Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen von Effektor-Starterrohren
mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Merkmalen sowie einer Befüllvorrichtung
zum Ausführen dieses Verfahrens.
Zur Torpedoabwehr sind moderne Unterseeboote mit Täuschkörpern, so
genannten Effektoren ausgerüstet, die ggf. gegen diese Torpedos abgeschossen werden
können. Der Abschuss erfolgt aus Effektor-Starterrohren diverser Startcontainer,
in deren Inneren die Effektoren gelagert sind.
Während des Betriebs können die Effektoren unterschiedlichen Umgebungseinflüssen
ausgesetzt sein. So können beispielsweise die Effektoren, die in oberdecksnahen
Startcontainer gelagert sind, je nach Jahreszeit und/oder Einsatzgebiet Frost oder
hohen Temperaturen ausgesetzt sein.
Um die Effektoren vor Korrosion, oder anderen Umwelteinflüssen zu
schützen, müssen bestimmte Effektoren in Abhängigkeit von der Ausführung der Startcontainer
und deren Position am Bootskörper in den Effektor-Starterrohren in ein Korrosions-
und Frostschutzmittel eingebettet werden. Dazu werden die entsprechenden Starterrohre
nach dem Beladen mit den Effektoren mit einem schützenden Medium, typischerweise
Glykol befüllt.
Die Effektor-Starterrohre weisen an dem von der Abschussöffnung beabstandeten
Ende eine Ausgleichmembran auf, durch die Änderungen des Innendrucks der Starterrohre,
wie sie z.B. durch eine Umgebungsdruckerhöhung beim Tauchen oder durch temperaturbedingte
Volumenänderungen des Glykols hervorgerufen werden, ausgeglichen werden können.
Befindet sich eine zu große oder zu kleine Menge Glykol in dem Starterrohr,
so kommt es bei entsprechenden Temperaturen zu einer so großen Expansion oder Kontraktion
des Glykols, dass die Ausgleichsmembran durch den Flüssigkeitsdruck überdehnt oder
gar zerstört wird.
Das Glykol wird durch die beschädigte Membran aus dem Starterrohr
ausgespült und beim nächsten Tauchgang durch eindringendes Seewasser ersetzt, was
zu Korrosionsschäden am Effektor und letztlich zu dessen Totalausfall führt. Auch
könnte das in das Starterrohr eingedrungene Seewasser bei einem aufgetauchten Unterseeboot
so niedrigen Temperaturen ausgesetzt sein, dass das Wasser gefriert und das Starterrohr
aufgrund der starken Eisausdehnung reißt.
Daher muss die Glykolmenge exakt dosiert werden, was das Befüllen,
welches bislang manuell erfolgt, sehr schwierig macht.
Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe
zugrunde, ein Verfahren zum Befüllen von Effektor-Starterrohren mit Flüssigkeit
zu schaffen, welches eine Beschädigung der Membran durch Überdehnung im späteren
Betrieb zuverlässig ausschließt sowie im Weiteren eine Befüllvorrichtung zu schaffen,
welche nach diesem Verfahren arbeitet und ein genau dosiertes Befüllen der Starterrohre
ermöglicht und die Tätigkeit des Befüllens vereinfacht. Der verfahrensmäßige Teil
dieser Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst. Eine Befüllvorrichtung,
welche nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet, ist durch die Merkmale des
Anspruchs 5 definiert.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
der nachfolgenden Beschreibung und der Zeichnung.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Flüssigkeitsbefüllen von Effektor-Starterrohren
wird zunächst anhand des zu füllenden Starterrohrs und des darin befindlichen Effektors
ein Soll-Füllvolumen ermittelt und dann eine Soll-Füllmenge an Flüssigkeit ermittelt.
Anschließend wird das Effektor-Starferrohr befüllt, bis an einer Entlüftungsöffnung
Flüssigkeit austritt. Die Entlüftungsöffnung wird verschlossen und die noch fehlende
Soll-Füllmenge unter Expansion eines an dem Starterrohr vorgesehen Ausgleichskörpers
in das Starterrohr eingefüllt.
Vor dem Befüllen des Starterrohrs wird zunächst das Soll-Füllvolumen
ermittelt. Dies ist erforderlich, da sich die zu befüllenden Starterrohre hinsichtlich
ihrer Rohrlänge und ihrer Rohrinnendurchmesser, d.h. hinsichtlich ihrer Innenvolumina
unterscheiden können. Auch die Effektoren, mit denen die Starterrohre beladen sind,
können hinsichtlich ihrer Abmessungen variieren. Entsprechend variieren auch die
Soll-Füllvolumina der mit Effektoren beladenen Effektorstarterrohre.
Das ermittelte Soll-Füllvolumen des Starterrohrs bildet die Grundlage
für die Ermittlung der benötigen Soll-Füllmenge an Flüssigkeit, bei der es sich
im Allgemeinen um Glykol handelt. Die Soll-Füllmenge sollte so groß bemessen sein,
dass der Effektor im Starterrohr bei allen während des Einsatzes des Unterseeboots
denkbaren Umgebungseinflüssen in der Flüssigkeit eingebettet ist und Druck- und
Temperaturunterschiede durch den Ausgleichskörper ausgeglichen werden.
Das Befüllen des Starterrohrs mit der Flüssigkeit
erfolgt über eine Zufuhröffnung in einer an der Mündung des Starterrohrs angeordneten
Verschlussklappe, an der auch eine Entlüftungsöffnung vorgesehen ist. Durch die
Entlüftungsöffnung entweicht während des Befüllens die im Starterrohr befindliche
Luft, da sie aus dem Starterrohr durch die zufließende Flüssigkeit verdrängt wird.
Ist die gesamte Luft aus dem Starterrohr verdrängt, tritt an der Entlüftungsöffnung
Flüssigkeit aus. Die Entlüftungsöffnung wird verschlossen und die zum Erreichen
der Soll-Füllmenge noch fehlende Flüssigkeit wird unter Expansion eines an dem Starterrohr
vorgesehen Ausgleichskörpers in das Starterrohr eingefüllt.
Vorteilhaft wird das Soll-Füllvolumen errechnet oder anhand zuvor
abgelegter Werte bestimmt. Das Soll-Füllvolumen ergibt sich als Differenz aus dem
Innenvolumen des leeren Starterrohrs und dem Volumen des Effektors, mit dem das
Starterrohr beladen ist. Diese Differenz bzw. das Soll-Füllvolumen, kann für jede
Kombination, bestehend aus Effektor und Effektor-Starterrohr vor dem Befüllen jeweils
aufs Neue berechnet werden oder aber, nachdem sie einmalig berechnet worden ist,
in Tabellen abgelegt werden und aus diesen Tabellen abgelesen bzw. aus einem elektronischen
Speicher ausgelesen werden.
Die Art des Füllmittels wird zweckmäßigerweise in Abhängigkeit des
zu füllenden Starterrohres, des darin befindlichen Effektors und/oder zu erwartenden
Einsatzbedingungen gewählt.
Der Startcontainer ist bei Einsätzen im Winter anderen Temperaturen
als im Sommer ausgesetzt. Gleiches gilt z.B. für den bei Einsatz in Polarnähe zu
erwartenden Frost und den Einsatz in Gebieten mit einem gemäßigten Klima, wo oberdecksnahe
Startcontainer starken Sonnenstrahlen ausgesetzt sein können. Diesen unterschiedlichen
Umweltbedingungen wird durch Auswahl eines geeigneten Füllmittels mit entsprechenden
Gefrier- und Korrosionsschutzfähigkeiten sowie Wärmeausdehnungsverhalten Rechnung
getragen.
Vor dem Befüllen der Starterrohre wird die Temperatur der Füllflüssigkeit
ermittelt und die Soll-Füllmenge der Flüssigkeit in Abhängigkeit von der Temperatur,
dem Temperaturkoeffizienten der Flüssigkeit sowie dem Soll-Füllvolumen ermittelt.
Die Temperatur der Füllflüssigkeit, die vor dem Befüllen der Starterrohre in einem
Tank gelagert ist, kann innerhalb eines Temperaturbereichs von beispielsweise 5°
bis 35° variieren. Diese Temperaturunterschiede können in Abhängigkeit von dem
Temperaturkoeffizienten der verwendeten Flüssigkeit zu einer Volumenänderung dieser
Flüssigkeit von mehr als 2 % führen. Aus diesem Grund wird das Wärmeausdehnungsverhalten
der Füllflüssigkeit mit Hilfe deren Temperatur und Temperaturkoeffizienten neben
dem Soll-Füllvolumen bei der Ermittlung der Soll-Füllmenge berücksichtigt.
Zum Ausführen des oben beschriebenen Verfahrens ist eine Befüllvorrichtung,
insbesondere zum Befüllen von Effektor-Starterrohren, vorgesehen. Diese weist mindestens
einen Flüssigkeitstank, Fördermittel, Mittel zum Feststellen der Soll-Füllmenge,
eine Anzeige- und Bedieneinheit sowie Steuerungsmittel zum Befüllen mit der Soll-Füllmenge
auf.
Vor dem Befüllen der Starterrohre wird die Füllflüssigkeit in einem
Flüssigkeitstank gelagert. Sollen verschiedene Starterrohre mit unterschiedlichen
Flüssigkeiten oder mit Mischungen unterschiedlicher Flüssigkeiten befüllt werden,
kann es zweckmäßig sein, mehrere Flüssigkeitstanks vorzusehen, in denen diese Flüssigkeiten
separat gelagert werden.
Der Flüssigkeitstank ist vorteilhaft mit Fördermitteln verbunden,
die bevorzugt eine Förderpumpe, eine zwischen der Förderpumpe und einem Starterrohrzulaufanschluss
angeordneten Zulaufleitung und eine an einem Rücklaufanschluss des Starterrohrs
angeordnete Rücklaufleitung aufweisen.
Die Förderpumpe pumpt die Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitstank und
leitet sie durch eine Zulaufleitung in das jeweils angeschlossene und zu befüllende
Effektor-Starferrohr. Hierzu ist an einer an dem Starterrohr mündungsseitig angeordneten
Verschlussklappe ein Starterrohrzulaufanschluss vorgesehen, an dem die Zulaufleitung
angeschlossen ist.
Neben dem Starterrohrzulaufanschluss weist die Verschlussklappe auch
einen Rücklaufanschluss auf, an dem eine Rücklaufleitung angeordnet ist. Durch die
Rücklaufleitung kann die durch die einströmende Füllflüssigkeit verdrängte Luft
aus dem ansonsten abgeschlossenen Starterrohr entweichen.
Wenn die gesamte Luft aus dem Starterrohr verdrängt ist, kann auch
die zugeführte Füllflüssigkeit durch den Rücklaufanschluss und die daran angeschlossene
Rücklaufleitung aus dem Starterrohr abfließen. Um ein Abfließen von Füllflüssigkeit
zu verhindern, ist am starterrohrseitigen Ende der Rücklaufleitung zweckmäßigerweise
ein elektrisch steuerbares Absperrventil vorgesehen, welches die Rücklaufleitung
absperrt, so bald Flüssigkeit aus dem Starterrohr austritt.
Um dies zu detektieren ist zweckmäßigerweise an dem starterrohrseitigen
Ende der Rücklaufleitung ein Flüssigkeitssensor vorgesehen, der wenn er durch rücklaufende
Füllflüssigkeit benetzt wird, seine elektrische Eigenschaft ändert, was durch die
elektronische Steuerung, an welcher dieser angeschlossen ist, detektiert wird und
ein das Absperrventil sperrend ansteuerndes Signal abgibt.
Um eine möglichst exakte und den Anforderungen entsprechende Befüllung
des Starterrohrs zu gewährleisten, ist es in einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen,
die Temperatur der Füllflüssigkeit vor dem Befüllen zu erfassen und unter Berücksichtigung
dieser Temperatur und des Temperaturkoeffizienten der Füllflüssigkeit die Soll-Füllmenge
zu bestimmen. Hierzu sind an der Befüllvorrichtung, vorzugsweise im Flüssigkeitstank
Mittel zum Erfassen der Flüssigkeitstemperatur vorgesehen, z.B. in Form eines Temperaturmessfühlers,
welcher im Flüssigkeitstank angeordnet ist und der mit der elektrischen Steuereinrichtung
verbunden ist.
Zur Kontrolle der Durchflussmenge der Füllflüssigkeit ist in der Zulaufleitung
zweckmäßigerweise ein Durchflussmesser vorgesehen. Die von dem Durchflussmesser
ermittelten Werte für die Durchflussmenge werden mit der Soll-Füllmenge verglichen,
so dass die Förderpumpe bei Erreichen der Soll-Füllmenge abgeschaltet werden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Befüllvorrichtung in
einem Traggestell, vorzugsweise in einem Container eingegliedert, das bzw. der verfahrbar
ausgebildet ist. So kann die Befüllvorrichtung nahe an die zu befüllenden Startcontainer
der Unterseeboote herangefahren werden.
Vorteilhaft weist die Befüllvor-richtung eine elektronische Steuerung
auf. Diese ermittelt zunächst anhand des zu füllenden Starterrohrs und des darin
befindlichen Effektors ein Soll-Füllvolumen. Der Effektor- und Starterrohrtyp können
der Steuerung zweckmäßigerweise über ein Eingabemodul mitgeteilt werden. In der
Steuerung werden diese Eingaben dann verarbeitet, indem die Steuerung daraus das
Soll-Füllvolumen berechnet oder diesen Wert aus einer elektronisch gespeicherten
Tabelle aller möglichen Kombinationen Effektor/Effektor-Starterrohr übernimmt.
Anschließend ermittelt die Steuerung unter Berücksichtigung der Temperatur,
der Art und dem Temperaturkoeffizienten der Füllflüssigkeit eine Soll-Füllmenge
an Flüssigkeit. Hierzu ist der oben beschriebene Temperaturmessfühler mit der Steuerung
verbunden und übermittelt die Temperatur der Füllflüssigkeit an die Steuerung.
Die Art der Flüssigkeit kann der Steuerung bevorzugt über das Eingabemodul
mitgeteilt werden, so dass die Steuerung den zugehörigen Wert für den Temperaturkoeffizienten
aus einer in ihr gespeicherten Tabelle ermitteln kann. Alternativ kann über das
Eingabemodul auch direkt der Temperaturkoeffizient eingegeben werden oder die Steuerung
mit einem weiteren Messsystem verbunden sein, das weitere Stoff- und/oder Transporteigenschaften
der Flüssigkeit misst und aus diesen Werten die Art der Flüssigkeit bzw. deren Temperaturkoeffizienten
ermittelt.
Aus den Werten für die Temperatur und dem Temperaturkoeffizienten
der Flüssigkeit sowie dem zuvor ermittelten Soll-Füllvolumen errechnet die Steuerung
die Soll-Füllmenge an Füllflüssigkeit. Daraufhin steuert die Steuerung den Befüllvorgang,
in dem sie die Förderpumpe einschaltet und bei Erreichen der Soll-Füllmenge automatisch
abschaltet.
Zum Anschließen der Zu- und Rücklaufleitung der Befüllvorrichtung
an die Zufuhr- und Entlüftungsöffnung des Starterrohrs, sind an den freien Enden
der Zu- und Rücklaufleitung vorteilhaft Kupplungsmittel angeordnet, die mit entsprechenden
Kupplungsmitteln, die an der Zufuhr- und der Entlüftungsöffnung des Starterrohrs
angeordnet sind, korrespondieren. Als Kupplungssysteme sind alle Schlauch- bzw.
Rohrkupplungen denkbar, mit denen die Zu- und Rücklaufleitungen an die Zufuhr- und
Entlüftungsöffnungen angeschlossen werden können. Bevorzugt werden jedoch Schnellkupplungssysteme,
beispielsweise Schraubkupplungen, die ein schnelles und einfaches Kuppeln und Entkuppeln
ermöglichen und bei denen ein oder beide Kupplungspartner mit Rückschlagventilen
ausgestattet sind, die beim Kuppeln öffnen und den Durchflussweg freigeben und beim
Entkuppeln den Durchflussweg verschließen, so dass keine Kühlflüssigkeit aus dem
Starterrohr und/oder aus der Zu- und Rücklaufleitung ausfließen kann.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in einer Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels erläutert. Die Figur zeigt in einer Prinzipskizze eine an einem
Effektor-Starterrohr angeschlossene Befüllvorrichtung.
Die Figur zeigt ein Effektor-Starterrohr 2, dass mit einem
Effektor 4 beladen ist. Die Mündung des Starterrohrs 2 ist mit
einer Verschlussklappe 6 dicht verschlossen. An dem von der Verschlussklappe
6 abgewandten Ende des Starterrohrs 2 ist eine Ausgleichsmembran
8 angeordnet, bei der es sich bevorzugt um eine Langhubrollmembran handelt.
Um den Effektor 4 vor Gefrier- und Korrosionsschäden zu schützen,
wird das Starterrohr 2 so mit einer Flüssigkeit 10 befüllt, dass
der Effektor 4 vollständig in dieser Flüssigkeit 10 eingebettet
ist. Bei der Flüssigkeit 10 handelt es sich im Allgemeinen um ein Glykol.
Zum Befüllen ist an der Verschlussklappe 6 des Starterrohrs 2
ein Zulaufanschluss 12 angeordnet. An diesem Zulaufanschluss
12 ist eine Zulaufleitung 14 angeschlossen, die das Starterrohr
2 mit einem Flüssigkeitstank 16 verbindet, in dem die Füllflüssigkeit
10 aufbewahrt wird. An dem Flüssigkeitstank 16 ist ein Temperaturmessfühler
18 angeordnet, der in die Flüssigkeit 10 hineinragt.
Dieser Temperaturmessfühler 18 misst die Temperatur der im Flüssigkeitstank
16 befindlichen Flüssigkeit 10 und leitet das Messergebnis über
eine Messleitung 20 an eine Steuerungs- und Bedieneinheit.
Die Steuerungs- und Bedieneinheit weist neben einer elektronischen
Steuerung ein Bedienmodul auf, an dem Anzeigen, Displays, eine Tastatur und Schalter
angeordnet sein können. An dem Bedienmodul wird die Befüllvorrichtung eingeschaltet
und anschließend über ein Bedien-Menü der zu befüllende Typ des Starterrohrs
2, der verwendete Effektor 4 sowie die Art der verwendeten Füllflüssigkeit
10 eingegeben.
Aus den eingegebenen Daten für den Typ des Effektor-Starterrohrs
2 und des Effektors 4 ermittelt die elektronische Steuerung das
Soll-Füllvolumen des zu füllenden Starterrohrs 2. Ferner ermittelt die
Steuerung anhand der Art der Füllflüssigkeit 10 deren Temperaturkoeffizienten.
Anschließend errechnet die Steuerung aus dem Soll-Füllvolumen, dem Temperaturkoeffizienten
sowie der von dem Temperaturmessfühler 18 übermittelten Temperatur der
Füllflüssigkeit 10 die Soll-Füllmenge an Füllflüssigkeit 10.
Die elektronische Steuerung ist eine speicherprogrammierbare Steuerung
(SPS) kann aber auch als Mikroprozessor-System oder in anderer geeigneten Weise
ggf. als Analogsteuerung ausgebildet sein.
Nachdem die Steuerung die Soll-Füllmenge der Füllflüssigkeit
10 ermittelt hat, steuert sie über eine Steuerungsleitung 24 einen
Antriebsmotor 26 einer Förderpumpe 28, die innerhalb der Zulaufleitung
14 angeordnet ist, an. Die Förderpumpe 28 pumpt die Flüssigkeit
10 aus dem Flüssigkeitstank 16 in das Starterrohr 2.
Während des Befüllens wird die Flüssigkeitsmenge durch einen in der Zulaufleitung
14 zwischen der Förderpumpe 28 und dem Zulaufanschluss
12 angeordneten Durchflussmesser 30 überwacht, der die Menge an
durchgeflossener Flüssigkeit 10 aufnimmt und über eine Steuerungsleitung
32 an die Steuerung übermittelt.
Die Förderpumpe 28 fördert die Füllflüssigkeit
10 in das Starterrohr 2. Durch die einlaufende Flüssigkeit
10 wird in dem Starterrohr 2 die in diesem befindliche Luft verdrängt.
Zum Abführen der Luft weist die Verschlussklappe 6 des Starterrohrs
2 einen Rücklaufanschluss 34 auf, an dem eine Rücklaufleitung
36 angeordnet ist, über die die Luft aus dem Starterrohr 2 entweichen
kann. Ist die Luft vollständig aus dem Inneren des Starterrohrs 2 verdrängt,
fließt durch den Rücklaufanschluss 34 auch die Füllflüssigkeit
10 in die Rücklaufleitung 36 ab. In der Rücklaufleitung
36 in nahe dem Rücklaufanschluss 34 ein Flüssigkeitssensor
38 angeordnet, der dieses Auslaufen der Füllflüssigkeit 10 der
elektronischen Steuerung über eine Steuerungsleitung 40 meldet. Nach Eingang
des Sensorsignals des Flüssigkeitssensors 38 veranlasst die Steuerung
23 über eine Steuerungsleitung 44 die sperrende Ansteuerung eines
in der Rücklaufleitung 36 zwischen dem Flüssigkeitssensor 38 und
dem Rücklaufanschluss 34 angeordneten Magnetventils 44.
Der Befüllvorgang wird fortgesetzt, indem die Flüssigkeit
10 unter Expansion der an dem Starterrohr 2 angeordneten Ausgleichsmembran
8 eingefüllt wird. Während des Befüllens gleicht die Steuerung
23 die von dem Durchflussmesser 30 übermittelten Werte der Durchflussmenge
ständig mit der Soll-Füllmenge ab. Entspricht die gemessen Durchflussmenge der Soll-Füllmenge,
schaltet die Steuerung 23 den Antriebsmotor 26 der Förderpumpe
28 ab, der Befüllvorgang des Effektor-Starterrohrs 2 ist beendet.
Die Anschlussleitungen 14 u. 36 können von den Anschlüssen
12 u. 34 entfernt werden.
Der Rücklaufanschluss 34 und der Zulaufanschluss
12 an der Verschlussklappe 6 sind jeweils mit in der Figur nicht
dargestellten Schraubkupplungen mit Rückschlagventilen ausgestattet, die beim Anschließen
der Zulaufleitung 14 und der Rücklaufleitung 36 automatisch öffnen
und bei Entfernung der Leitungen 14 u. 36 automatisch schließen.