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Dokumentenidentifikation DE102004016663A1 20.10.2005
Titel Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses
Anmelder Müller, Bernd, Dr., 04159 Leipzig, DE
Erfinder Müller, Bernd, Dr., 04159 Leipzig, DE
DE-Anmeldedatum 05.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016663
Offenlegungstag 20.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.10.2005
IPC-Hauptklasse F42D 1/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses, Erhöhung der Sicherheit, Verringerung des Bohrmeteraufwandes, des Sprengstoffeinsatzes und der Erschütterungsimmissionen bei allen Reihensprengungen mit Kopf- und Sohllöchern durch ein im Bohrlochtiefsten sicher eingebrachtes, definiertes, gleichmäßig angeordnetes Luftkissen mit Zünder sowie der dazugehörigen Schlagpatrone bzw. dem Booster, wobei die Zündung stets im Bohrlochtiefsten einzuleiten ist.
Es ist seit Jahren bekannt, dass Luftpuffer und -kissen innerhalb der Ladesäule von Reihensprengungen günstige Effekte auf das Sprengergebnis haben. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst, dass dieser Hohlraum durch ein auf den Bohrlochdurchmesser abgestimmtes, in der Länge auf die darüber befindliche Sprengmasse der Ladesäule bezogenes, zylinderförmiges Rohr aus Kunststoff (1, 8) oder anderen brauchbaren Materialien im Bohrlochtiefsten entsteht und zusammen mit der Schlagpatrone oder dem Booster einschließlich Zünder die selbst in einem eigens vorgesehenen, oberhalb des Kissens angeordneten Hohlraum (3) im bekannten Sinne befestigt werden, in trockene oder wassergefüllte Bohrlöcher eingebracht wird und das so entstehende Luftkissen mittels geeigneter Verfahren und Ausbildung gegen von oben eindringende Sprengstoffe abgeschirmt wird sowie das möglicherweise vorhandene Wasser beim Eindrücken weitestgehend verdrängt wird. Die einzelnen Teile des Luftkissens mit den dazugehörigen Elementen, ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses, Erhöhung der Sicherheit, Verringerung des Bohrmeteraufwandes, des Sprengstoffeinsatzes und der Erschütterungsimmissionen bei allen Reihensprengungen mit Kopf- und Sohllöchern durch ein im Bohrlochtiefsten sicher eingebrachtes, definiertes, gleichmäßig angeordnetes Luftkissen mit Zünder sowie der dazugehörigen Schlagpatrone bzw. dem Booster, wobei die Zündung stets im Bohrlochtiefsten einzuleiten ist.

Es ist bekannt, dass man durch einen luftgefüllten Hohlraum (Air Deck) unter der eigentlichen Ladesäule die Unterbohrung vermeiden, den Sprengstoffeinsatz reduzieren, die Zertrümmerung verbessern und geringere Erschütterungen erzeugen kann (2004, Explosives engineering, Vol. 21, Number 1, pp 10 – 18 and Proc. of the 30. Ann. Conf. on Explosives and Blasting Technique in New Orleans, Vol. II pp 33 – 259). Hierbei wird ein Stöpsel aus Plaste auf einen hölzernen Stock aufgesetzt und in das Bohrloch gelassen. Danach wird etwa eine Schaufel voll Splitt oder Bohrklein auf den Stöpsel (= Power DeckTM plug) geschüttet. Darüber erfolgt der Aufbau der Ladesäule in bekannter Art und Weise. Die Auswirkungen von Luftpuffern auf das Sprengergebnis sind seit langem bekannt, ohne bis zur Anwendung des „Power DeckTM plug" eine Auslegung im Bohrlochtiefsten systematisch vorgenommen zu haben (1964, Vzryvnoe delo, 54/11, S. 310 – 317 (russ.); Die Explosionsenergie und die Konstruktion der Ladesäule, Nedra, Moskwa (russ.); 1991, 3. High-Tech Seminar: Blasting Technology, Instrumentation and Explosive Application, San Diego, Juni 2 – 7, 1994; Spreng-INFO, H 2, S. 48 – 51). In einer anderen Fundstelle wird die Möglichkeit zur Verminderung von Sprengerschütterungen so beschrieben, dass man diese Wirkung durch Einbringen von Styropor-Stangen in das Bohrlochtiefste bei einer Großbohrlochsprengung insbesondere im klüftigen Kalkstein erreichen kann (DE 1984 9953.1-24). Diese werden oft infolge ihres geringen Gewichtes und der Bruchempfindlichkeit im Bohrloch zerstört. Die Styropor-Stangen bedingen einen unregelmäßigen Hohlraum unter den Ladesäulen, lassen sich nicht sicher gleichmäßig verteilt einbringen bzw. garantieren keinen Verschluss des Bohrloches gegen nachfallenden Sprengstoff. Den bisherigen, bekannten Vorgehensweisen haften die Nachtetten an, dass das geometrisch einzubringende Luftkissen ungleichmäßig ist, oft durch Unregelmäßigkeiten oder Wasser im Bohrloch die Styropor-Stangen hängen bleiben, aufschwimmen oder der Stock mit dem Stöpsel verkantet sowie das Bohrloch versperrt und der Einsatz des Stöpsels (Power DeckTM plug) mit Stock in wassergesättigten Bohrlöchern nicht die volle, erwartete Wirkung zeigt. Die erforderliche Handhabungssicherheit ist nicht gewährleistet.

Es ist zur sicheren Vorbereitung einer Sprenganlage mit Bohrlochreihen unter Einbeziehung eines Luftkissens in jedem Bohrloch notwendig, die vorteilhaften Effekte durch sicheres Einbringen, gleichmäßiges Positionieren, gutes Abschirmen gegen vorbeirieselnden oder fließenden Sprengstoff und stabilen, definierten Hohlraum zu nutzen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine sicher umsetzbare Verfahrensweise zur genauen, einheitlich dimensionierten, einfach realisierbaren Anordnung eines Luftkissens unter der Schlagpatrone oder Booster mit dem darin befindlichen Zünder im Bohrlochtiefsten zu finden, ohne dass rieselfähiger oder flüssiger Sprengstoff der darüber befindlichen Ladesäule in diesen Hohlraum vordringen kann und das möglicherweise vorhandene Wasser weitestgehend verdrängt wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass ein Luftkissen durch ein genügend großes, auf den Bohrlochdurchmesser abgestimmtes, in der Länge auf die darüber befindliche Sprengmasse der Ladesäule bezogenes, hohles, zylinderförmiges Rohr aus Kunststoff (1, 8) oder anderen brauchbaren Materialien im Bohrlochtiefsten entsteht und zusammen mit der Schlagpatrone (19) oder dem Booster (22) einschließlich Zünder (20), die selbst in einem eigens vorgesehenen, mit einem Verschluss (4) abgegrenzten, oberhalb des Kissens angeordneten Hohlraum (3) im bekannten Sinne befestigt werden, in trockene oder wassergefüllte Bohrlöcher eingebracht wird und das so entstehende Luftkissen mittels geeigneter Verfahren und Ausbildung gegen von oben einrieselnde oder fließende Sprengstoffe abgeschirmt wird sowie das möglicherweise vorhandene Wasser im Bereich des abgedichteten Luftkissens beim Eindrücken weitestgehend verdrängt wird.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein geometrisch definiertes, gleichmäßig gestaltbares, anpassungsfähiges Luftkissen im Bohrlochtiefsten zusammen mit der einfach zu befestigenden Schlagpatrone oder einem Booster einschließlich des erforderlichen Zünders sicher und ohne größeren, zusätzlichen Zeitaufwand in das Bohrloch verbracht werden können, wobei gleichermaßen vorhandenes Wasser mit dem abdichtbaren, rohrartigem Luftkissen durch die Belastung der späteren Ladesäule weitestgehend verdrängt werden kann und durch einfache Maßnahmen an der Oberseite des Luftkissens mit der Schlagpatrone bzw. dem Booster der verbliebene Ringraum gegen von oben vordringenden Sprengstoff verschlossen werden kann. Auf diese Weise entsteht ein einheitliches Luftkissen im Bohrlochtiefsten in der Ebene der vorgesehenen Arbeitssohle, welches bei der Zündung der Ladesäule die gewünschten Verbesserungen einer Sprengung bewirkt wie Wegfall der Unterbohrung, Reduzierung des Sprengstoffeinsatzes, Verminderung von Erschütterungen, keine oder geringe Zerstörung der verbleibenden Sohle, bessere Auflockerung des Haufwerkes und gute Umsetzung des eingebrachten Sprengstoffes. Die einzelnen Teile des Luftkissens mit den dazugehörigen Elementen, Einbauten, Gestaltungen und Aussparungen (1, 2, 3, 4, 6, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15) sind schnell und einfach montierbar und die Schlagpatrone bzw. der Booster mit dem Zünder sind mit wenigen Handgriffen mit Isolier-, Klebeband oder ähnlichen Hilfsmitteln auf der oberen Seite des Luftkissens in dem dafür vorgesehenen Raum (3, 4) anzubringen, so dass nach Fertigung ein gemeinsames, ohnehin notwendiges Ablassen des Luftkissens mit den Sprengmitteln in das Bohrloch erfolgen kann. Danach wird der verbleibende Laderaum in üblicher Weise ausgeladen und die Sprengung abgetan.

Mehrere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Patentansprüchen 2 bis 10 angegeben. Die Weiterbildung nach Patentanspruch 2 ermöglicht es, dass durch die einheitliche, gleichmäßige Anordnung des Luftkissens in der gesamten Sprenganlage über dem Niveau und in etwa der gleichen Höhe zur Sohle bzw. erforderlichen Arbeitsfläche abschließend die Wirkung verstärkt werden kann. Durch Zünden der Sprenganlage mit gleichmäßigem Luftkissen nach der Impulstheorie (Spreng-INFO H 2, 2003, S. 33 – 41 und H 3, 2003, S. 35 – 42) sind weitere optimale Umsetzbedingungen mit deutlichen Verbesserungen des Sprengergebnisses zu erreichen.

Erfindungsgemäß ist nach Anspruch 3 weiterhin vorgesehen, dass das Luftkissen aus den einzelnen Teilen (1, 2, 8, 11, 12) in beliebiger, erforderlicher Art und Weise durch Zusammenstecken verlängert, verkürzt und durch Auswahl der verschiedenen, angebotenen Durchmesser dem jeweiligen Bohrloch angepasst werden kann, so dass ein störungsfreies Eindringen ermöglicht wird. In trockenen Bohrlöchern ist ein Verschließen und geeignetes Abdichten nicht erforderlich. Für wasserführende Bohrlöcher wird nach Anspruch 4 erfindungsgemäß vorgesehen, dass das Luftkissen (1, 2, 8) am unteren Ende mit einer abgerundeten Verschlusskappe (9, 10) gegen eindringendes Wasser geschützt wird und das gesamte Luftkissen an den zusammengesteckten Stellen (2) zu den Teilen (1, 8, 9) mit geeigneten Maßnahmen wie Überkleben von Isolier- oder Packband, Aufbringen von Fett oder Klebstoffen auf (2) abgedichtet wird.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 5 dadurch gegeben, dass am oberen Ende des Teiles 1 bzw. 3 ein verlängerter Ansatz in gleichmäßige Teile zerschnitten und durch eine umlaufende Fase (12) geschwächt wird, die ihrerseits ein leichtes Abknicken der geschnittenen Teile ermöglicht und somit beim Einlassen in das Bohrloch kein Hindernis entsteht, aber nach einem leichten Aufwärtsziehen im Bohrlochtiefsten der aufgeschnittene Ansatz umlaufend so auffächert, dass im Ringraum oberhalb des Luftkissens zum Bohrloch das Vordringen von Sprengstoff weitestgehend verhindert wird.

Erfindungsgemäß können nach Anspruch 6 aus den einzelnen Teilen (8, 2, 9, 10, 18) auch oberhalb des Luftkissens durch einfaches Zusammenstecken der Leerrohre als Zwischenbesatz mit definierter Länge an den betreffenden Stellen oder Schwachstellen mit geringer Vorgabe dm-genau eingebracht werden und so zur höheren Sicherheit beitragen.

Die in Anspruch 7 angegebene vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung eine Verstärkung des Luftkissens in der Weise vorzunehmen, dass direkt unter dem vorgesehenen Raum für die Schlagpatrone bzw. Booster mit Zünder (3) eine Druckgaspatrone (24) oder gleichwertiges eingebracht und mit dem unteren Zünder der Ladesäule oder kurz davor gezündet wird, wodurch sich im Bereich des Luftkissens der Druck erhöht und die Wirkung zur Verbesserung des Sprengergebnisses verstärkt wird.

In Anspruch 8 wird die Erfindung weiter in der Weise ausgestaltet, dass durch Aufstecken mehrerer Einzelteile (1, 2, 8, 9, 10 oder 18) aufeinander eine einheitliche Ladesäule von einer erforderlichen Länge geschaffen, dabei Schritt für Schritt in das Bohrloch mit dem Luftkissen nach Anspruch 1 eingebracht und dann mit ANFO-, Heavy-ANFO- oder Emulsionssprengstoffen der zylinderförmige Laderaum voll aufgefüllt wird, wodurch der Sprengstoff nicht entweichen kann.

Diese Vorgehensweise gestattet bei vorhandenen Spalten, in stark klüftigem, aufgerissenen Gebirge, in wassergefüllten Sprenganlagen, die mit wasserempfindlichen Sprengstoffen geladen werden sollen und bei ähnlich schwierigen instabilen Verhältnissen eine sichere Ausladung der Sprengung, ohne unkontrollierte Verluste von Sprengmitteln. Der verbleibende Ringraum zwischen der rohrartigen Ladesäule und dem vorhandenen Bohrloch kann mit Wasser, Bohrklein oder anderen geeigneten Materialien verfüllt werden, damit eine bessere Übertragung der Sprengwirkung in das Festgebirge oder Sprengmedium erfolgt.

Erfindungsgemäß ist im Anspruch 9 fortsetzend vorgesehen, dass bei Erfordernis oder geteilter Ladesäule weitere Luftkissen gemäß Anspruch 1 in die Sprenganlage oder Bohrung geometrisch definiert mit dem Vorteil, eingebracht werden können, dass die Verbesserung des Sprengergebnisses auch unter schwierigen Randbedingungen vorgenommen werden kann. Der Anteil der Luftkissen am Gesamtvolumen einer geteilten Bohrlochladung sollte dabei nicht mehr als 10% betragen.

Letztlich ist im Anspruch 10 der Erfindung die vorteilhafte Ausgestaltung angegeben, die die gute Wirkung des sprengstoffreichen Volumens im Bohrlochtiefsten auch unter den Bedingungen nicht abwendbarer Wasserzuläufe durch Offenhalten des Luftkissens am unteren Ende (6) und Perforieren des Verschlusses (4) ermöglicht, wobei allerdings die vorgetragene Verbesserung des Sprengergebnisses in abgeschwächter Art und Weise eintritt. Die erfindungsgemäßen Lösungen nach Anspruch 1 bis 10 sind kostengünstig herstellbar, austauschbar, vielfältig nutzbar und einfach handhabbar.

In den Zeichnungen 1 bis 11 sind die einzelnen Teile der Erfindung dargestellt und werden mit der Bezugszeichenliste nachstehend beschrieben:

1Außenansicht des zylinderförmigen Kopfstückes vom Luftkissen in dem die Schlagpatrone oder Booster mit Zünder untergebracht wird 2Verjüngter Ansatz von 1 und 8 zum Aufstecken der Teile 8, 9 3Hohlraum für die Aufnahme der Schlagpatrone oder Boosters mit Zünder 4Verschluss an der Oberseite des Luftkissens zum Hohlraum 3 5Schnitt durch den Kopfteil des Luftkissens 6Schnitt durch den verjüngten Ansatz 2 mit Öffnung zum Raum von 1 7Schnitt durch ein Kopfstück des Luftkissens (1) und Verlänge rungsstück (8) mit Öffnung 8Verlängerungsstück für das Luftkissen und die Verwirklichung der Ansprüche 1, 2, 3, 6, 8, 9 9Ansatz zum Aufstecken des Verschlusses am unteren Ende des Luftkissens nach Ansprüchen 1, 3, 4, 6, 8 10Abgerundete Spitze des Verschlusses zum besseren Einbringen insbesondere in nassen, wassergesättigten Bohrlöchern 11In gleiche Teile getrennte Verlängerung am Kopfstück des Luftkis sens (1) – Spreizkranz – zur Verhinderung des Vordringens von Sprengstoff nach Anspruch 1, 5 12Fase zum Abknicken der Teile von 11 13Schnitt durch 11 14Ringförmig aufgeklappter Spreizkranz nach 11 15Aufgeklappter Spreizkranz am Kopfstück 11 16Seitenansicht eines Deckels für den oberen Verschluss bei Herstellung von Zwischenbesatzstücken 17Schnitt von 16 18Obere Ansicht von 16 19Beispiel der Anordnung einer Schlagpatrone im Hohlraum 3 20Zünder in der Schlagpatrone bzw. dem Booster 21Zündleitung oder Zündschlauch je nach Zünder 22Beispiel der Anordnung eines Boosters im Hohlraum 3 23Geöffneter Spreizkranz bei vorhandener Ladung vor dem Einbrin gen 24Druckgaspatrone – beispielhaft – durch 4 gedrückt

Die 12 bis 15 zeigen Beispiele der Anwendung.

12 Fertiges einfaches Luftkissen mit Verschluss, eingefügter Schlagpatrone und Zünder

13 Fertiges verlängertes Luftkissen mit Verschluss, eingefügtem Booster und Zünder

14 Nach unten offenes Luftpolster mit Booster, Druckgaspatrone und geöffnetem Spreizkranz

15 Beispielhaft zusammengesteckte Ladesäule mit verschlossenem Luftkissen und eingebrachten Sprengmitteln für unsichere Gebirgsverhältnisse wie Spaltenbildung, Auflockerung, instabile Verhältnisse u. s. w.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses, Erhöhung der Sicherheit, Verringerung des Bohrmeteraufwandes, des Sprengstoffeinsatzes und der Erschütterungsimmissionen insbesondere bei Ein- und Mehrreihensprengungen bzw. Sohl- und Kopflöchern, dadurch gekennzeichnet, dass im Bohrlochtiefsten ein Luftkissen realisiert durch ein genügend großes, im Durchmesser auf das Bohrloch abgestimmtes, in der Länge auf die Sprengstoffmasse der Ladesäule bezogenes, hohles, zylinderförmiges Rohr aus Kunststoff (1, 8) oder anderen brauchbaren Materialien zusammen mit der Schlagpatrone (19) oder dem Booster (22) einschließlich Zünder (20), die ihrerseits in einem eigens vorgesehenen, mit einem Verschluss (4) abgegrenzten, oberhalb des Kissens angeordneten Hohlraum (3) befestigt werden, eingebracht wird, so dass ein stabiles definiertes Luftkissen in wassergefüllten oder trockenen Bohrlöchern entsteht, welches durch eine geeignete Verfahrensweise insoweit nach oben abgedichtet wird, dass kein pulverförmiger oder flüssiger, fließender Sprengstoff in den Bereich des Luftkissens vordringen bzw. dort nicht detonieren kann und das möglicherweise vorhandene Wasser durch das infolge Ausladung des Bohrloches mit Sprengstoff eingedrückte Luftkissen weitestgehend verdrängt wird.
  2. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren Bohrlöchern ein einheitliches, gleichmäßig angeordnetes Luftkissen entsprechend des Ladesäulengewichtes in der gesamten Sprenganlage über dem Niveau und in etwa gleicher Höhe der gewünschten Sohle oder Arbeitsfläche entsteht.
  3. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftkissen aus einem zylinderförmigen Rohr je nach den Bedingungen und Größe der Ladesäule beliebig verlängert oder verkürzt bzw. je nach Bohrlochdurchmesser mit dem Durchmesser des Rohres entsprechend angepasst und abgedichtet werden kann (1, 2, 8, 9, 10).
  4. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftkissen bei nassen, wassergefüllten Bohrlöchern am unteren Ende durch einen passenden Verschluss gegen eindringendes Wasser geschützt ist und die erforderliche Größe des Luftpolsters erreicht wird (9, 10).
  5. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Spreizung des oberen Rohransatzes bzw. oberen Endes des Luftkissens durch ein gleichmäßiges Aufschneiden ringsum die Rohröffnung fächerartig von oben möglich wird (11, 12, 14, 15, 23) und so den verbleibenden Ringraum des Bohrloches gegen vordringenden losen oder fließenden Sprengstoff schützt, wobei die Wirkung durch dosierte Eingabe von gebrochenen Gesteinsmaterial oder Bohrklein erhöht werden kann.
  6. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass andefinierten Schwachstellen der Ladesäule oberhalb des Luftkissens bei Kopf- und Sohllöchern oder zur genauen Dosierung von Zwischenbesatz die zylindrischen Leerrohre auf das erforderliche Maß und am unteren sowie oberen Ende mit den Verschlüssen zusammengesteckt und an die betreffenden Stellen der Ladesäule eingebracht werden (1, 2, 8, 9, 10, 16, 18).
  7. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, 2, 3, 4 und 5 dadurch gekennzeichnet, dass durch den Verschluss des Zylinders im oberen Bereich des Luftkissens (3, 4) direkt unter dem vorgesehenen Raum für die Schlagpatrone bzw. Booster mit Zünder eine Druckgaspatrone (24) oder gleichwertiges eingebracht wird, die mit dem Zünder der Ladesäule oder kurz vorher gezündet wird und das Luftkissen durch Druckerhöhung verstärkt.
  8. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5 und 7 dadurch gekennzeichnet, dass bei Erfordernis einer einheitlichen Ladesäule, in klüftigem Festgebirge mit offenen Spalten, im instabilen Lockergestein oder in wassergefüllten Bohrlöchern durch weiteres Aufstecken der zylindrischen Elemente (1, 8) oberhalb des Luftkissens der Laderaum vollständig bis zum Bohrlochmund oder erforderlichenfalls mit einer definierten Länge hergestellt (1, 2, 8) und sowohl mit wasserempfindlichen ANFO-, Heavy-ANFO bzw. unempfindlichen Emulsionssprengstoffen gefüllt werden kann, ohne dass die losen oder flüssigen Sprengstoffe weglaufen, gelöst werden oder in Spalten rieseln können und der verbliebene Ringraum zwischen der rohrartigen Ladesäule mit Wasser, Bohrklein oder anderen geeigneten Materialien erforderlichenfalls gefüllt wird.
  9. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses nach Anspruch 1, 2, 3, 4, 5, 7 dadurch gekennzeichnet dass erforderlichenfalls weitere Luftkissen im Bereich einer Ladesäule an anderer Stelle als im Bohrlochtiefsten geometrisch definiert eingebracht werden können.
  10. Verfahren zur Verbesserung des Sprengergebnisses teilweise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Vorhandensein von Wasser in den Bohrlöchern dieses in den Bereich des Luftkissens durch Offenlassen des Rohres (1, 8) und perforieren des Verschlusses (4) vom Raum für die Schlagpatrone bzw. Booster mit Zünder ausnahmsweise eindringen kann und auf diese Weise wenigstens eine definierte sprengstofffreie Zone gewährleistet wird.
Es folgen 10 Blatt Zeichnungen






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