Im Bayer-Prozess für die Bauxiterzaufbereitung stellt die Kristallisation
und Ausfällung von gelöstem Aluminiumoxidtrihydrat aus Ätzlaugen, die hier als Bayer-Prozess-Flüssigkeit
bezeichnet werden, einen kritischen Schritt in bezug auf die Gewinnung von Aluminium
dar. Die Anwender des Bayer-Prozesses optimieren ihre Ausfällverfahren, um die größtmögliche
Ausbeute aus den Bayer-Prozess-Flüssigkeiten zu erhalten. Die Produktion wird oft
durch die Prozessbedingungen, unter denen die Kristallisation und Ausfällung durchgeführt
wird, beschränkt. Diese Prozessbedingungen variieren von einer Fabrik zur nächsten
und umfassen Temperaturprofile, die Keimkristallbeschickung, den Kristallkeimoberflächenbereich,
die Laugenbeschickung, die Laugenreinheit u.ä.
Um eine maximale Aluminiumgewinnung aus Bayer-Prozess-Flüssigkeiten
zu erreichen, wird eine Fabrik in typischer Weise versuchen, den Ätzgrad der Lauge
zu maximieren und die endgültige Ausfälltemperatur zu minimieren. Es ist jedoch
bekannt, dass Natriumoxalat zusammen mit Aluminiumoxidtrihydrat aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit
ausfällen kann und dass die Löslichkeit von Natriumoxalat in der Bayer-Prozess-Flüssigkeit
generell abnimmt, wenn der Ätzgrad erhöht und die Ausfälltemperaturen erniedrigt
werden. Die ungesteuerte Mitausfällung von Oxalat kann für eine Bayer-Fabrik eine
Reihe von Problemen bereiten, die für die Betriebsparameter der Fabrik und damit
die Aluminiumgewinnung Einschränkungen darstellen.
Bekannte nachteilige Effekte der Mitausfällung von Natriumoxalat umfassen
eine Erhöhung der Produktrückstände und Natriumcarbonatmengen sowie die Störung
einer effizienten Größenklassifizierung von Aluminiumoxidtrihydrat. Aluminiumoxidtrihydrat
hoher Qualität besitzt üblicherweise eine Kristallgrobheitsspezifikation von 90–95
%, d.h. 90–95 % der Kristalle besitzen einen Durchmesser von mindestens 44
&mgr;m. Es ist bekannt, dass das mitausfällende Natriumoxalat bewirken kann, dass
die Aluminiumoxidtrihydratkristalle als ein sehr feines Material ausfällen, das
unter der üblichen Qualitätsspezifikation liegt, gemäß der 90–95 % der Kristalle
einen Durchmesser von 44 &mgr;m oder mehr besitzen.
Aluminiumoxidtrihydrat wird aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit ausgefällt,
bei der es sich im wesentlichen um eine konzentrierte Natriumhydroxidlösung handelt.
Typische Natriumcarbonatmengen in Aluminiumoxid betragen nur 0,2–0,6 Gew.%
als Na2O. Trotzdem ist es wünschenswert, Aluminiumoxid mit Natriumcarbonatmengen
am unteren Ende dieses typischen Bereiches zu erzeugen. Moderne Hütten berechnen
generell ihre Rentabilitätsgrenze für Natriumcarbonat in Aluminiumoxid mit 0,35
% Na2O. Da sich die Hüttentechnik verbessert und ältere Hütten ersetzt
werden, wird der Anreiz für die Hersteller von Aluminiumoxid größer, dieses niedrige
Natriumcarbonatniveau einzuhalten. Des weiteren erfordern einige Märkte (beispielsweise
für Katalysatoren, Katalysatorenträger, feuerfeste Materialien, Elektrokeramik)
noch niedrigere Natriumcarbonatniveaus. Es wäre vorteilhaft, ein Verfahren und eine
Zusammensetzung zur Reduzierung der Natriumcarbonatmengen in Aluminiumoxid zu schaffen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neuartiges und verbessertes
Verfahren zum Stabilisieren von gelöstem Natriumoxalat in einer Bayer-Prozess-Flüssigkeit.
Durch diesen Stabilisierungseffekt kann derjenige, der den Bayer-Prozess durchführt,
mehr Ätzlauge (NaOH) zusetzen und/oder die endgültigen Ausfälltemperaturen senken,
um die Gewinnung von Aluminium zu verbessern, ohne die Größe des Produktes oder
den Natriumcarbonatgehalt nachteilig zu beeinflussen.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Stabilisieren
von Natriumoxalat in Bayer-Prozess-Flüssigkeiten vorgesehen. Bei einer Ausführungsform
wird die Bayer-Prozess-Flüssigkeit mit mindestens einem Laugenoxalatstabilisator
behandelt, der aus bestimmten kohlenwasserstoffsubstituierten Aminoxidverbindungen
ausgewählt ist. Ein überraschendes und unerwartetes Ergebnis bei einer Ausführungsform
besteht darin, dass das Verfahren das Ausfällen von Natriumoxalat in einer Bayer-Prozess-Flüssigkeit
bis auf überraschende Niveaus inhibiert. Ein anderes wichtiges und unerwartetes
Ergebnis, das über das Verfahren dieser Ausführungsform erreicht wird, besteht darin,
dass durch die Verwendung von bestimmten Laugenoxalatstabilisatoren eine gröbere
Aluminiumoxidtrihydratpartikelgrößenverteilung erreicht werden kann. Ein weiteres
und sehr wichtiges unerwartetes und überraschendes Ergebnis, das bei einer Ausführungsform
des Verfahrens erzielt wird, besteht darin, dass bestimmte Laugenoxalatstabilisatoren
ein Aluminiumoxidprodukt mit geringerem Natriumcarbonatanteil (% Na2O)
liefern. Alle der vorstehend aufgeführten unerwarteten und überraschenden Ergebnisse
sorgen für eine wesentliche Kostenersparnis bei der Herstellung von Qualitätsaluminiumoxid.
Bei einer Ausführungsform modifiziert die vorliegende Erfindung den
Bayer-Prozess durch Stabilisieren des gelösten Natriumoxalates derart, dass die
Konzentration von Ätzlauge in überraschender Weise erhöht werden
kann, ohne dass das Niveau der Natriumoxalatverunreinigungen im gewonnenen Aluminiumoxidtrihydrat
erhöht wird. Bei einer Ausführungsform modifiziert die vorliegende Erfindung zusätzlich
den Bayer-Prozess durch Stabilisierem des gelösten Natriumoxalates derart, dass
die Ausfälltemperaturen in überraschender Weise verringert werden können, ohne das
Niveau der Natriumoxalatverunreinigungen im gewonnenen Aluminiumoxidtrihydrat zu
erhöhen. Bei einer anderen Ausführungsform modifiziert die vorliegende Erfindung
zusätzlich den Bayer-Prozess durch Stabilisieren des gelösten Natriumoxalates, um
auf diese Weise die Aluminiumoxidtrihydratklassifizierungseffizienz zu verbessern.
Bei einer Ausführungsform umfasst das Verfahren den Schritt des Zusetzens
einer wirksamen Menge von mindestens einem Flüssigkeitsoxalatstabilisator, der aus
der aus Verbindungen der Formel
bestehenden Gruppe ausgewählt ist, zur Bayer-Prozess-Flüssigkeit nach Rotschlammabtrennung
und vorzugsweise unmittelbar vor der Kristallisation des Aluminiumoxidtrihydrates
oder in jedem Stadium während der Kristallisation des Aluminiumoxidtrihydrates oder
in jedem beliebigen Stadium während der Klassifizierung des Aluminiumoxidtrihydrates.
Bei einer Ausführungsform wird durch die Zugabe einer wirksamen Menge
des vorstehend beschriebenen Flüssigkeitsoxalatstabilisators das gelöste Natriumoxalat
in der Bayer-Prozess-Flüssigkeit stabilisiert, wodurch das Ausfällen von Natriumoxalatkristallen
aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit inhibiert wird. Vorzugsweise werden der Flüssigkeitsoxalatstabilisator
oder die Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren in einer wirksamen Menge von etwa 1 bis
etwa. 1.000 ppm, bevorzuger in einer wirksamen Menge von etwa 1 bis etwa 50 ppm
oder noch bevorzugter in einer wirksamen Menge von etwa 5 bis etwa 25 ppm, zugesetzt.
Bei einer Ausführungsform stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zum Modifizieren des Bayer-Prozesses zur Verfügung. Im Bayer-Prozess werden Aluminiumoxidtrihydratkristalle
durch Kristallisation von Aluminiumoxidtrihydrat aus einer heißen Bayer-Prozess-Ätzlauge
erzeugt. Natriumhydroxid löst Aluminium aus dem Erz als Natriumaluminat. Die Hütten
arbeiten typischerweise in einem Gesamtalkalinitätsbereich von 200 bis 330 g/l als
Na2CO3. Wenn die Alkalinität durch Zugabe von Natriumhydroxid
erhöht werden kann, kann mehr Aluminium gelöst werden, was zu einer erhöhten Produktion
an Aluminiumoxidtrihydratniederschlag führt. Ein Hauptbegrenzungsfaktor einer höheren
Alkalinität ist die Mitausfällung von Natriumoxalat, das beispielsweise bewirkt,
dass das Aluminiumoxidtrihydrat als sehr feines Material ausfällt, das unter der
üblichen Qualitätsspezifikation von 90 bis 95 % Partikeln mit einer Partikelgröße
von mindestens etwa 44 &mgr;m liegt.
Durch die Stabilisierung des Natriumoxalates in der Bayer-Flüssigkeit
kann die Natriumhydroxidkonzentration ohne Mitausfällung von Natriumoxalat erhöht
werden. Durch Absenken der Ausfälltemperaturen kann mehr Aluminium aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit
gewonnen werden. Durch die Stabilisierung des Natriumoxalates in der Bayer-Flüssigkeit
kann die Ausfälltemperatur ohne Mitausfällung von Natriumoxalat erniedrigt werden.
Die Verfahren der vorliegenden Erfindung stabilisieren gelöstes Natriumoxalat und
verhindern, dass dieses zusammen mit Aluminiumoxidtrihydrat ausfällt. Hierdurch
wird wiederum die Effizienz des Gesamtprozesses erhöht, da mehr Ätzlauge und/oder
geringere Ausfälltemperaturen ohne die erwartete Verunreinigung durch Natriumoxalatkristalle
Anwendung finden können. Des weiteren kann die Mitausfällung von Natriumoxalat zur
Ineffizienz bei der Klassifizierung von Aluminiumoxidtrihydrat führen. Die vorliegende
Erfindung stabilisiert das gelöste Natriumoxalat, was zu einer verbesserten Klassifizierung
des Aluminiumoxidtrihydrates führt.
Es folgt nunmehr eine detaillierte Beschreibung der gegenwärtig bevorzugten
Ausführungsformen.
Die neuen und verbesserten Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren zur Verwendung
in den Verfahren der vorliegenden Erfindung können mindestens ein kohlenwasserstoffsubstituiertes
Aminoxid umfassen. Es können auch Gemische von einem oder mehreren der Aminoxide
Verwendung finden.
Geeignete kohlenwasserstoffsubstituierte Aminoxidverbindungen zur
Verwendung als Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren umfassen mindestens
eine Verbindung der Formel:
worin R1 eine geradlinige oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
Kohlenwasserstoffgruppe mit 5 oder mehr C-Atomen ist, R2 und R3
gleich oder verschieden sein können und jeweils aus Wasserstoff, Alkyl, Cycloalkyl,
Hydroxyalkyl, Mercaptoalkyl, Aminoalkyl, Alkenyl, Phenyl, substituiertem Phenyl,
Benzyl oder substituiertem Benzyl ausgewählt sind. Bevorzugte Gruppen zur Verwendung
als R1-Substituent der Formel umfassen geradlinige gesättigte Kohlenwasserstoffgruppen,
die vorzugsweise 10 oder mehr C-Atome enthalten. Beispielhafte R1-Fettseitenketten
enthalten: Decyl, d.h. C10H21; Undecyl, d.h. C11H23;
Dodecyl (Lauryl) , d.h. C12H25; Tetradecyl (Myristyl), d.h.
C14H29; Hexadecyl (Palmityl), d.h. C16H33;
Octadecyl (Stearyl), d.h. C18H37; Icosanyl, d.h. C20H41,
um nur einige zu nennen. In der hier verwendeten Weise bezeichnet Cocoalkyl ein
Gemisch aus langkettigen Kohlenwasserstoffgruppen, die C12/C14-Kohlenwasserstoffe
enthalten. Alternativ dazu können auch ungesättigte Fettseitenketten, wie Oleyl,
d.h. C18, als R1-Substituent verwendet werden. R2
und R3 können Alkyl, d.h. C1-C6-Alkyl, sein, wie
Methyl, Ethyl, Propyl, Butyl, Pentyl, Hexyl; Cycloalkyl, wie Cyclobutyl, Cyclopentyl,
Cyclohexyl, Cycloheptyl, Cyclooctyl o.ä. Vorzugsweise besitzen R2 und
R3 mit einer aktiven Wasserstoffgruppe terminierte Alkylgruppen, wie
Hydroxyalkyl, Mercaptoalkyl oder Aminoalkyl. R2 und R3 können
des weiteren aus Alkenyl, Phenyl, substituiertem Phenyl, d.h. halogensubstituiertem
Phenyl oder alkylsubstituiertem Phenyl; Benzyl oder substituiertem Benzyl, d.h.
halogensubstituiertem Benzyl oder alkylsubstituiertem Benzyl, ausgewählt sein. Besonders
bevorzugt für R2 und R3 sind Alkylgruppen oder mit aktivem
Wasserstoff terminierte Alkylgruppen mit etwa 1 bis etwa 6 C-Atomen. Besonders bevorzugte
kohlenwasserstoffsubstituierte Aminoxidverbindungen zur Verwendung als Bayer-Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren
umfassen Lauryl-N,N-dimetylaminoxid; Myristyl-N,N-dimethylaminoxid; Palmityl-N,N-dimethylaminoxid;
Stearyl-N,N-dimethylaminoxid; Icosanyl-N,N-dimethylaminoxid; Oleyl-N,N-dimethylaminoxid
und Cocoalkyl-N,N-bis(2-hydroxyethyl)aminoxid.
Die kohlenwasserstoffsubstituierten Aminoxide zur Verwendung als Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren
gemäß dieser Erfindung sind gegenwärtig im Handel erhältlich von der Firma Albermarle
Corporation sowie von anderen Quellen.
Die kohlenwasserstoffsubstituierten Aminoxide werden der Bayer-Prozess-Flüssigkeit
zugesetzt und mit der Flüssigkeit in einer Menge von etwa 1 bis etwa 1.000 ppm innig
vermischt. Vorzugsweise werden die Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren in einer Menge
von etwa 1 bis etwa 50 ppm, besonders bevorzugt in einer Menge von etwa 1 bis etwa
25 ppm, zugesetzt, um Natriumoxalatlösungsstabilität zu erreichen.
Die neuen und verbesserten Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren können
der Bayer-Prozess-Flüssigkeit nach der Rotschlammabtrennung unmittelbar vor der
Kristallisation des Aluminiumoxidtrihydrates oder in einem beliebigen Stadium während
der Kristallisation des Aluminiumoxidtrihydrates oder in einem beliebigen Stadium
während der Klassifikation des Aluminiumoxidtrihydrates zugesetzt werden. Die kohlenwasserstoffsubstituierten
Aminoxide der Erfindung können unverdünnt oder in Lösungsform in einem geeigneten
Lösungsmittel zugesetzt werden. Geeignete Lösungsmittel umfassen ohne Beschränkung:
Wasser, Alkohole, Ätzwasser und Bayer-Prozess-Flüssigkeit.
Beispiele 1–4
In den nachfolgenden Beispielen wurde eine Reihe von Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren
in bezug auf ihr Oxalatstabilisierungsvermögen getestet.
Bei jedem der nachfolgenden Beispiele ist die zugegebene und für die
Natriumoxalatstabilität verwendete Bayer-Prozess-Flüssigkeit eine heiße Ätzlösung,
die nach Elimination des Rotschlammes im Bayer-Prozess erhalten wurde. Bei der Flüssigkeit
nach der Rotschlammtrennung handelt es sich um ein heißes Ätzfiltrat, das bei handelsüblichen
Ausführungsformen die Aluminiumwerte als gelöstes Natriumaluminat enthält. Zur Ermittlung
der Flüssigkeitsoxalatstabilisierung wurden die Bayer-Prozess-Flüssigkeiten nach
der Rotschlammabtrennung gewonnen, und angegebene Mengen der kohlenwasserstoffsubstituierten
Aminoxide und Betaine wurden im angegebenen Dosierungsniveau diversen
Proben zugesetzt, die unterschiedliche Konzentrationen von Natriumoxalat enthielten.
Nach Zugabe der Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren wurden die Prozessflüssigkeiten
unter Agitation gekühlt, um die Inhalte unter Spannung zu setzen und eine Ausfällung
von Aluminiumoxidtrihydratkristallen zu bewirken. Die Konzentration, bei der Natriumoxalat
aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit während der Ausfällung der Aluminiumoxidtrihydratkristalle
ausfiel, wurde als Natriumoxalatbrechpunkt bzw. -knickpunkt angegeben. Die getesteten
Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren und die erhaltenen Ergebnisse sind in der nachfolgenden
Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1:Stabilisierungseffekt von Stabilisatoren aus substituiertem Aminoxid
und Betain in bezug auf den Oxalatknickpunkt
Aus den Ergebnissen von Tabelle 1 geht hervor, dass die kohlenwasserstoffsubstituierten
Aminoxidstabilisatoren der Beispiele 1 und 2 auf signifikante Weise die Oxalatknickpunktkonzentration
auf mehr als 4,10 g/L, verglichen mit einem Kontrollwert von 3,09 ± 0,05
für die Kontrollprobe mit keinem zugesetzten Oxalatstabilisator, erhöhen.
Beispiele 5–6
In den nachfolgenden Beispielen wurden zwei zusätzliche Flüssigkeitsoxalatstabilisatoren
in Verbindung mit dem Verfahren der Beispiele 1–4 getestet. Die getesteten
Stabilisatoren und die erhaltenen Ergebnisse sind in der nachfolgenden Tabelle 2
aufgeführt:
Tabelle 2:Flüssigkeitsoxalatstabilisator
Die kohlenwasserstoffsubstituierten Aminoxidstabilisatoren der Beispiele
5 und 6 erhöhen ebenfalls den Oxalatknickpunkt auf mehr als 4 g/L im Vergleich zum
dem 3,21 ± 0,06 g/L-Knickpunkt für das unbehandelte Kontrollbeispiel,
selbst bei der niedrigeren Dosierung von nur 5 ppm.
Die Daten der Tabellen 1 und 2 zeigen, dass das Natriumoxalat mit
niedrigen Dosierungen durch die neuen und verbesserten Flüssigkeitsoxalatstabilisatorverbindungen
der vorliegenden Erfindung stabilisiert wird. Durch die Zugabe von diesen neuen
und verbesserten Bayer-Prozess-Natriumoxalatstabilisatoren kann bei der Aufbereitung
mit höheren Ätzgraden und/oder niedrigeren Ausfälltemperaturen ohne vorzeitige Ausfällung
von Natriumoxalat gearbeitet werden, wodurch die Ausbeute verbessert wird.
Obwohl die vorliegende Erfindung in Verbindung mit bestimmten bevorzugten
Ausführungsformen beschrieben wurde, können vom Fachmann auch Modifikationen oder
Änderungen der Erfindung vorgenommen werden, ohne von dieser, die durch die beigefügten
Patentansprüche definiert wird, abzuweichen.
Anspruch[de]
Verfahren zum Inhibieren der Ausfällung von Natriumoxalatkristallen
in einer Bayer-Prozess-Flüssigkeit mit den Schritten: Zusetzen zur Bayer-Flüssigkeit
nach Rotschlammabtrennung eines Flüssigkeitsoxalatstabilisators der Formel:
worin R1 eine geradlinige oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
Kohlenwasserstoffgruppe mit 5 oder mehr C-Atomen ist, R2 und R3
gleich oder verschieden sein können und jeweils aus Wasserstoff, Alkyl, Cycloalkyl,
Hydroxyalkyl, Mercaptoalkyl, Aminoalkyl, Alkenyl, Phenyl, substituiertem Phenyl,
Benzyl oder substituiertem Benzyl ausgewählt sind und R4 eine zweiwertige
Brückengruppe ist, die aus Alkylen-, Cycloalkylen-, Arylen-, Alkarylen- oder Arylalkylen-Gruppen,
wahlweise hetero-unterbrochen mit Heteroatomen, ausgewählt aus O, S oder N, ausgewählt
ist.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsoxalatstabilisator
in einer Menge zugesetzt wird, die wirksam ist, um eine Ausfällung von Natriumoxalat
aus der Bayer-Prozess-Flüssigkeit im Vergleich zu einer ausgefällten Natriumoxalatmenge,
die von einer unbehandelten Bayer-Prozess-Flüssigkeit erhalten wird, zu inhibieren.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des
der Bayer-Prozess-Flüssigkeit zugesetzten Flüssigkeitsoxalatstabilisators 1 bis
50 ppm beträgt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsoxalatstabilisator
der Bayer-Prozess-Flüssigkeit nach der Rotschlammabtrennung und unmittelbar vor
der Kristallisation von Aluminiumoxidtrihydrat oder während der Kristallisation
von Aluminiumoxidtrihydrat zugesetzt wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass R1
eine geradlinige oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe
ist, die 10 oder mehr C-Atome enthält.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsoxalatstabilisator
mindestens ein Aminoxid ist, das die Formel
besitzt, worin R1 eine geradlinige oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte
Kohlenwasserstoffgruppe mit 5 oder mehr C-Atomen ist und R2
und R3 gleich oder verschieden sind und jeweils aus Wasserstoff, Alkyl,
Cycloalkyl, Hydroxyalkyl, Mercaptoalkyl, Aminoalkyl, Alkenyl, Phenyl, substituiertem
Phenyl, Benzyl oder substituiertem Benzyl ausgewählt sind.
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass R1
eine geradlinige oder verzweigte, gesättigte oder ungesättigte Kohlenwasserstoffgruppe
mit 10 oder mehr C-Atomen ist und R2 und R3 gleich oder verschieden
und jeweils aus Alkyl-, Cycloalkyl-, Hydroxyalkyl-, Mercaptoalkyl- oder Aminoalkyl-Gruppen
ausgewählt sind.
Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitsoxalatstabilisator
aus Lauryl-N,N-Dimethylaminoxid, Myristyl-N,N-Dimethylaminoxid, palmityl-N,N-Dimethylaminoxid,
Stearyl-N,N-Dimethylaminoxid, Icosanyl-N,N-Dimethylaminoxid, Oleyl-N,N-Dimethylaminoxid
und Cocoyl-N,N-bis(2-Hydroxyethyl)aminoxid ausgewählt ist.