor um seine
Längsachse rotierend angetrieben, wobei der Rotor in zwei Lagerungen in einem Maschinengestell
gelagert ist. Der Rotor weist mehrere, mit Abstand hintereinander angeordnete Richtdüsen
auf, die gegen die Längsachse radial versetzt sind. Die Richtdüsen sind in Richtdüsenhaltern
drehbar gelagert, die im Rotor zur Gehäuselängsachse radial verstellbar angeordnet
sind. Zum Radialverstellen der Richtdüsenhalter sind entsprechende Stelleinrichtungen
vorgesehen, wobei die Stelleinrichtungen im wesentlichen zwei axial bewegliche Schubelemente
mit entsprechenden Keilflächen aufweisen. Im Einlauf des Rotors ist eine Führungsdüse
angeordnet. Eine detaillierte Beschreibung der Lagerungen für den Rotor wird in
dieser Patentschrift nicht gegeben.
Aus der GB-B1-711991 und der EP-B1-313769 sind Richtmaschinen dieser
Gattung bekannt, bei denen die radiale Verstellung der Richtdüsen jeweils durch
Stellschrauben erfolgt. Aus der EP-B1-313769 ist außerdem bekannt, den Auslauf der
Richtvorrichtung mit einer weiteren Führungsdüse zu versehen und die Richtwerkzeuge
nicht düsenförmig, sondern als Richtsteine auszubilden, die eine zur Oberseite des
Drahtes, d.h. zum Draht hin geöffnete Rille aufweisen. Auch in diesen Druckschriften
sind die Lagerungen des Rotors nicht näher beschrieben.
Aufgabe der Erfindung ist es, ausgehend von dem bekannten Stand der
Technik eine Vorrichtung der einleitend angegebenen Art zu schaffen, die es ermöglicht,
den Richtrotor mit hoher Drehzahl betriebssicher zu betreiben und dabei lange Standzeiten
der Lager zu gewährleisten. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet sich dadurch
aus, daß der Richtrotor an seinen beiden Enden Aufnahmen für die Lagerungen aufweist,
daß die jeweiligen Lagergehäuse der Lagerungen ein- und auslaufseitig mit zumindest
je einer berührungslosen Dichtung gegen die Aufnahmen des Richtrotors abgedichtet
sind, wobei jeweils ein- und auslaufseitig zumindest eine Dichtung als Spaltdichtung
ausgebildet ist und außerhalb der Dichtungen an der dem Lager abgewandten Seite
jeweils ein- und auslaufseitig eine mit Luftzufuhrkanälen verbundene Luftkammer
vorgesehen ist, daß in die Lagerkammern flüssiges Schmiermittel einführbar ist,
daß außerhalb der Lagergehäuse jeweils ein- und auslaufseitig je eine Luftförderscheibe
drehfest mit den Aufnahmen verbunden ist, wobei zwischen den Außenflächen der Lagergehäuse
und den Luftförderscheiben jeweils ein mit den Luftzufuhrkanälen verbundener Luftspalt
gebildet wird, und daß die Luftförderscheiben mit den Außenflächen der Lagergehäuse
jeweils einen Austrittsspalt bilden, wobei die Luft einerseits aus den Luftspalten
in Richtung über die Austrittsspalte und anderseits in den Spaltdichtungen in Richtung
Lagerkammern förderbar ist.
Vorzugsweise ist das Schmiermittel mit Druck und mengengeregelt über
zumindest eine Einspritzbohrung in die Lagerkammern einführbar. Nach einem weiteren
Erfindungsmerkmal ist durch Gestaltung der Oberfläche der Luftförderscheiben und/oder
der Außenfläche der Lagergehäuse die Luft aus den Luftspalten in Richtung über die
Austrittsspalte förderbar. Außerdem sind zum Erzielen einer Förderwirkung in Richtung
der Lagerkammern die Spaltdichtungen derart gestaltet, daß ein im Dichtspalt befindliches
Medium in Richtung Lagerkammern förderbar ist.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend an
einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen: 1 eine schematischer Darstellung eine Vorrichtung
gemäß der Erfindung und 2 einen Schnitt durch eine
Lagerung der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
Die in 1 schematisch dargestellte Vorrichtung
1 wird zum Richten eines langgestreckten Materialstranges verwendet, der
kontinuierlich von einem Materialvorrat mit Hilfe einer Vorschubeinrichtung in Produktionsrichtung
P1 entlang der Produktionslinie X-X kontinuierlich abgezogen und in die Richtvorrichtung
1 eingeschoben wird. Mit Hilfe einer weiteren Fördereinrichtung wird der
gerichtete Materialstrang aus der Richtvorrichtung 1 kontinuierlich herausgezogen
und einer nachgeschalteten Schneideinrichtung zugeführt, die Materialstücke wählbarer
Länge vom Materialstrang abtrennt. Die Schneideinrichtung ist im Rahmen der Erfindung
vorzugsweise als Rotationsschere aufgebaut. Der langgestreckte Materialstrang kann
im Rahmen der Erfindung beispielsweise ein Draht mit rundem Querschnitt und glatter
oder gerippter Oberfläche sein, worauf sich das dargestellte Ausführungsbeispiel
bezieht.
Die Richtvorrichtung 1 weist ein Rotorgehäuse 2
und einen Richtrotor 3 auf, der über einen als Aufnahme dienenden, hohlen
Wellenstummel 4 in einer einlaufseitigen, als Festlager ausgebildeten Lagerung
6 und über einen als Aufnahme dienenden, hohlen Wellenstummel
5 in einer auslaufseitigen, als Loslager ausgebildeten Lagerung
7 im Rotorgehäuse 2 drehbar gelagert ist . Der Richtrotor
3 wird von einem Antrieb 8 mit hohen Drehzahlen in Umdrehung versetzt,
wobei es im Rahmen der Erfindung möglich ist, den Richtrotor 3 sowohl in
Drehrichtung P2 als auch in der entgegengesetzten Drehrichtung P3 um seine mit der
Produktionslinie X-X übereinstimmenden Längsachse zu drehen. Der Antrieb
8 erfolgt beispielsweise über einen Zahnriemen 9, der von einem
Antriebsmotor 10 angetrieben wird und mit einer Zahnscheibe 11
(2) zusammenwirkt.
Der Richtrotor 3 weist mehrere Richtbacken 12 (2)
auf, die mit wählbarem Abstand zueinander und gegen die Produktionslinie X-X radial
versetzt angeordnet sind. Die radiale Verstellung der Richtbacken 12 erfolgt
durch zwei radial auf die Richtbacken 12 wirkende Stellschrauben, wobei
die Stellschrauben die axialen Richtkräfte der jeweiligen Richtbacke 12
formschlüssig aufnehmen. Im Rahmen der Erfindung kann zum Ausgleich einer Unwucht
zwischen zumindest einer Stellschraube und der zugehörigen Richtbacke ein Distanzstück
angeordnet werden. Die radiale Versetzung der Richtbacken 12 und der gegenseitige
Abstand der Richtbacken 12 ist vom Durchmesser und der Qualität des zu
richtenden Materials abhängig. Durch die radiale Versetzung der Richtbacken
12 wird die zum Richten notwendige Walkarbeit des Drahtes D während der
Rotation des Richtrotors 3 und damit die entsprechende Richtwirkung im
Draht D erreicht. Die Richtbacken 12 können im Rahmen der Erfindung aus
einem Stück, beispielsweise aus Hartmetall bestehen, oder mehrteilig aufgebaut sein,
wobei im Berührungsbereich mit dem Draht entsprechend härtere Materialien, beispielsweise
Karbon-Keramik, zum Einsatz gelangen.
Die Lagerungen 6, 7 werden von einer Schmiermitteldruckpumpe
13 mit einem flüssigen Schmiermittel versorgt, wobei eine entsprechende
Mengendosiereinrichtung 14 und eine Absaugung des Schmiermittels durch
eine Schmiermittelabsaugpumpe 15 vorgesehen sind, um ein Überschmieren
der Lagerungen 6, 7 zu vermeiden. Die Mengendosierung
14 des Schmiermittels ist im Rahmen der Erfindung wahlweise fest eingestellt
oder verstellbar. Das Schmiermittel kann im Rahmen der Erfindung durch entsprechende
Einrichtungen, beispielsweise Kühleinrichtungen, gekühlt werden. Als Schmiermittel
können im Rahmen der Erfindung beispielsweise Schmieröle oder Schmieremulsionen
verwendet werden. Von der Schmiermitteldruckpumpe 13 führt eine zentrale
Versorgungsleitung 16 zu den beiden Lagerungen 6, 7.
Hierbei wird die Lagerung 6 von einer Schmiermittelleitung 17
und die Lagerung 7 von einer Schmiermittelleitung 18 versorgt.
Die Schmiermittelabsaugung erfolgt beim dargestellten Ausführungsbeispiel über eine
zentrale Rückleitung 19. Dabei wird das Schmiermittel bei der Lagerung
6 ein- und auslaufseitig über je eine Abfuhrleitung 20 bzw.
20' und bei der Lagerung 7 ebenfalls ein- und auslaufseitig über
je eine Abfuhrleitung 21 bzw. 21' abgesaugt.
Zum Reinigen und zur Vermeidung von Verschmutzungen der Lagerungen
6, 7 wird Druckluft verwendet, die von einer Druckluftversorgungseinheit
22 über eine zentrale Versorgungsleitung 23 zugeführt wird. Die
Druckluft wird bei der Lagerung 6 ein- und auslaufseitig über je eine Zufuhrleitung
24 bzw. 24' und bei der Lagerung 7 ebenfalls ein- und
auslaufseitig über je eine Zufuhrleitung 25 bzw. 25' zugeführt.
In 2 ist die Lagerung 7 im Schnitt
dargestellt, wobei die Schmiermittelzufuhrleitung 18, die Schmiermittelabfuhrleitungen
21, 21' und die Luftzufuhrleitungen 25, 25'
nur schematisch mit Pfeilen angedeutet sind. Die Lagerung 7 weist ein Wälzlager
26 auf, das auf dem Wellenstummel 5 des Richtrotors
3 sitzt. Die Lagerung 7 kann im Rahmen der Erfindung unterschiedliche
Ausführungsformen haben und beispielsweise als Gleitlager ausgebildet sein. Der
Außenring 28 des Wälzlagers 26 sitzt in einem Lagergehäuse
27, das mit Hilfe von Sicherungselementen 29 im Rotorgehäuse
2 befestigt ist. Im Rahmen der Erfindung kann das Lagergehäuse
27 aus mehreren Teilen bestehen und beispielsweise auslaufseitig einen
abnehmbaren Deckel aufweisen. Der Außenring 28 des Wälzlagers
26 stützt sich mit mehreren am Umfang verteilten Druckfedern
30 am Lagergehäuse 27 ab. Die Vorspannung des Wälzlagers
26 kompensiert über Druckfedern 30 die Längenfehler und temperaturbedingten
Längenausdehnungen während des Betriebes und ermöglicht eine Spielfreistellung der
Lager. Das Lagergehäuse 27 ist gegen den Wellenstummel 5 ein-
und auslaufseitig jeweils mit einer Spaltdichtung 31 bzw. 31'
abgedichtet, wobei die Spaltdichtungen 31, 31' durch Distanzstücke
32, 32' mit Abstand zum Innenring 33 des Wälzlagers
26 auf dem Wellenstummel 5 angeordnet sind. Die Spaltdichtungen
31, 31' sind derart gestaltet, daß durch die Geometrie des Dichtspaltes
eine Labyrinthwirkung erzielt wird. Die den Spalt bildenden Flächen
der Spaltdichtungen 31, 31' können im Rahmen der Erfindung eine
sägezahnartige Form aufweisen, wobei die Spitzen der Sägezähne auf einer Kegelfläche
liegen, wodurch in Richtung der Kegelbasisfläche eine Förderwirkung für ein im Spalt
befindliches Medium erzeugt wird. Im Ausführungsbeispiel ist die Förderrichtung
zu den Lagerkammern 34, 34' hin gerichtet. Im Rahmen der Erfindung
ist es möglich, zusätzliche Dichtelemente vorzusehen, wobei es im Rahmen der Erfindung
möglich ist, daß zumindest eines der zusätzlichen Dichtelemente eine entgegengesetzte
Förderrichtung, d.h. von den Lagerkammern 34, 34' weg, aufweist.
Durch die Distanzstücke 32, 32' wird zwischen dem
Wälzlager 26 und dem Lagergehäuse 27 ein- und auslaufseitig je
eine Lagerkammer 34 bzw. 34' gebildet. Das durch die Schmiermittelzufuhrleitung
18 zugeführte Schmiermittel gelangt zunächst in eine Schmiermittelverteilkammer
35, die ein- und auslaufseitig eine Einspritzbohrung oder mehrere am Umfang
verteilte Einspritzbohrungen 36 bzw. 36' aufweist, die jeweils
in Richtung des Wälzlagers 26 schräg nach innen zur Produktionslinie X-X
hin gerichtet sind. Aus der Schmiermittelverteilkammer 35 wird das Schmiermittel
durch die Einspritzbohrungen 36, 36' in die Lagerkammern
34, 34' gespritzt. Zur Erhöhung der Einspritzgeschwindigkeit ist
es im Rahmen der Erfindung möglich, die Einspritzbohrungen 36,
36' mit entsprechend gestalteten Düsen zu versehen. Um einen Schmiermittelabfluß
zu gewährleisten, sind ein- und auslaufseitig Schmiermittelrückführkammern
37 bzw. 37' vorgesehen, die einerseits mit den Lagerkammern
34, 34' und anderseits über Schmiermittelaustrittsbohrungen
38 bzw. 38' mit den Schmiermittelabfuhrleitungen 21,
21' verbunden sind.
Im Lagergehäuse 27 sind ein- und auslaufseitig außerhalb
der Spaltdichtungen 31, 31' ringförmig angeordnete Luftkammern
39 bzw. 39' vorgesehen, die über Luftzufuhrkanäle 40
bzw. 40' mit den Luftzufuhrleitungen 25, 25' verbunden
sind. An der Außenseite des Lagergehäuses 27 sind ein- und auslaufseitig
je eine Luftförderscheibe 41 bzw. 41' angeordnet, die durch Distanzstücke
42, 42' mit Abstand zu den Spaltdichtungen 31,
31' auf dem Wellenstummel 5 befestigt sind. Die Luftförderscheiben
41, 41' bilden mit den Außenflächen des Lagergehäuses
27 je einen Luftspalt 43, 43'. Die Luftförderscheiben
41, 41' sind an ihren Enden derart gestaltet, daß sie mit dem
Lagergehäuse 27 je einen engen Austrittsspalt 44 bzw.
44' bilden, durch den die Druckluft entsprechend den Pfeilrichtungen P4
bzw. P4' aus der jeweiligen Luftkammer 39, 39' entweichen kann.
Durch den Luftaustritt aus den Austrittsspalten 44, 44' wird das
Eindringen von Verschmutzungen entgegen den Luftaustrittsrichtungen P4, P4' verhindert.
Die dem Luftspalt 43, 43' zugewandte Fläche der Luftförderscheiben
41, 41' weisen eine entsprechende Oberflächengestaltung auf, die
die Förderwirkung in Richtung zum Austrittsspalt 44, 44' hin erhöht.
Im Rahmen der Erfindung können dies beispielsweise entsprechend geformte Nuten sein.
Durch das Einblasen von Druckluft in die Luftkammern 39, 39' wird
ein Überdruck aufgebaut. Durch diesen Überdruck werden einerseits eingedrungene
Schmutzpartikel über die Austrittsspalte 44, 44' wieder ausgeblasen,
so daß eine Verschmutzung der Spaltdichtungen 31, 31' verhindert
wird, und anderseits baut sich in den Spaltdichtungen 31, 31'
ein gegen die Lagerkammern 34, 34' gerichteter Druckunterschied
auf, wodurch in den Spaltdichtungen 31, 31' als Medium ein Gemisch
aus Schmiermittel und Luft entsteht. Hierbei geht der Schmiermittelanteil innerhalb
der Spaltdichtungen 31, 31' in Richtung auf die Luftspalte
43, 43' möglichst gegen Null, so daß ein Schmiermittelaustritt
aus den Dichtspalten der Spaltdichtungen 31, 31' weitgehend verhindert
wird. Durch die Druckluft wird außerdem die Lagerung 7 gekühlt. Die Druckluftzufuhr
wird je nach den Betriebsbedingungen geschaltet, wobei beispielsweise eine konstante
oder pulsierende oder drehzahl- und lastabhängige Schaltung möglich ist.
Die Luftförderscheiben 41, 41' weisen an den Austrittsspalten
44, 44' eine nach außen weisende Abschleuderkante auf, die derart
gestaltet ist, daß durch die schnelle Umdrehung des Richtrotors 3 sowohl
der Schmutz aus den Austrittsspalten 44, 44' als auch der Schmutz
von den Luftförderscheiben 41, 41' weggeschleudert wird. Am Außengehäuse
des Lagergehäuses 27 ist ein- und auslaufseitig je eine ringförmige, nach
außen weisende Sammelkante 45, 45' angeordnet, die die von Abschleuderkanten
weggeschleuderten Verschmutzungen von den Austrittsspalten 44,
44' fernhält und nach unten ableitet.
Im Wellenstummel 5 ist eine Führungsdüse 46 eingesetzt,
die den Draht annähernd in der Produktionslinie X-X hält. Die Innenbohrung der Führungsdüse
46 ist an den Drahtdurchmesser angepaßt, wobei es vorteilhaft ist, jeweils
für mehrere Durchmesser nur eine Führungsdüse zu verwenden.
Die Lagerung 6 ist analog zu der oben beschriebenen Lagerung
7 aufgebaut . Da es sich bei der Lagerung 6 jedoch um ein Festlager
handelt, ist die entsprechende Lagekammer 34, 34' derart ausgebildet,
daß der Außenring 28 des Wälzlagers 26 fest im Lagergehäuse
27 eingespannt ist, wodurch die Druckfedern 30 entfallen können.
Es versteht sich, daß das dargestellte Ausführungsbeispiel im Rahmen
des allgemeinen Erfindungsgedankens verschiedentlich, insbesondere hinsichtlich
der Ausgestaltung der Luftförderscheiben 41, 41', abgewandelt
werden kann. Die dem Luftspalt 43, 43' zugewandte Oberfläche der
Luftförderscheibe 41, 41' kann derart gestaltet
sein, daß eine Beaufschlagung mit Druckluft nicht erforderlich ist. Die Oberfläche
kann in diesem Fall beispielsweise entsprechende Aufrauungen aufweisen oder auch
mit zusätzlichen Förderelementen, wie beispielsweise Förderschaufeln, versehen sein.
Auf jeden Fall muß gewährleistet sein, daß durch den Luftaustritt aus den Austrittsspalten
44, 44' das Eindringen von Verschmutzungen entgegen den Luftaustrittsrichtungen
P4, P4' verhindert wird.
Des weiteren ist im Rahmen der Erfindung möglich, auch die Oberfläche
der den Luftspalt 43, 43' begrenzenden Außenfläche des Lagergehäuses
27 so zu gestalten, daß einerseits eine Luftförderwirkung in Richtung des
Austrittsspaltes 44, 44' erzielt wird, wodurch das Eindringen
von Verschmutzungen entgegen den Luftaustrittsrichtungen P4, P4' verhindert wird,
und daß sich anderseits in den Spaltdichtungen 31, 31' ein gegen
die Lagerkammern 34, 34' gerichteter Druckunterschied aufbaut.
Diese Ausgestaltung der Oberflächenstruktur des Lagergehäuses 27 kann im
Rahmen der Erfindung außerdem derart sein, daß eine Beaufschlagung mit Druckluft
nicht erforderlich ist.
Des weiteren ist es im Rahmen der Erfindung möglich, als Lager der
Lagerungen 6, 7 jeweils ein Dreiringlager zu verwenden. Das Dreiringlager
besteht von innen nach außen gesehen aus einem Innenring, aus mehreren inneren Wälzkörpern
mit zugehörigen Käfigen, aus einem antreibbaren Mittelring, aus einem äußeren Wälzkörper
mit entsprechenden Käfigen, sowie aus einem Außenring. Der Mittelring kann mit einer
Drehzahl angetrieben werden, die unterhalb der Gesamtdrehzahl des Richtrotors liegt,
wodurch eine Aufteilung der Gesamtdrehzahl des Richtrotors auf die beiden Wälzkörper
und damit eine niedrigere Drehzahl des inneren und des äußeren Wälzkörpers ermöglicht
wird.
Schließlich ist es im Rahmen der Erfindung möglich, die Lagerungen
6, 7 mit entsprechend gestalteten Kühleinrichtungen zu versehen
und das Schmiermittel zur Kühlung zu verwenden.
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| Anspruch[de] |
- Vorrichtung zum Richten eines von einem Materialvorrat kontinuierlich
abgezogenen, langgestreckten Materialstranges, mit einem Maschinengestell, in dem
ein um seine Längsachse mit hoher Drehzahl rotierend angetriebenen Richtrotor gelagert
ist, der mit mehreren, mit Abstand hintereinandergeschalteten, gegen die Längsachse
radial versetzten und radial verstellbaren Richtbacken versehen ist, mit je einer
einlaufseitigen und je einer auslaufseitigen Lagerung für den Richtrotor, wobei
jede Lagerung ein in einem Lagergehäuse angeordnetes Lager aufweist, das im Lagergehäuse
von zumindest einer Lagerkammer umgeben ist, mit einem Antrieb für den Richtrotor,
mit einer Vorschubeinrichtung zum kontinuierlichen Fördern des Materialstranges
in die Richtvorrichtung, und mit einer Einrichtung zum Herausziehen des Materialstranges
aus der Richtvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß der Richtrotor (3)
an seinen beiden Enden Aufnahmen (4, 5) für die Lagerungen (6,
7) aufweist, daß die jeweiligen Lagergehäuse (27) der Lagerungen
(6, 7) ein- und auslaufseitig mit zumindest je einer berührungslosen
Dichtung (31, 31') gegen die Aufnahmen (4,
5) des Richtrotors (3) abgedichtet sind, wobei jeweils ein- und
auslaufseitig zumindest eine Dichtung als Spaltdichtung (31,
31') ausgebildet ist und außerhalb der Dichtungen (31,
31') an der dem Lager (26) abgewandten Seite jeweils ein- und
auslaufseitig eine mit Luftzufuhrkanälen (40, 40') verbundene
Luftkammer (39, 39') angeordnet ist, daß in die Lagerkammern (34,
34') flüssiges Schmiermittel einführbar ist, daß außerhalb der Lagergehäuse
(27) jeweils ein- und auslaufseitig je eine Luftförderscheibe (41,
41') drehfest mit den Aufnahmen (4, 5) verbunden ist,
wobei zwischen den Außenflächen der Lagergehäuse (27) und den Luftförderscheiben
(41, 41') jeweils ein mit den Luftzufuhrkanälen (40,
40') verbundener Luftspalt (43, 43') gebildet wird, und
daß die Luftförderscheiben (41, 41') mit den Außenflächen der
Lagergehäuse (27) jeweils einen Austrittsspalt (44,
44') bilden, wobei die Luft einerseits aus den Luftspalten (43,
43') in Richtung (P4, P4') über die Austrittsspalte (44,
44') und anderseits in den Spaltdichtungen (31, 31')
in Richtung Lagerkammern (34, 34') förderbar ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schmiermittel
mit Druck (13) und mengengeregelt (14) über zumindest eine Einspritzbohrung
(36, 36') in die Lagerkammern (34, 34') einführbar
ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Gestaltung der Oberfläche der Luftförderscheiben (41,
41') und/oder der Außenfläche der Lagergehäuse (27) die Luft aus
den Luftspalten (43, 43') in Richtung (P4, P4') über die Austrittsspalte
(44, 44') förderbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Erzielen einer Förderwirkung in Richtung der Lagerkammern (34,
34') die Spaltdichtungen (31, 31') derart gestaltet sind,
daß ein im Dichtspalt befindliches Medium in Richtung Lagerkammern (34,
34') förderbar ist.
- Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die den Spalt
bildenden Flächen der Spaltdichtungen (31, 31') eine sägezahnartige
Form aufweisen, wobei die Spitzen der Sägezähne auf einer Kegelfläche liegen und
die Kegelbasisfläche den Lagerkammern (34, 34') benachbart ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Luftzuführkanäle (40, 40') über Luftzufuhrleitungen (24,
24'; 25, 25') mit regelbarer Druckluft (22)
beaufschlagbar sind.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß ein im Dichtspalt der Spaltdichtungen (31, 31') befindliches
Medium in Richtung Lagerkammern (34, 34') mit Druckluft (22)
in Richtung zu den Lagerkammern (34, 34') hin förderbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß bei mehreren einlaufseitigen Spaltdichtungen (31) und bei mehreren
auslaufseitigen Spaltdichtungen (31') zumindest je eine Spaltdichtung (31,
31') derart gestaltet ist, daß ein im jeweiligen Dichtspalt befindliches
Medium in Richtung von der entsprechenden Lagerkammer (34, 34')
weg förderbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Wegschleudern von Verschmutzungen von den Lagergehäusen (27) der
Lagerungen (6, 7) die Luftförderscheiben (41,
41') im Bereich der Austrittsspalte (44, 44') eine nach
außen weisende Abschleuderkante aufweisen.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Ableiten von Verschmutzungen und zum Fernhalten von Verschmutzungen von
den Austrittsspalten (44, 44') die Lagergehäuse (27)
der Lagerungen (6, 7) nahe den Austrittsspalten (44,
44') jeweils ein- und auslaufseitig eine ringförmige, nach außen weisende
Sammelkante (45, 45') aufweisen.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zum Einspritzen des Schmiermittels in die Lagerkammern (34,
34') eine wahlweise festeingestellte oder verstellbare Mengendosiereinrichtung
(14) und eine Druckpumpe (13) vorgesehen sind, die das Schmiermittel
über Zuführleitungen (16, 17, 18) in eine in den Lagergehäusen
(27) der Lagerungen (6, 7) angeordnete, mit den Einspritzbohrungen
(36, 36') verbundene Schmiermittelverteilkammer (35)
fördert.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Lagerkammer (34, 34') zumindest eine Abfuhrleitung (20,
20'; 21, 21') aufweist.
- Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Schmiermittel
über die Abfuhrleitungen (20, 20'; 21, 21')
mit einer Absaugpumpe (15) absaugbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß das Schmiermittel kühlbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß als Schmiermittel dünnflüssiges Schmieröl verwendet wird.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerungen (6, 7) kühlbar sind.
- Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß Druckluft
und/oder das Schmiermittel zur Kühlung einsetzbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerungen als Festlager (6) und als Loslager (7) ausgebildet
sind, und daß die Lager als Wälzlager (26) mit einem Außenring (28)
ausgebildet sind, wobei der Außenring (28) des Loslagers (7) sich
über mehrere, am Umfang verteilte Druckfedern (30) an dem Lagergehäuse
(27) abstützt.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lager der Lagerungen (6, 7) als Gleitlager ausgebildet
sind.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Lager der Lagerungen (6, 7) als Dreiringlager ausgebildet
sind, das einen Innenring, einen antreibbaren Mittelring, einen Außenring, sowie
mehrere dazwischenliegende Wälzkörper samt Käfigen aufweist, wobei der Mittelring
mit einer Drehzahl unterhalb der Gesamtdrehzahl des Richtrotors (3) antreibbar
ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
daß der Richtrotor (3) mit hoher Drehzahl rechts (P2) und links (P3) um
seine Längsachse (X-X) drehbar ist.
- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet,
daß die Richtbacken (12) einseitig auf den Materialstrang (D) wirken und
daß die radiale Verstellung der Richtbacken (12) mit Hilfe von Stellschrauben
erfolgt, wobei die Stellschrauben die axialen Richtkräfte der jeweiligen Richtbacke
(12) formschlüssig aufnehmen.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen
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