Die Erfindung betrifft die Herstellung und Verwendung eines natürlichen
Harzes, das von Holz, Rinde, forstwirtschaftlichen Rückständen, Holzindustrie-Rückständen
und anderen Biomasse-Materialien unter Verwendung einer schnellen Pyrolyse erhalten
wird, sowie die Verwendung desselben als Klebemittel bei der Herstellung von gefertigten
Holz-Erzeugnissen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
"Harz" ist ein generischer Begriff, der verwendet wird, um sowohl
natürliche als auch synthetische Klebstoffe zu beschreiben, die ihre adhäsiven Eigenschaften
von ihrer inhärenten Fähigkeit erhalten, in gleichmäßiger und vorhersehbarer Weise
zu polymerisieren. Die überwiegende Mehrzahl der modernen industriellen Harze ist
synthetisch und wird normalerweise ausgehend von Erdöl als Ausgangsmaterial erhalten.
Zwei der im Hinblick auf Produktionsvolumen und Gesamtverkaufszahlen wichtigsten
Klassen von synthetischen Harzen sind Phenol-Formaldehyd (P/F)-Harze und Harnstoff-Formaldehyd
(U/F)-Harze. In beiden Fällen besteht die hauptsächliche Marktanwendung in der Benutzung
als Klebstoff-Bindemittel in gefertigten Holz-Erzeugnissen.
Phenolformaldehyd (P/F)-Harz erweist sich aufgrund seiner Resistenz
gegenüber Feuchtigkeit als besonders wertvoll in Außen-Umgebungen (im Freien) oder
in feuchten Umgebungen. Es ist daher das führende Klebemittel, welches bei der Herstellung
von Sperrholz, Platten mit ausgerichteten Spänen ("oriented strand board", OSB)
und Wafer-Platten (Sellers, 1996) verwendet wird. P/F-Harze werden ferner im großen
Umfang bei Laminaten, Isolierungen, Gussprodukten, Formstoffen, Schleifmitteln und
Reibungsmitteln für die Transportindustrie (d.h. Kupplungsbeläge, Scheibenbeläge
und Getriebeteilen) verwendet. Wie der Name verrät sind die Hauptinhaltsstoffe in
P/F-Klebemitteln Phenol und Formaldehyd. Das fertiggestellte Produkt ist hingegen
eine Mischung aus P/F, Lauge und Wasser. Verschiedene Füllstoffe, Streckmittel und
Dispersionsmittel können anschließend für spezifische Anwendungen des Klebemittels
zugesetzt werden.
Der Formaldehyd-Inhaltsstoff im P/F-Harz wird aus Methanol erhalten,
das normalerweise aus natürlichem Gas hergestellt wird. Der Phenol-Inhaltsstoff
wird üblicherweise aus Benzen und Propylen über ein Cumol-Intermediat hergestellt.
Neben der Herstellung von P/F-Klebemitteln wird Phenol auch bei der Herstellung
anderer wichtiger Produkte verwendet, beispielsweise bei der Herstellung von Bisphenol
A und Caprolactam. Bisphenol A ist einer der hauptsächlichen Bestandteile in Polycarbonaten,
welche in Automobilteilen, CDs und Computerdisketten verwendet werden, und Caprolactam
ist ein Ausgangsmaterial für Nylon 6, welches in Flecken-resistenten Teppichen verwendet
wird.
Wenn Phenol und Formaldehyd in Wasser miteinander vermischt und mit
einer Lauge als Katalysator versetzt werden, durchlaufen sie eine Kondensationsreaktion,
bei der entweder ortho- oder para-Methylolphenol entsteht. Das resultierende PF-Harz
(wie es auf den Markt kommt) ist eine dunkelbraune Flüssigkeit, die zu einem mittleren
Grad polymerisiert und quervernetzt ist. Es wird anschließend in der endgültigen
Platte, in dem Laminat oder in einem anderen Produkt ohne Katalysator durch einfaches
Erwärmen ausgehärtet, wobei die endgültige Polymerisierung und Quervernetzung über
Kondensationsreaktion erfolgt. Das Freisetzen von freiem Formaldehyd bei der Harz-Herstellung
und bei Schritten der Verwendung des Harzes ist im Hinblick auf Gesundheits- und
Sicherheitsgesichtspunkte bedenklich. Des Weiteren sind die mit der Formaldehyd-Herstellung
verbundenen Kosten gestiegen, und es besteht ein Bedürfnis im Stand der Technik
nach alternativen Materialien zur Verwendung als Holz-Klebemittel und -Bindemittel.
Eine Alternative, die zu Phenol in Betracht gezogen wurde, ist Lignin.
Lignin und P/F-Formaldehyd-Harze sind in struktureller Hinsicht sehr ähnlich. Lignin
ist ein Zufalls-Netzwerk-Polymer mit einer Vielzahl von Verknüpfungen, die auf Phenyl-Propan-Einheiten
basieren. Auf Lignin basierende Klebemittel-Formulierungen sind für die Verwendung
bei der Herstellung von Sperrholz, Spanplatten und Faserplatten untersucht worden.
Es wurde herausgefunden, dass bei Zusatz von polymerem Lignin zu P/F-Formulierungen
das P/F-Harz frühzeitig geliert, wodurch die Lagerbeständigkeit verringert wird,
das Eindringen des Lignin-P/F-Harzes in das Holz eingeschränkt wird, und eine minderwertige
mechanische Haftung erzeugt wird (Kelley 1997).
Die Pyrolyse von Lignin wurde als möglicher Ansatz in Betracht gezogen,
um Lignin zu besser verwendbaren Harzen vom Phenol-Typs aufzuarbeiten. Während eine
verhältnismäßige milde thermische oder thermokatalytische Verarbeitung bei geringen
Drücken erfolgen kann, um die Lignin-Makromoleküle in kleinere Makromoleküle, Lignin-Segmente
und monomere Chemikalien zu zerlegen, kann eine solche Vorgehensweise Kondensations-Reaktionen
auslösen, welche stark kondensierte Strukturen, wie beispielsweise Holzkohle und Teer,
anstelle von depolymerisierten Lignin-Fragmenten und monomeren Chemikalien erzeugt.
Eine weitere Alternative zur Herstellung von phenolischen Verbindungen
umfasst die Verwendung von pyrolytischen Ölen, die bei der schnellen Pyrolyse von
Holz oder anderer Biomasse erzeugt werden. Diese pyrolytischen Öle bestehen aus
einer komplexen Mischung von Verbindungen, einschließlich Phenol, Guajacol, Syringol
und para-substituierte Derivate, Kohlenwasserstoff-Fragmente, Polyole, organische
Säuren, Formaldehyd, Acetaldehyd, Furfuraldehyd sowie andere oligomere Produkte
(Pakdel et al. 1996). Aus Holz erhaltenem Lignin sowie Ligninreichen pyrolytischen
Bio-Ölen mangelte es jedoch an Konsistenz, und sie wiesen minderwertige Eigenschaften
im Vergleich mit Phenol-Formaldehyd-Harzen auf (Chum et al. 1989; Scott 1988; Himmelblau
1997; Kelley et al. 1997).
Aufgrund der Komplexität von pyrolytisch erhaltenen Bio-Ölen ist eine
weitere Verarbeitung notwendig, um geeignete Fraktionen zu erhalten, die als Ersatz
für Phenol verwendbar sind oder als Streckmittel für Phenol, welches aus Erdöl erhalten
wurde, in P/F-Harz-Formulierungen in Betracht gezogen werden können. Üblicherweise
erfordern die von Pyrolyse-Ölen erhaltenen phenolischen Substanzen vor ihrer Verwendung
eine Trennung, um Unreinheiten zu beseitigen. Ein solches Verfahren umfasst die
Wasser-Extraktion des Gesamt-Öls, gefolgt von Präzipitation und Zentrifugation oder
Filtration und Trocknen der nicht-wässrigen Fraktion, um eine Fraktion eines "pyrolytischen
Lignins" herzustellen (Scott 1988). Es wurde jedoch herausgefunden, dass Klebemittel-Formulierungen,
die unter Verwendung von pyrolytischem Lignin hergestellt wurden, gegenüber P/F-Harz-Formulierungen
sowohl im Hinblick auf Farbe als auch Geruch minderwertig waren und lange Presszeiten
erforderten, um eine Delaminierung von Wafer-Platten zu verhindern. Untersuchungen
zeigten, dass keine der Proben des pyrolytischen Lignins die Test-Erfordernisse
an die Querzugfestigkeit (internal bond, IB) erfüllten (Scott 1988, vgl. Seiten
91-92).
In der US-4,209,674 (24. Juni 1980) wird ein Fraktionierungsverfahren
zur Herstellung eines Phenol-angereicherten pyrolytischen Öls offenbart, das ein
mehrstufiges Verfahren umfasst, welches selektiv neutrale Phenole und organische
Säuren des Gesamt-Öls mit NaOH solubilisiert, gefolgt von einer Extraktion mit Methylenchlorid.
Dieses mehrstufige Verfahren ist jedoch teuer, mühsam, zeitaufwendig und umfasst
die Verwendung von flüchtigen Lösungsmitteln, welche bekanntermaßen gesundheitsgefährdend
sind.
Ein weiteres Fraktionierungsverfahren umfasst den Zusatz von Ethylacetat
zu Gesamtöl, wobei Ethylacetat-lösliche und Ethylacetat-unlösliche Fraktionen gebildet
werden, gefolgt von Waschen mit Wasser und NaHCO3-Extraktion der Ethylacetatlöslichen
Fraktion sowie Verdampfen des Ethylacetats, wobei eine Fraktion erzeugt wird, die
phenolische und neutrale (P/N) Substanzen enthält, welche von dem pyrolytischen
Öl stammen (Chum et al. 1989; US-Patente 4,942,269 (17. Juli 1990) und 5,235,021
(10. August 1993)). Vorläufige Ergebnisse mit den P/N-Fraktionen zeigten, dass fraktionierte
pyrolytische Öle in P/F-Harz-Zusammensetzungen verwendet werden können, da P/N-enthaltende
Harze äquivalente Gelierzeiten aufwiesen, wie sie für P/F-Harze ermittelt wurden.
Das Fraktionierungsprotokoll ist jedoch nicht für eine Produktion im industriellen
Maßstab geeignet, und das Verfahren ist ferner für die Herstellung von alternativen
Verbindungen zur Verwendung in P/F-Harzen im kommerziellen Maßstab nicht rentabel
(Kelly et al., 1997).
Alle im Stand der Technik offenbarten Verfahren, die oben angesprochen
wurden, umfassen die Extraktion einer Phenol-verstärkten (phenol-enhanced) Fraktion
aus dem Gesamt-Produkt des pyrolytischen Öls unter Verwendung von Lösungsmittel
und Alkali.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung und Verwendung
eines berarbeiteten natürlichen Harzes, das von Holz, Rinde oder anderen Biomasse-Rückständen
unter Verwendung einer schnellen Pyrolyse erhalten wird. Die natürlichen Harze (NR)
der vorliegenden Erfindung werden aus der schnellen Pyrolyse von Holz-Erzeugnissen
erhalten.
Ein erster Aspekt der Erfindung stellt ein bearbeitetes natürliches
Harz bereit, umfassend
i) einen Gehalt an freiem Phenol von 0,001 % bis 0,1 % (Gew./Gew.);
ii) einen Gesamtgehalt an phenolischen Substanzen von 64 % bis 73 % (Gew./Gew.);
iii) einen rauchigen Geruch;
iv) einen Gehalt an Säuren von bis zu 5 (Gew./Gew.); und
v) einen Gehalt an Carbonylverbindung von zwischen 22 bis 27 % (Gew./Gew.).
Ein zweiter Aspekt der Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung
des oben beschriebenen, bearbeiteten natürlichen Harzes bereit,
bei dem man:
i) einen Produkt-Dampfstrom von einem Biomasse-Reaktor für schnelle Pyrolyse
erhält;
ii) den Produkt-Dampfstrom einem ersten schnellen Abschreckschritt aussetzt,
sodass eine erste Gruppe von Bestandteilen aus dem Produkt-Dampfstrom entfernt wird,
wodurch ein ausgewählter Produkt-Dampfstrom erzeugt wird; und
iii) den ausgewählten Produkt-Dampfstrom einem zweiten schnellen Abschreckschritt
aussetzt, um ein Produkt herzustellen;
iv) das Produkt bearbeitet, um den Gehalt an organischer Säure zu reduzieren,
wodurch das bearbeitete natürliche Harz hergestellt wird.
Durch ein Bearbeiten zum Entfernen organischer Säuren kann ein natürliches
Harz hergestellt werden, das entweder als Austauschmittel für einen Teil des Phenol-Bestandteils
eines Phenol-haltigen Formaldehyd-Harzes oder als Austauschmittel für sowohl den
Phenol- als auch den Formaldehyd-Bestandteil des Harzes verwendet werden kann, oder
als Austauschmittel in Harzen vom Harnstoff-Formaldehyd-Typ verwendet werden kann.
Die erfindungsgemäßen natürlichen Harze weisen aufgrund des Vorhandenseins
einer hohen Anzahl von aktiven Stellen für die Bindung und Quervernetzung während
der Polymerisation eine hohe Reaktivität auf.
Gemäß dem obigen Verfahren wird eine erste Gruppe von Bestandteilen
aus den Produkt-Dämpfen in einem ersten Kondensator entfernt. Das natürliche Harz-Produkt
von Schritt (iii) wird aus dem ausgewählten Produkt-Dampf unter Verwendung von Flüssig-Mischkondensatoren
(direct-liquid contact condensers) in einem zweiten Kondensator und anderen nachgeschalteten
Teilen, einschließlich eines Abscheiders (demister) und eines Filterbetts, erhalten.
Die Erfindung betrifft ferner eine adhäsive Zusammensetzung, die das
wie oben definierte natürliche Harz (NR) umfasst. Ferner betrifft die Erfindung
eine adhäsive Zusammensetzung, die bis zu 40 % (Gew./Gew.) des natürlichen Harzes
(NR) in Bezug auf die adhäsive Zusammensetzung umfasst.
Die Erfindung betrifft ferner eine wie oben definierte adhäsive Zusammensetzung,
die ein zweites adhäsives Harz umfasst, welches ausgewählt ist aus einem Phenol-enthaltenden
oder einem Harnstoff-enthaltenden Formaldehyd-Harz. Ferner betrifft die Erfindung
eine wie oben definierte adhäsive Zusammensetzung, bei der das Phenol-enthaltende
oder das Harnstoffenthaltende Formaldehyd-Harz ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Phenol-Formaldehyd, Harnstoff-Formaldehyd, Phenol-Melamin-Harnstoff-Formaldehyd,
Melamin-Harnstoff-Formaldehyd und Phenol-Harnstoff-Formaldehyd.
Die Erfindung betrifft ferner eine wie oben definierte adhäsive Zusammensetzung,
bei der das NR bis zu 60 % (Gew./Gew.) der adhäsive Zusammensetzung umfasst. Ferner
kann die erfindungsgemäße adhäsive Zusammensetzung dadurch charakterisiert sein,
dass ein Teil des Formaldehyds in dem Formaldehyd-Phenol-Harz durch das NR ersetzt
ist, und wobei das NR bis zu 50 % des Formaldehyd-Gehalts des Harzes ersetzt. Vorzugsweise
umfasst die adhäsive Zusammensetzung ein Formaldehyd:Phenol-Verhältnis von etwa
1,5 : 1 bis etwa 3 : 1. Die Erfindung betrifft ferner eine adhäsive Zusammensetzung,
bei der ein Teil des Formaldehyds in einem Harnstoff-Formaldehyd-Harz durch NR ersetzt
ist.
Die Erfindung betrifft ein natürliches Harz, das gewaschen wird, sowie
Mischungen von natürlichem Harz, welche das oben definierte unbeabeitete natürliche
Harz und das gewaschene Harz umfassen. Die Erfindung betrifft ferner adhäsive Zusammensetzung,
die das gewaschene natürliche Harz und Mischungen des natürlichen Harzes umfassen.
Diese Erfindung umfasst ferner Phenol-enthaltende Formaldehyd-Harze, die gewaschenes
natürliches Harz umfassen, welches bis zu 100 % des Phenol-Gehalts des Phenol-enthaltenden
Harzes ersetzt.
Die Erfindung umfasst ferner ein Holz-Erzeugnis, das unter Verwendung
der oben definierten adhäsive Zusammensetzung hergestellt wurde. Vorzugsweise ist
das Holz-Erzeugnis ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Schichtholz, Sperrholz,
Spanplatte, hochdichte Spanplatte, Platte mit ausgerichteten Spänen ("oriented strand
board"), mitteldichte Faserplatte, Hartfaserplatte oder Wafer-Platte. Ferner wird
das Holz-Erzeugnis, das unter Verwendung der erfindungsgemäßen adhäsive Zusammensetzung
hergestellt wurde, für Anwendungen im Freien benutzt.
Die Verwendung eines Verfahrens der schnellen Pyrolyse zur Herstellung
des Bio-Öls ist vorteilhaft, da das Verfahren der schnellen Pyrolyse die natürlichen
Klebstoff-Bestandteile des Holzes (nämlich Lignin) depolymerisiert
und homogenisiert, wobei gleichzeitig auch andere Bestandteile, einschließlich Cellulose
und Hemicellulose, depolymerisiert werden. Die Produktausbeute schwankt in Abhängigkeit
von der Ausgangs-Biomasse von 15 bis 20 % des Ausgangsmaterials und weist Eigenschaften
auf, die z.B. in Phenol-enthaltenden oder Harnstoffenthaltenden Formaldehyd-Harz-Zusammensetungen
nützlich sind. Das Produkt kann in Phenol-enthaltenden Formaldehyd-Harzen einen
Teil des Phenol-Gehalts oder einen Teil des Phenol- und Formaldehyd-Gehalts ersetzen,
und solche Formulierungen entsprechen den gegenwärtigen Industriespezifikationen
von Phenol-Formaldehyd-Harzen oder übertreffen diese. Ferner kann das Produkt einen
Teil des Formaldehyds in Harnstoff-enthaltenden Formaldehyd-Harzen ersetzen. Das
Produkt kann den Phenol-Gehalt in Phenol-Harzen vollständig ersetzen, und es kann
ferner in Harnstoff-enthaltenden Formaldehyd-Harz-Formulierungen verwendet werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Diese und andere Merkmale der Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung ersichtlich, in der auf die beiliegenden Zeichnungen verwiesen wird,
wobei:
1 ein Schema des Systems der schnellen
Pyrolyse zeigt.
2 die Beziehung zwischen der Viskosität
des natürlichen Harzes (NR) und der ansteigenden Temperatur zeigt.
3 das Infrarotspektrum zeigt, das von NR (3A)
und Alkali-NR (3B) erhalten wurde. Die Banden der Spektren
sind wie folgt zugeordnet:
1. O-H-Streckungen von Carbonsäuren, Alkoholen und Phenolen (diese Bande ist
nicht selektiv);
2. C-H-Streckungen von aromatischen und aliphatischen Verbindungen;
3. C=O-Streckungen von Carbonsäuren und Aldehyden/Ketonen;
4. 4'. aromatische Ringe, Skelettgerüst-Banden in der Ebene;
5. O-H-Phenol-Banden;
6. C-O-Streckungen von primären Alkohol-Gruppen.
BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORM
Die vorliegende Erfindung betrifft die Herstellung und Verwendung
eines natürlichen Harzes, das von Holz, Rinde und anderen Biomasse-Resten unter
Verwendung einer schnellen Pyrolyse erhalten wird.
Mit "Bio-Öl" oder "Gesamt-Öl" (whole oil) ist die gesamte flüssige
Fraktion gemeint, die nach der schnellen Pyrolyse von Holz oder anderer Biomasse
erhalten wird. Das Gesamt-Öl wird von dem Produkt-Dampf erhalten, der zusammen mit
Holzkohle (char) nach der Pyrolyse erzeugt wird. Bei Entfernen der Holzkohle wird
der Produkt-Dampf kondensiert und in einem oder mehreren Kondensatoren, die üblicherweise
in Reihe geschaltet sind, gesammelt. Gesamt-Öl oder Bio-Öl bezeichnet die Kombination
aus kondensierten Produkten, die von allen Kondensatoren erhalten wird.
Mit "phenolischen Substanzen" (phenolics) sind polymere Phenole gemeint,
die von Lignin abgeleitet sind (Lignin ist ein Phenol-Polymer, das Holz- und Rinden-Fasern
zusammenhält und Holz seine Stärke verleiht).
Mit "Verstärkern" sind Carbonyl-Verbindungen gemeint, üblicherweise
leichte Aldehyde und Ketone.
Mit "ausgewählter Produkt-Dampf" ist der Produkt-Dampf gemeint, der
nach dem Entfernen der Holzkohle und dem anschließenden Entfernen der übrigen pyrolytischen
Produkte, die durch mindestens einen schnellen Abschreckschritt kondensiert wurden,
verbleibt. Der ausgewählte Produkt-Dampf ist üblicherweise dadurch charakterisiert,
dass er einen geringeren Säure-Gehalt aufweist als ein Produkt, das als Ergebnis
des vorhergehenden, mindestens einen Abschreckschritts erhalten wurde. Ferner umfasst
der ausgewählte Produkt-Dampf im Vergleich mit dem zuvor erhaltenen Produkt ein
höheres Molekulargewicht, eine höhere Viskosität, einen höheren pH, und einen höheren
Gehalt an phenolischen Substanzen.
Mit "Phenol-enthaltendes Formaldehyd-Harz" sind adhäsive Zusammensetzungen
gemeint, die Phenol als einen ihrer Inhaltsstoffe umfassen. Solche Harze umfassen
(sind jedoch nicht beschränkt auf) Phenol-Formaldehyd (PF)-Harze, Phenol-Melamin-Harnstoff-Formaldehyd
(PMUF)-Harze und Phenol-Harnstoff-Formaldehyd (PUF)-Harze. In ähnlicher Weise sind
mit "Harnstoff-enthaltende Formaldehyd-Harze" adhäsive Zusammensetzungen
gemeint, die Harnstoff als einen ihrer Inhaltsstoffe umfassen, beispielsweise (jedoch
nicht beschränkt auf) Harnstoff-Formaldehyd (UF)-Harze, Phenol-Harnstoff-Formaldehyd
(PUF)-Harze, Phenol-Melamin-Harnstoff-Formaldehyd (PMUF)-Harze und Melamin-Harnstoff-Formaldehyd
(MUF)-Harze. Ohne sich festlegen zu wollen, geht man davon aus, dass der Zusatz
von NR zu Harnstoff-enthaltenden Harzen aufgrund des hohen Gehalts an phenolischen
Substanzen des NR den Phenol-Gehalt dieser Harze erhöht oder ergänzt. Somit kann
ein Harnstoff-Formaldehyd (UF)-Harz, das teilweise durch das natürliche Harz (NR)
ersetzt wurde, als ein Phenol-Harnstoff-Formaldehyd (PUF)-ähnliches Harz angesehen
werden.
Das erfindungsgemäße natürliche Harz (NR) ist kein Gesamt-Bio-Öl-Produkt,
sondern vielmehr eine ausgewählte raffinierte Fraktion des Gesamt-Flüssig-Produkts,
vorzugsweise hergestellt durch schnelle Pyrolyse von Holz. Es können jedoch auch
andere Verfahren verwendet werden, die in der Lage sind, Holz zu verflüssigen, um
ein Produkt herzustellen, von dem ein NR erhalten werden kann. Die raffinierte Fraktion
besteht in erster Linie aus depolymerisiertem Lignin und anderen reaktiven Bestandteilen,
einschließlich phenolischen Substanzen, die eine Reihe von aktiven Stellen für die
Bindung und Quervernetzung in NR-Formulierungen bereitstellen. Nicht-reaktive Bestandteile
werden während der Herstellung des NR entfernt. Die isolierte NR-Fraktion wird nicht
einer Lösungsmittel-Fraktionierung oder anderen im Stand der Technik verwendeten
Fraktionierungsverfahren unterworfen und wird auch nicht kondensiert (d.h. Kondensationsreaktionen
unterworfen), wie dies üblicherweise für herkömmliche Produkte oder flüssige Vakuum-Pyrolyse-Produkte
erfolgen würde. Ohne darauf festgelegt sein zu wollen ist es möglich, dass das Auslassen
solcher Kondensationsreaktionen während der Herstellung des erfindungsgemäßen NR
ein primärer Grund für die hohe Reaktivität des NR als Harz-Mittel ist.
Die schnelle Pyrolyse von Holz oder anderen Biomasse-Rückständen führt
zur Erzeugung von Produkt-Dämpfen und Holzkohle. Nach Entfernen der Holzkohle-Bestandteile
aus dem Produkt-Strom werden die Produkt-Dämpfe kondensiert, wobei ein Gesamt-Öl-
oder Bio-Öl-Produkt aus der Pyrolyse erhalten wird. Ein geeignetes Verfahren der
schnellen Pyrolyse zur Herstellung eines solchen Bio-Öls wird in WO 91/11499 (Freel
and Graham, veröffentlicht am 8. August 1991) beschrieben und ist schematisch in
1 dargestellt. Das System umfasst ein Zuführ-System
(10), einen Reaktor (20), ein Wiedererwärmungssystem mit partikelförmigem
anorganischem Wärme-Träger (30), und (für die Zwecke der vorliegend beschriebenen
Erfindung) primäre (40) und sekundäre (50) Kondensatoren, mit
denen die während der Pyrolyse produzierten Produkt-Dämpfe gekühlt und unter Verwendung
eines geeigneten Kondensator-Mittels (80) gesammelt werden. Ein Produkt
wird von dem zweiten Kondensator, dem Abscheider (Demister) (60) und dem
Faser-Filterbett (70) oder von einer Kombination derselben erhalten. Es
ist jedoch darauf hinzuweisen, dass analoge Systeme für die schnelle Pyrolyse verwendet
werden können, die eine abweichende Anzahl oder Größe von Kondensatoren umfassen,
oder, dass abweichende Kondensationsmittel für die selektive Herstellung des erfindungsgemäßen
NR verwendet werden können.
Ein Teil der während der schnellen Pyrolyse produzierten Produkt-Dämpfe
wird in dem oben beschriebenen Kondensations-Sammel-Mittel schnell abgeschreckt.
Dieses schnelle Abschrekken ermöglicht die selektive Abtrennung eines ausgewählten
Produkt-Dampfes von dem kondensierten Flüssig-Produkt, welches in dem primären Kondensator
verbleibt. Ein NR wird aus dem ausgewählten Produkt-Dampf gesammelt, und wird von
Bestandteilen erhalten, die dem primären Kondensator nachgeschaltet sind, z.B. (jedoch
nicht beschränkt auf) vom zweiten Kondensator, vom Abscheider (demister) und vom
Faser-Filterbett. Es ist darauf hinzuweisen, dass andere Systeme der schnellen Pyrolyse
mit verschiedenen Anordnungen der Kondensator-Mittel auf wirksame Weise dazu verwendet
werden können, den Produkt-Dampf durch Entfernen einer flüssigen Fraktion aus dem
Produkt-Dampf teilweise zu reinigen und einen ausgewählten Produkt-Dampf herzustellen,
aus dem eine NR-Fraktion erhalten werden kann.
Das in dem Reaktor-System für die schnelle Pyrolyse (dargestellt in
1) verwendete Kondensator-System umfasst die Verwendung
von Flüssig-Mischkondensatoren (80), um das pyrolytische Öl-Produkt zu
kühlen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird Flüssigkeit, die in diesen
Kondensatoren verwendet wird, um das pyrolytische Produkt zu kühlen, aus dem entsprechend
gekühlten primären oder sekundären Kondensator-Produkt (90; 1)
erhalten. Wie für den Fachmann jedoch ersichtlich, kann auch jede andere kompatible
Flüssigkeit zur Kühlung des Produktes in dem sekundären Kondensator für diesen Zweck
verwendet werden. Es wird ferner als von der Erfindung umfasst angesehen, dass andere
Wasch- oder Kühlmittel zur Kühlung der Produkt-Dämpfe (einschließlich des ausgewählten
Produkt-Dampfes) verwendet werden können, einschließlich Wärmetauscher, die feste
Oberflächen umfassen, und ähnliche.
Mit thermischer Fraktion ist das Verfahren zum Erhalt einer selektiven
Fraktion des Produkt-Dampfes gemeint, der aus der schnellen Pyrolyse nach Entfernen
der Produkte aus dem Produkt-Dampfstrom, welcher schnell abgeschreckt
wird (z.B. von etwa 500°C auf etwa 20°C innerhalb von Millisekunden), erhalten
wird. Überraschenderweise kann das Produkt, das als ausgewählter Produkt-Dampf nach
dem Schritt des schnellen Abkühlens zurückbleibt, unmittelbar als Ersatz für Bestandteile
in adhäsiven Harzen, wie beispielsweise in Phenol-Formaldehyd-Harzen, in Harnstoff-Formaldehyd-Harzen
oder in verwandten, wie oben definierte Harzen verwendet werden.
Ohne sich festlegen zu wollen wird angenommen, dass der Schritt des
schnellen Abkühlens der Produkt-Dämpfe im ersten Kondensator Verbindungen entfernt,
die mit der Verwendung des Bio-Öls in adhäsiven Harz-Formulierungen interferieren.
Die Produkte, die im ersten Kondensator aus dem Produkt-Dampf entfernt werden, sind
diejenigen, die problemlos löslich sind und schnell abgeschreckt werden. Die weniger
löslichen Verbindungen und diejenigen, die Aerosole oder eine andere Form bilden,
die das Verbleiben im Produkt-Dampf unterstützt, werden zum zweiten Kondensator
transferiert. Dieser transferierte Produkt-Dampf ist dann ein ausgewählter Produkt-Dampf,
der vorwiegend aus einer Fraktion an phenolischen Substanzen besteht und darüber
hinaus Aldehyde enthält; dieser Produkt-Dampf stellt das NR mit seinen gewünschten
Eigenschaften zur Verwendung in adhäsiven Formulierungen bereit.
Das erfindungsgemäße NR wird bearbeitet, um den Gehalt des Harzes
an organischer Säure zu entfernen. Jedes geeignete Verfahren kann für diesen Prozess
verwendet werden, beispielsweise (ohne auf dieses Verfahren beschränkt sein zu wollen)
kann das erfindungsgemäße NR in Wasser gewaschen werden, indem man das NR in Wasser
mischt, eine Phasentrennung ermöglicht und die Öl-Fraktion gewinnt. Ein solches
bearbeitetes NR wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung als "NRP" bezeichnet.
Das auf diese Weise hergestellte NRP umfasst den Gehalt an phenolischen Substanzen
und den Aldehyd-Gehalt eines NR, mit einem erheblich reduzierten Gehalt an organischer
Säure im Vergleich mit unbearbeitetem NR, und stellt eine konzentriertere Form von
NR dar. Im Ergebnis enthält NRP bis zu 80 % (Gew./Gew.) phenolische Substanzen.
Es wurde ferner beobachtet, dass NRP, welches mit unbearbeitetem NR
verdünnt wurde, ein Produkt erzeugt, welches zur Verwendung in adhäsiven Harz-Formulierungen
geeignet ist. Beispielsweise bezeichnet NR50 ein 50-50-Gemisch von NRP und unbearbeitetem
NR; wie jedoch für den Fachmann ersichtlich, können auch andere Mischungsverhältnisse
erhalten und für die vorliegend offenbarten Zwecke verwendet werden.
Das auf diese Weise hergestellte NRP wurde gegen einen Teil des Phenol-Gehalts
in PF-Harzen ausgetauscht, und solche Formulierungen entsprechen oder übertreffen
die gegenwärtigen Industriespezifikationen von PF-Harzen. Das NR ersetzte bis zu
etwa 60 % des Phenol-Gehalts in PF-Harzen, und vorzugsweise bis zu etwa 100 % des
Phenol-Gehalts in einem PF-Harz. Die auf diese Weise hergestellten Harze können
bis zu etwa 40 (Gew./Gew.) an NR umfassen. In ähnlicher Weise wurde das NR ferner
als Ersatzmittel in PMUF- und PUF-Harzen verwendet. Ferner ersetzte das erfindungsgemäße
NR bis zu etwa 60 (Gew./Gew.) des Harnstoff-Formaldehyds in UF-Harzen, und es wurde
in wirksamer Weise in PMUF- und MUF-Harzen verwendet.
Aufgrund der Auswahl einer spezifischen thermischen Fraktion für die
Herstellung von NR ist die Gewinnungs-Methode selektiver als Verfahren, die auf
Lösungsmittelextraktion basieren. Beispielsweise führt die P/N-Fraktion, die unter
Verwendung von Ethylacetat extrahiert wurde (z.B. US
4,942,269; US 5,235,021) zu einer
Fraktion, die jede Verbindung umfasst, welche in diesem Lösungsmittel löslich ist
und mit den gewünschten Harzverbindungen co-extrahiert wird. Einige dieser co-extrahierten
Verbindungen sind geruchs-intensiv (z.B. Lacton, eine beißende Verbindung), während
andere das P/N-Harz verdünnen. Die thermische Gewinnungsmethode der vorliegenden
Erfindung ist selektiv, da im Wesentlichen alle gewünschten Harz-Bestandteile (natürliche
phenolische Substanzen, die sich von Lignin ableiten) gewonnen werden, während andere
unerwünschte Verbindungen in anderen Fraktionen entfernt werden. Im Ergebnis weist
das erfindungsgemäße NR zahlreiche vorteilhafte Eigenschaften gegenüber im Stand
der Technik bekannten Extraktionen von pyrolytischem Öl auf und benötigt signifikant
weniger Aufarbeitung. Zum Beispiel:
1. Das NR weist einen angenehmen "rauchigen" Geruch auf; ihm fehlt der beißende
Geruch von Lösungsmittel-extrahierten Fraktionen – wenn es in adhäsiven Anwendungen
verwendet wird, gibt es keinen Rest-Geruch. Lösungsmittel-extrahierte Zubereitungen,
wie beispielsweise P/N-Extraktion erfordern eine weitere Bearbeitung, um den Säure-Geruch
zu entfernen;
2. in Lösungsmittel-Extraktions-Verfahren, einschließlich dem Verfahren, welches
verwendet wird, um P/N zu erhalten, reagiert das Lösungsmittel mit Resten in der
Fraktion, die nicht für das P/N verwendet wird, wobei Salze gebildet werden. Diese
Salze müssen unter zusätzlichen Kosten in einem Gewinnungs-Kessel (recovery boiler)
gewonnen werden, und das restliche Bio-Öl ist nicht für andere kommerzielle Anwendungen
verfügbar. Andererseits wird das NR durch thermisches Trennen isoliert, das dem
verbleibenden Bio-Öl weiterhin erlaubt, wie für andere kommerzielle Anwendungen
erforderlich ohne Kontamination bearbeitet zu werden;
3. das für die Herstellung von Bio-Öl (einschließlich NR) verwendete Verfahren
der schnellen Pyrolyse wurde erfolgreich vom Laborbank-Versuch zum industriellen/kommerziellen
Produktsmaßstab weiterentwickelt (vgl. WO 91/11499). Daher werden NR-Zubereitungen
auf einfache Weise im kommerziellem Maßstab hergestellt.
Eigenschaften des NR
Es wurde herausgefunden, dass das erfindungsgemäß hergestellte NR
(wenn es wie für die Verwendung für die OSB-Herstellung untersucht wurde, siehe
unten) in NR-Produktionsläufen von Ansatz zu Ansatz konsistent ist, sogar wenn verschiedene
Ausgangsmaterialien verwendet werden, einschließlich Hartholz und Weichholz.
Das Molekulargewicht wird üblicherweise als ein Index für die Reaktivität
und Viskosität eines adhäsiven Harzes verwendet, wobei höhere Molekulargewichte
auf eine höhere Viskosität verweisen und entsprechend auf ein Fehlen von aktiven
Stellen, die für die Quervernetzung und die Bindungsstärke in kommerziellen Harz-Formulierungen
erforderlich sind. Sofern jedoch das NR-Produkt nach dem Verfahren der vorliegenden
Erfindung hergestellt wird, ist die Beziehung zwischen Molekulargewicht, Viskosität
und Reaktivität nicht gültig.
Der Gehalt an freiem Phenol einer Harz-Formulierung wird ferner verwendet,
um die Eignung von alternativen Materialien in PF-Harz-Formulierungen zu bestimmen.
Das bearbeitete NR, das nach dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellt
wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass es einen sehr geringen Gehalt an freiem Phenol
aufweist, etwa von 0,001 bis etwa 0,05 % (Gew./Gew.), wobei der Gesamtgehalt an
phenolischen Substanzen verhältnismäßig hoch ist, bis zu etwa 80 %. Es ist der Gehalt
an phenolischen Substanzen, der sehr reaktiv ist und eine Reihe von aktiven Stellen
für die Bindung und Quervernetzung in NR-Formulierungen bereitstellt.
Darüber hinaus ist das unbearbeitete NR durch die folgenden Parameter
charakterisiert, wobei diese Parameter (obwohl sie üblich sind) von einer Probe
stammen und Schwankungen bei diesen Werte zu erwarten sind:
Die Viskosität von NR bei verschiedenen Temperaturen ist in
2 dargestellt.
Das Infrarotspektrum von NR und Alkali-NR ist in 3A
bzw. 3B dargestellt. Bei beiden NR-Proben werden ähnliche
Spektren beobachtet. Die 1700 cm–1-Bande, die der Carbonylgruppe
entspricht (als Bande 3 gekennzeichnet) ist in 3B verringert,
da R-COOH unter alkalischen Bedingungen zu R-COO– wird.
Das unbearbeitete NR umfasst von 10 bis 20 % Wasser, ist jedoch wegen
seiner geringen Polarität und seinem hohen Gehalt an nicht-polaren organischen Verbindungen
in Wasser unlöslich. Durch Erhöhung des pH-Wertes des unbearbeiteten NR (auf etwa
10) und Umwandlung desselben in seine Phenoxid-Iononform erhält es eine Gummi-ähnliche
Konsistenz, ist wasserlöslich und kann in Formaldehyd-Phenol-Formulierungen verwendet
werden. Das unbarbeitete NR ist in organischen Lösungsmitteln löslich, beispielsweise
in Aceton, Methanol, Ethanol und Isopropanol. Aufgrund der Hydrophobizität des unbearbeiteten
NR ist es hinsichtlich der Formulierung von Harzen chemisch geeignet, die auf phenolischen
Substanzen basieren. Das unbearbeitete NR ist in einer Mischung von Wasser/Phenol
löslich, und ergibt Methylol-Wasser-lösliche Derivate, wenn es mit Formaldehyd umgesetzt
wird.
Die Infrarot-Analysen von unbearbeitetem NR und Alkali-NR sind in
2A und 2B dargestellt. Es wurden bei beiden NR-Proben
die gleichen Banden nachgewiesen; im Alkali-NR (3B)
wird jedoch die 1700 cm–1-Bande (die die Carbonylgruppe #3 betrifft;
R-COOH) unter alkalischen Bedingungen zu R-COO–.
Kalorimetrische Analysen verweisen darauf, dass unbearbeitetes NR
einen Netto-Kalorienwert von 4355 cal/g (18,22 MJ/kg) und einen Brutto-Kalorienwert
von 4690 cal/g (19,62 MJ/kg) hat.
Unbearbeitetes NR ist stabil und homogen und wurde über mehr als 12
Monate gelagert, ohne dass es seine Eigenschaften verloren hätte.
Die NRP-Zubereitungen der vorliegenden Erfindung weisen Eigenschaften
auf, die denjenigen des unbearbeiteten NR ähneln, mit der bemerkenswerten Ausnahme,
dass der Gehalt an phenolischen Substanzen von NRP bis auf etwa 80 % (Gew./Gew.)
zunimmt und der pH neutraler ist. Der exakte pH-Wert von NRP ist schwierig zu bestimmen,
da für diesen Test Wasser erforderlich ist; jedoch kann der Säure-Gehalt von NRP
unter Verwendung einer Gas-Chromatographie (GC) bestimmt werden. Die GC-Analyse
verweist darauf, dass bis zu 90 % oder mehr des Gehalts an organischer Säure des
NR infolge des Waschverfahrens entfernt werden. Aufgrund des Entfernens des Gehalts
an organischer Säure ist das NRP eine konzentriertere Form von NR. Der Gehalt an
phenolischen Substanzen und der pH-Wert von NR-NRP-Mischungen, z.B. NR50, wird in
Abhängigkeit von den Anteilen von NR oder NRP in der Mischung schwanken.
NR-50 besteht aus ungefähr 50 % NRP und 50 % Roh-NR. NR-50 wird durch
Mischen zweier NR-Produkte hergestellt, Roh-NR aus dem Verfahren und NRP.
NR60
NR-60 ist eine Flüssigkeit, die zu ungefähr 60 % aus NRP besteht.
Der Begriff "NR60" ist jedoch nicht für ein einzelnes NR-Produkt repräsentativ.
NR60 wird nicht wie im Fall von NR-50 durch Mischen von Roh-NR und NRP hergestellt.
NR-60 wird aus Roh-NR hergestellt, nachdem Roh-NR von flüchtigen Bestandteilen befreit
worden ist, wodurch das Roh-NR zu NR-60 konzentriert wird (d.h. Erhöhen der NRP-Konzentration
durch Austreiben der flüchtigen nicht-NRP-Bestandteile). Die flüchtigen nicht-NRP-Bestandteile
können unter Verwendung jedes geeigneten Mittels entfernt werden, beispielsweise
(jedoch nicht beschränkt auf) Erwärmen oder Verdampfen unter Vakuum. Es ist darauf
hinzuweisen, dass der Begriff "NR60" ein NR bezeichnet, das in Abhängigkeit von
dem ursprünglich verwendeten NRP-Gehalt eine Vielzahl von NRP-Konzentrationen umfassen
kann.
"NR60" schließt daher ein NR ein, das von etwa 40 % bis etwa 90 %
NRP umfasst. NR60 kann von einer Vielzahl von Lignocellulose-Rohstoff-Quellen erhalten
werden, einschließlich Weichholz, Hartholz, Rinde, Weißholz und von anderen Lignocellulose-Biomasse-Rohstoffen,
wie beispielsweise von Bagasse (Zuckerrohr-Rückstand). Die Verwendung von PF/NR60-Harzen
wird in den Beispielen 7-10 diskutiert; eine spezifische von Rinde erhaltene NR60-Harzformulierung
(NRB) wird in Beispiel 10 diskutiert.
Im Gegensatz zu NR oder NR-50 wird der charakteristische rauchige
Geruch bei NR-60 während des Verfahrens zum Entfernen der flüssigen Bestandteile/Konzentrierungs-Verfahrens
signifikant reduziert.
NR-60 kann von NR oder von ausgewählten NR-Fraktionen, die wie oben
beschrieben bei der schnellen Pyrolyse von Holz (d.h. von bestimmten Kondensatoren,
Filtern, Abscheidern, etc.) erhalten werden, oder es kann von dem Gesamt-Roh-Bio-Öl,
das beim Pyrolyse-Verfahren erzeugt wird, erhalten werden. Die NR-Fraktionen und
das Gesamt-Bio-Öl können auf verschiedene Arten bearbeitet und konzentriert werden,
um NR-60 herzustellen; Verdampfen oder Destillieren (beispielsweise Fallfilm (falling
film), Vakuum-Destillation, Feuchtfilm-Verdampfung (wet film evaporation), etc.
oder selektive Kondensation des Roh-NR, der NR-Fraktion oder des Gesamt-Bio-Öls),
selektive Präzipitation oder jedes andere physikalische oder chemische Verfahren,
welches bestimmte Säuren, flüchtige Bestandteile, Wasser und andere leichten Bestandteile,
welche im Hinblick auf die Harz-Eigenschaften weniger wirksam sind und geruchsintensive
Bestandteile enthalten, entfernt, verdampft, isoliert oder auf andere Weise austreibt.
Ohne die vorliegende Erfindung auf irgendeine Weise einschränken zu
wollen, kann NR-60 durch Erwärmen von NR-Material (d.h. Roh-NR, NR-Fraktion oder
Gesamt-Bio-Öl) unter Vakuum auf eine Temperatur, die ausreicht, um flüchtige geruchsintensive
Bestandteile und flüchtige Nicht-Harz-Bestandteile zu entfernen, hergestellt werden.
Der Wasser-Gehalt wird überwacht, um den Grad zu bestimmen, zu dem die flüchtigen
Bestandteile entfernt sind, sodass ein endgültiger Wasser-Gehalt von zwischen etwa
1 und etwa 10 % erhalten wird. Vorzugsweise beträgt der endgültige Wasser-Gehalt
zwischen etwa 3 und etwa 5 %.
Sobald der erwünschte Grad, zu dem die flüchtigen Bestandteile entfernt
sind, erreicht ist, wird das Wasser zurückgegeben, um die Viskosität des NR-60-Produkts
auf die erwünschte Spezifikation zu reduzieren. Üblicherweise wird ausreichend Wasser
zugegeben, um den Wasser-Gehalt auf ein Ausmaß im Bereich von etwa 10 bis etwa 25
% einzustellen. Vorzugsweise beträgt der Wasser-Gehalt etwa 15 bis etwa 18 %.
Die Bestimmung von Viskosität, Säure-Gehalt und NRP-Gehalt für NR-60,
das 60 % NRP umfasst, ist charakterisiert durch: Säuren (Trockengew.-%)
2 bis 4 %; Wasser-Gehalt zwischen 15 bis 18 %; NRP beträgt etwa 60 %, und die Viskosität
bei 70°C liegt im Bereich von 30 bis 150 cSt. Ein NR60, das eine Vielzahl von
NRP-Konzentrationen umfasst, läßt sich auf eine Weise herstellen, die der oben beschriebenen
ähnlich ist.
Der Vergleich einiger Eigenschaften des unbearbeiteten NR, NR50 und
NRP ist nachfolgend dargestellt:
NR-enthaltende Phenol-Formaldehyd (PF)- oder Harnstoff-Formaldehyd
(UF)-Harze
Um das erfindungsgemäße NR in Phenol-enthaltende Formaldehyd-Harze
oder in Harnstoff-enthaltende Formaldehyd-Harze zu formulieren, werden Phenol oder
Harnstoff, Wasser, para-Formaldehyd und andere Inhaltsstoffe des Klebemittels miteinander
vermischt und erwärmt, sofern dies für das Lösen der Bestandteile erforderlich ist.
Wenn die Mischung erwärmt wird, wird sie vor Zusetzen des NR abgekühlt. Es wird
der Mischung, die Phenol oder Harnstoff, Formaldehyd und NR enthält, eine Lauge
(beispielsweise NaOH) zugesetzt, bis der gewünschte pH-Wert erreicht ist. Der Zusatz
der Lauge gewährleistet die Solubilisierung des NR und startet die Reaktion. Die
Mischung wird anschließend erwärmt oder abgekühlt, und falls erforderlich wird weitere
Lauge während der Herstellung des Harzes zugesetzt. Das Harz wird üblicherweise
bis zu seiner Verwendung bei 10°C gehalten und weist eine ähnliche Stabilität
auf, wie sie bei kommerziellen PF-Harz-Formulierungen bekannt ist. Phenol-Melamin-Harnstoff-Formaldehyd
(PMUF)-Harze, Melamin-Harnstoff-Formaldehyd (MUF)-Harze, Phenol-Harnstoff-Formaldehyd
(PUF)-Harze werden auf ähnliche Weise hergestellt.
Das erfindungsgemäße NR kann bis zu einer Menge von etwa 60 (Gew./Gew.)
des Phenol-Gehalts der Harzes zugesetzt werden, oder es können vorzugsweise bis
zu etwa 100 % (Gew./Gew.) des Phenol-Gehalts ausgetauscht werden. Ferner kann der
Formaldehyd-Gehalt der Phenol-enthaltenden Harze oder Harnstoffenthaltenden Harze
aufgrund der im NR vorhandenen natürlichen Aldehyde gegen NR ausgetauscht sein;
beispielsweise kann NR dazu verwendet werden, bis zu etwa 50 % (Gew./Gew.) des Formaldehyd-Gehalts
dieser Harze zu ersetzen. In ähnlicher Weise können bis zu etwa 60 % (Gew./Gew.)
des Harnstoff-Formaldehyd-Gehalts eines UF-Harzes durch Verwendung von NR ersetzt
werden. Daher können PF-Harze, UF-Harze und verwandte Harze formuliert werden, die
bis zu etwa 40 % (Gew./Gew.) NR an der Gesamt-Harz-Zusammensetzung umfassen.
Platten-Herstellung mit NR-enthaltenden Klebemitteln
Die wie oben hergestellten Phenol-enthaltenden oder Harnstoffenthaltenden
Formaldehyd-Harze können für die Herstellung einer Vielzahl von Plattenerzeugnissen,
beispielsweise (jedoch nicht beschränkt auf) Schichtholz-Platten, Sperrholz, Spanplatte,
hochdichte Spanplatte, Platte mit ausgerichteten Spänen ("oriented strang board"),
mitteldichte Faserplatte, Hartfaserplatte oder Wafer-Platte verwendet werden.
Vorzugsweise werden die NR-enthaltenden PF-Harze in Platten verwendet,
die aufgrund der exzellenten Wasserabweisung des Harzes für die
Außenanwendung gedacht sind. Üblicherweise sind UF-Harze nicht für die Außenanwendung
erwünscht; jedoch können NR-enthaltende UF-Harze für die Verwendung im Freien benutzt
werden, da bei Platten, die mit NR-umfassenden Harnstoff-Formaldehyd-Klebemitteln
hergestellt wurden im Vergleich zu Platten, die unter Verwendung von herkömmlichem
UF-Harz hergestellt wurden, ein reduziertes Quellen beobachtet wird.
NR-enthaltendes PF- oder UF-Harz kann wie unten beschrieben für die
Herstellung von Platten mit ausgerichteten Spänen ("oriented strang board", OSB)
verwendet werden. Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Verwendung von NR-enthaltendem
Harz nicht in irgendeiner Weise als eingeschränkt anzusehen ist, da andere von Holz
abgeleitete Erzeugnisse, die unter Verwendung im Stand der Technik bekannter kommerziell
verfügbarer PF-Harze, UF-Harze oder verwandter Harze hergestellt wurden, unter Verwendung
von NR-umfassenden Harz-Formulierungen hergestellt werden können.
Platten mit ausgerichteten Spänen (oriented strang boards) können
unter Verwendung von Standardverfahren hergestellt werden, die im Stand der Technik
bekannt sind. Beispielsweise (jedoch nicht in irgendeiner Weise einschränkend gemeint)
kann die Herstellung von OSB die folgenden Parameter umfassen:
Holz-Matrix:aus Partikeln bestehendes Holz-Erzeugnis, Holzspäne, Wafer, Furnier
oder Sperrholz usw.Plattendicke:von etwa 1/16'' bis 2''Harz-Gehalt:von etwa 0,5 bis etwa 20 %Wachs-Gehalt:von etwa 0,5 bis etwa 5 %Material-Feuchte:von etwa 2 bis etwa 10 %Presszeit:von etwa 2 Minuten bis 30 MinutenPresstemperatur:von etwa 150°C bis etwa 275°C
Es ist darauf hinzuweisen, dass diese Parameter sofern erforderlich
angepasst werden können, um ein geeignetes Platten-Erzeugnis unter Verwendung des
erfindungsgemäßen NR-enthaltenden Harzes herzustellen.
Platten mit ausgerichteten Spänen (oriented strang boards) oder andere
Platten-Arten (wie oben aufgeführt), die unter Verwendung NR-enthaltender PF-Harze
hergestellt werden, werden auf einfache Weise auf ihre Eignung in der Industrie
untersucht. Die oben hergestellten OSB-Platten sind beispielsweise nach dem Kanadischen
Produktstandard für OSB untersucht worden (CSA 0437.1-93, April 1993). Diese Tests
umfassen: Bestimmung von Dichte, Querzugfestigkeit (internal bond, IB), Bruchmodul
(modulus of rupture, MOR) und Elastizitätsmodul (modulus of elasticity, MOE). Die
Ergebnisse dieser Untersuchungen zeigen, dass Phenol bis zu 60 % (oder bis zu 100
% im Falle von NRP) durch NR ersetzt werden kann, und dass Harnstoff-enthaltende
Harze ebenfalls bis zu 60 % durch NR ersetzt werden können, und zu einem OSB-Produkt
führen, das den industriellen Standards entspricht und äquivalent zu OSBs ist, die
unter Verwendung kommerziell verfügbarer Phenol-enthaltender oder Harnstoff-enthaltender
Formaldehyd-Harze hergestellt worden sind. Ferner erfordern OSB-Platten, die mit
NR-enthaltenden Harzen hergestellt worden sind, weniger Formaldehyd in den Harz-Formulierungen,
um äquivalente quervernetzende und bindende Eigenschaften, wie sie typischerweise
in Kontroll-Harz-Formulierungen vorgefunden werden, bereitzustellen. Ohne darauf
festgelegt sein zu wollen, wird vermutet, dass die natürlichen Carbonyl-Bestandteile
(wie beispielsweise Aldehyde und Ketone) im NR die Verwendung von weniger Formaldehyd
ermöglichen. In Anwendungen, die ein Klebmittel von geringerer Stärke erfordern,
kann das NR allein ohne jeglichen Zusatz von Formaldehyd verwendet werden; es ist
jedoch bevorzugt, Formaldehyd zuzusetzen, um ein besseres Harz zu erhalten. Diese
Carbonylverbindungen haben ein Molekulargewicht von etwa 30 bis etwa 800 Dalton
und umfassen etwa 23 % des NR.
Das gemäß dem Verfahren der vorliegenden Erfindung hergestellte NR
weist eine dunkelbraune Farbe auf führt zu einer dunkelrot-braunen Farbe, wenn es
in ein Harz formuliert wird. Während der Produktions-Läufe unter Verwendung des
NR sind OSB-Platten farblich heller als PF-Kontrollplatten. Ferner weist das NR
einen milden, angenehmen Geruch auf, wobei OSB-Platten die unter Verwendung des
NR hergestellt worden sind, keinen Geruch aufweisen. Der Geruch kann nach Erwärmen
des NR oder durch Entfernen der flüchtigen Bestandteile mittels Spülen reduziert
sein. Das erfindungsgemäße NR wird ferner weiterbearbeitet, um den pH-Wert zu erhöhen,
beispielsweise durch Waschen von Roh-NR in Gegenwart von Wasser und Gewinnen einer
NRP-Fraktion, die einen höheren Gehalt an phenolischen Substanzen und einen neutraleren
pH-Wert aufweist und eine konzentriertere Form des Roh-NR darstellt.
BeispieleBeispiel 1: Verfahren zum Erhalt von unbearbeitetem NR und
Eigenschaften von unbearbeitetem NR
Natürliches Harz wurde unter Verwendung von Ausgangsmaterial vom roten
Ahorn in einem Reaktor für die schnelle Pyrolyse wie in WO 91/11499 beschrieben
erhalten. Das Ausgangsmaterial vom roten Ahorn wird dem Reaktor in einem Verhältnis
von Ausgangsmaterial/Wärmeträger von etwa 5 : 1 bis etwa 200 : 1 zugegeben. Die
Holzkohle wird schnell von dem Produkt-Dampf/Gas-Strom getrennt und der Produkt-Dampf
wird schnell im ersten Kondensator unter Verwendung eines Flüssig-Mischkondensators
abgekühlt. Die im Produkt-Dampf verbleibenden Verbindungen werden zu einem sekundären
Kondensator transferiert, der mit dem primären Kondensator in Reihe geschaltet ist.
Der Produkt-Dampf wird anschließend unter Verwendung eines Flüssig-Mischkondensators
im sekundären Kondensator abgekühlt, und das kondensierte Produkt wird gesammelt.
Jegliches verbleibende Produkt in dem Produkt-Dampf wird im Abscheider und im Filterbett
gesammelt (vgl. 1). Das sekundäre Kondensator-Produkt
sowie die Produkte von Abscheider und Filterbett werden vereinigt, um das NR zu
erfassen. Die Ausbeute an unbearbeitetem NR unter Verwendung von rotem Ahorn als
Ausgangsmaterial beträgt 18 %.
Das NR ist dadurch gekennzeichnet, dass es einen geringen Gehalt an
freiem Phenol aufweist, der von etwa 0,001 bis 0,1 (Gew./Gew.) reicht; einen Gesamtgehalt
an phenolischen Substanzen von etwa 35 bis 80 % (Gew./Gew.); eine dunkelbraune Farbe
und einen milden, angenehmen rauchigen Geruch; einen pH-Wert von etwa 2,0 bis etwa
3,9; unlöslich in Wasser ist und löslich in organischen Lösungsmitteln, einschließlich
Aceton, Methanol, Ethanol und Isopropanol ist.
Unbearbeitetes NR wird auf einfache Weise mit Wasser gewaschen, um
NRP herzustellen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass es im Vergleich zu NR
einen neutraleren pH-Wert sowie einen bis zu 90 % verringerten Gehalt an organischer
Säuren aufweist. Des Weiteren beträgt der Gehalt an phenolischen Substanzen des
NRP aufgrund des Entfernens des Bestandteils der organischen Säure bis zu etwa 80
% (Gew./Gew.) oder mehr, und es stellt eine konzentriertere Form des NR dar.
Ein Vergleich der gesammelten Produkte vom primären Kondensator (1°)
und unbearbeitetem NR (NR) (erhalten vom sekundären Kondensator, Abscheider und
Faser-Filterbett) ist unten dargestellt. Die Werte für NRP und NR50 sind zu Vergleichszwecken
dargestellt:
Beispiel 2: Ersetzen von Phenol in NR-enthaltenden PF-Harzen
Das unbearbeitete, nach dem Verfahren von Beispiel 1 hergestellte
NR wurde gemäß dem Industriestandard in ein Harz formuliert, mit der Ausnahme, dass
40 % des Phenol-Gehalts gegen das NR ausgetauscht wurde. Die resultierende Formulierung
wurde E-L-1-6 genannt. E-L-1-6 wurde mit einem kommerziell erhältlichen PF-Harz
(Tembec CL300) und mit E-K-4-6, einem PF-Harz, welches nach Industriestandards (Tabelle
1) hergestellt worden war und 100 % Phenol enthielt, bei der OSB-Herstellung verglichen.
Typische NR-Harz-Formulierungen umfassten das Einbringen von Phenol,
Wasser und para-Formaldehyd in ein Behältnis und das Erwärmen auf 95°C, um das
para-Formaldehyd zu lösen. Die Mischungen wurden auf 45°C abgekühlt, und das
NR wurde zugesetzt. Lauge (NaOH) wurde anschließend bis zu dem gewünschten pH-Wert
zugesetzt, wobei das NR solubilisiert und die Reaktion gestartet wurde. Bei der
Zugabe von Lauge wurde die Mischung für die erste Zugabe der Lauge (ungefähr 2/3
der erforderlichen Menge) bei 45°C gehalten. Die Mischung wurde anschließend
langsam über einen Zeitraum von 30 Minuten auf 90°C erwärmt,
(wobei das Harz während dieser Zeit hinsichtlich der Viskosität beobachtet wurde)
und anschließend abgekühlt, wobei währenddessen die verbleibende Lauge zugegeben
wurde. Das Harz wurde bis zu seiner Verwendung bei 10°C gehalten.
Tabelle 1: Vergleich von Eigenschaften von unbearbeitetem NR (NR) und
auf Phenol basierenden Harzen
Die OSBs wurden nach Standard-Industrieverfahren hergestellt, wobei
entweder E-L-1-6 (NR) mit einem auf 10,4 eingestellten pH-Wert, E-K-4-6 (Kontrolle)
oder CL300 verwendet wurde. Die Parameter für die OSB-Herstellung waren die folgenden:
Späne:3 Inch, Pappel, aus einer OSB-MühlePlatten-Typ:homogenPlattendicke:7/16''Plattengröße:18'' × 18''Harz-Gehalt:2,0Wachs-Gehalt:1,5Materialfeuchte:5,5Presszeit:3 min oder 4,5 minPresstemperatur:215°CWiederholung:4
Die hergestellten OSBs wurden nach dem Kanadischen Produktstandard
für OSB (CSA 0437.1-93, April 1993) auf folgende Eigenschaften untersucht: Dichte,
IB (Querzugfestigkeit, internal bond), MOR (Bruchmodul, modulus of rupture) und
MOE (Elastizitätsmodul, modulus of elasticity).
Die Testergebnisse sind in Tabelle 2 dargestellt.
Tabelle 2: Vergleich von mechanischen Eigenschaften von Paneelen, die
unter Verwendung von Formulierungen hergestellt wurden, bei denen 0 % und 40 % Phenol
durch NR-Öl-Nr.1 ersetzt war.
Beachte: Der pH-Wert von E-L-1-6 wurde vor Herstellung der Paneele auf 10,40
eingestellt.
Paneele, die unter Verwendung einer Harz-Formulierung hergestellt
worden sind, welche nicht-optimiertes NR umfasste, welches 40 % des Phenols ersetzte,
zeigten Eigenschaften, die bei Presszeiten von 4,5 Minuten äquivalent zu denjenigen
der industriellen PF-Harz-Zusammensetzung waren. Die OSB, die unter Verwendung von
auf NR basierenden Harzen hergestellt worden war, zeigte im Vergleich mit OSBs,
die unter Verwendung von PF-Harzen hergestellt worden waren, keinen Unterschied.
Ohne auf eine Theorie festgelegt sein zu wollen, ist es möglich, dass
der Gehalt an organischer Säure der auf dem unbearbeiteten NR basierenden Harz-Formulierung
die Lauge neutralisiert, die normalerweise verwendet wird, um
die Kondensationsreaktion zu katalysieren, die für den Aushärtungsprozess (setting)
der OSB benutzt wird, wodurch längere Presszeiten erforderlich sind, um das Aushärten
des Harzes zu gewährleisten. Diese Ergebnisse verweisen darauf, dass ein wesentlicher
Anteil des Phenols in PF-Harz-Formulierungen durch eine aus Bio-Öl erhaltene NR-Fraktion
ersetzt werden kann.
Beispiel 3: NR-enthaltende PF-Harz-Formulierungen –
Ersetzen von Formaldehyd
Aufgrund der im NR vorliegenden natürlichen Aldehyde wurde eine Verringerung
der Formaldehyd-Menge in NR umfassenden PF-Harz-Formulierungen untersucht. Die Ergebnisse
verweisen darauf, dass bis zu 20 % des Formaldehyds durch NR ersetzt werden können,
wobei die OSB weiterhin die Eigenschaften der Kontroll-OSBs beibehält.
Ein Kontroll-PF-Harz mit einem molaren Verhältnis von F/P von 2,16
: 1,00 wurde formuliert. Verschiedene auf NR basierende Harze wurden durch Ersetzen
von 40 % des Phenols (Gew./Gew.) hergestellt und wiesen ein molares Verhältnis von
F/P von 2,16 : 1,00; 1,8 : 1,00 oder 1,50 : 1,00 auf. Die Eigenschaften dieser verschiedenen
verwendeten Harze sind in Tabelle 3 aufgeführt, wobei die folgenden NRs verwendet
wurden:
NR
– unbearbeitetes, von Hartholz stammendes Standard-NR
NRP
– gewaschenes NR
PO
– von Weichholz stammendes NR
Tabelle 3: Physikalische und chemische Eigenschaften von Harzen
Es wurden OSB-Paneele hergestellt und wie in Beispiel 2 beschrieben
unter Verwendung von CL300 (Industrie-Kontrolle), einer Kontrolle, sowie unter Verwendung
der in Tabelle 3 beschriebenen PF-Harz-Formulierungen, die auf NR, NRP oder PO basieren,
untersucht. Eine Ausnahme bestand darin, dass eine Presszeit von nur 3 Minuten verwendet
wurde. Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in den Tabellen 4 und 5 dargestellt.
Tabelle 4: Vergleich der mechanischen Eigenschaften von Paneelen, die
durch Ersetzen von Phenol und Formaldehyd (HCHO) durch NR hergestellt wurdenTabelle 5: Vergleich der mechanischen Eigenschaften von Paneelen, die
durch Ersetzen von Phenol und Formaldehyd (HCHO) durch NR hergestellt wurden
Den Ergebnissen lässt sich entnehmen, dass OSBs, die unter Verwendung
eines molaren Verhältnisses von F/P von 1,80 : 1,00 hergestellt worden waren, Ergebnisse
zeigten, die äquivalent zu denjenigen waren, die unter Verwendung von PF-Harzen
bei 3 Minuten Presszeit hergestellt worden waren. Ferner zeigten NRP-enthaltende
Harze Eigenschaften, die denjenigen von kommerziell verfügbaren PF-Harzen ähnlich
waren. Diese Ergebnisse verweisen ferner darauf, dass von Weichholz abgeleitetes,
nicht-optimiertes, unbearbeitetes NR auch in PF-Harz-Formulierungen verwendet werden
kann.
Beispiel 4: NR-umfassende PF-Harz-Formulierungen
Es wurde eine Reihe von PF-Harzen mit den in Tabelle 6 aufgeführten
Zusammensetzungen hergestellt. Die Basis-Zusammensetzung eines Phenol-Formaldehyd-Harzes
bildete ein Harz vom Resol-Typ mit einem pH-Wert von 11 und einem P:F-Verhältnis
von 2,5 : 1. Das in den Proben-Zubereitungen verwendete NR wurde wie in Beispiel
1 beschrieben erhalten.
Tabelle 6: FP-Harz-Zusammensetzungen
Diese Proben wurden verwendet, um unter den nachfolgenden Bedingungen
Spanplatten herzustellen:
Presstemperatur:175°CMaximaldruck:30 barDicke:9,0 mmPresszeit:15 s/mmEntgasungszeit:30 sec.
Die hergestellten Paneele zeigten die in Tabelle 7 offenbarten Eigenschaften:
Tabelle 7: Eigenschaften von Spanplatten-Paneelen, die mit den Harzen
aus Tabelle 6 hergestellt wurden
Diese Ergebnisse verweisen darauf, dass in PF-Harz-Zusammensetzungen
Phenol (bis zu 40 %) ohne signifikante Auswirkung auf die Querzugfestigkeit oder
die Biegefestigkeit gegen NR ausgetauscht werden kann.
Beispiel 5: Mit unbearbeitetem NR formulierte Harnstoff-Formaldehyd-Harze
Es wurde ein von Rescol (Italien) hergestelltes, kommerziell verfügbares
UF-Harz (L2600) verwendet, das einen Trockengehalt von 63 % und ein Verhältnis von
Formaldehyd:Harnstoff von 1,2 : 1 aufwies.
Das Harz wurde als Basis-Harz für eine Reihe NR-umfassender UF-Formulierungen
verwendet, die wie in Beispiel 1 beschrieben erhalten wurden. Spanplatten wurden
wie in Beispiel 6 beschrieben hergestellt, mit insgesamt 12 % trockenem Klebstoff
auf trockenem Holz. Die Harz-Zusammensetzungen und Testergebnisse sind in Tabelle
8 offenbart. Die Mengen wurden für trockenes Harz und trockenes Holz berechnet.
Die Klebstoff-Mischungen wurden alle mit 1,5 % Ammoniumsulfat ausgehärtet.
Tabelle 8: Verwendete adhäsive UF-Mischungen und mechanische Eigenschaften
von Spanplatten, die mit den definierten adhäsive Zusammensetzungen hergestellt
wurde
Die Ergebnisse in Tabelle 8 zeigen, dass sich mit verringerten Mengen
OF (beachte: kein zugesetztes NR) einige der Spanplatten-Eigenschaften verschlechtern
(siehe A und B). Der Zusatz von NR (siehe D) verstärkt jedoch die Eigenschaften,
die in den mittels OF hergestellten Paneelen beobachtet wurden. Des Weiteren führte
das Ersetzen von 40 % des OF in der Harz-Formulierung zu einem ähnlichen Spanplatten-Erzeugnis
wie das, welches mit dem UF-Harz hergestellt wurde.
Beispiel 6: Untersuchen von verschiedenen unbearbeiteten
NRs in PF-Klebemitteln bei verschiedenen molaren Verhältnissen von Formaldehyd
Mehrere verschiedene NR-Zubereitungen wurden in PF-Harz-Formulierungen
untersucht. Die NRs wurden wie in Beispiel 1 beschrieben erhalten, mit Ausnahme
der Tatsache, dass Kiefer als Ausgangsmaterial verwendet wurde.
Das untersuchte molare Verhältnis von Formaldehyd:Phenol betrug 1,5
: 1, und 1,8 : 1, wobei 40 % des Phenols durch NR ersetzt waren. Die Eigenschaften
der NR-umfassenden PF-Harz-Formulierungen sind in Tabelle 9 beschrieben.
Tabelle 9: Physikalische und chemische Eigenschaften von Harzen
Die Harz-Formulierungen von Tabelle 9 wurden unter den folgenden Bedingungen
zur Herstellung von OSBs verwendet:
Wiederholungen:4 pro PresszyklusSpäne:3 in PappelTräger:Druckkissen (cauls)Platten-Typ:homogenDicke:11,1 mmHarz-Gehalt:2,0 %MC%:5,0Presszyklus:3,0 Minuten (einschließlich 30 Sekunden Schließen und 30 Sekunden
Öffnen)Presstemperatur:215°CWachs:1,5
Die Platten wurden auf Querzugfestigkeit (IB), Bruchmodul (MOR), Elastizitätsmodul
(MOE), Torsionsschub (torsion shear, TS) untersucht, und einige Platten wurden hinsichtlich
der Dickenquellung (thickness swelling, ThS) untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen
sind in Tabelle 10 dargestellt.
Tabelle 10: Auswirkung des molaren Verhältnisses von Formaldehyd:Phenol
auf mechanische Eigenschaften eines Weichholz-NR (Kiefer) und eines "konditionierten
NR".
Die Ergebnisse von Tabelle 10 zeigen, dass PF-Harze, die 40 von Weichholz
(Kiefer) stammendes NR umfassen, bei einem Formaldehyd:Phenol-Verhältnis von 1,8
: 1 oder 1,5 : 1 OSBs erzeugen, die Eigenschaften aufweisen, die mit denen von OSBs
vergleichbar sind, welche unter Verwendung kommerzieller PF-Harz-Formulierungen
mit einem Formaldehyd:Phenol-Verhältnis von 2,16 : 1 hergestellt worden sind.
Beispiel 7 – Untersuchen von NR60 mit PF-Klebemitteln
Elf Sperrholz-Paneele von 3' × 3' × 0,5'' wurden hergestellt,
um die Auswirkungen von variierenden Konzentrationen von NR60 als Austauschmittel
für Phenol in PF-Harz zu untersuchen.
1.0 Sperrholz-Paneelen-Herstellung1.1 Mischen und Formen
Drei verschiedene Harz-Zusammensetzungen wurden auf Kiefer-Furniere
aufgebracht (Tabelle 9). Dies führte zu drei Gruppen mit einem Minimum von drei
Paneelen pro Gruppe. Alle Anwendungen wurden bei einer Beladungsrate (loading rate)
von 35 lb/1000 ft2 durchgeführt. Alle Harze wurden unter Verwendung eines
Sperrholz-Klebstoff-Spachtels (plywood glue spreader) aufgetragen und wurden als
einzelne Klebstoff-Linie aufgetragen.
Die Scheit-Auflage (billet lay-up) für jede Paneele bestand aus vier
Schichten. Die oberen Schichten wurden parallel zur Maschinenrichtung aufgelegt,
und die Kern-Schichten wurden senkrecht zur Maschinenrichtung aufgelegt. Drei Kontroll-Paneele,
vier PF/NR60 mit 10 % und vier PF/NR60 mit 20 % wurden in dem Versuch hergestellt.
Nach dem Pressen wurden die Paneele auf 28'' × 28''-Format zurechtgeschnitten
und als heiße Stapel getrocknet (hot stacked). Nach dem Abkühlen wurden die Paneele
untersucht. Die Paneele wurden hinsichtlich der Sperrholz-Klebstoff-Haftung und
Biegefestigkeit untersucht (CSA 0151-M1978).
1.3 Beobachtungen
Es würden während der Herstellung der Paneele visuell keine qualitativen
Unterschiede bei den Harzen bemerkt. Das Kontrollharz und das NR-ausgetauschte Harz
verhielten sich bei gleicher Dehnbarkeit gleich. Die Schubdaten (shear data) verweisen
darauf, dass sich das NR-ausgetauschte Harz genauso gut wie die Kontrolle verhielt
(Tabelle 10). Das NR60-10 %-Harz und das NR60-20 %-Harz verhielten sich unter beiden
Testbedingungen in Bezug auf die Schubfestigkeit vergleichbar zur Kontrolle. Die
Harze zeigten beispielhafte Stärke-Eigenschaften, wobei die Schicht unter beiden
Testbedingungen lediglich zu maximal 12 % bei der Klebstoff-Haftung versagte (PG2-88%
durchschnittliches Holzversagen). Die Stärke der NR-Harz-Daten wird ferner durch
die Tatsache gestützt, dass nicht eine Probe unter beiden Testbedingungen weniger
als 60 % oder weniger als 30 % Holz-Versagen zeigte.
Tabelle 9Tabelle 10A ZUSAMMENFASSUNG DER SPERRHOLZ-SCHUBTESTS MIT
DEM GEORGIA PACIFIC-KONTROLL-HARZ UND DEM GEOR-GIA PACIFIC NR-HARZ: NR10-HARZ &
NR20-HARZ
(Durchschnittswerte für 10 Proben pro Paneele von 3 Paneelen pro Gruppe).
EinleitungBeispiel 8: NR-60, verwendet in einer Menge von 25 % für
die Herstellung von Sperrholz- und OSB-Paneelen
Insgesamt siebzehn 3' × 3' × 0,50'' OSB-Paneele und fünfzehn
3' × 3' × 0,50''-Sperrholz-Paneele wurden hergestellt, um sowohl für
OSB als auch für Sperrholz die Auswirkung eines 25%igen Austauschs von Phenol gegen
NR60 in PF-Harz zu ermitteln.
1.0 OSB-Paneelen-Herstellung1.1 Mischen und Formen:
Die Harze wurden von Neste in den folgenden Formaten geliefert: Neste
PF-Oberflächen-Kontrolle#1, Neste PF Kern-Kontrolle#2 und Neste PF/NR-60-25 % (experimentell).
Drei Gruppen Paneele wurden wie in Tabelle 11 beschrieben hergestellt. Die Kontrollgruppe
(SNC) bestand aus dem Neste Oberflächen-Kontrolle#1-Harz, das zusammen mit kommerziellem
E-Wachs auf die Späne aufgetragen wurde; die Späne wurden anschließend in homogene
Matten mit zufälliger Anordnung geformt. Die erste experimentelle Gruppe (SNE) bestand
aus dem Austausch des Oberflächen Kontroll-Harzes gegen das Neste PF/NR60-25 %-Harz
beim selben Herstellungsverfahren. Die letzte experimentelle OSB-Gruppe (SN) verwendete
Neste PF/NR60-25 % auf den Spänen der Paneelen-Oberfläche und
Neste Kern-Kontrolle#2 auf den Spänen des Paneelen-Kerns. Die SN-Matten bestanden
aus 50/50 Oberflächen-Kern-Zufallskonstrukten.
TABELLE 11: PF- und PF-NR60-HARZ-OSB-TEST5
Alle Harze wurden auf Basis von 3,5 % Feststoffen verwendet. Das kommerzielle
e-Wachs wurde auf Basis von 1 % Feststoffen angewendet. Alle Scheite wurden handgeformt,
um eine Dichte von 39 lb/ft3 zu ergeben, wenn sie auf eine Dicke von
0,5'' gepresst wurden.
Nach dem Pressen wurden die Paneele entfernt, auf 28'' × 28''-Formate
zurechtgeschnitten und anschließend im Hinblick auf die Dicke und die Dichte nach
dem Pressen gemessen.
Nachdem die Messungen durchgeführt worden waren, wurden die Platten
als heiße Stapel getrocknet (hot stacked). Bei Abkühlen wurden die Paneele nach
CSA 0437.2-93 in Bezug auf folgendes untersucht: MOR/MOE, IB, Haftungsdauer (2h-
und 6h-Zyklen), Dickenquellung (24h Einweichen) und lineare Expansion (ODVPS) sowie
Biegefestigkeit.
2.0 Sperrholz-Paneelen-Herstellung2.1 Klebstoffverteilung und Furnierauflage
Der Sperrholzteil dieser Studie umfasste das Kleben und Auflegen von
kommerziellen Kiefer-Furnieren. Zwei Sperrholz-Harze wurden für diese Untersuchung
verwendet. Das erste Harz wurde als Neste PF (Sperrholz-Kontrolle) bezeichnet, während
das zweite als Neste PF/NR 25 (Sperrholz experimentell) bezeichnet wurde.
Die Harze wurden unter Verwendung eines Klebstoff-Spachtels auf die
Furniere aufgebracht. Eine Rate von 35 lbs. pro 1000 ft2 wurde verwendet
und als einzelne Klebstoff-Linie aufgetragen. Die Auflage bestand für jede Paneele
aus zwei Oberflächen-Furnieren parallel zur Maschinenrichtung und zwei Kern-Furnieren
senkrecht zur Maschinenrichtung. Es wurden elf Kontroll-Paneele (Gruppe PNC) und
vier experimentelle Paneele (Gruppe PNE) hergestellt (siehe Tabelle 12).
TABELLE 12: PF- UND NR60-HARZ-SPERRHOLZ-SCHUBTESTS
Während des Auflegens wurde die Verklebungszeit, die Zeit für das
Öffnen der Anlage, die Vorpresszeit und die Zeit für das Schließen der Anlage für
jede Platte gemessen.
Nach dem Pressen wurden die Paneele auf 28'' × 28''-Formate
zugeschnitten und als heiße Stapel getrocknet (hot stacked). Bei Abkühlen wurden
die Paneele untersucht. Die Untersuchung bestand aus der Klebstoffhaftung-Schubuntersuchung
und der Zeitstand-Biegeversuch-Untersuchung.
3.0 Beobachtungen und Ergebnisse
Es wurde annähernd kein Unterschied zwischen der Kontrolle und den
NR-Austausch-Harzen beobachtet. Farbe, Viskosität und Verteilbarkeit schienen für
alle Harze gleich zu sein. Ein geringfügig unterschiedlicher Geruch wurde bei den
NR-Harzen gegenüber den Kontrollen verzeichnet. Dieser Geruch erwies sich jedoch
nicht als durchdringend oder aufdringlich. Daneben schienen alle Harze sich in einer
bestimmten Herstellungs-Situation gleich zu verhalten.
Ein Vergleich der NR-ausgetauschten Harze mit den Kontrollen (SN,
SNE, vs. SNC) zeigte, dass die Biege- und Haftungseigenschaften zwischen den drei
Gruppen gleich war (Tabelle 13). Diese Ergebnisse verweisen insbesondere bei der
Gruppe SN auf ein Abfallen der Haftungsdauer und der linearen Expansion gegenüber
der Kontrolle. Die Gruppe SN zeigte einen Wasserquellungs-Wert, der hinreichend
im Bereich des Maximal-Erfordernisses lag.
Tabelle 13 ZUSAMMENFASSUNG DER PF- UND PF/NR60 25 %-OSB-TESTS
Im Hinblick auf den Sperrholz-Schubtest waren die Ergebnisse sowohl
gegenüber der Standardgruppe als auch gegenüber der Kontrollgruppe besser (Tabelle
14). Eine starke Haftung wurde durch die Schubfestigkeit-Performance unter beiden
Testbedingungen gezeigt. Unter beiden Bedingungen konnten 11 % oder weniger Versagen
dem Klebstoff zugeordnet werden, während maximal 20 % erlaubt ist (89 % Holzversagen
für Gruppe PNE bei Kochen-Trocknen-Kochen). Ein weiterer Indikator für die Stärke
der Daten bestand darin, dass nicht eine PNE-Probe Werte für ein Holz-Versagen von
weniger als 60 % oder 30 % unter beiden Testbedingungen zeigte (100 % beider Erfordernisse
in beiden Testsansätzen erfüllt).
Tabelle 14 ZUSAMMENFASSUNG DER PF- UND PF/NR60 – 25 % HARZ-SPERRHOLZ-SCHUBTESTSBeispiel 10: Verwendung von NR60 in einer Menge von 40 %
bei der Herstellung von OSB-Paneelen
Es wurde eine experimentelle Harzformulierung verwendet, um ausgehend
von vier verschiedenen Proben (markiertes NR60-D, NRB 166, 1°CT und CALCT) vier
40 %-Phenol-Austausch-Harze unter Verwendung von NR60 (Verhältnis von Formaldehyd
zu Phenol 1,6 : 1) herzustellen. Eine Laborkontrolle wurde ebenfalls hergestellt
und als Referenz für die Bewertung aller experimentellen Harze verwendet. NRB ist
ein NR60, welches von Rinde erhalten wird.
Die Performance der formulierten Harze ist durch Untersuchung der
mechanischen Eigenschaften, wie beispielsweise Querzugfestigkeit (IB), Elastizitätsmodul
(MOE), Bruchmodul (MOR, trocken und nass), Torsionsschub, Dickenquellung und Wasserabsorption
von 20 OSB-Platten bewertet worden, die mit den fünf Harzen hergestellt worden waren.
Alle diese Harze wurden unter Verwendung von verschiedenen bestgeeigneten
Standardverfahren charakterisiert, wie beispielsweise Gehalt an Feststoffen, Viskosität,
pH, Gelierzeit und freies Formaldehyd.
Allgemeine Platten-Parameter:
Tabelle 15 zeigt die physikalischen und chemischen Eigenschaften der
Harze, die aus den verschiedenen NR60-40 % Proben (NR60-D, NRB 166, 1°CT und
CALCT) hergestellt worden sind. Die mit der Phenol/Formaldehyd-Kontrolle erhaltenen
Ergebnisse sind zum Zwecke des Vergleichs eingeschlossen. In jedem Fall benötigten
das mit NR60 formulierte Harz 1,5 bis 2,2 % mehr Laugen-Katalysatoren, um ein Harz
mit äquivalentem pH-Wert in Bezug auf die Kontrolle herzustellen. Die pH- und Viskositäts-Werte
von E-F-4-8- und E-F-5-8-Harzen sind der Kontrolle ähnlich, zeigen jedoch weniger
vorteilhafte Eigenschaften für E-F-2-8, und E-F-3-8. Derselbe Faktor gilt für die
Gelierzeit, die mit den vier experimentellen Harzen erhalten wurde, selbst wenn
diese länger benötigten als der Wert der Laborkontrolle.
Tabelle 16 fasst die OSB-Testergebnisse für E-F-2-8 (NR60-D), E-F-3-8
(1°CT), E-F-4-8 (CALCT) und E-F-5-8 (NRB166) im Vergleich zu E-F-1-8 (Laborkontrolle)
zusammen. Die Ergebnisse in Bezug auf die Querzugfestigkeit und den Torsionsschub
sind geringer als die der Kontrolle. MOE- und MOR-Werte (trocken und nass) sind
der Kontrolle ähnlich. Für die Dickenquellung und die Wasserabsorption waren die
Ergebnisse ebenfalls geringer als für die Kontrolle, außer bei E-F-4-8 (CALCT),
welches bessere Werte ergab.
Folgerung
Von allen Harzen führte E-F-4-8 (CALCT-Öl) zu den besten Ergebnissen.
Die anderen drei wiesen geringere Ergebnisse in fast jedem Test auf.
Tabelle 15: Physikalische und chemische Eigenschaften der Harze E-F-1-8,
E-F-2-8, E-F-3-8, E-F-4-8 und E-F-5-8Tabelle 16: Mechanische Eigenschaften der Harze E-F-1-8, E-F-2-8, E-F-3-8,
E-F-4-8 und E-F-5-8,Literaturhinweise:
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made whith a lignin-based adhesive. Forest Prod. J. Vol. 29, S. 39-43.
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Anspruch[de]
Bearbeitetes natürliches Harz, umfassend:
i) einen Gehalt an freiem Phenol von 0,001 % bis 0.1 % (Gew./Gew.);
ii) einen Gesamtgehalt an phenolischen Substanzen von 64 % bis 73 % (Gew./Gew.);
iii) einen rauchigen Geruch;
iv) einen Gehalt an Säuren von bis zu 5 (Gew./Gew.),
v) einen Gehalt an Carbonylverbindung von zwischen 22-27 % (Gew./Gew.).
Verfahren zur Herstellung des bearbeiteten natürlichen Harzes gemäß
Anspruch 1, bei dem man:
i) einen Produkt-Dampfstrom von einem Biomasse-Reaktor für schnelle Pyrolyse erhält;
ii) den Produkt-Dampfstrom einem ersten schnellen Abschreckschritt aussetzt, sodass
eine erste Gruppe von Bestandteilen aus dem Produkt-Dampfstrom entfernt wird, wodurch
ein ausgewählter Produkt-Dampfstrom erzeugt wird; und
iii) den ausgewählten Produkt-Dampfstrom einem zweiten schnellen Abschreckschritt
aussetzt, um ein Produkt herzustellen;
iv) das Produkt bearbeitet, um den Gehalt an organischer Säure zu reduzieren, wodurch
das bearbeitete natürliche Harz hergestellt wird.
Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehalt
an organischer Säure durch Mischen des Produktes mit Wasser entfernt
wird, es erlaubt wird, dass eine Phasentrennung auftritt, und eine Ölfraktion gewonnen
wird, wobei die Ölfraktion das bearbeitete natürliche Harz (NRP) umfasst.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung, umfassend:
bis zu 40 % (Gew./Gew.) eines bearbeiteten natürlichen Harzes gemäß Anspruch 1;
Phenol oder Harnstoff, oder Phenol und Harnstoff;
und Formaldehyd.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung, umfassend:
bis zu 60 % (Gew./Gew.) eines bearbeiteten natürlichen Harzes gemäß Anspruch 1;
Phenol oder Harnstoff, oder Phenol und Harnstoff; und
Formaldehyd.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung gemäß den Ansprüchen 4 oder 5, dadurch
gekennzeichnet, dass das molare Verhältnis von Formaldehyd/Phenol (F/P) zwischen
10 : 1 und 1,5 : 1 beträgt.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
dass das molare Verhältnis von Formaldehyd/Phenol (F/P) zwischen 2,5 : 1 und 1,5
: 1 beträgt.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
dass das molare Verhältnis von Formaldehyd/Phenol (F/P) etwa 1,8 : 1 beträgt.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung gemäß Anspruch 4, in der bis zu 60 %
des Phenolgehaltes durch das bearbeitete natürliche Harz ersetzt sind.
Adhäsive Harz-Zusammensetzung gemäß Anspruch 5, in der 100 % des Phenolgehaltes
durch ein bearbeitetes natürliches Harz ersetzt sind.
Natürliche Harz-Zusammensetzung, umfassend:
ungefähr 50 % eines bearbeiteten natürlichen Harzes gemäß Anspruch 1; und
ungefähr 50 % eines natürlichen Harzes, wobei das natürliche Harz hergestellt wird,
indem man:
i) einen Produkt-Dampfstrom von einem Biomasse-Reaktor für schnelle Pyrolyse erhält;
ii) den Produkt-Dampfstrom einem ersten schnellen Abschreckschritt aussetzt, sodass
eine erste Gruppe von Bestandteilen aus dem Produkt-Dampfstrom entfernt wird, wodurch
ein ausgewählter Produkt-Dampfstrom erzeugt wird; und
iii) den ausgewählten Produkt-Dampfstrom einem zweiten schnellen Abschreckschritt
aussetzt, um das natürliche Harz herzustellen.
Plattenerzeugnis, das die das bearbeitete natürliche Harz umfassende
adhäsive Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 4 bis 10 enthält.
Plattenerzeugnis gemäß Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das
Plattenerzeugnis ausgewählt ist aus:
Schichtholz, Sperrholz, Spanplatte, hochdichte Spanplatte, Platte mit ausgerichteten
Spänen („oriented strand board"), mitteldichte Faserplatte, Hartfaserplatte
oder Wafer-Platte.
Plattenerzeugnis mit ausgerichteten Spänen („oriented strand")
gemäß Anspruch 13, das ein das bearbeitete natürliche Harz enthaltendes Klebemittel
mit einem F/P-Verhältnis von 1,8 : 1,0 umfasst.
Verwendung einer das bearbeitete natürliche Harz enthaltenden adhäsiven
Zusammensetzung gemäß einem der Ansprüche 4 bis 10 bei der Herstellung eines Plattenerzeugnisses.
Verwendung gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Plattenerzeugnis
ausgewählt ist aus: Schichtholz, Sperrholz, Spanplatte, hochdichte Spanplatte, Platte
mit ausgerichteten Spänen („oriented strand board"), mitteldichte Faserplatte,
Hartfaserplatte oder Wafer-Platte.