Die Erfindung betrifft einen Walzenrost zum Betrieb einer Verbrennungsanlage
, insbesondere einer Müllverbrennung mit einem aus im Abstand achsparallel nebeneinander
angeordneten rotierenden Walzen bestehenden Förderrost für das Verbrennungsgut,
wobei die Walzen Gasdurchtrittsöffnungen zur Einleitung von Luft und/oder Gas in
den Verbrennungsraum bzw. das Verbrennungsgut aufweisen und zwischen den benachbarten
Walzen ein Zwischenraum eingehalten ist, in dem Abstreifer vorgesehen sind, die
auf einem unterhalb des Zwischenraums angeordneten Abstreifträger befestigt sind.
Die meist aus Schleißeisen bestehenden Abstreifer dienen zur Verhinderung
bzw. Minimierung eines Durchrutschens von Verbrennungsgut durch die Zwischenräume
zwischen den Walzen.
Die Rostwalzen derartiger Walzenroste (DE 11 64 014, DE 3316 363)
weisen einen aus Roststäben gebildeten Walzenmantel auf. Die Zuteilung der primären
Verbrennungsluft erfolgt für jede Rostwalze separat über Luftzuführkanäle in die
Aschetrichter, die unterhalb des Walzenrostes angeordnet sind. Die Verbrennungsluft
strömt durch die Schlitze zwischen den Roststäben von unten durch den Walzenkörper
und verlässt diesen an der Oberseite ebenfalls durch Schlitze zwischen den Roststäben.
Zwischen den mit Abstand voneinander angeordneten Rostwalzen befinden sich Stauräume,
in denen das Brenngut umgewälzt und mit Verbrennungsluft in Kontakt gebracht wird.
In den Stauräumen angeordnete Abstreifer sorgen für Abreinigung der Roststäbe von
Anhaftungen infolge Schlackenbildung. Derartige Abstreifer sind starr und können
mit Bürsten versehen sein (EP 01 57 920).
Darüber hinaus sind auch Anlagen bekannt (DE 44 18 924) bei denen
sich zwischen benachbarten Rollen Sperrelemente befinden, die ein Durchrutschen
des Verbrennungsgutes nach unten verhindern bzw. minimieren. Die Außenkanten
dieser Sperrelemente müssen einen gewissen Abstand zu den Rollenoberflächen aufweisen,
wobei sie gleichzeitig als Abstreifer für an der Rollenoberfläche angebackenes Verbrennungsgut
dienen können.
Während des Betriebes und insbesondere beim Anfahren herrschen oberhalb
(Feuerraumtemperatur) und unterhalb der Walzen (Primärlufttemperatur im Aschetrichter)
stark unterschiedliche Temperaturen. Diese Temperaturdifferenz führt u.a. auch zu
unterschiedlichen Temperaturen im Profil der Abstreifträger. Insbesondere führen
die höheren Temperaturen im oberen Bereich (zum Feuerraum zugewandte Seite) zu einer
thermischen Dehnung der Abstreifträger in Richtung Feuerraum. Dies kann im ungünstigsten
Fall zu einer Berührung der Abstreifer mit den Walzen führen und das Drehen der
Walzen behindern.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, einen
Walzenrost vorzustellen, der diese genannten Nachteile vermeidet und unzulässige
thermische Dehnungen der Abstreifer und Abstreifträger verhindert bzw. derart reduziert,
daß diesbezüglich keine Funktionsstörungen des Walzenrostes zu erwarten sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und
5 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der
jeweils zugehörigen Unteransprüche.
Demnach beinhaltet die Erfindung einen Walzenrost und einen Walzenabstreifträger
für eine Walzenrost zum Betrieb einer Verbrennungsanlage, insbesondere einer Müllverbrennungsanlage,
wobei der Walzenrost aus einem im Abstand achsparallel nebeneinander angeordneten
rotierenden Rostwalzen bestehenden Förderrost für das Verbrennungsgut gebildet wird.
Zwischen den benachbarten Walzen ist ein Zwischenraum eingehalten, in dem Walzenabstreifer
vorgesehen sind, die mit dem unterhalb des Zwischenraums angeordneten Walzenabstreifträger
verbunden sind. Erfindungsgemäß ist der Walzenabstreifträger kühlbar ausgebildet
und dazu vorteilhaft mit Mitteln zur Beaufschlagung mit einem Kühlmedium versehen.
Nach einem besonders bevorzugten Merkmal der Erfindung ist der Abstreifträger
mit Kühlkanälen versehen.
Vorteilhaft sind die Kühlkanäle im oberen Bereich des Abstreifträgers
über dessen gesamte Breite angeordnet.
Die Kühlkanäle sind nach einem weiteren bevorzugten Merkmal der Erfindung
mit Vor- und Rücklaufleitungen für das Kühlmedium verbunden. Mit der vorliegenden
Erfindung wird ein ausgeglicheneres Temperaturprofil bezogen auf den Querschnitt
des Walzenabstreifträgers erreicht. Dadurch wird die Gefahr einer thermischen Verformung
des Walzenabstreifträgers in Richtung Feuerraum minimiert. Das hat zur Folge, daß
dadurch die Berührung der Walzenabstreifer mit den rotierenden Walzen und damit
die Behinderung des Drehen der Walzen erfolgreich vermieden werden kann.
Weiter kann durch die erfindungsgemäße Maßnahme der Spalt
zwischen den Abstreifern und den Walzen bei der Montage durch Justieren der Schleißeisen
verringert werden, wodurch ein verringerter Rostdurchfall und eine verbesserte Primärluftverteilung
erreicht wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- zwei angedeutete aufeinander folgende Rostwalzen eines Walzenrostes mit dazwischen
angeordneten Walzenabstreifträger und Walzenabstreifern im Querschnitt,
- Figur 2:
- einen Walzenabstreifträger mit Kühlmitteln in Schnittdarstellung.
In der Figur 1 ist ein Walzenrost mit einem aus im Abstand achsparallel
nebeneinander angeordneten rotierenden Rostwalzen 1 bestehenden Förderrost für das
Verbrennungsgut dargestellt, wobei zwischen den benachbarten Walzen 1 ein Zwischenraum
eingehalten ist, in dem die Walzenabstreifer 2 vorgesehen sind, die mit einem unterhalb
des Zwischenraums angeordneten Walzenabstreifträger 3 verbunden sind- Der Walzenrost
ist vorzugsweise zum Betrieb einer Verbrennungsanlage, insbesondere einer Müllverbrennungsanlage
geeignet. Die meist aus Schleißeisen bestehenden Abstreifer 2 dienen zur Verhinderung
bzw. Minimierung des Durchrutschens von Verbrennungsgut durch die Zwischenräume
zwischen den Walzen 1.
Der Abstreifträger 3 ist kühlbar ausgebildet und dazu mit Mitteln
zur Beaufschlagung mit einem Kühlmedium versehen.
Im oberen Bereich des Abstreifträgers 3 sind dazu über dessen gesamte
Breite Kühlkanäle 4 vorgesehen, die mit Vor- und Rücklaufleitungen 6, 7 für das
Kühlmedium verbunden sind. Als Kühlmedium wird vorzugsweise Kühlwasser verwendet.
Die Kühlkanäle 4 können nur während des Anfahrens der Anlage oder
auch während des gesamten Betriebes der Anlage mit einem Kühlmedium beaufschlagt
werden. Als Kühlmedium wird bevorzugt Wasser verwendet.
In der Figur 2 ist ein Walzenabstreifträger 3 im Schnitt dargestellt.
Die Kühlkanäle 4 sind hier über die gesamte Breite des Abstreifträgers 3 ausgebildet.
An den Seiten sind die Vor- und Rücklaufleitungen 6, 7 für das Kühlmedium angeordnet.
Die Strömungsumkehr erfolgt auf der gegenüberliegenden Seite.
Für die Einspeisung des Kühlmediums sind verschiedene Varianten möglich.
Es ist möglich, daß die beiden Kühlkanäle 4 über jeweils separate Vor- und
Rücklaufleitungen verfügen, wobei sowohl im Gleichstrom als auch im Gegenstrom gekühlt
werden kann.
Weiter können beispielsweise die Vor- und Rücklaufleitungen in der
Mitte der Abstreifträger vorgesehen werden, wobei auf beiden Seiten die Strömungsumkehr
erfolgen kann. Es ist auch möglich lediglich die Vor- oder Rücklaufleitung in der
Mitte vorzusehen und Rück- bzw. Vorlaufleitungen auf beiden Seiten anzuordnen.