Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur spanlosen Erzeugung eines
Gewindes an einem Werkstück.
Zum Erzeugen von Gewinden, insbesondere Gewinden für Schraubverbindungen,
sind verschiedene Werkzeuge bekannt. Ein Großteil der Werkzeuge weist in ihrem Arbeitsbereich
Schneidteile oder Schneiden zum spanabhebenden Erzeugen der Gewinde auf. Zu den
spanabhebenden Gewindeerzeugungswerkzeugen zählen beispielsweise Gewindeschneidwerkzeuge,
Gewindebohrer und Gewindefräser. Eine Form der Gewindeerzeugung basiert auf einer
Materialverformung des Werkstücks. Hierfür sind Gewindeerzeugungswerkzeuge bekannt
und im Einsatz, die durch Druck eine Kaltverformung des Werkstücks erzielen. Unter
diesen spanlosen Gewindeerzeuger fallen die sogenannten Gewindefurcher und die Gewindewalzen.
Der Vorteil dieser Werkzeuge ist, dass durch die Verformung der Oberfläche und die
damit verbundene Verfestigung, die Härte des Werkstoffs im Bereich des Gewindes
ansteigt und somit ein verschleißfesteres Gewinde erzeugt wird.
Aus der DE 103 18 203 A1
ist ein Gewindefurcher bekannt, der zur Erzeugung eines Innengewindes an einem Werkstück
verwendet wird, und einen Schaft sowie einen Formkopf umfasst. Der Formkopf ist
einstückig und somit drehfest mit dem Schaft ausgebildet, der mit seinem dem Werkstück
abgewandten Ende im Spannfutter einer Gewindeerzeugungsvorrichtung aufgenommen und
gehalten ist. Der Formkopf selbst ist einstückig gestaltet und umfasst steigungslose
d.h. jeweils in einer Umfangsebene liegende Gewindeformprofile, die gleichmäßig
voneinander beabstandet sind und über den Umfang verteilte Drückstollen aufweisen.
Der Querschnitt des Formkopfs ist polygonal gestaltet. Der Formkopf ist um eine
Werkzeugachse antreibbar, wobei die Werkzeugachse des Formkopfs zugleich die Drehachse
der Gewindeformprofile bildet.
Zur Erzeugung eines Gewindes in einer Bohrung des Werkstücks wird
der Formkopf zu einer Eingriffsposition an der Innenoberfläche des Werkstücks bewegt
und auf die gewünschte Gewindehöhe gebracht. Der Formkopf wird um seine Werkzeugachse
angetrieben und führt eine Zirkularbewegung bzw. Umlaufbewegung um die Achse der
Werkstücksbohrung um 360° aus. Gleichzeitig führt der Formkopf eine konstante
axiale Vorschubbewegung um das Maß der herzustellenden Gewindesteigung aus. Obwohl
die Verformungsarbeit der Drückstollen durch die Drehzahl und die davon unabhängige
Geschwindigkeit der Zirkularbewegung des Formkopfs gesteuert werden kann, werden
durch die Drückstollen erhöhte Reibungskräfte auf das Werkstück ausgeübt. Hierdurch
werden sowohl das Werkstück als auch der Formkopf in Mitleidenschaft gezogen.
Eine schonendere Bearbeitung von Werkstücken wird mit Hilfe der Gewindewalzen
erreicht, die üblicherweise zur Erzeugung von Außengewinden verwendet werden. Es
sind Walzverfahren bekannt, bei denen zwei Gewindewalzen um ihre Walzenachsen drehangetrieben
werden und auf ein dazwischen angeordnetes Werkstück Reibdruck ausüben, so dass
das Werkstück mit den Gewindewalzen rotiert und das Profil der Gewindewalzen auf
das Werkstück übertragen wird. Nachteilig ist bei den Verfahren, dass zur Führung
und zum Antrieb der Walzen sowie zum Transport der Werkstücke spezielle Walzmaschinen
erforderlich sind. Des weiteren können mit den herkömmlichen Walzverfahren und Walzmaschinen
keine Innengewinde am Werkstück erzeugt werden.
Es ist nun Aufgabe der Erfindung, ein Gewindeerzeugungswerkzeug anzugeben,
bei dem die vorgenannten Nachteile beim Stand der Technik wenigstens teilweise überwunden
oder zumindest vermindert werden.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den von Anspruch
1 abhängigen Ansprüchen.
Ein Kerngedanke der Erfindung gemäß Anspruch 1 besteht darin, dass
das Werkzeug einen um eine Werkzeugachse drehbaren oder drehenden Formkopf umfasst,
der eine oder mehrere Walzen mit mindestens einem Gewindeformprofil aufweist, wobei
die Walzen in einem definierten Abstand zur Werkzeugachse angeordnet sind, um eine
kreisförmige Umlaufbewegung um die Werkzeugachse auszuführen, und wobei die Walzen
um ihre Walzenachsen frei drehbar sind, so dass eine um die Walzenachsen erfolgende
und zur Richtung der Umlaufbewegung gegenläufige Rotationsbewegung der Walzen lediglich
durch Reibschluss der Walzen mit dem Werkstück bewirkt ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Werkzeug ist die Werkzeugachse in der Regel
eine Längsachse des Werkzeugs oder eine zentral durch das Werkzeug verlaufende Achse.
Durch die beabstandete Anordnung der Walzen zur Werkzeugachse und
der dadurch resultierenden Umlaufbewegung der Walzen einerseits und durch die frei
um ihre Walzenachsen rotierenden Walzen andererseits wird eine überraschend effektive
und schonende Gewindeerzeugung ermöglicht, bei der die Gewindeformprofile etwa gleichzeitig
in das Werkstück eingedrückt und daran abgewälzt werden. Besonders vorteilhaft ist,
dass die Rotationsbewegung der Walzen durch Reibschluss mit dem Werkstück
erzielt wird, so dass separate Walzenantriebe nicht erforderlich sind. Die Mechanik
und die Handhabung des Werkzeugs werden hierdurch wesentlich vereinfacht. Das erfindungsgemäße
Werkzeug kann sowohl zur Erzeugung von Innengewinden, insbesondere bei Werkstücken
mit größerem Bohrungsdurchmesser, als auch zur Erzeugung von Außengewinden verwendet
werden.
Gemäß einer ersten Ausführungsform sind die Walzen parallel zur Werkzeugachse
angeordnet, wobei die Gewindeformprofile der Walzen jeweils in einer Umfangsebene
liegen und längs der Walzenachsen in einem konstanten Abstand zueinander angeordnet
sind, so dass die Steigung des zu erzeugenden Gewindes am Werkstück etwa dem Abstand
der Gewindeformprofile der Walzen entspricht. Durch die Ausrichtung der Walzen parallel
zur Werkzeugachse wird eine kompakte Konstruktion des Werkzeugs ermöglicht, so dass
eine Mehrzahl von Walzen um die Werkzeugachse angeordnet werden kann, ohne sich
gegenseitig in ihrer Funktion zu beeinträchtigen. Die Walzen sind zweckmäßigerweise
hinsichtlich der Anzahl und der Abmessungen der Gewindeformprofile identisch.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Walzen um ihre Walzenachsen
seitlich um einen bestimmten Schwenkwinkel verschwenkt, so dass der Steigungswinkel
des zu erzeugenden Gewindes am Werkstück etwa dem Schwenkwinkel entspricht, wobei
die Gewindeformprofile der Walzen jeweils in einer Umfangsebene liegen und längs
der Walzenachsen in einem konstanten Abstand zueinander angeordnet sind. Die seitliche
Verschwenkung der Walzen erfolgt in Umfangsrichtung des Werkzeugs, so dass die Walzen
gegenüber dem Werkstück schräg anordenbar sind. Die seitliche Verschwenkung der
Walzen in Umfangsrichtung gestattet ebenso wie die parallele Ausrichtung der Walzen,
eine Mehrzahl von Walzen um die Werkzeugachse anzuordnen.
Bevorzugtermaßen sind die Gewindeformprofile der seitlich verschwenkten
Walzen gegeneinander axial versetzt, wodurch eine axiale Vorschubbewegung weitgehend
reduziert bzw. unterlassen werden kann. Der axiale Versatz der Gewindeformprofile
wird zweckmäßigerweise durch einen axialen Versatz der Walzen bewirkt, so dass ein
identischer Satz von Walzen verwendet werden kann.
Zweckmäßigerweise sind die Walzen symmetrisch um die Werkzeugachse
angeordnet, so dass die Werkzeugachse zugleich eine Symmetrieachse bildet. Die gleichmäßig
voneinander beabstandeten Walzen gewährleisten eine gleichmäßige Abfolge von Drück-
und Wälzbewegungen der Gewindeformprofile am Werkstück.
Vorteilhafterweise weisen die Gewindeformprofile im Schnitt längs
zur Walzenachse betrachtet eine etwa spitzwinklige Profilform auf und sind an ihren
radial äußeren Enden abgerundet. Durch diese konstruktive Maßnahmen lässt sich eine
gute Formbarkeit des Werkstücks bei gleichzeitig niedriger Walzkraft erzielen.
Vorzugsweise ist die radiale Erstreckung der Gewindeformprofile über
den Umfang etwa konstant, so dass die Gewindeformprofile im Schnitt quer zur Walzenachse
betrachtet kreisförmig ausgebildet sind. Durch diese konstruktive Maßnahme wird
eine ideale Kombination der Eigenschaften des Gewindefurchens mit denjenigen des
Gewindewalzens erzielt. Der auf das Werkstück und das Werkzeug einwirkende Reibdruck
wird über den Umfang der Gewindeformprofile im wesentlichen gleichmäßig verteilt,
so dass insgesamt ein geringerer Kraftaufwand zur Drehung des Werkzeugs erforderlich
ist.
Nach einer alternativen Ausgestaltung variiert die radiale Erstreckung
der Gewindeformprofile über den Umfang, so dass die Gewindeformprofile im Schnitt
quer zur Walzenachse betrachtet eine ovale oder vorzugsweise abgerundete polygonale
Form besitzen. Bei dieser Ausgestaltung dominieren die Eigenschaften des Gewindefurchens,
d.h. der Reibdruck ist insbesondere an den radial vorstehenden Bereichen der Gewindeformprofile
erhöht, wodurch wiederum erhöhte Umformkräfte wirksam sind. Durch die Rotation der
Gewindeformprofile am Werkstück wird der erhöhte Reibdruck zugleich reduziert.
Vorteilhafterweise sind die Walzen mittels Befestigungselementen um
ihre Walzenachsen frei drehbar an einem Befestigungsteil des Werkzeugs gelagert,
das mit seinem den Walzen abgewandten Ende einem Schaft zugeordnet ist und vorzugsweise
drehfest damit verbunden ist. Jeder Walze ist ein Befestigungselement zugeordnet,
so dass die Walzen unabhängig voneinander am Befestigungsteil gelagert sind. Das
Befestigungsteil kann als separates Teil oder einstückig mit dem Schaft ausgebildet
sein.
Zweckmäßigerweise ist das Befestigungsteil zylindrisch gestaltet und
vorzugsweise einstückig mit dem Schaft ausgebildet, wobei das Befestigungsteil einen
im Vergleich zum Schaft größeren Durchmesser aufweist. Durch die einstückige Ausbildung
mit dem Schaft wird eine hohe Stabilität des Werkzeugs gewährleistet Aufgrund der
vergleichsweise größeren Abmessung des Befestigungsteils wird für die Montage der
Walzen ausreichend Raum zur Verfügung gestellt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung nimmt die radiale Erstreckung
der Gewindeformprofile zumindest in einem dem Befestigungsteil gegenüberliegenden
vorderen Bereich der Walzen stufenweise oder stetig ab, so dass sich der Durchmesser der
Walzen zum vorderen Ende hin verjüngt. Durch diese konstruktive Maßnahme wird das
Eindringen der vorderen Gewindeformprofile in die Werkstücksoberfläche erleichtert.
Mit dem Werkzeug gemäß der Erfindung lässt sich ein Verfahren zur
spanlosen Erzeugung eines Gewindes an einem Werkstück durchführen, bei dem ein Formkopf
zu einer Eingriffsposition am Werkstück bewegt wird und um eine Werkzeugachse gedreht
wird, wobei der Formkopf eine oder mehrere Walzen mit mindestens einem Gewindeformprofil
aufweist, die in einem definierten Abstand zur Werkzeugachse angeordnet sind, so
dass die Walzen eine kreisförmige Umlaufbewegung um die Werkzeugachse ausführen
und mit ihren Gewindeformprofilen in das Werkstück eingedrückt werden. Die Walzen
führen beim Eindrücken in das Werkstück eine zur Richtung der Umlaufbewegung gegenläufige
Rotationsbewegung um ihre Walzenachsen aus und wälzen sich über ihre Gewindeformprofile
am Werkstück ab. Durch das Eindrücken und etwa gleichzeitige Abwälzen der Gewindeformprofile
am Werkstück wird in der Eingriffsposition jeweils ein bogenförmiger Eingriffsbereich
im Werkstück gebildet, der durch eine anschließende Bewegung des Formkopfs und/oder
des Werkstücks relativ zueinander im wesentlichen kontinuierlich abgewälzt wird,
um eine Gewinderille im Werkstück zu erzeugen.
Durch die Umlaufbewegung der Walzen wird ein ausreichender Druck auf
das Werkstück ausgeübt, der zu einer entsprechenden Materialverformung des Werkstücks
führt. Durch die zusätzliche Rotationsbewegung der Walzen wird die Reibung sowohl
an den Walzen bzw. an den Gewindeformprofilen als auch am Werkstück reduziert, so
dass das Werkstück schonend bearbeitet wird und der Verschleiß der Walzen reduziert
wird.
Mit diesem Werkzeug gemäß der Erfindung und dem zugehörigen Arbeitsverfahren
lassen sich sowohl Innengewinde, insbesondere bei Werkstücken mit größerem Bohrungsdurchmesser,
als auch Außengewinde erzeugen.
Gemäß einer ersten Ausführung wird der Formkopf relativ zum Werkstück
bewegt, wobei der Formkopf ausgehend von der Eingriffsposition eine Zirkularbewegung
bzw. Umlaufbewegung um eine Werkstücksachse ausführt. Bei der Werkstücksachse handelt
es sich um eine zentral durch das Werkstück verlaufende Achse oder um eine zentrale
Achse der Werkstücksbohrung. Die Werkstücksachse und die Werkzeugachse verlaufen
in der Regel parallel zueinander. Die Zirkularbewegung ist zweckmäßigerweise gleichsinnig
zur Umlaufbewegung der Walzen.
Nach einer vorteilhaften Variante führt der Formkopf etwa gleichzeitig
zur Zirkularbewegung eine axiale Vorschubbewegung aus, so dass sich der Formkopf
im wesentlichen schraubenförmig um die Werkstücksachse bewegt, wobei die Walzen
etwa parallel zur Werkzeugachse angeordnet sind, und die axiale Vorschubbewegung
des Formkopfs so bemessen ist, dass die Steigung des zur erzeugenden Gewindes am
Werkstück dem Abstand der Gewindeformprofile der Walzen entspricht. Dabei kann der
Formkopf zunächst zu einer Eingriffsposition am Werkstück bewegt werden, in der
er mit seinen vorderen bzw. ersten Gewindeformprofilen in das Werkstück eingreift
und sich anschließend längs der Werkstücksachse am Werkstück vorwärts schrauben,
bis die gewünschte Gewindelänge erreicht ist. Eine große Gewindelänge kann hierdurch
auch mit Walzen erreicht werden, die nur wenige Gewindeformprofile aufweisen. Bei
jeder Zirkularbewegung um 360 ° wird eine axiale Vorschubbewegung um ein Maß
ausgeführt, das dem Abstand der Gewindeformprofile entspricht.
Alternativ kann der Formkopf zu einer Eingriffsposition am Werkstück
gebracht werden, in der er mit etwa seinem gesamten Arbeitsbereich in das Werkstück
eingreift, so dass nur eine einzige Zirkularbewegung um 360 ° ausgeführt werden
braucht, um das Gewinde zu erzeugen. Entsprechend ist insgesamt nur eine geringe
axiale Vorschubbewegung erforderlich, die dem Abstand der Gewindeformprofile entspricht.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Variante ist eine axiale Vorschubbewegung
nicht oder nur in sehr geringem Maße erforderlich. Dies wird dadurch erreicht, indem
die Walzen um die Walzenachsen seitlich um einen bestimmten Schwenkwinkel verschwenkt
sind, so dass der Steigungswinkel des zu erzeugenden Gewindes am Werkstück etwa
dem Schwenkwinkel entspricht, und die Gewindeformprofile der Walzen gegeneinander
axial versetzt sind, so dass das Gewinde am Werkstück im wesentlichen durch die
Zirkularbewegung des Formkopfs erzeugt wird. Zusätzlich kann eine axiale Vorschubbewegung
in geringem Maße ausgeführt werden, die im wesentlichen dazu dient, die Gewindeoberfläche
zu glätten.
Gemäß einer zweiten Ausführung werden der Formkopf und das Werkstück
relativ zueinander bewegt, wobei das Werkstück zusätzlich zur Zirkularbewegung des
Formkopfs um seine Werkstücksachse entgegengesetzt zur Richtung der Zirkularbewegung
gedreht wird. Hierdurch wird die Bearbeitungsdauer deutlich verkürzt.
Gemäß einer dritten Ausführung des Verfahrens wird das Werkstück um
seine Werkstücksachse entgegengesetzt zur Richtung der Umlaufbewegung der Walzen
gedreht. Diese Ausführung eignet sich bevorzugt zur Erzeugung von Außengewinden.
Der Unterschied dieser Ausführung im Vergleich mit den obigen Ausführungen
besteht darin, dass der Formkopf keine Zirkularbewegung ausführt, so dass längere
und somit zeitaufwändigere Umlaufwege des Formkopfs über den Außenumfang des Werkstücks
vermieden werden.
Vorzugsweise führt nach einer ersten Verfahrensvariante der Formkopf
und/oder das Werkstück eine axiale Vorschubbewegung aus, wobei die Walzen etwa parallel
zur Werkzeugachse angeordnet sind und die axiale Vorschubbewegung des Formkopfs
und/oder des Werkstücks so bemessen ist, dass die Steigung des Gewindes am Werkstück
dem Abstand der Gewindeformprofile der Walzen entspricht. Der Formkopf oder das
Werkstück kann die erforderliche axiale Vorschubbewegung ausführen. Alternativ können
der Formkopf und das Werkstück etwa gleichzeitig jeweils eine axiale Vorschubbewegung
ausführen, wobei die Vorschubbewegungen des Formkopfs und des Werkstücks axial gegeneinander
gerichtet sind.
Besonders bevorzugt sind gemäß einer zweiten Variante die Walzen um
ihre Walzenachsen seitlich um einen bestimmten Schwenkwinkel verschwenkt, so dass
der Steigungswinkel des zu erzeugenden Gewindes am Werkstück etwa dem Schwenkwinkel
entspricht, und die Gewindeformprofile der Walzen sind gegeneinander axial versetzt,
so dass das Gewinde am Werkstück im wesentlichen durch die Drehbewegung des Werkstücks
erzeugt wird. Eine axiale Vorschubbewegung ist hierdurch nicht oder nur in sehr
geringem Maße erforderlich. Die Steuerung des Verfahrensablaufs wird somit wesentlich
vereinfacht.
Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale
und Vorteile anhand von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden
Zeichnungen näher erläutert.
Hierbei zeigen:
1 eine schematische Darstellung eines
erfindungsgemäßen Werkzeugs mit einem Formkopf gemäß einer ersten Ausführungsform
in perspektivischer Ansicht,
2 das Werkzeug von 1
in Draufsicht auf den Formkopf,
3a, 3b
alternative Ausgestaltungen eines Gewindeformprofils in Schnittansicht,
4 das Werkzeug von 2
in Schnittansicht längs der Line IV, IV von 2,
5 eine schematische Darstellung einer
alternativen Ausgestaltung einer Walze in Schnittansicht längs der Walzenachse,
6 das Werkzeug von 1
im Eingriff mit einem Werkstück, in Schnittansicht quer zur Werkzeugachse, und
7 eine schematische Darstellung des Werkzeugs
gemäß einer zweiten Ausführungsform im Eingriff mit dem Werkstück, in Seitenansicht.
In 1 ist eine schematische Darstellung
eines Werkzeugs mit einem Formkopf 1 in perspektivischer Ansicht gezeigt.
Das Werkzeug ist um eine Werkzeugachse D drehantreibbar, die eine zentrale Längsachse
des Werkzeugs darstellt. Der Formkopf 1 umfasst eine Mehrzahl von Walzen
3, beispielsweise drei Walzen 3, die um ihre Walzenachsen W drehbar
an einem zylinderförmigen Befestigungsteil 12 angeordnet sind. Die Anordnung
der Walzen 3 am Befestigungsteil 12 ist so gewählt, dass die Walzen
3 jeweils einen definierten Abstand A zur Werkzeugachse D aufweisen. Durch
die beabstandete Anordnung zur Werkzeugachse D führen die Walzen 3 beim
Drehen des Werkzeugs um die Werkzeugachse D eine kreisförmige Umlaufbewegung U (siehe
6) um die Werkzeugachse D auf. Der Formteil
1 weist einen Arbeitsbereich AB auf, der sich im wesentlichen über die
Länge der Walzen 3 erstreckt. Die Walzen 3 sind gemäß einer ersten
Ausführungsform parallel zur Werkzeugachse D angeordnet und umfassen eine Mehrzahl
von Gewindeformprofilen 4.
Das Befestigungsteil 12 ist einstückig mit einem zylinderförmigen
Schaft 2 ausgebildet und weist einen im Vergleich zum Schaft
2 größeren Durchmesser auf. Der Abstand A der Walzen 3 zur Werkzeugachse
D ist abhängig von den Abmessungen des Befestigungsteils 12 einerseits
und von den Abmessungen der Walzen 3 andererseits. Er ist zweckmäßigerweise
so gewählt, dass die Gewindeformprofile 4 soweit vom Befestigungsteil
12 radial nach außen vorstehen, um wenigstens teilweise in die Oberfläche
eines Werkstücks 8 einzugreifen.
Die Gewindeformprofile 4 liegen jeweils in einer Umfangsebene,
d.h. sie sind steigungslos, und sind längs der Walzenachsen W in einem konstanten
Abstand G zueinander angeordnet. Die Gewindeformprofile 4 sind hinsichtlich
ihrer Abmessungen, d.h. hinsichtlich ihrer Profilform und dem axialen Abstand G
genau auf das zu erzeugende Gewinde 11 am Werkstück 8 abgestimmt,
so dass die Steigung P des zu erzeugenden Gewindes 11 dem Abstand G der
Gewindeformprofile 4 entspricht.
In 2 ist das Werkzeug in Draufsicht auf
den Formkopf 1 gezeigt. Die Walzen 3 sind symmetrisch um die Werkzeugachse
D angeordnet, so dass die Werkzeugachse D eine Symmetrieachse bildet. Sämtliche
Walzen 3 weisen den gleichen Abstand A zur Werkzeugachse D auf und sind
zusätzlich gleichmäßig voneinander beabstandet. Wie in 2
deutlich erkennbar ist, weisen die Gewindeformprofile
4 eine über den Umfang konstante radiale Erstreckung RE auf, so dass sie
im Schnitt quer zur Walzenachse W betrachtet kreisförmig ausgebildet sind.
In 3a und 3b
sind alternative Ausgestaltungen der Gewindeformprofile 4 gezeigt, bei
denen die radiale Erstreckung RE über den Umfang variiert. In der konkreten Ausgestaltung
gemäß 3a weisen die Gewindeformprofile 4 im Schnitt
quer zur Walzenachse W betrachtet eine ovale Form auf. In der konkreten Ausgestaltung
gemäß 3b weisen die Gewindeformprofile 4 im
Schnitt quer zur Walzenachse W betrachtet eine abgerundete dreieckige Form auf.
Denkbar sind weitere polygonale Formen mit einer Eckenzahl von vier oder mehr.
In 4 ist das Werkzeug in einer Schnittansicht
längs der Line IV, IV von 2 dargestellt. Die Walzen
3 sind mittels Befestigungselementen 6 derart mit dem Befestigungsteil
12 verbunden, dass sie um ihre Walzenachsen W frei drehbar sind. Die Befestigungsmittel
6 definieren somit die Drehachsen der Walzen 3, die mit den Walzenachsen
W identisch sind. Jeder Walze 3 ist ein separates Befestigungselement
6 zugeordnet, so dass die Walzen 3 unabhängig voneinander am Befestigungsteil
12 gelagert sind. Zweckmäßigerweise sind die Befestigungsmittel
6 drehfest mit dem Befestigungsteil 12 verbunden und weisen jeweils
einen mit der Bohrung der Walzen 3 korrespondierenden Abschnitt
7 auf. Der Durchmesser DA des Abschnitts 7 ist geringfügig kleiner
als der Bohrungsdurchmesser DB der Walzen 3, um sowohl die Reibung als
auch das Spiel der Walzen 3 am Abschnitt 7 gering zu halten. Durch
die oben beschriebenen Maßnahmen sind die Walzen 3 frei drehbar bzw. passiv
am Befestigungsteil 12 gelagert, so dass sie beim Eingriff in das Werkstück
8 eine Rotationsbewegung R um ihre Walzenachsen W ausführen, die gegenläufig
zur Umlaufbewegung U ist. Die Rotationsbewegung R wird lediglich durch Reibschluss
der Walzen 3 mit dem Werkstück 8 bewirkt.
Die Walzen 3 sind gegen eine axiale Verschiebung durch Unterlegscheiben
14 oder dergleichen Ausgleichselemente gesichert, die jeweils zwischen
den Walzen 3 und einem kopfförmigen Ende 15 der Befestigungselemente
6 angeordnet sind. Durch diese Maßnahme wird gewährleistet, dass sich die
einander gegenüber liegenden Gewindeformprofile 4 der Walzen
3 stets auf gleichem Niveau befinden.
Die Gewindeformprofile 4 sind im Schnitt längs zur Walzenachse
W betrachtet radial nach außen spitzwinklig zulaufend ausgebildet. In entsprechender
Weise sind die Nuten 13 zwischen den Gewindeformprofilen 4 gestaltet.
Hierdurch lässt sich eine gute Formbarkeit des Werkstücks erreichen, so dass das
Werkstücksmaterial leichter bis in die Spitzen der Nuten 13 fließen kann.
Die Gewindeformprofile 4 sind an ihren radial äußeren Enden 5
abgerundet.
In 5 ist eine alternative Ausgestaltung
einer Walze 3 im Schnitt längs zur Walzenachse W gezeigt. Die radiale Erstreckung
RE der Gewindeformprofile 4 nimmt in einem dem Befestigungsteil
12 gegenüberliegenden Bereich 10 der Walzen 3 stufenweise
ab, so dass sich der Durchmesser der Walzen 3 zum vorderen Ende hin verjüngt.
Der vordere Bereich 10 definiert einen Einlaufkegel, der die Gewinderillen
im Werkstück 8 kontinuierlich bis zur vollständigen Gewindetiefe formt.
Mit dem oben beschriebenen Werkzeug lassen sich sowohl Innengewinde
als auch Außengewinde erzeugen. Nachfolgend wird beispielhaft ein Verfahren zur
Erzeugung eines Gewindes, insbesondere eines Innengewindes, unter Verwendung des
Werkzeugs gemäß der ersten Ausführungsform anhand von 6
beschrieben.
In 6 ist das Werkzeug im Eingriff mit
dem Werkstück 8 in Schnittansicht quer zur Werkzeugachse D gezeigt. Das
Werkstück 8 weist eine Bohrung mit einer etwa zentralen Bohrungs- bzw.
Werkstücksachse ZW auf. Der die Walzen 3 umfassende Formkopf
1 wird zu einer Eingriffsposition am Werkstück 8 bzw. an der Werkstücksbohrung
bewegt und um die Werkzeugachse D gedreht, beispielsweise im Gegenuhrzeigersinn.
Die Werkzeugachse D verläuft parallel zur zentralen Werkstücksachse ZW. Durch Drehen
der Werkzeugachse D führen die Walzen 3 eine kreisförmige Umlaufbewegung
U im Gegenuhrzeigersinn um die Werkzeugachse D mit einem Radius A aus, der dem Abstand
A der Walzen 3 zur Werkzeugachse D entspricht. Anhand der Umlaufbewegung
U werden die Walzen 3 mit ihren Gewindeformprofilen 4 in das Werkstück
8 eingedrückt. Die Walzen 3 führen beim Eindrücken in das Werkstück
8 eine zur Richtung der Umlaufbewegung U gegenläufige Rotationsbewegung
R um ihre Walzenachsen W aus, d.h. sie rotieren – wie durch die Richtung des
Pfeils R angedeutet ist – im Uhrzeigersinn, und wälzen sich über ihre Gewindeformprofile
4 am Werkstück 8 ab.
Wie in 6 veranschaulicht ist, wird in
der Eingriffsposition durch die zuerst in das Werkstück 8 eindrückenden
und abwälzenden Gewindeformprofile 4 einer Walze jeweils ein bogenförmiger
Bereich 9 am Werkstück 8 gebildet. Gemäß einer ersten Ausführung
des Verfahrens wird der Formkopf 1 relativ zum Werkstück 8 bewegt,
wobei der Formkopf 1 ausgehend von der Eingriffsposition eine Zirkularbewegung
(Umlaufbewegung) Z um die Werkstücksachse ZW ausführt. Die Zirkularbewegung verläuft,
wie durch die Richtung des Pfeils Z angedeutet ist, im Gegenuhrzeigersinn. Gleichzeitig
führt der Formkopf 1 eine axiale Vorschubbewegung aus
und bewegt sich etwa schraubenförmig um die Werkstücksachse ZW am Werkstück
8 entlang bzw. in die Werkstücksbohrung hinein. Durch die Zirkularbewegung
Z und die axiale Vorschubbewegung des Formkopfs 1 wird der jeweilige bogenförmige
Eingriffsbereich 9 am Werkstück 8 durch die Gewindeformprofile
4 der nachfolgend umlaufenden Walzen 3 im wesentlichen kontinuierlich
abgewälzt, um eine Gewinderille im Werkstück 8 zu erzeugen. Die axiale
Vorschubbewegung ist so bemessen, dass die Steigung P des zu erzeugenden Gewindes
11 (siehe 7) am Werkstück 8 dem Abstand
G der Gewindeformprofile 4 entspricht.
Für den Fall, dass die Eingriffsposition so gewählt ist, dass der
Formkopf 1 mit seinen vorderen bzw. ersten Gewindeformprofilen
4 in das Werkstück 8 eingreift, wird zur Erzeugung eines ersten
Gewindegangs am Werkstück 8 eine Zirkularbewegung Z um etwa 360 ° ausgeführt.
Für jeden weiteren Gewindegang wird folglich eine weitere Zirkularbewegung um etwa
360° ausgeführt, bis die gewünschte Gewindelänge erreicht ist. Bei jeder Zirkularbewegung
Z um 360° wird eine axiale Vorschubbewegung um ein Maß ausgeführt, das dem Abstand
G der Gewindeformprofile 4 entspricht. Eine große Gewindelänge kann hierdurch
auch mit Walzen 3 erreicht werden, die nur wenige, d.h. jeweils ein oder
zwei Gewindeformprofile 4 aufweisen. Besonders zweckmäßig ist bei dieser
Verfahrensvariante die Verwendung der in 5 gezeigten
alternativen Ausgestaltung des Formkopfs 1, bei der die radiale Erstreckung
RE der Gewindeformprofile 4 in einem vorderen Bereich 10 der Walzen
3 stufenweise abnimmt. Die Materialverformung am Werkstück 8 wird
durch den kegelförmigen Bereich 10 deutlich erleichtert.
Für den Fall, dass die Eingriffsposition so gewählt ist, dass der
Formkopf 1 mit etwa seinem gesamten Arbeitsbereich AB in das Werkstück
8 eindringt, braucht nur eine einzige Zirkularbewegung Z um 360° ausgeführt
zu werden, um das Gewinde 11 bzw. die Gewindegänge zu erzeugen. Entsprechend
ist insgesamt nur eine geringe axiale Vorschubbewegung erforderlich, die dem Abstand
G der Gewindeformprofile 4 entspricht.
Gemäß einer weiteren Ausführung des Verfahrens werden der Formkopf
1 und das Werkstück 8 relativ zueinander bewegt, wobei das Werkstück
zusätzlich zur Zirkularbewegung Z und axialen Vorschubbewegung des Formkopfs
1 eine Drehbewegung DW um seine Werkstücksachse ZW ausführt. Die Drehbewegung
DW des Werkstücks 8 ist gegenläufig zur Richtung der Zirkularbewegung Z
des Formkopfs 1 und verläuft, wie durch die Richtung des Pfeils DW in
6 angedeutet ist, im Uhrzeigersinn.
Gemäß einer weiteren Ausführung des Verfahren führt das Werkstück
8 eine Drehbewegung DW um seine Werkstücksachse ZW aus, wobei die Drehbewegung
DW entgegengesetzt zur Richtung der Umlaufbewegung U der Walzen 3 erfolgt.
Da die Umlaufbewegung U im konkreten Fall gemäß 6 im
Gegenuhrzeigersinn erfolgt, verläuft die Drehbewegung DW des Werkstücks
8 im Uhrzeigersinn. Im Unterschied zu den oben beschriebenen Ausführungen
unterbleibt eine Zirkularbewegung des Formkopfs 1. Der Formkopf
1 oder das Werkstück 8 führt eine axiale Vorschubbewegung aus.
Alternativ können der Formkopf 1 und das Werkstück 8 jeweils etwa
gleichzeitig eine axiale Vorschubbewegung ausführen, wobei die Vorschubbewegungen
des Formkopfs 1 und des Werkstücks 8 axial gegeneinander gerichtet
sind.
In 7 ist eine schematische Darstellung
des Werkzeugs gemäß einer zweiten Ausführungsform im Eingriff mit dem Werkstück
8 in Seitenansicht gezeigt. Im Unterschied zur vorstehend beschriebenen
Ausführungsform sind die Walzen 3 seitlich, d.h. in Umfangsrichtung des
Werkzeugs um einen bestimmten Schwenkwinkel &agr; verschwenkt, so dass der Steigungswinkel
6 des zu erzeugenden Gewindes 11 am Werkstück 8 etwa
dem Schwenkwinkel &agr; entspricht. Die Gewindeformprofile 4 der Walzen
3 liegen jeweils in einer Umfangsebene bzw. sind steigungslos ausgebildet,
und sind längs der Walzenachsen W in einem konstanten Abstand G zueinander angeordnet.
Die Walzen 3 sind gegeneinander axial versetzt angeordnet, so dass die
einander gegenüberliegenden Gewindeformprofile 4 sich auf unterschiedlichem
Niveau befinden bzw. jeweils um einen axialen Versatz AV gegeneinander versetzt
sind. Der axiale Versatz AV entspricht dem Quotienten aus dem Abstand G der Gewindeformprofile
4 und der Anzahl der Walzen 3 und beträgt bei der konkreten Ausführungsform
gemäß 7 G/3. Der axiale Versatz AV der Gewindeformprofile
4 führt dazu, dass eine axiale Vorschubbewegung des Formkopfs
1 oder des Werkstücks 8 weitgehend vermieden werden kann. Der
Arbeitsbereich AB des Formkopfs 1 ist durch den axialen Versatz AV der
Walzen 3 entsprechend vergrößert.
Nachfolgend wird beispielhaft ein Verfahren zur Erzeugung eines Gewindes,
insbesondere eines Innengewindes, unter Verwendung des Werkzeugs gemäß der zweiten
Ausführungsform unter Bezugnahme auf die 6 und
7 beschrieben.
Der Formkopf 1 wird zu einer Eingriffsposition am Werkstück
8 bzw. an der Werkstücksbohrung bewegt, in der er mit etwa seinem gesamten
Arbeitsbereich AB in das Werkstück 8 eingreift (7).
Der Formkopf 1 wird um die Werkzeugachse D gedreht, beispielsweise im Gegenuhrzeigersinn.
Durch Drehen der Werkzeugachse D führen die Walzen 3 eine kreisförmige
Umlaufbewegung U im Gegenuhrzeigersinn um die Werkzeugachse D mit
einem Radius A aus, der dem Abstand A der Walzen 3 zur Werkzeugachse D
entspricht. Anhand der Umlaufbewegung U werden die Walzen 3 mit ihren Gewindeformprofilen
4 in das Werkstück 8 eingedrückt. Die Walzen 3 führen
beim Eindrücken in das Werkstück 8 eine zur Richtung der Umlaufbewegung
U gegenläufige Rotationsbewegung R um ihre Walzenachsen W aus, d.h. sie rotieren
– wie durch die Richtung des Pfeils R in 6 angedeutet
ist – im Uhrzeigersinn, und wälzen sich über ihre Gewindeformprofile
4 am Werkstück 8 ab. In der Eingriffsposition wird durch das Eindrücken
und etwa gleichzeitige Abwälzen der Gewindeformprofile 4 am Werkstück
8 jeweils ein bogenförmiger Eingriffsbereich 9 gebildet.
Gemäß einer ersten Ausführung des Verfahrens führt der Formkopf
1 ausgehend von der Eingriffsposition eine Zirkularbewegung Z um die Werkstücksachse
ZW aus, so dass die bogenförmigen Eingriffsbereiche 9 im wesentlichen kontinuierlich
abgewälzt werden, um eine Gewinderille im Werkstück 8 zu erzeugen. Die
Zirkularbewegung Z verläuft entsprechend der Umlaufbewegung U der Walzen
3 im Gegenuhrzeigersinn um etwa 360°. Durch die seitlich verschwenkten
Walzen 3 und durch den axialen Versatz AV der Gewindeformprofile
4 ist eine axiale Vorschubbewegung des Formkopfs 1 nicht oder
nur in geringem Maße erforderlich, so dass das Gewinde 11 am Werkstück
8 (siehe 7) im wesentlichen durch die Zirkularbewegung
Z des Formkopfs 1 um 360° erzeugt wird.
Zusätzlich kann der Formkopf 1 eine geringfügige axiale Vorschubbewegung
ausführen, die im wesentlichen zur Glättung der Gewindeoberfläche dient.
Gemäß einer weiteren Ausführung des Verfahrens werden der Formkopf
1 und das Werkstück 8 relativ zueinander bewegt, wobei das Werkstück
zusätzlich zur Zirkularbewegung Z des Formkopfs 1 eine Drehbewegung DW
um seine Werkstücksachse ZW ausführt. Die Drehbewegung DW des Werkstücks
8 ist gegenläufig zur Richtung der Zirkularbewegung Z des Formkopfs
1 und verläuft, wie durch die Richtung des Pfeils DW in 6
angedeutet ist, im Uhrzeigersinn.
Gemäß einer weiteren Ausführung des Verfahren führt das Werkstück
8 eine Drehbewegung DW um seine Werkstücksachse ZW aus, wobei die Drehbewegung
DW entgegengesetzt zur Richtung der Umlaufbewegung U der Walzen 3 erfolgt.
Da die Umlaufbewegung U im konkreten Fall gemäß 6 im
Gegenuhrzeigersinn erfolgt, verläuft die Drehbewegung DW des Werkstücks
8 im Uhrzeigersinn. Eine Zirkularbewegung des Formkopfs 1 unterbleibt.
Eine axiale Vorschubbewegung des Formkopfs 1 oder des Werkstücks
8 ist ebenfalls nicht oder nur in geringem Maße erforderlich, so dass das
Gewinde am Werkstück 8 im wesentlichen durch die Drehbewegung DW des Werkstücks
8 erzeugt wird.
Das Drehzahlverhältnis von Formkopf 1 zu Werkstück
8 ist konstant und ungleich 1:1.
Mit dem oben beschriebenen Werkzeug und Verfahren zur spanlosen Gewindeerzeugung
lassen sich Innen- und Außengewinde sowie rechts- und linksgängige Gewinde erzeugen.
Durch das gleichzeitige Eindrücken und Abwälzen der Gewindeformprofile 4 im bzw.
am Werkstück 8 wird die Reibung sowohl am Werkstück 8 als auch
am Werkzeug erheblich reduziert. Dies führt zu einer geringeren Belastung des Werkzeugs
und zu einer schonenden Bearbeitung des Werkstücks.
1- Formkopf
2- Schaft
3- Walzen
4- Gewindeformprofile
5- Enden
6- Befestigungselemente
7- Abschnitt
8- Werkstück
9- Eingriffsbereich
10- Bereich (Walzen)
11- Gewinde
12- Befestigungsteil
13- Nuten
14- Unterlegscheiben
15- Kopfförmiges Ende
&agr;- Schwenkwinkel
6- Steigungswinkel
A- Abstand (Walzen-Werkzeugachse)
AB- Arbeitsbereich
AV- Axialer Versatz
D- Werkzeugachse
DA- Durchmesser (Abschnitt)
DB- Bohrungsdurchmesser
DW- Drehbewegung (Werkstück)
G- Abstand (Gewindeformprofile)
P- Steigung
R- Rotationsbewegung
RE- Radiale Erstreckung
U- Umlaufbewegung
W- Walzenachsen
Z- Zirkularbewegung
ZW- Zentrale Werkstücksachse