| Dokumentenidentifikation |
DE102004015257A1 20.10.2005 |
| Titel |
Gemustertes Linoleumflächengebilde |
| Anmelder |
Armstrong DLW AG, 74321 Bietigheim-Bissingen, DE |
| Erfinder |
Dowidat-Eskes, Marco, 27749 Delmenhorst, DE; Burmeister, Guido, 27793 Wildeshausen, DE; Nienaber, Jörg, 27798 Hude, DE |
| Vertreter |
Müller-Boré & Partner, Patentanwälte, European Patent Attorneys, 81671 München |
| DE-Anmeldedatum |
29.03.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004015257 |
| Offenlegungstag |
20.10.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
20.10.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
D06N 1/00
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| Zusammenfassung |
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes, umfassend die Schritte: (a) Aufbringen einer flächigen Schicht aus einem linoleumfremden Material auf mindestens einen Teil der Oberfläche eines Linoleumvorfells und/oder Einbringen eines linoleumfremden Materials in vorbestimmte Vertiefungen in dem Linoleumvorfell oder (a') Aufbringen eines linoleumfremden Materials in Form einer Lösung, einer Paste, einer Suspension oder einer Dispersion auf die gekratzte Linoleummischmasse und Auswalzen der mit dem linoleumfremden Material versehenen gekratzten Linoleummischmasse zu einem Linoleumvorfell, (b) Schneiden des erhaltenen Linoleumvorfells in Stücke bestimmter Länge, (c) Übereinanderlegen der geschnittenen Linoleumvorfellstücke zu einem schuppenförmigen Fellpaket und (d) Auswalzen des schuppenförmigen Fellpakets zu einem gemusterten Linoleumflächengebilde, ein nach diesem Verfahren erhältliches gemustertes Linoleumflächengebilde und dessen Verwendung.
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| Beschreibung[de] |
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein gemustertes Linoleumflächengebilde
mit einer neuartigen Oberflächendessinierung, Verfahren zu dessen Herstellung und
dessen Verwendung als Bodenbelag, Fliese, Wandabdeckung oder Dekorbelag.
Linoleumbeläge werden seit vielen Jahren in unterschiedlichen Farben
und Dessinierungen hergestellt. Zur Erzeugung einer Oberflächenmusterung eines Linoleumbelags
ist ein Verfahren bekannt, bei dem gefärbte Polymerflakes bzw. -flocken homogen
in die Linoleummischmasse zur Herstellung eines Linoleumvorfells bzw. Linoleumflächengebildes
eingearbeitet werden. Ferner ist im Stand der Technik bekannt, farbige Linoleummischmassepartikel
in die Oberflächenschicht eines Linoleumvorfells einzupressen und die durch Übereinanderlegen
der Linoleumvorfelle erzeugten Fellpakete anschließend zu kalandrieren. Die Art
der mit den vorstehenden Verfahren herstellbaren Oberflächendessinierungen unterliegt
jedoch relativ starken Beschränkungen hinsichtlich der erzielbaren Musterung.
Somit liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Linoleumflächengebilde
mit einer neuartigen Oberflächendessinierung und ein Verfahren zu dessen Herstellung
bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Ausführungsformen
gelöst.
Insbesondere stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung
eines gemusterten Linoleumflächengebildes bereit, umfassend die Schritte:
- (a) Aufbringen einer flächigen Schicht aus einem linoleumfremden Material auf
mindestens einen Teil der Oberfläche eines Linoleumvorfells und/oder Einbringen
eines linoleumfremden Materials in vorbestimmte Vertiefungen in dem Linoleumvorfell,
- (b) Schneiden des erhaltenen Linoleumvorfells in Stücke vorbestimmter Länge,
- (c) Übereinanderlegen der geschnittenen Linoleumvorfellstücke zu einem schuppenförmigen
Fellpaket und
- (d) Auswalzen des schuppenförmigen Fellpakets zu einem gemusterten Linoleumflächengebilde.
Ein alternatives Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes
gemäß der vorliegenden Erfindung besteht darin,
- (a') ein linoleumfremdes Material in Form einer Lösung, einer Paste, einer Suspension,
eines Pulvers, eines Granulats oder einer Dispersion auf die gekratzte Linoleummischmasse
aufzubringen (d.h. vor Auswalzen eines Linoleumvorfells) und die mit dem linoleumfremden
Material versehene gekratzte Linoleummischmasse zu einem Linoleumvorfell auszuwalzen,
- (b) das erhaltene Linoleumvorfell in Stücke vorbestimmter Länge zu schneiden,
- (c) die geschnittenen Linoleumvorfellstücke zu einem schuppenförmigen Fellpaket
übereinanderzulegen und
- (d) das schuppenförmige Fellpaket zu einem gemusterten Linoleumflächengebilde
auszuwalzen.
Im Anschluß an Schritt (a') kann, wie vorstehend beschrieben, auch
eine flächige Schicht aus einem linoleumfremden Material auf mindestens einen Teil
der Oberfläche dieses Linoleumvorfells aufgebracht und/oder ein linoleumfremdes
Materials in vorbestimmte Vertiefungen in diesem Linoleumvorfell eingebracht werden,
wobei die Weiterverarbeitung in analoger Weise, wie vorstehend und nachfolgend beschrieben,
durchgeführt werden kann.
Ferner kann das linoleumfremde Material zusätzlich oder anstelle des
Aufbringens auf die Oberfläche und/oder des Einbringens in die vorbestimmten Vertiefungen
des Linoleumvorfells auch ganz oder teilweise auf das Fellpaket aus Linoleumvorfellstükken
vor dem Kalandrieren aufgebracht werden.
Unter einer gekratzten Linoleummischmasse versteht man gemäß der vorliegenden
Erfindung eine Linoleummischmasse, d.h. eine möglichst homogen gemischte Masse aus
den zur Linoleumherstellung üblicherweise verwendeten Rohstoffen, die in Form eines
unregelmäßig geformten, meist grobkörnigen Materials vorliegt und beispielsweise
auf einem Förderband ausgebreitet wird und einer Auswalzvorrichtung, wie einem Kalander,
zugeführt wird. Das Aufbringen des linoleumfremden Materials auf die gekratzte Linoleummischmasse
kann abhängig von der Beschaffenheit des aufzubringenden linoleumfremden Materials
durch übliche auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren erreicht werden, wobei das Aufsprühen
einer Lösung oder einer Suspension, die das linoleumfremde Material enthält, bevorzugt
ist.
Unter einem linoleumfremden Material versteht man gemäß der vorliegenden
Erfindung ein festes (z.B. pulverförmiges), flüssiges, gelöstes oder suspensions-
oder dispersionsartiges Material, das sich von den für die Herstellung der Linoleummischmasse
verwendeten Rohstoffen, wie Bedfordzement (Bindemittel), Holzmehl, Korkmehl, Kreide,
Füllstoffe, Sikkativ (Reifebeschleuniger) und gegebenenfalls übliche Verarbeitungshilfsstoffe,
unterscheidet. Das linoleumfremde Material unterliegt grundsätzlich keinen besonderen
Beschränkungen. Es kann beispielsweise in Form eines Pulvers, eines Granulats, einer
Paste, einer Suspension und/oder einer Lösung verwendet werden. Das linoleumfremde
Material unterscheidet sich vorzugsweise von den in der Linoleummischmasse verwendeten
Materialien, wie beispielsweise den darin gegebenenfalls verwendeten Pigmenten.
Nach einer alternativen Ausführungsform kann das linoleumfremde Material
auch in Form einer mindestens teilweisen Beschichtung eines teilchenförmigen Materials
vorliegen, welches aus Linoleummischmasse oder einem vorzugsweise mit Linoleum verträglichen
Polymer hergestellt ist. Vorzugsweise liegt das teilchenförmige Material in Form
eines Granulats vor.
Vorzugsweise ist das linoleumfremde Material ein metallisches Material
und/oder ein Pigment, das sich von dem/den gegebenenfalls zur Färbung der Linoleummischmasse
verwendeten Pigmenten) unterscheidet. Zumindest unterscheidet sich bei Verwendung
eines Pigments als linoleumfremdes Material dessen Farbe von der eines für die Einfärbung
der Linoleummischmasse verwendeten Pigments. Unter dem Ausdruck „metallisches
Material" und/oder „Pigment" ist im Sinne der vorliegenden Erfindung sowohl
ein Metall und/oder ein Pigment selbst, aber auch metall- und/oder pigmenthaltige
Materialien, wie beispielsweise Pasten, Lösungen oder Suspensionen, zu verstehen.
Geeignete metallische Materialien sind Metallpulver oder Metallpasten,
wie Aluminiumpulver, Aluminiumpulver in wässrigen Suspensionen oder Dispersionen,
Aluminiumpulver in wässrigen oder lösungsmittelhaltigen Lacken oder UV härtenden
Lakken.
Geeignete Pigmente sind anorganische oder organische Farbpigmente,
die sich von den für die Einfärbung der Linoleummischmasse gegebenenfalls verwendeten
Farbpigmenten mindestens in ihrem Farbton bzw. ihrer Farbtiefe unterscheiden.
Die verwendbaren anorganischen Farbpigmente unterliegen keinen besonderen
Beschränkungen. Im allgemeinen versteht man unter anorganischen Farbpigmenten Pigmente
auf Basis von Oxiden und Oxidhydroxiden oder Sulfiden und Sulfoseleniden, Chromatpigmente
und chromhaltige Pigmente, Ultramarinpigmente und Eisenblaupigmente (vgl. Ullmanns
Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 18, Seiten 599 bis 645).
Auch die geeigneten organischen Farbpigmente unterliegen grundsätzlich
keinen besonderen Beschränkungen. Organische Farbpigmente sind beispielsweise Azopigmente,
Metallkomplexpigmente, Isoindolinpigmente, Phthalocyaninpigmente, Chinacridinpigmente,
Perinonpigmente, Perylenpigmente, Anthrachinonpigmente, Thioindigopigmente, Dioxazinpigmente,
Triphenylmethanpigmente, Chinophthalonpigmente oder Fluoreszenzpigmente (vgl. Ullmanns
Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 18, Seiten 661 bis 695).
Eine bevorzugte Gruppe von Pigmenten, die in der vorliegenden Erfindung
verwendbar ist, sind Effektpigmente oder Glanzpigmente (vgl. beispielsweise Ullmanns
Encyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 18, Seiten 629 bis 634). Unter
einem Effektpigment wird im allgemeinen ein Farbpigment verstanden, das bei Betrachten
aus unterschiedlichen Blickwinkeln einen unterschiedlichen Farbeindruck hervorruft.
Ferner werden gemäß der vorliegenden Erfindung unter Effektpigmenten fluoreszierende
oder phosphoreszierende Pigmente verstanden. Bevorzugte Effektpigmente sind beispielsweise
Effektpigmente wie Glimmer bzw. Glimmermineralien oder Polyester-Glimmer.
Beispiele für Glanzpigmente sind Metalleffektpigmente, wie Aluminiumpigmente
oder Kupfer- und Goldbronzepigmente, oder Perlglanzeffektpigmente.
Besonders bevorzugt werden als linoleumfremdes Material ein Aluminiumpulver,
eine Aluminiumpaste oder ein Effektpigment auf Basis von Glimmer oder Glimmermineralien
oder von Polyester-Glimmer, gegebenenfalls mit Trägermaterial auf Cellulosebasis.
Das Aufbringen des linoleumfremden Materials auf das Linoleumvorfell
erfolgt abhängig von dessen Beschaffenheit bzw. Aggregatzustand durch übliche Aufbringtechniken,
wie Rakeln, Aufbürsten, Aufsprühen, etc. Mit geeigneten Aufbringtechniken ist ein
Fachmann wohl vertraut und er wählt die jeweils geeignete Aufbringtechnik abhängig
von der Beschaffenheit des linoleumfremden Materials entsprechend aus.
Unter einer flächigen Schicht versteht man gemäß der vorliegenden
Erfindung eine die Oberfläche des Linoleumvorfells im wesentlichen gleichmäßig bzw.
kontinuierlich bedeckende Schicht aus einem Pulver, einem Granulat, einer Paste,
einer Suspension und/oder einer Lösung, welches bzw. welche das linoleumfremde Material
enthält. Die flächige Schicht aus einem linoleumfremden Material wird vorzugsweise
auf die Seite des Linoleumvorfells aufgebracht, welche beim resultierenden Linoleumflächengebilde
die dem Betrachter zugewandte Seite bildet, beispielsweise die Nutzschicht im Falle
eines Linoleumbodenbelags oder einer Linoleumfliese oder die Musterschicht einer
Wandabdeckung oder eines Dekorbelags auf Linoleumbasis. Die flächige Schicht ist
derart ausgebildet, daß sie beim Betrachten mit bloßem Auge eine durchgehende und
im wesentlichen vollständig abdeckende Schicht bildet, so daß die
Oberfläche des Linoleumvorfells bzw. der beschichtete Teil davon vorzugsweise nicht
mehr durchscheint. Die flächige Schicht wird gemäß der vorliegenden Erfindung vorzugsweise
nicht derart aufgebracht, daß weite Bereiche der Oberfläche des Linoleumvorfells
unbedeckt bleiben.
Das linoleumfremde Material wird vorzugsweise als flächige Schicht
auf die Oberfläche des Linoleumvorfells und/oder in vorbestimmte Vertiefungen in
dem Linoleumvorfell aufgebracht bzw. eingebracht. Dabei kann die flächige Beschichtung
über die gesamte Breite oder nur einen Teil der Breite des Linoleumvorfells aufgebracht
werden. Entsprechendes gilt für die vorgenannten Vertiefungen, in welche das linoleumfremde
Material eingebracht wird, d.h. diese Vertiefungen können über die gesamte Breite
des Linoleumvorfells oder nur einen Teil davon in regelmäßigen oder unregelmäßigen,
vorbestimmten Abständen angeordnet sein.
Die Dicke der auf das Linoleumvorfell aufgebrachten flächigen Schicht
sollte in einem Bereich von 5 &mgr;m bis 1000 &mgr;m liegen. Vorzugsweise liegt
die Dicke der flächigen Schicht in einem Bereich von 10 &mgr;m bis 200 &mgr;m, besonders
bevorzugt von 30 &mgr;m bis 100 &mgr;m und am meisten bevorzugt von 30 &mgr;m bis
80 &mgr;m.
Die gegebenenfalls in dem Linoleumvorfell vorgesehenen Vertiefungen
unterliegen hinsichtlich der Form im allgemeinen keinen besonderen Beschränkungen.
Sie können beispielsweise die Form von Rillen, vorbestimmten Mustern oder Verzierungen
aufweisen. Die Vertiefungen in dem Linoleumvorfell können eine Tiefe in einem Bereich
von 5% bis 60%, bezogen auf die Dicke des Linoleumvorfells aufweisen, wobei eine
Tiefe von 10% bis 30% bevorzugt ist.
Vorzugsweise weisen die Vertiefungen eine durchgehende oder unterbrochene
geradlinige oder mäandernde Rillen- bzw. Bandform oder eine Punktform auf, die beispielsweise
durch Kratzen oder Prägen oder Punktieren des Linoleumvorfells gebildet werden kann.
Die vorbestimmten Vertiefungen werden vorzugsweise vollständig mit dem linoleumfremden
Material derart gefüllt, daß eine flächenbündige, d.h. planare Oberfläche ohne Erhebungen
und Vertiefungen gebildet wird. Sofern Rillen vorhanden sind, beträgt der Rillenabstand,
je nach gewünschter Dessinierung zwischen etwa 0,1 mm bis etwa 10 cm, vorzugsweise
zwischen 0,2 mm und 2 cm. Die Breite der Rillen beträgt etwa 0,2 mm bis etwa 1 cm,
vorzugsweise etwa 0,3 mm bis etwa 2 mm.
Die Vertiefungen werden in die Oberflächenseite des Linoleumvorfells
eingebracht, die nach Ablegen durch beispielsweise einen Fellleger zur Oberseite
des Fellpakets zeigt und nach Auswalzen des Fellpakets die Nutzschicht oder Musterschicht
bildet.
Alternativ zu Schritt (a) bzw. Schritt (a') in den vorstehend beschriebenen
erfindungsgemäßen Verfahren können auch ein- oder mehrfarbige Linoleummischmassepartikel
oder Polymerpartikel, die mit einem linoleumfremden Material zumindest teilweise
beschichtet sind, beispielsweise in Form eines Granulats auf mindestens eine Seite
eines ein- oder mehrfarbigen Linoleumvorfells (wie in DE
199 15 868 C2 beschrieben) aufgestreut werden und im wesentlichen verzugsfrei
in das Linoleumvorfell eingepreßt werden.
Eine weitere Alternative zur Herstellung des erfindungsgemäßen gemusterten
Linoleumflächengebildes wird nachfolgend beschrieben.
Zuerst wird in üblicher Weise ein gegebenenfalls ein- oder mehrfarbig
eingefärbtes Linoleumvorfell beispielsweise mittels eines Kalanders ausgewalzt.
Anschließend wird das Linoleumvorfell in Kalandrierungsrichtung bzw. Transportrichtung
gesehen mindestens teilweise flächig mit dem linoleumfremden Material, vorzugsweise
in Form einer Lösung, einer Paste, einer Suspension oder einer Dispersion, in üblicher
Weise, vorzugsweise durch Aufrakeln beschichtet. Das derart beschichtete Linoleumvorfell
kann direkt zu Granulat oder Chips verarbeitet werden oder es wird in Kalandrierrichtung
entweder in vorzugsweise gleich große Hälften geschnitten oder ein- oder mehrfach
gefaltet und anschließend werden die übereinandergelegten Abschnitte des Linoleumvorfells
bzw. das gefaltete Linoleumvorfell zu Granulat oder Chips verarbeitet. Auf diese
Weise werden besonders eingefärbte Granulatteilchen oder Chips erhalten, die sowohl
die Farbgebung des entsprechenden, in dünner Schicht aufgebrachten linoleumfremden
Materials als auch die Farbe bzw. Farben der verwendeten Linoleummischmasse aufweisen.
Diese Granulatteilchen oder Chips werden anschließend z.B. mit einem Kalander zu
einem Linoleumfell ausgewalzt, das in üblicher Weise weiterverarbeitet werden kann.
Alternativ kann das linoleumfremde Material bei der vorstehend beschriebenen Verfahrensweise
bereits vor dem ersten Kalandrieren auf die gekratzte Linoleummischmasse aufgebracht
werden, wobei in diesem Fall das Aufsprühen einer Lösung bzw. Aufstreuen eines Pulvers
des linoleumfremden Materials bevorzugt ist. Es kann jedoch auch in Form einer Paste,
einer Suspension oder einer Dispersion aufgebracht werden. Anschließend kann das
erhaltene Linoleumvorfell mit oder auch ohne weiteres Aufbringen einer mindestens
teilweise aufgebrachten flächigen Schicht, wie vorstehend beschrieben, zu einem
Granulat oder zu Chips verarbeitet und zu einem Linoleumfell ausgewalzt werden.
Anschließend kann, wie vorstehend beschrieben, auf dieses ausgewalzte Linoleumfell zusätzlich
eine flächige Schicht aus einem linoleumfremden Material, welches gleich oder verschieden
zu dem vorher verwendeten linoleumfremden Material sein kann, auf mindestens einen
Teil der Oberfläche dieses Linoleumvorfells und/oder in vorbestimmte Vertiefungen
in diesem Linoleumvorfell aufgebracht bzw. eingebracht werden, wobei die Weiterverarbeitung
in analoger Weise, wie vorstehend beschrieben, durchgeführt werden kann.
Demgemäß umfaßt ein Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes
der vorstehend beschriebenen Art die folgenden Schritte:
- – Herstellen eines ein- oder mehrfarbigen Linoleumvorfells aus Linoleummischmasse,
- – Beschichten des ein- oder mehrfarbigen Linoleumvorfells auf mindestens
einem Teil seiner Oberfläche mit einem linoleumfremden Material,
- – Verarbeiten des beschichteten Linoleumvorfells zu Granulat oder Chips
entweder direkt oder nachdem es in Kalandrierrichtung entweder in vorzugsweise gleich
große Hälften geschnitten und anschließend die Abschnitte übereinandergelegt wurden
oder das Linoleumvorfell ein- oder mehrfach gefaltet wurde,
- – Herstellen eines Linoleumfells aus den erhaltenen Granulatteilchen oder
Chips durch Auswalzen derselben und gegebenenfalls
- – Weiterverarbeiten des erhaltenen Linoleumfells in üblicher oder in der
vorgeschriebenen, erfindungsgemäßen Weise zu einem endgültigen Linoleumflächengebilde.
In einer weiteren Ausführungsform dieses Verfahrens wird ein linoleumfremdes
Material in Form einer Lösung, einer Paste, einer Suspension oder einer Dispersion
bereits auf die gekratzte Linoleummischmasse aufgebracht (d.h. vor Auswalzen eines
Linoleumvorfells) und die mit dem linoleumfremden Material versehene gekratzte Linoleummischmasse
zu einem Linoleumvorfell ausgewalzt. Das derart beschichtete Linoleumvorfell kann
direkt zu Granulat oder Chips verarbeitet werden oder es wird in Kalandrierrichtung
entweder in vorzugsweise gleich große Hälften geschnitten oder ein- oder mehrfach
gefaltet und anschließend werden die übereinandergelegten Abschnitte des Linoleumvorfells
bzw. das gefaltete Linoleumvorfell zu Granulat oder Chips verarbeitet. Aus den erhaltenen
Granulatteilchen oder Chips wird durch Auswalzen derselben ein Linoleumfell hergestellt
und das erhaltene Linoleumfell gegebenenfalls in üblicher Weise zu einem endgültigen
Linoleumflächengebilde weiterverarbeitet.
Im Anschluß an den Schritt des Aufbringens eines linoleumfremden Materials
in Form einer Lösung, einer Paste, einer Suspension oder einer Dispersion auf die
gekratzte Linoleummischmasse und des Auswalzens der mit dem linoleumfremden Material
versehenen gekratzten Linoleummischmasse zu einem Linoleumvorfell kann, wie vorstehend
beschrieben, das ein- oder mehrfarbige Linoleumvorfell zusätzlich auf mindestens
einem Teil seiner Oberfläche mit einem linoleumfremden Material beschichtet werden,
wobei die Weiterverarbeitung in analoger Weise, wie vorstehend beschrieben, durchgeführt
werden kann.
Unter einem Linoleumvorfell versteht man gemäß der vorliegenden Anmeldung
ein ein- oder mehrfarbiges kalandriertes Fell aus üblichen für die Linoleumherstellung
verwendeten Rohstoffen, wie Bedfordzement (d.h. ein Gemisch aus teiloxidiertem Leinöl
und Naturharz, wie Kolophonium), Holzmehl, Korkmehl, Kreide, Füllstoffe, wie Titandioxid,
Pigmente, Graphit, Sikkativ (Reifebeschleuniger) und gegebenenfalls übliche Verfahrenshilfsstoffe.
Das Linoleumvorfell kann in bekannter Weise mit einer unifarbenen, jaspierten oder
gepunkteten Oberflächenmusterung (beispielsweise nach dem in DE
199 15 868 C2 beanspruchten Verfahren) hergestellt werden.
Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Verfahren werden
in den 1 und 2
beschrieben, die verdeutlichen, daß ein Linoleumvorfell, das üblicherweise eine
Breite von etwa 0,5 m bis etwa 2,5 m und eine Dicke in einem Bereich von etwa 0,5
mm bis etwa 5 mm aufweist in Stücke geeigneter Länge, vorzugsweise eine Länge, die
der beabsichtigten Breite des herzustellenden Linoleumflächengebildes, d.h. etwa
1 m bis 2,5 m entspricht, geschnitten und anschließend durch einen Fellleger zu
einem schuppenförmigen Fellpaket gelegt werden kann. Dabei werden die Stücke vorzugsweise
derart gelegt, daß die ursprüngliche Längsrichtung des Linoleumvorfells quer zur
Transportrichtung des schuppenförmigen Fellpakets, vorzugsweise 90° zur Transportrichtung,
zu liegen kommt. Anschließend kann das Fellpaket beispielsweise durch einen Kalander
auf eine gewünschte Dicke, vorzugsweise 1 mm bis 5 mm, zu dem gemusterten Linoleumflächengebilde
ausgewalzt werden.
1 ist eine schematische Ansicht einer
Vorrichtung zur Durchführung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Aus der vorgefertigten ein- oder mehrfarbigen Linoleummischmasse A wird
im Fellwalzwerk 1 ein Fell ausgewalzt. Je nach Mischmasse A resultiert
ein unifarbenes bzw. jaspiertes Linoleumfell B. Über ein erstes Förderband
2 wird das Linoleumfell B auf ein zweites Förderband 3 transportiert,
wo mittels einer Auftragsvorrichtung 4 das linoleumfremde Material auf
das Linoleumfell B aufgebracht wird. Das derart ausgestattete Linoleumfell D wird
nun zum Fellleger 6 geführt, in ca. 2 m lange Stücke geteilt und zu einem
schuppenförmigen Fellpaket E gelegt. Das Fellpaket E wird dabei derart auf ein weiteres
Förderband gelegt, daß die beschichtete Seite im Fellpaket E nach oben zeigt. Dieses
Förderband führt das Fellpaket E dem Fellkalander 7 zu, wobei die beschichtete
Linoleumfellseite der kalten Musterungswalze zugewandt ist. Im Fellkalander
7 wird das Fellpaket E auf die gewünschte Stärke zum Strukturfell F (Nutz-
bzw. Musterschicht) ausgewalzt und in einem Doublierwalzwerk 8 mit dem
Untergrund G verbunden.
2 ist eine schematische Ansicht einer
Vorrichtung zur Durchführung einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens. Während gemäß der in 1 gezeigten Ausführungsform
die Rückseite des Linoleumfells B mit dem linoleumfremden Material ausgestattet
wird, wird in dieser Anlage das linoleumfremde Material direkt auf die Vorderseite
des Linoleumfells B aufgebracht.
In den nachfolgenden 3 bis
6 sind nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
herstellbare gemusterte Linoleumflächengebilde dargestellt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren besteht die Möglichkeit, das
linoleumfremde Material auf die gesamte Oberfläche des Linoleumvorfells aufzubringen
oder auch nur auf eine Teilfläche davon. In gleicher Weise können die mit dem linoleumfremden
Material zu füllenden Vertiefungen, beispielsweise Rillen, über die in Kalandrierungsrichtung
gesehen gesamte Breite des Linoleumvorfells angeordnet werden oder auch nur über
einen Teil von dessen Breite.
Wenn beispielsweise das Linoleumvorfell nur halbseitig flächig mit
dem linoleumfremden Material beschichtet wird, das halbseitig beschichtete Linoleumvorfell
in Stücke geschnitten wird, deren Länge etwa der Breite des Linoleumvorfells entspricht
und diese Stücke um 90° gedreht von einem Fellleger zu einem Fellpaket geschichtet
werden, dieses Fellpaket dem Kalander so zugeführt wird, daß die jeweils beschichteten
Hälften der Linoleumvorfellstücke zum Kalander zeigen, entsteht ein Linoleumfell,
bei dem sich das linoleumfremde Material im wesentlichen nur an der Oberfläche bzw.
in einer oberflächennahen Schicht als Muster wiederfindet. In tieferen Schichten
des Linoleumvorfells findet sich dementsprechend praktisch kein linoleumfremdes
Material. Dadurch kann beispielsweise die Menge von teurem linoleumfremden Material
reduziert und damit die Kosten gesenkt werden.
Generell hängt die Frage, ob das linoleumfremde Material im fertigen
Linoleumflächengebilde bzw. dessen Deckschicht über den gesamten Querschnitt oder
nur einen Teil davon vorhanden ist, davon ab, ob das Linoleumvorfell über seine
gesamte Oberflächenbreite mit dem linoleumfremden Material beschichtet wurde oder
nicht. Sofern das Linoleumvorfell über die gesamte Breite seiner Oberfläche mit
dem linoleumfremden Material beschichtet wurde, das Linoleumvorfell anschließend
in Abschnitte unterteilt wurde und dann diese Abschnitte in Form eines Fellpakets
aus den übereinandergelegten Abschnitten kalandriert wurde, findet sich das linoleumfremde
Material über den gesamten Querschnitt der Deckschicht bzw. des Linoleumflächengebildes,
und zwar im wesentlichen in einer schräg verlaufenden Schichtenstruktur. Wenn das
Linoleumvorfell hingegen in Kalandrierrichtung über z.B. nur die Hälfte seiner Breite
mit dem linoleumfremden Material beschichtet wurde und das Linoleumvorfell in derselben,
wie vorstehend beschriebenen Weise weiterverarbeitet wurde, findet sich über den
Querschnitt der Deckschicht bzw. des Linoleumflächengebildes zwar ebenfalls die
schräg verlaufende Schichtenstruktur, aber nur bis zu etwa der Hälfte der Dicke
dieser Deckschicht bzw. des Linoleumflächengebildes.
Wird andererseits das linoleumfremde Material bereits der Linoleummischmasse
anteilig zugegeben und diese Linoleummischmasse anschließend zu einem Linoleumvorfell
kalandriert bzw. ausgewalzt, findet sich das linoleumfremde Material mehr oder weniger
homogen über den gesamten Querschnitt der Deckschicht des fertigen Linoleumflächengebildes
verteilt, je nachdem, wie homogen die Linoleummischmasse und das linoleumfremde
Material vor dem Kalandrieren miteinander vermischt worden sind.
Das linoleumfremde musterbildende Material wird durch das Kalandrieren
flächenbündig in die Oberfläche des Linoleumbelags eingearbeitet und gewährleistet
damit eine dauerhafte und abrieb- bzw. abnutzungsbeständige Dessinierung. Verstärkt
wird dieser Effekt durch die Verfahrensweise, daß in das Linoleumfell Vertiefungen,
wie Rillen oder begrenzte Prägeflächen, eingebracht werden, die dann mit dem mustergebenden
Material gefüllt werden. Zudem können die erhabenen Stellen des Linoleumfells flächig,
ganz oder teilweise mit dem mustergebenden Material beschichtet werden.
Üblicherweise wird das Fellpaket nach dem Auswalzen auf einen geeigneten
Träger abgelegt, wobei ein- und mehrschichtige Aufbauten möglich sind. In der Regel
besteht der Träger aus einem Gewebe aus beispielsweise Jute, Glasfasern, Metall
oder synthetischen Fasern. Wie in DE 199
10 389 A1 beschrieben, kann, wenn gewünscht, der Träger derart ausgewählt
werden, daß er nach der üblichen Reifung des Linoleumflächengebildes von dem fertig
gereiften Linoleumflächengebilde im wesentlichen rückstandsfrei entfernt werden
kann.
Das Auswalzen des Fellpakets erfolgt durch übliche
auf dem Fachgebiet bekannte Verfahren, vorzugsweise durch Kalandrieren. Bei Anwendung
des Kalandrierens werden die Kalanderwalzen auf einer bei der für die Herstellung
von Linoleumflächengebilden üblicherweise verwendeten Temperatur gehalten. Vorzugsweise
ist die Temperatur der Kalanderwalze, die der Nutzschicht des Linoleumflächengebildes
zugewandt ist (obere Kalanderwalze), niedriger als die der Kalanderwalze, die der
Unterseite bzw. Trägerseite des Linoleumflächengebildes zugewandt ist (untere Kalanderwalze).
Nach dem Auswalzen des schuppenförmigen Fellpakets wird das gebildete
gemusterte Linoleumflächengebilde in üblicher Art und Weise einem Reifungsschritt
unterzogen. Anschließend kann, wenn gewünscht, eine Oberflächenbeschichtung, beispielsweise
eine auf Acrylat oder Polyurethan basierende Dispersion, auf das gereifte Linoleumflächengebilde
aufgebracht werden.
Überraschenderweise wurde festgestellt, daß bei Anwendung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, beispielsweise bei Verwendung eines vollständig mit dem linoleumfremden
Material oberflächenbeschichteten Linoleumvorfells, ein neuartiges Muster an der
Oberfläche des Linoleumflächengebildes erzeugt werden kann. In diesem Zusammenhang
war insbesondere überraschend, daß eine unterbrochene marmorierte Oberflächenstruktur
erhalten wurde, selbst wenn das Linoleumvorfell vollflächig mit dem linoleumfremden
Material beschichtet wurde. Gleiches gilt für den Fall, bei dem eine flächige Schicht
nur auf den Bereich (etwa eine Hälfte des Linoleumvorfells) des Linoleumvorfells
aufgebracht wird, der in Kalandrierungsrichtung liegt, und den Fall, bei dem beispielsweise
in Kalandrierrichtung des Linoleumvorfells lineare oder mäandernde Rillen in dem
Linoleumvorfell vorgesehen sind, die beim anschließenden Kalandrieren des Fellpakets
aus in Stücke geschnittenem und um 90° gedrehtem Lineleumvorfell im wesentlichen
quer zur Kalandrierungsrichtung verlaufen.
Ferner stellt die vorliegende Erfindung ein nach den erfindungsgemäßen
Verfahren erhältliches gemustertes Linoleumflächengebilde bereit.
Das nach den erfindungsgemäßen Verfahren erhältliche Linoleumflächengebilde
weist das auf das Linoleumvorfell aufgetragene mustergebende linoleumfremde Material
in einer nicht-homogenen, unregelmäßig verteilten Art und Weise auf, die für das
erfindungsgemäße Verfahren charakteristisch ist. Ohne an die nachfolgenden Erklärungen
gebunden zu sein, wird angenommen, daß das linoleumfremde Material, nachdem das
Fellpaket durch einen Kalander(spalt) geführt wurde, im wesentlichen über den gesamten
Querschnitt des fertigen Linoleumflächengebildes in unterbrochenen, beispielsweise
schichtartigen Strukturen vorhanden ist. An der Oberfläche des nach den erfindungsgemäßen
Verfahren erhältlichen gemusterten Linoleumflächengebildes ist eine unterbrochene
marmorierte Struktur erkennbar, welche in Abhängigkeit von der Art des auf das Linoleumvorfell
aufgetragenen linoleumfremden Materials einer gegebenenfalls bereits durch übliche
Maßnahmen erhältlichen Musterstruktur überlagert ist.
Zur Verdeutlichung der gemäß den erfindungsgemäßen Verfahren überraschenderweise
herstellbaren Oberflächenstrukturen wird auf die nachfolgenden Figuren verwiesen.
Die in den 3 bis 6
gezeigten gemusterten Linoleumflächengebilde wurden durch Kalandrieren eines Fellpakets
aus schuppenförmig übereinandergelegten unterschiedlich beschichteten Linoleumvorfellen
gebildet.
3 ist die Abbildung eines wie vorstehend
beschrieben hergestellten gemusterten Linoleumflächengebildes, wobei ein unifarbenes
Linoleumvorfell vollflächig mit einer Effektpaste aus Polyester-Glimmer mit einem
Träger auf Basis eines wasserbasierenden Cellulosederivats beschichtet wurde.
4 ist die Abbildung eines wie vorstehend
beschrieben hergestellten gemusterten Linoleumflächengebildes, wobei ein mehrfarbiges
Linoleumvorfell mit Rillen verwendet wurde, die quer zur Kalandrierungsrichtung
angeordnet sind und mit einer Aluminiumpaste gefüllt wurden.
5 ist die Abbildung eines wie vorstehend
beschrieben hergestellten gemusterten Linoleumflächengebildes, wobei ein Linoleumvorfell
mit Rillen, die quer zur Kalandrierungsrichtung angeordnet sind und die zueinander
einen Abstand von etwa 0,5 mm, eine Rillentiefe von etwa 0,5 mm und eine Breite
von etwa 0,5 mm aufwiesen, verwendet wurde. Dieses Linoleumvorfell wurde vollflächig
mit einer Aluminiumpaste beschichtet und anschließend kalandriert.
6 ist die Abbildung eines wie in
4 beschrieben hergestellten gemusterten Linoleumflächengebildes,
wobei ein einfarbiges Linoleumvorfell mit punktförmigen Vertiefungen versehen wurde,
wobei die punktförmigen Vertiefungen einen Durchmesser von etwa 0,5 mm, einen Abstand
voneinander von etwa 0,5 mm und eine Tiefe von etwa 0,5 mm aufweisen. Das Linoleumvorfell
wurde vollflächig mit einer Aluminiumpaste beschichtet, wobei die punktförmigen
Vertiefungen ausgefüllt wurden. Die als Fellpaket übereinandergelegten beschichteten
Linoleumvorfellstücke wurden anschließend kalandriert.
7 ist die Abbildung eines wie vorstehend
beschrieben hergestellten gemusterten Linoleumflächengebildes, wobei ein mehrfarbiges
Linoleumvorfell aus gekratzter Mischmasse hergestellt wurde. Das
Linoleumvorfell wurde in seiner Kalandrierrichtung in einer Breite von ca. 30 cm
mit unterbrochenen, unregelmäßigen Rillen versehen und das Linoleumvorfell wurde
unter vollständigem Verfüllen der Rillen vollflächig mit einer Aluminiumpaste auf
Dispersionsbasis beschichtet. Anschließend wurde das Linoleumvorfell in Stücke geschnitten,
diese um 90° gedreht, zu einem Fellpaket schuppenartig übereinandergelegt und
erneut kalandriert.
Wie aus den Figuren klar hervorgeht, bildet sich sogar nach Kalandrieren
eines Fellpakets, das vollflächig beschichtete Linoleumvorfelle umfaßt, keine im
wesentlichen ganzflächig mit dem linoleumfremden Material bedeckte Oberflächenschicht,
sondern überraschenderweise eine unterbrochene, neuartige Musterstruktur. Die Ausbildung
dieser unerwarteten Musterung an der Oberfläche des fertigen Linoleumflächengebildes
scheint auf statistische, nicht vorhersehbare Durchmischungsprozesse im Kalanderspalt
während des Kalandrierens zurückzuführen zu sein.
Darüber hinaus stellt die vorliegende Erfindung die Verwendung eines
Linoleumflächengebildes, das durch die erfindungsgemäßen Verfahren erhältlich ist,
als Bodenbelag, Fliese, Wandabdeckung oder Dekorbelag bereit.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden, nicht beschränkenden Beispiele
weiter erläutert.
Beispiel 1
Herstellung eines Prototyps eines gemusterten
Linoleumflächengebildes
Zunächst wird ein einfarbiges Linoleumvorfell aus gekratzter Mischmasse
auf einem Technikumswalzwerk in einer Dicke von etwa 2 mm hergestellt.
Das Linoleumvorfell wird ganzflächig mit einer Polyester-Glimmer enthaltenden
Effektpaste mit einem wasserbasierenden Cellulose-Derivat als Träger mit einer Moltopren-Schaumgummiwalze
beschichtet.
Nach kurzer Trocknung wird das Linoleumvorfell in acht gleich große
Stücke geschnitten, diese übereinandergestapelt, das erhaltene Fellpaket verpresst
und erwärmt. Die Fellpaketdicke betrug etwa 16 mm. Dieses Fellpaket wird mittels
eines Laborwalzwerks kalandriert, wobei die Laufrichtung des Fellpakets quer zur
Laufrichtung des Linoleumvorfells war. Die Dicke des erhaltenen Linoleumflächengebildes,
welches in 3 abgebildet ist, betrug etwa 2 mm.
Beispiel 2
Herstellung eines Prototyps eines gemusterten
Linoleumflächengebildes
In derselben, wie in Beispiel 1 beschriebenen Weise wurde ein Linoleumflächengebilde
hergestellt, jedoch mit folgenden Unterschieden.
Ein mehrfarbiges Linoleumvorfell wurde mittels eines Kratzwerkzeugs
über seine gesamte Breite mit in Kalandrierrichtung weisenden, durchgehenden Rillen
versehen. Der Rillenabstand wurde auf etwa 5 mm, die Rillentiefe auf etwa 0,5 mm
und die Rillenbreite auf etwa 1 mm eingestellt.
Die Rillen wurden mit einem Gummirakel mit einer Aluminiumpaste auf
Dispersionsbasis gefüllt.
Das Linoleumvorfell wurde in derselben Weise wie in Beispiel 1 zu
einem Linoleumflächengebilde weiterverarbeitet. Das erhaltene Linoleumflächengebilde
ist in 4 dargestellt. Es ist deutlich zu erkennen,
daß die sich aus der Aluminiumpaste ergebende Musterstruktur (die wellenförmigen,
hellen Bereiche) der durch die mehrfarbige Linoleummischmasse sich ergebenden, marmorartigen
Struktur (die feinen, dunklen Zonen) überlagert ist.
Beispiel 3
Herstellung eines Prototyps eines gemusterten
Linoleumflächengebildes
In derselben, wie in Beispiel 1 beschriebenen Weise wurde ein einfarbiges
Linoleumvorfell hergestellt. Dieses Linoleumvorfell wurde mittels eines Kratzwerkzeugs
über seine gesamte Breite mit in Kalandrierrichtung des Linoleumvorfells weisenden,
unterbrochenen und unregelmäßig angeordneten Rillen versehen. Der Rillenabstand
wurde auf etwa 0,5 mm, die Rillentiefe auf etwa 0,5 mm und die Rillenbreite auf
etwa 0,5 mm eingestellt.
Die Rillen wurden mit einem Gummirakel vollständig mit einer Aluminiumpaste
auf Dispersionsbasis gefüllt und zusätzlich wurden die erhabenen Stellen des Linoleumvorfells
vollflächig mit derselben Aluminiumpaste beschichtet.
Das Linoleumvorfell wurde anschließend in derselben Weise, wie in
Beispiel 1 zu einem Linoleumflächengebilde, welches in 5
abgebildet ist, weiterverarbeitet.
Beispiel 4
Herstellung eines Prototyps eines gemusterten
Linoleumflächengebildes
In derselben, wie in Beispiel 1 beschriebenen Weise wurde ein einfarbiges
Linoleumvorfell hergestellt. Dieses Linoleumvorfell wurde mittels eine Prägewalze
über seine gesamte Breite mit punktförmigen Vertiefungen versehen. Der Punktdurchmesser
wurde auf etwa 0,5 mm, der Punktabstand auf etwa 0,5 mm und die Punkttiefe auf etwa
0,5 mm eingestellt. Die punktförmigen Vertiefungen wurden mit einem Gummirakel vollständig
mit einer Aluminiumpaste auf Dispersionsbasis gefüllt und zusätzlich wurde das Linoleumvorfell
ganzflächig auf den erhabenen Bereichen mit derselben Aluminiumpaste beschichtet.
Das Linoleumvorfell wurde anschließend in derselben Weise wie in Beispiel 1 zu einem
Linoleumflächengebilde, welches in 6 abgebildet ist,
weiterverarbeitet.
Beispiel 5
Herstellung eines Bodenbelags aus einem gemusterten Linoleumflächengebilde
Zunächst wird ein mehrfarbiges Linoleumvorfell aus mehrfarbiger gekratzter
Linoleummischmasse durch Kalandrieren in einer Breite von etwa 160 cm und einer
Dikke von etwa 1,8 mm hergestellt.
Das Linoleumvorfell wird in seiner Kalandrierrichtung in einer Breite
von etwa 30 cm von seinem Rand mit einem Kratzwerkzeug auf seiner Oberseite mit
unterbrochenen, unregelmäßigen Rillen versehen. Der Rillenabstand wird auf etwa
0,5 mm, die Rillentiefe auf etwa 0,5 mm und die Rillenbreite auf etwa 0,5 mm eingestellt.
Das erhaltene Linoleumvorfell wird mit einem Gummirakel vollflächig mit einer Aluminiumpulver
enthaltenden Paste auf Dispersionsbasis beschichtet, wobei die Rillen vollständig
aufgefüllt wurden.
Nach kurzzeitiger Trocknung wurde das Linoleumvorfell in Abschnitte
von etwa 2 m Länge geschnitten, die Abschnitte um 90° gedreht und zu einem schuppenförmigen
Fellpaket übereinandergelegt. Dabei ragt der mit Rillen versehene Rand der Linoleumvorfellstücke
beim anschließenden Kalandrieren in Richtung des Kalanders, wobei die gefüllten
Rillen und die beschichtete Oberfläche der Linoleumvorfellstücke nach oben zeigen.
Damit liegen die Rillen beim anschließenden Kalandrieren quer zur Kalandrierrichtung.
Das Fellpaket aus schuppenförmigen übereinandergestapelten Linoleumvorfellstücken
wird erwärmt und verpresst, wobei sich ein Fellpaket mit einer Dicke von etwa 30
mm, was etwa der 16-fachen Dicke des Linoleumvorfells entspricht, ergibt. Dieses
verpresste Fellpaket wird anschließend zu einem Linoleumflächengebilde mit einer
Dicke von etwa 1,5 mm kalandriert.
Dieses Linoleumflächengebilde wird als Linoleumdeckfell, d.h. die
Deckschicht eines Linoleumbodenbelags verwendet.
Separat wurde ein Bodenbelags-Untergrund auf einem getrennten Walzwerk
hergestellt, indem eine Linoleummischmasse auf ein Jutegewebe aufgewalzt (kalandriert)
wurde. Der Untergrund wies eine Dicke von ca. 1 mm auf.
In einem weiteren Arbeitsschritt wurden das Linoleumdeckfell und der
Untergrund mit einem sog. Bandkalander kraftschlüssig miteinander verbunden. In
7 ist die Musterstruktur auf der Oberfläche des erhaltenen
Linoleumflächengebildes, in diesem Fall ein Linoleumbodenbelag, abgebildet.
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes,
umfassend die Schritte:
(a) Aufbringen einer flächigen Schicht aus einem linoleumfremden Material auf mindestens
einen Teil der Oberfläche eines Linoleumvorfells und/oder Einbringen eines linoleumfremden
Materials in vorbestimmte Vertiefungen in dem Linoleumvorfell,
(b) Schneiden des erhaltenen Linoleumvorfells in Stücke vorbestimmter Länge,
(c) Übereinanderlegen der geschnittenen Linoleumvorfellstücke zu einem schuppenförmigen
Fellpaket und
(d) Auswalzen des schuppenförmigen Fellpakets zu einem gemusterten Linoleumflächengebilde.
- Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes,
umfassend die Schritte:
(a') Aufbringen eines linoleumfremden Materials in Form einer Lösung, einer Paste,
einer Suspension oder einer Dispersion auf die gekratzte Linoleummischmasse und
Auswalzen der mit dem linoleumfremden Material versehenen gekratzten Linoleummischmasse
zu einem Linoleumvorfell oder einem fertigen Linoleumflächengebilde.
- Verfahren nach Anspruch 2, wobei das in Schritt (a') erhaltene Linoleumvorfell
weiterverarbeitet wird durch:
(b) Schneiden des erhaltenen Linoleumvorfells in Stücke vorbestimmter Länge,
(c) Übereinanderlegen der geschnittenen Linoleumvorfellstücke zu einem schuppenförmigen
Fellpaket und
(d) Auswalzen des schuppenförmigen Fellpakets zu einem gemusterten Linoleumflächengebilde.
- Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, wobei im Anschluß an Schritt (a')
eine flächige Schicht aus einem linoleumfremden Material auf mindestens
einen Teil der Oberfläche dieses Linoleumvorfells aufgebracht und/oder ein linoleumfremdes
Materials in vorbestimmte Vertiefungen in diesem Linoleumvorfell eingebracht wird/werden.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das linoleumfremde
Material ein metallisches Material und/oder ein Pigment ist, das sich von dem/den
gegebenenfalls zur Färbung der Linoleummischmasse verwendeten Pigmenten) unterscheidet.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das linoleumfremde
Material ein Metallpulver, eine Metallpaste, ein Effektpigment, ein Glanzpigment
oder ein Perlglanzeffektpigment ist.
- Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das linoleumfremde
Material ein Aluminiumpulver, eine Aluminiumpaste oder ein Effektpigment auf Basis
von Glimmer oder Glimmermineralien oder einem Polyester-Glimmer ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 7, wobei das linoleumfremde
Material als flächige Schicht auf die gesamte Breite oder nur einen Teil des Linoleumvorfells
aufgebracht und/oder in vorbestimmte rillenförmige Vertiefungen, welche über die
gesamte Breite oder nur einen Teil der Breite des Linoleumvorfells vorhanden sind,
eingebracht wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 8, wobei die flächige
Schicht in einer Dicke von 5 &mgr;m bis 1000 &mgr;m auf das Linoleumvorfell aufgebracht
wird.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 und 4 bis 9, wobei die Vertiefungen
in dem Linoleumvorfell eine Tiefe in einem Bereich von 5% bis 60%, bezogen auf die
Dicke des Linoleumvorfells, aufweisen.
- Verfahren zur Herstellung eines gemusterten Linoleumflächengebildes,
umfassend die Schritte:
– Herstellen eines ein- oder mehrfarbigen Linoleumvorfells aus Linoleummischmasse,
– Beschichten des ein- oder mehrfarbigen Linoleumvorfells auf mindestens einem
Teil seiner Oberfläche mit einem linoleumfremden Material,
– Verarbeiten des beschichteten Linoleumvorfells zu Granulat oder Chips, entweder
direkt oder nachdem es in Kalandrierrichtung entweder in vorzugsweise gleich große
Hälften geschnitten und anschließend die Abschnitte übereinandergelegt wurden oder
das Linoleumvorfell ein- oder mehrfach gefaltet wurde,
– Herstellen eines Linoleumfells aus den erhaltenen Granulatteilchen oder
Chips durch Auswalzen derselben und gegebenenfalls
– Weiterverarbeiten des erhaltenen Linoleumfells in üblicher Weise zu einem
endgültigen Linoleumflächengebilde.
- Verfahren nach Anspruch 11, wobei das linoleumfremde Material ein
metallisches Material oder ein Pigment ist, das sich von dem/den gegebenenfalls
zur Färbung der Linoleummischmasse verwendeten Pigmenten) unterscheidet.
- Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, wobei das linoleumfremde Material
ein Metallpulver, eine Metallpaste, ein Effektpigment, ein Glanzpigment oder ein
Perlglanzeffektpigment ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei das linoleumfremde
Material ein Aluminiumpulver, eine Aluminiumpaste oder ein Effektpigment auf Basis
von Glimmer oder Glimmermineralien oder einem Polyester-Glimmer ist.
- Gemustertes Linoleumflächengebilde, das nach einem Verfahren nach
einem der Ansprüche 1 bis 14 erhältlich ist.
- Verwendung eines gemusterten Linoleumflächengebildes nach Anspruch
15 als Bodenbelag, Fliese, Wandabdeckung oder Dekorbelag.
Es folgen 7 Blatt Zeichnungen
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