| Dokumentenidentifikation |
DE10311175B4 13.10.2005 |
| Titel |
Schnürschuh |
| Anmelder |
Goodwell International Ltd., Tortola, British Virgin Islands, VG |
| Erfinder |
Elkington, Mark, Tuen Mun, HK; Kohler, Ralph, Oberperfuss, AT |
| Vertreter |
von Bülow, T., Dipl.-Ing.Dipl.-Wirtsch.-Ing.Dr.rer.pol., Pat.-Anw., 81545 München |
| DE-Anmeldedatum |
12.03.2003 |
| DE-Aktenzeichen |
10311175 |
| Offenlegungstag |
30.09.2004 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
13.10.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
13.10.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
A43C 1/00
|
| IPC-Nebenklasse |
A43B 5/00
A63B 5/04
A43C 7/00
|
| Beschreibung[de] |
|
Die Erfindung bezieht sich auf einen Schnürstiefel entsprechend dem
Oberbegriff des Anspruchs 1. Aus der DE
695 13 805 T2 ist ein Schnürschuh bekannt, bei dem es sich um einen sog.
Halbschuh handelt, dessen Schnürsenkel abschnittsweise an Führungen gehalten ist
und so geführt ist, daß er mindestens drei Abschnitte aufweist, die in der Seitenansicht
ein Dreieck bilden, wobei diese drei Abschnitte einstückig durchgehend ausgebildet
sind. Im sohlennahen Bereich hat dieser Schnürschuh beidseitig je drei Umlenkungen
und zwar im Vorderfußbereich, im Mittelfußbereich und im Fersenbereich, wobei die
Umlenkung für zwei der das Dreieck bildenden Abschnitte im Fersenbereich angeordnet
ist und der obere, in etwa horizontal verlaufende Abschnitt unterhalb der Sprunggelenke
bzw. der Knöchel des Fußes verläuft. Der Schnürsenkel ist an einigen Abschnitten
durch Hülsen gefädelt, um eine Reibung zwischen Schnürsenkel und Außenseite des
Schuhs zu vermeiden.
Die WO 99/09850 A1 zeigt einen Sportstiefel mit einer Schnürung, die
durch eine Wickelvorrichtung gespannt und arretiert wird. Die Schnürung ist teilweise
in Hülsen geführt, die durch mit Kunststoff beschichteten Spiralfedern gebildet
sind.
Weitere Schnürstiefel sind aus der EP
0 474 708 B1 und der DE 298 14
659 U1 bekannt.
Schnürschuhe, insbesondere Schnürstiefel, wie Snowboard-Stiefel, Inlineskate-Stiefel,
Wanderstiefel, Bergstiefel etc., werden durch einen Schnürsenkel, der durch mehrere
Umlenkelemente, wie z.B. Ösen, an zwei gegenüberliegenden Laschen des Stiefels durchgefädelt
ist, geschnürt, wobei die Enden des Schnürsenkels fixiert werden, sei es durch eine
Schnürung oder eine Halte- bzw. Klemmvorrichtung.
Die meisten Schnürstiefel und insbesondere Snowboard-Stiefel sind
aus flexiblem Material, was der Bequemlichkeit dient und dem Benutzer auch eine
relativ große Beweglichkeit des Fußes läßt, was vor allem beim Snowboardfahren erwünscht
ist. Andererseits muß die Verbindung zwischen Fuß, Schuh und Snowboard wiederum
so fest sein, daß der Fahrer die erforderlichen Kräfte auf das Snowboard übertragen
kann, und zwar vor allem auf dessen Vorder- und Hinterkante. Hierzu wäre es an sich
erforderlich, den Schaft des Stiefels für Bewegungen nach vorne und hinten, bezogen
auf die Schuhlängsrichtung, relativ steif zu machen, was aber wiederum den Komfort
einschränkt, und zwar insbesondere beim Gehen.
Ein weiterers Erfordernis für einen guten Sitz des Schuhs und damit
für eine gute Kraftübertragung während des Snowboardens auf die Vorderkante ist
ein guter Fersenhalt des Fußes im Schuh. Mit anderen Worten soll vor allem der Fersenbereich
des Fußes auch dann auf der Innenseite der Sohle des Schuhs aufliegen, wenn der
Fahrer das Sprunggelenk nach vorne abwinkelt, um Kräfte auf die Vorderkante des
Snowboards zu übertragen.
Zu diesem Zweck schlägt die EP
0 705 544 B1 vor, zusätzlich zur Schnürung einen Spanngurt mit geringer
Dehnbarkeit in Längsrichtung vorzusehen, der vom Ristbereich des Schuhs zum Fersenbereich
verläuft und damit die Ferse nach unten und hinten drückt. Zusätzlich ist ein weiterer
Spanngurt vorgesehen, der vom Vorderfußbereich außen um den Schaft des Stiefels
verläuft und damit den an sich flexiblen Schaft gegen ein Abknicken nach hinten
stützt.
Ähnliche Spanngurte sind auch aus der FR 49631, EP
0 646 334 A1, EP 0 057 170 A2,
US 2,660,812 A, US
5,408,761 A, US 5,499,461 A
und US 459,616 A bekannt.
Die US 5,291,671 A
zeigt einen Schnürstiefel, der zusätzlich zur herkömmlichen Schnürung noch ein umlaufendes
Kabel hat, das vom Mittelfußbereich durch die Schuhsohle hindurchverläuft und von
dort beidseitig um den Schaft des Stiefels, wobei dieses Kabel im Ristbereich Schlaufen
bildet, an denen es gespannt werden kann.
Solch zusätzliche Spanngurte bedingen jedoch einen höheren technischen
Aufwand und haben in der Praxis den Nachteil, daß der Benutzer, um einen guten Halt
zu haben, häufig so stark spannt, daß die Durchblutung des Fußes beeinträchtigt
ist. Auch wird hierdurch die Bequemlichkeit beeinträchtigt und die Unfallgefahr
erhöht. Zusätzlich müssen neben dem Spannen der Schnürung noch in weiteren Arbeitsschritten
ein oder mehrere Spanngurte gespannt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, den Schnürschuh der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, daß bei einfacher Handhabung und um Komfort ein guter
Halt des Fußes im Schuh gewährleistet ist und insbesondere ein guter Fersenhalt.
Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung nach Anspruch
1 sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Das Grundprinzip der Erfindung liegt darin, den Schnürsenkel
so zu führen, daß allein durch den Schnürsenkel die für den guten Halt erforderlichen
Kräfte aufgebracht werden. Hierzu wird der Schnürsenkel so geführt, daß Abschnitte
des Schnürsenkels wie folgt verlaufen:
- a) ein erster Abschnitt verläuft vom Mittelfußbereich der Sohle über den Ristbereich;
- b) ein zweiter Abschnitt vom Mittelfußbereich der Sohle um die Außenseite des
Schaftes in einer Höhe im Bereich oder oberhalb des oberen Sprunggelenkes des Fußes;
und
- c) ein dritter Abschnitt von derselben Stelle des Schaftes zum Rist und zurück
zu der genannten Stelle des Schaftes.
All diese genannten Abschnitte sind einstückiger Bestandteil des Schnürsenkels.
Sie spannen in der Seitenansicht in etwa ein Dreieck auf, in welchem, wiederum in
der Seitenansicht gesehen, die Sprunggelenke und die Knöchel des Fußes liegen.
Vorzugsweise wird der Schnürsenkel durch einen Spannmechanismus gespannt,
wie er beispielsweise aus der US 2002/0095750 A1 bekannt ist. Es handelt sich hierbei
um einen Wickelmechanismus mit Ratsche, auf dessen Wickeldorn beide Enden des Schnürsenkels
aufgewickelt werden. Der Schnürsenkel ist hier vorzugsweise ein dünnes Drahtseil
mit hoher Zugfestigkeit und geringer Biegesteifigkeit, das leicht auf einen Wickeldorn
mit geringem Durchmesser aufgewickelt werden kann.
Die einstückige Ausbildung des Schnürsenkels hat auch den Vorteil,
daß bei bestimmten Bewegungen des Fußes automatisch bestimmte Abschnitte des Schnürsenkels
nachgespannt werden. Wird beispielsweise der Schaft nach vorne gebeugt, so verlängert
sich der o.g. zweite Abschnitt, was automatisch eine Verkürzung des ersten und dritten
Abschnittes zur Folge hat, so daß im Ergebnis gerade bei verstärkter Vorlage und
damit Druck auf die Vorderkante des Snowboards die Ferse stärker nach unten und
hinten gedrückt wird.
Um die o.g. drei Abschnitte zu bilden, sind verschiedene Führungen
möglich. So können entsprechend Anspruch 2 der erste und der zweite Abschnitt im
Mittelfußbereich der Sohle beidseitig über eine Umlenkung geführt sein; sie können
aber auch entsprechend Anspruch 3 durch die Sohle hindurch zur anderen Seite verlaufen
und beispielsweise in der Sohle in Hülsen geführt sein, wobei bei einem Ausführungsbeispiel
entsprechend Anspruch 4 sich diese Hülsen dann im Inneren der Sohle überkreuzen.
Nach einer Weiterbildung der Erfindung entsprechend Anspruch 6 kann
vorgesehen sein, daß einige oder alle der genannten drei Abschnitte zum Schutz der
Außenseite des Stiefels in flexiblen Hülsen geführt sind, beispielsweise entsprechend
Anspruch 7 in gewickelten Spiralfedern oder einem Mantel eines bekannten Bowdenzuges.
Zur Klarstellung sei darauf hingewiesen, daß sich die einstückige Ausbildung des
Schnürsenkels auf die o.g. drei Abschnitte bezieht. Weitere Abschnitte einer herkömmlichen
Schnürung, bei der einander gegenüberliegende seitliche Laschen des Schuhs aufeinander
zugezogen werden, können alternativ entweder einstückig mit den drei genannten Abschnitten
ausgebildet sein oder als separater Schnürsenkel bzw. separate Schnürsenkel geführt
sein.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im
Zusammenhang mit der Zeichnung ausführlicher erläutert. Es zeigt:
1 eine schematische Seitenansicht eines
Ausführungsbeispieles eines Schnürschuhs nach der Erfindung mit Darstellung eines
Fußes;
2–5
eine Seitenansicht von links, eine Rückansicht, eine Vorderansicht und eine Seitenansicht
von rechts eines Schnürschuhs nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung;
6–10
eine Seitenansicht von links, eine Rückansicht, eine Vorderansicht, eine Seitenansicht
von rechts und eine Ansicht der Unterseite eines Schnürschuhs nach einem zweiten
Ausführungsbeispiel der Erfindung;
11 eine Schnittansicht eines Abschnittes
des Schnürsenkels; und
12 und 13
eine Seitenansicht von links und eine Rückansicht eines dritten Ausführungsbeispiels
der Erfindung.
Zunächst sei auf 1 Bezug genommen, in
der schematisch ein Fuß F in Seitenansicht dargestellt ist. Die wesentlichen Knochen
des Fußes sind ein Schienbein F1, an das sich über ein oberes Sprunggelenk F2 ein
Sprungbein F3 anschließt, worauf – von oben nach unten – über ein unteres
Sprunggelenk F4 ein Fersenbein F5 folgt. Angrenzend an das untere Sprunggelenk F4
geht der Fuß über ein Kahnbein F6 und Mittelfußknochen F7 zu Zehenknochen, nämlich
einem Zehengrundglied F8, einem Zehenmittelglied F9 und einem Zehenendglied F10.
Auch zwischen den letztgenannten Knochen sind jeweils Gelenke, die nicht mehr bezeichnet
sind. Im Bereich der Fußsohle unterscheidet man einen Fersenbereich F11, der unterhalb
des Fersenbeins F5 liegt und in der Seitenansicht konvex nach außen gewölbt ist,
einen Mittelfußbereich F12, der unterhalb des Kahnbeines F6 und der Mittelfußknochen
F7 liegt und konkav nach innen gewölbt ist, sowie einen Vorderfußbereich F13 mit
dem Fußballen und den Zehen.
Für die Zwecke der späteren Beschreibung des Schuhs wird noch auf
einen Ristbereich F14 verwiesen, der an der vorderen Oberseite des Fußes etwa in
Höhe der beiden Sprunggelenke F2 und F4 liegt sowie auf einen oberen Fersenbereich
F15, der an der Rückseite des Fußes im Bereich des oberen Sprunggelenkes F2 liegt
und an welchem die Seitenkontur vom konvexen Bereich der Ferse und der Sprunggelenke
zu einem zunächst konkaven Bereich der Wade übergeht. Die einzelnen Muskeln und
Sehnen sind der besseren Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt.
Für einen guten Halt des Fußes im Schuh ist vor allem wichtig, aber
bei den meisten Schuhen auch problematisch, daß der Fersenbereich F11 stets in Kontakt
mit der Innenseite einer Sohle 1 des Schuhs ist. Die Sohle 1 wird
entsprechend der obigen Einteilung der Fußbereiche ebenfalls in einen Vorderfußbereich
2, einen Mittelfußbereich 3 und einen Fersenbereich
4 unterteilt. An der Sohle 1 ist in bekannter Weise ein den Fuß
ringsumgebendes Oberteil 5 angebracht, an welches sich ein Schaft
6 vertikal nach oben anschließt. Das Oberteil 5 und der Schaft
6 bilden Lappen 7 und 8 (vgl. auch 4
und 8), die im Abstand zueinanderliegen und
zwischen denen sich eine sog. Zunge 9 befindet. Durch eine Schnürung werden
diese Lappen 7 und 8 aufeinanderzugezogen, damit sich das Oberteil
5 und der Schaft 6 eng um den Fuß anschmiegen und diesen im Schuh
gut halten.
Bei der Erfindung besteht die Schnürung aus einem einstückig durchgehenden
Schnürsenkel 11, der in besonderer Weise geführt ist, um den geforderten
guten Halt zu gewährleisten. Der Schnürsenkel 11 ist allgemein gesprochen
ein Zugorgan, das biegeelastisch ist, aber in Längsrichtung nur sehr geringe Dehnung
zuläßt. Es kann sich um einen herkömmlichen Schnürsenkel aus Textil- oder Kunstfasern
handeln. Es kann sich aber auch um ein Drahtseil handeln. Der Schnürsenkel
11 ist mit seinen beiden Enden an einem Wickelmechanismus 12 befestigt,
der seinerseits im oberen Bereich der Zunge 9 angebracht ist. Durch Drehen
des Wickelmechanismus 12 werden die beiden Enden des Schnürsenkels
11 auf einen Wickeldorn (nicht dargestellt) aufgewickelt, wodurch die wirksame
Länge des Schnürsenkels 11 verkürzt wird. Der Wickelmechanismus
12 hat eine Sperreinrichtung, mit der der Wickeldorn arretiert werden kann,
sowie eine Löseeinrichtung zum Lösen des Schnürsenkels. Ein Wickelmechanismus dieser
Art ist beispielsweise in der US 6,289,558
B1 beschrieben und muß daher hier nicht näher erläutert werden. Selbstverständlich
können auch sonstige bekannte Mittel und Einrichtungen zum Arretieren der Enden
eines Schnürsenkels verwendet werden, sei es eine einfache Verknotung oder sonstige
bekannte Klemmeinrichtungen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel der 1
verläuft der Schnürsenkel 11 ausgehend von dem Wickelmechanismus
12 zu beiden Lappen 7 und 8 hin in je einen ersten, im
wesentlichen horizontalen Abschnitt 11a bzw. 11l zu einer Führung
13a bzw. 13b, die am jeweiligen Lappen 7 bzw.
8 angebracht ist. Von dort verläuft der Schnürsenkel 11 über gekrümmte
zweite Abschnitte 11b bzw. 11k längs den Führungen 13a
bzw. 13b, um von dort in geradlinige, zur Mitte der Zunge verlaufende Abschnitte
11c bzw. 11j überzugehen. Dort kreuzen sich diese dritten Abschnitte
11c und 11j an einer an der Zunge 9 angebrachten Führung
14, die etwa dem Ristbereich F14 des Fußes gegenüber liegt. Von der zweiten
Führung 14 verlaufen die Schnürsenkel 11 als im wesentlichen horizontale
vierte Abschnitte 11d und 11i zur äußeren Rückseite des Schuhs
zu einer dritten Führung 15, die dem oberen Fersenbereich F15 gegenüberliegt.
Die Abschnitte des Schnürsenkels 11 kreuzen sich auch an der dritten Führung
15 und verlaufen von dort schräg nach unten in fünften Abschnitten
11e bzw. 11h bis zum Mittelbereich 3 der Sohle
1. Dort ist im Ausführungsbeispiel der 1–5
eine fünfte Führung 16a bzw. 16b in Form einer Umlenkung angebracht,
von wo aus ein sechster Abschnitt 11f bzw. 11g schräg nach oben
zu einer sechsten Führung 17 verläuft, die an der Zunge 9 gegenüberliegend
dem Ristbereich F14 und nahe der Führung 14 angebracht ist.
Von der sechsten Führung 17, an der sich der Schnürsenkel
11 wiederum kreuzt, verlaufen Abschnitte 11m und 11q
schräg nach vorne in Richtung zum Vorderfußbereich 2 zu siebten Führungen
18a und 18b an den Lappen 7 und 8 und von dort
über gekrümmte Abschnitte 11n und 11p zu einem letzten Abschnitt
11o, der im wesentlichen quer über den Vorderfußbereich läuft und die letztgenannten
Abschnitte 11n und 11p miteinander verbindet.
Der Schnürsenkel 11 insgesamt ist einstückig ausgebildet,
d.h. alle genannten Abschnitte 11a–11q sind miteinander
verbunden.
Wie deutlich aus den 1, 2
und 5 zu erkennen ist, bilden die Abschnitte
11e, 11f, 11i auf der einen Seite und 11d,
11g und 11h auf der anderen Seite jeweils ein Dreieck, das in
der Projektion der Seitenansichten (1, 2
und 5) im wesentlichen die beiden Sprunggelenke
F2 und F4 und damit das Sprungbein F3 einschließt und zwischen Ristbereich F14,
oberem Fersenbereich F15 und Mittelfußbereich F12 wirksam ist, derart, daß sich
der Stiefel besonders im kritischen oberen Fersenbereich F15 eng an den Fuß anschließt
und somit besonders die Ferse gut nach unten gegen die Sohle 1 drückt und
deren Abheben von der Sohle 1 verhindert. Gleichzeitig wirken die in den
Ristbereich F14 eingeleiteten Kräfte dieser unerwünschten Bewegungen
ebenfalls entgegen, ohne jedoch den Fuß zu stark abzuschnüren.
Der Schnürsenkel 11 kann an allen Führungen 13–17
gleiten, so daß die vor allem beim Snowboardfahren gewünschte seitliche Beweglichkeit
des Schaftes 6 gegeben ist. Auch ist hierdurch das Spannen des Schnürsenkels
11 leicht möglich, vor allem wenn vorzugsweise die Führungen aus Material
bestehen, das in Verbindung mit dem Schnürsenkel 11 einen geringen Reibungskoeffizient
hat. Für die Führungen eignen sich daher Metalle und Kunststoffe.
Das Ausführungsbeispiel der 6–10
unterscheidet sich von dem der 1–5
im wesentlichen dadurch, daß die zum Mittelfußbereich 3 der Sohle
1 geführten Abschnitte des Schnürsenkels 11 durch je eine Bohrung
19, 20 mit Hülse quer durch die Sohle 1 hindurchverlaufen,
anstatt über die seitlich der Sohle 1 angebrachten Führungen
16a und 16b umgelenkt zu sein. Dementsprechend ergibt sich eine
andere Reihenfolge der Abschnitte, wobei sich – wie in 10
zu erkennen ist – die quer durch die Sohle 1 verlaufenden Abschnitte
überkreuzen. Die dort verlaufenden Abschnitte sind mit dem Bezugszeichen
11r und 11s bezeichnet. Sie können in mit Hülsen versehenen Bohrungen
19 und 20 geführt sein, die im wesentlichen quer durch die Schuhsohle
1 hindurchverlaufen.
Beim Ausführungsbeispiel der 1–5
verläuft der Schnürsenkel ausgehend von dem Wickelmechanismus 12 wie folgt:
Abschnitt 11a – Führung 13a – Abschnitt
11b – Abschnitt 11c – Führung 14 –
Abschnitt 11d – Führung 15 – Abschnitt 11e
– Führung 16a – Abschnitt 11f – Führung
17 – Abschnitt 11m – Führung 18b –
Abschnitt 11n – Abschnitt 11o – Abschnitt
11p – Führung 18a – Abschnitt 11q –
Führung 17 – Abschnitt 11g – Führung 16b
– Abschnitt 11h – Führung 15 – Abschnitt
11i – Führung 14 – Abschnitt 11j –
Führung 13b – Abschnitt 11k – Führung 13b
– Abschnitt 11l zurück zum Mittelmechanismus 12.
Die Abschnitte 11m, 11n, 11o,
11p und 11q können bei Bedarf auch fortgelassen werden, wenn eine
Schnürung im Vorderfußbereich nicht erforderlich ist. In diesem Falle geht dann
der Abschnitt 11f über die Führung 17 unmittelbar in den Abschnitt
11g über.
Beim Ausfühungsbeispiel der 6–10
verläuft der Schnürsenkel 11 ausgehend von der Wickeleinrichtung
12 wie folgt: Abschnitt 11a – Führung 13a –
Abschnitt 11b – Abschnitt 11c – Führung
14 – Abschnitt 11d – Führung 15 – Abschnitt
11e – Bohrung 20 – Abschnitt 11r –
Abschnitt 11f – Führung 17 – Abschnitt 11q
– Führung 18a – Abschnitt 11p – Abschnitt
11o – Führung 18b – Abschnitt 11n –
Abschnitt 11m – Führung 17 – Abschnitt 11g
– Bohrung 19 – Abschnitt 11s – Abschnitt
11h – Führung 15 – Abschnitt 11i -Abschnitt
11j – Abschnitt 11k – Abschnitt 111 zurück
zur Wickeleinrichtung 12. Auch hier können bei Bedarf die Abschnitte
11m, 11n, 11o, 11p und 11q und die
Führungen 18a und 18b fortgelassen werden.
Verwendet man als Schnürsenkel 11 einen dünnen Draht mit
einem Durchmesser in der Größenordnung von 1 mm oder weniger, so besteht die Gefahr,
daß sich dieser beim Spannen des Schnürsenkels 11, aber auch beim späteren
Gebrauch, in das Außenmaterial des Schnürschuhs einschneidet, das üblicherweise
aus Leder und/oder Textilien ist. Zum Schutz hiergegen sind einige oder alle Abschnitte
des Schnürsenkels 11 in einer Schutzhülle geführt, die schematisch in
11 dargestellt ist. Es kann sich hierbei beispielsweise
um eine gewickelte Spiralfeder 21 handeln, in deren Inneren der Schnürsenkel
11 gleitet. Die Spiralfeder 21 kann zusätzlich, wie beispielsweise
bei Bowdenzügen bekannt, mit einem Schutzmantel 22 aus Kunststoff umgeben
sein.
Die 12 und 13
zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung mit verschiedenen Alternativen.
Bei der ersten Alternative sind die von der Führung 14 nach oben zum Schaft
6 verlaufenden Abschnitte 11c und 11j abweichend von
dem bisher beschriebenen Ausführungsbeispielen außen um den Schaft 6 herumgeführt
und kreuzen sich an der Rückseite des Schaftes 6 in einer weiteren Führung
15a, von wo sie im wesentlichen horizontal nach vorne zu der Wickeleinrichtung
12 gehen, wie durch gestrichelte Linien 11c und 11j sowie
11a und 11b angedeutet. Damit ist der gesamte Schnürsenkel
11 einstückig.
Alternativ hierzu kann der Schnürsenkel auch geteilt sein. Die Abschnitte
11f, 11g; 11e, 11h; 11d,
11i gemäß den Ausführungsbeispielen der 1–10
sind zu einer ersten Wickelvorrichtung 12a geführt, die im Ristbereich
des Stiefels angeordnet ist und an der Zunge des Stiefels befestigt ist. Ein zweiter
davon unabhängiger Schnürsenkel 11z ist im oberen Bereich des Schaftes
6 im wesentlichen horizontal rings um den Schaft 6 geführt und
in einer zweiten Wickelvorrichtung 12b aufgewickelt. Diese Wickelvorrichtung
12b kann an der Seite des Schaftes 6 angebracht sein, wie in den
12 und 13 zu
sehen. Sie kann aber auch vorne an der Zunge angebracht sein, wie die Wickelvorrichtung
12 der bisherigen Ausführungsbeispiele.
In entsprechender Weise können auch die den Vorderfußbereich spannenden
Abschnitte 11o, 11p, 11q einen separaten Schnürsenkel
mit zusätzlicher (nicht dargestellt) Wickelvorrichtung bilden. Wesentlich ist, daß
die drei jeweils an beiden Seiten des Stiefels vorhandenen Abschnitte, die das o.g.
Dreieck bilden, einen einstückigen Schnürsenkel bilden, der mit
einer Wickelvorrichtung gespannt und arretiert wird.
|
| Anspruch[de] |
- Schnürstiefel mit einer Sohle (1), die einen Vorderfußbereich
(2), einen Mittelfußbereich (3) und einen Fersenbereich (4)
aufweist,
mit einem mit der Sohle (1) verbundenen Oberteil (5), das einen
Zehen-, einen Rist-und einen Fersenbereich aufweist,
sowie mit mindestens einem Schnürsenkel (11), der abschnittsweise an Führungen
(12–17) gehalten ist,
wobei der Schnürsenkel (11) mindestens drei Abschnitte aufweist, die in
der Seitenansicht ein Dreieck bilden und der Schnürsenkel in diesen drei Abschnitten
einstückig durchgehend ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
– daß sich an das Oberteil (5) ein sich über den Knöchel erstreckender
Schaft (6) anschließt,
– daß der erste Abschnitt (11f, 11g) vom Mittelfußbereich
(3) der Sohle (1) über den Ristbereich des Oberteils (5)
verläuft,
– daß der zweite Abschnitt (11e, 11h) vom Mittelfußbereich
(3) der Sohle (1) um die Außenseite des Schaftes (6)
oberhalb des Fersenbereiches verläuft,
– daß der dritte Abschnitt (11d, 11i) vom Schaft (6)
oberhalb des Fersenbereiches zum Ristbereich verläuft, und
– daß das von diesen drei Abschnitten gebildete Dreieck in der Seitenansicht
die Sprunggelenke eines Fußes umschließt.
- Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
und der zweite Abschnitt (11f, 11g; 11e, 11h)
beidseitig der Sohle (1) über Umlenkungen (16a, 16b)
geführt sind.
- Schnürstiefel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
und der zweite Abschnitt (11f, 11g; 11e, 11h)
durch eine quer durch die Sohle (1) verlaufende Bohrung (19,
20) geführt sind.
- Schnürstiefel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen
(19, 20) sich im Inneren der Sohle (1) überkreuzen.
- Schnürstiefel nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Bohrungen (19, 20) Hülsen angeordnet sind, durch welche
entsprechende Abschnitte (11r, 11s) des Schnürsenkels (11)
geführt sind.
- Schnürstiefel nach einem der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest einige Abschnitte des Schnürsenkels (11) in biegeelastischen
Hülsen (21, 22) geführt sind.
- Schnürstiefel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die biegeelastischen
Hülsen (21, 22) durch gewickelte Spiralfedern gebildet sind.
- Schnürstiefel nach einem der Ansprüche 1–7, gekennzeichnet durch
eine Wickeleinrichtigung (12), in welcher die Enden des Schnürsenkels (11)
aufwickelbar sind.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen
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