Die Erfindung betrifft modifizierte Naturharzsäureester, erhältlich
durch Umsetzung von Naturharzen mit Alkoholen und Lithiumsalzen von Resolen und
gegebenenfalls &agr;, &bgr;-olefinisch ungesättigten Carbonsäuren oder deren Anhydriden,
vegetabilischen Ölen und Kohlenwasserstoffharzen sowie ihre Verwendung als Bindemittelharze
in Druckfarben.
Es ist bereits bekannt, Naturharze oder Naturharzsäuren, die auch
mit &agr;, &bgr;-olefinisch ungesättigten Carbonsäuren oder deren Anhydriden modifiziert
sein können, mit Phenol-Aldehyd-Kondensationsprodukten und Veresterungsmitteln (Alkoholen
oder deren unter Umesterungsbedingungen reaktiven Derivaten wie Acetaten) umzusetzen.
Als Katalysatoren für die Polykondensation können ein-, zwei- oder dreiwertige Metallverbindungen
eingesetzt werden.
Gemäß der deutschen Patentanmeldung DE-A 44 03 547 können bei der
Herstellung von mit Phenolharzen modifizierten Naturharzen, Naturharzsäuren oder
Naturharzsäureestern als Kondensationskatalysator Lithiumverbindungen oder Gemische
davon verwendet werden, vorzugsweise das Oxid, Hydroxid, Carbonat, Hydrogencarbonat,
Acetat, Stearat oder Benzoat bzw. deren Mischungen. Die so hergestellten Bindemittelharze
zeigen in toluolischer Lösung bei relativ niedrigen Festkörpergehalten hohe Lösungsviskositäten.
Zusätzlich ist ihre Lösungsviskosität im Vergleich zu der anderer Phenolharz-modifizierter
Naturharzsäureester nur wenig konzentrationsabhängig. Sie zeigen somit ein günstiges
Verdünnungsverhalten. Solche Harze werden auch als Harze mit hoher Verdünnbarkeit
bezeichnet. Dadurch können sie vorteilhaft in Form toluolischer Lösungen als Verschnittfirnisse,
die zum Auflacken von Pigmentanreibungen dienen, in Toluol enthaltenden Tiefdruckfarben
eingesetzt werden.
Bei der Herstellung dieser Harze kann dabei die Modifizierung mit
dem Phenolharz bekanntlich nach zwei unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden:
Zum einen ist es möglich, die Phenolharzbildung in situ, d. h. während der Umsetzung
des Naturharzes und der Naturharzsäuren mit den Modifizierungsmitteln aus den Komponenten
des Phenolharzes, Phenol und Aldehyd, zu erzeugen. Beim in situ-Verfahren geht man
dabei gewöhnlich so vor, daß das Phenol und der Aldehyd im geschmolzenem Naturharz,
das auch bereits die weiteren Modifizierungsmittel enthalten kann, gelöst werden.
Unter Einwirkung des Katalysators wird dann im Temperaturbereich von vorzugsweise
130 bis 160 °C und bei Drücken von ca. 0,4 MPa (4 bar) die Phenolharzbildung
durchgeführt. Sie ist gewöhnlich nach ca. zweistündiger Reaktion abgeschlossen.
Anschließend wird unter Temperaturerhöhung durch Veresterungsreaktionen mit Polyolen
und Kondensation der im Phenolharz enthaltenen Methylolgruppen der Molekülaufbau
durchgeführt.
Andererseits ist es aber auch bekannt, das Phenolharz vorab und vor
der Umsetzung des Naturharzes und der Naturharzsäuren separat nach den üblichen
Methoden der Phenolharzchemie durch Reaktion des entsprechenden Phenols mit dem
entsprechenden Aldehyd unter Einwirkung saurer oder basischer Katalysatoren herzustellen.
Vorzugsweise werden für diesen Reaktionstyp Resole verwendet, die durch Katalyse
unter basischen Bedingungen entstehen. Dieses Phenolharz wird dann dem Ansatz, der
da Naturharz und weitere Modifizierungsmittel enthält, zudosiert. Dieses Verfahren
wird daher auch als Resolverfahren bezeichnet.
Die Verwendung separat und vorab hergestellter Resole ist besonders
dann vorteilhaft, wenn Bindemittelharze nach kontinuierlichen Verfahren hergestellt
werden sollen, wie sie beschrieben sind in der EP-A 0 704 507. Sie können dann gleichmäßig
und drucklos dem Massestrom der anderen Edukte zudosiert werden. Die in situ-Bildung
der Resole hingegen benötigt Zeit und Druck und kann gewöhnlich wegen der stark
differierenden Bildungsgeschwindigkeit des Resols und der Geschwindigkeit der Umsetzung
des Gemisches aus Naturharz und den anderen Modifizierungsmitteln nur schlecht kontinuierlich
durchgeführt werden. Deshalb ist bei der kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen
dem Resolverfahren unbedingt der Vorzug zu geben.
Aus der deutschen Patentschrift DE-C 24 06 555 ist auch bereits bekannt,
zur Herstellung von Phenolharzen, mit denen Bindemittelharze für Druckfarben hergestellt
werden, die üblichen aus der Phenolharzchemie bekannten Katalysatoren wie Natrium-,
Kalium-, Magnesium-, Calcium-, Barium- und Zinkhydroxid sowie die Oxide, Carbonate
und Acetate der genannten Metalle zu verwenden. Nach Neutralisation können diese
Katalysatoren auch durch Waschprozesse aus dem Resol entfernt werden. Gewöhnlich
muß man jedoch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit auf diesen Reinigungsschritt verzichten
und die Katalysatoren im Resol lassen. Meistens werden als basische Katalysatoren
Natron- oder Kalilauge verwendet.
Aus JP 11286529 ist ein mit
Naturharz modifiziertes Phenolharz bekannt, das durch Umsetzung von Naturharzen
(a), resolartigen Phenolen (b) und Polyolen (c) erhältlich ist, wobei nach diesem
ersten Schritt Metallverbindungen (d) zugesetzt und reagiert werden, die Metallverbindungen
können Lithiumverbindungen umfassen. Die JP-1128659 befasst sich mit dem Zeitpunkt
für die Addition der Metallverbindungen (d) (Seite 6, Abschnitt [0004], erster Satz).
Hier wird die Metallverbindung (d) nach der Reaktion des ersten Schritts zugegeben.
Die Harze seien aus diesem Grund in besonderem Maße löslich, verglichen mit den
Harzen des Standes der Technik. Siehe Seite 7, erster (unvollständiger) Satz. Die
Naturharz-modifizierten Phenolharze von JP 11286529
werden in Gegenwart eines alkalischen Katalysators wie Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid
und Calciumhydroxid hergestellt. Siehe Seite 8, Abschnitt [0008], erster Satz. Sie
werden neutralisiert und gewaschen, um als Komponente (b) gemäß JP
11286529 eingesetzt werden zu können.
Es hat sich gezeigt, daß die Verwendung der nicht neutralisierten
und gewaschenen, also metallionenhaltigen Resole bei der kontinuierlichen Herstellung
von Druckfarbenharzen zwar gegenüber der diskontinuierlichen Herstellung verfahrenstechnische
Vorteile bringt, die Produkte in der Anwendung jedoch häufig Nachteile aufweisen.
Beispielsweise weisen die so hergestellten Druckfarbenharze zu geringe Verdünnbarkeit
auf, was ihre Einsetzbarkeit im Verschnittfirnis stark einschränkt. Diese Harze
haben auch den Nachteil, daß sie mit den bei der Formulierung von Druckfarben für
den Offsetdruck verwendeten (Mineral-)Ölen nicht oder nicht ausreichend verträglich
sind.
Es war deshalb die Aufgabe gestellt, nach dem Resolverfahren erhaltene
Druckfarbenharze so zu verändern, daß Bindemittelharze auf Basis von Naturharzen
mit verbesserter Verdünnbarkeit für Druckfarben für den Toluoltiefdruck und verbesserter
Verträglichkeit mit Mineralöl für den Offsetdruck erhalten werden, die auch in kontinuierlichen
Verfahren hergestellt werden können.
Die Aufgabe konnte dadurch gelöst werden, daß man aus Phenolen C1
und Oxoverbindungen C2 mit Lithiumverbindungen C3 als basischen Katalysatoren vorab
Resole C (bzw. deren Lithiumsalze) bildet und diese anschließend mit Naturharzen
und/oder Naturharzsäuren A, Alkoholen B und gegebenenfalls mit &agr;, &bgr;-ungesättigten
Carbonsäuren oder deren Anhydriden D, Fettsäuren, Fettsäureestern oder vegetabilischen
Ölen E und Kohlenwasserstoffharzen F im Temperaturbereich von 200 bis 300 °C
unter Wasserabspaltung umsetzt. Überraschenderweise hat sich dabei ergeben, daß
eine Neutralisation oder gar ein Auswaschen der nach der Resolbildung in der Produktmischung
C verbliebenen Lithiumsalze nicht erforderlich ist, da diese, wie hier gefunden
wurde, im Gegensatz zu den bekannten im Resol verbleibenden Alkali- oder Erdalkali-Verbindungen
nicht die Verdünnbarkeit der Harze und deren Glanz beeinträchtigen, und darüber
hinaus zu solchen Harzen führen, die einer verbesserte Verträglichkeit mit Mineralölen
aufweisen.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein in einem zweistufigen Verfahren
erhältliches Phenolharz-modifiziertes Naturharz, wobei
- – in der ersten Stufe aus Phenolen C1, Oxoverbindungen C2 und Lithiumverbindungen
C3 als Katalysatoren ein Resol C gebildet wird, und dieses
- – in der zweiten Stufe mit Naturharzen bzw. Naturharzsäuren A, mono- oder
polyfunktionellen Alkoholen B und gegebenenfalls
- – mit &agr;, &bgr;-ungesättigten Carbonsäuren oder deren Anhydriden D,
Fettsäuren, Fettsäureestern und bevorzugt vegetabilischen Ölen E und Kohlenwasserstoffharzen
F
im Temperaturbereich von 200 bis 300 °C unter Wasserabspaltung vorzugsweise
ohne Zusatz eines weiteren Katalysators umgesetzt werden.
Das gebildete Resol C enthält die als Katalysator eingesetzten Lithiumverbindungen
oder zumindest einen Teil davon wahrscheinlich in Form der entsprechenden Lithiumphenolate.
Der Einfachheit halber wird im Folgenden jedoch nur von "Resol" gesprochen.
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung dieser
Toluol-löslichen modifizierten Naturharzsäureester durch Umsetzung von mindestens
jeweils einer Verbindung aus den Substanzgruppen Naturharze A, Alkohole B und Resole
C sowie gegebenenfalls &agr;, &bgr;-ungesättigte Carbonsäuren oder deren Anhydride
D, Fettsäuren, Fettsäureester oder vegetabilische Öle E und Kohlenwasserstoffharze
F im Temperaturbereich von 200 bis 300 °C unter Wasserabspaltung.
Als Verbindungen der Substanzgruppen A bis F finden vorzugsweise Verwendung
- A: Naturharze oder Naturharzsäuren, vorzugsweise Kolophonium, Wurzelharz, Tallharz
sowie disproportioniertes oder partiell hydriertes oder dimerisiertes Naturharz
beliebiger Provenienz, wobei die Naturharze oder Naturharzsäuren
auch in untergeordneten Mengen (d. i. bevorzugt bis zu 20 % ihrer Masse) weitere
Terpene enthalten können;
- B: Alkohole mit bevorzugt 1 bis 18 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise polyfunktionelle
Alkohole mit 2 bis 12 Kohlenstoffatomen, insbesondere bifunktionelle, beispielsweise
Glykole, oder trifunktionelle, beispielsweise Trimethyloläthan, Trimethylolpropan,
Glycerin, oder tetrafunktionelle, beispielsweise Pentaerythrit, oder pentafunktionelle,
beispielsweise dimerisiertes Trimethylolpropan, oder hexafunktionelle Alkohole,
beispielsweise dimerisiertes Pentaerythrit;
- C: Phenolharze, vorzugsweise Resole, die nach den gängigen Methoden der Phenolharzchemie
durch Umsetzung von Phenolen C1 mit Oxoverbindungen bevorzugt Aldehyden, C2 in Gegenwart
von bevorzugt basischen Lithiumverbindungen C3 hergestellt werden.
Als Verbindungen C1 finden vorzugsweise solche phenolischen Komponenten Verwendung,
die mindestens ein reaktives Wasserstoffatom am aromatischen Kern besitzen und in
ihrer Reaktivität mit Aldehyden mindestens monofunktionell sind, wie einkernige
und mehrkernige phenolische Verbindungen, die in ihrer Reaktivität mit beispielsweise
Formaldehyd monofunktionell, difunktionell, trifunktionell oder auch höherfunktionell
sein können, wie das Phenol selbst, die verschiedenen Kresol- und Xylenol-Isomere,
die Isomere des Äthylphenols, des Propyl- bzw. Isopropylphenols sowie ortho- und
parasubstituierte Alkylphenole mit bis zu 18, insbesondere bis zu 15, C-Atomen in
der Seitenkette, wie beispielsweise p-t-Butylphenol, p-Octylphenol, p-Nonylphenol,
ungesättigte Phenole, wie z. B. o- oder p-Vinylphenol, p-Isopropenylphenol, sowie
die durch Destillation aus Cashew-Öl erhältlichen C15- ungesättigten
Alkenylphenole, kondensierte Phenole, wie z.B. &agr;- oder &bgr;-Naphthol, mehrkernige
Phenole, wie z.B. die Isomere des Diphenylolmethans, Diphenyloläthans, Diphenylolpropans
(Bisphenol A), Triphenylolmethans oder Triphenyloläthans, mehrwertige Phenole, wie
z. B. Resorcin, Brenzkatechin, Hydrochinon und Pyrogallol, ferner Additionsprodukte
von olefinisch ungesättigter Verbindungen wie Dicyclo- und Cyclopentadien oder Styrol
an Phenole.
Es können auch die Phenole in Form von Mischungen eingesetzt werden. Bevorzugt werden
Mischungen von Phenol und/oder Bisphenol A mit ortho- und parasubstituierten Alkylphenolen
verwendet. Besonders bevorzugt ist die Verwendung von Mischungen von Phenol mit
p-t-Butylphenol und/oder Nonylphenol sowie von Bisphenol A mit p-t-Butylphenol und/oder
Nonylphenol, da sich damit Produkte herstellen lassen, die den Druckfarbenharzen
ganz besonders günstige Eigenschaften verleihen.
Als Verbindungen C2 finden solche Verbindungen Verwendung, die Aldehyd- und/oder
Ketogruppen enthalten oder solche Gruppen hervorbringen können, und die gegenüber
Phenolen, welche am aromatischen Ring reaktive Wasserstoffatome besitzen, reaktiv
sind und mit diesen Kondensationsprodukte bilden können, wie vorzugsweise lineare
oder verzweigte aliphatische (C1-C7)-Aldehyde, insbesondere
Formaldehyd in seinen verschiedenen monomeren, oligomeren und polymeren Formen,
Acetaldehyd, Butyraldehyd, Isobutyraldehyd, ferner aromatische Aldehyde wie Benzaldehyd,
heterocyclische Aldehyde wie Furfurol, und Dialdehyde, wie Glyoxal. Die ebenfalls
erfindungsgemäß einsetzbaren Aldehydacetale lassen sich durch Addition von aliphatischen,
linearen, verzweigten oder cyclischen einwertigen oder mehrwertigen Alkoholen mit
1 bis 18 Kohlenstoffatomen an die genannten Aldehyde bevorzugt unter saurer Katalyse
herstellen. Geeignet sind beispielsweise Diäthylacetal, Dimethylformal, Diäthylformal,
Dimethylbutyral, Bisäthylenglykolformal, Dicyclohexylformal und oxacyclische Formale
oder Acetate wie 1,3-Dioxolan (Glykolformal), 1,3-Dioxan (1,3-Propandiol-formal),
5,5-Dimethyl-1,3-dioxan (Neopentylglykolformal) und 1,3-Dioxepan (Butandiolformal).
Ganz besonders bevorzugt wird Formaldehyd, der auch in wäßriger Form vorliegen kann,
eingesetzt.
Als Lithiumverbindungen C3 werden vorzugsweise das Oxid, Hydroxid, Carbonat, Hydrogencarbonat,
Formiat, Acetat, Stearat oder Benzoat verwendet, wobei die Verbindungen auch Kristallwasser
enthalten können.
Bevorzugt werden Resole C eingesetzt, die durch Umsetzung von Massenanteilen von
20 bis 95 % Phenolen C1 mit 5 bis 50 % Aldehyden C2 und 0,01 bis 10 % Lithiumverbindungen
C3 erhältlich sind, wobei die Summe der Massenanteile der Reaktanden bei der Resolbildung
100 % ergibt.
- D: &agr;, &bgr;-äthylenisch ungesättigte Carbonsäuren oder deren Anhydride,
insbesondere Fumarsäure, Maleinsäure, Maleinsäureanhydrid, Itaconsäure, Zimtsäure,
Acrylsäure, Methacrylsäure;
- E: Fettsäuren mit 10 bis 26 C-Atomen oder deren Dimere und Trimere, wie beispielsweise
gesättigte Fettsäuren, wie Palmitin- oder Stearinsäure und dimerisierte Fettsäuren,
oder ungesättigte Fettsäuren, wie z. B. Soja-, Leinöl-, Tallölfettsäure, oder Fettsäureester,
wie z. B. Soja-, Lein- oder Holzöl oder hydriertes Kokosfett;
- F: polymerisierte Kohlenwasserstoff-Fraktionen, die C5-Monomere enthalten,
wie Cyclopentadien und Dicyclopentadien oder Isopren, und/oder sog. C9-Monomere,
wie Inden oder Styrol oder Cumaron, oder Terpene, wie &agr;- oder &bgr;-Pinene.
Diese Kohlenwasserstoffharze können auch als Copolymerisate mit den Verbindungen
A vorliegen.
Dabei beträgt der Massenanteil der einzelnen Komponenten (bezogen
auf die Summe der Massen der eingesetzten Komponenten, wobei die
Summe der Massenanteile stets 100 % ergeben muß), 30 bis 90 %, vorzugsweise 40 bis
80 %, insbesondere 50 bis 70 % für die Naturharze A; 2 bis 15 %, vorzugsweise 5
bis 10 %, insbesondere 6 bis 9 % für die Alkohole B; 10 bis 50 %, vorzugsweise 15
bis 40 %, insbesondere 20 bis 30 % der Resole C; 0 bis 10 %, vorzugsweise 0,5 bis
5 %, insbesondere 1 bis 2 % &agr;, &bgr;-olefinisch ungesättigte Carbonsäuren oder
deren Anhydride D; 0 bis 30 %, vorzugsweise 0,5 bis 15 %, insbesondere 1 bis 20
%, vegetabilische Öle E; und 0 bis 50 %, vorzugsweise 1 bis 45 %, insbesondere 5
bis 40 % Kohlenwasserstoffharze F.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Naturharzsäureester, die vorzugsweise
nach kontinuierlichen Verfahren erfolgt, kann die in der europäischen Patentanmeldung
EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur und das dort angegebene Verfahren verwendet
werden.
Die Produkte lassen sich jedoch auch diskontinuierlich herstellen,
wobei überraschenderweise gleichfalls Bindemittelharze mit ausgezeichneter Verdünnbarkeit
erhalten werden, die den beim Stand der Technik beschriebenen Harzen deutlich überlegen
sind. Zur diskontinuierlichen Herstellung werden die in der Naturharzchemie üblichen
Apparaturen (Kessel) verwendet, die z. B. mit Rührer, Destillationsvorrichtung,
Thermometer und Einfüllrohr ausgestattet sind. Dabei wird zweckmäßigerweise geschmolzenes
Naturharz A vorgelegt, das auch gegebenenfalls bereits mit Verbindungen der Substanzklasse
D modifiziert sein bzw. die Modifizierungsmittel E und F enthalten kann, der Alkohol
der Substanzklasse B und das Resol C eingetragen und die Kondensation im Temperaturbereich
von 100 bis 200 °C, begonnen. Dann wird die Mischung unter Destillation des
Reaktionswassers auf Temperaturen von 200 bis 280 °C erhitzt. Das Wasser kann
dabei auch durch azeotrope Destillation unter Verwendung eines Schleppmittels, wie
z. B. Xylol, entfernt werden.
Sowohl bei der kontinuierlichen wie diskontinuierlichen Herstellung
kann der Fortgang der Reaktion zweckmäßigerweise durch die Bestimmung der Viskositätswerte
in einem Lösungsmittel, wie z.B. Toluol, verfolgt werden. Dazu wird das Harz auf
Erbsengröße zerkleinert und während einer halben Stunde in siedendem Toluol gelöst.
Zur Bestimmung der Viskositäten werden üblicherweise toluolische Lösungen (mit einer
Konzentration von 35 g Harz in 100 g Lösung, nachfolgend als "35 %ig" bezeichnet)
mit einem üblichen Rotationsviskosimeter (z. B, nach DIN 53229 bei 23 °C in
einem Schergefällebereich von 0 bis 200 s-1 vermessen und nach dem Viskositätsmodell
nach Newton ausgewertet. Die Viskositäten liegen vorzugsweise in einem Bereich von
100 bis 800 mPa·s. Die angegebenen Bereiche können jedoch auch über- oder
unterschritten werden.
Die Harze können auch über ihre Verdünnbarkeit charakterisiert werden.
Zur Bestimmung der Verdünnbarkeit werden die genannten 35%igen Lösungen solange
mit weiterem Toluol verdünnt, bis die Lösung im DIN-3mm-Auslaufbecher eine Auslaufzeit
von 25 s erreicht hat, gemessen bei 20 °C. Als Verdünnbarkeit wird der mit 100
% multiplizierte Quotient der zugefügten Masse an Toluol und der eingewogenen Masse
der 35 %igen Harzlösung bezeichnet. Die Verdünnbarkeit sollte möglichst hoch sein.
Die neuen Harze weisen eine Verdünnbarkeit auf, die vorzugsweise zwischen 90 % und
170 % liegt.
Nach Abkühlen der Schmelze kann das Endprodukt in fester Form isoliert
werden. Es ist aber auch möglich, die Schmelze mit Lösungsmitteln, wie z.B. Toluol
zu verdünnen, und das Harz in Form eines Firnisses zu isolieren, wobei alle Übergänge
von einem festen zu einem flüssigen Firnis möglich sind.
Die erfindungsgemäßen Harze können auch während oder vorzugsweise
nach der eigentlichen Reaktion durch Addition weiterer Verbindungen modifiziert
werden. Es ist möglich, niedermolekulare Verbindungen hinzuzufügen, beispielsweise
Kolophonium, Kolophoniumester, oder Polymere, wie z.B. Phenolharze, Polyester, Alkydharze,
Acrylharze, weitere Phenolharz-modifizierte Kolophoniumharze, Kohlenwasserstoffharze,
Resinate, und Mischungen davon. Beispielsweise können durch diese Vorgehensweise
Lösungsviskositäten optimiert werden.
Selbstverständlich ist es auch möglich, durch Zusatz von Metallverbindungen,
vorzugsweise Oxiden, Hydroxiden, Carbonaten, Hydrogencarbonaten, Formiaten, Acetaten,
Stearaten des Magnesiums, Calciums oder Zinks während der Harzherstellung vorhandene
Carboxylgruppen in Resinatstrukturen zu überführen. Dies kann z. B. dann erwünscht
sein, wenn spezielle Harzeigenschaften, z. B. die Dispergierfähigkeit für Pigmente,
optimiert werden sollen.
Die toluolischen Lösungen der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Bindemittelharze zeigen auch bei Lagerung eine ausgezeichnete Viskositätsstabilität,
was für die praktische Anwendung außerordentlich vorteilhaft ist. Dies macht sie
insbesondere gegenüber Bindemittelharzen des Standes der Technik überlegen.
Da sich Naturharze verschiedener Provenienz hinsichtlich ihrer Zusammensetzung
unterscheiden können, beispielsweise können sie eine unterschiedliche Isomerenverteilung
der Harzsäuren oder unterschiedliche Mengen weiterer Terpene aufweisen, können bei
gleicher Rezeptur auch unterschiedliche Produkteigenschaften, beispielsweise bezüglich
der Viskosität, resultieren. Die Rezeptur kann dann jedoch durch geringe Änderung
der Komponentenkonzentration dem jeweiligen Naturharz angepaßt werden.
Die molare Masse der erfindungsgemäßen Harze kann durch Gelpermeationschromatographie
der Harzlösungen in Tetrahydrofuran (THF) an Polystyrolgel in einem Permeationsmeßgerät
nach bekannten Methoden ermittelt werden. Die mittlere molare Masse (Gewichtsmittel
Mw) der erfindungsgemäßen Harze liegt gemäß den erhaltenen Meßergebnissen
vorzugsweise bei Werten von über 5000 g/mol und ist nach oben nicht kritisch begrenzt.
Besonders bevorzugt liegt die gewichtsmittlere molare Masse Mw jedoch
in einem Bereich von 5 000 und 500 000, insbesondere 100 000 und 300 000 g/mol.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist die Verwendung der erfindungsgemäßen
Harze als Bindemittelharze in Pigmentanreibungen und -konzentraten sowie in Druckfarben
vorzugsweise für den Illustrationstiefdruck mit Toluol. Die erfindungsgemäßen Harze
weisen eine ausgezeichnete Verträglichkeit mit anderen Bindemitteln, beispielsweise
mit Naturharzsäureestern des Standes der Technik, Resinaten oder Kohlenwasserstoffharzen
auf. Sie besitzen darüber hinaus ein ausgezeichnetes Benetzungsverhalten für die
im Illustrationstiefdruck verwendeten Pigmente. Die Toluol enthaltenden Tiefdruckfarben
werden nach den üblichen Methoden formuliert. Dazu wird ein geeignetes Bindemittelharz
in Toluol gelöst und dieser Firnis pigmentiert oder eine vorab hergestellte Pigmentanreibung
mit Verschnittfirnis, der das in Toluol gelöste erfindungsgemäße Bindemittelharz
enthält, verdünnt. Als Zuschlagstoffe können die sonst üblichen, beispielsweise
Füllstoffe, wie Calciumcarbonat, oder grenzflächenaktive Mittel zur Verbesserung
der Pigmentdispersion, wie Lecithin, oder Wachse zur Verbesserung der Scheuerfestigkeit,
mitverwendet werden.
Die gemäß der deutschen Patentanmeldung DE-A 44 03 547 hergestellten
Bindemittelharze weisen eine ungenügende Verträglichkeit gegenüber Mineralöl auf,
was ihre Einsetzbarkeit in Farben für den Offsetdruck, die mit Mineralöl formuliert
sind, stark einschränkt oder gar unmöglich macht. Es ist ein außerordentlicher Vorteil
der neuen Verbindungen, daß sie eine verbesserte Verträglichkeit mit Mineralöl aufweisen,
wodurch sie auch in Farben für den Offsetdruck verwendbar sind. Diese breite Anwendbarkeit
der neuen Produkte war nicht vorhersehbar und ist deshalb als überraschend zu bezeichnen.
Als Maß für die Verträglichkeit mit Mineralöl wird die Trübungstemperatur
herangezogen. Dabei wird das Harz in Mineralöl Test Oil 6/9 (Fa. Haltermann) bei
einer Temperatur von 230 °C innerhalb 5 min zu einer Lösung von 10 g des Harzes
in 100 g der Lösung gelöst. Dann läßt man langsam abkühlen. Die Temperatur, bei
der ausfallendes Harz zu einer Trübung der bis dahin klaren Lösung führt, wird als
Trübungstemperatur bezeichnet. Sie liegt umso niedriger, je besser verträglich das
Harz mit dem Mineralöl ist.
Weiterer Gegenstand der Erfindung ist daher die Verwendung der neuen
Bindemittelharze in Farben für den Offsetdruck.
Beispiele
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert,
ohne sie jedoch einzuschränken. In den nachfolgenden Beispielen bedeuten ebenso
wie im vorhergehenden Text alle Angaben mit der Einheit "%" Massenanteile (Quotient
der Masse des betreffenden Stoffes und der Masse der Mischung), soweit nicht anders
angegeben. "Teile" (abgekürzt "Tle.") oder "Gewichtsteile" sind stets Massenanteile.
Konzentrationsangaben in "%" sind Massenanteile des gelösten Stoffes in der Lösung
(Masse des gelösten Stoffes, dividiert durch die Masse der Lösung).
Herstellung eines Resols 1
In einem beheizbaren 6 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Dosierrohr,
Rückflußkühler und Temperaturmessung wurden 135 g Bisphenol A und 1440 g p-t-Butylphenol
in 750 g Xylol gelöst. In die auf 60 °C erwärmte Lösung gab man dann 90 g einer
70 %igen wäßrigen Formaldehyd-Lösung und 15 g Lithiumhydroxid (als Monohydrat).
Dann dosierte man innerhalb einer Stunde 750 g Paraformaldehyd so zu, daß die Temperatur
nicht über 60 °C stieg. Dann wurde noch 10 h nachgerührt. Die Reaktion wurde
dann durch Abkühlen auf Raumtemperatur beendet. Die Lösung besaß eine Viskosität
von 181 mPa·s (gemessen bei 23 °C und einem Schergefälle von 50 s-1).
Herstellung eines Resols 2
In einem beheizbaren 6 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Dosierrohr,
Rückflußkühler und Temperaturmessung wurden 251 g Bisphenol A und 1150 g Nonylphenol
in 840 g Xylol gelöst. In die auf 60 °C erwärmte Lösung gab man dann 90 g 70
%ige wäßrige Formaldehyd-Lösung und 15 g Lithiumhydroxid (als Monohydrat). Dann
dosierte man innerhalb einer Stunde 750 g Paraformaldehyd so zu, daß die Temperatur
nicht über 60 °C stieg. Dann wurde noch 10 h nachgerührt. Die Reaktion wurde
dann durch Abkühlen auf Raumtemperatur beendet. Die Lösung besaß eine Viskosität
von 296 mPa·s (Meßbedingungen wie Resol 1).
Beispiel 1: Herstellung eines erfindungsgemäßen Bindemittelharzes
mit Resol 1 nach diskontinuierlichem Verfahren
In einem heizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Thermometer, Tropftrichter,
Rückflußkühler und Einfüllrohr wurden unter einer Stickstoffatmosphäre 975 g handelsübliches
Kolophonium, das auch als Naturharz oder Naturharzsäure bezeichnet wird, und 20
g Maleinsäureanhydrid eine Stunde bei 160 °C erhitzt. Dann wurden bei dieser
Temperatur 89 g Pentaerythrit eingetragen und 473 g der oben beschriebenen Lösung
des Resols 1 innerhalb einer Stunde zugetropft. Dabei begann bereits Wasser abzudestillieren.
Dann wurde auf 260 °C erhitzt unter ständiger Destillation von Wasser. Sobald
die Viskosität einer 35%igen Lösung des Harzes in Toluol eine Viskosität von 25
mPa·s (bei 23 °C) erreicht hatte, wurde noch 80 min bei einem verminderten
Druck von 10 kPa (100 mbar) gehalten. Der verminderte Druck wurde durch Zugabe von
Stickstoff aufgehoben (auf Atmosphärendruck ausgeglichen) und der Ansatz entleert.
Es wurden 1370 g eines spröden, pulverisierbaren Harzes mit dem Erweichungspunkt
165 °C erhalten. Eine 35%ige Lösung in Toluol besaß bei 23 °C eine Viskosität
von 175 mPa·s. Die Verdünnbarkeit betrug 125 %. Die durch Gelpermeationschromatographie
bestimmte gewichtsmittlere molare Masse Mw betrug 197 000 g/mol. Die
Trübungstemperatur im Mineralöl betrug 164 °C.
Beispiel 2: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
2 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend Massenanteile von 68,2 % Kolophonium, 1,3
% Maleinsäureanhydrid, 26 % der oben beschriebenen Lösung des Resols 2 und 4,5 %
Pentaerythrit wurde in die in der europäischen Patentanmeldung EP-A 0 704 507 beschriebene
Apparatur eingespeist und gemäß dem dort angegebenen Verfahren zur kontinuierlichen
Herstellung von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde ein sprödes pulverisierbares
Harz erhalten, das als 35%ige Lösung in Toluol bei 23 °C eine Viskosität von
215 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit betrug 125 %. Die durch Gelpermeationschromatographie
bestimmte gewichtsmittlere molare Masse Mw ergab sich zu 186 000 g/mol.
Beispiel 3: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
2 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend Massenanteile von 52,0 % Kolophonium, 7,0
% hydriertem Kokosfett, 9,2 % eines Kohlenwasserstoffharzes (®Escorez
8190, Fa. Exxon), 1,3 % Maleinsäureanhydrid, 26 % Resol 2 und 4,5 % Pentaerythrit
wurde in die in der europäischen Patentanmeldung EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur
eingespeist und gemäß dem dort angegebenen Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung
von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten,
das als 35%ige Lösung in Toluol bei 23 °C eine Viskosität von 188 mPa·s
besaß. Die Verdünnbarkeit betrug 110 %. Die durch Gelpermeationschromatographie
bestimmte gewichtsmittlere molare Masse Mw ergab sich zu 143 000 g/mol.
Die Trübungstemperatur in Mineralöl betrug 142 °C.
Beispiel 4: Herstellung eines erfindungsgemäßen Bindemittelharzes
mit Resol 1 nach diskontinuierlichem Verfahren
In einem heizbaren 6 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Thermometer, Tropftrichter,
Rückflußkühler und Einfüllrohr wurden unter einer Stickstoffatmosphäre 2000 g handelsübliches
Kolophonium, das auch als Naturharz oder Naturharzsäure bezeichnet wird, und 107
g Maleinsäureanhydrid eine Stunde bei 160 °C erhitzt. Dann wurden bei dieser
Temperatur 5 g Magnesiumoxid und 227 g Pentaerythrit eingetragen und 506 g des Resols
1 innerhalb einer Stunde zugetropft. Dabei begann bereits Wasser abzudestillieren.
Dann wurde auf 260 °C erhitzt unter ständiger Destillation von Wasser. Sobald
die Viskosität einer 35%igen Lösung des Harzes in Toluol eine Viskosität von 20
mPa·s (bei 23 °C erreicht hatte, wurde noch 100 min bei einem verminderten
Druck von 10 kPa (100 mbar) gehalten. Der verminderte Druck wurde durch Zugabe von
Stickstoff aufgehoben (auf Atmosphärendruck ausgeglichen) und der Ansatz entleert.
Es wurden 2392 g eines spröden, pulverisierbaren Harzes mit dem
Erweichungspunkt 164 °C erhalten. Eine 35%ige Lösung in Toluol besaß bei 23
°C eine Viskosität von 380 mPa·s. Die Verdünnbarkeit betrug 125 %.
Beispiel 5: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
1 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend Massenanteile von 70,2 % einer Mischung,
die Kolophonium und einen Massenanteil von 3,8 % Maleinsäureanhydrid enthielt, 17,8
% Resol 1 und 8,2 % Pentaerythrit wurde in die in der europäischen Patentanmeldung
EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur eingespeist und gemäß dem dort angegebenen
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde
ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten, das als 35%ige Lösung in Toluol bei
23 °C eine Viskosität von 430 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit betrug
155 %, die Trübungstemperatur in Mineralöl war 162 °C.
Beispiel 6: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
1 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend Massenanteile von 70,2 % einer Mischung,
die Kolophonium und einen Massenanteil von 3,8 % Maleinsäureanhydrid enthielt, 17,8
% Resol 1, 0,2 % Magnesiumoxid und 8,0 % Pentaerythrit wurde in die in der europäischen
Patentanmeldung EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur eingespeist und gemäß dem
dort angegebenen Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen
umgesetzt. Es wurde ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten, das als 35%ige Lösung
in Toluol bei 23 °C eine Viskosität von 430 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit
betrug 125 %. Die Trübungstemperatur im Mineralöl betrug 158 °C.
Beispiel 7: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
1 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend 70,2 % einer Mischung, die Kolophonium und
einen Massenanteil von 3,8 % Maleinsäureanhydrid enthielt, 17,8 % Resol 1, 0,2 %
Calciumoxid und 8,0 % Pentaerythrit wurde in die in der europäischen Patentanmeldung
EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur eingespeist und gemäß dem dort angegebenen
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde
ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten, das als 35%ige Lösung in Toluol bei
23 °C eine Viskosität von 225 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit betrug
115 %.
Beispiel 8: Herstellung eines Druckfarbenharzes mit Resol
1 nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend 70,2 % einer Mischung, die Kolophonium und
einen Massenanteil von 3,8 % Maleinsäureanhydrid enthielt, 17,8 % Resol 1, 0,2 %
Zinkoxid und 8,0 % Pentaerythrit wurde in die in der europäischen Patentanmeldung
EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur eingespeist und gemäß dem dort angegebenen
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde
ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten, das als 35%ige Lösung in Toluol bei
23 °C eine Viskosität von 335 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit betrug
105 %.
Vergleichsbeispiel a) Herstellung eines mit Natronlauge
kondensierten Resols analog zur Herstellung des Resols 1
In einem beheizbaren 6 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Dosierrohr,
Rückflußkühler und Temperaturmessung wurden 135 g Bisphenol A und 1440 g p-tert.-Butylphenol
in 750 g Xylol gelöst. In die auf 60 °C erwärmte Lösung gab man dann 90 g einer
70%igen wäßrigen Formaldehyd-Lösung und 15 g Natriumhydroxid. Dann dosierte man
innerhalb einer Stunde 750 g Paraformaldehyd so zu, daß die Temperatur nicht über
60 °C stieg. Dann wurde noch 10 h nachgerührt. Die Reaktion wurde dann durch
Abkühlen auf Raumtemperatur beendet. Die Lösung besaß eine Viskosität von 324 mPa·s
(gemessen bei 23 °C und einem Schergefälle von 50 s-1).
b) Herstellung eines Druckfarbenharzes mit dem vorstehend
beschriebenen Resol nach kontinuierlichem Verfahren
Ein Massestrom enthaltend 70,2 einer Mischung, die Kolophonium und
einen Massenanteil von 3,8 % Maleinsäureanhydrid enthielt, 17,8 % des Resols aus
Vergleichsbeispiel a) und 8,2 % Pentaerythrit wurde in die in der europäischen Patentanmeldung
EP-A 0 704 507 beschriebene Apparatur eingespeist und gemäß dem dort angegebenen
Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Druckfarbenharzen umgesetzt. Es wurde
ein sprödes pulverisierbares Harz erhalten, das als 35%ige Lösung in Toluol bei
23 °C eine Viskosität von 478 mPa·s besaß. Die Verdünnbarkeit betrug
85 %. Die Trübungstemperatur im Mineralöl lag über 230 °C.
Das Produkt zeigt also deutlich ungünstigere Eigenschaften als das
in Beispiel 5 erhaltene.
c) Herstellung eines Druckfarbenharzes mit dem vorstehend
beschriebenen Resol nach diskontinuierlichem Verfahren
In einem heizbaren 2 l-Mehrhalskolben mit Rührwerk, Thermometer, Tropftrichter,
Rückflußkühler und Einfüllrohr wurden unter einer Stickstoffatmosphäre 975 g handelsübliches
Kolophonium, das auch als Naturharz oder Naturharzsäure bezeichnet wird, und 20
g Maleinsäureanhydrid eine Stunde bei 160 °C erhitzt. Dann wurden bei dieser
Temperatur 89 g Pentaerythrit eingetragen und 473 g des Resols aus Vergleichsbeispiel
a) innerhalb einer Stunde zugetropft. Dabei begann bereits Wasser abzudestillieren.
Dann wurde auf 260 °C erhitzt unter ständiger Destillation von Wasser. Sobald
die Viskosität einer 35%igen Lösung des Harzes in Toluol eine Viskosität von 25
mPa·s (bei 23 °C) erreicht hatte, wurde noch 80 min bei einem verminderten
Druck von 10 kPa (100 mbar) gehalten. Der verminderte Druck wurde durch Zugabe von
Stickstoff aufgehoben (auf Atmosphärendruck ausgeglichen) und der Ansatz entleert.
Es wurden 1370 g eines spröden, pulverisierbaren Harzes mit dem Erweichungspunkt
158 °C erhalten. Eine 35%ige Lösung in Toluol besaß bei 23 °C eine Viskosität
von 257 mPa·s. Die Verdünnbarkeit betrug 85 %. Die Trübungstemperatur im
Mineralöl lag über 230 °C. Das Produkt zeigt also deutlich ungünstigere Eigenschaften
als das in Beispiel 1 erhaltene.
Anwendungstechnisches Beispiel
Eine Druckfarbe wurde durch Mischen der folgenden Bestandteile hergestellt:
2,5 kg
einer Pigmentanreibung enthaltend einen Massenanteil von 14 %
®Irgalith Rubin PR 15 (Rotpigment, Fa. Ciba Spezialchemikalien),
37,8 % ®Albertol KP 670 (mit Phenolharz modifiziertes Kolophoniumharz,
Fa. Vianova Resins GmbH & Co. KG) und 48,2 % Toluol,
1 kg
eines Verschnittfirnisses mit hoher Verdünnbarkeit enthaltend
Massenanteile von 35 % des modifizierten Naturharzsäureesters aus Beispiel 5 und
65 % Toluol und
0,5 kg
Toluol.
Mit dieser Druckfarbe wurde Papier im Tiefdruckverfahren bedruckt.
Die Farbe lieferte ein gutes drucktechnisches Ergebnis und besonders hohen Glanz
(58 %, gemessen mit Laborreflektometer bei einem Einstrahlwinkel von 60 °).
Eine Vergleichsdruckfarbe hierzu, in der anstelle des modifizierten
Naturharzsäureesters aus Beispiel 5 das Harz aus dem Vergleichsbeispiel c) eingesetzt
wurde, wies einen schlechteren Glanz auf (42 %).
Die erfindungsgemäßen modifizierten Naturharze zeichnen sich aus durch
hohe Verdünnbarkeit, hohe Verträglichkeit mit Mineralöl und guten Glanz der damit
hergestellten Drucke bei niedrigen Festkörpergehalten.