| Dokumentenidentifikation |
DE102004016406A1 27.10.2005 |
| Titel |
Steuerung von Gleichwellensendern mit Signalzuführung durch Breitbandverteilanlagen |
| Anmelder |
Prosch, Theodor, Dr., 70839 Gerlingen, DE |
| Erfinder |
Prosch, Theodor, Dr., 70839 Gerlingen, DE |
| DE-Anmeldedatum |
26.03.2004 |
| DE-Aktenzeichen |
102004016406 |
| Offenlegungstag |
27.10.2005 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
27.10.2005 |
| IPC-Hauptklasse |
H04H 3/00
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| Zusammenfassung |
Gleichwellensendernetze zur Aussendung von digitalen Rundfunkdiensten werden nach dem Stand der Technik mit Sendern hoher Leistung an exponierten Standorten errichtet. Um ausreichende Feldstärkewerte für den portablen Empfang innerhalb von Gebäuden zu erzeugen, bedarf es in bebauten Gebieten einer hohen Senderdichte. Mit dem neuen Verfahren soll durchgängige mobile und portable Empfangbarkeit in Ballungsräumen, auch innerhalb von Gebäuden, mit Kleinleistungssendern ermöglicht werden, die an bestehende Verteilnetze, insbesondere an Breitbandkabelnetze, angeschlossen werden können. Mit einer Einkoppelvorrichtung (10) wird das auszusendende Signal (11) in Basiband-naher Frequenzlage zusammen mit einem Steuersignal (12) über ein Verteilnetz (20) den Sendern (30, 40) zugeführt. An den Senderstandorten wird aus den zugeführten Signalen das Sendesignal erzeugt und über Antennen (31) auf Gleichwelle abgestrahlt. Das Verfahren eignet sich zur drahtlosen Versorgung von Ballungsgebieten mit digitalem Fernsehen, Tonrundfunk und Mediendiensten nach den europäischen T-DAB- und DVB-T-Standards.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur drahtlosen Verbreitung von
multimedialen Programm- und Datenangeboten im europäischen T-DAB (Terrestrial Digital
Audio Broadcasting) oder DVB-T (Digital Video Broadcasting, Terrestrial) Standard
auf der Grundlage von Breitbandverteilanlagen, insbesondere von Breitbandkabelnetzen
(BK-Netze). Zur Ausstrahlung der digitalen Rundfunksignale mittels Gleichwellensendernetzen
wird vorgeschlagen, die an das Verteilsystem angeschlossenen Sendeeinrichtungen
mit Zusatzsignalen zu steuern.
Sendernetze für Rundfunkanwendungen dienen der drahtlosen Verteilung
eines zentral eingespeisten Signals in einem Versorgungsgebiet. Nach dem Stand der
Technik bestehen terrestrische Sendernetze aus Sendern und zugehörigen Signalzuführungsnetzen.
Mit Leitungen oder Funkübertragungsstrecken wird dabei ein Ton-, Fernseh- oder Datensignal
von einem zentralen Einspeisepunkt aus an mehrere Senderstandorte übertragen. Das
den Sendern zugeführte Signal wird am Senderstandort weiterverarbeitet, gegebenenfalls
digitalanalog gewandelt, einem Hochfrequenzsignal aufmoduliert, dann verstärkt und
schließlich über eine Antennenanlage als elektromagnetische Welle abgestrahlt. Für
die terrestrische Verbreitung von Signalen in größeren Gebieten, z.B. in einem Bundesland,
werden zumeist mehrere Sender höherer Leistung verwendet. Im Bereich der Analogtechnik,
z.B. beim PAL-Fernsehen oder beim UKW-FM-Rundfunk, strahlen diese Sender das modulierte
Hochfrequenzsignal in der Regel auf unterschiedlichen Frequenzen aus, um flächenhafte
Gleich- und Nachbarkanalstörungen im Empfangsfall zu vermeiden.
Der T-DAB bzw. DVB-T Standard für digitalen Rundfunk ermöglicht den
störungsfreien Empfang im Versorgungsgebiet auch dann, wenn die Sender eines Versorgungsgebiets
im Gleichkanalbetrieb, d.h. auf gleicher Frequenz, arbeiten. Voraussetzung ist die
synchrone Ausstrahlung des mit dem zugeführten Signal modulierten Hochfrequenzsignals
auf gleicher Senderfrequenz durch die an der Versorgung beteiligten Sender eines
Netzes. Der Gleichkanalbetrieb von Sendern ermöglicht hohe Frequenzökonomie und
damit eine effiziente Ausnutzung des Radiospektrums. Für DVB-T und T-DAB werden
nach dem Stand der Technik Gleichwellensendernetze errichtet, indem der frequenzmäßige
Gleichlauf der Sender eines Netzes und die synchrone Signalausstrahlung durch besondere
Maßnahmen erzwungen werden. Dazu zählen nach dem Stand der Technik die Anbindung
aller Sender an ein externes Zeit- und Referenznormal, zum Beispiel an die Signale
des GPS-Satellitensystems (Global Positioning Satellite System), sowie das Einfügen
von Zeitmarken in das digital zugeführte Signal am zentralen Einspeisepunkt des
Zubringerleitungsnetzes, um die Gleichzeitigkeit der Abstrahlung der digitalen Information
an allen Senderstandorten sicherzustellen.
Für die digitale Verbreitungstechnik in Gleichwellentechnik stehen
in Europa Frequenzen aus den Bereichen III (für T-DAB und DVB-T), IV/V (für DVB-T)
und dem Bereich 1452 MHz bis 1492 MHz (T-DAB) zur Verfügung. Auf der Grundlage internationaler
Vereinbarungen lizenzieren die Fernmeldeverwaltungen der europäischen Staaten für
digitale Sender deutlich verringerte Strahlungsleistungen im Vergleich zur analogen
Übertragungstechnik. Um die drahtlose Empfangbarkeit von T-DAB- oder DVB-T-Signalen
in dicht bebauten Gebieten, insbesondere im Inneren von Gebäuden, in der vom Konsumenten
z.B. beim UKW-Empfang gewohnten Weise zu ermöglichen, muss die Senderdichte in Ballungsräumen
erhöht werden. Nur so können im Mittel die erforderlichen hohen Mindestfeldstärkewerte
mit zusätzlicher Reserve für den Ausgleich der lokalen Feldstärkeschwankungen erzeugt
werden.
Nach dem Stand der Technik können bei T-DAB im 1.5 GHz Bereich (L-Band)
Gleichkanal-Repeater (in-band on-channel repeater) zur Verdichtung von Sendernetzen
eingesetzt werden. Dabei wird auf gleicher Frequenz empfangen und gesendet. Um die
Selbsterregung des Systems durch Rückkopplung des Sendesignals in den Empfangszweig
zu vermeiden, werden getrennte Richtantennen zum Empfang und Senden eingesetzt,
die räumlich separiert angeordnet sind. Die Strahlungsleistung eines solchen Repeaters
muss begrenzt und kontinuierlich überwacht werden, um Selbsterregung durch ungewollte
Rückkopplung zu unterbinden. Deshalb beschränkt sich deren Nutzung auf Spezialfälle
wie z.B. die Versorgung von Straßentunnels. Im VHF-Bereich III lassen sich Gleichkanal-Repeater
aufgrund des hohen Aufwands für die Entkopplung von Eingang und Ausgang nicht in
wirtschaftlich sinnvoller Weise einsetzen.
Der technische Aufwand zur Erzielung einer durchgängigen Empfangbarkeit
mit mobilen und portablen Empfängern auf der Grundlage von synchronen T-DAB und
DVB-T Gleichwellensendernetzen ist deshalb nach dem Stand der Technik in dicht bebauten
Gebieten erheblich und kostspielig. Der Einsatz von Gleichkanal-Repeatern stellt
keine im größeren Maßstab nutzbare Alternative dar, um die Sendernetzkosten deutlich
zu senken.
Es ist bekannt, dass für die analoge UKW-Versorgung entlang von Straßen
Gleichkanalsenderketten errichtet werden, denen das auszustrahlende Signal über
Zwischensendersysteme zugeführt wird. Das Zwischensendersystem überträgt das
auszustrahlende Hochfrequenzsignal in einer Zwischenfrequenzlage zusammen mit einem
Referenzsignal, das von dem lokalen Oszillatorsignal abgeleitet ist, mit dem das
Hochfrequenzsignal in die Zwischenfrequenzlage umgesetzt wird. Zusammen mit einer
Vorrichtung zum Laufzeitausgleich wird so erreicht, dass das Sendesignal eines Senders
am Standort A an einem davon verschiedenen Standort B frequenz- und phasenrichtig
rekonstruiert und wieder ausgestrahlt werden kann. Bei geeignet eingestelltem Laufzeitausgleich
(ca. +/-2.5&mgr;s) können an einem Ort X die vom Standort A und B eintreffenden
Sendesignale im Wesentlichen störungsfrei empfangen und demoduliert werden.
Jedoch ist dieses Verfahren aufwändig. Es erfordert für die in Zwischenfrequenzlage
übertragenen Radiosignale ein zusätzliches Zwischenfrequenzträgersignal, das proportional
zu der Festfrequenz ist, die gleich der Differenz gebildet aus Radiosignalfrequenzlage
und Zwischenfrequenzlage ist, um einen phasenstarren, kohärenten Gleichlauf von
eingespeistem und gesendetem Signal zu erreichen. Diese Kohärenz ist jedoch bei
T-DAB und DVB-T nicht erforderlich; vielmehr reicht der frequenzmäßige Gleichlauf
der gesendeten Signale aus, wobei es weiterhin genügt, dass die Mittenfrequenzen
der gesendeten Rundfunksignale innerhalb eines frequenzmäßigen Toleranzbereichs
liegen, der geeignet ist, unzulässige Orthogonalitätsverletzungen zu vermeiden.
Die Anwendung dieses Verfahrens impliziert außerdem fest eingestellte Bandpassfilter
für den Empfang des Rundfunksignals und des Referenzsignals. Der Gebrauch von Sendefrequenzen
unterscheidet sich jedoch regional in Übereinstimmung mit international verabredeten
Frequenzplänen. Ebenso unterscheidet sich die Belegung von Breitbandverteilnetzen
mit Rundfunksignalen inhaltlich und frequenzmäßig von Region zu Region und wird
im Verlauf der Zeit an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Die Anwendung dieses
Verfahrens würde insofern für jedes Breitbandverteilnetz einen speziellen Frequenzplan
und individuell aufeinander abgestimmte Zwischensender- und Empfangseinheiten erfordern,
deren Hardware vermutlich auszutauschen wäre, wenn die Belegung des Breitbandverteilnetzes
geändert würde.
Daher liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
für Breitbandverteilnetze bereitzustellen, das geeignet ist, digitale Rundfunksignale,
d.h. T-DAB oder DVB-T-Signale, flexibel zuzuführen und den Gleichwellensendemode
der angeschlossenen Sender auf einer Soll-Frequenz, die in weiten Grenzen frei wählbar
vorgegeben werden kann, zu erzwingen. Dabei soll das Verfahren die Grundlage für
universell verwendbare, einheitlich gestaltete Sendeeinheiten schaffen, die in verschiedenen
Breitbandverteilnetzen mit unterschiedlichster Kanalbelegung eingesetzt werden können.
Als technische Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren zur Steuerung von Gleichwellensendern
mit Signalzuführung durch Breitbandverteilanlagen vorgeschlagen, dadurch gekennzeichnet,
dass es folgende Schritte umfasst:
- a) Erzeugen des digitalen Rundfunksignals in Basisband-naher Frequenzlage;
- b) Erzeugen eines digitalen Steuercodes, der die Information zur senderseitigen
Einstellung einer Soll-Mittenfrequenz des Sendesignals beinhaltet;
- c) Erzeugen eines mit dem digitalen Steuercode modulierten, Bandpass-begrenzten
Trägersignals, das keine spektrale Überlappung mit dem Rundfunksignal in Basisband-naher
Frequenzlage aufweist;
- d) Addieren des Rundfunksignals und des modulierten Steuersignals zu einem Summensignal;
- e) Modulieren eines Trägersignals mit dem Summensignal;
- f) Übertragen des dem Träger aufmodulierten Summensignals durch ein Breitbandverteilnetz;
- g) Empfangen des übertragenen Signals mit einem Bandpassempfänger;
- h) Demodulieren des übertragenen Signals;
- i) Filtern des demodulierten übertragenen Signals mit einem Tiefpassfilter oder
einem Basisband-nahen Bandpassfilter zur Rückgewinnung des Rundfunksignals;
- j) Filtern des demodulierten übertragenen Signals mit einem Bandpassfilter zur
Rückgewinnung des modulierten Steuersignalträgers;
- k) Demodulieren des Steuersignalträgers;
- l) Dekodieren der Steuerinformation;
- m) Erzeugen einer lokalen Oszillatorfrequenz zur Aufwärtsmischung des Rundfunksignals
vermittels der dekodierten Steuerinformation;
- n) Aufwärtsmischen des digitalen Rundfunksignals in die Soll-Sendefrequenzlage;
- o) Aussenden des Rundfunksignals in Sendefrequenzlage.
Die Erfindung wird nun im Folgenden bezüglich einer bevorzugten Ausführung
anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Die Zeichnungen sind dabei nicht beschränkend
und zeigen:
1 Struktur eines Breitbandverteilnetzes
nach dem Stand der Technik;
2 Topologie und Netzebenen in einem Breitbandkabelverteilnetz
(BK-Netz) nach dem Stand der Technik;
3 Blockdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens am Einspeisepunkt einer Breitbandverteilanlage;
4 Blockdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Verfahrens an den Auskoppelpunkten einer Breitbandverteilanlage;
5 Blockdiagramm einer zweiten bevorzugten
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens an den Auskoppelpunkten einer Breitbandverteilanlage;
6 Signalstruktur im Frequenzbereich;
7 Zusammenschaltung von Sendeeinheiten
an eine Breitbandverteilanlage zur Herstellung eines Gleichwellensendernetzes;
8 Sendestelle, der mit einer BK-Anlage
das Sende- und Referenzsignal zugeführt wird;
9 Ausbildung der flächenhaften Funkversorgung
durch mehrere Sender kleiner Leistung im Gleichwellenbetrieb mit Signalzuführung
über Breitbandverteilsysteme.
1 zeigt die Topologie von Breitbandverteilsystemen
nach dem Stand der Technik. Am zentralen Knotenpunkt 1 werden die zur Verteilung
bestimmten Signale eingespeist, von dort mit Übertragungseinrichtungen
4 an die Verzweigungspunkte 2 weitergeleitet, wobei Zwischenverstärker
3 eventuelle Dämpfungsverluste der Übertragungsstrecken ausgleichen. Ein
solches Breitbandverteilsystem bildet die Grundlage für das erfindungsgemäße Verfahren
zur Errichtung von Gleichwellensendernetzen.
2 zeigt die hierarchische Struktur von
Breitbandkabelnetzen, die nach dem Stand der Technik für die Verteilung von Kabelfernsehen
und Kabeltonrundfunk eingesetzt werden. Dabei werden in der Kopfstation
1 die Programmsignale in einem standardisierten Frequenzraster eingespeist
und über Leitungen 5, Zwischenverteiler und Verstärkerstellen
3 über Leitungen 7 an die Übergabepunkte 8 von Wohneinheiten
6 verteilt. Solche Breitbandkabelnetze eignen sich für die Zuführung von
Signalen an unterschiedliche Standorte innerhalb von bebauten Gebieten, um synchrone
Gleichwellensendernetze zu realisieren.
3 zeigt ein Blockdiagramm, in dem die
Erzeugung des Signals SK gezeigt ist, das in einem Breitbandverteilnetz
übertragen wird. SK entsteht, indem das Trägerfrequenzsignal fC
des Oszillators 16 mit dem Ausgangssignal des Summierers 10 in
der Amplitude moduliert wird und das amplitudenmodulierte Signal mit dem Bandpassfilter
12 gefiltert wird. Dabei wird bei Breitbandkabelanlagen in vorteilhafter
Weise das untere Seitenband aus Gründen der Frequenzökonomie unterdrückt. Jedoch
können auch andere Modulationsverfahren eingesetzt werden, insbesondere die Frequenzmodulation
oder die Phasenmodulation.
Das Summensignal des linearen Summierers 10 setzt sich aus
zwei additiven Komponenten zusammen. Die erste Komponente ist das sendefähige digitale
Rundfunksignal in Basisband-naher Frequenzlage, die zweite Komponente ist ein moduliertes
Steuersignal, dem die Information aufgeprägt ist, auf welcher Mittenfrequenz das
digitale Rundfunksignal durch die Sendevorrichtung abgestrahlt werden soll, weiterhin
wie die Basisband-nahe Mittenfrequenz des zur Abstrahlung kommenden Signals lautet
und wie viele Schwingungen pro Sekunde die Trägerfrequenz des Steuersignals hat.
In vorteilhafter Weise wird das Steuersignal so ausgeführt, dass ein fehlergeschützter
Bitstrom zyklisch übertragen wird, der die o.g. Information enthält. Genau so ist
eine statische Übertragung möglich, bei der die Information parallel übermittelt
wird. Im Blockdiagramm ist ein Amplitudenmodulator als einfachste Ausführungsform
gezeigt, jedoch können auch andere Modulationsverfahren, insbesondere die Phasenmodulation,
zum Einsatz kommen. Die Trägerfrequenz des Steuersignals ist dabei so gewählt, dass
keine spektrale Überlappung mit dem digitalen Rundfunksignal auftritt. Um Frequenzstabilität
zu gewährleisten, sind zweckmäßigerweise die Frequenzen des Steuersignaloszillators
17 und des Trägerfrequenzoszillators 16 von einem Mutteroszillator
15 abgeleitet.
4 zeigt ein Blockdiagramm, in dem das
in das Breitbandverteilnetz eingespeiste Signal und übertragene Signal SK
zur Ausstrahlung aufbereitet wird. Mit dem Tuner 20 wird das Signal SK
empfangen, verstärkt und dem Demodulator 21 zugeführt. Es erscheint ausreichend,
wenn die Genauigkeit der Frequenzabstimmung des Tuners in der Größenordnung von
ca. 5% der Bandbreite des übertragenen Signals SK liegt und eine analoge
Frequenzregelung (AFC) zur Stabilisierung des Tuner-Oszillators vorgesehen wird.
Am Ausgang des Demodulators 21 werden mit dem Tiefpassfilter
22 das Rundfunksignal und mit dem Bandpassfilter 26 das Steuersignal
separiert. Der Ausgang des Demodulators 27 liefert den Steuersignalbitstrom.
Dieser wird vom Dekodierer 28 in eine Bitfolge gewandelt, die die Frequenzteiler
des phase-locked-loop Oszillators (PLO) 29 einstellt und damit die Frequenz
des Signals festlegt, das am LO-Eingang des nichtlinearen Mischers 23 anliegt.
Als Referenzsignal des PLO 29 dient die Trägerfrequenz des Steuersignals.
Das Ausgangssignal des Tiefpassfilters 22 wird mit dem nichtlinearen
Mischer 23 auf die Sendefrequenzlage umgesetzt. Die zum Aufwärts-Mischen
benutzte LO-Frequenz ist, wie oben beschrieben, durch das Steuersignal vorgegeben.
Dadurch wird erreicht, dass das Rundfunksignal in die durch den
Steuercode festgelegte Frequenzlage des Sendesignals umgesetzt wird. Vorteilhaft
sind die Verwendung eines Mischers mit Spiegelfrequenzunterdrückung und eine zweistufige
Ausführung der Mischstufe, bei der zunächst in eine Zwischenfrequenzlage und dann
in die Sendefrequenzlage umgesetzt wird. Das Mischerausgangssignal wird mit dem
Bandpassfilter 24 von unerwünschten Mischprodukten befreit und einer Leistungsendstufe
zugeführt, um über die Sendeantenne r, im Diagramm mit STX bezeichnet,
abgestrahlt zu werden. Es versteht sich von selbst, dass der PLO 29, der
nichtlineare Mischer 23 und das Bandpassfilter 24 mehrfach vorhanden
sein können, so dass mehrere unterschiedliche digitale Rundfunksignale, die in Basisband-naher
Frequenzlage dem übertragenen Signal SK aufmoduliert sind (vgl.
6), auf unterschiedlichen Sendefrequenzen abgestrahlt
werden können. Für die Steuerung mehrerer phase-locked-loop-Oszillatoren ist lediglich
der Informationsinhalt des Steuersignals entsprechend zu erweitern.
5 zeigt ein Blockdiagramm einer Sendeeinrichtung
mit integriertem Überwachungsempfänger. Das in die Breitbandverteilanlage eingespeiste
und übertragene Signal SK wird mit dem Tuner 30 empfangen, mit dem Demodulator
31 demoduliert und dessen Ausgangssignal mit den Filtern 32 und
36 in die beiden Bestandteile Steuersignal und Rundfunksignal spektral
zerlegt. Das Steuersignal wird mit dem Demodulator 37 demoduliert, die
wiedergewonnene Steuerbitfolge mit dem Dekoder 38 dekodiert. Die Steuerinformation
stellt erstens die Frequenzteiler des phase-locked-loop Oszillators (PLO)
39 so ein, dass die Soll-Sendefrequenzlage nach Aufwärtsmischen des digitalen
Rundfunksignals durch den nichtlinearen Mischer 33 erreicht wird, und zweitens
die Empfangsfrequenz des DAB- bzw. DVB-Empfängers 40 auf die Soll-Sendefrequenz.
Als Referenzsignal des PLO dient das Master-Clock-Signal des Empfängers
40, das gemäß DAB- bzw. DVB-Standard bei Empfang eines digitalen Rundfunksignals
mit dessen Taktfrequenz hochgenau synchronisiert ist. Der Empfänger 40
erhält als Eingangssignal das aufwärtsgemischte, mit dem Bandpassfilter
34 von unerwünschten Mischprodukten befreite Signal. Die Schalteinrichtung
35 wird durch den Empfänger 40 geschlossen und der Signalweg über
die Leistungsendstufe zur Sendeantenne freigegeben, wenn der vom Empfänger
40 dekodierte Bitstrom des aufwärts gemischten Rundfunksignals in Sendefrequenzlage
bezüglich der Bitfehlerhäufigkeit unter einem festgelegten Grenzwert liegt, andernfalls
getrennt.
6 zeigt die von der Einspeisevorrichtung
erzeugte Signalstruktur in spektraler Darstellung für den Spezialfall der Restseitenbandmodulation,
die vorteilhaft in Breitbandkabelanlagen (BK) eingesetzt werden kann. Im Übertragungskanal
51, der bei BK-Anlagen standardmäßig 7 MHz oder 8 MHz Bandbreite aufweist
und in einem festen Raster liegt, wird das obere Seitenband des AM-modulierten Trägersignals
52 mit der Frequenz fC an die Sendevorrichtungen übermittelt.
Das modulierte Steuersignal 53 wird als Unterträger mit der Frequenz fS
übertragen. Mit 54, 55 56, 57 sind vier zur
Abstrahlung bestimmte T-DAB-Signale mit den Frequenzlagen f1, f2,
f3, f4 gezeigt. Es versteht sich von selbst, dass anstelle
der vier unterschiedlichen T-DAB-Signale ein DVB-T-Signal mit äquivalenter Bandbreite
übertragen werden kann.
7 zeigt die Zusammenschaltung der Einspeisevorrichtung
60 mit den Sendevorrichtungen 80, 180, 280,
... 980, denen das Signal durch das Breitbandverteilnetz 70 zugeführt
wird. Das digitale Steuersignal wird am Eingang 61, das Rundfunksignal
am Eingang 62 der Einspeisevorrichtung 60 zugeführt, die das Signal
in das Breitbandverteilsystem am Ausgang 63 einspeist. Aus dem Breitbandverteilnetz
wird das von der Einspeisevorrichtung 60 erzeugte Signal an den Koppelpunkten
82, 182, 282, .. 982 entnommen, weiterverarbeitet
(vgl. 4) und jeweils in gleicher Sendefrequenzlage
über die Antennen 81, 181, ... 981 abgestrahlt.
8 zeigt die Installation einer Sendestelle
eines Gleichwellensendernetzes, das über eine Breitverteilanlage gespeist wird.
Ein Wohnhaus 802 ist über eine Leitung 803, die im Erdboden
801 verlegt ist, an ein Breitbandverteilnetz angeschlossen. Der Übergabepunkt
804 befindet sich im Untergeschoss. Die Wohnungen sind über eine im Haus
verlegte Leitung 805 mit Steckdosen 806, 807 bedient.
An einer der Dose 807 ist ein Sender nach 4
oder 5 angeschlossen, mit dessen Ausgangssignal
eine Antenne 810 gespeist wird, die an einem Mast 809 über dem
Hausdach 808 angebracht ist.
9 zeigt in Aufsicht die Ausbildung der
flächenhaften Funkversorgung in einem mit Häusern 902, 903 besiedelten
Gebiet durch mehrere Gleichwellensender kleiner Leistung. Die mit Schraffur markierten
Häuser 903 sind an ein Breitbandverteilnetz angeschlossen, das in den Straßen
901 verlegt ist, und strahlen mit Sendern entsprechend 5
oder 6 die zugeführten Signale über Antennen ab. Die
Reichweiten der einzelnen Sendestellen (vgl. 8) sind
durch Konturen 904 näherungsweise dargestellt. Aufgrund des Gleichwellenbetriebs
verschmelzen die einzelnen Konturen zu einer Gesamtkontur 905, die mindestens
die Größe der Einhüllenden aller Einzelkonturen besitzt. Durch den Betrieb von wenigen
Sendern in der Leistungsklasse 10mW bis 1000mW lassen sich auf diese Weise größere
Flächen drahtlos versorgen.
Der mit der Erfindung erzielte Vorteil besteht darin, dass die Nutzungsmöglichkeiten
von Verteilnetzen, insbesondere BK-Anlagen, erweitert werden und
die Grundlage dafür geschaffen wird, dass mit universell einsetzbaren Kleinsendern
T-DAB- bzw. DVB-T-Gleichwellensendernetze errichtet werden können. Insbesondere
lässt sich in Ballungsräumen der Markt des portablen in-door Empfangs von digitalem
Fernsehen und Hörfunk erschließen, der mit Gleichwellensendernetzen nach dem Stand
der Technik nur mit hohem Aufwand geöffnet werden kann. Die erfindungsgemäß vorgeschlagene
Ausführung der Sendereinheiten bietet gute Voraussetzungen zur Massenproduktion,
so dass großflächige Gleichwellensendernetze mit Sendern der mW-Klasse errichtet
werden können. Zusätzliche Sender lassen sich entsprechend der Nachfrage in größeren
Stückzahlen an das Verteilnetz anschließen und in Betrieb nehmen.
Der wirtschaftliche Nutzen wird vor allem in der Marktöffnung der
portablen in-door und out-door Multimedia-Nutzung in Ballungsräumen gesehen. Das
vorgeschlagene Verfahren erweitert die wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeit von bestehenden
Verteilnetzen, insbesondere von BK-Anlagen. Weiterhin öffnet das Verfahren den Markt
für neue Consumer-Elektronikprodukte im Multimedia-Bereich. Es ermöglicht das Angebot
von Geräten, die innerhalb von Gebäuden in die Anschlussdosen von BK-Anlagen eingesteckt
werden können und so den schnurlosen, portablen Empfang von Fernsehen, Hörfunk und
Mediendiensten nach dem DVB-T bzw. T-DAB-Standard in der Wohnung, im Haus und in
der Umgebung ermöglichen.
Literaturhinweise
- 1 European Broadcasting Systems; Digital Audio Broadcasting (DAB) to mobile,
portable and fixed receivers
ETSI EN 300 401 V 1.3.3 (2001-05)
European Telecommunications Standards Institute
www.etsi.org
- 2 Digital Video Broadcasting (DVB), Framing structure, channel coding and modulation
for digital terrestrial television
ETSI EN 300 744 V.1.4.1 (2001-01)
European Telecommunications Standards Institute
www.etsi.org
- 3 DE 693 21 312 T2 (deutsche
Übersetzung von EP 0 582 103 B1)
- 4 EP 0 291 676 A2
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| Anspruch[de] |
- Verfahren zur Steuerung von Gleichwellensendern mit Signalzuführung durch Breitbandverteilanlagen
dadurch gekennzeichnet,
dass es die folgenden Schritte beinhaltet:
a) Erzeugen eines digitalen Rundfunksignals in Basisband-naher Frequenzlage;
b) Erzeugen eines digitalen Steuercodes, der die Information zur senderseitigen
Einstellung einer Soll-Mittenfrequenz des Sendesignals beinhaltet;
c) Erzeugen eines mit dem digitalen Steuercode modulierten, Bandpass-begrenzten
Trägersignals, das mit dem Rundfunksignal spektral nicht überlappt;
d) Addieren des Rundfunksignals und des modulierten Steuersignals zu einem Summensignal;
e) Modulieren eines Trägersignals mit dem Summensignal;
f) Übertragen des modulierten Trägersignals durch ein Breitbandverteilnetz von der
Einkoppelstelle zu den Auskopplungspunkten;
g) Empfangen des übertragenen Signals mit einem Bandpassempfänger an den Auskoppelpunkten;
h) Demodulieren des übertragenen Signals;
i) Filtern des demodulierten übertragenen Signals mit einem Tiefpassfilter oder
einem Basisband-nahen Bandpassfilter zur Rückgewinnung des Rundfunksignals;
j) Filtern des demodulierten übertragenen Signals mit einem Bandpassfilter zur Rückgewinnung
des modulierten Steuersignalträgers;
k) Demodulieren des Steuersignalträgers;
l) Dekodieren der Steuerinformation;
m) Erzeugen einer lokalen Oszillatorfrequenz zur Aufwärtsmischung des Rundfunksignals
unter Verwendung der empfangenen und dekodierten Steuerinformation;
n) Aufwärtsmischen des digitalen Rundfunksignals in die Soll-Sendefrequenzlage;
o) Aussenden des Rundfunksignals in Sendefrequenzlage.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Auskoppelseite
das demodulierte und dekodierte Steuersignal das Teilerverhältnis der Frequenzteiler
des phase-locked-loop-Oszillators (PLO) zur Aufwärtsmischung des Rundfunksignals
in die Sendefrequenzlage einstellt.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Einkoppelseite
ein Steuersignal erzeugt wird, das genaue Angaben über die Soll-Sendefrequenz auf
der Auskoppelseite, über die Mittenfrequenz des in Basisband-naher Lage erzeugten
digitalen Rundfunksignals und über dessen Bandbreite enthält sowie die Angabe der
Frequenz des Trägersignals, das durch das Steuersignal moduliert wird und Bestandteil
des Summensignals ist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Auskoppelseite
die Trägerfrequenz des modulierten Steuersignals als Bezugsfrequenz des phase-locked-loop-Oszillators
(PLO) zur Aufwärtsmischung des Rundfunksignals in die Sendefrequenzlage dient.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf
der Auskoppelseite die lokale Oszillatorfrequenz des PLO zur Aufwärtsmischung des
Rundfunksignals durch den master-clock-Osziliator eines digitalen Rundfunkempfängers
für T-DAB referenziert wird, der das durch die Breitbandverteilanlage übertragene
Rundfunksignal empfängt und der mit der Taktfrequenz des Bitstroms des T-DAB-Signals
synchronisiert ist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Auskoppelseite
die lokale Oszillatorfrequenz des PLO zur Aufwärtsmischung des Rundfunksignals durch
den master-clock-Oszillator eines digitalen Rundfunkempfängers für DVB-T referenziert
wird, der das durch die Breitbandverteilanlage übertragene Rundfunksignal empfängt
und der mit der Taktfrequenz des Bitstroms des DVB-T-Signals synchronisiert ist.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Einkoppelpunkt zwei
oder mehrere unterschiedliche Rundfunksignale mit unterschiedlichen Mittenfrequenzen
in Basisband-naher Frequenzlage zusammen mit einem modulierten Steuersignal linear
zu einem Summensignal addiert werden.
- Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Einkoppelseite
ein Steuersignal erzeugt wird, das genaue Angaben über alle Soll-Sendefrequenzen
auf der Auskoppelseite, über alle Mittenfrequenzen der in Basisband-naher Lage erzeugten
digitalen Rundfunksignale, über deren wechselseitige Zuordnung und über deren Bandbreiten
enthält sowie die Angabe der Frequenz des Trägersignals, das durch das Steuersignal
moduliert wird und Bestandteil des Summensignals ist.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass auf
der Auskoppelseite zwei oder mehrere lokale Oszillatoren (PLO) zur Aufwärtsmischung
von zwei oder mehreren Rundfunksignalen in unterschiedliche Sendefrequenzlagen eingesetzt
werden, wobei die Steuerung der Oszillatoren durch die Information des Steuersignals
erfolgt und entweder die Trägerfrequenz des Steuersignals oder der master-clock-Generator
eines auf die Taktfrequenz des Bitstroms des Rundfunksignals aufsynchronisierten,
digitalen Empfängers als Bezugsfrequenz der Oszillatoren dient.
- Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf
der Auskoppelseite ein digitaler Rundfunkempfänger das in die Sendefrequenzlage
aufwärts gemischte Rundfunksignal empfängt, überwacht und die Aufschaltung des Sendesignals
auf die Sendeantenne freigibt, wenn die vom Empfänger gemessene Bitfehlerhäufigkeit
einen vorgegebenen Wert unterschreitet.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Einkoppelseite
das Trägersignal mit dem Summensignal amplitudenmoduliert wird.
- Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Einkoppelseite
das Trägersignal mit dem Summensignal im Restseitenbandverfahren mit teilunterdrücktem
Träger amplitudenmoduliert wird.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen
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