Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft das automatische Plazieren von Zuschnitten,
die dazu bestimmt sind, in geschmeidigen Materialabschnitten mit inhomogenen Merkmalen,
insbesondere natürlichen Ledern oder natürlichen Häuten, ausgeschnitten zu werden.
Das Anwendungsgebiet der Erfindung betrifft die Herstellung von Artikeln,
insbesondere aus Leder oder Pelzen, welche das Zusammenfügen von in solchen Abschnitten
ausgeschnittenen Zuschnitten erfordern. Die betroffenen Branchen sind insbesondere
die Möbelbranche, die Sattlerei, insbesondere die Sattlerei für Kraftfahrzeuge,
die Branche der Lederwaren, der Gepäckartikel, der Schuhartikel und der Kleidungsartikel.
Hintergrund der Erfindung
Ästhetische Anforderungen und Qualitätsanforderungen machen es notwendig,
Zuschnitte auszuwählen, welche ein mehr oder weniger ähnliches Aussehen aufweisen,
um unterschiedliche Teile eines Artikels herzustellen, insbesondere in Abhängigkeit
ihrer Nähe und ihrer Anordnungen im Artikel.
Wenn man zum Beispiel den Fall von Leder nimmt, insbesondere eines
Sofas aus Leder, wird darauf geachtet, daß alle Zuschnitte, die jede Rückenlehne
bilden, bei den Zuschnitten, die jede Sitzfläche bilden, bei den Zuschnitten zwischen
den Rückenlehnen, zwischen den Sitzflächen und zwischen der Rückenlehne und der
entsprechenden Rückenstütze einen hohen Ähnlichkeitsgrad aufweisen. Hingegen kann
ein geringerer Ähnlichkeitsgrad zwischen Rückenlehnen und Sitzflächen, zwischen
Armlehnen und Rückenlehnen und zwischen Armlehnen und Sitzflächen toleriert werden.
Ein geringerer Ähnlichkeitsgrad ist auch für die Zuschnitte akzeptabel, die dazu
bestimmt sind, das Gestell des Sofas zu verzieren, gleich ob zwischen den Zuschnitten
oder mit anderen Zuschnitten.
Nun weisen Leder, und insbesondere natürliche Leder, kein homogenes
Aussehen und keine homogene Qualität auf. Dies gilt für verschiedene Häute, selbst
wenn sie von ein und demselben Posten stammen und dies ist auch für ein und dieselbe
Haut der Fall. In der Tat wird eine Schwankung der Farbnuance, der Narbungsgröße
und der Qualität des Leders zwischen verschiedenen Zonen ein und derselben Haut
festgestellt und in ein und derselben Zone kann das Aussehen zum Beispiel zwischen
matt und glänzend variieren, je nach Ausrichtung der Haut in Bezug auf einen Betrachter.
Dies gilt unabhängig von der Herkunft des Leders.
Im Fall von natürlichem Leder muß das Plazieren von Bestandteilen
eines Artikels somit eine bestimmte Anzahl von Auflagen berücksichtigen. Dazu kommt
die Berücksichtigung von eventuellen Fehlern, die – je nach ihrem Schweregrad
– die Verwendung von bestimmten Zonen des Leders untersagen oder diese Verwendung
für Zuschnitte vorbehalten können, welche zum Beispiel aufgrund ihrer Anordnung
im Endartikel solche Fehler tolerieren. In einem geringeren Ausmaß besteht diese
Notwendigkeit der Einhaltung von Auflagen auch für Lederarten, die nicht vollständig
natürlich sind, wie pigmentierte Lederarten, welche eine Farbhomogenität aufweisen,
oder für begradigte Leder oder Leder-Fleischspalte, die einem Preßvorgang unterzogen
wurden, um nach dem Schleifen oder Spalten eine Narbungswirkung zu ergeben.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und insbesondere für Plazierungen von
Zuschnitten, die für Artikel von hoher Qualität in der Möbelbranche oder der Sattlerei
bestimmt sind, wird im Allgemeinen auf die Kenntnisse eines Bedieners zurückgegriffen,
der imstande ist, auf die Einhaltung all dieser Auflagen zu achten.
Es ist wünschenswert über ein Verfahren zu verfügen, welches es ermöglicht,
solche Plazierungen automatisch durchzuführen, damit das Eingreifen eines Bedieners
nicht mehr notwendig ist und um die Plazierungen bestmöglich zu optimieren, um nur
das notwendige Minimum eines teuren Rohstoffes zu verwenden.
Es wurden Vorschläge zum automatischen Plazieren auf Leder gemacht.
So beschreibt die deutsche Patentschrift DE
195 21 514 ein Verfahren, welches die Digitalisierung der Kontur der Häute
und das Erfassen der Fehler umfaßt, die in verschiedenen Kategorien eingeteilt sind,
denen verschiedene Farben zugeordnet werden. Die Plazierung erfolgt durch einen
Bediener, ausgehend von einem Bild, welches die Kontur der Haut und die farbigen
Fehlerzonen darstellt, oder automatisch durch die Verwendung einer geeigneten Software.
Ein ähnliches Verfahren wird in der US-Patentschrift US
5 258 917 beschrieben, wobei das Plazieren eine eventuelle zusätzliche
Auflage berücksichtigt, nämlich die wünschenswerte Nähe auf einer Haut mit Konturabschnitten
von unterschiedlichen Zuschnitten.
Aufgabe und Kurzdarstellung der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Bereitstellung eines Verfahrens,
welches es ermöglicht, automatisch das Plazieren von Zuschnitten durchzuführen,
die in Ledern, Häuten und allgemeiner in Abschnitten aus geschmeidigem Material
mit inhomogenen Merkmalen auszuschneiden sind, wobei die verschiedenen Auflagen,
die für diese Zuschnitte gelten, berücksichtigt werden, um Artikel herzustellen,
die besonderen Anforderungen an die Qualität und Ästhetik entsprechen.
Gemäß der Erfindung umfaßt ein Verfahren zum automatischen Plazieren
von Zuschnitten, die dazu bestimmt sind, zur Herstellung von Artikeln verwendet
zu werden und die in mindestens einem Abschnitt ausgeschnitten werden müssen, der
zu einem Typ geschmeidigem Materialabschnitt mit inhomogenen Merkmalen gehört, um
für die Herstellung von Artikeln verwendet zu werden, die Schritte, die bestehen
aus:
- – für den zu verwendenden Abschnittyp Erstellen mindestens einer Maske,
die auf die Abschnitte dieses Typs anwendbar ist und deren Fläche in verschiedene
Zonen aufgeteilt ist, welche verschiedenen Wertniveaus eines Merkmals des Materialabschnitts
dieses Typs entsprechen,
- – Zuweisen einer Einheit von Auflagen, die mindestens eine Wertauflage
eines Merkmals des Materialabschnitts umfassen, zu mindestens bestimmten Artikelbestandteilen
eines bestimmten Typs,
- – Festlegen von Verbindungen zwischen mindestens bestimmten Bestandteilen,
die verschiedene Niveaus insbesondere in Abhängigkeit von Beziehungen haben, die
den zwischen den Zuschnitten zugeordneten Auflagen auferlegt werden,
- – Digitalisieren eines oder mehrerer Abschnitte des Typs, um ein Bild
des Abschnitts oder jedes Abschnitts zu erzielen,
- – Anwenden der oder jeder Maske auf das Bild des oder jedes Abschnitts
unter Herstellen einer maßlichen Anpassung derart, daß das Bild in verschiedene
Zonen mit homogenen Merkmalen aufgeteilt wird, und
- – Durchführen eines automatischen Plazierens, indem die Bestandteile eines
herzustellenden Artikels in den Zonen des Bildes des oder der Abschnitte angeordnet
werden, wobei das Plazieren in Abhängigkeit von den Auflagen erfolgt, die eventuell
den Zuschnitten zugeordnet wurden und unter Einheiten der zwischen den Zuschnitten
definierten Verbindungen.
Somit ist die Erfindung einerseits durch die Verwendung von Masken
bemerkenswert, welche es ermöglichen, Zonen mit homogenen Merkmalen auf den Abschnitten
zu definieren, und andererseits durch das Zuweisen von Auflagen und die Definition
von Verbindungen zwischen den Zuschnitten, welche das Plazieren bestimmen.
Vorteilhafterweise wird jeder Maske und jedem Abschnitt eine Referenzachse
zugewiesen, mindestens eine Maske pro Abschnittstyp definiert, wie beispielsweise
eine Maske, welche Zonen mit verschiedenen Werten eines Aussehensmerkmals der Fläche
des Materials umfaßt und/oder eine Maske, die Zonen mit verschiedenen Farbnuancenwerten
des Materials umfaßt, auf jedem Abschnitt manuell oder automatisch die Referenzachse
definiert und die oder jede entsprechende Maske auf das Bild jedes Abschnitts angewendet,
indem jedes Mal die Referenzachsen des Abschnitts und der Maske übereinander gelegt
werden.
Im Fall von Leder ist die Referenzachse, die jeder Maske und jedem
Abschnitt, oder jeder Haut, zugewiesen wird, typischerweise die Achse, welche dem
Rückgrat eines Tieres entspricht. Für jeden Typ von Haut wird mindestens eine Maske
definiert, die umfaßt
Für einen Abschnittstyp ist es auch möglich, einen maximalen Prozentsatz
für die Dehnung des Materials in vorherbestimmten Richtungen zu definieren, zum
Beispiel parallel und senkrecht zur Referenzachse, in jeder homogenen Zone. Unter
Abschnitten eines bestimmten Typs werden hier Abschnitte mit ähnlichem Ursprung
verstanden, zum Beispiel im Fall von Leder, Häute, die von ein und derselben Tierart
stammen.
Vorteilhafterweise sind mindestens bestimmte der Bestandteile eines
Artikels in Gruppen verteilt, wobei jede dieser Gruppen einen oder mehrere Zuschnitte
umfaßt. Eine Gruppe umfaßt zum Beispiel Zuschnitte, die für die Herstellung einer
funktionalen einstückigen Untereinheit des Artikels erforderlich sind. In jeder
Gruppe können die Zuschnitte durch Verbindungen mit demselben Niveau verbunden sein
oder nicht.
Es werden mindestens bestimmten Zuschnitten oder mindestens bestimmten
Gruppen von Zuschnitten eine oder mehrere Auflagen zugewiesen, die insbesondere
ausgewählt werden aus einem charakteristischen Wert des Aussehens der Fläche, einer
Farbnuance und einer bevorzugten Ausrichtung auf dem Abschnitt zu einer Referenzachse
des Abschnitts. Es kann auch die Zuweisung einer Angabe über die Toleranz der winkeligen
Positionierung auf beiden Seiten der bevorzugten Ausrichtung erfolgen. Das Niveau
der Verbindung zwischen zwei Zuschnitten steht in Abhängigkeit vom gewünschten Grad
der Ähnlichkeit zwischen den Auflagen, die eventuell diesen Zuschnitten zugewiesen
werden und von ihrer eventuell auferlegten Plazierungsnähe.
Vorzugsweise wird außerdem mindestens bestimmten Zuschnitten oder
mindestens einer bestimmten Gruppe/bestimmten Gruppen von Zuschnitten ein Plazierungsvorrangsgrad
derart zugewiesen, daß das Plazierungsverfahren bei den Zuschnitten
mit dem höchsten Vorrangsgrad beginnt.
Gemäß einer wiederum anderen Besonderheit des Verfahrens umfaßt das
Verfahren der Digitalisierung jedes Abschnitts die Speicherung der Positionen und
Schweregrade von Fehlern, die auf dem Abschnitt entdeckt werden. Das Entdecken der
Positionen der Fehler und das Zuweisen der Schweregrade können durch visuelle Prüfung
erfolgen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird besser verstanden werden anhand der folgenden Beschreibung,
die beispielhaften aber nicht einschränkenden Charakter hat, und unter Bezugnahme
auf die beiliegenden Zeichnungen, in welchen:
1 ein Diagramm ist, welches unterschiedliche
Schritte der Umsetzung eines besonderen Verfahrens gemäß der Erfindung zeigt;
2A und 2B
ein Beispiel für die Schwankung bei der Qualität der Haut in Längsrichtung und in
Querrichtung zeigen;
3A und 3B
Masken zeigen, die für die Umsetzung des Verfahrens von 1
verwendet werden;
4 und 5
besondere Ausführungsformen für die Gruppierung von Zuschnitten zeigen, die für
die Herstellung eines Artikels aus Leder erforderlich sind, im vorliegenden Fall
einer Einheit bestehend aus einem dreisitzigen Sofa und zwei Sesseln;
6 eine stark schematische Ansicht einer
Digitalisierungsstelle einer besonderen Haut ist;
7 das Ergebnis der Anwendung der Masken
von 2 und 3 auf das Bild einer digitalisierten
Haut zeigt;
8 ein Organigramm ist, welches den Ablauf
des automatischen Plazierens für die Herstellung des Artikels von 4
und 5 zeigt; und
9 bis 12
das Ergebnis des Plazierens auf vier Häuten der Zuschnitte der 4
und 5, nach der Umsetzung des Plazierungsverfahrens
von 8.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
In der folgenden Beschreibung ist ein Fall vorgesehen, bei dem das
Plazieren von Zuschnitten auf Häuten für die Herstellung von Artikeln aus Leder
erfolgt. Die Erfindung ist jedoch auch auf das Plazieren von Zuschnitten auf Abschnitten
von weichen Materialien, die kein Leder sind, anwendbar, zum Beispiel auf das Plazieren
von Zuschnitten auf natürlichen Häuten, welche auch nichthomogene Merkmale aufweisen,
wie die Merkmale des Aussehens der Fläche (Relief, Rauheit, Adern...) und/oder der
Farbmerkmale.
Zunächst wird auf 1 Bezug genommen, welche
die Schritte zeigt, aus denen sich eine besondere Ausführungsform eines Verfahrens
gemäß der Erfindung zusammensetzt, bevor ein Beispiel der Anwendung auf die Herstellung
von besonderen Lederartikeln beschrieben wird.
Gemäß eines ersten Merkmals des Verfahrens werden (Schritt
10) eine oder mehrere Masken für einen bestimmten Hauttyp oder mehrerer
bestimmte Hauttypen erstellt, welche geeignet sind, bei der Umsetzung des Verfahrens
verwendet zu werden.
Die verschiedenen Hauttypen sind insbesondere jene, die häufig in
der Lederindustrie verwendet werden. Sie entsprechen verschiedenen Tierarten.
Jede Maske spiegelt die Verteilung eines Merkmales der entsprechenden
Haut in verschiedenen Zonen wider: Schwankung der Ledernarbung, Schwankung der Farbnuance
des Leders. Sie kann auch eine Referenzachse zum Vorschein bringen, welche typischerweise
der Stelle des Rückgrats des Tiers entspricht. Die Zonen einer Maske sind derart
definiert, daß das betreffende Merkmal im Wesentlichen homogen im Inneren einer
Zone ist, wobei jedem Merkmal mindestens zwei Werteniveaus zugewiesen werden. Die
Grenzen zwischen Zonen einer Maske können fließend definiert werden, das heißt zum
Beispiel indem jeder Trennlinie zwischen zwei benachbarten Zonen eine Toleranzinformation
für das Überschreiten der Grenze in eine Richtung oder in die andere Richtung zugeordnet
wird. In der Tat sind die betroffenen Schwankungen der Merkmale auf einer Haut fortschreitend
und nicht abrupt; sie entsprechen einem Evolutionsgradienten.
Als Beispiel für die Schwankung eines Merkmals einer Haut zeigen
2A und 2B in
stark schematischer Weise die Evolution der Qualität einer Haut jeweils zwischen
dem hinteren Teil und dem vorderen Teil (im Wesentlichen entlang des Rückgrats)
und zwischen einem Rand und dem Rückgrat. Die Qualität wird hier mit der Größe und
der Homogenität der Ledernarbungen in Verbindung gebracht.
2A zeigt eine starke Schwankung der Qualität
im hinteren Teil der Haut, bei ungefähr 10 % der Gesamtlänge, zwischen einem Mindestwert,
welcher ungefähr 30 % des maximalen Werts entspricht, der in der Mitte der Haut
beobachtet wird, und dem genannten maximalen Wert. Die maximale Qualität wird auf
ungefähr 65 % der Länge im mittleren Teil der Haut beobachtet.
Im vorderen Teil nimmt die Qualität (Halsfalte) mit einer weniger abrupten Schwankung
als im hinteren Teil auf einer Entfernung ab, die ungefähr 25 % der Länge entspricht.
2B zeigt eine starke Schwankung der Qualität ausgehend
vom Rand auf einer Entfernung, die ungefähr 20 % der halben Breite entspricht, von
ungefähr 30 % der maximalen Qualität bis dort hin.
Natürlich betreffen 2A und
2B einen besonderen Typ von Haut. Die Evolutionsgradienten
können für andere Hauttypen wesentlich anders sein.
Die Maske(n), die jedem Hauttyp zugeordnet wird/werden, wird/werden
gespeichert (Schritt 12). Es kann auch eine Information zugewiesen werden,
die für jeden Hauttyp einen Prozentsatz der akzeptablen Dehnung des Leders in mindestens
zwei Richtungen anzeigt, wie die Richtung der Referenzachse und die Richtung, die
zu dieser normal ist. Diese Dehnungskapazität kann zum Zeitpunkt eines weiteren
Plazierens auf diesem Hauttyp berücksichtigt werden.
Für die Herstellung eines Artikels eines bestimmten Typs, umfassend
eine Einheit von Lederzuschnitten mit vorbestimmten Formen und Abmessungen, kann
das Verfahren einen Schritt (14) des Gruppierens von Bestandteilen des
Artikels umfassen. Das Gruppieren erfolgt vorzugsweise, indem in ein und derselben
Gruppe die Zuschnitte vereint werden, die für die Herstellung einer funktionalen
einstückigen Untereinheit des Artikels (zum Beispiel eine Rückenlehne eines Sessels)
erforderlich sind. In der Tat sind die Zuschnitte einer Gruppe in einem solchen
Fall dazu bestimmt, aufeinander zusammengefügt zu werden und besitzen gleiche Konturabschnitte,
was mindestens in bestimmten Fällen ermöglichen kann, die Gruppe von Zuschnitten
wie eine einzigartige Gruppe zu betrachten. Dies ist insbesondere wahr, wenn die
Bestandteile einer Untereinheit aus ästhetischen Gründen Merkmale gleichmäßigen
Aussehens aufweisen und nebeneinander in einer homogenen Zone einer Haut plaziert
werden müssen. Die Zuschnitte der Gruppe werden dann untereinander durch Verbindungen
mit dem höchsten Niveau verbunden. Man wird feststellen, daß man unter Artikel bestimmten
Typs sowohl einen besonderen Artikel versteht, zum Beispiel einen Sessel, als auch
einen Posten an Artikeln, die normalerweise in Form einer Einheit hergestellt werden,
zum Beispiel ein Sofa und passende Sessel. Man wird auch feststellen, daß jeder
Gruppe eine Information zugewiesen werden kann, welche anzeigt, ob die Verbindungen
zwischen den Zuschnitten der Gruppe unterbrochen werden können oder nicht. Diese
Information ermöglicht, wenn sie positiv ist, das Einführen einer größeren Geschmeidigkeit
beim weiteren Schritt des Plazierens.
Der folgende Schritt (16) des Verfahrens besteht darin, mindestens
bestimmten Bestandteilen des Artikels eine oder mehrere Auflagen zuzuweisen. Letztere
werden durch die Stelle des Zuschnitts im Artikel und daraus sich ergebende ästhetische
Erwägungen bestimmt. Die Auflagen werden insbesondere aus dem Ledernarbungswert,
dem Farbnuancenwert, der Ausrichtung des Zuschnitts auf der Haut ausgewählt. In
Bezug auf den letzten Punkt kann es in der Tat zu Unterschieden beim Aussehen kommen,
je nachdem, ob ein Zuschnitt beim Ausschneiden in einer Richtung oder in einer anderen
Richtung zur Referenzachse der Haut ausgerichtet ist. Dem Merkmal in Bezug auf die
Ausrichtung des Zuschnitts auf der Haut kann eine Ausrichtungstoleranzinformation
zugeordnet werden, welche die maximale winkelige Ausfederung anzeigt, die für das
Plazieren des Zuschnitts auf beiden Seiten der spezifizierten Ausrichtung erlaubt
ist. Andere nützliche Informationen für das Plazieren können auch zugeordnet werden,
zum Beispiel das Niveau des Schweregrads des Lederfehlers, der für jeden Zuschnitt
toleriert wird.
Gemäß eines weiteren Merkmals des Verfahrens zum Plazieren gemäß der
Erfindung umfaßt das Verfahren einen Schritt (18) zum Erstellen von Verbindungen
zwischen Zuschnitten oder – falls Gruppen von Zuschnitten gebildet wurden
– auch zwischen Zuschnitten und Gruppen von Zuschnitten oder zwischen Gruppen
von Zuschnitten. Die Verbindungen werden in mehrere Niveaus eingeteilt, vom stärksten
bis zum schwächsten. Mindestens eine Komponente der Verbindung besteht im Ähnlichkeitsgrad
oder dem Grad der Unähnlichkeit zwischen den Auflagen, die den Zuschnitten zugewiesen
werden. Eine weitere Komponente kann in der gewünschten Nähe zwischen den Zuschnitten
auf der Haut bestehen, insbesondere damit sie Merkmale aufweisen, die einander so
nahe wie möglich sind, oder weil sie gemeinsame Konturabschnitte aufweisen. Somit
besteht die stärkste Verbindung zwischen Zuschnitten, welche die gleichen Merkmalniveaus
(Narbungsgröße, Farbennuance, Ausrichtung) aufweisen und die außerdem eine Näheauflage
zugewiesen haben. Die Näheauflage zwischen zwei Zuschnitten kann in Form einer maximalen
Entfernung auf der Haut zwischen zwei charakteristischen Punkten dieser zwei Zuschnitte
ausgedrückt werden, aber auch in Form eines maximalen Abstands von Narbungswert
und/oder Farbwert. So verbundene Zuschnitte können Teil ein und derselben Gruppe
sein oder nicht. Die schwächste Verbindung besteht zwischen Zuschnitten, welche
keine Ähnlichkeits- oder Unähnlichkeitsanforderung von Merkmalen oder Näheauflage
aufweisen, zum Beispiel isolierte Zuschnitte oder Zuschnitte, die sich an Stellen
des herzustellenden Artikels befinden, die normalerweise nicht exponiert oder sichtbar
sind.
Ein weiterer Schritt (20) des Verfahrens kann darin
bestehen, mindestens bestimmten Zuschnitten oder – falls Gruppen gebildet
werden – einer oder mehreren Gruppen einen Plazierungsvorrangsgrad zuzuweisen.
Es können eventuell mehr als zwei Werte für den Vorrangsgrad vorgesehen werden.
Zum Zeitpunkt des Plazierens werden die Zuschnitte oder Gruppen von Zuschnitten
mit dem höchsten Vorrang zuerst plaziert. Es handelt sich vorzugsweise um Zuschnitte
oder Gruppen von Zuschnitten, denen die stärksten Auflagen zugeordnet werden und
um jene, die dort durch Verbindungen mit dem höchsten Niveau verbunden sind, um
für diese Zuschnitte vorrangig die homogenen Zonen zu besetzen, welche der oder
jeder verwendeten Haut entsprechen. Sinkende Vorrangsgrade können in der Folge den
Zuschnitten oder Gruppen von Zuschnitten, die verbleiben, gemäß dem Niveau der Verbindungen
zugewiesen werden, die ihnen zugeordnet sind.
Beim Schritt (22) werden die eventuellen Gruppierungen von
Zuschnitten, die den Zuschnitten oder Gruppen von Zuschnitten zugewiesenen Auflagen
und die definierten Verbindungen gespeichert. Diese Informationen, in Form einer
Datei von Zuschnitten mit verbundenen Auflagen, sind für die Herstellung einer Reihe
von Artikeln des entsprechenden Typs verwendbar.
Für die Herstellung eines bestimmten Artikeltyps ausgehend von Häuten
eines bestimmten Typs besteht ein erster Vorgang (Schritt 24) darin, eine
oder mehrere Häute dieses Typs zu digitalisieren und für jede Haut das digitalisierte
Bild sowie Standortinformationen und Informationen in Bezug auf die Schwere der
auf der Haut entdeckten Fehler zu registrieren. Eine Referenzachse, die typischer
Weise dem Rückgrat des Tieres entspricht, wird vorzugsweise auf jeder Haut derart
bestimmt, daß das digitalisierte Bild der Haut eine Information umfaßt, welche die
Position der Referenzachse identifiziert. Die Positionen der Fehler können manuell
auf die Haut geheftet und ihre Schweregrade von einem Bediener evaluiert und eingegeben
werden. Alternativ dazu ist es möglich, die Fehler zu lokalisieren und ihren Schweregrad
durch automatische Analyse des digitalisierten Bildes einzuteilen. Die Position
der Referenzachse kann durch Heften oder manuelles Kennzeichnen auf der Haut bestimmt
werden. Alternativ dazu ist es möglich, die Referenzachse durch automatische Analyse
der digitalisierten Haut zu lokalisieren.
Der folgende Schritt (26) besteht darin, die gespeicherte(n)
Maske(n), welche dem verwendeten Hauttyp entspricht/entsprechen, zu suchen. Ein
Bediener kann die Möglichkeit erhalten, die oder jede Maske zu ändern, wenn die
Haut oder der Posten von verwendeten Häuten ein Merkmal aufweist, deren Wertverteilung
auf dem Leder sich wesentlich von jener unterscheidet, die üblicherweise bei diesem
Hauttyp vorgefunden und als Referenz für die Herstellung der Maske verwendet wird,
welche diesem Merkmal entspricht.
In der Folge wird/werden die geänderte/n Maske(n) auf das Bild der
oder jeder digitalisierten Haut derart angewendet (Schritt 28), daß die
Fläche letzterer in homogene Zonen aufgeteilt wird. Das Anwenden einer Maske umfaßt
eine maßliche Anpassung, zum Beispiel durch Homothetie, um die Maske so gut wie
möglich mit dem Bild der Haut zu überlagern.
Die Datei von Zuschnitten mit verbundenen Auflagen, welche dem herzustellenden
Artikeltyp entsprechen, wird aus den vorregistrierten Dateien (Schritt
30) gelesen.
In der Folge wird das Verfahren zum automatischen Plazieren (Schritt
32) ausgeführt. Dieses besteht darin, zuerst das Plazieren der Zuschnitte
oder Gruppen von Zuschnitten auszuführen, welche das höchste Vorrangsniveau aufweisen,
ausgehend von vom Verwender vorbestimmten Arbeitsvorbereitungskriterien, danach
kommen die Zuschnitte oder Gruppen von Zuschnitten an die Reihe, die in der sinkenden
Vorrangsreihenfolge folgen. Für jeden neuen Zuschnitt oder jede neue Gruppe von
Zuschnitten, die zu plazieren sind, wird/werden die bestehende(n) Verbindungen)
mit einem bereits plazierten Zuschnitt oder einer bereits plazierten Gruppe von
Zuschnitten geprüft, um davon die Position auf ein und derselben oder einer anderen
Haut zu bestimmen.
Für den Fall, daß Fehler auf den verwendeten und gespeicherten Häuten
entdeckt werden, berücksichtigt das Plazieren die Schwere und die Position der Fehler.
Ein Flächenabschnitt, der einen Fehler aufweist, wird für einen Zuschnitt verwendet
oder nicht, je nachdem, ob der Schweregrad des Fehlers gleich dem für diesen Zuschnitt
tolerierten Schweregrad ist oder nicht, gemäß der zu diesem Zweck in Bezug auf den
Zuschnitt gespeicherten Information.
Auf jeden Fall ist das gesuchte Plazieren jenes, für das die Fläche
der verwendeten Haut/Häute in optimaler Weise besetzt ist, um Materialverluste zu
vermeiden, insbesondere unter Nutzung der Dehnungskapazitäten des Leders und der
Drehungsmöglichkeiten der Zuschnitte zur privilegierten Ausrichtung. Es werden auch
die eventuellen Toleranzen für das Überschreiten der Grenzen zwischen Zonen mit
homogenen Merkmalen auf der Haut berücksichtigt. Ein bekanntes Mittel zu diesem
Zweck besteht darin, durch ein Programm eine möglichst hohe Anzahl von Plazierungsvarianten
zu simulieren und die günstigste Variante beizubehalten. Die gespeicherten Dehnungskapazitäten
des Leders in der Richtung der Referenzachse oder in der senkrechten Richtung und
die Toleranzen für das Überschreiten der Grenze zwischen Zonen der Haut können bei
den Simulationen der Plazierung verwendet werden, nicht unbedingt
in systematischer Weise, sondern nach Bedarf, wenn eine verfügbaie Position eine
Abmessung aufweist, die um sehr wenig geringer als jene eines zu plazierenden Zuschnitts
ist. Wenn eine optimale Plazierung bestimmt worden ist, wird sie gespeichert (Schritt
34), um bei einem anschließenden Schneidevorgang oder als Basis bei einer
zukünftigen Plazierung für einen ähnlichen Artikel verwendet zu werden.
Anwendungsbeispiel
Dieses Beispiel betrifft das Plazieren von Zuschnitten, die für die
Herstellung eines Artikels, der aus einem dreisitzigen Sofa und zwei Sesseln besteht,
in Leder, die von Kuhhäuten stammen.
3A und 3B
zeigen Maskenmodelle, die auf Kuhhäute anwendbar sind.
Die Maske 40 von 3A ist eine
Maske für Farbnuancen des Leders, welche zwischen zwei Nuancenniveaus unterscheidet:
hell und dunkel. Auf der Maske 40 sind die Achse A, welche der Achse des
Rückgrats entspricht, sowie die Teile des Halses 42, des Schwanzes
44 und der Beine 46 des Tieres dargestellt. Es werden Zonen mit
heller Farbe ZN1 und ZN4 auf den Flanken und den Beinen und ZN2, ZN3 auf jeder Seite
der Achse A ausgehend von der Mitte des Rückgrats bis zum Hals und Zonen mit dunkler
Farbe ZN5, ZN6 auf jeder Seite der Achse A ausgehend von der Mitte des Rückgrats
bis zum Schwanz unterschieden.
Die Grenzen zwischen den verschiedenen Farbnuancenzonen ZN1 bis ZN6
sind durch Geradensegmente dargestellt. Dennoch ist die Schwankung der Nuance fortschreitend.
Der Maske 40 kann eine Information einer Entfernung D1 zugewiesen werden,
welche die Toleranz für das Überschreiten der Grenze auf beiden Seiten davon darstellt,
wie zwischen den Zonen ZN1 und ZN2 gezeigt.
Die Maske 50 von 3B ist eine
Maske mit einer Narbungsgröße des Leders, die zwischen zwei Niveaus unterscheidet:
feine Narbung und grobe Narbung. Achse A, welche dem Rückgrat des Tieres entspricht,
ist genauso wieder zu finden wie die Teile des Halses 52, des Schwanzes
54 und der Beine 56. Es wird zwischen zwei Zonen ZG1, ZG2 mit
feiner Narbung, welche den mittleren Teil der Haut auf beiden Seiten der Achse A
besetzen, Zonen mit grober Narbung ZG3, ZG4, welche jeweils eine Flanke und die
dazugehörigen Beine besetzen, und Zonen mit grober Narbung ZG5, ZG6, ZG7, ZG8 unterschieden,
welche die benachbarten Teile des Halses und des Schwanzes auf beiden Seiten der
Achse A besetzen.
Der Maske 50 können Informationen zugewiesen werden, welche
die maximalen Prozentsätze für die Dehnung des Leders in die Richtungen X und Y,
die jeweils parallel und senkrecht zur Achse A sind, darstellen.
Die Masken 40 und 50 weisen dieselbe Form und dieselben
Abmessungen auf. Sie werden gespeichert, so wie die eventuellen Informationen, welche
die Dehnungskapazitäten des Leders darstellen, um auf jeglicher Kuhhaut angewendet
zu werden.
Es wird sofort deutlich, daß nach demselben Prinzip Masken, die auf
Häute anwendbar sind, welche einen anderen tierischen Ursprung haben, hergestellt
werden können.
4 stellt in schematischer Form eine Einheit
von Lederzuschnitten dar, die für die Herstellung eines dreisitzigen Sofas verwendet
werden, und 5 eine Einheit von Zuschnitten, die für
die Herstellung eines passenden Sessels verwendet werden.
In 4 sind bestimmte Bestandteile in Gruppen
aufgeteilt. Mehrere Gruppen bestehen aus mehreren Zuschnitten, die dazu bestimmt
sind, funktionale Untereinheiten des Sofas darzustellen. Es handelt sich um die
Gruppen G1 „Rechte Rückenlehne" und G3 „Linke Rückenlehne", welche
jeweils vier Zuschnitte umfassen, um die Gruppe G2 „Mittlere Rückenlehne",
welche drei Zuschnitte umfaßt, die Gruppen G4 „Rechte Sitzfläche", G5 „Mittlere
Sitzfläche" und G6 „Linke Sitzfläche", die jeweils zwei Zuschnitte umfassen,
und um die Gruppe G7 „Gestell", welche Zuschnitte (mit 1 bis 11 numeriert)
umfaßt, die dazu bestimmt sind, das Gestell des Sofas zu verzieren. Andere Zuschnitte
stellen für sich alleine funktionale Gruppen dar, G8, G9, G10 für die „Rechte
Rückenstütze", „Mittlere Rückenstütze" und „Linke Rückenstütze" und
G11, G12 für die „Rechte Armlehne" und „Linke Armlehne". Die restlichen
Zuschnitte umfassen Paare von verbundenen Zuschnitten I, II, III.
Die verschiedenen Zuschnitte sind untereinander durch Verbindungen
verbunden, die in diesem Beispiel vier mögliche Niveaus 1, 2/2',
3 und 4 in der Reihenfolge sinkender Stärke aufweisen.
Die Verbindungen von Niveau 1 bestehen zwischen den Zuschnitten,
welche unter sich die größte Anforderung von Auflagenähnlichkeit und eine Näheauflage
der Plazierung aufweisen. Es handelt sich um die Zuschnitte von jeder der funktionalen
Untereinheiten, die den Gruppen G1 bis G6 entsprechen. In der Tat müssen die Bestandteile
einer Rückenlehne oder einer Sitzfläche dieselben Lederfarbnuancen, dieselben Ledernarbungsgrößen
und dieselben Ausrichtungen auf dem Leder aufweisen und müssen ferner nahe beieinander
plaziert werden. Diese Näheauflage drückt sich durch eine maximale Entfernung
zwischen charakteristischen Punkten von Zuschnitten aus, wie zum Beispiel zwischen
den Punkten p1 und p2 der Zuschnitte P1 und P2
der rechten Rückenlehne. Diese Näheauflage erklärt sich durch den Umstand, daß die
Zuschnitte aus ästhetischen Gründen die größtmögliche Ähnlichkeit des Aussehens
aufweisen müssen, über die gleichen Niveaus von Nuancemerkmalen und Narbungsmerkmalen
und die gleichen Ausrichtungen hinaus. Ferner weisen die Zuschnitte, die dazu bestimmt
sind, miteinander zusammengefügt zu werden, gemeinsame Konturabschnitte auf und
somit den Vorteil, daß sie nebeneinander plaziert werden.
Die Verbindungen von Niveau 2 befinden sich zwischen den
Zuschnitten oder Gruppen von Zuschnitten, welche untereinander die größte Anforderung
an Ähnlichkeit von Auflagen (selbe Nuance, Narbung und Ausrichtung) aufweisen, aber
ohne Auflage für die Nähe der Position. Es handelt sich in diesem Beispiel um Verbindungen
zwischen Rückenlehnen und dazugehörigen Rückenstützen.
Die Verbindungen von Niveau 2' befinden sich zwischen Zuschnitten
oder Gruppen von Zuschnitten, die untereinander Ähnlichkeits- oder Unähnlichkeits-Beziehungen
von Auflagen aufweisen, zum Beispiel selbe Narbung, selbe Ausrichtung, aber entgegengesetzte
Nuancen. Es handelt sich in diesem Beispiel um Verbindungen zwischen mittlerer Rückenlehne
und rechter Rückenlehne, zwischen mittlerer Rückenlehne und linker Rückenlehne,
zwischen mittlerer Sitzfläche und rechter Sitzfläche und zwischen mittlerer Sitzfläche
und linker Sitzfläche, um so eine Farbtonvariation im Sofa zu erreichen. Es versteht
sich von selbst, daß – wenn eine solche Variation nicht gewünscht wird –
zwischen diesen Gruppen die Verbindungen von Niveau 2 verwendet würden.
Die Verbindungen von Niveau 3 befinden sich zwischen den
Zuschnitten oder Gruppen von Zuschnitten, die untereinander eine minimale Ähnlichkeits-
oder Unähnlichkeitsanforderung von Auflagen aufweisen, zum Beispiel selbe Narbung
oder selbe Nuance. Es handelt sich in diesem Beispiel um Verbindungen zwischen der
Rückenlehne und der dazugehörigen Armlehne und zwischen Sitzfläche und dazugehöriger
Armlehne.
Die Verbindungen von Niveau 4 sind in der Tat Nullverbindungen,
welche völlige Positionierungsfreiheit sowohl in Bezug auf die Nuance als auch auf
die Narbung und Ausrichtung sowie Nähe lassen. Sie betreffen Zuschnitte für das
Gestell und die freien Zuschnitte.
Den oben genannten unterschiedlichen Gruppen von Zuschnitten und Zuschnitten
können auch Plazierungsvorrangsgrade zugewiesen werden, welche anzeigen, in welcher
Reihenfolge sie vorzugsweise zu plazieren sind.
In diesem Beispiel kann man Vorrang 1, den höchsten von allen,
jeder der funktionalen Gruppen G1 bis G6 zuweisen, welche alle Zuschnitte vereinen,
die durch Verbindungen von Niveau 1 zugewiesen sind, danach einen Vorrang
2 für die Gruppen G8 bis G10, deren Zuschnitte durch Verbindungen von Niveau
2 zugewiesen sind, einen Vorrang mit Niveau 3 für die Gruppen
G11 und G12, deren Zuschnitte durch die Verbindungen von Niveau 3 zugewiesen
sind, und einen Vorrang mit Niveau 4, dem niedrigsten, für die anderen
Zuschnitte und Gruppen von Zuschnitten.
Jedem Zuschnitt oder jeder Gruppe von Zuschnitten, die mit einer Ausrichtungsauflage
versehen sind, wird eine Information in Bezug auf die Ausrichtungstoleranz in Form
eines maximalen Drehwinkels (oder winkelige Ausfederung) zugewiesen, der in Bezug
auf die spezifizierte Ausrichtung zulässig ist.
In den meisten Fällen wird die spezifizierte Ausrichtung zur Referenzachse
definiert, welche dem Rückgrat entspricht. Eine Ausrichtung der Zuschnitte derart,
daß ihre größte Abmessung senkrecht oder parallel zur Referenzachse ist, wird im
Allgemeinen spezifiziert.
Jedem Zuschnitt wird auch eine Information in Bezug auf die Fehlertoleranz
zugewiesen, welche den Schweregrad des Lederfehlers anzeigt, der vom Zuschnitt toleriert
wird.
5 zeigt, in ähnlicher Weise wie
4, eine Aufteilung von bestimmten der Bestandteile
eines Sessels F in funktionale Gruppen: eine Gruppe G14 „Rückenlehne", die
fünf Zuschnitte umfaßt, eine Gruppe G15 „Sitzfläche", die zwei Zuschnitte
umfaßt, und eine Gruppe G16 „Gestell", die mehrere Zuschnitte umfaßt (mit
12 bis 20 numeriert). Andere Zuschnitte stellen für sich selbst funktionale Gruppen
dar, G17, G18, G19 für „Rückenstütze", „Armlehne rechts", „Armlehne
links". Die restlichen Zuschnitte umfassen zwei verbundene Zuschnitte IV.
In jeder Gruppe G14, G15 sind die Zuschnitte untereinander durch eine
Verbindung von Niveau 1 verbunden. Die Gruppe G14 und die Gruppe G17 sind
durch eine Verbindung von Niveau 2 verbunden. Die Gruppen G14 und G18,
G14 und G19, G15 und G18 und G15 und G19 sind untereinander durch eine Verbindung
von Niveau 3 verbunden. Die anderen Zuschnitte sind durch eine Verbindung
von Niveau 4 (keine Auflagen) verbunden.
Plazierungsvorranggrade von 1 bis 4 werden jeweils den Gruppen G14,
G15, der Gruppe G17, den Gruppen G18, G19, danach der Gruppe G16 und den restlichen
Zuschnitten zugewiesen. Wenn die Bestandteile eines Sofas und ein oder mehrere passende
Sessel plaziert werden müssen, für Zuschnitte oder Gruppen, welche denselben Vorrang
aufweisen, kann man mit jenen des Sofas beginnen, wobei danach jene des Sessels
oder der Sessel kommen.
Wie im Fall des Sofas von 4 wird jedem
Zuschnitt oder jeder Gruppe von Zuschnitten eine Information in Bezug auf die Ausrichtungstoleranz
und eine Information in Bezug auf die Fehlertoleranz des Leders zugewiesen.
5 zeigt auch die ähnliche Aufteilung
der Gruppen G14' bis G19' und verbundene Zuschnitte V des zweiten Sessels F' (Gruppe
G16' „Gestell" umfaßt Zuschnitte, die mit 21 bis 29 numeriert sind).
Die Formen der Zuschnitte, die durchgeführten Gruppierungen, die den
Zuschnitten zugewiesenen Auflagen, die definierten Verbindungen und dazugehörigen
Informationen stellen eine Datei von Zuschnitten mit verbundenen Auflagen dar. Eine
solche Datei für eine Einheit, die aus einem Sofa und zwei Sesseln besteht, wird
gespeichert.
Es wird sofort offenkundig, daß die beschriebenen Prinzipien in Bezug
auf das Beispiel von 4 und 5
auf jeden Artikeltyp angewendet werden können, dessen Herstellung das Zusammenfügen
von Lederzuschnitten untereinander und/oder mit anderen Elementen erfordert.
Man kann somit über eine Datenbank von Zuschnitten mit verbundenen
Auflagen verfügen, welche verschiedenen Typen von herzustellenden Artikeln entsprechen.
Im betreffenden Beispiel eines dreisitzigen Sofas mit zwei passenden
Sesseln sind mehrere Kuhhäute notwendig.
Die bereitgestellten Häute, die vorzugsweise vom selben Posten stammen,
sind numeriert, mit Eintragung von Informationen in Bezug auf die auf jeder Haut
entdeckten Fehler und in Bezug auf die Referenzachse (Rückgrat) jeder Haut.
6 stellt stark schematisch eine Digitalisierungsvorrichtung
von jenem Typ dar, der in der internationalen Patentanmeldung Nr. WO 95/29 046 der
Anmelderin beschrieben wird.
Eine Haut 60, die zu digitalisieren ist, wird flach auf einem
Transporttisch 62 bereitgestellt. Während die Haut auf dem Tisch liegt,
sucht ein Bediener visuell nach Fehlern 65. Er markiert das Vorhandensein
von Fehlern mit Hilfe von Schnüren 64, die ihre Konturen definieren, und
ihre Schwere mit Hilfe von Elementen 66, die in den Zentren der durch die
Schnüre begrenzten Zonen plaziert sind. Je nach Schwere des Fehlers können die Elemente
66 unterschiedliche Größen und/oder Formen aufweisen. Der Bediener kann
auch auf der Haut Markierungen 68, 70 plazieren, welche es ermöglichen,
die Konfiguration und die Anordnung der Haut bei der Digitalisierung zu kennzeichnen
und sie bei weiteren Arbeitsschritten getreu zu reproduzieren. Die Kennzeichnungen
70 sind entlang des Rückgrats angeordnet, um die Position der Referenzachse
der Haut zu kennzeichnen.
Die Digitalisierung erfolgt, indem der Transporttisch 62
unter ein Portal geführt wird, das zwei lineare Kameras 72, 74
trägt, die durch jeweilige Übertragungsspiegel 76, 78 jeweils
ein Segment abtasten, das sich auf ungefähr einer Hälfte der Breite der Digitalisierungszone
erstreckt.
Im Laufe einer ersten Phase ist die Haut mit Hilfe einer Quelle
82 von unten beleuchtet. Die Kameras 72, 74 übertragen
die Signale an eine Steuereinheit, wodurch die Ausarbeitung von graphischen Informationen
ermöglicht wird, welche für die Kontur der Haut repräsentativ sind. Im Laufe einer
zweiten Phase wird die Haut, die in umgekehrter Richtung unter dem Portal verschoben
wird, durch eine Quelle 84 beleuchtet, die sich oberhalb der Haut befindet.
Die Positionen der Schnüre 64 und Markierungen 68, 70
und die Formen der Elemente 66 werden von den Kameras 72,
74 erfaßt und die entsprechenden Signale an die Steuereinheit gesendet,
um Fehlerinformationen (Positionen und Schweregrad der erfaßten Fehler) und Informationen
über die Kennzeichnung, Konfiguration und Bereitstellung der Haut, insbesondere
Informationen in Bezug auf die Referenzachse, auszuarbeiten.
Andere bekannte Verfahren zur automatischen Digitalisierung von Hautkonturen
und zur visuellen oder automatisierten Erfassung der Referenzachse sowie von Fehlern
und des Schweregrads von Fehlern können verwendet werden.
Nach der Digitalisierung der notwendigen Häute werden die Masken
40, 50 auf die Bilder der bereitgestellten Häute durch die gespeicherten
graphischen Informationen angewendet, die für ihre Konturen repräsentativ sind,
indem ihre Referenzachsen mit der Achse A überlagert werden und indem eine geometrische
Transformation derart angewendet wird, daß sie an die tatsächlichen Abmessungen
der Haut angepaßt werden. Das Übereinanderlegen der Masken mit dem Bild der Haut
durch Überlagerung der Referenzachsen ermöglicht es, die Anwendung der Masken einfach
und präzise durchzuführen, selbst wenn die Haut nicht vollständig ist. Die Möglichkeit
eines automatischen Verfahrens zur Anwendung der Masken, ohne daß die Referenzachse
der Haut zuvor lokalisiert wurde, bleibt dennoch denkbar.
Die Anwendung der Masken 40, 50 auf das Bild einer
digitalisierten Haut ermöglicht es, auf dieser eine Einheit von Zonen mit homogenen
Merkmalen zu definieren, das heißt heller oder dunkler Nuance, die mit kleiner oder
großer Narbung verbunden ist. Das Ergebnis ist in 7
dargestellt. Man wird feststellen, daß unterschiedliche benachbarte Zonen, welche
dieselben homogenen Merkmale aufweisen, im Wesentlichen symmetrisch zur Referenzachse
A angeordnet sind. Der Umstand, daß unterschiedliche Zonen, die jedoch dieselben
Merkmale aufweisen, auf beiden Seiten des Rückgrats vorgesehen werden, ermöglicht
es, den Vorgang des automatischen Plazierens für Zuschnitte zu erleichtern, die
sich nicht rittlings auf dem Rückgrat befinden. Ferner wird man feststellen, daß
die Grenzen zwischen Zonen fließend gestaltet werden können, indem die Toleranzen
für das Überschreiten der Grenzen, die den Masken zugewiesen sind, kombiniert werden.
Wenn die unterschiedlichen, zu verwendenden Häute in homogenen Zonen
durch Anwenden der Masken verteilt wurden, kann das Verfahren zum automatischen
Plazieren durchgeführt werden. Dabei werden folgende Vorgänge ausgeführt (8).
In Abhängigkeit von den vordefinierten Kriterien für die Arbeitsvorbereitung
wird die erste vorrangige Gruppe ausgewählt (Schritt 100). Der folgende
Schritt (102) besteht darin, auf einer jeweiligen Haut die Bestandteile
der Gruppe zu plazieren, wobei die Auflagen eingehalten werden, die den Zuschnitten
an sich oder in Beziehung mit anderen Zuschnitten derselben Gruppe (zum Beispiel
physische Nähe) zugewiesen wurden. Wenn alle Zuschnitte der Gruppe plaziert wurden
(Test 104), wird überprüft, ob die Gruppe, die gerade bearbeitet wird,
die letzte Gruppe (Test 106) ist. Falls nicht, wird überprüft, ob für die
betreffende Gruppe ein Bruch der Verbindungen erlaubt ist (Test 108). Falls
ja, werden die Verbindungen unterbrochen (Schritt 110) und man kehrt zu
Schritt 102 zurück, nach der Änderung der Auflagen, also des Niveaus der
Verbindungen für die Gruppe. Falls nein, werden die Informationen, welche die Zuschnitte
der Gruppe kennzeichnen, die nicht plaziert werden konnten, mit den anderen Informationen
in Bezug auf die Gruppe gespeichert (Schritt 112), bevor zum Test
106 übergegangen wird.
Wenn es sich nicht um die letzte Gruppe handelt (Test 106
negativ), wird zur nächsten Gruppe übergegangen, die mit der vorhergehenden verbunden
ist oder die dieser in Abhängigkeit von den festgelegten Kriterien für die Arbeitsvorbereitung
(Schritt 114) folgt, und man kehrt zu Schritt 102 zurück.
Wenn es sich um die letzte Gruppe handelt, wird überprüft, ob es weiterhin
zu plazierende Zuschnitte gibt (Test 116). Falls ja, geht man zu einer
Änderung der Haut (Schritt 118) über und man kehrt zu Schritt
102 zurück, wobei mit der Gruppe begonnen wird, die von jenen Gruppen,
deren Zuschnitte noch nicht alle plaziert wurden, das höchste Vorrangsniveau aufweist
(Schritt 120).
Wenn es keine Zuschnitte mehr zu plazieren gibt, wird die erhaltene
Plazierung gespeichert (Schritt 122) und ihre Effizienz gemessen (Schritt
124). Das gesamte Verfahren kann nun eine vorbestimmte Anzahl von Malen
(Schritt 126) oder bis zum Ende einer vorbestimmten Zeitspanne wiederholt
werden, wobei die letztendlich beibehaltene Plazierung jene ist, welche die höchste
Effizienz aufweist. Die Effizienz wird zum Beispiel durch die Gesamtfläche der verwendeten
Haut/Häute gemessen. Sie ist um so höher, je kleiner diese Fläche ist.
Das Ergebnis des automatischen Plazierens, das auf vier Häuten durchgeführt
wurde, wird in 9 bis 12
dargestellt.
Auf der ersten Haut (9) wurden drei Gruppen
von Zuschnitten G1, G2, G3, welche die Rückenlehnen des Sofas darstellen, unter
Einhaltung der Verbindungen 2' zwischen den Zuschnittsgruppen plaziert, um die gewünschte
Farbtonvariation in Kontinuität der Farbe entlang des Sofas zu erhalten. Drei Rückenstützen
G8, G9, G10 sind in Beziehung mit den dazugehörigen Rückenlehnen unter Einhaltung
der Verbindungen 2 plaziert. Auf der ersten Haut ist ein Teil der Zuschnitte der
Gruppe 7 (Gestell) unter Einhaltung der Reihenfolge plaziert, in der die Zuschnitte
zusammengefügt werden sollen. Die Zuschnitte der Gruppen G1, G2, G3, G7, G8, G9
und G10 sind senkrecht zur Referenzachse A ausgerichtet. Der Rest der Haut ist mit
freien Zuschnitten des Sofas oder der Sessel verziert.
Auf der zweiten Haut (10) wurden die
drei Zuschnittsgruppen G4, G5 und G6, welche die Sitzflächen des Sofas darstellen,
unter Einhaltung der Verbindungen 2' zwischen den Zuschnittsgruppen plaziert, um
die gewünschte Farbtonvariation so wie für die Rückenlehnen zu erhalten. Die Zuschnitte
G11, G12, welche die Armlehnen darstellen, sind unter Einhaltung der Verbindungen
3 plaziert, das heißt in Zonen mit derselben Farbnuance (dunkel) wie die seitlichen
Rückenlehnen. Ein Teil der Gruppe G7 (Gestell des Sofas) ist unter Einhaltung der
Reihenfolge der Zuschnitte plaziert, so wie ein Teil der Gruppen G16 und G16' (Gestelle
Sessel) und die Paare von verbundenen Zuschnitten I und III. Die Zuschnitte sind
im Wesentlichen senkrecht zur Referenzachse A ausgerichtet. Der Rest der Haut ist
mit freien Zuschnitten des Sofas oder der Sessel verziert.
Auf der dritten Haut (11) sind eine Gruppe
G14, welche eine Sesselrückenlehne darstellt, indem einer der
Zuschnitte in einem symmetrischen Teil der Haut positioniert wird, eine Gruppe G15,
welche eine Sesselsitzfläche darstellt, eine Gruppe G17, welche eine Sessel-Rückenstütze
darstellt und eine Gruppe G18 plaziert, welche die rechte Armlehne eines Sessels
darstellt. Die Verbindungen von Niveau 3 werden zwischen den Gruppen G14
und G15, G14 und G17, G15 und G18 eingehalten. Ein Teil der Gruppen G16 und G16'
(Sesselgestelle) ist unter Einhaltung der Reihenfolge der Zuschnitte sowie der Paare
verbundener Zuschnitte II und IV plaziert. Die Zuschnitte sind im Wesentlichen senkrecht
zur Referenzachse angeordnet. Der Rest der Haut ist mit freien Zuschnitten des Sofas
oder der Sessel verziert.
Auf der vierten Haut (12) sind zwei Gruppen
G14' und G15', welche eine Rückenlehne und eine Sitzfläche eines Sessels darstellen,
drei Gruppen G18', G19 und G19', welche die zwei linken und eine rechte Armlehne
der Sessel darstellen, eine Gruppe G17', welche eine Sessel-Rückenstütze darstellt,
und die verbundenen Zuschnitte V plaziert. Die Verbindungen von Niveau
3 werden zwischen den Gruppen G14' und G18' und G14' und G19' eingehalten.
Die restlichen Zuschnitte der Gruppen G16, G16', welche die Gestelle der zwei Sessel
darstellen, und die restlichen freien Zuschnitte vervollständigen teilweise die
Haut.