Die Erfindung betrifft einen optischen Vektor-Matrix-Multiplizierer zur Durchführung der einer Vektor-Matrix-Multiplikation der Form $I1 wobei A eine Matrix mit m · n Elementen, $I2 ein Vektor mit n Elementen und $I3 ein Vektor mit m Elementen ist. Erfindungsgemäß umfasst der Vektor-Matrix-Multiplizierer eine Anzahl von n Eingangswellenleitern, eine Anzahl von m Ausgangswellenleitern und eine Anzahl von m · n Matrixwellenleitern, wobei jeweils eine Zeile von m Matrixwellenleitern eingangsseitig mit jeweils einem Eingangswellenleiter gekoppelt ist und jeweils eine Spalte von n Matrixwellenleitern ausgangsseitig mit jeweils einem Ausgangswellenleiter gekoppelt ist. Jedem Matrixwellenleiter ist ein Modulator zugeordnet, das heißt insgesamt ist eine Anzahl von m · n Modulatoren vorgesehen. Ein wichtiges Merkmal der Erfindung ist die integriert-optische Anordnung zumindest der Multiplikationszellen auf einem Chip und die Ausnutzung der variablen Lichtabsorption über das quergedämpfte Feld am Außenrand der jeweiligen Matrixwellenleiter.
Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen optischen Matrix-Vektor Multiplizierer,
insbesondere einen als integriertes optisches Bauteil ausgebildeten Matrix-Vektor
Multiplizierer.
Beschreibung des Standes der Technik
Mit der vorliegenden Erfindung lässt sich eine Matrix-Vekor Multiplikation
durchführen, bei der ein n-dimensionaler Vektor X→
mit einer m·n-dimensionalen Matrix A multipliziert wird. Als Ergebnis erhält
man einen mdimensionalen Vektor Y→.
Das Standardverfahren um eine Matrix-Multiplikation auf optischem
Weg durchzuführen besteht darin, dass man Lichtstrahlen durch eine optische Schicht
mit variabel einstellbarer Transparenz (z.B. LCD-Display) sendet und die verbleibende
Intensität des Lichtes auf der anderen Seite der Schicht misst und als Ergebnis
ausgibt. Die Intensität der eingekoppelten Lichtstahlen entspricht den Werten des
Vektors X→. Die Matrix A wird durch m·n optische
Elemente mit einstellbarer Transparenz gebildet. Die Höhe der Transparenz der einzelnen
Elemente entspricht den Werten der Matrix A. Nach diesem Prinzip arbeitende optische
Vektor-Matrix Multiplizierer finden sich zum Beispiel in US
4 800 519, EP 0 330 710,
SU 1 299 362, SU
1 365 967, WO 87/05423, US 4 009 380,
US 2 079 873, RU
2 152 070, RU 2 133 494,
US 4 592 004, US
4 620 293, US 4 800 519,
US 4 843 587, US
4 937 776 oder US 5 099 448.
Neben diesem Standardverfahren gibt es noch einige weniger verbreitete
Ansätze, wie zum Beispiel die Verwendung von Freistrahloptik kombiniert mit Hologrammen
(US 5 321 639), Vierwellenmischen als Ersatz
für die transparenten Elemente (US 4 948 212),
Akusto-Optische Modulatoren anstatt des transparenten Elementes (US
4 633 428), eine Reihe von hintereinandergeschalteten Kopplern, durch die
ein Wellenleiter durchgeschleift wird (US 4 588 255,
EP 0 099 193), elektro-optische Materialien
mit Kopplern, wo der Kopplungskoeffizient als Funktion des elektrischen Feldes sich
ändert (US 4 125 316), Glasfaser-Koppler,
bei denen das Licht an einem elektro-optischen Modulator verschieden stark reflektiert
wird (US 4 482 805) oder Polarisationsmodulatoren,
bei denen am Schluss die Polarisationsmodulation in eine Intensitätsmodulation umgesetzt
wird (US 3 944 820).
Von allen diesen Lösungen bilden die US
3 944 820 und US 4 482 805 den
nächstkommenden Stand der Technik bezüglich der Erfindung.
Die US 4 482 805 betrifft
einen diskret aufgebauten Vektor-Matrix Multiplizierer. Der Multiplizierer beruht
rein auf Glasfasertechnologie, wobei die Modulation des Lichts durch variable Reflexion
an entsprechenden Modulatoren erreicht wird. Es wird ein bidirektionales Layout
verwendet, das heißt die Ausgänge sind auf der Eingangsseite. Die Nachteile dieser
Lösung sind die relativ großen Abmaße und die schlechte Trennung zwischen Eingängen
und Ausgängen.
Die US 3 944 820 beschreibt
einen Vektor-Matrix Multiplizierer in Form einer integriert-optischen Lösung. Die
Matrix-Multiplikation wird hier durch Kontrolle und Variation der Polarisation der
Lichtstrahlen erreicht. Diese Polarisationssteuerung hat den Nachteil, dass sie
nicht mehr eingesetzt werden kann, wenn es zu inhomogenen Erwärmungen des optischen
Chips kommt. Durch Erwärmungen entstehen Spannungsfelder, welche zu nicht kontrollierbaren
Polarisationsänderungen führen, wodurch die Ergebnisse der Matrixmultiplikation
fehlerhaft werden.
Offenbarung der Erfindung
Es ist die Aufgabe der Erfindung, einen optischen Matrix-Vektor Multiplizierer
anzugeben, der in Form eines integriert-optischen Chips realisierbar ist und eine
schnelle Multiplikation eines Vektors mit einer Matrix auf optischem Weg erlaubt.
Der Multiplizierer soll ferner unempfindlich gegenüber temperaturbedingten Störeinflüssen
sein.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Multiplizierer mit
den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen und vorteilhafte Merkmale der Erfindung
sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben.
Erfindungsgemäß umfasst der Vektor-Matrix Multiplizierer eine Anzahl
von n Eingangswellenleitern, eine Anzahl von m Ausgangswellenleitern und eine Anzahl
von m·n Matrixwellenleitern, wobei jeweils eine Zeile von m Matrixwellenleitern
eingangsseitig mit jeweils einem Eingangswellenleiter gekoppelt ist und jeweils
eine Spalte von n Matrixwellenleitern ausgangsseitig mit jeweils einem Ausgangswellenleiter
gekoppelt ist. Jedem Matrixwellenleiter ist ein Modulator zugeordnet, das heißt
insgesamt ist eine Anzahl von m·n Modulatoren vorgesehen. Ein wichtiges Merkmal
der Erfindung ist die integriert-optische Anordnung insbesondere der Multiplikationszellen,
auf einem Chip und die Ausnutzung der variablen Lichtabsorption über das quergedämpfte
Feld am Außenrand der jeweiligen Matrix-Wellenleiter zur Modulation.
Die Hauptunterschiede gegenüber dem Stand der Technik sind, dass
US 4 482 805 rein auf Glasfasertechnologie
beruht, während die erfindungsgemäße Lösung auf integrierter Optik beruht. Die Modulation
bei US 4 482 805 wird durch variable Reflexion
an den Modulatoren erreicht während die Erfindung auf einer variablen Absorption
in Transmissionsrichtung beruht. Die US 4 482 805
verwendet ein bidirektionales Layout, das heißt die Ausgänge sind auf der Eingangsseite,
während bei der Erfindung die Ein- und Ausgänge sauber getrennt sind.
Es sind noch weitere Vorteile der Erfindung zu nennen:
– Wenn der Matrixwellenleiter in der mittleren Schicht in einem (bogenförmigen)
Winkel von der Seite an den unteren Eingangswellenleiter angenähert wird, können
die Streuverluste reduziert werden.
– Dadurch dass nur die Amplitude und nicht die Polarisation des Lichts
für die Multiplikation verwendet wird, ist der Chip unempfindlich gegenüber temperaturinduzierten
Spannungsfeldern, die zu Änderungen der Polarisation führen .
– Wie bei allen planar-optischen Anordnungen kann man durch Ätzgruben
die Position der Laser und Detektoren genau vorgeben, wodurch die exakte Positionierung
dieser Elemente viel einfacher und billiger wird, als bei anderen Lösungsansätzen,
die beispielsweise auf Freistrahloptik beruhen und wo die Ausrichtung der einzelnen
Elemente sehr aufwendig ist.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der
Zeichnungen erläutert. Hierbei ergeben sich weitere Merkmale, Vorteile und Gestaltungsmöglichkeiten
der Erfindung.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
1 zeigt schematisch den Aufbau eines
auf einem optischem Chip integrierten Vektor-Matrix-Multiplikators mit m·n
Multiplikationszellen und externen Lichtquellen und Detektoren.
2a, 2b,
2c zeigen schematisch den Aufbau einer Multiplikationszelle
des Multiplikators gemäß 1 in drei Ansichten.
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels
der Erfindung
Um eine Vektor-Matrix Multiplikation der Form
durchführen zu können, braucht man m·n Multiplikationszellen, die erfindungsgemäß
auf einem optischen Chip realisiert sind.
Die einzelnen Multiplikationszellen der Matrix A sind dabei alle gleich
aufgebaut. Aus Gründen der praktischen Realisierung sind jedoch die Zeilen und Spalten
der Matrix vertauscht angeordnet. Die Matrixelemente einer Zeile, z.B. a11,
a12, a13, ..., a1n, verlaufen nach unten, während
die Elemente einer Spalte, z.B. a11, a21, a31,
..., am1, nach rechts verlaufen. Die einzelnen Elemente des Vektor
X→ = (x1, x2, x3,
... , xn) sind durch variable Lichtquellen realisiert. Als Lichtquellen
können vorzugsweise einzelne Laserdioden bzw. ein Laserarray verwendet werden. Der
Wert der Elemente x1, x2, x3, ... , xn
wird durch die jeweilige von der Lichtquelle eingespeiste Lichtenergie bestimmt.
Das Ergebnis der Multiplikation wird durch Detektoren ermittelt. Der Wert der detektierten
Lichtenergie wird den jeweiligen Elementen des Ergebnisvektors Y→
= (y1, y2, y3, ... , ym) zugeordnet.
Um das Prinzip des Multiplizierers zu erläutern schauen wir uns die
Matrixzelle a11 links oben in der Ecke an, da bei ihr alle wesentlichen
Elemente des Multiplizierers einschließlich Lichtquelle und Detektor, vorhanden
sind. Diese Zelle a11 ist in den 2a,
2b und 2c
im einzelnen dargestellt.
Der optische Chip ist schichtweise aufgebaut und umfasst übereinander
liegende Schichten, in denen mehrere planare Wellenleiter 1,
2, 3 eingebettet sind. Ein Eingangswellenleiter 1 führt
von Zelle a11, über Zelle a21 bis hin zur Zelle am1.
In den Wellenleiter 1 wird über die Lichtquelle 5 Lichtenergie
eingespeist. Innerhalb jeder Matrixzelle, siehe Zelle a11, ist ein Matrixwellenleiter
2 vorgesehen, der im wesentlichen oberhalb und parallel zum zugeordneten
Eingangswellenleiter 1 geführt ist. Dabei wird ein bestimmter Anteil der
im Eingangswellenleiter 1 vorhandenen Lichtenergie in den Matrixwellenleiter
2 gekoppelt. Um Streuverluste zu minimieren, wird der Anfang des Matrixwellenleiters
2 in einem Bogen gegen den Eingangswellenleiter 1 geführt. Würde
der Matrixwellenleiter 2 unmittelbar parallel über dem Eingangswellenleiter
1 beginnen, würde sich an der Stelle wo der Matrixwellenleiter
2 anfängt eine Kante ergeben, an der das Licht streuen würde, was unter
anderem zu unerwünschtem „Signal-Rauschen" führen würde.
Der Abstand d zwischen den beiden Wellenleitern 1 und
2 und die Strecke s über die sie parallel übereinander geführt werden,
sind dabei so berechnet, dass nur ein ganz bestimmter Teil der Lichtenergie vom
Eingangswellenleiter 1 in den Matrixwellenleiter 2 koppeln kann.
Bei einer Anzahl von m Multiplikationszellen nebeneinander wird ein Anteil von 1/m
der von der Lichtquelle 5 in den Wellenleiter 1 eingespeisten
Lichtenergie in den Wellenleiter 2 gekoppelt. In der Praxis muss daher
berücksichtigt werden, dass die von der Lichtquelle 5 zur Verfügung gestellte
Lichtleistung dem m-fachen Wert des jeweiligen Vektorelements, z.B. x1,
betragen muss, oder der Faktor m (rechnerisch) im Ergebnisvektor berücksichtigt
werden muss.
In einer weiteren Schicht des optischen Chips ist ein Ausgangswellenleiter
3 angeordnet, der im gezeigten Beispiel senkrecht zum Eingangswellenleiter
1 verläuft. Die in dem Matrixwellenleiter 2 der Zelle a11
eingebrachte Lichtenergie, die dem Wert x1 des Vektors X→
entspricht, wird in den Ausgangswellenleiter 3 gekoppelt. Hierzu wird der
Matrixwellenleiter 2 dem Ausgangswellenleiter 3 in einem spitzen
Winkel angenähert und so lange parallel unter dem Ausgangswellenleiter
3 entlang geführt, bis die gesamte im Wellenleiter 2 enthaltene
Lichtenergie in den Ausgangswellenleiter 3 gekoppelt ist.
Jedem Matrixwellenleiter 2 ist ein Modulator 4,
vorzugsweise in Form eines variablen Dämpfungselements zugeordnet. Durch dieses
Dämpfungselement kann die im Matrixwellenleiter 2 geführte Lichtenergie
beliebig abgeschwächt werden, wobei der Faktor der Abschwächung in 2
dem durch den Wert des Matrixelements a11 bestimmten Multiplikationsfaktor
entspricht. Der Wert des Vektorelements x1 wird also mit diesem Multiplikationsfaktor
(Abschwächungsfaktor) multipliziert. Die Modulatoren 4 sind also Einheiten,
deren Absorptionsverhalten aufgrund eines Eingangssignals, z.B. elektrischen Signals,
veränderlich ist, so dass die Intensität des Lichtes im benachbarten Wellenleiter
gesteuert werden kann.
Der Modulator 4 kann praktisch auf jedem bekannte optische
Effekt basieren, der zu einer Reduzierung der Lichtintensität in
einem Wellenleiter führt. Im Rahmen der Erfindung wird vorzugsweise ein variables
Dämpfungselement, ein sogenannter VOA (=Variable Optical Attenuator), verwendet.
Ein solcher VOA ist z.B. in der DE 102 22
151 A1 offenbart. Hierbei wird zum Beispiel der Effekt ausgenutzt, dass
durch gezieltes Auskoppeln von Licht aus dem Matrixwellenleiter 2 eine
Verringerung der Lichtenergie erreicht werden kann. Eine Möglichkeit der Realisierung
könnte sein, dass neben dem eigentlichen Matrixwellenleiter 2 noch ein
Stück eines Polymerwellenleiter 4 angeordnet ist, dessen Brechzahl normalerweise
gleich groß ist wie die Brechzahl des „Mantels" des Wellenleiters
2, das heißt die Brechzahl des den Wellenleiter 2 umgebenden Materials.
Somit gibt es keine Dämpfung für das Licht im Wellenleiter 2. Die Brechzahl
des Polymerwellenleiters kann aber durch Temperaturerhöhung oder Anlegen eines elektrischen
Feldes geändert werden, wobei sich die Brechzahl proportional zur Temperatur/Feldstärke
erhöht. Durch Erhöhung der den Wellenleiter 2 umgebenden Brechzahl im Bereich
des Dämpfungselements 4 wird Licht vom Wellenleiter 2 in diesen
Polymerbereich mit der höheren Brechzahl gekoppelt, das heißt erreicht im Wellenleiter
2 eine Dämpfung proportional zur angelegten Temperatur/Feldstärke.
Alternativ kann das Dämpfungselement 4 aus bestimmten Materialien,
z.B. Gallium-Arsenid (GaAs), bestehen. Bei diesen Materialien kann man durch Anlegen
elektrischer Felder Ladungsträger in den benachbarten Wellenleiter 2 induzieren,
die dann direkt das Licht im Wellenleiter 2 absorbieren als Funktion des
elektrischen Feldes. Mit dieser Art von Dämpfungselement erhält man sehr schnelle
Reaktionszeiten.
Das Dämpfungselement 4 kann ferner als eine dünne Siliziumbrücke
ausgebildet sein, die neben dem Matrixwellenleiter entlang angeordnet ist. Durch
Anlagen eines elektrischen Feldes kann die Siliziumbrücke dem Wellenleiter
2 angenähert werden, so dass Licht vom Wellenleiter 2 ausgekoppelt
wird. Solche Anordnungen werden bei Mikro-Elektro-Mechanischen "Chips" verwendet.
Die Position der Modulatoren 4 muss nicht notwendigerweise
über dem Wellenleiter 2 sein, sondern kann genauso gut unter oder neben
dem Wellenleiter 2 sein (also irgendwo im unmittelbaren Nachbarbereich
des Wellenleiters 2).
Die Ausgangswellenleiter 3 erstrecken sich jeweils über eine
Matrixzeile, zum Beispiel über die Matrixzellen a11, a12,
a13, ... , a1n der ersten Matrixzeile. Die in den Matrixwellenleitern
2 verbleibende Lichtenergie aller Matrixzellen a11, a12,
a13, ... , a1n einer Zeile wird im zugeordneten Ausgangswellenleiter
3 aufsummiert. Die Summe der in den Wellenleitern 3 geführten
Lichtenergie wird von jeweils einem Detektor, zum Beispiel einer Photodiode, ausgewertet.
Die Höhe der Lichtenergie, welche an den Detektoren 6 registriert wird,
entspricht dabei dem Ergebnisvektor Y→ = (y1,
y2, y3, ... , Ym) der Matrixmultiplikation.
Eine erfindungsgemäße Matrix-Vektor Multiplikation wird nun an eines
einfachen numerischen Beispiels erläutert:
Es wird angenommen, dass das System eine 2 × 2 Matrix mit einem zweidimensionalen
Vektor multiplizieren kann und 16 verschiedene Zustände für jeden Eintrag (also
Beispielsweise die positiven ganzen Zahlen von 0 bis 15) erlaubt.
Unter diesen Vorraussetzungen soll nun folgende einfache Matrix-Vektor
Multiplikation durchgeführt werden:
Das System kann 16 verschiedene Zustände unterscheiden. Das bedeutet,
dass die Intensität der Lichtquelle 16 Intensitätsstufen (zwischen 0/16
= minimal und 16/16 = maximal) annehmen kann und die Absorptionselemente
16 verschiedene Absorptionsstärken von 0/16 = maximale Absorption bis 16/16
= minimale Absorption zulassen.
Die Werte des Eingangsvektors kodiert man, indem die dem ersten Vektorelement
zugeordnete Lichtquelle auf 2/16 ihrer maximalen Leistung und die dem zweiten Vektorelement
zugeordnete Lichtquelle auf 1/16 ihrer maximalen Leistung eingestellt wird. Bei
der Matrix wird die Absorption der einzelnen Modulatoren so eingestellt, dass sie
noch 2/16, 3/16, 1/16 und 4/16 des ankommenden Lichtes durchlassen.
Nehmen wir exemplarisch die Multiplikation des Vektorelements mit
dem Wert 2 und dem ersten Matrixelement mit dem Wert 2. Der Vektorwert 2 wird durch
2/16 der maximalen Leistung der Lichtquelle kodiert und trifft dann auf den Modulator,
der von dem ankommenden Licht noch 2/16 durchlässt, das heißt nach dem Modulator
beträgt die Intensität des Lichts noch 4/256 des maximalen Wertes. Analog werden
die übrigen Vektorelemente mit den entsprechenden Matrixelementen multipliziert
und aufaddiert.
Bei der Interpretation der Intensität am Detektor muss man berücksichtigen,
dass die Ergebniswerte auf den Maximalwert 256 normiert werden müssen, das heißt
die Ergebniswerte werden mit 256 multipliziert, was elektronisch recht einfach realisiert
werden kann. Dabei wird zum Beispiel die Maximalintensität von 15/256 auf den Wert
15 geeicht und Minimalintensität von 0/256 auf den Wert 0 geeicht.
Die Multiplikation sieht damit folgendermaßen aus:
Anspruch[de]
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer zur Durchführung einer Vektor-Matrix
Multiplikation der Form A · X→ = Y→,
wobei A eine Matrix mit m·n Elementen, X→ ein
Vektor mit n Elementen und Y→ ein Vektor mit m Elementen
ist, umfassend:
eine Anzahl von n Eingangswellenleitern (1);
eine Anzahl von m Ausgangswellenleitern (3);
eine Anzahl von m·n Matrixwellenleitern (2), wobei jeweils eine
Zeile von m Matrixwellenleitern (2) eingangsseitig mit jeweils einem Eingangswellenleiter
(1) gekoppelt ist und jeweils eine Spalte von n Matrixwellenleitern (2)
ausgangsseitig mit jeweils einem Ausgangswellenleiter (3) gekoppelt ist;
und
eine Anzahl von m·n Modulatoren (4), die jeweils einem Matrixwellenleiter
(2) zugeordnet sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass jeder der n Eingangswellenleiter (1) mit einer regelbaren Lichtquelle
(5) gekoppelt ist, die Lichtenergie bestimmter Intensität in den ihr zugeordneten
Eingangswellenleiter (1) einbringt.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der m Ausgangswellenleiter (3)
mit einem optischen Detektor (4) gekoppelt ist, der die im Ausgangswellenleiter
(3) geführte Lichtenergie misst.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellenleiter (1,
2, 3) planare Wellenleiter sind, die zusammen mit den Modulatoren
(4) in einem optischen Chip integriert sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Eingangswellenleiter (1), Matrixwellenleiter
(2) und Ausgangswellenleiter (3) in unterschiedlichen Ebenen auf
einem optischen Chip angeordnet sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Eingangswellenleiter (1), Matrixwellenleiter
(2) und Ausgangswellenleiter (3) in mindestens zwei verschiedenen
Ebenen auf dem optischen Chip angeordnet sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der m Matrixwellenleiter (2)
einer Zeile eingangsseitig entlang einer Koppelstrecke s in einem Abstand d parallel
zu dem ihm zugeordneten Eingangswellenleiter (1) geführt ist, derart, dass
ein bestimmter Anteil der im Eingangswellenleiter (1) enthaltenen Lichtenergie
in den Matrixwellenleiter (2) gekoppelt wird.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der n Matrixwellenleiter (2)
einer Spalte ausgangsseitig relativ zu dem ihm zugeordneten Ausgangswellenleiter
(3) geführt ist, dass er seine gesamte Lichtenergie an den Ausgangswellenleiter
(3) abgibt, so dass im Ausgangswellenleiter (3) die Lichtenergie
aller Matrixwellenleiter (2) einer Spalte addiert wird.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Modulatoren (4) variable Dämpfungselemente
sind, die einen bestimmten Anteil der im zugeordneten Matrixwellenleiter (2)
geführten Lichtenergie absorbieren und dadurch die im Matrixwellenleiter ausgangsseitig
verfügbare Lichtenergie steuern.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Modulatoren (4) elektro-optische
Dämpfungselemente sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Modulatoren (4) akusto-optische
Dämpfungselemente sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Modulatoren (4) thermo-optische
Dämpfungselemente sind.
Optischer Vektor-Matrix Multiplizierer nach einem der Ansprüche 1
bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Modulatoren (4) auf einer Injektion
von Ladungsträgern in den zugeordneten Matrixwellenleiter (2) basierende
Dämpfungselemente sind.