Die Erfindung betrifft ein mehrschichtiges übernähtes System mit wenigstens
zwei voneinander isolierten flächigen elektrischen Leitern.
Eine Anwendung für ein derartiges System ist beispielsweise ein im
Sitz eines Kraftfahrzeuges integriertes kapazitives Besetzterkennungssystem. Dieses
wird aufgebaut durch zwei aus metallisiertem Gewebe gebildete flächige Leiter, welche
durch ein Abstandmaterial (z.B. Gewirke oder Vliese) voneinander isoliert sind.
Das Abstandsmaterial soll häufig neben der isolierenden Eigenschaft, der Sicherstellung
eines Midestabstandes zwischen den flächigen elektrischen Leitern und einer ausreichenden
Flauschigkeit auch noch zur Gewährleistung eines Klimakomforts des Sitzes eine große
Luftdurchlässigkeit besitzen. Dies führt zur Verwendung von hinreichend "offenen"
und weichen Abstandsmaterialien, welche aber keinen ausreichenden Schutz vor Kurzschlüssen
in Übernähbereichen liefern.
Bei derartigen Systemen ist es häufig notwendig, dass textile Sandwichaufbauten,
welche zwei oder mehrere leitfähige Schichten enthalten, miteinander übernäht werden
müssen, wie es z.B. bei im Sitz eines Kraftfahrzeuges integrierten FD-(Field-Detection-Sensor)-Matten
der Fall ist. Es entsteht das Problem, dass solche Sandwichaufbauten nur in Bereichen
übernäht werden können, die keine übereinanderliegenden leitfähigen Schichten aufweisen;
um Kurzschlüsse zwischen den leitfähigen Materialien durch den Nähprozess zu vermeiden.
Bei großflächigen mehrschichtigen Systemen ist es oft notwendig, nicht nur im Randbereich
ohne leitfähige Schichten, sondern auch in übrigen Bereichen des Mehrschichtsystems
zu übernähen. Dadurch bilden die flächigen elektrischen Leiter separate Bereiche
in dem mehrschichtigen System, die miteinander durch Kabelbrücken elektrisch leitend
verbunden werden müssen. Nachteilig ist hierbei, dass die flächigen elektrischen
Leiter in ihren separaten Bereichen besonders sorgfältig platziert werden müssen
und nach den Näharbeiten miteinander durch aufwendige und fehleranfällige Kontaktierungen
elektrisch verbunden werden müssen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein mehrschichtiges übernähtes
System mit mehreren übereinander angeordneten und voneinander isolierten flächigen
elektrischen Leitern zur Verfügung zu stellen, dessen Herstellung einfach ist und
dabei das Risiko, dass es durch den Nähprozess zu Kurzschlüssen zwischen den leitfähigen
Materialien kommt, weitgehend vermieden wird.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein mehrschichtiges System vorgeschlagen,
in dem wenigstens in einem Übernähbereich zwischen den voneinander isolierten flächigen
elektrischen Leitern eine Übernähschutzschicht aus einem elastischen Material angeordnet
ist, die bei Übernähen einen Kurzschluss zwischen den flächigen elektrischen Leitern
verhindert.
Ein solches mehrschichtiges übernähtes System erlaubt es, von einer
aufwendigen Fertigung des Systems aus mehreren kleineren Systemen mit ihrer anschließenden
Kontaktierung miteinander zu einer einfacheren Herstellung des Systems einer beliebigen
vorgegebenen Größe in einem Stück überzugehen. Die erfindungsgemäße Übernähschutzschicht
kann neben der Sicherstellung der Übernähbarkeit zusätzlich als elektrische Isolations-
und/oder Abstandsschicht wirken.
In den abhängigen Ansprüchen 2 bis 9 sind bevorzugte Ausgestaltungen
des erfindungsgemäßen mehrschichtigen Systems angegeben.
Im folgenden werden drei Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen
mehrschichtigen übernähten Systems näher erläutert. Es zeigen:
1 – einen Querschnitt durch eine
mehrschichtiges System mit zwei flächigen elektrischen Leitern, wobei die Schichten
voneinander beabstandet dargestellt sind;
2 – eine Draufsicht auf ein mehrschichtiges
System mit einer durchgehenden Übernähschutzschicht; und
3 – eine Draufsicht auf ein mehrschichtiges
System mit einer stelleweise angeordneten Übernähschutzschicht.
1 zeigt einen Querschnitt einer bevorzugten
Ausführungsform eines mehrschichtigen Systems 10, wobei die einzelnen Schichten
voneinander beabstandet dargestellt sind. Die unterste Schicht des Systems bildet
ein Trägermaterial 2, das aus einem elektrisch nicht leitenden, elastischen,
glatten, zugbelastbaren und knickfesten Material besteht, z.B. aus Gewirke, Charmeuse
oder Vlies.
Auf dem Trägervlies 2 ist ein flächiger elektrischer Leiter
3, der aus einem leitfähigen Gewebe, beispielsweise aus silberbeschichteten
Nylon Gewirke, besteht. Auf dem elektrischen Leiter 3 befindet sich ein
Abstandsmaterial 5, das z.B. aus Vlies oder Gewirke besteht und eine vorgegebene
Dicke aufweist.
Über dem Abstandsmaterial 5 ist eine Übernähschutzschicht
4 angebracht, die aus Silikonkautschuk besteht. Die Übernährschutzschicht
4 kann auch aus anderen Elastomeren oder aus Leder bestehen. Das Material
der Übernähschutzschicht 4 sorgt dafür, dass durch eine
Nähnadel oder durch einen Nähfaden während des Nähprozesses mitgezogene oder herausgerissene
leitfähige Faserstücke aus dem unterhalb oder oberhalb dieser Schicht angeordneten
leitfähigem Gewebe des Leiters 3 bzw. 3' abgestreift werden. Wesentlich
dabei ist, dass das Material der Übernähschutzschicht 4 eine Elastizität
aufweist, die gewährleistet, dass sich das Material beim Durchstechen um die Nadel
schmiegt und so das Durchziehen von Materialfragmenten des leitfähigen Gewebes der
flächigen elektrischen Leiter 3 und 3' verhindert.
Der flächige elektrische Leiter 3' oberhalb der Übernähschutzschicht
4 besteht aus dem gleichen Material wie der obere flächige elektrische
Leiter 3, kann aber auch aus einem anderen leitfähigem Gewebe aufgebaut
sein.
Das mehrschichtige übernähte System wird durch eine Deckschicht
1 oberhalb des flächigen elektrischen Leiters 3' abgeschlossen,
wodurch ein ausreichender mechanischer Schutz des leitfähigen Gewebes des Leiters
3' erreicht wird. Das Deckmaterial 1 besteht aus Gewirke. Charmeuse
und Vlies können hierzu ebenfalls verwendet werden.
Das in 1 dargestellte mehrschichtige System
kann auch ohne das Abstandsmaterial 5 zusammengesetzt werden, falls die
Übernähschutzschicht 4 ausreichende elektrisch isolierende Eigenschaften
aufweist.
2 zeigt in Draufsicht das mehrschichtige
System mit einer streifenförmig ausgeführten Übernähschutzschicht 4, die
sich vom linken Randbereich des Systems bis zum rechten Randbereich durchgehend
erstreckt. Diese Ausführungsform ist besonders bevorzugt für den Fall, wenn eine
gute Luftdurchlässigkeit des mehrschichtigen Systems gefordert ist. In diesem Fall
kommt die Übernährschutzschicht 4 nur in dem Übernähbereich 6
zur Anwendung.
3 zeigt eine weitere Ausführungsform des
erfindungsgemäßen mehrschichtigen Systems, dessen Unterschied zu der in
2 dargestellten Ausführungsform darin besteht, dass
der obere flächige Leiter 3' in dem Übernähbereich 6 bis auf einen
kleinen, die elektrische Leitfähigkeit sichernden Bereich ausgespart ist. Die Länge
der streifenförmig ausgeführten Übernähschutzschicht 4 ist dementsprechend
bis auf die Länge des den ausgesparten flächigen Leiter 3' überquerenden
Übernähbereichs 6 reduziert. Zur Vermeidung von möglichen Kurzschlüssen
zwischen den flächigen Leitern 3, 3' ist es vorteilhaft, dass
die Länge der Übernähschutzschicht 4 die Länge des den flächigen Leiter
3' überquerenden Übernähbereichs 6 leicht übersteigt. Alternativ
können beide flächigen Leiter 3, 3' in dem Übernähbereich
6 auf einen schmalen, die elektrische Leitfähigkeit sichernden Bereich
ausgespart sein. Diese Ausführungsform erlaubt es, die kritische Übernähfläche nochmals
deutlich zu reduzieren.