Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Durchgangsvorrichtung
für einen Schuhschnürsenkel.
Ein Schuh wird traditionellerweise aus einer Sohle und einem Schaft
gebildet, der mit einer Öffnung für den Durchgang des Fußes versehen ist und beiderseits
dieser Öffnung eine Gesamtheit von Durchgangsvorrichtungen für einen oder mehrere
Schnürsenkel aufweist, die bestimmt sind, das Verschließen dieser Öffnung zu ermöglichen,
wenn ein Zug auf diese ausgeübt wird.
Diese Durchgangsvorrichtungen werden normalerweise durch Haken gebildet,
aber diese Haken halten den Schnürsenkel nicht, wenn dieser nicht gespannt ist oder
durch Ringe, durch welche die Schnürsenkel hindurchgehen, wobei diese abwechselnd
über und unter der Ebene eines jeden Ringes hindurchgehen.
Ein größeres Problem, das durch alle bekannten Durchgangsvorrichtungssysteme
aufgeworfen wird, ist die erhöhte Reibung, die sich zwischen dem Schnürsenkel und
seiner Durchgangsvorrichtung erzeugt, derart, dass ein einfacher Zug auf die freien
Enden des Schnürsenkels nicht ausreicht, um ein effizientes Spannen über die gesamte
Länge der Schnürung zu erzielen und dass man ein Ziehen an jedem Schnürsenkelstrang
ausführen muss, der sich zwischen zwei Durchgangsvorrichtungen befindet, um eine
effiziente und homogene Spannung über den ganzen Bereich der Schnürung, das Ende
des Fußes eingeschlossen, zu erzielen.
Dieses Problem ist besonders für Schuhe aus relativ starrem Material
kritisch, z. B. für Bergschuhe aus dickem Leder oder für Schuhe für Inline-Skating,
die eine relativ starre Plastikschale aufweisen, für welche eine effiziente Spannung
bis zum Ende des Fußes gesucht ist.
In der Tat ist dieses Problem der Reibung darüber hinaus durch die
Länge des Bereichs der Schnürung, die notwendig ist, um bis zum Ende des Fußes zu
gehen, verstärkt.
Bei einem unter der Marke Asolo vertriebenen Bergschuh wurde vorgesehen,
um die vorhergehenden Nachteile zu überwinden, die Durchgangsvorrichtungen in Form
metallischer Rollen zu konstruieren, die schwenkbar in Bezug auf den Schaft angebracht
sind. Eine derartige Konstruktion ist unter anderem schon durch die FR 1349832 in
Bezug auf einen Skischuh bekannt.
Des Weiteren beschreibt FR 1349832 ein äußeres metallisches Beschlagteil,
das eine geschlossene Struktur aufweist und fähig ist, einzeln an dem Schaft des
Schuhs befestigt zu sein. Die Durchgangsvorrichtung weist eine Rolle aus synthetischem
Material auf, welche einen Durchgangsweg des Schnürsenkels im Innern der Durchgangsvorrichtung
definiert.
Derartige Durchgangsvorrichtungen tragen ein unverzichtbares Plus
bei, da die Rollen das Problem der Reibung lösen.
Jedoch weisen sie aufgrund der Anlenkungen einen komplizierten Aufbau
auf, sind zerbrechlich, schwer und teuer, und sehr empfindlich gegenüber Vereisung
und Oxidation. Überdies weisen die Rollen im Verhältnis zum Schaft vorspringende
Teile auf, die den Benutzer beim Klettern in den Bergen stören können und überdies
leicht wegen einer derartigen Betätigung beschädigt oder verbogen werden können
(Verklemmen in Gesteinsspalten, usw. ...).
Das Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die vorhergehenden Nachteile
zu überwinden und eine perfekte Schürdurchgangsvorrichtung zu schaffen, die zulässt,
den Lauf des Schnürsenkels bedeutend zu verbessern, wobei alles fest, leicht und
wenig kostenintensiv ist.
Dieses Ziel wird durch eine Durchgangsvorrichtung erreicht, wie sie
in Anspruch 1 definiert ist. Bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen
Ansprüchen 2 bis 6 definiert.
Tatsächlich lässt es der Aufbau aus zwei Teilen zu, die Struktur deutlich
leichter zu machen und die Herstellungskosten zu reduzieren, indem die Funktionen
mechanische Widerstandsfähigkeit/Gleiteigenschaft getrennt werden. Darüber hinaus
lässt es der feste Aufbau des Einsatzes zu, die Widerstandsfähigkeit der Gesamtheit
gegenüber den Belastungen, Schlägen und gegebenenfalls Vereisung zu erhöhen.
Vorteilhaft erstreckt sich der Weg des Durchgangs des Schnürsenkels,
der durch den Einsatz definiert ist, in der Ebene der Schnürung. Diese Anordnung
lässt auch zu, die Gleiteigenschaft zu optimieren, da der Schnürsenkel somit immer
in derselben Ebene der Schnürung bleibt und somit nicht abwechselnd beiderseits
dieser wie bei den traditionellen Konstruktionen vorbeigehen muss.
Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform hat der Durchgangsweg
des Schnürsenkels eine Halbkreisform. Dieser Durchgangsweg dient also als feste
Rolle, die insbesondere für ein gutes Laufen besonders günstig ist.
Auf jeden Fall wird diese Erfindung besser verstanden, und es werden
andere Merkmale von ihr mit Hilfe der Beschreibung offensichtlich,
die unter Bezugnahme auf die angefügte schematische Zeichnung folgen wird und welche
eine bevorzugte Ausführungsform veranschaulicht, in welcher:
1 eine perspektivische Ansicht eines
Schuhs ist, der die erfindungsgemäßen Durchgangsvorrichtungen benützt,
2 eine Ansicht von oben der Schnürung
von 1 ist,
3 eine perspektivische Explosionsansicht
einer erfindungsgemäßen Durchgangsvorrichtung ist,
4 eine Longitudinal-Schnittansicht der
Durchgangsvorrichtung von 2 ist,
5 eine Horizontal-Schnittansicht von
4 ist,
6 eine Seitenansicht eines Durchgangsrings
gemäß der vorher bekannten Technik ist, die den Durchlauf des Schnürsenkels mit
einem solchen Ring zeigt,
7 eine ähnliche Ansicht wie
6 ist, die den Durchlauf eines Schnürsenkels durch
eine erfindungsgemäße Durchgangsvorrichtung zeigt.
1 stellt einen Bergschuh 1 dar,
dessen Schaft 2, der in der Tat in geschlossenem Zustand ist, mit einer
„Öffnung" 3 versehen ist, im vorliegenden Fall ein Faltenbalg ist,
der sich bis zum Ende 4 des Schuhs erstreckt, wobei die Öffnung
3 beiderseitig mit einer Reihe von Haken 5, Ringen 6
und erfindungsgemäßen Durchgangsvorrichtungen 10 eingefasst ist.
Wie in den 3, 4
und 5 gezeigt ist, wird jede Durchgangsvorrichtung
10 durch eine Hülle oder äußeres Beschlagteil 11 und einen Einsatz
12 gebildet.
Das äußere Beschlagteil 11 ist in dem vorgestellten Beispiel
aus einem einfachen Stück aus Blech, Messing oder Stahl gebildet, das derartig geschnitten
und umgebogen ist, um eine Aufnahme 11a mit einem rechteckigen Querschnitt
und eine Aufhängelasche 11b zu umgrenzen, die mit einer Öffnung
11c für ihr Aufhängen z. B. durch eine Niete auf dem Schaft des Schuhs
versehen ist. Dieses Beschlagteil hat eine geschlossene Struktur.
Wie die 3 und 5
zeigen, können auch zwei Halbkreis-Aussparungen 11 in der hinteren Wand
11 der Aufnahme 11a für den Durchgang des Schnürsenkels
7 vorgesehen werden.
Der Einsatz 12 hat seinerseits die Form einer Halb-Rolle,
die mit einer peripheren halbkreisförmigen Nut 12b versehen ist.
Wie 5 zeigt, entspricht die Tiefe der
Nut 12b der der halbkreisförmigen Aussparungen 11e des äußeren
Beschlagteils 11 derart, keine Diskontinuität zwischen dem Einsatz und
seinem äußeren Beschlagteil für den Schnürsenkel während seines Ankommens an der
Durchgangsvorrichtung zu schaffen und um minimale Reibungen zwischen dem Schnürsenkel
und seiner Durchgangsvorrichtung zu haben. Man könnte auch ein sich entwickelndes
Profil der Nut 12b derart vorsehen, um die Ausnehmungen 11e zu
verhindern, ohne jedoch den Durchgang des Fadens bei der Absicht, das Gerät zu vereinfachen,
zu stören. Die Tiefe der Nut 12b und der Aussparungen 11e ist
darüber hinaus als Funktion des Durchmessers oder der Dicke des Schnürsenkels
7 vorgesehen.
Der Einsatz 12 ist aus einem Material, welches einen niedrigen
Reibungskoeffizienten aufweist, wie Polyamid, Polyurethan oder Delrin.
Delrin wird besonders für eine Benutzung bei tiefen Temperaturen gewählt,
da es ein Material ist, welches derartigen Temperaturen widersteht.
Selbstverständlich wird dieses Material auch, je nach Fall, als Funktion
des für den Schnürsenkel benutzten Materials gewählt, um ein Durchgangsvorrichtung-Schnürsenkel-Paar
mit einem minimalen Reibungskoeffizienten zu erhalten.
Je nach Fall könnte der Einsatz 12 mit einem Überzug überzogen
sein, der die Gleiteigenschaften noch verbessert, wie jener der unter der Marke
Teflon bekannt ist.
Wie in den 3 bis 5
gezeigt ist, könnte der Einsatz 12 im Inneren des Beschlagteils
11 durch eine Falzverbindung, z. B. 14 oder durch jedes andere Verbindungsmittel
im Verständnisbereich eines Fachmanns, Vernietung, Verschraubung, usw., befestigt
sein.
Wie insbesondere aus den 2 und
7 hervorgeht, lassen die Durchgangsvorrichtungen
10 zu, einen Durchlauf des Schnürsenkels 7 zu definieren, der
immer in derselben Ebene P liegt, welche der mittleren Ebene der Nut 11e
entspricht, d. h. ohne Durchgang von einer Seite zur anderen dieser Ebene.
Somit vermeidet man die Erzeugung zusätzlicher parasitärer Reibungen
zwischen dem Körper der Durchgangsvorrichtung des Ringes und dem Schnürsenkel
7, indem abwechselnd von einer Seite und von der anderen Seite der Ebene
P hindurchgegangen wird, wie dies bei der älteren Technik verwirklicht
ist, welche Ringe 6 benützt, wie in 6 gezeigt.
2 erklärt die besondere Rolle der an
sich bekannten Ringe 6, welche am Ende vor dem Abschnitt der Schnürung
benutzt werden, der durch die erfindungsgemäßen Durchgangsvorrichtung
10 gebildet wird.
Diese Ringe 6 dienen in der Tat dazu, die Wirkung des Zuges
in die im Wesentlichen „horizontale" Ebene P der Schnürung, welche durch
die Durchgangsvorrichtungen 10 definiert ist, abzulenken oder zurückzuführen,
der durch die Pfeile F in den 1 und 2
dargestellt ist, und der auf den Schnürsenkel 7 in einer im Wesentlichen
vertikalen Richtung ausgeübt wird.
Der erfindungsgemäße Aufbau der Durchgangsvorrichtungen lässt es zu,
eine effiziente Spannung bis zum Endbereich 4 des Schuhs unabhängig von
der Steifigkeit des für den Schaft verwendeten Materials aufgrund der verbesserten
Gängigkeit des Schnürsenkels in den Durchgangsvorrichtungen zu erzielen, die durch
deren Aufbau erzielt wird.
Selbstverständlich beschränkt sich die vorliegende Erfindung nicht
auf das einzige hier nicht beschränkend gezeigte Ausführungsbeispiel, sondern beinhaltet
alle Ausführungsformen.
Somit könnte „die Öffnung" in Form eines Faltenbalgs
3 durch eine traditionelle Öffnung gebildet werden.
Ebenso könnte der Schaft aus Kunststoffmaterial, Stoff ... sein, oder
der Schuh könnte ein Eislauf- oder Rollschuh sein, ohne dass der Umfang der vorliegenden
Erfindung verlassen wird.