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Dokumentenidentifikation DE202005009135U1 06.10.2005
Titel Rutschfeste Bodenmatte, insbesondere eine rutschfeste Fahrzeugbodenmatte zum Verhindern von Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche in einem Automobil oder anderem Fahrzeug
Anmelder DOMO FLOORCOVERINGS NV, Zwijnaarde, BE;
UMBRANIA s.a.s. di Boldrini A. & C, Bevagna, IT;
Sitip S.P.A., Cene, IT
Vertreter Dehmel & Bettenhausen, Patentanwälte, 80331 München
DE-Aktenzeichen 202005009135
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 06.10.2005
Registration date 01.09.2005
Application date from patent application 10.06.2005
IPC-Hauptklasse D06N 7/00
IPC-Nebenklasse D03D 27/00   B60N 3/04   A47G 27/02   

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft das Gebiet von Bodenbelägen. Die Erfindung betrifft eine rutschfeste Bodenmatte, die es ermöglicht, das Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche, bevorzugt der eines Automobils oder eines anderen Fahrzeugs, zu verhindern. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Matte mit einer Rückenschicht, welche aus einem aus synthetischen Garnen hergestellten dreidimensional kettgewirkten Textilgewebe besteht.

Hintergrund

Schützende Bodenmatten werden immer häufiger in Motorfahrzeugen verwendet, um so den teppichbelegten Boden von Automobilen vor Schmutz, Feuchtigkeit und vor Verschleiß und Abnutzung zu schützen. Derartige Matten werden im Allgemeinen mit einer ebenen Konfiguration gefertigt und werden üblicherweise aus einem elastomerischen Material hergestellt, das ausreichend flexibel ist, um sich in einer allgemeinen Weise, im Einsatz der Vielfalt von Formen und Konturen anzupassen, welche für derzeitige Automobilböden charakteristisch sind. Im Allgemeinen sind derartige Bodenmatten mit Textiloberflächen zur Verbesserung des Komforts und für die Erzeugung eines warmen Gefühls in dem Fahrzeug versehen.

Es ist eine wichtige Anforderung, dass derartige Bodenmatten entfernbar sein sollten, und trotz der Tatsache, dass sie von dem teppichbelegten Boden entfernt werden können, nicht rutschen sollten.

Im Automobilsektor ist bezüglich derartiger Automobilbodenmatten deren Tendenz, sich aus ihrer gewünschten Position als Reaktion auf seitliche Kräfte zu verschieben oder zu bewegen, die sie während des Einsteigens, Aussteigens von Insassen und im Verlauf normaler Fahroperationen erfahren, von primärer Bedeutung. Dieses kann zu einem Zusammenschieben, Stauchen und allgemeiner Unordnung der Matte auf dem Automobilboden führen. Ferner kann die Bewegung der Bodenmatte auf der Fahrerseite eine erhebliche Sicherheitsgefährdung darstellen, wenn sich die Matte so verschiebt, dass sie das Gaspedal, Bremspedal oder andere Automobilsteuerelemente beeinträchtigt. Dieses kann zu einer gefährlichen Situation führen, in welcher die Bodenmatte durch die Ferse eines Fahrers nach vorne bewegt wird, und wobei die Bremse und/oder das Beschleunigungspedal blockiert werden. Automobilhersteller haben größere Haftungsklagen bezüglich behaupteter Bodenmattenbewegung erlebt, ganz zu schweigen von dem Zoll menschlichen Leids, Eigentumsbeschädigung und erhöhter Versicherungsprämien, die sich aus Autounfällen ergeben. Es ist daher wichtig, das Bewegen und Verrutschen solcher sekundärer Bodenmatten zu verhindern, um eine hohe Sicherheit während der Fahrt zu gewährleisten. Die Mattenbewegung wird daher als eine ernsthafte und wichtige Aufgabe in der Automobilindustrie angesehen.

Es hat bisher eine Anzahl von Versuchen in der herkömmlichen Technik gegeben, Bodenmatten herzustellen, welche einer Bewegung auf teppichbelegten Oberflächen widerstehen.

Es wurde bereits vorgeschlagen, Klammern für die Fixierung von Bodenmatten auf einem teppichbelegten Boden zu verwenden. Jedoch bleibt bei der Verwendung von Klammern zum Fixieren der Bodenmatten die Gefahr, dass die Matten bewegt werden und das Rutschen bleibt, da der Teppich dazu neigen kann, sich zu verwerfen und Ausbauchungen und Täler als Folge unterschiedlicher klimatischer Bedingungen zu zeigen, oder weil sich die Klammern mit zunehmendem Alter und Verschleiß des Teppichs lösen.

In der Vergangenheit wurden auch Versuche gemacht, den Reibungskoeffizienten zwischen der Bodenmatte und dem tragenden teppichbelegten Automobilboden zu vergrößern. Spezielle Aufmerksamkeit wurde der Rückseite, der sogenannten (Rückenschicht) der Matte gewidmet. Es wurde vorgeschlagen, Beschichtungen zu verwenden, welche ein oder mehrere Verbindungsmittel enthalten. Beispiele von im Fachgebiet verwendeten Verbindungsmitteln umfassen einen rauen Gummiboden oder Granulate. Derartige Rückenschichten führen jedoch leicht zu der Entwicklung von schlechten Gerüchen und zu sogenanntem Beschlagen. Ferner können diese Verbindungsmittel nicht rezykliert werden und können während der Anwendung wasserverschmutzend sein. Ferner ist die Produktion dieses Arts von Bodenmatten besonders teuer. Ferner liefern derartige Rückenschichten im Allgemeinen kaum irgendwelche akustische Effekte.

Eine weitere Möglichkeit zur Befestigung einer Bodenmatte an einer speziellen Stelle auf einer darunter liegenden Teppichoberfläche besteht in der Verwendung von Haken/Schlingen-Befestigungselementen wie z.B. Velcro®-Befestigungselementen (Klettbefestigungen).

DE 42 18 213 zeigt beispielsweise eine Bodenmatte, welche auf dem Bodenteppich eines Fahrzeugs befestigt werden kann. Die Bodenmatte weist auf ihrer Unterseite ein erstes Teil eines Befestigungselementes auf, während das zweite Teil des Befestigungselementes beispielsweise mittels einer schraubenartigen Befestigungskomponente auf der Oberfläche des Bodenteppichs befestigt wird.

WO 97/06029 beschreibt eine Bodenmatte, die auf einem Teppichbodenbelag durch ein Haken/Schlingen-Befestigungselement in ihrer Lage festgehalten wird. Der erste, d.h., der Hakenabschnitt des Befestigungselementes ist auf dem Teppichboden verankert, während der zweite, d.h., der Schlingenabschnitt, auf einer Unterseite der Matte angebracht ist. Der erste Befestigungsabschnitt kann auf dem Teppichbodenbelag mit einer Klammer befestigt sein. In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Schlingenabschnitt der Bodenmatte ein gewebtes, nicht gebürstetes (nicht aufgerautes) Gewebe, und insbesondere ein allgemein bekannter und genau gesagt ein Markentextiltyp: Velcro 2000.

Die vorstehend beschriebenen Systeme erfordern jedoch immer die Verwendung von zwei Arten von Befestigungselementen, d.h., Hakenbefestigungselementen, die sich mit Schlingenbefestigungselementen vereinen. Derartige Befestigungselemente müssen auf unterschiedlichen Oberflächen angebracht werden. Außerdem ist eine korrekte Platzierung der Bodenmatte auf der teppichbelegten Oberfläche erforderlich, so dass die Vereinigungsabschnitte von jedem Haken/Schlingen-Befestigungselement ausgerichtet sind. Eine Fehlausrichtung vermindert und kann tatsächlich vollständig die Mattenhalterungsfunktion der Befestigungselemente vereiteln.

Obwohl sie einen vergrößerten Rutschwiderstand bereitstellen, haben die vorstehend beschriebenen Bemühungen nicht vollständig zu einer erfolgreichen Beseitigung von Mattenrutschen geführt, und waren in einigen Fällen durch eine übermäßige Komplexität und Herstellungskosten begleitet. Somit bleibt ein im Fachgebiet erheblicher Bedarf für die Bereitstellung verbesserter Teppichschutzbodenmatten.

Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Bodenmatte mit rutschfesten Eigenschaften, wenn sie auf die Oberseite einer teppichbelegten Oberfläche, bevorzugt auf die teppichbelegte Bodenfläche eines Automobils oder anderen Fahrzeugs aufgelegt wird.

Es ist insbesondere eine Aufgabe der Erfindung, eine verbesserte Bodenmatte bereitzustellen, welche gute rutschfeste Eigenschaften ohne die Notwendigkeit der Verwendung irgendeiner Art eines Befestigungselementes oder von Klammern bereitstellt.

Zusammenfassung

Die vorliegende Erfindung stellt eine andere Möglichkeit zur Befestigung einer Bodenmatte an einer speziellen Stelle auf einer darunter liegenden Oberfläche ohne die Notwendigkeit der Verwendung von zwei Arten sich miteinander vereinigender Befestigungselemente bereit.

Insbesondere betrifft die Erfindung eine entfernbare Fahrzeugbodenmatte, um ein Gleiten auf einer teppichbelegten Oberfläche in einem Automobil oder einem anderen Fahrzeug zu verhindern, mit:

  • – einem Florgewebe auf einer Oberseite der Matte;
  • – einer Rückenschicht mit Schlingen, die sich aus der Oberfläche der Rückenschicht nach außen erstrecken, wobei die Schlingen für wiederholten Eingriff mit und Trennung von der teppichbelegten Oberfläche angepasst sind, und
  • – einer Verbindungsschicht zum Verbinden der Rückenschicht mit dem Florgewebe,
wobei die Rückenschicht aus einem kettgewirkten Textilgewebe besteht, das im Wesentlichen aus synthetischen Garnen hergestellt wird.

Die vorliegende Erfindung stellt somit eine selbstgreifende und befestigende Bodenmatte bereit. Die Rückenschicht der Bodenmatte wird auf die Oberfläche einer teppichbelegten Oberfläche aufgebracht und liefert eine sehr gute Selbsthaftung und eine signifikante nicht rutschende Wirkung ohne die Notwendigkeit irgendeiner Art einer Hakenstruktur oder einer anderen Befestigungseinrichtung auf der teppichbelegten Oberfläche zur Befestigung damit. Vorteilhafterweise stellt daher die rutschfeste Bodenmatte gemäß der Erfindung einen Rutschfestigkeitseffekt auf den meisten Arten teppichbelegter Oberflächen bereit. Die rutschfeste Bodenmatte ist somit universell einsetzbar.

Zusätzlich wird das dreidimensionale kettgewirkte Textilgewebe bevorzugt auf der gesamten Unterseite des Florgewebes aufgebracht, um einen optimalen Griff bereitzustellen. Dieses Merkmal stellt auch den Vorteil bereit, dass die Bodenmatte in einer einfachen und wirtschaftlich rentablen Weise hergestellt werden kann.

Diese und weitere Aspekte, Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden vollständiger aus der nachstehenden detaillierten Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen verstanden, wenn diese in Verbindung mit den beigefügten Zeichnungen gelesen werden.

Detaillierte Beschreibung der Figuren

1 stellt den Aufbau einer Ausführungsform eines kettgewirkten Textilgewebes dar, das als Rückenschicht gemäß der vorliegenden Erfindung verwendet wird.

2 ist eine schematische Schnittansicht durch eine Ausführungsform einer Fahrzeugbodenmatte gemäß der vorliegenden Erfindung.

3 ist eine schematische Schnittansicht durch eine Ausführungsform einer Fahrzeugbodenmatte gemäß der vorliegenden Erfindung und einen mit Teppichoberfläche versehenen Bodenbereich.

Detaillierte Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft eine rutschfeste Bodenmatte zum Bedecken einer teppichbelegten Oberfläche, bevorzugt einer teppichbelegten Bodenoberfläche eines Automobils oder eines anderen Fahrzeugs, welche eine rutschfeste Rückenschicht als Unterlage aufweist. Die rutschfeste Rückenschicht kann an der Unterseite eines herkömmlichen Teppichaufbaus befestigt sein, um eine Bodenmatte zu erzeugen. Die Rückenschicht verhindert im Wesentlichen ein Rutschen der Bodenmatte, wenn die letztere auf eine teppichbelegte Oberfläche aufgebracht wird.

Diese teppichbelegten Oberflächen können Teppiche mit kurzen oder langen Rückenschlingen, Samtteppiche, Mokette, Vorleger, Nadelflorteppiche, Veloursteppiche, Veloursfilzteppiche, Flachnadelfilzteppiche usw., jedoch nicht darauf beschränkt umfassen. Vorteilhaft stellt die rutschfeste Rückenschicht gemäß der Erfindung einen Rutschfestigkeitseffekt auf den meisten teppichbelegten Oberflächen bereit. Die rutschfeste Fahrzeugbodenmatte ist somit universell anwendbar.

In einem Aspekt betrifft die Erfindung eine Bodenmatte zum Verhindern von Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche in einem Automobil oder anderem Fahrzeug. Die Bodenmatte weist mehrere Schichten aus Material auf, die umfassen:

  • – ein Florgewebe auf einer Oberseite der Matte;
  • – eine Rückenschicht, und
  • – eine Verbindungsschicht zum Verbinden der Rückenschicht mit dem Florgewebe.

Die Rückenschicht ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einem Textilgewebe besteht, und insbesondere aus einem kettgewirkten Textilgewebe mit sich aus der Oberfläche des Gewebes heraus erstreckenden Schlingen, wobei die Schlingen für wiederholten Eingriff mit und Trennung von einer teppichbelegten Oberfläche angepasst sind. Daher werden hierin die Worte "Rückenschicht" und "Textilgewebe" austauschbar verwendet.

Die Schlingen des Textilgewebes gemäß der Erfindung sind bevorzugt aufgeraute Schlingen, d.h., Schlingen, die zufällig disorientiert sind, welche typischerweise größere Eingriffsgelegenheiten ermöglichen.

Das Textilgewebe gemäß der Erfindung enthält ein Kett- und ein Schussgarn. Der Begriff "Kett", wie er hierin verwendet wird, bezieht sich auf Garne in einem Webstoff, die in Längsrichtung verlaufen. Das Kettgarn wird mit den Füll(Schuss)-Garnen verwebt. Der Begriff "Schuss", wie er hierin verwendet wird, bezieht sich auf die Füllgarne in einem Webstoff, die senkrecht zu den Schussgarnen verlaufen. Der Schuss weist unterschiedliche Schusselemente auf, die in derselben Richtung, der sogenannten Schussrichtung liegen. Die Kettung weist unterschiedliche Kettelemente auf, die in derselben Richtung, der sogenannten Kettrichtung liegen. Jedes Schuss- und Kettelement folgt einem bestimmten Pfad durch das Gewebe, der entsprechend ein Schusspfad oder Kettpfad ist.

Gemäß der Erfindung impliziert ein "individuelles Element" ein Kettelement, bevorzugt ein Garn. Ein Kettelement ist als eines oder mehrere individuelle Elemente, wie z.B. als Garne, Fäden, Faserbündel, Drähte oder Züge zu verstehen, welche demselben Pfad durch das Gewebe in der Kettrichtung folgen. Bevorzugt jedoch nicht notwendigerweise kreuzen alle einzelnen Elemente eines Kettelementes die Schusselemente des Gewebes in identischer Weise. Ein Schusselement versteht sich als eines oder mehrere individuelle Elemente, wie z.B. Garne, Fäden, Faserbündel, Drähte oder Züge, welche demselben Pfad durch das Gewebe in der Schussrichtung folgen. Bevorzugt, jedoch nicht notwendigerweise kreuzen alle individuellen Elemente eines Schusselementes die Kettelemente des Gewebes in einer identischen Weise.

Die Begriffe "Faser" oder "Garn" werden hierin synonym verwendet.

"Webmaterial" impliziert ein Material, das durch die Anordnung von Fasern mittels einer Web- oder Wirktechnik erhalten wird. "Weben" impliziert ein Verfahren zum Erzeugen einer Gewebe- oder Textiloberfläche, welche durch Verschachteln von Garnen in rechten Winkeln gemäß einem vorbestimmten Muster erzeugt wird. "Wirken" impliziert ein Verfahren zum Erzeugen einer Gewebe- oder einer Textiloberfläche, die durch Verschachteln von Maschen (Schlingen) erzeugt wird.

"Kettwirken" bezeichnet einen Prozess, in welchem eine Anzahl von in Längs- und Horizontalrichtung angeordneten Fäden, durch die Erzeugung von Maschen verbunden werden, und in welchen die aus jedem Kettfaden erzeugten Schlingen hauptsächlich entlang der Längsrichtung des Gewebes erzeugt werden. So wie hierin verwendet, bezieht sich der Begriff "kettgewirktes Gewebe" auf einen Art eines gewirkten Gewebeaufbaus, in welchem die Garne in Schlingen in einer längsweisen Art ausgebildet sind.

Ein allgemeines Beispiel von kettgewirktem Gewebe ist ein Raschel-Wirkgewebe. Ein "Raschel"-Wirkgewebe, wie es hierin verwendet wird, bezieht sich auf ein kettgewirktes Gewebe, in welchem das sich ergebende Wirkgewebe handgehäkelten Geweben, Spitzengeweben und Netzen ähnelt.

1 stellt einen Aufbau einer Ausführungsform eines kettgewirkten Textilgewebes 1 gemäß der vorliegenden Erfindung dar. Das Gewebe besteht aus mehreren Kettfäden, welche mittels Nadeln zu Schlaufen 4 geformt werden und sich durch das Gewebe 1 hauptsächlich in einer (vertikalen) Längsrichtung 2 erstrecken. Die von jedem Kettfaden gebildeten Schlingen 4 sind hauptsächlich entlang der Länge 2 des Gewebes 1 ausgebildet.

Das hierin beschriebene vorliegende Textilgewebe ist insbesondere zur Verwendung als eine Rückenschicht geeignet. Eine derartige Rückenschicht wird im Allgemeinen an einem Florgewebe befestigt, um eine Bodenmatte zur Verhinderung von Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche zu erzeugen. Es dürfte sich jedoch verstehen, dass das vorliegende Textilgewebe nicht auf die Verwendung als eine Rückenschicht beschränkt ist. Das vorliegende Textilgewebe kann auch für die Produktion von Teppichen, Läufern, Automobilkomponenten und Materialien für Einrichtungs- und industrielle Anwendungen verwendet werden.

Das Textilgewebe bedeckt bevorzugt im Wesentlichen die gesamte Unterseite des Florgewebes, mit welchem es verbunden wird, und ergibt dadurch eine ästhetisch attraktive Oberfläche auf einem in herkömmlicher Weise hergestellten Florgewebe und erzeugt gute Greifeigenschaften auf einer darunter liegenden Teppichoberfläche. Der Begriff "im Wesentlichen", so wie er in diesem Zusammenhang verwendet wird, bezieht sich auf eine Überdeckung von mehr als 50 %, bevorzugt mehr als 80 und besonders bevorzugt mehr als 90 % der Unterseitenoberfläche des Florgewebes. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform bedeckt das Textilgewebe bevorzugt mehr als 95 % der Unterseite des Florgewebes.

In 3 ist beispielsweise eine Bodenmatte 5 dargestellt, die ein Florgewebe 6 aufweist, mit dessen Unterseite ein Textilgewebe 1 gemäß der vorliegenden Erfindung verbunden ist. Das Textilgewebe 1 überdeckt im Wesentlichen die gesamte Unterseite 7 des Florgewebes 6.

Die Bodenmatte gemäß der vorliegenden Erfindung besitzt bevorzugt ein Gewicht zwischen 1200 und 5000 g/m2. In einer weiteren Ausführungsform stellt die Erfindung eine Bodenmatte bereit, welche eine Dicke zwischen etwa 4 und 15 mm aufweist.

Wenn die rutschfeste Bodenmatte auf eine (einen Teil von einer) teppichbelegte(n) Oberfläche aufgebracht wird, passt sie sich aufgrund ihrer Flexibilität der Struktur und Konfiguration des Teppichs an. Sie kann auch den Winkeln und Vertiefungen des Teppichs folgen. Die Schlingen der rutschfesten Rückenschicht können in einem großen Teil der Oberfläche des Teppichs eindringen. Durch einfaches Aufbringen der Bodenmatte auf einen Teppich kann eine rutschbeständige Verankerung der rutschfesten Bodenmatte auf dem Teppich erzielt werden. Wenn ein Druck auf die Matte ausgeübt wird, indem man beispielsweise über die teppichbelegte Struktur geht, oder indem der Fuß eines Fahrers auf die Matte gedrückt wird, wird die Matte noch stärker angedrückt und in dem darunter liegenden Teppich verankert, was die Bewegungen der Matte im Falle von Fußbewegungen erheblich verringert.

Die vorliegende Erfindung stellt somit eine rutschfeste Bodenmatte mit den nachstehenden Eigenschaften bereit. Sie kann in vorteilhafter Weise auf verschiedenen Arten einer teppichbelegten Oberfläche ohne die Notwendigkeit einer Bereitstellung von Hakenarten oder anderen Arten von Befestigungseinrichtungen auf der teppichbelegten Oberfläche und/oder auf der Bodenmatte für deren Fixierung aufgebracht werden. Sie reduziert ferner stark das Risiko des Rutschens der Bodenmatte, wenn sie auf eine teppichbelegte Oberfläche aufgebracht wird. Ferner stellt sie eine ausreichende Beständigkeit und Stabilität der Bodenmatte in der Längs- und der Querrichtung gegen Rutschen und Verformung bereit. Sie verringert auch Verschleiß und Abnutzung und verbessert die Beständigkeit der abgedeckten teppichbelegten Oberfläche. Ein weiterer größerer Vorteil besteht darin, dass die vorliegende Matte auf einer teppichbelegten Oberfläche in ihrer Lage unabhängig davon festgehalten wird, ob die Matte korrekt in dem Bodenbereich positioniert ist oder nicht. Es ist keine Ausrichtung oder anderer aktiver Eingriff durch den Benutzer erforderlich. Zusätzlich ermöglicht sie die Reduzierung von Geräusch und stellt eine gewisse thermische Isolation bereit.

Ihr Herstellungsprozess ist einfach und kosteneffektiv. Die Bodenmatten werden ausgehend von aus einem Florgewebe bestehenden großen Matten deren Unterseite mit einer Rückenschicht gemäß Definition hierin versehen wird, hergestellt. Diese großen Matten werden anschließend in kleine Bodenmatten verschiedener Größen geschnitten.

Das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung ist durch eine Reihe technischer Parameter, wie z.B. den Typ der Garne, der Kompaktheit (Anzahl der Schussfäden pro cm Gewebe) verwendeter Garnnummern (Dicke der Garne), Gewicht, Schlingenlänge usw. gekennzeichnet. Derartige Parameter werden in einer solchen Weise gewählt und zusammengestellt, dass ein Textilgewebe erzielt wird, welches die optimalen Greif- und Rutschfestigkeits-Eigenschaften erfüllt. Die technischen Parameter eines Textilgewebes gemäß der vorliegenden Erfindung werden nachstehend detaillierter diskutiert.

Das vorliegende kettgewirkte Textilgewebe weist bevorzugt im Wesentlichen synthetische Garne auf. Der Begriff "im Wesentlichen" bezieht sich auf ein Gewebe, in welchem mehr als 50 % w/v, bevorzugt mehr als 80 % w/v und noch bevorzugter mehr als 90 % w/v der Garne des Gewebes aus einem synthetischen Material bestehen. Geeignete synthetische Materialien, aus welchen die Garne hergestellt sein können, umfassen, sind jedoch nicht darauf beschränkt, Polypropylen, Polyethylen, Polyester, Polyaramid, Polyacryl, Polyvinyl, Polyamid usw. oder beliebige Gemische davon. In einer bevorzugten Ausführungsform bestehen mehr als 50 % und bevorzugt mehr als 70 und sogar noch bevorzugter mehr als 90 % des Gesamtgewichts des Textilgewebes aus synthetischen Garnen und bevorzugt aus Polyamidgarnen.

Das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung besitzt bevorzugt ein Gewicht zwischen etwa 50 und 1000 g/m2 und bevorzugter 80 bis 500 g/m2 und sogar noch bevorzugter zwischen 100 und 300 g/m2. In einem Beispiel besitzt ein Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung ein Gewicht von 120 bis 160 g/m2. In einer Ausführungsform stellt die Erfindung ein Textilgewebe mit einer Dicke zwischen 0,2 und 2 mm und bevorzugt zwischen 0,5 und 1,5 mm und noch bevorzugter zwischen 0,7 und 1,1 mm bereit.

In einer weiteren Ausführungsform weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung eine Anzahl von Maschenstäbchen (Kettfäden) pro cm Gewebe zwischen 10 und 20 und bevorzugt zwischen 12 und 17 auf.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung bevorzugt eine Anzahl von Touren (Schussschlingen) pro cm Gewebe zwischen 10 und 45 und bevorzugt 15 und 40 auf.

Die sich aus der Oberfläche des Textilgewebes gemäß der Erfindung heraus erstreckenden Schlingen sind dafür ausgelegt, wiederholte Eingriffs- und Abzieh-Trennungszyklen aufzunehmen und sind so bemessen, aufgebaut und angeordnet, dass sie leicht mit der Struktur einer darunter liegenden teppichbelegten Oberfläche unabhängig von der Mattenplatzierung in Eingriff gebracht werden können. Als Folge des Eingriffs der Schlingen des Textilgewebes in die Teppichstruktur ist die Bodenmatte in der Lage, Bewegungen aus Kräften zu widerstehen, die darauf über eine große Vielfalt von Winkeln und Richtungen ausgeübt werden.

In noch einer weiteren Ausführungsform ist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung durch seine Zugfestigkeit und Zugdehnung gekennzeichnet. Die Zugfestigung ist als der Widerstand eines Materials gegen eine Kraft definiert, die es auseinander zu reißen versucht, gemessen als die maximale Spannung der das Material ohne Reißen widerstehen kann. Die Zugdehnung ist als die prozentuale Zunahme in der Länge definiert, die auftritt, bevor das Gewebe unter Spannung reißt.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung eine Zugfestigkeit in Längsrichtung auf, welche zwischen 200 und 250 N, und bevorzugt zwischen 220 und 240 N liegt. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung eine Zugfestigkeit in Querrichtung auf, welche zwischen 200 und 250 N, und bevorzugt zwischen 220 und 240 N liegt.

In einer weiteren Ausführungsform weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung eine Zugdehnung in der Längsrichtung auf, welche zwischen 100 und 130 % und bevorzugt zwischen 120 und 128 % liegt. Das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung ist ferner durch eine Zugdehnung in der Querrichtung gekennzeichnet, welche zwischen 35 und 45 und bevorzugt zwischen 37 und 42 % liegt.

In noch einer weiteren Ausführungsform liegt die Belastung, welche auf das Textilgewebe aufgebracht werden kann, dass es eine Dehnung von 20 % in der Längsrichtung zeigt, zwischen 10 und 15 N und bevorzugt zwischen 11 und 12,5 N. Die Belastung, welche auf das Textilgewebe aufgebracht werden kann, dass es eine Dehnung von 20 % in der Querrichtung zeigt, liegt zwischen 150 und 180 N und bevorzugt zwischen 160 und 170 N.

In einer weiteren Ausführungsform liegt die Belastung, welche auf das Textilgewebe aufgebracht werden kann, dass es eine Dehnung von 50 % in der Längsrichtung aufweist, zwischen 40 und 50 N und bevorzugt zwischen 42 und 45 N.

Das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung ist ferner durch eine Zugdehnung bei 50 N in Längsrichtung gekennzeichnet, welche zwischen etwa 100 und 110 % liegt, und bevorzugt durch eine Zugdehnung bei 50 N in der Querrichtung, welche zwischen 8 und 10 % liegt.

Außerdem weist das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung Schlingen auf, die sich aus der Oberfläche des Gewebes bis zu einer Höhe H erstrecken, wobei die Schlingen bei der Höhe H/2 eine Breite B besitzen, welche ≤ 2/3 H ist.

Bevorzugt weist das Textilgewebe eine Schlingenlänge pro mm Gewebe auf , das zwischen 0, 2 und 3 mm, und bevorzugt zwischen 0,50 und 2 mm liegt.

Zusätzlich besitzt das Textilgewebe gemäß der vorliegenden Erfindung bevorzugt eine Anzahl von Schlingen pro cm Gewebe in der Kettrichtung, die zwischen 10 und 30, bevorzugt zwischen 15 und 22 liegt.

Alle Schlingen in dem Gewebe können eine gleiche Schlingenlänge/Schlingenhöhe aufweisen. Es ist auch möglich, unterschiedliche Schlingenlängen/Schlingenhöhen in dem Gewebe anzuwenden. Beispielsweise können die Schlingen in einem Teil des Gewebes unterschiedliche Eigenschaften haben und können insbesondere eine andere Schlingenlänge/Schlingenhöhe als die Schlingen an einem anderen Teil des Gewebes haben. Ferner können Schlingen mit unterschiedlichen Schlingenlängen/Schlingenhöhen bei nur einem Gewebe angewendet werden. Die Verteilung der Schlingen auf der Oberfläche des Textilgewebes kann zufällig oder gleichmäßig sein.

Die zur Begrenzung der Bewegung der Bodenmatte gemäß den Prinzipien der vorliegenden Erfindung verwendeten Schlingen stellen einen wesentlichen Widerstand für die Mattenbewegung aufgrund der Ausübung von seitlichen Kräften dar, während sie gleichzeitig eine leichte Entfernung der Bodenmatte für Reinigungs- und andere Zwecke ermöglichen. Diese Eigenschaften bleiben über wiederkehrende Entfernungs-, Reinigungs- und Wiedereinbau-Zyklen der Matte bestehen.

In einer weiteren Ausführungsform weist das Textilgewebe Monofil- und Multifil-Garne oder eine Kombination davon auf. Bevorzugt bilden Multifil-Garne die Schlingen. Bevorzugt besitzen die Garne in dem Textilgewebe eine Garnummer zwischen 17 und 235 dtex, bevorzugt zwischen 17 und 78 dtex. Diese Garnnummern sind für Maschenstäbchen (Kettfäden) sowie für Touren (Schussfäden) geeignet.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Antirutschtextilgewebes gemäß der vorliegenden Erfindung. Das Verfahren umfasst die Schritte:

  • a) Erzeugen des kettgewirkten Gewebes wie hierin definiert mit sich aus der Oberfläche des Gewebes heraus erstreckenden Schlingen, wobei die Schlingen für wiederholten Eingriff mit und Trennung von einer teppichbelegten Oberfläche angepasst sind,
  • b) Anheben der Schlingen des Gewebes;
  • c) Beschichten des im Schritt b) erhaltenen Gewebes mittels eines Beschichtungsmittels;
  • d) Endbearbeiten des im Schritt c) erhaltenen beschichteten Gewebes.

Der Beschichtungs- und Endbearbeitungsschritt des vorliegenden Verfahrens ermöglicht eine Reduzierung der Gewebeelastizität und eine Erhöhung der Schlingen- und Abziehelastizität.

Der Schritt der Anhebung der Schlingen ist eine bei Raumtemperatur durchgeführte Operation, welche die Funktion hat, die Flansche anzuheben, um ein Gewebe mit einer gegebenen Dicke, einer gegebenen Dichte, einer gegebenen ungebrochenen Schlingenform in einer Weise zu erzeugen, dass die Garnfasern so angeordnet, nivelliert und gerichtet sind, dass die Selbstverhakungs- und Rutschfestigkeitsmerkmale erzielt werden, wenn das Gewebe auf eine teppichbelegte Oberfläche gelegt wird. Diese Behandlung wird im Allgemeinen unter Nutzung allgemein bekannter Aufrauungsmaschinen über eine mechanische Aktion, die von Zylindern mit Drähten erzeugt wird, erzielt.

Die im Schritt c) verwendeten Beschichtungsmittel können aus der aus in Wasser gelösten Melaminharzen bestehenden Gruppe ausgewählt werden. Die Beschichtung wird mittels einer Foulard-Tauchung und Wärmehärtung bei einer Temperatur zwischen 150 und 180°C über zwei bis drei Minuten ausgeführt.

Der Schritt der Endbearbeitung des Gewebes erfolgt mittels Durchführen des Gewebes in einem Spannrahmen bei hoher Temperatur, um eine gute Dimensionsstabilität, die gewünschte ungebrochene Schlingenlänge, Härte, Elastizität und Aufrichtung oder Erektion zu erzielen.

In einer weiteren Ausführungsform stellt die Erfindung eine Fahrzeugbodenmatte mit einem Florgewebe bereit, welches eine primäre Rückenschicht mit aus deren Oberseite hervorstehenden Florfasern aufweist. Der Begriff "Florfasern", wie er hierin verwendet wird, bezieht sich auf angehobene Schlingen oder Faserbündel, die alle einen Abschnitt der Oberfläche eines Gewebes bilden. Das Florgewebe kann gewebt, gewirkt, getuftet, vernadelt oder anderweitig aufgebaut sein. Das Florgewebe kann aus beliebigen Textilfasern, z.B. Nylon, Polyester, Polypropylen usw. und in jedem Aufbaumuster, Dicke, Maschen pro cm usw. hergestellt werden. Gemäß der vorliegenden Erfindung ist das Florgewebe bevorzugt ein Schnittflor (Velours), oder ein Schlingenflorgewebe.

Bevorzugt kann die Unterseite des Florgewebes eine Faserbindeschicht aufweisen, um die einzelnen Schlingen in dem primären Rückenschichtmaterial zu verankern. Bevorzugt kann die Faserbindeschicht ein Mittel enthalten, das aus der aus Acrylkleber (Acrylat), synthetischem Gummikleber (z.B. Latex), Styrolbutadienlatex, Vinylacetatkleber (z.B. EVA) usw. bestehenden jedoch nicht darauf beschränkten Gruppe ausgewählt werden kann.

Das Textilgewebe auf der Unterseite der Matte wird an dem Florgewebe auf der Oberseite der Matte mit einem geeigneten Verbindungsmittel befestigt. Das Verbindungsmittel ist bevorzugt für eine Haftung sowohl an dem Textilgewebe als auch an dem Florgewebe kompatibel, sowie bevorzugt für Umgebungsbedingungen geeignet, welche große Temperaturschwankungen beinhalten. Bevorzugt stellt das Verbindungsmittel auch eine Dampfsperre innerhalb der Matte bereit. Eine Schicht aus TPO (thermoplastisches Olefin) kann beispielsweise als das Verbindungsmittel (und als Feuchtigkeitssperre) zwischen dem (beschichteten) Florgewebe und dem Textilgewebe dienen. Weitere geeignete Verbindungsmittel können aus der aus Copolyamid, Copolyester, Polyethylen (LDPE, HDPE), EVA, Latex usw. bestehenden, jedoch nicht darauf beschränkten Gruppe ausgewählt werden.

Optional kann die Fahrzeugbodenmatte gemäß der Erfindung ferner eine zusätzliche Kleberschicht für die Befestigung der Rückenschicht an der Verbindungsschicht aufweisen.

In 2 ist eine Ausführungsform einer Bodenmatte 5 gemäß der Erfindung dargestellt. Die Bodenmatte stellt eine laminierte Struktur dar und besteht aus unterschiedlichen Schichten, welche aneinander befestigt sind. Insbesondere weist die Bodenmatte 5 ein Florgewebe 6 auf einer Oberseite der Matte, eine Textilgeweberückenschicht 1 gemäß Definition hierin und eine Verbindungsschicht 8 für die Befestigung der Textilgeweberückenschicht an dem Florgewebe auf. Bevorzugt ist die Unterseite 9 des Florgewebes mit einer Faserbindeschicht 10 versehen, um einzelne Schlingen 11 des Gewebes in dem primären Rückenschichtmaterial 12 zu verankern. Optional kann die Bodenmatte 5 ferner mit einer zusätzlichen Schicht 13 versehen sein, welche zwischen der Verbindungsschicht 8 und der Rückenschicht 1 aus Textilgewebe vorgesehen ist.

In einer weiteren Ausführungsform kann die vorliegende Bodenmatte ferner mit einem (nicht dargestellten) Randabschlussstreifen versehen sein, welcher sich um den Umfang herum erstreckt und bevorzugt auch wenigstens über einen Teil der Oberseite und/oder der Unterseite der Fahrzeugbodenmatte. Einige Schlingen des Textilgewebes können in dem Grenzbereich liegen, welcher mit dem Streifen überlappt ist. Der Streifen kann über die Schlingen aufgebracht sein, und die Schlingen können dadurch etwas gequetscht sein. Alternativ können die Schlingen in dem Grenzbereich auch abgeschnitten sein. Der Streifen ist im Allgemeinen fest auf dem Umfangsbereich befestigt.

3 stellt eine Schnittansicht durch eine Ausführungsform einer Bodenmatte gemäß der vorliegenden Erfindung und eine teppichbelegte Oberfläche 15 dar. Eine textilbeschichtete Bodenmatte 5 gemäß der Erfindung kann auf einer Oberseite eines Bodenbereichs 14 positioniert sein, der mit einem Teppich 15 belegt ist. Die teppichbelegte Oberfläche 15 ist mit keinerlei Art von Befestigungselementen zum Befestigen der Schlingen versehen, die sich aus der textilen Rückenschicht 1 der Bodenmatte 5 nach außen erstrecken. Die vorliegende Bodenmatte erfordert kein Vorhandensein eines Hakentyps oder einer anderen Art von Befestigungselementen auf der teppichbelegten Oberfläche, um gute Griffeigenschaften sicherzustellen. Es dürfte jedoch klar sein, dass die vorliegende Bodenmatte auch auf eine teppichbelegte Oberfläche aufgebracht werden kann, die mit einer Hakenart oder anderem Art von Befestigungselementen versehen ist.

Die vorliegende Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Erzeugen einer Bodenmatte gemäß der vorliegenden Erfindung. Das Verfahren basiert im Wesentlichen auf dem Verbinden der rutschfesten Rückenschicht gemäß Definition hierin mit einem Florteppich. Dafür kann jede herkömmliche Verbindungstechnik angewendet werden. Optional umfasst das Verfahren das Verkleben einer zusätzlichen Schicht auf der Oberseite der Rückenschicht vor dem Verbinden der Oberseite mit einem Florgewebe. Vorteilhafterweise kann die vorliegende Bodenmatte mit moderaten Kosten aus leicht erhältlichen kommerziellen Materialien hergestellt werden.

Zusammengefasst stellt die rutschfeste Fahrzeugbodenmatte der vorliegenden Erfindung eine verbesserte Lösung für das Mattenrutschproblem bereit. Die mit einer textilen Rückenbeschichtung versehene Bodenmatte kann unmittelbar, automatisch und fest in ihrer Lage unabhängig von der Mattenplatzierung innerhalb der Bodenwanne befestigt werden. Ein Mattenverrutschen wird ohne Notwendigkeit einer genauen Mattenausrichtung vermieden. Ferner erfordert die vorliegende Fahrzeugbodenmatte kein Vorhandensein einer Hakenart oder anderen Art von Befestigungselementen auf der teppichbelegten Oberfläche zur Sicherstellung von guten Greifeigenschaften. Jedoch ist die Möglichkeit der Aufbringung der vorliegenden Bodenmatte auf einer teppichbelegte Oberfläche, die mit einem Hakentyp oder anderen Art von Befestigungselementen versehen ist, von der vorliegenden Anmeldung nicht ausgeschlossen.

Es sei ferner angemerkt, dass die vorliegende Erfindung auch ein Fahrzeug mit einem oder mehreren Fahrzeugbodenmatten gemäß Definition hierin betrifft.

In einem Beispiel wurden die Greifeigenschaften einer Bodenmatte mit einer Rückenschicht gemäß Definition hierin getestet. Bodenmatten unterschiedlicher Abmessungen wurden bei einer Temperatur von 20°C und relativer Feuchtigkeit von 70 getestet. Die Matten wurden auf ein Gestell aufgelegt, welches eine teppichbelegte Oberfläche von 6 × 2 m der Polyamidart 6–1/10 hatte. Das Florgewebe der teppichbelegten Oberfläche hatte ein Gewicht von 56 g/m2 und eine Dicke von 6 mm und 240.000 Maschen/m2. Die Bodenmatten hatten ein Gesamtgewicht von 2050 g/m2 (d.h., Florgewebe plus Rückenschicht).

Während des Experimentes wurde eine Zugkraft von 50 kg auf die Bodenmatte in der Längsrichtung der Bodenmatte ausgeübt. Die Greifkraft der Bodenmatte wurde mit einem Dynanometer gemessen und in kg ausgedrückt. Ergebnisse der unterschiedlichen Experimente zeigten, dass die Greifeigenschaften einer Bodenmatte mit einer Rückenbeschichtung gemäß Definition hierin wesentlich besser als die Greifeigenschaften von herkömmlichen Bodenmatten waren. Die Anmelder haben gezeigt, dass die vorliegenden Bodenmatten einen Reibungseingriff besitzen, der deutlich höher als der von herkömmlichen Bodenmatten ist.

1Textile Rückenschicht 2Kettrichtung 3Schussrichtung 4Schlinge 5Bodenmatte 6Florgewebe 7Unterseite des Florgewebes 8Verbindungsschicht 9Unterseite der primären Rückenschicht 10Faserverbindungsschicht 11Schlinge des Florgewebes 12Primäre Rückenschicht 13Klebeschicht 14Bodenbereich 15teppichbelegte Oberfläche

Anspruch[de]
  1. Entfernbare Bodenmatte (5), insbesondere eine Fahrzeugbodenmatte, um Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche (15) in einem Automobil oder einem anderen Fahrzeug zu verhindern, mit:

    – einem Florgewebe (6) auf einer Oberseite der Matte;

    – einer Rückenschicht (1) mit Schlingen (4), die sich aus der Oberfläche der Rückenschicht erstrecken, wobei die Schlingen für wiederholten Eingriff mit und Trennung von der teppichbelegten Oberfläche angepasst sind,

    – einer Verbindungsschicht (8) zum Befestigen der Rückenschicht (1) an dem Florgewebe (6)

    wobei die Rückenschicht (1) aus kettgewirktem Textilgewebe besteht, das im Wesentlichen aus synthetischen Garnen hergestellt ist.
  2. Fahrzeugbodenmatte nach Anspruch 1, wobei die Rückenschicht (1) synthetische Garne aufweist, die aus der aus Polypropylen, Polyethylen, Polyester, Polyaramid, Polyacryl, Polyvinyl, Polyamid und beliebigen Gemischen davon aufweisenden Gruppe ausgewählt wird.
  3. Fahrzeugbodenmatte nach Anspruch 1 oder 2, wobei mehr als 50 %, und bevorzugt mehr als 70 % und sogar noch bevorzugter mehr als 90 % des Gesamtgewichtes des Textilgewebes aus Polyamidgarnen bestehen.
  4. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Schlingen (4) des Textilgewebes aufgeraut sind.
  5. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Textilgewebe ein Gewicht zwischen 50 und 1000 g/m2 und bevorzugter 80 bis 500 g/m2 und noch bevorzugter zwischen 100 und 300 g/m2 aufweist.
  6. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Textilgewebe eine Dicke zwischen 0,2 und 2 mm aufweist.
  7. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Textilgewebe eine Anzahl von Maschenstäbchen pro cm Gewebe aufweist, die zwischen 10 und 20 liegt.
  8. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Textilgewebe eine Anzahl von Touren pro cm Gewebe aufweist, die zwischen 10 und 45 liegt.
  9. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Textilgewebe eine Anzahl von Schlingen (4) pro cm Gewebe in der Kettrichtung (2) besitzt, die zwischen 10 und 30 liegt.
  10. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei das Textilgewebe Schlingen besitzt, die sich aus der Oberfläche des Gewebes auf eine Höhe H erstrecken, und wobei die Schlingen bei einer Höhe H/2 eine Breite B besitzen, welche ≤ 2/3H ist.
  11. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Textilgewebe eine Schlingenlänge pro mm Gewebe auf der einen Seite des Gewebes aufweist, die zwischen 0,2 und 3 mm liegt.
  12. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei die Garne in dem Textilgewebe eine Garnnummer zwischen 17 und 235 dtex, bevorzugt zwischen 17 und 78 dtex aufweisen.
  13. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei das Florgewebe (6) eine primäre Rückenschicht (12) mit Floren (11) aufweist, die aus deren Oberseite hervorstehen, wobei die Flore Schnittflore oder Schlingenflore sind.
  14. Fahrzeugbodenmatte nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei das Florgewebe (6) ferner eine Faserbindeschicht (10) aufweist, um den Schnittflor oder Schlingenflor (11) an der primären Rückenschicht (12) zu befestigen.
  15. Verwendung eines Textilgewebes gemäß Definition in einem der Ansprüche 1 bis 12 als eine Rückenschicht, die für eine Befestigung an einem Florgewebe geeignet ist, zum Erzeugen einer Bodenmatte, um ein Rutschen auf einer teppichbelegten Oberfläche in einem Automobil oder anderem Fahrzeug zu verhindern.
  16. Fahrzeug mit einem oder mehreren Fahrzeugbodenmatten (5) gemäß Definition in einem der Ansprüche 1 bis 14.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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