Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Bestimmung mindestens
einer Verbrennungsgröße eines Verbrennungsvorgangs im Brennraum eines Verbrennungsmotors
bei dynamischem Motorbetrieb, bei dem ein während des Verbrennungsvorgangs im Brennraum
infolge einer Prüfspannung erzeugtes Ionisationssignal ausgewertet wird. Sie bezieht
sich weiter auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, bei dem bei der Bestimmung zumindest einer Verbrennungsgröße
eines Verbrennungsvorgangs im Brennraum eines Verbrennungsmotors auch Querempfindlichkeiten
infolge sich verändernder Betriebszustände, insbesondere infolge des dynamischen
Motorbetriebs entstehende Geometrieeinflüsse, berücksichtigt werden. Des Weiteren
soll eine zur Durchführung des Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung angegeben
werden.
Bezüglich des Verfahrens wird diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst
durch die Merkmale des Anspruchs 1. Dazu wird ein Ionisationssignal, das aus einer
während des Verbrennungsvorgangs im Brennraum durchgeführten Ionisationsmessung
erzeugt oder abgeleitet wird, mittels eines die dynamische Änderung der Brennraumgeometrie
berücksichtigenden Werteverlaufes korrigiert.
Vorteilhafte Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand der auf
den Anspruch 1 rückbezogenen Unteransprüche. So ist der Werteverlauf zweckmäßigerweise
die inverse Funktion eines in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel für unterschiedliche
Flächenelemente des Brennraums bestimmten Gesamtleitwertes des sich über die Zeit
im Brennraum verteilenden oder ausbreitenden ionisierten Brenngases bei konstantem
spezifischem Leitwert der Verbrennungsgase.
Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass die Ionisationsmessung
auch bei gleich bleibendem Luft-Brennstoff-Verhältnis und damit auch bei gleich
bleibender Luftzahl beeinflusst wird durch die betriebsbedingte dynamische Änderung
der Brennraumgeometrie. So ist erkanntermaßen der messbare Ionisationsstrom von
der beispielsweise durch die Mittelelektrode der Zündkerze des Brennraums gebildeten
Anode zur durch die Massefläche des Brennraums gebildeten Kathode nicht nur vom
Leitwert der ionisierten Brenngase abhängig. Vielmehr besteht auch eine Abhängigkeit
vom Abstand der einzelnen Flächensegmente oder -elemente zwischen der Anode und
der Kathode sowie von der Größe dieser Flächen. Zur die Massefläche des Brennraums
bildenden Kathode gehört bei einem Verbrennungsmotor auch der Kolben, dessen Abstand
zur Anode sich während des Motorbetriebs zyklisch verändert. Die Kolbenbewegung
beeinflusst weiterhin die Größe der als Kathode zur Verfügung stehenden Zylinderwand.
Die als Kathode zur Verfügung stehende Massefläche des Brennraums
lässt sich dabei unterteilen in ortsfeste und ortsveränderliche Flächenelemente.
Ortsfeste und hinsichtlich deren Größe unveränderliche Flächenelemente
sind die durch die Mittelelektrode der Zündkerze gebildete Anode und der Zylinderdeckel
des Brennraums. Die ortsveränderlichen Flächenelemente lassen sich wiederum unterteilen
in hinsichtlich deren Größe unveränderliche Flächenelemente, wie der Kolbenboden,
und in Flächenelemente mit veränderlicher Größe, wie die Zylinderwand.
Durch Ermittlung des funktionalen Zusammenhangs des Leitwertes des
ionisierten Brenngases im Brennraum in Zeitabhängigkeit vom sich ändernden Kurbelwinkel
– bezogen auf die einzelnen Flächenelemente – lässt sich der mit der
dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie verändernde Gesamtleitwert als Funktion
des Kurbelwinkels bestimmen. Diese brennraumspezifische Funktion spiegelt somit
für diesen speziellen Brennraum dessen charakteristische dynamische Geometrieänderung
wider. Durch Invertieren dieser vorzugsweise normierten Funktion ist dann ein Werteverlauf
mit dem jeweiligen Kurbelwinkel zugeordneten Korrekturwerten gegeben. Wird nun dieser
Werteverlauf mit dem spezifischen Leitwert des ionisierten Brenngases im Brennraum
gewichtet, insbesondere multipliziert oder verrechnet, so wird der Einfluss der
dynamischen Geometrieänderungen des Brennraums im Motorbetrieb auf das aktuell gemessene
Ionisationssignal eliminiert oder zumindest erheblich reduziert.
Bezüglich der Vorrichtung wird die genannte Aufgabe erfindunggemäß
gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 8. Zweckmäßige Ausgestaltungen sind Gegenstand
der hierauf rückbezogenen Unteransprüche.
Der den funktionalen oder invers funktionalen Zusammenhang zwischen
Leitwert und Kurbelwinkel und damit die Brennraumgeometrie berücksichtigende Werteverlauf
wird zweckmäßigerweise nach Art einer Korrekturfunktionsmatrix in einem vorzugsweise
mehrschichtigen Register hinterlegt. Dabei spiegelt jeder Werteverlauf dieser Matrix
eine spezifische Brennraumgeometrie wider. Ein anhand des während einer Ionisationsmessung
gleichzeitig erfassten Kurbelwinkels aus dem Register abgerufenes oder ausgelesenes
Korrektorsignal in Form des brennraumspezifischen Werteverlaufs wird mit dem bei
der Ionisationsmessung generierten Ionisationssignal verrechnet. Das somit hinsichtlich
der Einflüsse der Änderung der Brennraumgeometrie korrigierte Ionisationssignal
wird zur Auswertung der gewünschten Verbrennungsgrößen herangezogen.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin,
dass durch eine Korrektur des während einer Ionisationsmessung im Brennraum eines
Verbrennungsmotors ermittelten Ionisationssignals mit einer die dynamische Änderung
der Brennraumgeometrie berücksichtigenden Werteverlauf einer brennraumspezifischen
Korrekturfunktion unerwünschte Querempfindlichkeiten bei der Bestimmung von charakteristischen
Verbrennungsgrößen zumindest erheblich reduziert werden. Dadurch ist insgesamt eine
die aktuellen Gegebenheiten zuverlässig angebende Regel- oder Steuergröße bereitgestellt,
die ihrerseits für die Generierung zuverlässiger Stellgrößen einer Verbrennungsregelung
herangezogen werden kann.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer
Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
1 schematisch ein Schaltbild zur Erzeugung
und Auswertung eines Ionisationssignals,
2 in einem Spannungs-Zeit-Diagramm den
Verlauf des Ionisationssignals infolge eines Prüf- oder Spannungsimpulses während
eines den Arbeitstakt eines Verbrennungsmotors charakterisierenden Verbrennungsvorgangs,
3a, 3b
schematisch unterschiedliche Brennraumgeometrieen eines Kolbenzylinders am oberen
bzw. am unteren Totpunkt,
4a, 4b
in einem Leitwert-Winkel-Diagramm Funktionsverläufe des flächenspezifischer Leitwerte
bzw. ein zum normierten Gesamtverlauf inverser Funktionsverlauf, und
5 schematisch ein Signalflußverlauf mit
Funktionsbausteinen zur Bestimmung aktueller Verbrennungsregelgrößen anhand eines
korrigierten Ionisationssignals.
Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen
Bezugszeichen versehen.
Gemäß 1 weist ein Verbrennungsmotor
1 mindestens einen nachfolgend als Brennraum 2 bezeichneten Zylinder
mit darin beweglichem Kolben 3 und mit einer Zündkerze 4 auf.
Eine Zündspuleneinheit 5 mit einer Primärwicklung 5a und einer
Sekundärwicklung 5b wird primärseitig von einem Unterbrecherkontakt
6 geschaltet. Während einer nachfolgend als Verbrennungsvorgang bezeichneten
Verbrennungsphase wird an der Zündkerze 4 zunächst von der Zündspuleneinheit
5 ein Zündimpuls Z und diesem gegenüber zeitverzögert von einem Impulsgenerator
7 ein Prüf- oder Spannungsimpuls P erzeugt.
2 zeigt in einem Spannungs-Zeit-Diagramm
den Zündimpuls Z und den zeitlich diesem nachfolgenden, vorzugsweise rechteckförmigen,
strichliniert dargestellte elektrische Prüfspannung P. Diese kann
eine impulsartige Spannung in Form eines Spannungsimpulses oder ein zeitlich vergleichsweise
lange andauerndes Spannungssignal. Während die Zündspannung des Zündimpulses Z zum
Zeitpunkt t0 etwa 15kV beträgt, liegt die Amplitude U0 der
rechteckförmigen Prüfspannung P zwischen 100V und 1000V. Diese Spannung oder Spannungsamplitude
U0 wird mittels des Impulsgenerators 7 vor einem Messwiderstand
Rm während einer Impulsdauer t2–t1 = &Dgr;t
auf einem konstanten Wert von vorzugsweise U0 = 600 V gehalten.
Der dem Impulsgenerator 7 nachgeschaltete Messwiderstand
Rm ist über eine Messleitung 8 an eine Kontaktstelle
9 mit einer zur Zündkerze 4 führenden Zündleitung 10
geführt. Infolge der während der Verbrennung der Brenngase im Brennraum
2 auftretenden Ionisation fließt über den Messwiderstand Rm
ein Ionisationsstrom Im, der nach dem Ohm'schen Gesetz zu einem entsprechenden
Spannungsabfall am Messwiderstand Rm führt (Um = Rm·Im).
Die in Stromflussrichtung hinter dem Messwiderstand Rm abgreifbare Messspannung
Um, deren in 2 gezeigter Verlauf nachfolgend
als Ionisationssignals Is bezeichnet wird, ist proportional zum Ionisationsstrom
Im. Der sich abhängig von der jeweiligen Zusammensetzung des Luft-Brennstoff-Gemisches
(A/F) im Brennraum 2 über die Dauer der Prüfspannung oder des Prüfimpulses
P im Zeitintervall &Dgr;t ergebende zeitabhängige Verlauf der Messspannung Um
wird über den Messwiderstand Rm in einer Auswerteschaltung
11 erfasst. Gleichzeitig ist die zwischen dem Impulsgenerator
7 und dem Messwiderstand Rm abgegriffene rechteckförmige Prüfspannungs
P ebenfalls an die Auswerteschaltung 11 geführt.
Zur Erfassung des Zündzeitpunkts t0 ist der Impulsgenerator
7 über eine Signalleitung 12 an den Unterbrecherkontakt
6 oder an die Zündspuleneinheit 5 geführt. Zur Entkopplung der
Sekundärwicklung 5b der Zündspuleneinheit 5 vom Spannungsimpuls
P sind in die die Sekundärwicklung 5b mit der Zündkerze 4 verbindende
Zündleitung 10 im Ausführungsbeispiel zwei spannungsabhängige Widerstände
Rs geschaltet. Dadurch ist gewährleistet, dass einerseits der Zündimpuls
Z an die Zündkerze 4 und andererseits der Prüfimpuls bzw. die Prüfspannung
P zeitlich nach dem Zündimpuls Z zur Zündkerze 4 gelangt. Die Auswerteschaltung
11 erhält zudem einen elektrischen Sollwert SL. Dieser entspricht
einem für den Motorbetrieb gewünschten Lambda-Sollwert mit &lgr; = 0,8 bis &lgr;
= 1,3, beispielsweise &lgr; = 1.
Die Spannungshöhe oder -amplitude U0 der Prüfspannung P
ist an den strichliniert angedeuteten elektrischen Widerstand RI der
innerhalb des Brennraums 2 gebildeten Ionisationsstrecke angepasst. Dabei
ist die Spannungsamplitude U0 der Prüfspannung P derart gewählt, dass
in allen Motor- oder Betriebszuständen eine Messung des Ionisationsstroms Im
bzw. der Ionisationsspannung Um und damit des Ionisationssignals IS
im linearen Bereich des sich aus der Strom-Spannungs-Abhängigkeit ergebenden Funktionsverlaufs
erfolgt.
Der sich durch diese Ionisationsmessung ergebende zeitliche Verlauf
des Ionisationssignals IS ist in 2 für einen
Lambda-Wert von &lgr; = 1 gezeigt. Der zugehörige Ionisationsstrom Im
ergibt sich dann gemäß der Beziehung Im = Um·L, wobei
L der dem reziproken elektrischen Widerstand RI entsprechende Leitwert
des ionisierten Brenngases ist (L = RI–1).
Bei einer aktuellen Ionisationsmessung während des Zeitintervalls
&Dgr;t ergibt sich dieser funktionale Zusammenhang aus dem von der Auswerteschaltung
11 erfassten zeitlichen Verlauf des am Messwiderstand Rm bewirkten
Spannungsabfall infolge des über die Ionisationsstrecke fließenden Ionisationsstroms
Im. Die Ionisationsstrecke ist dabei durch die Reihenschaltung aus dem
Messwiderstand Rm und der Zündkerze 4 sowie dem elektrischen
Widerstand RI des im Brennraum 2 ionisierten Brennstoffs gebildet.
An diese Ionisationsstrecke ist die Prüfspannung P gelegt.
Die Auswerteschaltung 11 vergleicht den jeweiligen Ist-Wert
des Ionisationsssignals IS mit dem voreingestellten elektrischen Sollwert
SL und berechnet für den folgenden Zündvorgang eine Anzahl von Stellgrößen
S1...n. Beispielsweise wird eine Stellgröße S1 für eine die
Zufuhr von Luft A in den Brennraum 2 einstellende Drosselklappe
13, eine Stellgröße S2 für ein die Zufuhr von Brennstoff F in
den Brennraum 2 einstellendes Einspritzsystem 14 und/oder eine
weitere Stellgröße S3 ermittelt, die über eine Signalleitung
15 zur Verstellung des Zündzeitpunkts an den Unterbrecherkontakt
6 geführt ist. Mittels eines Zündverteilers 16 werden die Zündimpulse
Z und die Prüfspannung P zeitlich nacheinander an weitere vorhandene Brennräume
2 des Verbrennungsmotors 1 gelegt.
Um bei der Auswertung des Ionisationssignals IS die dessen
Verlauf beeinflussende dynamische Änderung der Brennraumgeometrie zu berücksichtigen,
erfolgt eine Korrektur des aktuell erfassten Ionsisationssignals IS.
Hierzu wird zunächst ein für den vorliegenden Brennraum 2 charakteristischer
Werteverlauf ermittelt. Dieser charakterisiert oder beschreibt die für diesen Brennraum
2 spezifische Brennraumgeometrie und deren dynamische Änderung während
des Motorbetriebs. Hierzu werden die erkanntermaßen bestehenden physikalischen Abhängigkeiten
zur Auswertung der Luftzahl &lgr; einer Verbrennung mittels der vorbeschriebenen
Ionisationsmessung genutzt.
So ergibt sich aus dem Mischungsverhältnis von Verbrennungsluft
A zu Kraft- oder Brennstoff F und somit aus dem Luft-Brennstoff-Verhältnis A/F die
Luftzahl &lgr; der Verbrennung. Aus dieser wiederum ergibt sich die zugehörige Verbrennungstemperatur,
deren Proportionalität zur Ionisation des Gemischen A/F durch die Richardson-Gleichung
mathematisch beschreibbar ist. Die Ionisation wiederum bestimmt den Leitwert L =
RI–1 des Verbrennungsplasmas. Dieser Leitwert L lässt
sich aus über die aktuelle Messspannung Um aus dem Ionisationsstrom Im
und damit aus dem Ionisationssignal IS nach der oben genannten Beziehung
mathematischen bestimmten. Somit ist durch die Ionisationsmessung jeder der vorgenannten
Verbrennungsgrößen, insbesondere auch die Luftzahl &lgr;, bestimmbar. Diese wiederum
repräsentiert – je nach Abweichung vom Wert &lgr; = 1 – in Richtung
zu niedrigeren Lambda-Werten ein überstöchiometrisches und in Richtung zu größeren
Lambda-Werten ein unterstöchiometrisches Gemischverhältnis.
Einfluss hierauf hat jedoch auch die geometrische Anordnung der Elektroden
für die Erzeugung des Zündimpulses Z im Brennraum 2. Bei deren Spannungsbeaufschlagung
mit der Prüfspannung P und die zeitfolgerichtige Messung des Ionisationsationsstroms
Im kann der Leitwert L des Plasmas und damit die Ionisation quantifiziert
werden. Zur Berücksichtung dieser geometrischen Anordnung der Elektroden und deren
dynamische Änderung infolge der sich betriebsbedingt ändernden Brennraumgeometrie
wird zur Bestimmung des Leitwertes L der ionisierten Verbrennungswolke im Brennraum
2 zusätzlich zur Messung des Ionisationsstroms IM aus der Messung
des Spannungsverlaufs der über den Messwiderstand Rm erfassten Messspannung
UM auch die Geometrie des Brennraums 2 zu jedem Zeitpunkt innerhalb
des Zeitintervalls &Dgr;t = t2 – t1 einbezogen.
Mit Bezug auf die 3a und 3b
kann hierzu als Anode beim Verbrennungsmotor 1 die Mittelelektrode ZA
der Zündkerze 4 verwendet werden. Als Kathode ist dann die gesamte Massefläche
des Brennraums 2 anzusehen. Hierzu gehört auch der Kolben 3, dessen
Abstand zur Anode ZA sich zyklisch verändert. Dabei beeinflusst die Kolbenbewegung
die Größe der als Kathode zur Verfügung stehenden Zylinder- oder Brennraumwand des
Brennraums 2. Diese betriebsbedingte Änderung der Brennraumgeometrie und
die sich daraus ergebenden Unterschiede für die Ionisationsmessung sind in den
3a und 3b verdeutlicht
durch den oberen Totpunkt bzw. den unteren Totpunkt des Kolbens 3 innerhalb
des Zylinders oder Brennraums 2.
Unter Berücksichtigung der Annahme, dass sich die ionisierten Gase
im Brennraum 2 nach erfolgter Zündung gleichmäßig verteilen, ist der Stromfluss
von der Anode ZA zur durch die gesamte Massefläche des Brennraums
2 gebildeten Kathode sowohl vom Leitwert L der ionisierten Gase als auch
vom Abstand der einzelnen von der Anode ZA und der Kathode gebildeten
Flächensegmente oder -elemente sowie von derer Größe dieser Flächenelemente abhängig.
Zur Berechnung des Gesamtstromflusses können die Stromflüsse zu den einzelnen Flächenelementen
überlagert werden. Diese wiederum können in ortsfeste und ortsveränderliche unterteilt
werden. So sind die Anode ZA und der Zylinderdeckel ZD ortsfeste
und sich im dynamischen Motorbetrieb in deren Größe nicht verändernde Flächenelemente.
Demgegenüber ist der Kolbenboden ZB ein ortsveränderliches Flächenelement,
das sich jedoch in dessen Größe nicht verändert. Demgegenüber bilden die Zylinderwände
ZW sowohl ortsveränderliche als auch in deren Größe veränderliche Flächenelemente.
Die 4a zeigt die Abhängigkeit der Leitwerte
L dieser einzelnen Flächenelemente FZ, mit Z = ZB, ZD
oder ZW, vom Kurbelwinkel KW der den Kolben 3 innerhalb
des Zylinders oder Brennraums 2 zwischen dem oberen und dem unteren Totpunkt
bewegenden Kolbenstange 17 (3). In der unteren Hälfte
des Diagramms nach 4a dargestellt ist der Verlauf des
Leitwertes L(ZD) des Zylinderdeckel-Flächenelements ZD vom
Kurbelwinkel KW. Dieser Verlauf ist konstant und spiegelt die Ortsfestigkeit
sowie das in deren Größe unveränderte Zylinderdeckel-Flächenelement ZD
wider. Eine erhebliche periodische Abhängigkeit des Leitwertes L(ZB)
des durch den Kolbenboden repräsentierten, sowohl ortsveränderlichen als auch in
der Größe veränderlichen Flächenelementes ZB vom Kurbelwinkel KW
zeigt der mittlere Kurvenverlauf in der unteren Diagrammhälfte 4a. Demgegenüber
ist die Abhängigkeit des Leitwertes L(ZW) des die Zylinderwand repräsentierenden
ortsveränderlichen, aber in dessen Größe nicht veränderlichen Flächenelementes ZW
vom Kurbelwellenwinkel KW vergleichsweise gering. Dabei ist ein periodisch
mit dem Kolbenwinkel KW zu- und abnehmender Zylinderwand-Leitwert L(ZW)
erkennbar, während der Leitwert L(ZB) des Kolbenboden-Flächenelementes
ZB periodisch mit zunehmendem Kolbenwinkel KW zunächst abnimmt,
um dann ab einem bestimmten Kolbenwinkel KW wieder zuzunehmen.
Durch Summation dieser Kurvenverläufe ergibt sich der in der oberen
Hälfte des Diagramms nach 4a dargestellte Gesamtleitwert
LG in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel KW. Der als Summe der
Einzelleitwerte L(FZ) dargestellte und bei der Ionisationsmessung erfasste
Gesamtleitwert LG = L(KW)·Lspez –
mit dem spezifischen Leitwert Lspez des ionisierten Brenngases –
weist eine Abhängigkeit F(KW) vom Kurbelwellenwinkel KW auf
und bildet somit nicht ausschließlich den von der Luftzahl &lgr; abhängigen spezifischen
Leitwert Lspez der Verbrennungsgase ab.
Diese Abhängigkeit L(KW) des Gesamtleitwertes LG
vom Kurbelwellenwinkel KW – und damit der sich
zeitabhängig mit der dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie verändernde Gesamtleitwert
LG – ist in 4b auf den Wert &lgr;
= 1 normiert. Der zu diesem Funktionsverlauf des Gesamtleitwertes LG
inverse Funktionsverlauf bildet den zum für den spezifischen Brennraum
2 erfassten Werteverlauf LG inversen Werteverlauf L'G.
Dieser wird zur Korrektur des aktuell erfassten Ionisationssignals IS
herangezogen, um den Einfluss der dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie zu
reduzieren oder vollständig zu eliminieren. Der Werteverlauf LG und/oder
der hierzu inverse Werteverlauf L'G wird in einem Korrekturregister KR
der Auswerteschaltung 11 hinterlegt (5).
Das Korrekturregister KR der Auswerteschaltung 11 gemäß
5 enthält nach Art einer Funktionsmatrix eine Vielzahl
von brennraumspezifischen Werteverläufen LGn, L'Gn,. Diese
charakterisieren die unterschiedlichen Brennraumgeometrien FZ der verschiedenen
Brennräume 2. Die Bestimmung der oder jeder Verbrennungsgröße des in den
einzelnen Brennräumen 2 stattfindenden Verbrennungsvorgangs erfolgt dann
nah dem in 5 dargestellten Signalfluss.
Durch Anlegen der Prüfspannung P an die Zündkerze 4 fließt
nach erfolgter Zündung, d.h. zeitlich versetzt zum Zündimpuls Z der das Ionisationssignal
IS charakterisierende Ionisationsstrom Im zwischen der Anode ZA
und der anhand der
3a und 3b
beschriebenen Brennraummasse. In einem Funktionsbaustein IO wird das zum Ionisationsstrom
Im proportionale elektrische Ionisationssignal IS generiert.
Parallel hierzu wird der Kurbelwinkel KW erfasst und davon abhängig ein
im Korrekturregister KR als Korrekturfunktion hinterlegter Werteverlauf L'Gn
zur Berücksichtigung der dynamischen Änderung der Brennraumgeometrie abgerufen.
In einem Funktions- oder Verrechnungsbaustein VG wird das aktuelle
Ionisationssignal IS zeit- oder winkelsynchronen mit dem Korrektursignal
oder Werteverlauf L'Gn verrechnet und somit das aktuelle Ionisationssignal
IS korrigiert. Im Verrechnungsbaustein VG erfolgt die Berechnung des
korrigierten Ionisationssignals I'S gemäß der Beziehung I'S
= IS·L'Gn, wobei n = 1,..., m und m die Anzahl der
Brennräume 2 des Verbrennungsmotors 1 ist.
Das bezüglich der Einflüsse der Veränderung der Brennraumgeometrie
korrigierte Ionisationssignal I'S wird anschließend im Hinblick auf die
gewünschten Verbrennungsgrößen in einem Funktions- oder Auswertebaustein AW ausgewertet.
Dieser liefert die für die Verbrennungsregelung erforderlichen Stellgrößen Sn.