TECHNISCHER HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Erfindung betrifft ein System zur Verteilung von Audio- und Video-Dateien,
welches eine zentrale Datenbank mit Audio- oder Video-Dateien, lokale Verarbeitungsmittel
zum Verarbeiten und Wiedergeben solcher Dateien und ein Übertragungsnetzwerk für
die Übertragung von solchen Dateien von der zentralen Datenbank an die lokalen Verarbeitungsmittel
umfasst.
Ein vergleichbares System ist weitbekannt, insbesondere im Bereich
des „Internets", unter anderem aus der WO 96/17451, in welcher ein System
zur Verteilung von Audio-„Clips" über ein Multimedianetzwerk beschrieben
ist. Die lokalen Verarbeitungsmittel werden von einem PC gebildet, der von Verarbeitungs-
und Wiedergabe-Software für Audio gesteuert wird. Die DE-A-44 40 419 beschreibt
ein Verfahren zur Auswahl von Daten aus einer Audia/Video-Datenbank.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Die vorliegende Erfindung schlägt eine Anzahl von Massnahmen zum Anpassen
eines Systems zur Verteilung von Audio (oder Video) über ein Übertragungsnetzwerk
zur Anwendung als Verteilungsmittel für beispielsweise verschiedene Hintergrundmusiken
in Läden, Restaurants, Wartezonen, etc. vor. Bis jetzt ist zu diesem Zweck ein Dienst
genutzt worden, der, wenn jemand Teilnehmer dieses Dienstes ist, Kassettenbänder
oder CDs von einem zentralen Punkt über körperliche Post an die teilnehmenden Läden
verteilt. Ein wesentlicher Punkt ist hier, dass die in den Läden etc. gespielte
Musik in regelmässiger Weise gewechselt und „aufgefrischt" werden muss. In
manchen Fällen ist eine ziemlich ausgewogene Sammlung an Musik gewünscht, die an
die Tageszeit angepasst ist, an die Jahreszeit angepasst ist, etc. Vertriebsketten
wünschen es zudem, dass die abgespielte Musik in allen Verkaufsstätten gleich ist.
„Freie" Läden möchten auch in der Wahl ihrer Hintergrundmusik frei sein.
Die Erfindung umfasst daher ein System zur Verteilung von Audio- und
Video-Dateien, insbesondere, aber nicht ausschliesslich, zur Lieferung von Musik
(oder Audio) in Läden, etc., in einem zentralen Server mit einer zentralen Datenbank
mit Audio- und Video-Dateien, und mit lokalen Klienten des Dienstes, nämlich Läden,
etc., lokale Verarbeitungsmittel zum Verarbeiten und Spielen der Dateien und ein
Übertragungsnetzwerk zur Übertragung der Dateien von der zentralen Datenbank an
die lokalen Verarbeitungsmittel. Das System gemäss der Erfindung umfasst einen Prozessor
zur Auswahl von einer Auswahl von Dateien aus der Datenbank durch das Mittel eines
Auswahlalgorithmus und Speichern dieser Auswahl in einer Auswahldatei, sowie für
das Übertragen von sowohl der Auswahldatei als auch den ausgewählten Dateien selber
über das Übertragungsnetzwerk zu den lokalen Verarbeitungsmitteln eines Teilnehmers,
wobei die lokalen Auswahlmittel die ausgewählten Dateien unter Steuerung der Auswahldatei
spielen können.
Falls das System gemäss der Erfindung beispielsweise in Verkaufsstellen
einer Kette angewandt wird, in denen zu jedem Tageszeitpunkt die gleiche Musik gespielt
werden sollte, ist es ausreichend, dass der Teilnehmer – der Filialleiter
– das lokale Verarbeitungssystem ohne weiteren Einfluss auf das durch das
Verarbeitungssystem gespielte Repertoire ein- und ausschalten kann.
Das Repertoire wird vorzugsweise periodisch aufgefrischt. Dateien
von der lokalen heruntergeladenen Sammlung werden dann durch andere Dateien aus
einer zentralen Datenbank ersetzt. Das Herunterladen von einer Stunde Musik nimmt
bei heutigen Übertragungsmitteln eine halbe Stunde in Anspruch. Durch wiederholtes
Auffrischen der lokalen Dateien behält die wiedergegebene Musik ihre Anziehungskraft
für Besucher (für die sie natürlich vorgesehen ist). Bei solch einem periodischen
Auffrischungsmechanismus ersetzt der Prozessor unter Steuerung des Auffrischungsalgorithmus
in periodischer Weise einen Teil der Sammlung der lokalen Dateien durch neue Dateien,
die wiederum (unter Steuerung des Auswahlalgorithmus) aus der Datenbank ausgewählt
werden müssen und die über die Übertragungsmittel zu übertragen sind.
Das System gemäss der Erfindung kann für die Verteilung von Audio
oder Video an Läden, etc. vorgesehen sein, wo – wie in dem vorausgegangenen
Konzept – sie lokal nicht frei in der Wahl der gespielten Musik sind, oder
wo sie – im Gegensatz zu dem Voranstehenden – lokal frei sind, eine
Wahl aus verschiedenen heruntergeladenen Sammlungen zu machen. Bei der letztgenannten
Option wählt der Prozessor auf der Basis von einer oder mehrerer Auswahlalgorithmen
verschiedene Sammlungen von Dateien und speichert diese Sammlungen in verschiedenen
Auswahldateien, die an die lokalen Verarbeitungsmittel über das Übertragungsnetzwerk
übertragen werden. Die lokalen Verarbeitungsmittel umfassen bei diesem bevorzugten
Ausführungsbeispiel der Erfindung eine lokale Auswahlvorrichtung zur Auswahl gemäss
den Wünschen des Teilnehmers aus einer von den verschiedenen Auswahldateien. In
diesem Fall hat der Ladenbesitzer, etc. verschiedene Sammlungen von Musik zu seiner
Verfügung, aus denen er wählen kann.
Bei der zuletztgenannten Option bestehen verschiedene
lokale Sammlungen von Dateien mit in der Gesamtheit (viel) mehr Dateien als bei
der Option, in der lokal keine Wahl der Sammlungen gemacht werden könnte. Das „Wiederauffrischen"
der Sammlungen ist hier ein grösseres Problem, weil die Zeit und Ressourcen, die
dafür notwendig sind, begrenzt sind. Ein beträchtlicher Gewinn an Zeit und Ressourcen
kann erhalten werden, wenn die lokale Auswahlvorrichtung die Auswahlen, die von
dem Teilnehmer gemacht werden, in einer Log-Datei speichert und der zentrale Prozessor
diese Log-Datei über das Übertragungsnetzwerk ausliest und unter seiner Steuerung
ein Teil der tatsächlich benutzten Auswahlen oder individuelle Dateien durch neue
aus der Datenbank ausgewählte Dateien ersetzt. Die Erfindung wird nun unter Bezugnahme
auf einige Figuren näher beschrieben.
BESCHREIBUNG DER FIGUREN
1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung. Eine zentrale Datenbank 1 arbeitet mit einem Computer
4 zusammen oder ist in diesem enthalten. In der. Datenbank 1 ist
eine grosse Sammlung von (beispielsweise MPG- oder JPG-codierten) Audio- (oder Video-)
Dateien gespeichert. Es bestehen (Unter-)Sammlungen von verschiedenen Musikrichtungen,
von mittelalterlicher Kammermusik über zeitgenössische Popmusik bis hin zu Musik
aus den verschiedensten Teilen der Welt. Der über das beschriebene System angebotene
Dienst besteht darin, dass Teilnehmer eine Auswahl aus der gesamten Bandbreite der
Musik (dasselbe gilt natürlich für Video) über einen zentralen Auswahlalgorithmus
machen können, welche Auswahl, nachdem sie über das Übertragungsnetzwerk
3 heruntergeladen worden ist, lokal am Orte des Teilnehmers gespielt werden
kann. Weiterhin umfasst die Erfindung, dass die ausgewählten Dateien (Musikstücke)
in regelmässiger Weise durch andere Stücke ersetzt werden, wobei die Auswahlregeln
berücksichtigt werden, die von dem Auswahlalgorithmus vorgegeben sind. Durch letzteren
bleiben die ausgewählten Musikrichtungen allgemein dieselben, aber die Musikstücke
werden innerhalb dieser Richtungen ersetzt. Bei dem Ersatz der Musikstücke wird
sichergestellt – durch einen Auffrischungsalgorithmus – dass eine genügend
grosse Kohärenz (Musikrichtung) und Veränderung zwischen einem ersetzenden Musikstück
und dem musikalischen Zusammenhang besteht, in welchen es gesetzt wird. Dies gilt
auch für den Auswahlalgorithmus; Auswahlalgorithmus und Wiederauffrischungsalgorithmus
sind daher in grossen Masse kongruent.
Die in den Zentralcomputer 4 geladene Software umfasst einen
Auswahlalgorithmus, mit dem unter Einsatz von Auswahldaten, wie Musikrichtung, Komponist,
Instrumentierung, etc. eine Auswahl von Dateien (Musikdateien) aus der Datenbank
ausgewählt wird. Die Dateidaten (wie Nummern der Dateien) der ausgewählten Dateien,
werden in einer Auswahldatei (eine sogenannte „Abspielliste" oder „Playlist")
5 gespeichert. Dann werden die ausgewählten Dateien und eine Kopie der
Auswahldatei 5' über das Übertragungsnetzwerk 3 an den lokalen
Computer 2 des Teilnehmer übertragen und dort gespeichert (1',
5'). Unter Steuerung der Auswahldatei 5' können die ausgewählten
Dateien 1' dann über eine Audioeinrichtung 6 gespielt werden.
In diesem Konzept kann der lokale Benutzer nur zwischen Spielen und Nichtspielen
der übertragenen Musikstücke 1' wählen, unter Steuerung der Datei
5'. Dieses Konzept ist insbesondere sinnvoll für Filialketten usw. mit
einer gleichförmigen Firmenkultur (Corporate Identity), die (Hintergrund-) Musik
umfasst.
Der Prozessor, d.h. der Computer 4 mit der geladenen Software,
ersetzt unter Steuerung eines Auffrischungsalgorithmus periodisch einen Teil der
Sammlung der ausgewählten Dateien und die an die lokalen Verarbeitungsmittel übertragen
worden sind durch Dateien, die erneut aus der Datenbank ausgewählt worden sind.
Wie schon gesagt, wird sowohl die richtige Musikrichtung berücksichtigt (die neuen
Dateien müssen aus der Teilmenge derselben Musikrichtung wie die alte Datei stammen)
als es wird auch auf die Veränderung unter anderem den Komponisten und ausführenden
Musikern geachtet.
Falls es gewünscht ist, im Gegensatz zum Einsatz bei Filialketten
mit vollständig gleichförmiger Darstellung, dass die lokalen Teilnehmer selber eine
Wahl vorsehen können aus einer Abfolge von Musiksammlungen (5'), die alle
gemäss einer gewissen Logik zusammengestellt worden sind (durch einen Auswahlalgorithmus),
wird die Architektur der 1 durch die der
2 ersetzt. In der Architektur der 2
wählt der Prozessor 4 durch einen oder mehrere verschiedene Auswahlalgorithmen
verschiedene Sammlungen von Dateien und speichert diese Sammlungen in verschiedenen
Auswahldateien („Playlists"), die allgemein als 5'' bezeichnet werden.
Diese Auswahldateien 5'' werden über das Übertragungsnetzwerk
3 an den lokalen Prozessor 2, zusammen mit den ausgewählten Dateien,
übertragen. In dieser Architektur bestehen daher mehr als in dem vorausgegangenen
Ausführungsbeispiel. Die lokalen Verarbeitungsmittel 2 umfassen eine lokale
Auswahlvorrichtung zur Auswahl einer Auswahldatei gemäss dem Wunsch des Teilnehmers
aus den verschiedenen heruntergeladenen Auswahldateien (hier als 5''' bezeichnet).
Die besagte lokale Auswahlvorrichtung gehört vorzugsweise zu der Software, die auf
den lokalen Computer 2 geladen ist. Durch einen Schirm und eine Maus/Tastatur
kann eine freie Auswahl aus einer der heruntergeladenen „Playlists"
5 getroffen werden. Weil bei dieser Option sehr viel mehr Dateien heruntergeladen
worden sind, erfordert das Wiederauffrischen eine höhere Kapazität.
Insbesondere wenn die Anzahl der Dateien wesentlich ist, kann das
wiederholte Auffrischen ein Problem werden. Hier können die folgenden Massnahmen
getroffen werden.
Die lokale Auswahlvorrichtung, die in dem Computer 2 eingebaut
ist, speichert die aufeinanderfolgenden Auswahlen, die von dem Teilnehmer gemacht
werden, in einer „Log-Datei" 7. Der zentrale Prozessor
4 liest in periodischer Weise über das Übertragungsnetzwerk diese Auswahlen,
die in der Log-Datei gespeichert sind. Unter Steuerung der hochgeladenen Log-Datei
7' und einem Auffrischungsalgorithmus ersetzt der Zentralprozessor in periodischer
Weise einen Teil, einige Dateien, der Auswahldateien in dem lokalen Verarbeitungsmittel
2 durch die erneute Auswahl von Dateien aus der zentralen Datenbank
1. Auch wird die betroffene Auswahldatei aus dem Satz 5'' editiert.
Die neuen Dateien und die überarbeitete Auswahldatei werden dann an den lokalen
Computer 2 gesandt. Der Computer 2 ersetzt die alten Dateien in
1' und die alte „Playlist" in 5''' durch neue. Durch Einsatz
einer Log-Datei je Teilnehmer kann die Anzahl der wieder aufzufrischenden Dateien
in beträchtlicher Weise reduziert werden, insbesondere in Bezug auf die lokalen
Dateien, die tatsächlich durch den Teilnehmer gewählt worden sind.