Die Forschung, die zu der vorliegenden Erfindung führte, wurde teilweise
mit Geldern des NIH, NICHD Contract No. N01-HD-5-3238 gefördert. Dementsprechend
hat die US-Regierung bestimmte Rechte an der Erfindung.
Gebiet der Erfindung:
Die vorliegende Erfindung betrifft 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierte
Steroidverbindungen, Verfahren zur Herstellung von 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten
Steroidverbindungen und therapeutische Behandlungen betreffend die Progesteronaktivität
unter Verwendung von 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten Steroidverbindungen.
Diskussion des Standes der Technik:
Progesteron spielt eine wichtige Rolle für den Gesundheitszustand
und die Funktionsfähigkeit des Fortpflanzungsapparats und seine Wirkungen auf beispielsweise
den Uterus, die Brust, die Zervix und die Hypothalamus-Hypophysen-Einheit sind allgemein
erwiesen. Es besitzt außerdem Aktivitäten, die nicht die Fortpflanzungsfähigkeit
betreffen und weniger gut untersucht sind, beispielsweise Wirkungen auf das Gehirn,
das Immunsystem, das vaskuläre endotheliale System und den Fettstoffwechsel. Bei
diesen weitreichenden Wirkungen ist es offensichtlich, daß Verbindungen, die Wirkungen
von Progesteron nachahmen (Agonisten), diesen Wirkungen entgegenwirken (Antagonisten)
oder Mischwirkungen zeigen (partielle Agonisten oder gemischter Agonist/Antagonist),
bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Leiden von Nutzen sein können.
Steroidhormone üben ihre Wirkungen teilweise durch Bindung an intrazelluläre
Rezeptoren aus. Verbindungen, die an die entsprechenden Rezeptoren binden und Antagonisten
oder partielle Agonisten der östrogenen und androgenen Hormone sind, waren seit
langem bekannt, es dauerte aber bis etwa 1982, daß die Entdeckung von Verbindungen
bekannt wurde, die an den Progesteronrezeptor binden und den Wirkungen von Progesteron
entgegenwirken. Seitdem wurde eine Reihe solcher Verbindungen in der wissenschaftlichen
Literatur und in der Patentliteratur beschrieben, und ihre Wirkungen wurden in vitro,
an Tieren und an Menschen untersucht. Obwohl Verbindungen wie Östrogene und bestimmte
Enzyminhibitoren die physiologischen Wirkungen von endogenem Progesteron verhindern
können, ist "Antiprogestin" in dieser Diskussion auf solche Verbindungen beschränkt,
die an den Progestinrezeptor binden.
Es gibt inzwischen Erkenntnisse, die darauf hindeuten, daß Antiprogestine
bei einer Reihe medizinischer Leiden wirksam sein sollen. Diese Erkenntnisse wurden
in einem Bericht des Institute of Medicine zusammengefaßt (Donaldson, Molly S.;
Dorflinger, L.; Brown, Sarah S.; Benet, Leslie Z., Herausgeber, Clinical Applications
of Mifepristone (RU 486) and Other Antiprogestins, Committee on Antiprogestins:
Assessing the Science, Institute of Medicine, National Academy Press, 1993). Im
Hinblick auf die zentrale Rolle, die Progesteron bei der Fortpflanzung spielt, ist
es nicht überraschend, daß Antiprogestine an der Fertilitätskontrolle beteiligt
sein könnten, einschließlich Empfängnisverhütung (Langzeitverhütung und Notfallverhütung
oder postkoitale Verhütung), Menstruationsauslösung und medizinischem Schwangerschaftsabbruch,
es gibt aber noch viele andere potentielle Verwendungsmöglichkeiten, die durch kleine
klinische oder präklinische Untersuchungen gestützt wurden. Dazu gehören die folgenden:
1. Wehen und Geburt – Antiprogestine können zur Zervixreifung vor Einleitung
der Wehen verwendet werden, beispielsweise termingerecht oder wenn als Folge von
Fruchttod Wehen eingeleitet werden müssen. Sie können auch verwendet werden, um
dabei zu helfen, Wehen bei Schwangerschaften termingerecht oder nach dem Termin
einzuleiten.
2. Behandlung von uterinen Leiomyomen (Fibroiden) – diese nichtmalignen
Tumoren können bis zu 20 % der Frauen über 30 Jahre befallen und sind einer der
am häufigsten auftretenden Gründe für Operationen bei Frauen in den fortpflanzungsfähigen
Jahren. Hysterektomie, die übliche Behandlung für persistente Symptome, führt natürlich
zu Unfruchtbarkeit.
3. Behandlung von Endometriose – dieses allgemein bekannte (5 bis 15 %
Inzidenz, weitaus häufiger bei unfruchtbaren Frauen) und häufig schmerzvolle Leiden
wird jetzt mit Wirkstoffen wie Danazol oder Analogen von Gonadotropinfreisetzendem
Hormon behandelt, die bedeutende Nebenwirkungen haben, oder es muß chirurgisch behandelt
werden.
4. Krebsarten, insbesondere Brustkrebsarten – die Anwesenheit von Progestinrezeptoren
bei vielen Brustkrebsarten hat die Verwendung von Antiprogestinen bei der Behandlung
von metastatischem Krebs oder bei der Prophylaxe von Rezidiven
oder der anfänglichen Entwicklung von Krebs nahegelegt.
5. Andere Tumore wie Meningiome – diese Hirnmembrantumore, obwohl nicht
bösartig, führen zum Tod des Patienten, und es gibt keine nicht-chirurgischen Behandlungen.
6. männliche Empfängnisverhütung – Antiprogestine können die Lebensfähigkeit
der Spermien beeinträchtigen, obwohl umstritten ist, ob dies eine Antiprogestinwirkung
ist oder nicht, da dies mit der antiglucocorticoiden Aktivität solcher Verbindungen
zusammenhängen kann.
7. Antiöstrogene Wirkungen – zumindest manche Antiprogestine wirken der
Östrogenwirkung in bestimmten Tests entgegen, offensichtlich aber durch einen Mechanismus,
der keine klassischen Hormonrezeptoren involviert. Dies eröffnet eine Vielzahl von
Möglichkeiten für ihre medizinische Verwendung.
8. Antiglucocorticoide Wirkungen – dies ist eine übliche Nebenwirkung
von Antiprogestinen, die in manchen Fällen, beispielsweise bei der Behandlung von
Cushing-Syndrom, nützlich ist und beispielsweise eine Rolle bei Immunstörungen spielen
könnte. In anderen Fällen ist es wünschenswert, solche Wirkungen auf ein Minimum
zu reduzieren.
9. Hormonersatztherapie – die Fähigkeit, den Wirkungen von Progestinen
entgegenzuwirken, ist bei einer Verwendung auf diesem Gebiet wertvoll.
Die Wirkungen und Verwendungsmöglichkeiten von Progesteronagonisten
sind gut belegt. Daneben wurde kürzlich gezeigt, daß manche Verbindungen, die den
bekannten Antiprogestinen strukturell verwandt sind, in manchen biologischen Systemen
starke agonistenähnliche Aktivität besitzen (z. B. die klassischen Progestinwirkungen
beim Östrogen-Priming im unreifen Kaninchenuterus; siehe C.E. Cook et al., Life
Sciences, 52, 155–162 (1993)). Solche Verbindungen sind partielle Agonisten
in Rezeptorsystemen, die von Humanzellen stammen, wo sie an eine Stelle binden,
die sich sowohl von der Progestin- als auch der Antiprogestinstelle unterscheidet.
(Wagner et al., Proc. Natl. Acad. Sci., 93, 8739–8744 (1996)). Außerdem kann
die Wechselwirkung des Rezeptor/Wirkstoff-Komplexes mit dem Genom von Antiprogestinklasse
zu Antiprogestinklasse variieren – entweder kann eine Bindung an das Genom
erfolgen, so daß keine Transkription erfolgt, oder das Antiprogestin kann eine Bindung
des Komplexes an das Genom verhindern. Die allgemeine Klasse der Antiprogestine
kann also viele Subklassen aufweisen, die sich in ihren klinischen Profilen unterscheiden
können.
Obwohl Antiprogestine klinisch vielversprechend sind, wurden bis 01.
März 1999 in den Vereinigten Staaten oder vielen anderen Ländern keine Antiprogestin-Wirkstoffe
auf den Markt gebracht. Nur ein Antiprogestin-Wirkstoff ist weltweit zugelassen
und zur klinischen Verwendung verfügbar, und dieser Wirkstoff, Mifepriston, wird
hauptsächlich zum medizinischen Schwangerschaftsabbruch verwendet. Die Ursache für
diese Situation liegt in einer Reihe von Faktoren, aber sicherlich besteht ein Bedarf
an neuen Antiprogestin-Wirkstoffen, die für die oben beschriebenen Leiden verwendet
werden können. Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, solche Wirkstoffe bereitzustellen.
Allgemein wurde Antiprogestinaktivität mit der Anwesenheit eines 11&bgr;-Aryl-Substituenten
am Steroidkern zusammen mit einer &Dgr;4,9-3-Ketoneinheit in Verbindung
gebracht. Die frühesten Antiprogestine waren mit einer 17&bgr;-Hydroxygruppe und
verschiedenen 17&agr;-Substituenten substituiert (siehe beispielsweise Teutsch et
al., US 4,386,085; Philibert et al.,
US 4,477,445; Teutsch et al.,
US 4,447,424; Cook et al., US
4,774,236 und 4,861,763). Dann
wurde entdeckt, daß eine 17&bgr;-Acetyl-17&agr;-acyloxygruppe ebenfalls Antiprogestinwirkungen
hervorrufen konnte (Cook et al., US 4,954,490
und 5,073,548), und es wurden auch viele
Permutationen dieser Beobachtungen gemacht. Die Einführung einer 16&agr;-Ethylgruppe
oder eines Wasserstoffsubstituenten in 17&agr;-Stellung bei der 17&bgr;-Acylreihe
von 11&bgr;-Arylverbindungen führt jedoch zu einer Agonisten- oder partiellen Agonistenaktivität
(C. E. Cook et al., Life Sciences, 52, 155–162 (1993)). Andere Artikel auf
dem Gebiet der Antiprogestinverbindungen umfassen Teutsch et al., Human Reproduction,
Juni 1994; 9 (Supplement 1):12–31 und Cook et al., Human Reproduction, Juni
1994; 9 (Supplement 1):32–39. Änderungen im D-Ring des Steroids können also
zu unvorhersagbaren Wirkungen auf die biologische Aktivität führen.
17-Thio-substituierte Steroide wurden in der Literatur beschrieben
(z. B. Smith et al., Journal Biological Chemistry, 1974; 249(18):5924–5932;
Varma, US 4,481,144; und Varma et al.,
US 4,529,548.
Die US-A-5 741 786 offenbart Steroide mit einer 17-Spiromethylenlacton-
oder -lactolgruppe, die selektive Bindungsaktivität für den Progesteronrezeptor
besitzen, ihre Herstellung, pharmazeutische Zusammensetzungen, die diese Steroide
umfassen, und ihre Verwendung zur Herstellung eines empfängnisverhütenden Mittels.
Man sieht, daß die 17&bgr;-Stellung bereits bekannter Antiprogestine
durch Substitution mit einem Kohlenstoff- oder einem Sauerstoffatom gekennzeichnet
war. Es gab keine Berichte über die Wirkung von Thiosubstituenten wie 17,17-Spirothiolanen
in der 17&bgr;-Stellung von 11&bgr;-Arylsteroiden auf deren hormonelle oder antihormonelle
Aktivität. Bis zur jetzigen Erfindung gab es keine Verfahren für ihre Synthese.
Weder in der allgemeinen chemischen Literatur noch in Patenten wurden 17,17-Spirothiolansteroide
gefunden. Der Stand der Technik erlaubt also keine Vorhersage hinsichtlich der Aktivität
solcher Verbindungen. Ein neues Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Beobachtung,
daß ein Spiro[17,17'-2'-thiolan] in 11&bgr;-Arylsteroiden zu Verbindungen mit guter
Bindung an den Progestinrezeptor führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, neue und hochwirksame
Modulatoren für die Antwort des Progestinrezeptors bereitzustellen, Verfahren für
ihre medizinische Verwendung bei Säugern, einschließlich Menschen, bereitzustellen
und Verfahren für ihre Synthese bereitzustellen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Dementsprechend betrifft eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein
Verfahren zur Synthese von 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution.
Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein
Verfahren zum Modulieren der Wirkungen von Progestin durch Verabreichung von 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen
mit 11&bgr;-Arylsubstitution.
Diese und andere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden durch
17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution der Struktur
(I) möglich gemacht,
wobei s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;
R1 4-(R2R3-N(O)r)- ist, wobei r 0 oder
1 ist und R2 und R3 jeweils unabhängig H, C1-6-Alkyl,
C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl oder C2-6-Alkinyl
sind; oder
ist, wobei q 0 oder 1 ist und Y -(CH2)m- ist, wobei m eine
ganze Zahl von 0 bis 5 ist, oder
Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom
ist; oder
R1 4-Halo-, 4-HO-, 4-CF3SO3O-, 4-CH3O-,
4-CH3S-, 4-CH3S(O)-, 4-CH3S(O)2-, 4-CH3CO-,
4-CH3CH(OH)-, 4-N≡C-, 4-HC≡C-, 4-C6H5C≡C-,
4-H2C=CH-, 4-C2H5-, 4-MeC(=CH2)-, 4-C6H5,
4-(N-Imidazolyl)-, 4-(N-Pyrrolyl)-, 4-(2'-Furyl), 4-(3'-Furyl)-, 4-(2'-Thiophenyl),
4-(3'-Thiophenyl)-, 4-(2'-Pyridyl)-, 4-(3'-Pyridyl)-, 4-(4'-Pyridyl)-, 4-(2'-Tiazolyl)-,
4-(2'-N-Methylimidazolyl)- oder 4-(5'-Pyrimidinyl)- ist;
R14 H oder Halo ist; oder
R1 und R14 zusammen einen Ring
bilden, wobei W CH, CH2, N, NH, O oder S ist und R4 H, CH3
oder C2H5 ist;
X O oder NOR5 ist, wobei R5 H oder C1-6-Alkyl,
C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder
C6-12-Aryl ist; oder
X (H, H), (H, OH) ist oder X (H, OSi(C1-6-Alkyl)3) ist oder
X (H, OCOR5) ist, wobei R5 C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl,
C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist;
oder
ist, wobei Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis
3 ist, oder Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist,
wobei n eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z
ein Heteroatom ist oder Z ein Kohlenstoffatom ist, das mit ein oder zwei Niederalkylgruppen
substituiert ist;
R6 H, C1-6-Alkyl oder Halogen ist;
R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl,
C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl
sind; und
R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl,
C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl ist; und
R11 und R12 =CH2 sind oder
R11 und R12 jeweils H sind; und
pharmazeutisch verträgliche Salze davon.
Diese und andere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden durch
die Entdeckung möglich gemacht, daß 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierte
Steroidverbindungen außergewöhnliche Bindung an den Progesteronrezeptor zeigen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Ein vollständigeres Bild der Erfindung und vieler der sie begleitenden
Vorteile erhält man ohne weiteres, wenn diese unter Betrachtung der nachfolgenden
ausführlichen Beschreibung in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen besser
verständlich werden, wobei:
die 1 und 2
ein Reaktionsschema zur Herstellung der erfindungsgemäßen 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten
Steroidverbindungen darstellen.
AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN
Heteroatom bedeutet Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Silicium oder
Bor.
Halogen bedeutet Fluor, Chlor, Brom oder Iod, und Halo bedeutet Fluor-,
Chlor-, Brom- oder Iod-.
Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl bedeutet eine C1-6-Alkyl-,
eine C2-6-Alkenyl- oder eine C2-6-Alkinylgruppe, die einen
Arylsubstituenten trägt.
Niederalkyl bedeutet eine C1-6-Alkylgruppe.
Heteroaryl bedeutet eine Einheit mit 5 bis 12 Nichtwasserstoffatomen,
die aus ein oder mehreren cyclischen Strukturen besteht, die miteinander fusioniert
oder verknüpft sein können, die 1 bis 5 Heteroatome enthalten und deren elektronischer
Charakter vom Fachmann allgemein als aromatisch angesehen wird.
Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl bedeutet eine
C1-6-Alkyl-, eine C2-6-Alkenyl- oder eine C2-6-Alkinylgruppe,
die einen Heteroarylsubstituenten trägt.
"Gegebenenfalls substituiert" bedeutet unsubstituiert oder durch Austausch
eines Wasserstoffatoms gegen ein oder mehrere Heteroatom(e) und/oder Halogene und/oder
Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und/oder Alkenyl- und/oder Alkinylgruppen
mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und/oder Cycloalkylgruppen mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen
und/oder Arylgruppen mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen und/oder Heteroarylgruppen substituiert,
wobei die Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder Heteroarylgruppe wiederum
mit ein oder mehreren Heteroatomen und/oder Halogenen substituiert sein kann. Wo
es ihre Valenz erlaubt, können Heteroatome sowohl in der Kohlenstoff kette als auch
durch Bindung an diese mit Einzel- oder Doppelbindungen substituiert sein. Beispielsweise
fallen -CH2-CH2-CH=O, -CH2(C=O)-CH3,
-CH2-CH2-O-CH3, -CH2-CH2-CH2OH,
CH3-CH2-CH2O-, CH2-CH2-C(=O)-NH2,
CH3-CH2-C(O)-NH- und CF3-C≡C- alle unter
diese Definition.
In allen Fällen, in denen es Valenz und sterische Überlegungen erlauben,
können Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl- und Cycloalkylgruppen weitere Doppel- oder Dreifachbindungen
und/oder verzweigte Ketten enthalten.
Die Struktur der Formel I ist als ein einziges Enantiomer dargestellt,
der Fachmann erkennt jedoch, daß die vorliegende Erfindung auf beide enantiomere
Formen gerichtet ist. Der Fachmann erkennt ferner, daß die Anreicherung einer enantiomeren
Form nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren erfolgen kann, beispielsweise
durch Chromatographie, Kristallisation, Diastereomerentrennung oder ausgehend von
optisch angereicherten Ausgangsmaterialien. In einer bevorzugten Ausführungsform
beträgt das Enantiomerenverhältnis 5:1, vorzugsweise 10:1, besonders bevorzugt 15:1
und ganz besonders bevorzugt mehr als 20:1. In einer bevorzugten Ausführungsform
hat das angereicherte Enantiomer die gleiche absolute Stereochemie an C13
wie das d-drehende Enantiomer von &bgr;-Östradiol.
In allen Fällen umfaßt die Sulfoxidgruppe R'R"SO sowohl die beiden
reinen Epimere als auch Mischungen der beiden Epimere.
In allen Fällen kann R6 entweder alpha (&agr;) oder beta
(&bgr;) zum aromatischen Ring sein.
Die oben angegebenen Verbindungen der Formel I beinhalten im einzelnen
Verbindungen, die am Ring A in 3-Stellung mit zwei Wasserstoffatomen substituiert
sind. Man nimmt an, daß diese Verbindungen eine in vivo-Oxidation zur entsprechenden
Carbonylverbindung durchlaufen.
In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung
17,17-Spirothiolanverbindungen der Formel I, wobei:
s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;
R1-Ph 4-Aminophenyl, 4-(N-Methylamino)phenyl, 4-(N,N-Dimethylamino)phenyl,
4-(N-Piperidino)phenyl, 4-(N-Pyrrolidino)phenyl, 4-(N-Morpholino)phenyl ist;
R14 H ist oder
R1 und R14-Ph 1-Methylindol-5-yl oder 1-Methyl-2,3-dihydroindol-5-yl
ist;
X O, NOH oder NOCH3 ist;
R6 H, CH3, F oder Cl ist;
R8 H, CH3 oder C6H5 ist;
R9 H, CH3 oder C6H5 ist;
R10 H, CH3 oder C6H5 ist; und
R11 und R12 jeweils H sind.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die folgenden speziellen
Verbindungen:
11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on.
Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auch ein Salz umfassen,
insbesondere ein Salz, das, falls vorhanden, mit einem Amin gebildet ist. Geeignete
pharmazeutisch verträgliche Salze sind dem Fachmann bekannt und
umfassen Carboxylate, Sulfate, Phosphate und Halogenide.
Steroide mit Progestin-, Antiprogestin- und/oder Antiglucocorticoidaktivität
finden bei der Fertilitätskontrolle bei humanen und nichthumanen Säugern, wie Primaten,
Haustieren und Farmtieren, und bei der Behandlung medizinischer Leiden bei Tieren
oder Menschen, bei denen diese Aktivität vorteilhaft ist, Verwendung. Sie können
also bei der Behandlung von Leiden wie Fibroiden, Cushing-Syndrom, Glaukom, Endometriose,
Zervixreifung vor der Geburt, Hormonersatztherapie, prämenstrualem Syndrom und Krebs
neben ihrer Verwendung bei der Fertilitäts- und Fortpflanzungskontrolle von Nutzen
sein.
Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auf verschiedene
Weise verabreicht werden. So können diejenigen Produkte der Erfindung, die auf oralem
Wege aktiv sind, in Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Tabletten, einschließlich
sublingualer und intrabukkaler Tabletten, Weichgelatinekapseln, einschließlich in
Weichgelatinekapseln verwendeter Lösungen, wäßrigen Suspensionen oder Ölsuspensionen,
Emulsionen, Pillen, Pastillen, Rundtabletten, Tabletten, Sirupen oder Elixieren
und dergleichen verabreicht werden. Produkte der Erfindung, die bei parenteraler
Verabreichung aktiv sind, können durch Depotinjektion, Implantate, einschließlich
SilasticTM und bioabbaubarer Implantate, und intramuskuläre und intravenöse
Injektionen verabreicht werden.
Zusammensetzungen können nach beliebigen, dem Fachmann bekannten Verfahren
zur Herstellung pharmazeutischer Zusammensetzungen hergestellt werden, und solche
Zusammensetzungen können ein oder mehrere Stoffe enthalten, die ausgewählt sind
aus der Gruppe bestehend aus Süßstoffen, Geschmacksstoffen, Farbstoffen und Konservierungsstoffen.
Tabletten, die den Wirkstoff in Mischung mit nichttoxischen pharmazeutisch verträglichen
Hilfsstoffen enthalten, die für die Herstellung von Tabletten zweckmäßig sind, sind
möglich. Diese Hilfsstoffe sind beispielsweise inerte Verdünnungsmittel, wie Calciumcarbonat,
Natriumcarbonat, Lactose, Calciumphosphat oder Natriumphosphat; Granulierhilfsmittel
und Sprengmittel, wie Maisstärke, oder Alginsäure; Bindemittel, wie Stärke, Gelatine
oder Gummi arabicum; und Gleitmittel, wie Magnesiumstearat, Stearinsäure oder Talkum.
Tabletten können unbeschichtet sein oder sie können mit bekannten Methoden überzogen
werden, um Zerfall und Adsorption im Gastrointestinaltrakt zu verzögern und dadurch
eine über einen längeren Zeitraum anhaltende Wirkung zu liefern. Beispielsweise
kann ein retardierendes Material wie Glycerylmonostearat oder Glyceryldistearat
allein oder mit einem Wachs eingesetzt werden.
Formulierungen zur oralen Verwendung können auch als Hartgelatinekapseln
verabreicht werden, wobei der Wirkstoff mit einem inerten festen Verdünnungsmittel,
beispielsweise Calciumcarbonat, Calciumphosphat oder Kaolin, vermischt ist, oder
als Weichgelatinekapseln, wobei der Wirkstoff mit Wasser oder einem öligen Medium
vermischt ist, beispielsweise Erdnußöl, flüssigem Paraffin oder Olivenöl.
Wäßrige Suspensionen der Erfindung enthalten die Wirkstoffe in Mischung
mit zur Herstellung von wäßrigen Suspensionen zweckmäßigen Hilfsmitteln. Solche
Hilfsmittel umfassen ein Suspensionsmittel, wie Natriumcarboxymethylcellulose, Methylcellulose,
Hydroxypropylethylcellulose, Natriumalginat, Polyvinylpyrrolidon, Gummi traganth
und Gummi arabicum, und Dispergier- oder Netzmittel, wie natürlich vorkommendes
Phosphatid (z. B. Lecithin), ein Kondensationsprodukt eines Alkylenoxids mit einer
Fettsäure (z. B. Polyoxyethylenstearat), ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid
mit einem langkettigen aliphatischen Alkohol (z. B. Heptadecaethylenoxycetanol),
ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid mit einem partiellen Ester, der sich aus
einer Fettsäure und einem Hexitol ableitet (z. B. Polyoxyethylensorbitolmonooleat)
oder ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid mit einem partiellen Ester, der sich
aus Fettsäure und einem Hexitolanhydrid ableitet (z. B. Polyoxyethylensorbitanmonooleat).
Die wäßrige Suspension kann ferner ein oder mehrere Konservierungsstoffe wie Ethyl-
oder n-Propyl-p-hydroxybenzoat, ein oder mehrere Farbstoffe, ein oder mehrere Geschmacksstoffe
und ein oder mehrere Süßstoffe wie Sucrose, Aspartam oder Saccharin enthalten. Ophthalmische
Formulierungen werden, wie dem Fachmann bekannt, auf den osmotischen Druck eingestellt.
Ölsuspensionen können formuliert werden, indem man den Wirkstoff in
einem pflanzlichen Öl, wie Erdnußöl, Olivenöl, Sesamöl oder Kokosnußöl, oder in
einem Mineralöl, wie flüssigem Paraffin, suspendiert. Die Ölsuspensionen können
ein Verdickungsmittel wie Bienenwachs, Hartparaffin oder Cetylalkohol enthalten.
Für ein angenehm einzunehmendes orales Präparat können Süßstoffe zugegeben werden.
Diese Zusammensetzungen können durch Zugabe eines Antioxidans wie Ascorbinsäure
haltbar gemacht werden.
Dispergierbare Pulver und Granulate der Erfindung, die sich zur Herstellung
einer wäßrigen Suspension durch Zugabe von Wasser eignen, können aus den Wirkstoffen
in Mischung mit einem Dispergier-, Suspensions- und/oder Netzmittel und ein oder
mehreren Konservierungsstoffen formuliert werden. Geeignete Dispergier- oder Netzmittel
und Suspensionsmittel sind beispielsweise die oben offenbarten. Ferner können weitere
Hilfsstoffe, beispielsweise Süß-, Geschmacks- und Farbstoffe, vorhanden sein.
Die pharmazeutische Zusammensetzung der Erfindung kann auch in Form
von Öl-in-Wasser-Emulsionen vorliegen. Die ölige Phase kann ein pflanzliches Öl,
wie Olivenöl oder Erdnußöl, ein Mineralöl, wie flüssiges Paraffin, oder eine Mischung
von diesen sein. Geeignete Emulgiermittel umfassen natürlich vorkommende Kautschuke,
wie Gummi arabicum oder Gummi traganth, natürlich vorkommende Phosphatide, wie Sojabohnenlecithin,
Ester oder partielle Ester, die sich von Fettsäuren und Hexitolanhydriden ableiten,
wie Sorbitanmonooleat, und Kondensationsprodukte dieser partiellen Ester mit Ethylenoxid,
wie Polyoxyethylensorbitanmonooleat. Die Emulsion kann ferner Süß- und Geschmacksstoffe
enthalten.
Sirupe und Elixiere können mit Süßstoffen, beispielsweise Glycerin,
Sorbitol oder Sucrose, formuliert werden. Solche Formulierungen können ferner ein
Demulcens, einen Konservierungsstoff, einen Geschmacks- oder einen Farbstoff enthalten.
Die pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung können in Form
einer sterilen injizierbaren Zubereitung, beispielsweise einer sterilen injizierbaren
wäßrigen oder ölhaltigen Suspension, vorliegen. Diese Suspension kann entsprechend
dem Stand der Technik unter Verwendung der oben genannten zweckmäßigen Dispergier-
oder Netzmittel und Suspensionsmittel formuliert werden. Die sterile injizierbare
Zubereitung kann auch eine sterile injizierbare Lösung oder Suspension in einem
nichttoxischen parenteral verträglichen Verdünnungsmittel oder Lösungsmittel sein,
beispielsweise eine 1,3-Butandiol-Lösung. Zu den verträglichen Trägerstoffen und
Lösungsmitteln, die eingesetzt werden können, gehören Wasser und Ringer-Lösung,
ein isotonisches Natriumchlorid. Daneben können sterile Fettöle in üblicher Weise
als Lösungsmittel oder Suspensionsmedium eingesetzt werden. Zu diesem Zweck kann
jedes milde Fettöl eingesetzt werden, einschließlich synthetischer Mono- oder Diglyceride.
Ähnlich können auch Fettsäuren wie Ölsäure zur Herstellung der injizierbaren Zubereitungen
verwendet werden. Eine Sterilisierung kann nach fachmännisch bekannten üblichen
Methoden, beispielsweise durch aseptische Filtration, Bestrahlung oder Endsterilisieren
(z. B. Autoklavieren), erfolgen.
Wäßrige Formulierungen (d. h. Öl-in-Wasser-Emulsionen, Sirupe, Elixiere
und injizierbare Zubereitungen) können so formuliert werden, daß der pH der optimalen
Stabilität erreicht wird. Die Ermittlung des optimalen pH-Werts kann nach. fachmännisch
bekannten, üblichen Methoden erfolgen. Um den pH-Wert der Formulierung einzuhalten,
können auch geeignete Puffer verwendet werden.
Die Verbindungen dieser Erfindung können auch in Form von Suppositorien
zur rektalen Verabreichung des Wirkstoffs verabreicht werden. Diese Zusammensetzungen
können hergestellt werden, indem man den Wirkstoff mit einem geeigneten nichtreizenden
Hilfsstoff vermischt, der bei gewöhnlichen Temperaturen fest, aber bei rektalen
Temperaturen flüssig ist und daher im Rektum schmilzt und den Wirkstoff freisetzt.
Nichteinschränkende Beispiele für solche Materialien sind Kakaobutter und Polyethylenglycole.
Sie können auch auf intranasalem, intraokularem, intravaginalem und
intrarektalem Wege verabreicht werden, einschließlich Suppositorien, Insufflation,
Pulvern und Aerosolformulierungen.
Produkte der Erfindung, die vorzugsweise auf topischem Wege verabreicht
werden, können als Applikationsstifte, Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Gele,
Cremes, Salben, Pasten, Gelee, Aufstriche, Pulver und Aerosole verabreicht werden.
Produkte mit antiglucocorticoider Aktivität sind von besonderem Wert
bei pathologischen Zuständen, die durch einen Überschuß an endogenem Glucocorticoid
gekennzeichnet sind, wie Cushing-Syndrom, Hirsutismus und insbesondere in Verbindung
mit dem Adrenogenitalsyndrom, Augenleiden in Verbindung mit Glucocorticoidüberschuß
wie Glaukom, Streßsymptomen in Verbindung mit Glucocorticoidsekretion im Überschuß
und dergleichen.
Produkte mit Progestinaktivität sind von besonderem Wert als Progestinmittel,
Ovulationshemmer, Menstruationsregulatoren, empfängnisverhütende Mittel, Mittel
zum Synchronisieren von fertilen Perioden beim Vieh und dergleichen. Bei Verwendung
zur Empfängnisverhütung können sie in geeigneter Weise mit östrogenen Stoffen gemischt
werden, wie beispielsweise Ethinylestradiol- oder Estradiolestern.
Produkte mit Antiprogestinaktivität sind dadurch gekennzeichnet, daß
sie den Wirkungen von Progesteron entgegenwirken. Als solche sind sie zur Unterstützung
bei Wehen und Geburt, zur Behandlung von Fibroiden und Endometriose und zur Hormonersatztherapie
wertvoll.
Die Verbindungen der Erfindung können zur Fertilitätskontrolle während
des gesamten Fortpflanzungszyklus verwendet werden. Sie sind besonders wertvoll
als postkoitale Kontrazeptiva, um die Nidation im Uterus zu hemmen, und als "einmal
monatliche" empfängnisverhütende Mittel. Sie können in Verbindung mit Prostaglandinen,
wehenanregenden Mitteln, Östrogenen und dergleichen verwendet werden.
Eine weitere wichtige Verwendungsmöglichkeit für die Produkte der
Erfindung liegt in ihrer Fähigkeit, das Wachstum hormonabhängiger Krebsarten zu
verlangsamen. Solche Krebsarten umfassen Nieren-, Brust-, Endometrium-, Ovarien-
und Prostatakrebs, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie Progesteronrezeptoren
besitzen, und von denen erwartet werden kann, daß sie auf die Produkte dieser Erfindung
reagieren. Andere Verwendungsmöglichkeiten für Antiprogestinmittel umfassen die
Behandlung fibrozystischer Erkrankungen der Brust. Manche Krebsarten und insbesondere
Melanome können auf Corticoid/Anticorticoid-Therapie günstig reagieren.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen können jedem warmblütigen Säuger
wie Menschen, Haustieren und Farmtieren verabreicht werden. Haustiere umfassen Hunde,
Katzen usw. Farmtiere umfassen Kühe, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen usw.
Die Wirkstoffmenge, der mit einem Trägermaterial kombiniert werden
kann, um eine einzelne Dosierungsform herzustellen, variiert in Abhängigkeit von
der behandelten Erkrankung, der Säugerspezies und der jeweiligen Verabreichungsform.
Eine therapeutisch wirksame Menge kann durch Routineversuche und analog aus den
Mengen ermittelt werden, die verwendet werden, um die gleichen Krankheitszustände
mit analogen Steroidverbindungen zu behandeln. Beispielsweise kann eine Einheitsdosis
des Steroids vorzugsweise zwischen 0,1 mg und 1 g des Wirkstoffs enthalten. Eine
besonders bevorzugte Einheitsdosis liegt zwischen 0,001 und 0,5 g. Für die spezifische
Behandlung von Endometriose oder Fibroiden kann eine Menge von 0,01 bis 10 mg/kg
Körpergewicht, vorzugsweise von 0,1 bis 3 mg/kg verabreicht werden. Ähnliche Gaben
können für die anderen therapeutischen Zwecke dieser Verbindungen verwendet werden.
Gewöhnlich können die Verbindungen täglich 1- bis 4-mal pro Tag, vorzugsweise 1-
bis 2-mal pro Tag verabreicht werden, bei Anwendungen wie beispielsweise der Hormonersatztherapie
können sie jedoch in einem cyclophasischen Schema verabreicht werden. In jedem Fall
hängt die Häufigkeit und der Zeitpunkt der Gabe von Faktoren wie der Halbwertszeit
der speziellen Verbindung im Körper, der Dosierungsformulierung und dem Verabreichungsweg
ab. Es versteht sich jedoch, daß die spezifische Dosismenge für jeden einzelnen
Patienten, wie dem Fachmann bekannt ist, von zahlreichen Faktoren abhängt, einschließlich
der Aktivität der jeweils eingesetzten Verbindung; dem Alter, dem Körpergewicht,
dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Geschlecht und der Ernährung des behandelten
Individuums; der Verabreichungsdauer und dem Verabreichungsweg; der Ausscheidungsrate;
anderen Medikamenten, die zuvor verabreicht wurden; und der Schwere der jeweils
therapierten Erkrankung.
Derartige Verbindungen eignen sich zur Behandlung von Endometriose,
uterinen Leiomyomen (Fibroiden) und bestimmten Krebsarten und Tumoren, bei der Hormonersatztherapie
sowie bei der Kontrolle verschiedener Stufen bei Fortpflanzung und Fertilität, wie
Empfängnisverhütung. Eine ausführlichere Beschreibung der potentiellen Anwendungsmöglichkeiten
solcher Verbindungen wird bei Donaldson, Molly S.; Dorflinger, L.; Brown, Sarah
S.; Benet, Leslie Z., Herausgeber, Clinical Applications of Mifepristone (RU 486)
and Other Antiprogestins, Committee on Antiprogestins: Assessing the Science, Institute
of Medicine, National Academy Press, 1993, gegeben. Sie eignen sich außerdem als
Zwischenprodukte zur Herstellung anderer Steroide.
Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Bildung
eines cyclischen C17-Spirothiolans einer Steroidverbindung, welches die
Umsetzung eines C17-Thioketons mit einer allylischen Organometallverbindung,
beispielsweise einem Allyl-Grignard oder einem Allylcuprat, und die anschließende
radikalische Cyclisierung, wie sie durch einen Radikalstarter wie AIBN induziert
wird, umfaßt. Die Bildung eines C17-Thioketons aus dem entsprechenden
C17-Keton kann nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren erfolgen,
beispielsweise durch Behandlung des Ketons mit Lawesson-Reagenz. Die Oxidation des
cyclischen Sulfids zum entsprechenden cyclischen Sulfoxid oder cyclischen Sulfon
kann nach fachmännisch bekannten, üblichen Methoden ohne unzumutbares Experimentieren
erfolgen, beispielsweise durch Behandlung mit H2O2. Die Additions-
und Cyclisierungsschritte des Verfahrens sind nachfolgend veranschaulicht:
wobei R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl,
C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl, C6-12-Aryl, Aralkyl,
Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl
sind; und
R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl,
C4-8-Cycloalkyl C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl,
Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl ist; und
R11 und R12 =CH2 sind oder
R11 und R12 jeweils H sind; und M ein Metallkation ist.
Basierend zum Teil auf dieser Offenbarung können die Verbindungen
der vorliegenden Erfindung nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren und ohne
unzumutbares Experimentieren hergestellt werden.
Allgemeine Methoden.
Die Verbindungen dieser Erfindung können gemäß den in den Schemata
1 und 2 dargestellten und in den Beispielen veranschaulichten Verfahrensschritten
hergestellt werden. Um das Thion 3 zu erhalten, wird Estron (1) nach Standardverfahren
in seinen 3-Methylether 2 überführt. Die Umsetzung von 2 mit Lawesson-Reagenz [2,4-Bis(9-methoxyphenyl)-1,3-dithia-2,4-diphosphetan-2,4-disulfid]
liefert das 17-Thion in 50-60%iger Ausbeute zusammen mit einer 20–25%igen
Rückgewinnung des Ausgangsmaterials. Die Behandlung des Thions 3 mit Allylmagnesiumbromid
führt zu einer hohen Ausbeute der 17&agr;-Allyl-l7&bgr;-mercaptoverbindung 4. Das
Verfahren von J. Von Christjohannes et al. [Radical Cyclizations of Alkenyl-Substituted
4,5-Dihydro-1,3-thiazole-5-thiols, Helv. Chim. Acta, 72: 838–846 (1989)],
bei dem die Umsetzung in Gegenwart von Kupferiodid durchgeführt und mit Dithiothreitol
aufgearbeitet wird, liefert 80 % Ausbeute von 4. Die Reaktion läuft jedoch auch
in Abwesenheit von Kupferiodid gut ab, welchenfalls die Verwendung von Dithiothreitol
bei dem Aufarbeitungsvorgang unnötig ist. Unter radikalischen Cyclisierungsbedingungen
[Azobis(isobutyronitril) (AIBN) in Hexan unter Rückfluß] wird das Thiol zu mehr
als 90 % in das cyclische Spirothiolan 5 überführt. Da die Reaktion nach einem Radikalkettenprozeß
abläuft, wird bei solchen Reaktionen häufig ein niedriges Molverhältnis des Radikalstarters
verwendet.
Versuche, die durchgeführt wurden, wobei das Verhältnis von AIBN variiert
wurde, zeigten jedoch, daß ein etwa äquimolares Verhältnis von AIBN zu Thiol die
besten Ausbeuten und Umsetzungen liefert. Außerdem wird die Reaktionszeit bis zur
vollständigen Umsetzung verringert.
Die Reduktion des aromatischen Rings von 5 unter Birch-Bedingungen
liefert den Enolether 6 in guter Ausbeute. Der so erhaltene Enolether wird einer
Hydrolyse mit Oxalsäure unterworfen, was zur Bildung des &bgr;,&ggr;-ungesättigten
Ketons 7 führt. Im Großmaßstab wurde gefunden, daß das Produkt 7 von dem Sulfoxidderivat
von 7 begleitet wird, möglicherweise als Folge. einer Oxidation durch Peroxidverunreinigungen
im Dioxan. Dieses Nebenprodukt kann leicht in die Epoxysulfoxid-Verbindung 10 überführt
werden (Schema 2), wie nachfolgend für die Umwandlung von Verbindung 7 in 10 beschrieben
wird. Die Gesamtausbeute bei dieser Hydrolysereaktion beträgt also 91 % verarbeitungsfähige
Produkte. Die Behandlung von Keton 7 mit Pyridiniumtribromid in Pyridin liefert
das 4,9-Dien-3-keton 8. Dieses Keton wird durch Behandlung mit Ethylenglycol in
Gegenwart von Säure in das 5(10),9(11)-Dien-3-ketal 9 überführt und wird anschließend
Epoxidationsbedingungen mit H2O2 unterworfen
(siehe Schema 2). Die Epoxidation wird von einer Oxidation des Schwefelatoms zu
Sulfoxid und/oder Sulfon begleitet. Der Grad der Schwefeloxidation hängt von der
relativen Menge H2O2 und den angewandten Bedingungen ab. Die
Verwendung vorgemischter Epoxidationsreagenzien, Hexafluoracetontrihydrat und Wasserstoffperoxid,
in einer solchen Menge, daß sich ein Molverhältnis von Peroxid zu Dienketal 9 von
etwa 2,6:1 ergibt, liefert 72 % Ausbeute Epoxysulfoxid 10 zusammen mit 22 Ausbeute
Sulfonepoxid 11. Steigende Mengen H2O2 führen zu mehr Sulfon.
Das Sulfoxid und das Sulfon sind durch Chromatographie leicht trennbar.
Die Reaktion von Arylmagnesiumbromidreagenzien mit dem Sulfonepoxid
11 läuft innerhalb kurzer Zeit mit guten Ausbeuten ab, wenn ein Verhältnis von Grignard-Reagens
zu CuCl zu Steroid von 15:5:1 verwendet wird. Saure Hydrolyse und Dehydratation
des Additionsprodukts 18 liefert das Dienon 24. Ähnliche Vorgehensweisen führen
zu anderen Sulfonanalogen wie den Verbindungen 25 und 26.
Das Epoxysulfoxid 10 liefert bei Reaktion mit p-N,N-Dimethylaminophenyl-Grignard-Reagens
in Gegenwart von CuCl 76 11&bgr;-Addukt 15. Saure Hydrolyse des Addukts 15 mit Trifluoressigsäure/Wasser/CH2Cl2
liefert das Sulfoxiddienon 21 mit 70 % Ausbeute als Mischung der Epimeren des Sulfoxids.
Die beiden Epimere lassen sich mittels Reversed-Phase-HPLC trennen.
Die gleichen Reaktionsbedingungen können angewandt werden, um andere
Sulfoxiddienone wie 22 und 23 herzustellen, und die beiden Isomere der Sulfoxide
können durch präparative HPLC an einer C-18-Reversed-Phase-Säule getrennt werden.
Die ursprüngliche Oxidation unter Bildung von 10 schafft ein neues Asymmetriezentrum
am Schwefelatom und führt zu einer Mischung epimerer Sulfoxide. Diese werden durch
die Reaktionsfolge geschleppt und auf der Stufe des Endprodukts aufgetrennt, was
ein Haupt- und ein Nebenisomer liefert.
Die Reduktion von Sulfoxid 15 durch Lithiumaluminiumhydrid (LAH) und
TiCl4 [siehe das Verfahren von Drabowicz et al., Synthesis, 527–528
(1976)] führt leicht zum Sulfid. Saure Hydrolyse und Dehydration des Rohprodukts
führt zum Dienonsulfid 12 mit insgesamt 50 % Ausbeute. Die gleichen Verfahren können
angewandt werden, um analoge Verbindungen wie 13 und 14 herzustellen.
Wie für den Fachmann offensichtlich ist, können auch verschiedene
andere Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Erfindung verwendet werden.
Beispielsweise kann das Verhältnis der Sulfoxidepimere durch die Verwendung asymmetrischer
Reagenzien oder durch die Größe oder Struktur des Oxidationsreagens gesteuert werden.
Nachdem die Erfindung nun in allgemeiner Form beschrieben wurde, wird
sie unter Verweis auf bestimmte spezielle Beispiele, die hier lediglich der Veranschaulichung
dienen und, falls nicht anders angegeben, keine Einschränkung darstellen sollen,
noch besser verständlich.
Allgemeine Verfahren. Soweit nicht anders angegeben, wurden analysenreine
Chemikalien aus kommerziellen Quellen erhalten und ohne weitere Reinigung eingesetzt.
Ether und Tetrahydrofuran (THF) wurden frisch von Natriumdraht/Benzophenon-Ketyl
unter Stickstoff destilliert. Alle feuchtigkeits- und luftempfindlichen Reaktionen
und Reagenzientransfers wurden unter trockenem Stickstoff oder Argon durchgeführt.
Dünnschichtchromatographie (TLC) erfolgte an vorbeschichteten Silicagel 60 F-254-Platten
von EM Science. Die Verbindungen wurden normalerweise durch UV-Licht (254 nm) oder
Besprühen mit para-Anisaldehyd sichtbar gemacht. Bei der präparativen Säulenchromatographie
wurde Silicagel von EM Science, 60 Å (230–400 mesh) verwendet. Die Lösungen
wurden mit einem Rotationsverdampfer unter Wasserstrahlvakuum bei Raumtemperatur
eingeengt. Die Schmelzpunkte wurden auf einem Mel-Temp II aufgenommen und sind unkorrigiert.
Falls nicht anders angegeben wurden 1H-NMR-Spektren bei 250 MHz mit einem
Bruker AC 250-Spektrometer in CDCl3 als Lösungsmittel mit Tetramethylsilan
(TMS) als internem Standard erhalten. Die chemischen Verschiebungen sind in ppm-Einheiten
feldabwärts von TMS angegeben. Massenspektren wurden üblicherweise durch Elektronenstoß
bei 70 eV mit einem Hewlett Packard 5989A-Gerät erhalten. Die Elementaranalysen
wurden von Atlantic Microlab Inc., Atlanta, GA, durchgeführt.
3-Methoxyestra-1,3,5(10)-trien-l7-on (2).
Estron (1, 100,0 g, 370 mmol) wurde in MeOH (1,5 l) gelöst und anschließend
wurde K2CO3 (300,0 g, 2,17 mol) zugegeben. Es wurde MeI (310
ml, 4,98 mol) zugegeben und die Mischung 70 h bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde im Vakuum eingeengt, um einen Teil des MeOH zu entfernen, und wurde dann in
Eiswasser gegossen, wobei sich ein Niederschlag bildete. Der Feststoff wurde gesammelt
und durch Partitionierung in CH2Cl2 getrocknet.
Die organische Phase wurde über MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel
wurde im Vakuum abgezogen, was die Verbindung 2 (105,0 g) als weiße Kristalle in
quantitativer Ausbeute lieferte. 1H-NMR (250 MHz, CDCl3);
&dgr; 0,91 (s, 3, C-18 H), 3,78 (s, 3, MeO), 6,65 (s, 1, C-4 H), 6,72 (d, 1, J =
8,57 Hz, C-2 H), 7,21 (d, 1, J = 8,57 Hz, C-1 H).
3-Methoxyestra-1,3,5(10)-trien-l7-thion (3).
Estronmethylether (2, 17,64 g, 62,2 mmol) wurde in 500 ml trockenem
Tetrahydrofuran (THF) gelöst und es wurde eine erste Portion Lawesson-Reagenz (13
g, 32 mmol) zugegeben. Die Reaktionsmischung, die suspendierten Feststoff enthielt,
wurde 18 h unter Rückfluß erhitzt, bis alle Feststoffe gelöst waren und die Lösung
lachsrot wurde. Es wurde eine zweite Portion Lawesson-Reagenz (13 g, 32 mmol) zugegeben
und weitere 18 h unter Rückflußtemperatur erhitzt. In ähnlicher Weise wurde eine
dritte Portion Lawesson-Reagenz (13 g, 32 mmol) zugegeben und nach 18 h Erhitzen
wurde die Reaktionsmischung abgekühlt und das THF abgedampft, was eine dicke Aufschlämmung
lieferte. Die Aufschlämmung wurde in einer minimalen Menge CH2Cl2
gelöst und durch ein Silicagelkissen laufen gelassen, um ein polares Nebenprodukt
des Lawesson-Reagenz zu entfernen. Das Eluens wurde eingeengt, was einen leuchtend
orangen Feststoff lieferte, der durch Säulenchromatographie an Silicagel mit EtOAc-Hexanen
(1:3) als Eluens weiter aufgereinigt wurde, was ein leuchtend oranges festes Produkt
(10,5 g, 35 mmol) mit 56 Ausbeute als erste Fraktion und anschließend mit 23%iger
Rückgewinnung Ausgangsmaterial (4 g, 14,0 mmol) lieferte. Rohes Thion 3 kann durch
Kristallisieren aus siedendem EtOAc weiter aufgereinigt werden, obwohl es nach Reinigung
an der Säule rein genug für nachfolgende Reaktionen ist. 1H-NMR (250
MHz, CDCl3) &dgr; 0,94 (s, 3, C-18 CH3), 3,78 (s, 3, -OCH3),
6,64–6,75 (m, 2, ArH), 7,22 (d, J = 10 Hz, 1 ArH);13C-NMR (250
MHz, CDCl3) &dgr; 273,3 (C=S).
Verfahren A. CuI (58,4 mg, 0,31 mmol) wurde in 100 &mgr;l Tetrahydrofuran
(THF) suspendiert und auf 0 °C gekühlt. Es wurde Allylmagnesiumbromidlösung
(600 &mgr;l, 0,59 mmol) zugetropft und die Reaktionsmischung 30 min kräftig gerührt.
Zu der Reaktionsmischung wurde bei 0 °C Thion 3 (100 mg, 0,33 mmol) in 5 ml
THF zugetropft und anschließend wurde 3 h gerührt. Es wurde festes Dithiothreitol
(61,7 mg, 0,40 mmol) zugegeben und die Mischung wurde 30 min gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde durch ein Kissen aus Celite und Silicagel filtriert und das Filtrat eingeengt,
was rohes 3 (106 mg, 0,31 mmol) mit 94 Ausbeute lieferte. Das Rohprodukt wurde im
nächsten Schritt eingesetzt. 1H-NMR &dgr; 7,21 (d, 1 J = 8,6 Hz, C-1
H), 6,63 (s, 1, C-4 H), 6,14–5,98 (m, 1, Allyl-CH), 5,20–5,10(m, 2,
Allyl-CH2), 3,78 (s, 3, OMe) , 1, 00 (s, 3, C-1 H).
Verfahren B. Zu 65 ml einer 1 M Allylmagnesiumbromid-Lösung unter
Stickstoffatmosphäre wurde bei Raumtemperatur eine Lösung von 15 g (50 mmol) Thion
3, gelöst in 150 ml THF, zugetropft. Nach Zugabe wurde die Mischung 10 min gerührt.
Die Reaktion wurde mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht und die Mischung
mit EtOAc extrahiert. Die Extrakte wurden mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung
gewaschen. und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Nach Filtration
durch ein kleines Silicagelkissen wurde das Filtrat eingeengt und der Rückstand
(16 g) ohne weitere Reinigung eingesetzt. Das 1H-NMR war dem obigen äquivalent.
Zu einer Mischung von 17 g (49,7 mmol) Thiol 3 in 800 ml Hexan wurden
unter einer Stickstoffatmosphäre 8,2 g (49,2 mmol) AIBN gegeben. Die Reaktionsmischung
wurde 8 h unter Rückfluß erhitzt und dann durch Silicagel filtriert, das mit Ether
gespült wurde. Dann wurde die Lösung eingeengt und das Rohprodukt wurde ohne weitere
Reinigung verwendet. Die Spiroverbindung 5 besaß die folgenden Eigenschaften:
1H-NMR (250 MHz, CDCl3), &bgr; 7,15 (d, 1, ArH), 6,55–6,66
(m, 2, ArH), 3,70 (s, 3, OMe), 0,85 (s, 3, C-18 CH3). MS m/z 342 (M+),
314, 267, 227, 186, 174, 147, 113, 79.
Zu 500 ml kondensiertem Ammoniak, der bei –78 °C unter einer
Stickstoffatmosphäre gehalten wurde, wurde die Spiroverbindung 5 (13,2 g, 38,6 mmol)
in 1705 ml THF und 75 ml tert-Butanol gegeben. Hierzu wurden 0,8–1,0 g (133–147
Äqv.) Li gegeben und die Mischung wurde 3 h bei –78 °C gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde bei –78 °C mit Methanol gequencht und dann mit Ethylacetat extrahiert.
Der Extrakt wurde mit gesättigter Ammoniumchloridlösung und anschließend Kochsalzlösung
gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet,
filtriert und eingeengt. Das Rohprodukt wurde ohne weitere Reinigung verwendet.
1H-NMR (250 MHz CDCl3), &dgr; 0,93 (s, 3, C-18 CH3),
3,55 (s, 3, OMe), 4,64 (s, 1, C-2 H).
Zu dem obigen Enolether 6, der in 450 ml Dioxan gelöst war, wurden
225 ml Wasser und 8,53 g Oxalsäure gegeben. Die Reaktionsmischung wurde bei Raumtemperatur
über Nacht gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht.
Diese Mischung wurde dann mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wurde
mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4
getrocknet. Die organische Phase wurde filtriert, eingeengt und mit Hexan-EtOAc,
2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 10,9 g (86 % Ausbeute) 7 lieferte.
1H-NMR &dgr; 2,78 (ABq, 2, J = 20 Hz, C-4 H), 1,14 (s, 3, C-18 H).
Enon 7 (9,2 g, 27,9 mmol) wurde in 100 ml wasserfreiem Pyridin gelöst.
Diese Lösung wurde auf –20 °C gekühlt und unter einer Inertatmosphäre
gehalten. Zu der Lösung von 7 wurde eine Lösung von 10,7 g (33,5 mmol) Pyridiniumtribromid,
das in 25 ml Pyridin gelöst war, getropft. Die Reaktionsmischung wurde langsam auf
Raumtemperatur erwärmt und über Nacht gerührt. Es wurde Wasser zugegeben und die
Mischung wurde mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wurde mit verdünnter
HCl-Lösung und Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem
MgSO4 getrocknet. Die organische Phase wurde filtriert und eingeengt
und das Rohprodukt mit Hexan-EtOAc, 1:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 9,14 g (73 % Ausbeute) 8 lieferte. 1H-NMR &dgr; 5,68 (s, 1, C-4 H),
1,06 (s, 3, C-18 H).
Zu 108 mg (0,33 mmol) Dienketon 8, das in 10 ml Benzol gelöst war,
wurden 0,37 ml Ethylenglycol und eine katalytische Menge p-TsOH gegeben. Die Reaktionsmischung
wurde 2 h unter Rückfluß erhitzt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung
gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit Ethylacetat extrahiert. Die organische
Phase wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem
MgSO4 getrocknet. Dann wurde die Mischung filtriert, eingeengt und mit
Hexan-EtOAc, 10:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 113 mg (93 % Ausbeute)
9 lieferte. 1H-NMR &dgr; 5,61 (br s, 1, C-11 H), 3,99 (s, 4, (CH2O)2),
0,89 (s, 3, C-18 H).
Zu einer Lösung von Hexafluoracetontrihydrat (3,72 ml, 26,7 mmol)
in 26,5 ml CH2Cl2 bei –5 °C wurden 1,98 ml (34,5
mmol) 50%iges Wasserstoffperoxid gegeben. Diese Mischung wurde 1 h bei –5
°C gehalten. Die Lösung aus Hexafluoraceton-Wasserstoffperoxid wurde zu einer
Lösung von Dien 9 (4,95 g, 13,3 mmol) in 14,3 ml CH2Cl2 und
940 mg Na2HPO4 bei 0 °C gegeben. Man ließ die Reaktionsmischung
langsam auf Raumtemperatur kommen und rührte dann noch weitere 7 h. Die Reaktion
wurde mit 5%iger Na2SO3-Lösung gequencht und mit CH2Cl2
extrahiert; der organische Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung
gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem MgSO4 getrocknet,
filtriert und eingeengt und das Rohprodukt chromatographiert. Elution mit Hexan-EtOAc-MeOH,
3:6:1, lieferte 3,72 g (72 % Ausbeute) 10: 1H-NMR &dgr; 6,04 (d, 1, J
= 2,4 Hz, C-11 H), 3,96–3,87 (m, 4, (CH2O)2), 2,99 (t,
2, J = 7,4 Hz, J = 8, 5 Hz, C-5' H), 1,12 (s, 3, C-18 H).
Eine Lösung des Grignard-Reagens wurde aus 774 mg (3,87 mmol) p-N,N-Dimethylaminophenylbromid
und 45 mg (3,89 mmol) Mg in 3,88 ml THF hergestellt. Das Grignard-Reagens wurde
unter einer Inertatmosphäre auf –10 °C gekühlt. Zu der gekühlten Lösung
des Grignard-Reagens wurden 76,5 mg (0,77 mmol) CuCl und anschließend 100 mg (0,26
mmol) Epoxid 10 in 1 ml THF gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –10
°C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung
wurde mit EtOAc extrahiert, zweimal mit gesättigter NH4Cl-Lösung gewaschen
und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Phase wurde
filtriert, eingeengt und mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 99 mg (76 % Ausbeute) 15 lieferte: 1H-NMR &dgr; 7,07 (d, 2, J = 8,6
Hz, ArH), 6,64 (d, 2, J = 8,8 Hz, ArH), 4,40 (s, 1, C-5 OH), 4,24 (d, 1, J = 6,0
Hz, C-11 H), 4,00–3,93 (m, 4, (CH2O)2), 2,90 (m, 1,
C-5 H), 2,89 (s, 6, N(CH3)2), 0,85 (s, 3, C-18 H, Nebenisomer),
0,68 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).
Zu 588 mg (1,15 mmol) 15 in 10 ml CH2Cl2 wurden
1,5 ml Trifluoressigsäure (TFA) und 0,5 ml H2O bei 0 °C gegeben.
Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigtem
NaHCO3 gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2
extrahiert. Der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen.
Die organische Phase wurde über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet,
filtriert, eingeengt und dann mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel
chromatographiert, was 375 mg (70 % Ausbeute) 21 als Isomerenmischung lieferte.
Die beiden Isomere wurden durch präparative HPLC an einer C-18-Reversed-Phase-Säule
(YMC 250 × 20 mm I.D.) mit 65 % Methanol-Wasser als Eluens getrennt, was 180
mg des Hauptisomers und 130 mg des Nebenisomers lieferte: 1H-NMR (Hauptisomer) &dgr; 6,99 (d, 2, J = 8,3 Hz, ArH), 6,65 (d, 2,
J = 8,5 Hz, ArH), 5,76 (s, 1, C-4 H), 4,35 (d, 1, J = 6,2 Hz, C-11 H), 3,05 (m,
2, J = 7,1 Hz, J = 9,1 Hz, C-5' H), 2,90 (s, 6, N(CH3)2),
0,75 (s, 3, C-18 H); 1H-NMR (Nebenisomer) &dgr; 7,03 (d, 2, J = 8,3 Hz,
ArH), 6,65 (d, 2, J = 8,5 Hz, ArH) , 5, 76 (s, 1, C-4 H) , 4, 32 (d, 1, J = 6, 2
Hz, C-11 H), 2,90 (s, 6, N(CH3)2), 2,75 (t, 2, J = 6,2 Hz),
0,96 (s, 3, C-18 H). Anal. (Hauptisomer) Berechnet für C29H39NSO2·0,25
H2O: C, 73,69; H, 8,10; N, 2,96; S, 6,78. Gefunden: C, 73,64; H, 8,00;
N, 2,88; S, 6,58.
Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,74 g (7,12 mmol) 4-{1,1-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]}phenylbromid
und 180 mg (7,47 mmol) Mg in 7,16 ml THF hergestellt worden war, wurden bei –20
°C 350 mg (3,56 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden sofort 700 mg (1,78 mmol)
des in 2 ml THF gelösten Epoxysulfoxids 10 gegeben. Die Reaktionsmischung wurde
30 min bei –20 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung
gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert und die EtOAc-Phase
wurde 3–4 h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung, zu der 3 ml 14,9
N wäßriges NH4OH gegeben wurden, gerührt. Die organische Phase wurde
mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4
getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt und der Rückstand mit
EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 1,06 g (66
% Ausbeute) 16 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,40–7,32 (m, 2, ArH), 7,20–7,11
(m, 2, ArH), 4,41 (s, 1, C-5 OH), 4,32 (d, 1, J = 6,8 Hz, C-11 H), 3,93–4,02
(m, 4, (OCH2)2), 3,71–3,76 (m, 4, (OCH2)2),
0,69 (s, 3, C-18 H, Nebenisomer), 0,61 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).
Ketal 16 wurde in 20 ml CH2Cl2 gelöst und auf
0 °C gekühlt. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung
wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde die Reaktionsmischung durch Zugabe
von gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde
mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert, und der Extrakt wurde mit Wasser
und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4
getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt
und das Rohprodukt mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 80 % Ausbeute des gewünschten Produkts lieferte. Die beiden Isomeren wurden
an einer präparativen YMC C-18-Reversed-Phase-HPLC-Säule mit 65 Methanol-Wasser
als Eluens getrennt, was 200 mg reines Hauptisomer 22a lieferte, das die folgenden
charakteristischen Daten besaß: Smp. 148–154 °C; 1H-NMR &dgr;
7,90 (d, 2, J = 8,1 Hz, ArH), 7,28 (d, 2, J = 8,2 Hz, ArH), 5,81 (s, 1, C-4 H),
4,47 (d, 1, J = 6,5 Hz, C-11 H), 2,69 (s, 3, COCH3), 0,69 (s, 3, C-18
H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 462 (6), 446 (56), 371 (25), 331 (24),
280 (66), 235 (25), 165 (100), 119 (50); Anal. Berechnet für C29H34SO3:
C, 75,29; H, 7,41; S, 6,93. Gefunden: C, 75,06; H, 7,66; S, 6,73.
Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,552 g (7,64 mmol)
4-Methylthiophenylbromid und 193 mg (8,02 mmol) Mg in 16,0 ml THF hergestellt worden
war, wurden bei –20 °C 379 mg (3,83 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden
sofort 750 mg (1,91 mmol) des in 4 ml THF gelösten Epoxysulfoxids 10 gegeben. Die
Reaktionsmischung wurde 30 min bei –20 °C gerührt und dann mit gesättigter
NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert
und die EtOAc-Phase wurde 3–4 h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung,
zu der 3 ml 14,9 N NH4OH-Lösung gegeben wurden, gerührt. Dann wurde die
organische Phase mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem
Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt
und der Rückstand mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 650 mg (66 % Ausbeute) 17 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,26–7,07
(m, 4, ArH), 4,40 (s, 1, C-5 OH), 4,24 (d, 1, J = 6,8 Hz, C-11 H), 3,93–4,02
(m, 4, (OCH2)2), 2,46 (s, 3, SCH3), 0,86 (s, 3,
C-18 H, Nebenisomer), 0,66 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).
Ketal 17 (650 mg, 1,26 mmol) wurde in 25 ml CH2Cl2
gelöst und auf 0 °C gekühlt. Zu dieser Lösung wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml
TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde
die Reaktionsmischung durch Zugabe von gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht.
Die Reaktionsmischung wurde mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert und
der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über
wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Phase
wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5,
als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 85 % Ausbeute des gewünschten Produkts
lieferte. Die beiden Isomeren wurden an einer präparativen YMC Reversed-Phase-HPLC-Säule
mit 70 Methanol-Wasser getrennt, was 250 mg reines Hauptisomer 23a lieferte, das
die folgenden Daten besaß: Smp. 160–163 °C; 1H-NMR &dgr; 7,
18 (d, 2, J = 8, 5 Hz, ArH), 7, 08 (d, 2, J = 8, 4 Hz, ArH), 5,79 (s, 1, C-4 H),
4,39 (d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H) , 2,46 (s, 3 SCH3), 0,73 (s, 3, C-18
H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 466 (53), 448 (96), 375 (36), 283 (100),
235 (36), 191 (23), 137 (98), 91 (48); Anal. Berechnet für C28H34S2O2:
C, 72,06; H, 7,34; S, 13,74. Gefunden: C, 71,93; H, 7,36; S, 13,73.
Zu einer Lösung von 120 mg (0,32 mmol) Dienketal 9 in 0,5 ml CH2Cl2
wurden 37 mg dibasisches Natriumhydrogenphosphat gegeben. Diese Mischung wurde auf
0 °C gekühlt und dann wurden 20 &mgr;l (0,14 mmol) Hexafluoracetontrihydrat
und anschließend 88 &mgr;l (1,53 mmol) Wasserstoffperoxid zugegeben. Die Reaktionsmischung
wurde langsam auf Raumtemperatur erwärmt und 2 Tage gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde mit 5%iger Na2SO3-Lösung gequencht, mit CH2Cl2
extrahiert und mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische
Phase wurde über wasserfreiem MgSO4 getrocknet, filtriert und eingeengt
und das Rohprodukt chromatographiert. Elution mit Hexan-EtOAc, 5:1, lieferte 70
mg (52 % Ausbeute) 11. 1H-NMR &dgr; 6,04 (d, 1, J = 2,4 Hz, C-11 H),
3,94–3,88 (m, 4, (CH2O)2), 3,02 (t, 2, J = 7,4 Hz, J
= 8, 5 Hz, C-5 H) , 1,14 (s, 3, C-18 H).
Eine Lösung des Grignard-Reagens wurde aus 360 mg (1,8 mmol) p-Brom-N,N-dimethylanilin
und 45 mg (1,87 mmol) Mg in 2 ml THF hergestellt. Die Grignard-Lösung wurde unter
einer Inertatmosphäre auf –10 °C gekühlt. Zu der Grignard-Lösung wurden
35,5 mg (0,36 mmol) CuCl und anschließend 50 mg (0,12 mmol) Epoxid 11 in 1 ml THF
gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –10 °C gerührt und dann
mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit
EtOAc extrahiert, zweimal mit gesättigter NH4Cl-Lösung gewaschen und
über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Phase wurde
filtriert, eingeengt und mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 42 mg (66 Ausbeute) 18 lieferte. 1H-NMR &dgr; 6,99 (d, 2, J = 8,6
Hz, ArH), 6,57 (d, 2, J = 8,7 Hz, ArH) , 4,35 (s, 1, C-5 OH), 4,18 (d, 1, J = 6,0
Hz, C-11 H), 3,95–3,86 (m, 4, (CH2O)2), 2,91 (t, 2,
J = 7,0 Hz, J = 9,0 Hz, C-5 H), 2,88 (s, 6, N(CH3)2), 0,71
(s, 3, C-18 H).
Zu 350 mg (0,65 mmol) 18 in 5 ml CH2Cl2 wurden
1,5 ml TFA und 0,5 ml H2O bei 0 °C gegeben. Die Reaktionsmischung
wurde 30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung
gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert
und mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde
über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert, eingeengt
und dann mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 250
mg (80 % Ausbeute) 24 lieferte: 1H-NMR &dgr; 7,02 (d, 2, J = 8,5 Hz,
ArH), 6,65 (d, 2, J = 8,9 Hz, ArH), 5,57 (s, 1, C-4 H), 4,36 (d, 1, J = 6,2 Hz,
C-11 H), 3,02 (t, 2, J = 7,1 Hz, J = 9,1 Hz, C-5 H), 2,90 (s, 6, N (CH3)2),
0,86 (s, 3 C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität), 479 (M+, 28), 415 (3),
251 (3), 235 (2), 121 (100), 91 (6).
Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,446 g (7,13 mmol)
Arylhalogenid und 180 mg (7,47 mmol) Mg in 7,2 ml THF hergestellt worden war, wurden
bei 0 °C 352 mg (3,56 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden sofort 750 mg (1,78
mmol) des in 8 ml THF gelösten Sulfonepoxids 11 gegeben. Die Reaktionsmischung wurde
30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht.
Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert und die EtOAc-Phase wurde 3–4
h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung, zu der 3 ml
14,9 N NH4OH-Lösung gegeben wurden, gerührt. Dann wurde die organische
Phase mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem
Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt
und der Rückstand wurde mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 650 mg (67 % Ausbeute) 20 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,14 (s, 4, ArH),
4,41 (s, 1, C-5 OH), 4,28 (d, 1, J = 6,5 Hz, C-11 H), 3,90–4,02 (m, 4, (OCH2)2),
2,45 (s, 3, SCH3), 0,76 (s, 3, C-18 H).
Ketal 20 (650 mg, 1,26 mmol) wurde in 25 ml CH2Cl2
gelöst und auf 0 °C gekühlt. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml TFA getropft.
Die Reaktionsmischung wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde die Reaktion
durch Zugabe gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung
wurde mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit
Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4
getrocknet. Die CH2Cl2-Lösung wurde filtriert und eingeengt
und das Rohprodukt wurde mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5, als Eluens an Silicagel
chromatographiert, was 85 % Ausbeute des gewünschten Produkts lieferte: Smp. 242–248
°C; 1H-NMR &dgr; 7,17 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 7,10 (d, 2, J = 8,6
Hz, ArH), 5,77 (s, 1, C-4 H), 4,39 (d, 1, J = 6,7 Hz, C-11 H), 2,47 (s, 3, SCH3),
0,82 (s, 3 C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 482 (100), 435 (20), 375
(11), 283 (23), 235 (19), 165 (37), 137 (78), 91 (50); Anal. Berechnet für C28H34S2O3·0,25
H2O: C, 69,03; H, 7,16; S, 13,16. Gefunden: C, 69,09; H, 7,10; S, 12,92.
Es wurde eine Lösung von 250 mg (0,475 mmol) Sulfoxid 15 in 2 ml wasserfreiem
THF hergestellt. Die Lösung wurde auf 0 °C gekühlt und unter Stickstoff gehalten.
Hierzu wurden 0,95 ml einer 1 M LAH-Lösung in Ether getropft. Nach vollständiger
Zugabe des LAH wurden 1,05 ml einer 1 M TiCl4-Lösung in Toluol zugetropft.
Bei Zugabe des TiCl4 wurde die Lösung schwarz und es bildete sich ein dicker Niederschlag,
der schwer zu rühren war. Es wurde mehr THF (1 ml) zugegeben und die Reaktionsmischung
wurde 45 min bei 0 °C und dann 20 min bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde durch Zugabe gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung
wurde mit CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser
und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde eingeengt
und das Rohprodukt wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst. Hierzu wurden
0,5 ml Wasser gegeben und die Mischung wurde auf 0 °C gekühlt. Zu der Lösung
wurde bei 0 °C 1 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde 1 h gerührt und
dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde
mit CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser und
anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4
getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt
und der rohe Rückstand mit Hexan-EtOAc, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert,
was 107,5 mg (50,5 % Ausbeute) reines 12 lieferte: Smp. 112–120 °C;
1H-NMR &dgr; 7,03 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 6,66 (d, 2, J = 8,8 Hz, ArH),
5,75 (s, 1, C-4 H), 4,38 (d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H), 2,91 (s, 6, N (CH3)2),
0,61 (s, 3, C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 447 (89), 280 (16), 134
(16), 121 (100); Anal. Berechnet für C29H37NSO: C, 77,81;
H, 8,33; N, 3,31; S, 7,16. Gefunden: C, 77,74; H, 8,34; N, 3,31; S, 7,12.
Es wurde eine Lösung von 590 mg (1,12 mmol) Sulfoxid 17 in 28 ml wasserfreiem
THF hergestellt. Die Lösung wurde auf 0 °C gekühlt und unter Stickstoff gehalten.
Hierzu wurden 2,2 ml einer 1 M LAH-Lösung in Ether getropft. Nach vollständiger
Zugabe des LAH wurden 2,45 ml einer 1 M TiCl4-Lösung in Toluol zugetropft.
Bei Zugabe des TiCl4 wurde die Lösung schwarz. Die Reaktionsmischung
wurde 45 min bei 0 °C und dann 20 min bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung
wurde durch Zugabe von gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Diese Mischung
wurde mit CH2Cl2 extrahiert und mit Wasser und anschließend
Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde eingeengt und das Rohprodukt
wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser
getropft und zu der Lösung bei 0 °C wurden 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung
wurde 1 h gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Diese
Mischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert, mit Wasser und anschließend
Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet.
Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt
mit Hexan-EtOAc, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 330 mg (65
% Ausbeute) 14 lieferte. Smp. 108–110 °C; 1H-NMR &dgr; 7,18
(d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 7,10 (d, 2, J = 10,6 Hz, ArH), 5,78 (s, 1, C-4 H), 4,40
(d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H), 2,46 (s, 3 ArSCH3), 0,57 (s, 3, C-18 H);
Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 450 (100), 375 (9), 350 (27), 335 (33), 235
(34), 211 (46), 137 (50), 100 (48), 91 (29), 79 (19); Anal. Berechnet für C28H34S2O:
C, 74,62; H, 7,60; S, 14,23. Gefunden: C, 74,55; H, 7,73; S, 14,25.
Biologische Erkenntnisse
Die biologische Aktivität der Verbindungen dieser Erfindung wurde
mit Bindungsstudien an Rezeptoren von ganzen Zellen untersucht.
Rezeptorbindung. Die Affinität der Verbindungen für Hormonrezeptoren
wurde nach Standardverfahren ähnlich denen bestimmt, die u. a. von Wagner et al.,
Proc. Natl. Acad. Sci., 93, 8739–8744 (1996) für COS-1-Zellen beschrieben
wurden. Die humane Brustkarzinom-Zellinie (T-47D) wurde verwendet, um die RBA für
den Progestinrezeptor festzustellen. Die verwendete Zellinie wurde von der ATCC
(American Type Culture Collection) erhalten und eingefroren bei –135 °C
bis eine Woche vor Durchführung der Assays aufbewahrt. Die Zellen wurden aufgetaut
und bis zum Erreichen der gewünschten Zellzahl kultiviert (durchschnittlich 5 bis
7 Tage). Sie wurden bei 37 °C mit Wachstumsmedium gehalten, bis sie 90–100
% konfluent waren, und zu diesem Zeitpunkt wurden sie aus den Wachstumskolben geerntet
und auf die einzelnen Vertiefungen einer 12 Loch-Gewebekulturplatte mit einer Dichte
von 4 × 105 Zellen in 1 ml Medium pro Vertiefung verteilt. Nach 24 h hefteten
sich die Zellen an den Boden der 12 Loch-Platten. Zu diesem Zeitpunkt wurde das
Verfahren für den Rezeptorbindungsassay durch die Zugabe von Test- oder Vergleichsverbindungen
mit 3H-R5020 (Promegeston) gestartet. Nach Inkubation über Nacht wurde das Medium
entfernt, die Zellen wurden gewaschen und solubilisiert und die Radioaktivität wurde
durch Flüssigszintillationsspektrometrie gemessen. Unspezifische Bindung wurde durch
Inkubation mit einem Überschuß von nichtmarkiertem R5020 bestimmt und von der Gesamtbindung
abgezogen, um die spezifische Bindung zu berechnen. Der Progesteronbindungsassay
wurde mit verschiedenen Konzentrationen des Referenzstandards (Promegeston, R5020)
und einem internen Standard (Progesteron) durchgeführt. Diese Hormone ließ man mit
tritiummarkiertem Kompetitor (3H-Promegeston, 3H-R5020) konkurrieren, um die relative
Bindung abzuschätzen. Teststeroide wurden in drei oder mehr Konzentrationen zwischen
0,01 und 1000 nM getestet. Wenn durch die Unbekannte nicht 50 % Verdrängung des
3H-R5020 vom Rezeptor erreicht wurde, wurden nach Bedarf höhere oder niedrigere
Konzentrationen getestet, um dieses Ziel zu erreichen. Alle Verbindungen wurden
doppelt in wenigstens zwei Assays getestet. Der Prozentsatz an spezifisch gebundenem
3H-R5020 für jede getestete Konzentration wurde berechnet und es wurden Bindungskurven
erstellt, indem der Prozentsatz an spezifisch gebundenem 3H-R5020 gegen die Konzentration
des Kompetitors aufgetragen wurde. Die relative Bindungsaktivität (RBA) der Testverbindungen,
relativ zum Referenzstandard (R5020) sowie dem internen Standard, wurde aus dem
Verhältnis der Konzentrationen bestimmt, die zu 50% Verdrängung für jede Unbekannte
und jeden Standard führten, und als prozentualer Wert ausgedrückt. Diese Konzentrationen
wurden durch graphische Interpolation der Diagramme erhalten. Dabei wurden die in
Tabelle 1 gezeigten Ergebnisse erhalten.
Tabelle 1.Bindung an humanen Progestinrezeptor in T47-D-Zellen
Smith et al., Journal Biological Chemistry, 1974; 249(18):5924–5932
berichten, daß 17-Thiomethylandrost-4-en-3-on mit 25% der Affinität von Progesteron
an den humanen Progestinrezeptor bindet. Verbindungen der vorliegenden Erfindung
weisen eine viel stärkere Bindung auf als diese (siehe Tabelle 1 oben).
Im Lichte der obigen Lehre sind offensichtlich zahlreiche Modifikationen
und Variationen der vorliegenden Erfindung möglich. Es versteht sich daher, daß
die Erfindung im Rahmen der anliegenden Ansprüche auch anders als hier im einzelnen
beschrieben durchgeführt werden kann.
Anspruch[de]
Hormonelle oder antihormonelle Steroidverbindung der Struktur I
wobei s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;
R1 4-(R2R3-N(O)r)- ist, wobei r 0 oder
1 ist und R2 und R3 jeweils unabhängig H, C1-6-Alkyl,
C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl oder C2-6-Alkinyl
sind; oder
ist, wobei q 0 oder 1 ist und Y -(CH2)m- ist, wobei m eine
ganze Zahl von 0 bis 5 ist, oder
Y (CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine ganze Zahl
von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom ist; oder
R1 4-Halo-, 4-HO-, 4-CF3SO3O-, 4-CH3O-,
4-CH3S-, 4-CH3S(O)-, 4-CH3S(O)2-, 4-CH3CO-,
4-CH3CH(OH)-, 4-N≡C-, 4-HC≡C-, 4-C6H5C≡C-,
4-H2C=CH-, 4-C2H5-, 4-MeC(CH2)-, 4-C6H5,
4-(N-Imidazolyl)-, 4-(N-Pyrrolyl)-, 4-(2'-Furyl), 4-(3'-Furyl)-, 4-(2'-Thiophenyl),
4-(3'-Thiophenyl)-, 4-(2'-Pyridyl), 4-(3'-Pyridyl)-, 4-(4'-Pyridyl)-, 4-(2'-Tiazolyl)-,
4-(2'-N-Methylimidazolyl)- oder 4-(5'-Pyrimidinyl)- ist;
R14 H oder Halo ist; oder
R1 und R14 zusammen einen Ring
bilden, wobei W CH, CH2, N, NH, O oder S ist und R4 H, CH3
oder C2H5 ist;
X O oder NOR5 ist, wobei R5 H oder C1-6-Alkyl,
C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder
C6-12-Aryl ist; oder
X (H, H), (H, OH) ist oder X (H, OSi(C1-6-Alkyl)3) ist oder
X (H, OCOR5) ist, wobei R5 C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl,
C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist;
oder
ist, wobei Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis
3 ist, oder Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine
ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom
ist oder Z ein Kohlenstoffatom ist, das mit ein oder zwei Niederalkylgruppen substituiert
ist;
R6 H, C1-6-Alkyl oder Halogen ist;
R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl,
C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl
sind; und
R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl,
C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl ist; und
R11 und R12 =CH2 sind oder
R11 und R12 jeweils H sind; und
pharmazeutisch verträgliche Salze davon.
Steroid mit Struktur I nach Anspruch 1, wobei: s eine ganze Zahl von
0 bis 2 ist;
R1-Ph 4-Aminophenyl, 4-(N-Methylamino)phenyl, 4-(N,N-Dimethylamino)phenyl,
4-(N-Piperidino)phenyl, 4-(N-Pyrrolidino)phenyl, 4-(N-Morpholino)phenyl ist;
R14 H ist oder
R1 und R14-Ph 1-Methylindol-5-yl oder 1-Methyl-2,3-dihydroindol-5-yl
ist;
X O, NOH oder NOCH3 ist;
R6 H, CH3, F oder Cl ist;
R8 H, CH3 oder C6H5 ist;
R9 H, CH3 oder C6H5 ist; R10
H, CH3 oder C6H5 ist; und
R11 und R12 jeweils H sind.
Steroid nach Anspruch 1, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus
11&bgr;-(4-(N-Methylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Methylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on; 11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11ß-(4-(N-Methylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro-[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17ß,2'-thiolan]-3-on;
11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung der Progesteronaktivität für einen therapeutischen Zweck.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung von Endometriose oder Uterusfibroiden.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments
zur Zervixreifung in Vorbereitung von Wehen und Geburt von Nachkommenschaft.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments
zur Fertilitätkontrolle oder – regulierung.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments,
das sich zur Hormonersatztherapie eignet.
Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments
zur Behandlung von Tumoren oder Krebserkrankungen.
Verfahren zur Bildung eines cyclischen C17-Spirothiolans
einer Steroidverbindung (V), umfassend:
i) Umsetzen eines C17-Thioketons (II) mit einer allylischen Organometallverbindung
(III); und
ii) Cyclisieren eines Allylthiols (IV) unter radikalischen Bedingungen
wobei R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl,
C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl, C6-12-Aryl, Aralkyl,
Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl
sind; und
R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl,
C4-8-Cycloalkyl C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl,
Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl ist; und
R11 und R12 =CH2 sind oder
R11 und 12 jeweils H sind; und
M ein Metallkation ist.